[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Brenner zur stöchiometrischen Verbrennung von
flüssigen oder gasfrömigen Brennstoffen, bestehend aus einem in einen Kesselraum ragenden
Brennerrohr, einer in dieses eingesetzten Zerstäuberdüse, der über eine Brennstoffleitung
der Brennstoff zuführbar ist, einer die Zerstäuberdüse umgebenden durch das Brennerrohr
gebildeten Luftzuführungsleitung für die von einem Ventilator oder dgl. geförderte
Verbrennungsluft und einer in dem Brennerrohr vor der Zerstäuberdüse angeordneten
Stauscheibe.
[0002] Brenner dieser Art sind in einer großen Anzahl unterschiedlicher Ausgestaltungen,
beispielsweise durch die EP-A1-0 410 135, bekannt und haben sich in der Praxis auch
bewährt. Die Stauscheibe ist hierbei mit einer zentrischen Öffnung, durch die der
aus der Zerstäuberdüse austretende Brennstoff in die Brennkammer eingespritzt wird,
sowie mit schlitzartigen sich radial nach außen erstreckenden Durchbrechungen versehen,
durch die die Verbrennungsluft der Brennkammer zuströmt. Durch die Stauscheibe wirdsomit
die Strömungsrichtung der Verbrennungsluft nicht wesentlich verändert, diese wird
vielmehr der Brennkammer wie auch der Brennstoff nahezu in axialer Richtung zugeführt.
[0003] Durch die in Richtung der Brennerflamme in die Brennkammer einströmende Verbrennungsluft
kann jedoch, insbesondere bei sich verändernden Brennerleistungen durch eine unzureichende
Anpassung der Menge und/oder der Strömungsgeschwindigkeit durch Absaugen eine Pulsation
der Brennerflamme auftreten, die Brennerflamme wandert mehr oder weniger in die Brennkammer
hinein. Dadurch wird nicht nur, da in diesem Falle die Zeit für die Vermischung des
Brennstoffes mit der Verbrennungsluft sehr kurz und damit unzureichend ist, die Verbrennung
verschlechtert, sondern es lagert sich auch verstärkt Ruß an der Stauscheibe ab, und
es müssen hohe Brenngeräusche in Kauf genommen werden. Einen allen Anforderungen gerecht
werdende Betriebsweise ist demnach bei dem bekannten Brennern oftmals nicht gegeben.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es daher, einen Brenner der eingangs genannten Gattung
zu schaffen, bei dem es nahezu ausgeschlossen ist, daß die Brennerflamme ihre Lage
verändert und durch die Verbrennungsluft mehr oder weniger in die Brennkammer verlagert
wird, die Brennerflamme soll sich vielmehr auch bei wechselnden Betriebsbedingungen
stets in unmittelbarer Nähe der Stauscheibe ausbilden. Pulsationen der Brennerflamme
sollen somit zuverlässig vermieden werden, so daß stets eine gute Verbrennung bei
geringen Schadstoffanteilen in den Abgasen gewährleistet ist.
[0005] Gemäß der Erfindung wird dies bei einem Brenner der vorgenannten Art dadurch erreicht,
daß die Stauscheibe im äußeren Bereich mit einem in Richtung der Brennkammer des Brenners
abstehenden zylinderförmig ausgebildeten Ansatzstück versehen ist und daß in das Ansatzstück
mehrere vorzugsweise gleichmäßig über den Umfang verteilt angeordnete Ausnehmungen
zur gesteuerten radialen Einbringung von Verbrennungsluft eingearbeitet sind.
[0006] Die in das Ansatzstück eingearbeiteten Ausnehmungen können als auf der der Brennkammer
zugekehrten Seite offene Schlitze ausgebildet sein, wobei die Schlitze parallel zueinander
verlaufende oder in Richtung der Brennkammer divergierende oder konvergierende seitliche
Begrenzungsflächen aufweisen können. Es ist aber auch möglich, die Ausnehmungen als
Bohrungen, als Langlöcher oder als schlitzartige Durchbrechungen zu gestalten.
