[0001] Die Erfindung betrifft einen Rotations-Kantendreher für Webmaschinen, mittels welchem
durch eine Dreherbindung die Schußfäden an den Gewebekanten abgebunden werden.
[0002] Bekannt ist aus der DE-OS 24 23 454 eine Anordnung zum Verfestigen einer Gewebekante
durch eine Dreherbindung. Diese Anordnung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 besteht
aus einer drehangetriebenen Dreherscheibe, deren geometrische Mittenachse parallel
zur Schußrichtung der Webmaschine liegt und wobei die Dreherscheibe mit gleicher Drehzahl
wie der die Dreherspulen tragende Spulenhalter angetrieben ist.
Die Dreherscheibe weist zwei zu ihrer Mittenachse symmetrisch angeordnete Schlitze
für die Dreherfäden auf.
[0003] Der Antrieb des an beiden Seiten der Webmaschine neben den Randkettfäden angeordneten
Kantendrehers erfolgt derart, daß die den eigentlichen Kantendreher bildende Dreherscheibe
über einen Zahnriemen mit einem Antriebsrad in drehangetriebener Verbindung steht.
Das Antriebsrad ist mit einer zahnradgetriebenen Vorgelegewelle drehfest verbunden
und von dieser ange-. trieben. Die Vorgelegewelle wiederum ist durch einen Zahnriemen
mit dem Hauptantrieb der Webmaschine drehangetrieben verbunden.
[0004] Zur Anpassung der bekannten Anordnung an unterschiedliche Webbreiten ist die Vorgelegewelle
mit einer in Richtung Webbreitenverstellung ragenden Hohlwelle verbunden, in welcher
ein den Antrieb der zweiten Dreherscheibe und den Antrieb des zweiten Dreherspulenhalters
bewerkstelligendes Wellenteil verschiebbar ist.
[0005] Ein derartiger Antrieb ist kostenaufwendig, nicht raumsparend, nicht unabhängig vom
Hauptantrieb und nicht individuell ansteuerbar.
[0006] Es ist aus der US 2 676 618 A ein Rotations-Kantendreher für Webmaschinen bekannt,
bei dem die Drehrichtung mittels exzentergesteuerter Winkelhebel umkehrbar ist, wobei
der Antrieb der exzentergesteuerten Winkelhebel vorzugsweise durch den Webmaschinenantrieb
erfolgt.
[0007] Aus der JP 03 069 627 A ist ein Satellitendreher mit einem vom Maschinenantrieb unabhängigen
Antrieb bekannt.
[0008] Aus GB 686 052 ist ein Rotations-Kantendreher bekannt, welcher mechanisch eine Drehrichtungsumkehr
während des Webvorganges realisiert und im Hinterfach angeordnet ist.
[0009] Ferner ist aus der DE-OS 28 32 131 eine sogenannte Satellitendrehereinrichtung zur
Bildung von Gewebekanten auf schützenlosen Webmaschinen bekannt. Die Dreherscheibe
besitzt eine Außenverzahnung. Des weiteren ist die Dreherscheibe lünettartig drehend
gelagert.
Von einem Spulendreher, der drehangetrieben mit der Dreherscheibe in Wirkverbindung
steht, werden die Dreherfäden abgezogen und einer zentrisch in der Dreherscheibe gelegenen
Führungsöffnung zugeführt.
Die Dreherscheibe besitzt ferner zwei einander diametral gegenüberliegend in der Dreherscheibe
angeordnete Ösen, durch welche der Faden hindurch zum Bindepunkt des Gewebes geführt
ist.
Die Außenverzahnung der Dreherscheibe steht hier mit den Zähnen eines Antriebszahnrades
in Eingriff, das den Dreherspulenhalter synchron mit der Dreherscheibe antreibt. Über
die Art der Antriebsquelle der Drehereinrichtung ist aus dieser vorbekannten Schrift
kein Hinweis zu entnehmen. Es kann aber davon ausgegangen werden, daß der Antrieb,
wie allgemein bekannt, vom Hauptantrieb der Webmaschine abgeleitet ist.
