[0001] Die Erfindung betrifft einen Briefumschlag oder eine Versandtasche o. ä., vorzugsweise
aus Papier mit einem in einer Faltkante liegenden Aufreißfaden.
[0002] Weiter betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung solcher Umschläge und
Versandtaschen z. B. aus Papier mit eingelegtem Aufreißfaden, wobei der Aufreißfaden
im Verlauf der Fertigung an einer von einer Faltkante einer Verschlußlasche verschiedenen
Faltkante angeordnet wird, bevor der Umschlag fertiggefaltet wird.
[0003] Umschläge in der Form von Briefumschlägen der eingangs beschriebenen Art sind bereits
bekannt geworden durch das DE-G 93 02 248. Nach dem Anspruch 1 dieses Gebrauchsmusters
ist der Aufschneidfaden an einer von der Verschlußlasche verschiedenen Kante angeordnet
und an beiden Enden der unteren Kante im Bereich der Verklebung festgelegt. Da der
nach diesem Gebrauchsmuster bekannte Aufschneidfaden gem. Anspruch 1 dieses Gebrauchsmusters
an beiden Enden der unteren Kante im Bereich der Verklebung festgelegt sein soll,
kann der Aufschneidfaden nur an der der Verschlußlasche gegenüberliegenden unteren
Kante und an keiner anderen Kante angeordnet sein. Dieser Faden muß während der Fertigung
stückweise eingelegt werden und es ist nicht erkennbar, wie die Einlegung eines solchen
Fadens während der Fertigung erfolgen soll. Denkbar wäre das Auflegen eines solchen
Fadens nach Art der Einbringung eines Schußfadens bei einer Webmaschine. Indessen
ist die Art und Weise der Einbringung eines solchen Fadens im genannten Gebrauchsmuster
nicht erläutert. Die Einbringung in der Art eines Schußfadens würde die Fertigungsmaschine
sehr langsam machen. Diese Vorgehensweise wäre also unökonomisch. Eine manuelle Einlegung
ist indiskutabel.
[0004] Nach Anspruch 2 dieses Gebrauchsmusters wird dann mindestens einerseits der Aufschneidfaden
seitlich aus dem Umschlag herausgeführt und auf der Vorder- oder Rückseite z.B. durch
Klebung befestigt. Hierdurch kann man diesen Faden von außen leicht ergreifen und
damit den Umschlag aufschneiden oder aufreißen. Dies allerdings hat den Nachteil,
daß die große Gefahr besteht, daß ein solcher Umschlag während des Transportes, weil
sich der Faden irgendwo einhängt, aufgerissen wird oder daß der Faden abgerissen wird,
so daß er nicht mehr ergriffen werden kann und der Umschlag nicht mehr damit aufgerissen
werden kann. Die Gefahr der Fadenzerstörung und der Umschlagzerstörung besteht insbesondere
dann, wenn aufeinandergeschichtete Briefumschläge gegeneinander hin und hergeschoben
werden. Zur Zweckerfüllung ist allerdings, wie dem vollständigen Abs. auf Seite 4
der Gebrauchsmusterunterlagen entnommen werden kann, die Herausführung des Fadens
aus dem Umschlag erforderlich. Auf Seite 3 der genannten Gebrauchsmusterunterlagen
ist im letzten vollständigen Abs. gesagt, daß die Positionierung und Festlegung des
Aufschneidfadens gleichzeitig und im selben Arbeitsgang mit der Verklebung der Seitenlaschen
erfolge und daß auf diese Weise eine Verlangsamung des Produktionsablaufs vermieden
werden könne und der zusätzliche Geräteaufwand minimal sei und leicht in die vorhandene
Fertigung zu integrieren sei. Indessen ist nicht erkennbar, wie denn konkret die Fadeneinlegung
und Abtrennung geschehen soll und wie die Geräte, die den "zusätzlichen Geräteaufwand"
bedeuten, aussehen können und was diese tun können. Es ist auch nicht zu erkennen,
in welcher Weise die Befestigung des Fadens mit der bereits vorhandenen Anlage erfolgen
kann und welche Anlage hiermit gemeint ist.
[0005] Ausgehend von diesem StdT. liegt der Erfindung somit die Aufgabe zugrunde, einen
Umschlag der eingangs beschriebenen Art vorzuschlagen, dessen Aufreißfaden einfach
handhabbar ist, wobei ein abgerissener oder verschmutzer Überstand des Fadens vermieden
werden soll.
