(19)
(11) EP 0 673 443 B2

(12) NEUE EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Veröffentlichungstag und Bekanntmachung des Hinweises auf die Entscheidung über den Einspruch:
10.01.2001  Patentblatt  2001/02

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
05.03.1997  Patentblatt  1997/10

(21) Anmeldenummer: 94901900.4

(22) Anmeldetag:  27.11.1993
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7C21D 9/67, C21D 1/76
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP9303/334
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 9413/843 (23.06.1994 Gazette  1994/14)

(54)

VERFAHREN ZUM RUSSFREIEN GLÜHEN VON STAHLBAND IN EINEM GLÜHOFEN

METHOD OF ANNEALING STEEL STRIP IN AN ANNEALING FURNACE WITHOUT THE FORMATION OF SOOT

PROCEDE DE RECUIT SANS FORMATION DE SUIE DE FEUILLARDS D'ACIER DANS UN FOUR A RECUIT


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE DE FR GB IT LU

(30) Priorität: 11.12.1992 DE 4241746

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
27.09.1995  Patentblatt  1995/39

(73) Patentinhaber: MESSER GRIESHEIM GMBH
60314 Frankfurt (DE)

(72) Erfinder:
  • GROSS, Gerhard
    D-47877 Willich (DE)
  • ZYLLA, Peter
    D-47807 Krefeld (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 156 147
DE-A- 3 931 195
DE-C- 3 631 551
EP-A- 0 405 092
DE-A- 3 934 474
US-A- 3 531 333
   
  • CAHIERS D'INFORMATIONS TECHNIQUES DE LA REVUE DE METALLURGIE Bd. 86, Nr. 2 , Februar 1989 , PARIS FR Seiten 173 - 180 B.CHATELAIN ET AL 'Evaluation du recuit sous hydrogène des aciers doux.'
  • IRON AND STEEL ENGINEER Bd. 65, Nr. 8 , August 1988 , PITTSBURGH US Seiten 43 - 49 D.POWELL 'High performance hydrogen annealing technology'
  • "Die Schmierung beim Kaltwalzen und das Glühen von Kaltband unter Wasserstoff - insbesondere im Hinblick auf die Bandsauberkeit", Verein Deutscher Eisenhüttenleute, Fachausschussbericht 4032, Düsseldorf, Oktober 1990, S. 185-197
  • W.A. Beugeling: "Improved Performance of Batch Annealing at Hoogovens Ijmuiden, by Applying 100% Hydrogen as Process Atmosphere", S. 1-9 vorgetragen am Internationalen Kongress HICON/H2, 20-22 Mai, 1992 in Linz (AT)
  • Lehrbuch "Grundlagen der allgemeinen und anorganischen Chemie",H.R. Christen, 3. Aufl. 1971, S. 177, 206-211
  • B.J. Hewitt: "The New Quality achieved with HICON/H2 Bell Annealer", S.1-17, vorgetragen am Internationalem Kongress HICON/H2, 20.-22. Mai 1992 in Linz (AU), S. 1-18
 
Bemerkungen:
Die Akte enthält technische Angaben, die nach dem Eingang der Anmeldung eingereicht wurden und die nicht in dieser Patentschrift enthalten sind.
 


Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum rußfreien Glühen von Stahlband in einem Glühofen nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.

[0002] Nach dem Kaltwalzen wird das Stahlband in Form von Festbunden unter anderem in Glühöfen mit absatzweiser Beschickung wie z.B. in Haubenöfen geglüht. Als Schutzgas werden gewöhlich N2-H2-, Ar-H2-, He-H2-Gasgemische, Exogas bzw. reiner Wasserstoff verwendet. Bei der Verwendung von Wasserstoff (H2) ergeben sich Vorteile, wie z.B. schnellere Zeitabläufe, Vermeidung der Oxidation der Stahlbänder oder höhere Bandsauberkeit. Die Sauberkeit des Stahlbandes in der Glühe wird durch das Abdampfverhalten des Walzöls bzw, der Walzemulsion, Qualität, Zusammensetzung und Spülmenge des Schutzgases sowie die Glühtemperatur bestimmt. Aufgrund der langen Verweilzeiten im Glühprozeß können hier Diffusionsvorgänge beobachtet werden, die u.a. zu schwer lösbaren Kohlenstoffbelägen führen. Der Wasserstoffeinsatz dient u.a. der Umsetzung von diesen Belägen in Methan. Dabei kommt es oft zu unkontrollierten RußausScheidungen, die ebenfalls als Verunreinigung der Oberfläche anzusehen sind.