Damit ist auch dieser Antrieb kostenaufwendig, weil dieser nicht ohne weiteres an
unterschiedliche Webbreiten der Maschine anpaßbar ist.
Eine derartige Drehereinrichtung ist auch mit erheblichen Nachteilen für den Hersteller
und den Betreiber der Webmaschine verbunden.
So ist ein relativ großer Platzbedarf rechts und links der Webkette zur Einordnung
der Vorrichtung in die Webmaschine erforderlich.
Eine derartige Drehervorrichtung ist in der Regel im Bereich des Hinterfaches angeordnet.
Dies aber bedeutet, daß damit die Anzahl der einsetzbaren Webschäfte eingeschränkt
ist und die Länge der Dreherfäden, gemessen von der Drehervorrichtung bis zum Punkt
der Abbindung des Schußfadens, relativ groß ist.
[0010] Diese Länge verursacht ein sehr flach ausgebildetes Dreherfaden-Fach. Eine derart
flache Fachausbildung gewährleistet aber nicht immer, daß jeder Schußfaden ordnungsgemäß
in das Dreherfaden-Fach gelangt.
[0011] Vor diesem Hintergrund ist es daher Aufgabe der Erfindung, einen, unter Vermeidung
der Nachteile des Standes der Technik, individuell ansteuerbaren und damit unabhängig
vom Webmaschinenantrieb antreibbaren Rotations-Kantendreher zu schaffen, mit welchem
zu beiden Seiten des Gewebes die einzelnen Schußfäden fest abgebunden werden können
und eine qualitätsgerechte und dauerhafte Gewebekante herstellbar ist.
[0012] Eine weitere Aufgabe der Erfindung besteht darin, auf einen separaten Antrieb für
den die Dreherfadenspulen aufnehmenden Halter (Karussell) zu verzichten. Ein derartiger
Antrieb soll nach dem Stand der Technik verhindern, daß sich die Dreherfäden im Bereich
des Hinterfaches einander umschlingen. Um Fadenbrüche zu vermeiden, müssen die Dreherfäden
also unverdreht der Dreherscheibe zugeführt werden.
[0013] Im Gegensatz zu der relativ geringen Dreherfadenkapazität der Dreherspulen eines
Satellitendrehers soll die erfindungsgemäße Lösung ferner ermöglichen, daß herkömmliche
Dreherspulen, sogenannte Kingspulen, weiterhin Verwendung finden können. Damit sind
lange Maschinenlauf zeiten, im Gegensatz zur Verwendung von Satelliten-Dreherspulen,
gewährleistet.
[0014] Ungeachtet der Tatsache, daß die Dreherfadenspulen eines Satellitendrehers eine nur
relativ geringe Dreherfadenkapazität besitzen, ist es ferner Aufgabe der Erfindung,
bei einem Rotations-Kantendreher alternativ auf außerhalb des Kantendrehers angeordnete
Dreherfadenspulen zu verzichten.
[0015] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
Die Unteransprüche beinhalten bevorzugte, ausgestaltende Merkmale des Anspruchs 1.
[0016] Mit dem elektromotorischen Stellantrieb wird es nun erstmals möglich, den Bewegungsablauf
der einzelnen Kantendreher unabhängig voneinander und unabhängig von den Webmaschinenantrieb
zu steuern.
So ist es zum Beispiel denkbar, daß die Abbindung der Schußfäden in Abhängigkeit vom
Typ des Schußfadens erfolgen kann und daß die Abbindung des Schußfadens auf der Seite
des Schußfadeneintrags zeitlich vor der Abbindung des Schußfadens auf der Schußfadenankunftsseite
liegt.