[0006] Weiter soll mit der Erfindung ein Verfahren zur Herstellung eines solchen Umschlages
vorgeschlagen werden.
[0007] Hinsichtlich des Umschlages, der nachfolgend nur noch als Briefumschlag bezeichnet
wird, ist diese Aufgabe erfindungsgem. dadurch gelöst, daß in mindestens einer seitlichen
Faltkante ein Aufreißfaden angeordnet und ohne Überstände mit dem Papier des Briefumschlages
und/oder einer inneren Fütterung des Briefumschlages verliebt ist. Ein entlang der
Seitenkante, also einer seitlichen Faltkante des Zuschnittes angeordneter und dort
verklebter Aufreißfaden ohne Überstand kann von außen nicht abgerissen werden. Die
Führung des Fadens entlang der Seitenkante läßt ein kontinuierliches Auflegen und
Abwickeln des Fadens mit dein Lauf des endlosen Papierbandes zu, so daß der Faden
problemlos aufgelegt und mit Messern für die Beschneidung der Seitenkanten geschnitten
und in der Faltkante des noch flachen Zuschnitts verliebt ist, so daß während der
weiteren Faltung des Zuschnitts zum fertigen Briefumschlag nicht irgendwelche weiteren
besonderen Maßnahmen bez. dieses Fadens getroffen werden müssen, sondern der Faden
vielmehr völlig unbeachtet bleiben kann. Durch Abreißen einer kleineren oberen Ecke
an der Seitenkante des Briefumschlages oder an irgendeiner beliebigen anderen Ecke,
an welcher der Faden endet, kann der Faden ergriffen und in Seitenrichtung abgezogen
und damit der Briefumschlag geöffnet werden. Es kann somit der Faden wirtschaftlich
eingebracht werden, so daß der Briefumschlag wieder wirtschaftlich hergestellt werden
kann. Ein Abreißen von überstehenden Fadenenden ist nicht mehr möglich, weil keine
Fadenenden überstehen. Demnach kann auch nicht ungewollt über das überstehende und
an seinem freien Ende am Briefumschlag verklebte Fadenende ein Briefumschlag geöffnet
werden.
[0008] Aus produktiontechnischen Gründen ist der Faden in einer seitlichen Faltkante des
Zuschnitts angeordnet. Diese Faltkante einer Seitenklappe ist die in Maschinenrichtung
verlaufende Faltkante. Ein Positionieren gerade in dieser Kante ermöglicht ein Einbringen
eines endlosen Fadens bei der Umschlagherstellung gemäß dein weiter unten beschriebenen
Verfahren.
[0009] Nach einer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgeschlagen, daß im Bereich mindestens
eines Endes eines Fadens, das sich innerhalb des Briefumschlages befindet, der Briefumschlag
zur Bildung einer das Fadenende überdeckenden Abreißecke eine Perforation aufweist.
Hierdurch kann sehr schön die Stelle, an der sich das Fadenende, mit der der Aufreißvorgang
beginnen soll, befindet, markiert werden. Die Perforation ist problemlos einzubringen
und kann während des Durchlaufs mit dem Messer für die Beschneidung der Seitenkanten
eingebracht werden. Es muß allerdings bei der Perforation darauf geachtet werden,
daß das Fadenende nicht mitperforiert oder gar durchtrennt wird. Die Perforationen
müssen also neben dem Fadenende sein und dürfen das Fadenende nicht abtrennen. Eine
Perforation ist vor allem bei dicken Papieren zur Unterstützung des Aufreißvorganges
notwendig.
[0010] Ergänzend ist dann nach der Erfindung noch vorgeschlagen, daß der Aufreißfaden als
flaches Bändchen ausgebildet ist. Hierdurch wird eine unzulässige Aufdickung des Seitenkanten,
die eine einseitige Stapelüberhöhung erzeugen würden, vermieden. Wenn die Bandstärke
bspw. 40 µm beträgt sind die Hüllen später leichter stapelbar.