[0003] "Cahiers d'Informations Techniques de la Revue de Metallurgie", Bd. 86, Nr. 2, Februar 1989, Paris FR, Seiten 173-180 beschreibt ein Verfahren zum Glühen von Stahlband in einem Glühofen unter wasserstoffhatigem Schutzgas. In diesem bekannten Verfahren läuft eine Reaktion zwischen Wasserstoff und den Kohlenstoffbestandteilen von Ölresten auf der Stahloberfläche während der Glühung ab, wobei sich die Schutzgasatmosphäre zu einem H2-CH4 enthaltendem Gasgemisch ändert. Aus dem Fachausschußbericht des Vereins Deutscher Eisenhuttenleute "Die Schmierung beim Kaltwalzen und das Glühen von Kaltband unter Wasserstoff-insbesondere im Hinblick auf die Bandsauberkeit", Teil II, Druckvermerk 4.032, Dusseldorf, Oktober 1990, ist eine modifirierte Wassertoffspülung wahrend der Heit- und Abkuhlphase bekannt, mit der tielsetzung, die Einstellung der Methan-Gleichgewichtskonzentration zu verbindert.

[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren anzugeben, das eine hohe Sauberkeit des in Glühöfen warmbehandelten Stahlbandes gewährleistet und den Schutzgasverbrauch optimiert.

[0005] Ausgehend von dem im Oberbegriff des Anspruches 1 berücksichtigten Stand der Technik ist diese Aufgabe erfindungsgemäß gelöst mit den im kennzeichnenden Teil des Anspruches 1 angegebenen Merkmalen.

[0006] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.

[0007] Die durch das erfindungsgemäße Verfahren eingeleitete Spülung ermöglicht eine Reinigung des Stahlbandes bei optimiertem Schutzgasverbrauch. Da Grenzwerte des H2- CH4-Schutzgassystems im Ofeninneren überwacht oder beispielsweise empirisch ermittelt werden und beim Überschreiten der Grenzwerte bzw. beim Erreichen einer vorgegebenen Zeit der Ofeninnenraum mit einem wasserstoffhaltigen Schutzgas taktweise bei Bedarf gespült wird, werden Rußausscheidungen vermieden, wodurch eine Verbesserung der Oberflächenqualität des Stahlbandes erzielt wird.

[0008] Dies erreicht man dadurch, daß eine Spülung des Ofeninnenraumes in Abhängigkeit vom thermodynamisch zulässigen Methan-Anteil in der Schutzgasatmosphäre während mindestens einer der Phasen Aufheizen, Halten, Abkühlen durchgeführt wird, wobei die Regelgrößen zur Überwachung des Rußausfalles, d.h. Öffnen des Auslaßventiles und Schutzgasspülung mit wasserstoffhaltigen Spülgas,
  • ac - Kohlenstoffpotential der Ofenatmosphäre,
  • K - die Gleichgewichtskonstante
  • ΔGo - die freie Enthalpie des H2-CH4-Systems
  • h - die vorprogrammierten Öffnungszeiten
  • CH4 - der Anteil des Methans in der Schutzgasatmosphäre
  • H2 - der Anteil des Wasserstoffs in der Atmosphäre
sind. Diese Regelgrößen sind direkte oder indirekt aus dem gebildeten H2-CH4-System abgeleitete Werte oder von dem H2-CH4-System thermodynamisch abhängige Zeitpunkte. Beim Über- oder Unterschreiten der festgelegten Grenzwerte wird eine Schutzgasspülung, vorzugsweise mit reinem Wasserstoff automatisch veranlaßt.

[0009] Die Erfindung wird nachfolgend durch ein Ausführungsbeispiel und theoretische Überlegungen anhand einer H2-haltigen Schutzgasatmosphäre und der Zeichnung erläutert.

[0010] Die Zeichnung zeigt die möglichen Überwachungsvarianten des Reinigungsprozesses im Glühofen mit absatzweiser Beschickung, vorzugsweise in einem Haubenofen, bei dem die Schutzgasatmosphäre des Ofeninnenraumes während mindestens einer der Phasen Aufheizen, Halten, Abkühlen überwacht wird. Als Regelgrößen werden direkte oder indirekt aus dem gebildeten H2-CH4-System abgeleitete Werte erfaßt oder von dem H2-CH4-System thermodynamisch abhängige Zeitpunkte ermittelt und eine Schutzgasspülung beim Über- oder Unterschreiten festgelegter Grenzwerte automatisch veranlaßt.

[0011] Für die Walzöl/Emulsionentfernung während des Glühprozesses sind deutlich zwei Temperaturbereiche zu unterscheiden. Die Grenze wird von der Cracktemperatur, die unterschiedlich von der Sorte ist, bestimmt.