[0017] Durch die individuelle Ansteuerung sind z.B. Bordüren und Schußverdichtungen mit
unterschiedlichen Bindungen ohne zusätzlichen Vorrichtungsaufwand herstellbar.
So sind Einfachbindungen und Bindungsaussetzer allein durch entsprechende Ansteuerung
des Stellantriebes des jeweiligen Rotations-Kantendrehers erreichbar.
[0018] Durch eine gesteuerte Drehrichtungsumkehr der Dreherscheibe, worunter letztlich auch
eine oszillierende Drehrichtungsumkehr zu verstehen ist, kann auf den Antrieb des
Dreherspulenhalters verzichtet werden, weil in jedem Falle die Verdrehungen oder Umschlingungen
der Dreherfäden auf dem Wege zwischen den Dreherspulen und der Dreherscheibe, hervorgerufen
durch eine bestimmte Anzahl von Rechtsdrehungen der Dreherscheibe, durch die gleiche
Anzahl von Linksdrehungen der selben Dreherscheibe, wieder aufgehoben werden.
[0019] Mit dem stellmotorgetriebenen Rotations-Kantendreher ist es ferner ohne weiteres
möglich, innerhalb der Webmaschinensteuerung einen Drehzahlabgleich zwischen der Fachbildeeinrichtung
und der Drehzahl der Dreherscheibe des Rotations-Kantendrehers derart herbei zu führen,
daß der Bewegungsablauf der Fachbildeorgane zur Ausbildung der Webfachgeometrie nahezu
kongruent ist mit dem Bewegungsablauf des Rotations-Kantendrehers zur Ausbildung der
Geometrie des Dreherfachs. Damit ist sichergestellt, daß die Schußfäden auch ordnungsgemäß
das Dreherfach links- und rechtsseitig der Kettfäden passieren bzw. in dieses eingetragen
werden.
[0020] Zum Beispiel mit der erfindungsgemäßen Einordnung der Kantendreher-Funktionselemente
in ein Gehäuse kann auch ein in sich geschlossener Kantendreher geschaffen werden,
der individuell innerhalb der Webmaschine anbaubar ist und deren Funktionselemente
weitgehend vom Faserflug abgeschirmt sind.
Vorteilhafterweise kann dieser Kantendreher in einen möglichst geringen Abstand zum
Bindepunkt des Gewebes und zwischen den Schaftrahmen und den Weblitzen der ersten
Webschäfte, entgegen der Webrichtung gesehen, nach dem Webblatt installiert sein.
Damit ist die Anzahl einsetzbarer Webschäfte in Richtung Kettbaum nicht durch Kanten-Drehereinrichtungen
begrenzt.
[0021] Durch die kompakte Ausführung des Kantendrehers ist im Falle eines Artikelwechsels
oder einer Webbreitenverstellung ein schnelles Postionieren des Kantendrehers auf
die geänderten Bedingungen an der Webmaschine möglich.
[0022] Im Vergleich mit einem herkömmlichen Satellitendreher, der in Webrichtung gesehen
vor den Webschäften, also in Webrichtung gesehen nach dem Kettbaum, angeordnet ist,
wird mit der Anordnung des erfindungsgemäßen Rotations-Kantendrehers innerhalb der
ersten Webschäfte vor dem Webblatt deutlich, daß der Hub der Dreherfäden bei Anwendung
eines Rotations-Kantendrehers nur etwa 80 mm beträgt während die Dreherfäden bei einem
Satellitendreher einen Hub von etwa 180 mm ausführen müssen, um eine ausreichende
Dreherfaden-Fachöffnung zu erzielen.