[0011] Eine andere ausgestaltende Weiterbildung sieht noch vor, daß der Aufreißfaden mit
Klebstoff versehen ist, der unter Druck und/oder Wärmezufuhr klebt. Hierdurch kann
auf eine entsprechende Leimung oder Gummierung des Briefumschlages selbst bzw. des
Zuschnittes vor der Aufbringung des Fadens verzichtet werden. Der Klebstoff ist immer
da, wo auch der Faden ist und es entfallen alle Positionierprobleme zwischen einem
Klebstoffstreifen und einem Faden. Es kann bei dieser Form der Klebung auch nicht
mehr vorkommen, daß sich der Aufreißfaden, der nur an einem einzigen Punkt an seinem
Ende verklebt ist, mit Beginn des Aufreißvorganges aus seiner Verliebung löst, so
daß er einfach herausgezogen werden kann und eine Öffnung mittels dieses Fadens nicht
mehr möglich ist. Hierbei sind bspw. sog. Hotmeltstreifen zu erwähnen, die durch Wärmezufuhr
lieben oder Selbstklebestreifen, die durch Andrücken an der Papierbahn kleben.
[0012] Schließlich ist noch vorgeschlagen, daß der Faden aus einem leicht verrottbaren Material
besteht. Solche Materialien sind heute bereits bekannt. Insbesondere hochfeste verrottbare
Vliesstoffe sind bereits bekannt, aus denen ein solcher Faden geschnitten werden könnte.
Ein solcher Faden könnte dann bei der Recycling des Briefumschlages getrennt und einer
gesonderten Verrottung zugeführt werden. Er könnte aber auch ggfls. zusammen mit dem
Briefumschlag verrotten. Wenn der Faden aus einem Polyprorylen-Material hergestellt
wird, kann beim Recycling des Umschlags der Faden mit den Folienfenstern abgeschöpft
werden.
[0013] Hinsichtlich des eingangs genannten Verfahrens ist die diesbez. der Erfindung zugrundegelegte
Aufgabe dadurch gelöst, daß während des Durchlaufens einer ununterbrochenen Papierbahn
geeigneter Breite durch eine Bearbeitungmaschine vor einem Beschneiden der Seitenkanten
zur Erzeugung eines für die Fertigfaltung vorbereiteten Zuschnitts mindestens ein
Aufreißfaden kontinuierlich im Bereich einer seitlichen, sich in Laufrichtung der
Papierbahn erstreckenden Faltkante aufgelegt und angedrückt und hierdurch festgeklebt
und mit der Papierbahn mittransportiert wird, wobei nachfolgend mit dem Formatseitenausschnitt
der in Längsrichtung entstehende Überstand abgetrennt wird. Maschinen mit denen aus
einem durch die Maschine schnell und fortlaufend hindurchtransportierten Papierband,
das ggfls. vorher in der Maschine schon in gewünschter Weise bedruckt wurde, ein flacher
Zuschnitt zur Herstellung von Briefumschlägen geschnitten werden kann, sind schon
bekannt. Ihr Aufbau und ihre Betriebsweise muß daher hier nicht beschrieben werden.
Auf die durchlaufende Papierbahn, die in Querrichtung noch nicht getrennt und an den
Seitenkanten noch nicht beschnitten ist, wird an einer geeigneten Stelle, z. B. an
einer Umlenkwalze, seitlich einer sich in Richtung der laufenden Papierbahn erstreckenden
späteren Faltkante kontinuierlich der Aufreißfaden aufgelegt und mittels einer Walze
oder Rolle angedrückt und damit mit der Papierbahn kontinuierlich verliebt und kontinuierlich
transportiert. Das Auflegen und Verlieben und der Transport kann ohne irgendeine Beeinträchtigung
der üblichen Transportgeschwindigkeit der Papierbahn erfolgen. Die allgemeine Arbeit
der bekannten Maschine wird in keiner Weise gestört. Während des Transportes der Papierbahn
durch die Maschine und nachdem der Aufreißfaden in der genannten Art aufgelegt ist,
erfolgt die formgerechte Beschneidung der Seitenkanten z. B. mittels eines Rotationsmessers,
das ansich ebenfalls bekannt ist und daher in seiner Funktion und Form ebenfalls keiner
näheren Beschreibung bedarf. Das Rotationsmesser schneidet nun nicht nur im Bereich
der Beschneidung der Seitenkanten überschüssige Papierteile weg, sondern gleichzeitig
auch die Überstände des Aufreißfadens, so daß gleichzeitig der Aufreißfaden jedes
Briefumschlages auf seine richtige Länge geschnitten wird. Bei der späteren Faltung
des Zuschnitts zum fertigen Briefumschlag muß der aufgelegte Faden garnicht mehr beachtet
werden. Wenn der Briefumschlag aus dem Zuschnitt zusammengefaltet ist, liegt der Faden
an der richtigen Stelle. Um dann später den Aufreißfaden auch rasch und problemlos
greifen zu können, ist es sinnvoll an mindestens einem Ende eines Aufreißfadens einen
Papierbereich zur Bildung einer Abreißecke zu perforieren. Dies kann in weiterer Ausgestaltung
der Erfindung zusammen mit dem Formatausschnitt der Seitenkanten durchgeführt werden.