[0012] Im ersten Bereich unterhalb der Cracktemperatur verdampft ein Teil des Walzöls/Emulsion mit überwiegendem CnHm-Anteil. Diese Phase wird mit dem Erreichen der Cracktemperatur bei ca. 450° C beendet. Da die Cracktemperatur des Öls/Emulsion zwischen Rand und Kern der Coils zu unterschiedlichen Zeiten erreicht wird, vercrackt das aus dem Kem abdampfende Öl im Bereich der warmen, äußeren Bundkanten. Diese Phase wird vom Wasserstoff als Schutzgasatmosphäre, aufgrund der besseren Bunddurchwärmung und chemischen Einflüssen stark beeinflußt. Die Dämpfe werden durch Spülung aus dem Ofen ausgetragen.

[0013] Wird die Abdampfung des Öls/Emulsion weit über die Cracktemperatur hinausgeschoben, muß der Kohlenstoff als Produkt des Crackprozesses über die Reaktion mit Wasserstoff zum Methan umgesetzt werden. Somit beginnt die zweite Phase der Reinigung:

        (C) + 2H2 = CH4     (1)



[0014] Sie ist für die Endqualität der Oberfläche von erheblicher Bedeutung. Erst in der Haltezeit unter konstanter Temperatur können die thermodynamischen Gleichgewichte des gebildeten H2-CH4-Systems erreicht werden.

[0015] Das CH4-Bildungsvermögen hängt von der eingetragenen Menge des Wälzöls/Emulsion ab, d.h. es ist sehr stark oberflächenabhängig. Große Oberflächen des Glühgutes verursachen in der Schutzgasatmosphäre entsprechend größere CH4- bzw. Rußanteile.

[0016] Dabei erlauben die thermodynamischen Verhältnisse nicht immer eine vollständige Umsetzung des Kohlenstoffes ins CH4 während der Glühzeit.

[0017] Dies steht im unmittelbaren Zusammenhang mit der Instabilität der Kohlenwasserstoffe oberhalb von 550° C.

[0018] Das Reaktionsgleichgewicht des Methanzertalles CH4 = 2 H2 + (C) (2) wird durch die Massenwirkungskonstante Kp ausgedrückt:

        Kp = P2H2 . ac / PCH4,

wobei Lg Kp = Lg (P2H2 . ac / PCH4) = - 4791/T + 5,789 weiter:

        Lg ac = Lg (PCH4/P2H2) + Lg Kp

weil:

        PCH4/P2H2 = 1/k

wird:



Kp
Thermodynamisches Gleichgewicht
K
Berechnet aus gemessenen H2- und CH4-Konzentrationen
ac
Kohlenstoffpotential


[0019] Die Bezeichnung zwischen Kp und der freien Bildungsenthalpie ist

oder







Im H2-CH4-Gasgemisch können sowohl Methanzerfall- als auch Methanbildungsreaktionen stattfinden.



[0020] Bei

        KI = P2H2/PCH4



        KII = PCH4/P2H2 ac

nimmt die freie Enthalpie des Systems folgende Gestalt an:

weiter



[0021] Da die freie Enthalpie des Systems logarithmisch von der Kohlenstoffaktivität abhängig ist, wird



[0022] Bei ac > 1 dagegen erreicht man für ΔGo positive Werte, wobei das System außer Gleichgewicht gerät und den CH4- Überschuß nach Reaktion (2) zerfallen läßt. Somit wurde eine wichtige Bedingung für einen rußfreien Prozeß bestimmt. Die freie Enthalpie des Systems wird also ständig negativ gehalten werden, imdem die Kohlenstoffaktivität ac < 1 wird.

[0023] Hiermit aufgeführte Grenzwerte wurden als Regelgrößen in der Zeichnung eingesetzt.

[0024] Hiermit aufgeführte Grenzwerte wurden als Regelgrößen in der Zeichnung eingesetzt.

[0025] Zur Erstellung eines thermodynamischen Gleichgewichtes in einer z.B. 100% H2 Schutzgasatmosphäre, bei einer Haltetemperatur von z.B. 700°C wird theoretisch bei ausreichendem C-Angebot und ac = 1 maximal ca. 11% CH4 gebildet. Wenn aber im System zusätzlicher Kohlenstoff vorhanden wäre, würde eine weitere Umsetzung nach 2 H2 + (C) → CH4 sofort den CH4-Zerfall verursachen. Die Reinigung kann weiter in der Abkühlphase fortgesetzt werden. Die Triebkraft der Reinigung nimmt jedoch mit abnehmender Temperatur stark ab. Die Massenwirkungskonstante Kp nimmt mit sinkender Temperatur ebenso kleinere Werte an. Dieser Vorgang läuft solange ab, wie das System ein ΔGo< 0 gewährleisten kann. Wird der Grenzwert von ΔGo = 0 überschritten, kommt es wieder zu Rußausscheidungen.