[0023] Das Wesen der Erfindung ist nachstehend anhand eines in der Zeichnung schematisch
dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- den Rotations-Kantendreher in perspektivischer Darstellung,
- Fig. 2
- den Rotations-Kantendreher in der Vorderansicht bei Einordnung in den Webbereich einer
Luftdüsenwebmaschine,
- Fig. 3:
- den Rotations-Kantendreher mit von nicht drehangetriebenen Dreherspulen geliefertem
Dreherfaden,
- Fig. 4:
- den Rotations-Kantendreher in perspektivischer Darstellung mit im Dreher eingeordneten
Dreherfadenspulen,
- Fig. 5:
- eine Dreherkante mit Einfachbindungen und gesteuert hergestellten Bindungsaussetzern,
- Fig. 6:
- den Bewegungsablauf der Fachbildeeinrichtung mit überlagertem Bewegungsablauf zur
Bildung des Dreherfaden-Faches.
[0024] Der Rotations-Kantendreher besteht gem. Fig. 1 aus einem Tragarm 2, der z.B. nach
Figur 2 ein Gehäuse mit einem Klemmteil 2a zur formschlüssigen Verbindung mit einem
Bauteil 3 der Webmaschine ausbildet, welches Bauteil 3 mit dem Bauteil 4 verbunden
ist und wobei das Bauteil 4 mit Mitteln zur Verstellung der Webbreite in Verbindung
steht.
[0025] Am oberen Teil des Tragsarms 2 ist ein Antriebsrad 5, z.B. ein Zahnrad, von einem
Antriebsriemen 6, z.B. einem Zahnriemen, teilweise umschlungen und auf eine Dreherscheibe
7 geführt. Das Antriebsrad 5 ist drehfest mit der Ankerwelle eines elektromotorischen
Stellantriebs 20 verbunden.
[0026] Der Tragarm 2 bildet an seinem einen Ende eine Dreipunkt-Lünettlagerung mit den Lagerrollen
8,9,10 aus.
Die Dreherscheibe 7 ist z.B. in Art eines Zahnkranzes ausgebildet und besitzt eine
Außenverzahnung (nicht gezeigt), mit der die Zähne des Antriebsriemen 6 kämmen.
Die Lagerrollen 8,9,10 sind auf Achsen 8a,9a,10a drehend gelagert. Diese Achsen sind
an drei voneinander am Tragarm 2 beabstandet angeordneten Punkten derart befestigt,
daß diese die Dreipunkt-Lünettlagerung ausbilden.
Die Lagerrollen 8,9,10 wirken auf eine Seite des die Dreherscheibe 7 umschlingenden
Antriebsriemens 6 und zentrieren dabei die Dreherscheibe 7.
[0027] Denkbar ist, daß anstelle einer Dreipunkt-Lünettlagerung eine Zweipunkt-Lagerung,
bestehend aus den Lagerrollen 8 und 9, vorgesehen werden kann. In diesem Falle übernimmt
der Antriebsriemen 6 die Funktion eines dritten Lagers.
[0028] Die Dreherscheibe 7 besitzt zwei symmetrisch zur Mittenachse 7a der Dreherscheibe
7 angeordnete und kreisbogenförmig ausgebildete Schlitze 7b,7c.
Durch jeden Schlitz 7b,7c ist ein von den Dreherfadenspulen 21,22 (Fig. 3) gelieferter
Dreherfaden 11,12 hindurchgeführt.
[0029] In dem Bindepunkt 13 des Gewebes 14 umschlingen die Dreherfäden 11,12 die Enden des
eingetragenen Schußfadens 15. Damit ist eine feste Gewebekante zu beiden Seiten des
Gewebes herstellbar.
[0030] Während es sich bei dem hier dargestellten Rotations-Kantendreher um einen linksseitig
an der Webmaschine angeordneten Kantendreher handelt, ist ein weiterer Kantendreher
an der rechten Webmaschinenseite angeordnet.
Beide Rotations-Kantendreher sind im Bereich des Freiraumes zwischen den hier nicht
dargestellten Schaftrahmen und Litzen der ersten Webschäfte eingeordnet, die sich,
in Webrichtung 30 gesehen, vor dem Webblatt 18 befinden.