[0007] Vorteilhaft ist es des weiteren, die in das Ansatzstück der Stauscheibe eingearbeiteten
Ausnehmungen auf der Innen- und/oder Außenmantelfläche mit Leitschaufeln zu versehen,
die tangential zu einem Grundkreis verlaufend ausgebildet sein können. Eine besonders
einfache Ausgestaltung ist gegeben, wenn die die Ausnehmungen begrenzenden Stege des
Ansatzstückes ganz oder teilweise als Leitschaufeln ausgebildet sind.
[0008] Bei einem mit einem achssenkrecht nach innen abstehenden Kragen versehenen Brennerrohr
ist es ferner zweckmäßig, das Ansatzstück der Stauscheibe in dem durch den Kragen
abgedeckten Durchmesserbereich des Brennerrohres anzuordnen.
[0009] Angebracht ist es ferner, zur Abdeckung der durchströmbaren Querschnittsfläche der
Ausnehmungen des Ansatzstückes auf oder in diesem einen axial verschiebbaren und/oder
verdrehbaren Ring anzuordnen, so daß bei der Montage des Brenners die Menge der radial
einströmenden Verbrennungsluft leicht eingestellt werden kann.
[0010] Wird bei einem Brenner dessen Stauscheibe gemäß der Erfindung mit einem abstehenden
Ansatzstück versehen, in das Ausnehmungen eingearbeitet sind, so ist es möglich, zusätzlich
zu der axial in die Brennkammer einströmenden Verbrennungsluft mittels der Stauscheibe
auch Verbrennungsluft radial, und zwar gesteuert in die Brennkammer einzubringen.
Durch die durch die Ausnehmungen des Ansatzstückes radial in die Brennkammer gelangende
Verbrennungsluft wird dabei nicht nur in kurzer Zeit eine intensive Vermischung des
Brennstoffes mit der gesamten in die Brennkammer eingedrungenen Verbrennungsluft bewirkt,
sondern es wird vor allem erreicht, daß die Brennerflamme auch bei wechselnden Betriebsbedingungen
stets ihre Lage nahe der Stauscheibe beibehält. Ein Absaugen der Brennerflamme von
der Stauscheibe wird nämlich durch die radial einströmende Verbrennungsluft zuverlässig
verhindert.
[0011] Da somit keine Pulsationen der Brennerflamme in Kauf zu nehmen sind, treten auch
keine dadurch bedingten hohen Brenngeräusche auf, vielmehr wird, da die Vermischung
des Brennstoffes mit der Verbrennungsluft durch die sich kreuzenden Teilströme kurzfristig
erfolgt, die Verbrennung weiter verbessert und Rußablagerungen an der Stauscheibe
werden weitgehend vermieden, so daß die Abgase nur geringe Verbrennungsrückstände
enthalten. Mit geringem zusätzlichen Bauaufwand wird somit durch die vorschlagsgemäße
Ausgestaltung einer Stauscheibe das Betriebsverhalten eines Brenners wesentlich verbessert.
[0012] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel eines gemäß der Erfindung ausgebildeten
Brenners dargestellt, das nachfolgend im einzelnen erläutert ist. Hierbei zeigt:
- Figur 1
- den Brenner mit einer in dessen Brennerrohr eingesetzten mit einem axial abstehenden
Ansatzstück und mit in dieses eingearbeiteten Ausnehmungen versehene Stauscheibe,
- Figuren 2 bis 5
- jeweils einen Ausschnitt aus Figur 1 mit unterschiedliche gestalteten Ausnehmungen
und
- Figur 6
- die Stauscheibe des Brenners nach Figur 1, in Vorderansicht mit als Leitschaufeln
ausgebildeten Stegen.