[0026] Diese Überlegungen sind Grundlage der Erfindung. Sie betreffen die Haubenöfen vorzugsweise Hochkonvektionsöfen und deren Glühprozesse.

[0027] Voraussetzung ist, daß der Schutzgas-Spülprozeß sofort nach Inertisierung der Haube beginnt, d.h. gleichzeitig mit Beginn der Aufheizphase. Aus physikalischen Gründen (hohe Wärmeleitfähigkeit des Wasserstoffs) wird hier ein max. Schutzgasvolumen vorgesehen.

[0028] Nach Erreichen der Soll-Temperatur wird der Schutzgasvolumenstrom reduziert bzw. die Haube unter Druck gehalten.

[0029] Dem Ofen wird also während der Aufheizphase ein max. Volumenstrom zugeführt. Das gebildete Methan (CH4) und die Emulsion-/Oldämpfe werden in dieser Phase durch Spülen aus dem Ofen ausgetragen. Mit Beginn der Haltezeit beginnt eine Phase, die aus thermodynamischen Gründen die Reinigung des Glühgutes bewirkt. Vorzugsweise diese Phase wird überwacht, um keinen Rußausfall zuzulassen. Die möglichen Varianten der Überwachung sind der Zeichnung zu entnehmen.

[0030] Während der Haltezeit und Abkühlphase steht die Haube unter Druck - Auslaß geschlossen und Eintritt offen. Wie in der Zeichnung dargestellt, wird über eine direkte Messung in der Ofenatmosphäre kontinuierlich der CH4- und/oder der H2-Anteil analysiert. Das CH4- und/ oder H2-Meßgerät verfügt über einen einstellbaren Min-Max-Kontakt. Der Xmax.-Wert entspricht der CH4-Konzentration, die sich theoretisch als Grenzwert im H2-CH4- Gleichgewichtssysteme einstellt, d.h. kein Methan-Zerfall. Als Alternative kann die H2-Konzentration Ymin gemessen werden, wobei Ymin = 100 - Xmax ist. Auch dieser Wert ist temperatur- und druckabhängig und kann aus dem thermodynamischen Gleichgewicht abgeleitet werden. Nach Erreichen der Xmax- bzw. Ymin-Werte wird der Ofenauslaß geöffnet. Methan wird aus dem Ofen mit max. Volumenstrom ausgespült. Der notwendige Spülvorgang dauert je nach Ofengröße 0,5 bis 1,5 Stunden.

[0031] Danach wird der Auslaß geschlossen und die Reinigung, d.h. Kohlenstoffumsetzung fortgesetzt. Die Spülung in dieser Phase erfolgt nur taktweise nach Bedarf im H2- CH4-Gleichgewichtssystem.

[0032] Wie der Zeichnung zu entnehmen ist, basiert die beschriebene Grundlösung des Überwachungssystems auf einer CH4- und/oder H2-Messung. Weitere Regelgrößen zur Überwachung des Rußausfalles, d.h. Öffnen des Auslaßventiles und Schutzgasspülung können
  • ac - das Kohlenstoffpotential der Ofenatmosphäre,
  • K - die Gleichgewichtskonstante
  • ΔGo - die freie Enthalpie des H2-CH4-Systems oder
  • h - die vorprogrammierten Öffnungszeiten
sein.

[0033] Da nach dem erfindungsgemäßen Verfahren mittels dieser Überwachung des Glühprozesses nur dann der Ofeninnenraum gespült wird, wenn die in der Zeichnung dargestellten und vorstehend beschriebenen Grenzwerte überschritten werden, ermöglicht das Verfahren bei optimaler Spülgestaltung, die Glühkosten zu senken und die Qualität der hergestellten Produkte zu verbessern.


Ansprüche

1. Verfahren zum rußfreien Glühen von verunreinigtem Stahlband in einem Glühofen unter wasserstoffhaltigem Schutzgas mit den Phasen Aufheizen, Halten und Abkühlen, wobei während der Glühung eine Reaktion zwischen dem H2 und den Kohlenstoffbestandteilen der Verunreinigungen der Stahloberfläche abläuft, und eine Spülung während der Phasen Halten und/oder Abkühlen erfolgt,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Spülung in Abhängigkeit von überwachten thermodynamischen Grenzwerten des H2/CH4-Systems so gesteuert wird, daß die freie Enthalpie des Systems ständig negativ gehalten wird, wobei die Spülung taktweise erfolgt.
 