[0031] In Fig. 2 ist ebenfalls ein linksseitiger Rotations-Kantendreher 1 mit dem Bauteil
3 über das Klemmteil 2a mittels eines Maschinenelements 16 verbunden.
Der Tragarm 2 ist hier als ein mit einem Deckel verschließbares Gehäuse ausgebildet.
[0032] In dieser Figur ist die Webmaschine lediglich durch eine sich in der hinteren Endposition
befindende Weblade und eine sich in der vorderen Schußfaden-Anschlagposition befindende
Weblade 17 mit Webblatt 18 und einer an der Weblade 17 angeordneten Hilfsblasdüse
19 dargestellt.
[0033] Das Antriebsrad 5 welches an dem oberen Teil des Tragarms 2 aufgenommen ist, steht
mit einem elektrisch ansteuerbaren Stellmotor 20 in Wirkverbindung.
[0034] Die Achse 21a der den Antriebsriemen 6 spannenden Rolle 21 ist innerhalb einer in
der Gehäusewandung vorhandenen Längsführung 22 aufgenommen. Durch Verschiebung der
Rollenachse 21 a in der Längsführung 22 ist die Riemenspannung des Antriebsriemens
6 einstellbar.
[0035] Die Verwendung eines elektrisch ansteuerbaren Stellmotors 20 als Antrieb für die
Dreherscheibe 7 des Rotations-Kantendrehers 1 gestattet es dem Webmaschinenhersteller
auf einen gesonderten Drehantrieb für die Dreherfadenspulen 21,22 zu verzichten, weil
z. B. durch Programmieren einer Anzahl von Drehungen des Stellmotores 20 und damit
durch eine festgelegte Anzahl von Umdrehungen der Dreherscheibe 7 in die eine Richtung
und durch die gleiche Anzahl Umdrehungen in die entgegengesetzte Richtung ein Umschlingen
der von den Dreherspulen 21,22 zugeführten Dreherfäden 11,12 im Bereich des Hinterfaches
nicht mehr auftritt.
[0036] Die Verwendung eines derartigen Stellmotors 20 als Antrieb für die Dreherscheibe
7 gestattet ferner, die Drehrichtung der Dreherscheibe 7 Schußfaden für Schußfaden
oszillierend umkehrbar anzutreiben.
Auch in diesem Falle ist ein separater Antrieb für die Dreherspulen 21,22 nicht erforderlich.
[0037] In Fig. 4 ist innerhalb des die Dreherscheibe 7 bildenden Kranzes des Kantendrehers
1 eine erste Dreherfadenspule 31 achsparallel zu einer zweiten Dreherfadenspule 32
drehend gelagert. Die Lagerung der Dreherfadenspule 31,32 ist dabei so ausgebildet,
daß beim Dreherfadenabzug ein gewisser Selbstbremseffekt wirksam wird, d.h. die Dreherfadenspulen
31,32 sind nicht freidrehend gelagert. Damit ist es möglich, die Dreherfäden 11,12,
die durch die Ösen 7b,7c geführt sind, bedarfsgerecht von den Dreherspulen 31,32 in
Richtung Gewebebildung 30 abzuziehen.
[0038] Bei der Herstellung von Bordüren oder bei sogenannten Schußverdichtungen ist es durch
ein programmiertes Ansteuern des Stellmotors 20 möglich, Einfachbindungen und Bindungsaussetzer
zu realisieren. Dies bedeutet, daß das Ende jedes Schußfadens 15 durch die Dreherfäden
11,12 abgebunden wird oder es erfolgen Bindungsaussetzer, d.h. eine Dreherbindung
wird nach zwei oder drei Schußfadeneinträgen herbeigeführt. Eine derartige Dreherkante
zeigt Fig. 5.
Hier sind die Schußfäden 15 an der Gewebekante 23 in Richtung des Warenabzugs, siehe
auch Pfeilrichtung 26, von der Webmaschine durch die Dreherfäden 11,12 als Einfachbindung
(jedes Ende des Schußfadens 15 ist abgebunden) und als Bindungsaussetzer (nach zwei
oder drei Schußeinträgen erfolgt eine Abbindung des Endes des Schußfadens 15) dargestellt.