[0013] Der in Figur 1 dargestellte und mit 1 bezeichnete Brenner dient zur stöchiometrischen
Verbrennung von flüssigen oder gasförmigen Medien und besteht im wesentlichen aus
einem Brennerrohr 11 und einer Zerstäuberdüse 12, der über eine mit einem Filter 17
versehene Brennstoffleitung 15 mittels einer in dieser eingesetzten Pumpe 16 aus einem
Vorratsbehälter 14 der Brennstoff zugeführt wird. Die Zerstäuberdüse 12, der eine
Zündelektrode 18 oder eine Zündkerze zugeordnet ist, ist von einer Lufzuführungsleitung
13 umgeben, in der die von einem Ventilator 19 geförderte Verbrennungsluft der Zerstäuberdüse
12 zuströmt. Die Luftzuführungsleitung 13 ist hierbei durch das Brennerrohr 11 gebildet,
das mittels eines Flansches 5 an einer Wand 4 eines Heizkessels 2 befestigt ist, so
daß das Brennerrohr 11 durch eine Öffnung 6 in dessen Kesselraum 3 hineinragt.
[0014] Vor der Zerstäuberdüse 12 ist in dem Brennerrohr 11 eine Stauscheibe 21 angeordnet,
die mittels Führungsrippen 22 in Achsrichtung A des Brennerrohres 11 verstellbar gehalten
ist. Die Stauscheibe 21 weist eine zentrische Öffung 23 zur Einbringung des aus der
Zerstäuberdüse 12 austretenden Brennstoffes in eine Brennkammer 20 auf, außerdem ist
die Stauscheibe 21 mit schlitzartig ausgebildeten Öffnungen 24 zur Zuführung der geförderten
Verbrennungsluft versehen.
[0015] Um zu gewährleisten, daß unabhängig von der Geometrie des Heizkessels 2 die Zuführung
von Abgas aus dem Kesselraum 3 in die Brennkammer 20 des Brenners 1 gleichmäßig erfolgt,
ist an dem freien Ende des Brennerrohres 11, das aus einem zylindrischen Teil 11'
und einem sich konisch verjüngenden Teil 11'' zusammengesetzt ist, ein Kragen 25 angebracht.
Der Kragen 25 besteht hierbei aus einer planen Scheibe 26, die an den sich konisch
verjüngenden Teil 11'' des Brennerrohres 11 angeschweißt ist, so daß die Öffnung des
Brennerrohres 11 im äußeren Bereich abgedeckt ist.
[0016] Damit die sich vor der Stauscheibe 21 ausbildende Brennerflamme stabilisiert ist
und stets ihre Lage beibehält, ist die Stauscheibe 21 im äußeren Bereich mit einem
zylinderartig ausgebildeten ringförmigen Ansatzstück 31 versehen, das in Richtung
der Brennkammer 20 absteht und mit unterschiedlich gestalteten Ausnehmungen versehen
ist. Gemäß Figur 1 sind die Ausnehmungen als zur Brennerkammer 20 hin offene Schlitze
32 mit parallel zueinander verlaufenden seitlichen Begrenzungsflächen ausgebildet,
gemäß den Figuren 2 und 3 divergieren bzw. konvergieren die seitlichen Begrenzungsflächen
der Schlitze 33 und 34. Nach den Figuren 4 und 5 sind die Ausnehmungen als Bohrungen
35 bzw. als Langlöcher 36 ausgebildet.
[0017] Durch die Ausnehmungen des Ansatzstückes 31 kann somit Verbrennungsluft auch radial
von außen in die Brennkammer 20 gesteuert einströmen, die Vermischung der Verbrennungsluft
mit dem Brennstoff wird dadurch in kurzer Zeit bewerkstelligt und die Brennerflamme
wird nahe der Stauscheibe 21 stabilisiert, ein Abwandern von der Stauscheibe 21 in
Richtung des Kesselraumes 3 wird somit vermieden.