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die thermodynamischen Grenzwerte des H2/CH4-Systems überwacht werden und der Spülvorgang beim Über- bzw. Unterschreiten der Grenzwerte erfolgt.
 
3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die thermodynamischen Grenzwerten des H2/CH4-Systems als Zeitfunktion ermittelt werden und der Spülvorgang nach dieser Zeitfunktion gesteuert wird.
 
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Spülgas 100 % reiner Wasserstoff ist.
 
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Glühofen als Haubenofen, vorzugsweise als Hochkonvektionsofen, ausgebildet ist.
 
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Verunreinigungen der Stahloberfläche mit maximalen Schutzgasmengen während der Aufheizphase aus dem Glühofen gespült werden und dieser Spülvorgang mit Beginn der Aufheizphase einsetzt.
 
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Regelgrößen ableitbare Werte des H2/CH4-Systems, wie z.B. die Gleichgewichtskonstante Kp, Kohlenstoffaktivität ac, die freie Enthalpie ΔGo oder eine vorgegebene Spülzeit, sind.
 


Claims

1. Method of annealing contaminated steel strip in an annealing furnace without the formation of soot under a hydrogen-containing protective gas, comprising the phases of heating up, holding and cooling down, a reaction between the H2 and the carbon constituents of the contaminants of the steel surface proceeding during the annealing and purging taking place during the holding and/or cooling-down phases, characterized in that the purging is controlled as a function of monitored thermodynamic limiting values of the H2-CH4 system in such a way that the free enthalpy of the system is always kept negative, the purging taking place cyclically.
 
2. Method according to Claim 1, characterized in that the thermodynamic limiting values of the H2/CH4 system are monitored and the purging cycle takes place when the actual value exceeds or falls below the limiting values.
 
3. Method according to Claim 1, characterized in that the thermodynamic limiting values of the H2/CH4 system are determined as a function of time and the purging cycle is controlled in accordance with this function of time.
 
4. Method according to one of Claims 1 to 3, characterized in that the purging gas is 100% pure hydrogen.
 
5. Method according to one of Claims 1 to 4, characterized in that the annealing furnace is designed as a hood-type furnace, preferably a high-convection furnace.
 
6. Method according to one of Claims 1 to 5, characterized in that the contaminants of the steel surface are purged out of the annealing furnace during the heating-up phase with maximum rates of protective gas, and this purging cycle starts at the beginning of the heating-up phase.
 
7. Method according to one of Claims 2 to 6, characterized in that the control variables are derivable values of the H2/CH4 system such as, for example, the equilibrium constant Kp, the carbon activity ac, the free enthalpy ΔGo or a preset purging time.
 


Revendications

1. Procédé de recuit sans dépôt de suie d'un feuillard d'acier souillé dans un four à recuit sous un gaz protecteur contenant de l'hydrogène, en procédant par les phases de chauffage, de maintien en température et de refroidissement, et pendant le recuit, on a une réaction entre H2 et les composants de carbone des impuretés de la surface de l'acier et on effectue une opération de rinçage pendant les phases de maintien en température et/ou de refroidissement,
caractérisé en ce que
on commande le rinçage suivant les valeurs limites thermodynamiques surveillées du système H2/ CH4 pour que l'enthalpie libre du système soit toujours maintenue à une valeur négative, le rinçage se faisant en cadence.
 
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
l'on surveille les valeurs limites thermodynamiques du système H2/ CH4 et on procède au rinçage lorsque les valeurs limites sont dépassées vers le haut ou vers le bas.
 
3. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce qu'
on détermine les valeurs limites thermodynamiques du système H2/ CH4 en fonction du temps et on commande l'opération de rinçage suivant cette fonction du temps.
 
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3,
caractérisé en ce que
le gaz de rinçage est de l'hydrogène pur à 100 %.
 
5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4,
caractérisé en ce que
le four à recuit est un four à cloche de préférence un four à forte convection.
 
6. Procédé selon l'une des revendications 1 à 5,
caractérisé en ce que
les impuretés de la surface de l'acier sont rincées avec des quantités maximales de gaz protecteur pendant la phase de réchauffage du four à recuit et cette opération de rinçage est commencée avec le début de la phase de réchauffage.
 
7. Procédé selon l'une des revendications 2 à 6,
caractérisé en ce que
les grandeurs de régulation sont des valeurs déduites du système H2/ CH4 comme par exemple la constante d'équilibre Kp, l'activité du carbone ac, l'enthalpie libre ΔGo ou encore une durée de rinçage prédéterminée.
 




Zeichnung