[0039] Eine weitere vorteilhafte Anwendungsvariante, die der stellmotorbetriebene Rotations-Kantendreher
bietet, zeigt Fig. 6. Hier ist der Bewegungsverlauf 27 der Fachbildeeinrichtung bei
einer vollen Umdrehung der Webmaschinenhauptwelle mit Fachstillstand 27a dargestellt.
Die Schnittpunkte 24 und 25 stellen den Fachschluß nach dem Eintrag eines ersten Schußfadens
15 und vor dem Eintrag eines zweiten Schußfadens 15 in das geöffnete Webfach dar.
[0040] Um einen ordnungsgemäßen Eintrag des Schußfadens 15 auch in das Fach der Dreherfäden
11,12 zu garantieren und um die Enden des eingetragenen Schußfadens 15 mittels des
Kantendrehers 1 abbinden zu können, ist es notwendig, daß der Kantendreher 1 einen
der Webfachbildung adäquaten Bewegungsverlauf 28 des Dreherfaches gewährleistet.
Dies wird durch eine entsprechende Drehzahlsteuerung der Dreherscheibe 7 mittels des
Stellmotors 20 möglich.
In dem Bewegungsverlauf 27 der Fachbildeeinrichtung ist der Bewegungsverlauf 28 des
Dreherfaches eingezeichnet.
Während des Fachstillstandes 27a erreicht das Dreherfach seine größte Öffnung.
Der Bewegungsverlauf 27 deckt sich in den Punkten 29 mit dem Bewegungsverlauf 28.
Dieser Zeitpunkt stellt das Optimum für den Schußeintrag des Schußfadens 15 und dessen
garantierte Abbindung durch die Dreherfäden 11,12 dar.
1. Rotations-Kantendreher (1) für Webmaschinen, bestehend aus einem Tragarm (2) sowie
einer an dem Tragarm (2) drehangetriebenen gelagerten und vorzugsweise mit einer Außenverzahnung
versehenen Dreherscheibe (7) mit zwei symmetrisch um ihre Mittenachse (7a) angeordneten,
jeweils zur Führung eines Dreherfadens (11,12) geeignetenkreisförmigen Osen oder kreisbogenförmig
ausgebildeten Schlitzen (7b, 7c), wobei der Abstand der Dreherscheibe (7) vom Bindepunkt
(13) des zu webenden Gewebes (14) auf ein notwendiges Minimum festlesbar ist und die
Dreherscheibe (7) mittels eines Antriebs-Übertragungsmittels z. B. mittels eines Zahnriemens
(6) mit einem an dem Tragarm (2) angebrachten Antriebsrad (5) in drehangetriebener
Verbindung steht und der Tragarm (2) eine die Dreherscheibe (7) tragende Lagerung
aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass das Antriebsrad (5) mit einem steuerbaren, während des Webvorganges in seiner Drehrichtung
gesteuert umkehrbaren, elektromotorischen Stellantrieb drehfest mit dessen Ankerwelle
(20) verbunden ist, welcher unabhängig vom Webmaschinenantrieb ist, und der Rotations-Kantendreher
(1) zwischen den Schaftrahmen und den Weblitzen der ersten Webschäfte, entgegen der
Webrichtung gesehen, nach dem Webblatt (18) angeordnet werden kann.
2. Rotations-Kantendreher nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Dreherscheibe (7) aus einem eine Außenverzahnung aufweisenden Kranz besteht.
3. Rotations-Kantendreher (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
- daß die Dreherscheibe (7) einen eine Außenverzahnung aufweisenden Kranz ausbildet und
- daß innerhalb des Kranzes eine erste und eine zweite Dreherspule (31,32) derart selbstbremsend
und drehend gelagert ist, daß jede Dreherspule (31,32) den Dreherfaden (11,12) bedarfsabhängig
frei gibt.
