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EP 0 674 021 A1 |
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EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG |
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Veröffentlichungstag: |
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27.09.1995 Patentblatt 1995/39 |
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Anmeldetag: 14.03.1995 |
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH DE GB IT LI NL |
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Priorität: |
23.03.1994 DE 4409990
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Anmelder: Schilling Chemie GmbH u. Produktions KG |
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D-71691 Freiberg (DE) |
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Erfinder: |
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- Scharmann, Rolf, Dipl.-Ing.
D-71692 Marbach (DE)
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Vertreter: Kerkhof, Marianne et al |
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Menzelstrasse 40 D-70192 Stuttgart D-70192 Stuttgart (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
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Verfahren zur Verhinderung der Korrosion von Metallen in wässrigen Systemen |
(57) Zur Verhinderung der Korrosion von Metallen in wäßrigen Systemen werden meist phosphorhaltige
Verbindungen verwendet, die zwar gut wirksam sind, jedoch ökologische Nachteile haben.
Gemäß der Erfindung wird 3,7-Bis(dimethylamino)-phenothiaziniumchlorid verwendet,
das überraschenderweise eine gute Korrosionsschutzwirkung hat, aber bisher nur für
völlig andere Zwecke eingesetzt wurde, beispielsweise zur Verhinderung von Algen-
und Schleimbakterienwachstum in wäßrigen Systemen.
[0001] Die Erfindung betrifft eine Verwendung von 3,7-Bis(dimethylamino)-phenothiaziniumchlorid,
im folgenden Methylenblau genannt. Aus dem Lexikon Römpp, 9. Auflage, Bd. 4, S. 2749
ist es bekannt, daß Methylenblau in der Teichwirtschaft gegen Algen und Pilze wirkt.
[0002] In der DE 28 12 261 A1 ist erwähnt, daß Methylenblau eine antimikrobielle Wirkung
hat. Die DE 31 35 194 C2 beschreibt die Verhinderung von Algen- und Schleimbakterienwachstum
in wässrigen Systemen durch Zugabe von Methylenblau.
[0003] Die Behandlung von wasserführenden Systemen zum Schutz gegen den korrosiven Angriff
des Wassers gehört seit langem zum Stand der Technik.
[0004] Besonders bewährt hat sich hierbei die Verwendung von phosphorhaltigen Verbindungen,
wie z.B. Phosphonsäuren oder anorganischen Phosphaten, häufig in Kombination mit Schwermetallsalzen
(Zinksalze, Natriummolybdate, Natriumchromate) sowie Natriumnitrit, Natriumnitrat,
Natriumborat, Natriumbenzoat und Triazolderivate.
[0005] Diese Kombinationen haben eine gute technische Wirksamkeit. Ihre Verwendung wird
in jüngster Zeit jedoch mehr und mehr eingeschränkt durch ökologische und gesetzgeberische
Forderungen.
[0006] Speziell bei offenen Kühlwassersystemen regelt der Anhang 31 zu Paragraph 7a des
Wasserhaushaltsgesetzes "Abwasser aus Kühlkreisläufen" Art und Menge der zur Wasserbehandlung
in solchen Systemen einzusetzenden Stoffe, wobei besonders die Anwendung von Mikrobiciden
stark eingeschränkt wird.
[0007] Phosphorhaltige Kombinationen haben den Nachteil, daß sie häufig durch Eutrophierung
des Wassersystems verstärkt zu biologischem Wachstum führen und die zusätzliche Verwendung
von Mikrobiciden erforderlich machen. Die Verwendung dieser phosphorhaltigen Kombinationen
kann weiterhin bei Einsatz von Wässern mit größerer Wasserhärte zur Bildung von Apatit
oder apatitähnlichen Ablagerungen führen, die zu Betriebsstörungen führen und nur
sehr schwer zu entfernen sind.
[0008] Der Einsatz dieser Kombination mit Zinksalzen bei höheren pH-Werten (pH > 8,0) führt
im allgemeinen zu verstärkter Verschlammung des Systems durch die Ausfällung von Zinkhydroxid.
[0009] Bei der Anwendung von Methylenblau als Korrosionsinhibitor in solchen Systemen werden
die Anforderungen nach Anhang 31 zu Paragraph 7a WHG erfüllt.
[0010] Überraschenderweise wurde gefunden, daß Methylenblau eine gute Korrosionsschutzwirkung
hat, ohne die genannten technischen Nachteile aufzuweisen. Dabei wird Methylenblau
auf den Metalloberflächen adsorbiert. Diese Adsorption wird offensichtlich begünstigt
durch die aromatische Struktur der Verbindung; der Effekt wird durch das Ringstickstoffatom
zusätzlich unterstützt.
[0011] Ursache der stark kathodisch wirksamen Inhibition des Methylenblau ist eine Transporthemmung
im Diffusionsfilm. Offenbar besteht die transporthemmende Substanz aus schwer löslichen
Verbindungen, die sich im kathodischen Bereich an der Metalloberfläche bilden. Zusätzlich
begünstigt Methylenblau bei Eisenwerkstoffen die Ausbildung einer Magnetitschutzschicht
durch teilweise Stabilisierung der bei der Korrosion im ersten Stadium gebildeten
Eisen-II-ionen.
[0012] Die Mengen, die dem wässrigen System hier zweckmäßigerweise zugegeben werden, liegen
im Bereich von 0,1 - 1000 g/m³, vorzugsweise 1 - 10 g/m.
[0013] Die Herstellung von Methylenblau erfolgt nach an sich bekannten Methoden und ist
nicht Gegenstand der Erfindung.
1. Verwendung von 3,7-Bis(dimethylamino)-phenothiaziniumchlorid (Methylenblau) zur Verhinderung
der Korrosion von Metallen in wäßrigen Systemen.
2. Verwendung nach Anspruch 1, wobei das Methylenblau in einer Menge von 0,1 - 1000 g/m³,
vorzugsweise 1 - 10 g/m³, zugesetzt wird.
3. Verwendung von Methylenblau nach Anspruch 1 oder 2, in einer Kombination mit zusätzlichen
Härtestabilisatoren und Dispergiermitteln, vorzugsweise auf Basis von Polyacrylsäuren,
Polycarbonsäuren und Phosphonsäuren sowie deren Natriumsalzen.
4. Verwendung von Methylenblau nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
in Kombination mit zusätzlichen bekannten Korrosionsinhibitoren, vorzugsweise Natriummolybdat,
Natriumsilikate, Natriumphosphate, Natriumnitrat, spezielle Phoshonsäuren und Phosphonate
sowie Zinksalzen.
5. Verwendung von Methylenblau nach einem der Ansprüche 1 bis 4 in einem Kühlkreislauf,
einer Luftbefeuchtungsanlage, einem Prozeßwasserkreislauf, einem Heizungswasserkreislauf,
einem Heißwasserkreislauf oder einem Kaltwasserkreislauf.