[0014] Schließlich wird bezüglich der Ausgestaltung des Verfahrens noch vorgeschlagen, daß
nach dem Einfalten der den Aufreißfaden umfassenden Seitenlaschen die Faltkante unter
Druck überrollt wird. Hierdurch wird die Klebung des Aufreißfadens noch einmal gesichert
und das spätere Aufreißen erleichtert.
[0015] Die Erfindung soll nun anhand der beigefügten Zeichnungen, die lediglich einen schematischen
Aufbau und Ablauf zeigen, näher erläutert werden.
[0016] Es zeigen:
- Fig. 1
- ununterbrochene Papierbahn mit eingezeichneten Konturen des Zuschnitts in Draufsicht
- Fig. 2
- schematisch einen Ausschnitt einer Maschine zum Herstellen von Briefumschlägen mit
zugeordneter Fadenspuleinrichtung und Führungs- und Anpresseinrichtung
- Fig. 3
- Messerrolle für die Beschneidung der Seitenränder
- Fig. 4
- abgewickelte Schneide der Messerrolle
Fig. 2 zeigt den schematischen Aufbau eines Ausschnitts 15 einer Maschine 14 zur
Herstellung von Briefbögen, der ein Teil einer Gesamtanlage ist. Eine ununterbrochene
Papierbahn 8, wie sie auch in Fig. 1 dargestellt ist, durchläuft, wie Fig. 2 erkennen
läßt, diesen Ausschnitt 15, der zwischen der Fensterstation 10 und der Station für
den Formatseitenausschnitt 26 liegt in Richtung des Pfeils 20. Die Anordnung direkt
vor dem Formatseitenausschnitt hat den Vorteil, daß die mit dem Band beklebte Papierbahn
vor dem Schneiden des Fadens nicht verschiedenen Krümmungen unterliegt, die ein Ablösen
des Fadens forcieren könnten. Dem Ausschnitt 15 zugeordnet ist eine Fadenspuleinrichtung
16 und eine Führungs- und Anpresseinrichtung 19.
[0017] Die Fadenspuleinrichtung 16 trägt eine Fadenspule 18 und dieser nachfolgend ein Abrollgerät
17, mit welchem auch die Fadenspannung des Aufreißfadens 3 geregelt werden kann.
[0018] Während des Betriebes wird der Aufreißfaden 3 von der Fadenspule 18 der Fadenspuleinrichtung
16 durch das die Fadenspannung regelnde Abrollgerät 17 hindurch abgespult und zur
Führungs- und Anpresseinrichtung 19 geführt. Der Faden 3 wird in die richtige Seitenlage
geführt und sodann bei Bedarf über weitere Führungsrollen zur Papierbahn 8 im Bereich
vor der Station für den Formatseitenausschnitt 26 geführt und dort auf die Papierbahn
aufgelegt und über die Anpressrolle 22 auf die Papierbahn gepreßt. Da der Aufreißfaden
3 selbst den notwendigen Klebstoff aufweist, wird er hierdurch an der Papierbahn angeklebt,
die ihn während des Betriebes wieder in Richtung des Pfeiles 20 mittransportiert und
ihm hierbei die gleiche Geschwindigkeit wie die Papierbahn 8 selbst aufzwingt. Die
Anpressrolle 22 kann zur Erzeugung der erforderlichen Anpresskraft z. B. federbelastet
sein. Die seitliche Ausrichtung des Aufreißfadens 3 ist hierbei so, daß er entlang
einer sich in Richtung des Pfeiles 20 erstreckenden und sich in diese Richtung bewegenden
Faltkante 2 (Fig. 1) aufgelegt wird. Direkt nach diesem Vorgang wird die Seitenkante
11 an beiden Seiten der Papierbahn 8 mit Hilfe eines rotierenden Messers 25, wie es
in Fig. 3 dargestellt ist, in einer Formatschneidstation 26 geschnitten. Hierdurch
wird die notwendige Seitenkontur eines später aus einem solchen Zuschnitt zu faltenden
Briefumschlages hergestellt. Ein Trennschnitt entlang der Trennkante 21 zur Trennung
eines Zuschnittes von anderen Zuschnitten erfolgt später. Mit Hilfe der Messerkontur