4. Rotations-Kantendreher nach Anspruch 1 und 3 , dadurch gekennzeichnet, daß die Dreherscheibenlagerung (8,8a,9,9a,10,10a) eine Dreipunkt-Lünettlagerung ausbildet.
5. Rotations-Kantendreher nach Anspruch 1 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Dreherscheibenlagerung eine Zweipunkt-Lagerung ausbildet und ein Antriebsriemen
(6) die Funktion eines dritten Lagers übernimmt.
6. Rotations-Kantendreher nach Anspruch 1 und 3, dadurch gekennzeichnet , daß der Tragarm (2) an dem der Dreherscheibe (7) abgewandten Ende ein Klemmteil (2a)
zur justierenden Verbindung des Tragarmes (2) mit einem an die Webbreite der Webmaschine
anpaßbaren Bauteil (3) ausbildet.
7. Rotationskantendreher (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Tragarm (2) ein Gehäuse ausbildet, in welchem das Antriebsrad (5) und die Drehscheibe
(7) angeordnet sind, und wobei das Gehäuse mittels eines Gehäusedeckels verschließbar
ist.
8. Rotations-Kantendreher nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuseinnere unter einem geringen Überdruck steht.
9. Rotations-Kantendreher nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse ein Feingußteil ist.
1. Leno mechanism (1) for looms, comprising a support arm (2) as well as a leno disc
(7) mounted so as to be driven in rotation on the support arm (2) and preferably provided
with external teeth, which leno disc (7) has arranged symmetrically about its central
axis (7a) two circular eyes or circular arc-shaped slots (7b, 7c) suitable for guiding
a respective leno thread (11,12), wherein the distance of the leno disc (7) from the
interlacing point (13) of the cloth (14) to be woven is fixable to a necessary minimum
and the leno disc (7) is in connection, so as to be driven in rotation, by means of
a drive-transmitting means, for example, by means of a toothed belt (6), with a driving
wheel (5) mounted on the support arm (2), and the support arm (2) has a bearing which
supports the leno disc (7),
characterised in that the driving wheel (5) is non-rotatably connected to the rotor shaft of a controllable
electromotive positioner (20) that is independent of the loom drive, the direction
of rotation of the positioner being controllably reversible during the weaving operation,
and the leno mechanism (1) can be arranged between the heald frames and the healds
of the first heald frames of the loom after the weaving reed (18), looking in the
opposite direction to the weaving direction.
2. Leno mechanism according to claim 1, characterised in that the leno disc (7) comprises a ring having external teeth.
3. Leno mechanism (1) according to claim 1,
characterised in that
- the leno disc (7) forms a ring having external teeth and
- inside the ring a first and a second leno thread bobbin (31, 32) are mounted so
as to rotate and to brake automatically such that each leno thread bobbin (31, 32)
releases the leno threads (11, 12) freely as required.
4. Leno mechanism according to claims 1 and 3, characterised in that the leno disc bearing (8, 8a, 9, 9a, 10, 10a) forms a three-point steadying bearing.
5. Leno mechanism according to claims 1 and 3, characterised in that the leno disc bearing forms a two-point bearing and a drive belt (6) takes on the
function of a third bearing.
6. Leno mechanism according to claims 1 and 3, characterised in that at the end remote from the leno disc (7) the support arm (2) is in the form of a
clamping part (2a) for adjustable connection of the support arm (2) to a component
(3) adaptable to the cloth width of the loom.
7. Leno mechanism (1) according to claim 1, characterised in that the support arm (2) is in the form of a housing in which the driving wheel (5) and
the leno disc (7) are arranged and wherein the housing is closable by means of a housing
cover.