[0018] Damit die Verbrennungsluft auch mit einem Drall und/oder mit erhöhter Geschwindigkeit
in die Brennkammer 20 einströmen kann, ist gemäß Figur 6 das Ansatzstück 31 der Stauscheibe
21 mit Leitschaufeln 37 versehen. Die Leitschaufeln 37 sind hierbei durch die zwischen
den Schlitzen 32 befindlichen Stege 38 gebildet, die entsprechend gekrümmt ausgebildet
sind.
[0019] Um die durchströmbare Querschnittsfläche der in das Ansatzstück 31 eingearbeiteten
Ausnehmungen leicht verändern zu können, ist gemäß Figur 2 in dieses ein Ring 41 eingesetzt.
Durch Verdrehen und/oder Verschieben des ebenfalls divergierende Ausnehmungen 42 aufweisenden
Ringes 41 kann somit bei der Montage des Brenners 1 die Menge der radial durch die
mittels Streben 22' in dem Brennerrohr 11 gehaltenen Stauscheibe 21 in die Brennkammer
20 einströmenden Verbrennungsluft eingestellt werden.
1. Brenner (1) zur stöchiometrischen Verbrennung von flüssigen oder gasfrömigen Brennstoffen,
bestehend aus einem in einen Kesselraum (3) ragenden Brennerrohr (11), einer in dieses
eingesetzten Zerstäuberdüse (12), der über eine Brennstoffleitung (15) der Brennstoff
zuführbar ist, einer die Zerstäuberdüse (12) umgebenden durch das Brennerrohr (11)
gebildeten Luftzuführungsleitung (13) für die von einem Ventilator (19) oder dgl.
geförderte Verbrennungsluft und einer in dem Brennerrohr (11) vor der Zerstäuberdüse
(12) angeordneten Stauscheibe (21),
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stauscheibe (21) im äußeren Bereich mit einem in Richtung der Brennkammer
(20) des Brenners (1) abstehenden zylinderförmig ausgebildeten Ansatzstück (31) versehen
ist und daß in das Ansatzstück mehrere vorzugsweise gleichmäßig über den Umfang verteilt
angeordnete Ausnehmungen (Schlitze 33,34,35, Bohrungen 35, Langlöcher 36) zur gesteuerten
radialen Einbringung von Verbrennungsluft eingearbeitet sind.
2. Brenner nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die in das Ansatzstück (31) eingearbeiteten Ausnehmungen als auf der der Brennkammer
(21) zugekehrten Seite offene Schlitze (32, 33, 34) ausgebildet sind.
3. Brenner nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schlitze (32, 33, 34) parallel zueinander verlaufende oder in Richtung der
Brennkammer (20) divergierende oder konvergierende seitliche Begrenzungsflächen aufweisen.
4. Brenner nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die in das Ansatzstück (31) eingearbeiteten Ausnehmungen als Bohrungen (35), als
Langlöcher (36) oder als schlitzartige Durchbrechungen ausgebildet sind.
5. Brenner nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die in das Ansatzstück (31) der Stauscheibe (21) eingearbeiteten Ausnehmungen
(Schlitze 32) auf der Innen- und/oder Außenmantelfläche mit Leitschaufeln (38) versehen
sind.
6. Brenner nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Leitschaufeln (38) tangential zu einem Grundkreis verlaufend ausgebildet sind.
7. Brenner nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die die Ausnehmungen (Schlitze 32) begrenzenden Stege (37) des Ansatzstückes (31)
ganz oder teilweise als Leitschaufeln (38) ausgebildet sind.
8. Brenner nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei einem mit einem achssenkrecht nach innen abstehenden Kragen (25) versehenen
Brennerrohr (11) das Ansatzstück (31) der Stauscheibe (21) in dem durch den Kragen
(25) abgedeckten Durchmesserbereich des Brennerrohres (11) angeordnet ist.
9. Brenner nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß zur Abdeckung der durchströmbaren Querschnittsfläche der Ausnehmungen des Ansatzstückes
(31) auf oder in diesem ein axial verschiebbarer und/oder verdrehbarer Ring (41) angeordnet
ist.