24 des in Fig. 3 abgebildeten Rotationsmessers, die in Fig. 4 noch einmal in Abwicklung
dargestellt ist und auch in Fig. 1 in Abwicklung erkennbar ist, wird nun ein überflüssiger
Randbereich, der in Fig. 1 schraffiert dargestellt ist, abgeschnitten. Hierbei wird
in diesem Bereich gleichzeitig der Aufreißfaden 3 durchtrennt, der mit dein schraffiert
dargestellten Papierbereich Abfall wird. Durch diesen Schneidvorgang werden Seitenlaschen
13 gebildet, die später bei der Faltung des Briefumschlags 1 entlang der Faltkante
2 nach innen umgefaltet werden, so daß nach dieser Umfaltung nach innen der Aufreißfaden
3 vom Papier des Zuschnittes umfaßt wird. Er endet damit genau an den Rändern des
Zuschnitts und steht an keiner Stelle über.
[0019] Zur Messerkontur 24 ist ergänzend ein Perforationsmesser 25 vorgesehen, mit dem während
des Schnittes die Perforation 7 so eingebracht wird, daß hiervon der Aufreißfaden
3 nicht verletzt wird. Dieser perforierte Bereich 4 am Ende des Fadens 5 bildet dann
nach dem Zusammenfalten des Briefumschlag 1 eine Abreißecke, die leicht erkannt und
abgerissen werden kann, wodurch man das entsprechende Ende 5 des Fadens 3 in Händen
hält und sodann die entsprechende Faltkante des Briefumschlags aufreißen kann. Die
gesamte Breite 9 der Papierbahn 8 wird somit jeweils nur von den Seitenlaschen 13
erreicht und ist bei den Seitenkanten 11, die von der Messerkontur 24 geschnitten
werden, schmäler, wobei sich entgegen der Transportrichtung des Pfeiles 20 diesem
schmäleren Bereich nach der Trennkante 21 eine Verschlußlasche 23 des nächsten Zuschnittes
anschließt. Der Zuschnitt eines solchen Briefumschlags 1 und dessen Herstellung sind
jedoch ansich bekannt und bedürfen daher hier ebenfalls keiner weiteren Erläuterung.
[0020] Es ist auch zu erkennen, daß der normale Produktionsablauf für die Herstellung solcher
Briefumschläge, wie er bekannt ist, durch die Auflegung des Aufreißfadens 3 in der
hier beschriebenen Weise nicht gestört wird. Es ergeben sich keinerlei Änderungen
im Produktionsablauf. Es ist für die Durchführung des Verfahrens lediglich der bekannte
Ablauf des Verfahrens und zusätzlich die beschriebene Fadenauflegung erforderlich.
Als Maschine 14 zur Durchführung des Verfahrens genügt es, irgendeine bekannte Maschine,
die bei der Herstellung solcher Briefumschläge Verwendung findet, so zu ergänzen,
daß an einer zugänglichen Stützrolle für die sich schnell bewegende Papierbahn 8 ein
Faden in richtiger seitlicher Ausrichtung und sich in Transportrichtung erstreckend
auf die Papierbahn aufgelegt und durch Anpressung mittels der Anpressrolle 22 verklebt
wird. Hierzu muß der Faden, der von einer zugeordneten Fadenspuleinrichtung bereitgestellt
wird, in die richtige seitliche Richtung geführt werden, weil ja auf der Fadenspule
18 der zur Verfügung zu stellende Faden 3 nicht nur übereinander sondern auch nebeneinander
gespult ist, so daß beim Abspulen dieser Faden ständig hin- und herläuft. Es ist jedoch
auch möglich zur Fadenführung nicht eine Fadenführungsrolle sondern andere geeignete
Mittel zu verwenden wie bspw. ein Fadeneinlauftrichter mit einer Auslaufdüse in richtiger
seitlicher Lage für den Faden. Falls die Fadenspule nicht allzu breit ist und statt
dessen einen größeren Durchmesser aufweist, genügt als Fadenführung sogar eine einfache
Öse, durch die der Faden hindurchläuft.