8. Leno mechanism according to claim 7, characterised in that the housing interior is slightly pressurized.
9. Leno mechanism according to claim 7, characterised in that the housing is a precision casting.
1. Mécanisme rotatif (1) de torsion pour lisières "pas de gaze" pour métier à tisser,
constitué d'un disque de mécanisme de torsion (7) pas de gaze positionné afin d'être
actionné par rotation par un bras de support (2) et muni de préférence d'une denture
extérieure avec deux oeillets ou encoches (7b, 7c) en forme d'arc de cercle symétrique
autour de l'axe (7a) pour guider un fil de mécanisme de torsion pas de gaze (11, 12),
la distance du disque de mécanisme de torsion (7) pas de gaze par rapport au point
de liaison (13) du tissu (14) à tisser étant fixée au minimum nécessaire et le disque
de mécanisme de torsion (7) est relié avec entraînement par rotation au moyen d'une
roue d'entraînement (5) incorporée au bras de support (2) grâce à un moyen de transmission
d'entraînement comme une courroie crantée (6) et le bras de support (2) présente un
support portant le disque de mécanisme de torsion, caractérisé en ce que la roue d'entraînement (5) est reliée à un mécanisme réglant électromotorisé pouvant
être commandé, dont le sens de rotation peut être inversé sur commande pendant le
processus de tissage, solidaire en rotation avec son arbre d'ancrage, lequel est disposé
indépendamment de l'entraînement du métier à tisser et du mécanisme rotatif de torsion
(1) entre le cadre des lisses et les lisses de la première lame à l'opposé du sens
de tissage après le peigne.
2. Mécanisme rotatif de torsion pour lisière pas de gaze selon la revendication 1, caractérisé par le fait que le disque de mécanisme de torsion pas de gaze (7) est constitué d'une couronne présentant
une denture extérieure.
3. Mécanisme rotatif de torsion pour lisières pas de gaze (1) selon la revendication
1,
caractérisé par le fait
- que le disque de mécanisme de torsion pas de gaze (7) forme une couronne présentant une
denture extérieure et
- qu'à l'intérieur de la couronne une première et une seconde bobine de mécanisme de torsion
pas de gaze (31, 32) sont portées, avec liberté de rotation et auto-freinage, de façon
que chaque bobine de mécanisme de torsion pas de gaze (31, 32) libère le fil de mécanisme
de torsion pas de gaze en fonction des besoins.
4. Mécanisme rotatif de torsion pour lisières pas de gaze, selon les revendications 1
et 3, caractérisé par le fait que la portée du disque de mécanisme de torsion pas de gaze (8, 8a, 9, 9a, 10, 10a) forme
une portée à trois points du type lunette.
5. Mécanisme rotatif de torsion pour lisières pas de gaze selon les revendications 1
et 3, caractérisé par le fait que la portée du disque de mécanisme de torsion pas de gaze forme une portée à deux points
et qu'une courroie d'entraînement (6) exerce la fonction d'un troisième palier.
6. Mécanisme rotatif de torsion pour lisières pas de gaze selon les revendications 1
et 3, caractérisé par le fait que le bras support (2) forme, à l'extrémité opposée au disque de mécanisme de torsion
pas de gaze (7), une bride (2a) pour la liaison réglable, du bras support (2) avec
un composant (3) adaptable à la largeur de la duite du métier à tisser.
7. Mécanisme rotatif de torsion pour lisières pas de gaze (1) selon la revendication
1, caractérisé par le fait que le bras support (2) forme un carter dans lequel sont disposés la roue d'entraînement
(5) et le disque de mécanisme de torsion pas de gaze (7) et dans lequel le carter
peut être obturé avec un couvercle de carter.
8. Mécanisme rotatif de torsion pour lisières pas de gaze selon la revendication 7, caractérisé par le fait que l'intérieur du carter se trouve sous une légère surpression.
9. Mécanisme rotatif de torsion pour lisières pas de gaze selon la revendication 7, caractérisé par le fait que le carter est une pièce de fonderie fine.