[0021] Die Leimung des Fadens selbst derart, daß die Klebeeigenschaften erst unter Druck
und/oder unter Wärmezufuhr wieder wirksam werden, macht es überflüssig an irgendwelchen
Leimeinrichtungen Leimzuführungen vorzusehen, die ausgerichtet werden müssen und es
müssen weiter auch keine Leimabstreifer vorgesehen sein, so daß die Verarbeitung außerordentlich
sauber erfolgen kann.
Liste der verwendeten Bezugszeichen
[0022]
- 1
- Briefumschlag
- 2
- Faltkante
- 3
- Aufreißfaden
- 4
- Bereich
- 5
- Ende des Faden
- 6
- Abreißecke
- 7
- Perforation
- 8
- Papierbahn
- 9
- Papierbahnbreite
- 10
- Fensterstation
- 11
- Seitenkanten
- 12
- Überstand
- 13
- Seitenlasche
- 14
- Maschine
- 15
- Ausschnitt
- 16
- Fadenspuleinrichtung
- 17
- Abrollgerät
- 18
- Fadenspule
- 19
- Führungs- und Anpresseinrichtung
- 20
- Pfeil
- 21
- Trennkante
- 22
- Anpressrolle
- 23
- Verschlußlasche
- 24
- Messerkontur
- 25
- Perforationsmesser
- 26
- Station für den Formatseitenausschnitt
1. Briefumschlag (1) oder Versandtasche o.ä. mit einem in einer Faltkante (2) liegenden
Aufreißfaden (3), dadurch gekennzeichnet, daß in mindestens einer Faltkante (2) einer
Seitenklappe ein Aufreißfaden (3) angeordnet und ohne Überstände mit dem Papier des
Briefumschlages und/oder einer inneren Fütterung des Briefumschlages verklebt ist.
2. Umschlag nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich (4) mindestens eines
Endes (5) eines Fadens (3), das sich innerhalb des Briefumschlages (1) befindet, der
Briefumschlag (1) zur Bildung einer das Fadenende (5) überdeckenden Abreißecke (6)
eine Perforation (7) aufweist.
3. Umschlag nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Aufreißfaden
(3) als flaches Bändchen ausgebildet ist.
4. Umschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Aufreißfaden
(3) mit Klebstoff versehen ist, der unter Druck und/oder Wärmezufuhr klebt.
5. Umschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Faden (3)
aus einem leicht verrottbaren Material besteht.
6. Verfahren zur Herstellung eines Briefumschlages (1) oder einer Versandtasche o.ä.
mit eingelegtem Aufreißfaden (3), wobei der Aufreißfaden (3) im Verlauf der Fertigung
an einer von einer Faltkante einer Verschlußlasche verschiedenen Faltkante angeordnet
wird, bevor der Briefumschlag fertig gefaltet wird, dadurch gekennzeichnet, daß während
des Durchlaufens einer ununterbrochenen Papierbahn (8) geeigneter Breite (9) durch
eine Bearbeitungmaschine (14) vor einem Beschneiden der Seitenkanten (11) zur Erzeugung
eines für die Fertigfaltung vorbereiteten Zuschnittes mindestens ein Aufreißfaden
(3) kontinuierlich im Bereich einer seitlichen, sich in Laufrichtung der Papierbahn
erstreckenden Faltkante (2) aufgelegt, angedrückt und hierdurch festgeliebt und mit
der Papierbahn (8) mittransportiert wird, wobei nachfolgend mit den Formatseitenausschnitt
der in Längsrichtung entstehende Überstand abgetrennt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß an mindestens einem Ende (5)
eines Aufreißfadens (3) ein Papierbereich (4) zur Bildung einer Abreißecke (6) perforiert
wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Perforation (7) zusammen
mit dem Formatausschnitt der Seitenkanten (11) durchgeführt wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß nach dem Einfalten
der den Aufreißfaden (3) umfassenden Seitenlaschen (13) die Faltkante (2) unter Druck
überrollt wird.