(19)
(11) EP 0 674 857 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
04.10.1995  Patentblatt  1995/40

(21) Anmeldenummer: 95104123.5

(22) Anmeldetag:  21.03.1995
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6A43B 13/38
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE ES FR GR IT LI LU NL PT SE

(30) Priorität: 31.03.1994 AT 690/94

(71) Anmelder: VITAL Schuhe GmbH
A-6391 Fieberbrunn (AT)

(72) Erfinder:
  • Neuner, Karl
    A-6391 Fieberbrunn (AT)

(74) Vertreter: Puchberger, Peter, Dipl.-Ing. et al
Patentanwaltskanzlei Dipl.-Ing. Georg Puchberger Dipl.-Ing. Rolf Puchberger Dipl.-Ing. Peter Puchberger Singerstrasse 13 Postfach 55
1011 Wien
1011 Wien (AT)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Schuhwerk, bei dem ein Schaft entlang seines Randes mit einer Brandsohle verbunden ist


    (57) Bei einem Schuhwerk, bei dem ein Schaft 4 entlang seines Randes mit einer Brandsohle 1 verbunden ist, wird vorgeschlagen, daß die Brandsohle 1 eine hochgezogene Lippe 2 aufweist, die fußgerecht verrundet ist und daß der Schaft 4 an der Lippe 2 befestigt ist.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Schuhwerk mit einem Schaft und mit einer Brandsohle, die eine hochgezogene Lippe aufweist, deren Innenfläche fußgerecht verrundet ist und deren Außenfläche quer zur Brandsohle verläuft. Es wird vorgeschlagen, daß sich der Schaft an seinem unteren Rand parallel zur Außenfläche der Lippe erstreckt und an dieser befestigt ist. Bei der herkömmlichen Schuhherstellung arbeitet man, zum Teil maschinell bedingt, mit fast rechtwinklig zur Brandsohle ablaufenden Leisten. Der dabei entstehende Hohlraum zur natürlichen Fußform bleibt dabei leer. Bei einer Belastung auf den Fuß drückt sich die Fußunterseite im Ballen- und Fersenbereich unnatürlich in diesen Hohlraum. Es ergibt sich dadurch eine schlechte Druckverteilung.

    [0002] Wenn man nun erfindungsgemäß an der Brandsohle eine Lippe vorsieht und diese fußgerecht verrundet, so ergibt sich eine gleichmäßigere Druckverteilung und damit eine natürliche Bettung des Fußes, wie bei einem Sandabdruck. Der Schaft des Schuhwerkes kann in einfacher Weise mit der Lippe verbunden werden, so daß eine gute Verbindung zwischen dem Schaft und der Brandsohle gewährleistet werden kann. Die Brandsohle kann im Bereich des Ballens ausgenommen werden, wodurch sich höchste Flexibilität in das Schuhwerk einbringen läßt. Außerdem besteht die Möglichkeit, daß man den Fuß in direkten Kontakt mit der Laufsohle bringen kann und damit z.B. bei Lederlaufsohlen eine besonders gute Atmungsaktivität und Feuchtigkeitsregulierung erreicht. Da kein Zwickeinschlag notwendig ist, ergibt sich eine exakte Bodenkontur, was zu großen Materialersparnissen bei Schaft, Obermaterial und Futter und somit Zu Kosteneinsparungen führt. Es sind ferner keine Ausballungen notwendig, sondern es ist stets eine exakte Bodenebenheit gegeben. Verwendet man eine wasserdichte Brandsohle, z.B. aus Goretex- oder Sympatexfutter, so erhält man einen absolut wasserdichten Schuh. Die Brandsohlen können aus verschiedenen Materialien mit den verschiedensten Eigenschaften hergestellt sein, z.B. Leder, Texon, Polyurethan und dgl. mehr. Für die Vorderkappe und die Hinterkappe können verschiedene Materialien verwendet werden. Es ergibt sich so ein superleichter Schuh und dadurch, daß in die Brandsohle ein beliebig konstruiertes Fußbett eingebracht werden kann, z.B. Noppen Zur Durchblutungsförderung und dgl. mehr, ergeben sich weitere Vorteile.

    [0003] Im Bereich des Ballens kann die Brandsohle ausgenommen sein, wodurch sich eine besonders flexible Ausführungsform des Schuhes ergibt. Die Erfindung wird nun anhand der Zeichnungen besser beschrieben.

    [0004] Fig. 1 zeigt die erfindungsgemäß Brandsohle 1, die einstückig mit einer Lippe 2 versehen ist. Bei Fig. 2 ist die Lippe auf die Brandsohle 1 als getrennter Teil 3 aufgeklebt. Aus Fig. 3 kann man ersehen, daß die Lippe 3 mit dem Schaft 4 verklebt ist. Die Fig. 4 zeigt einen Schnitt durch ein Schuhwerk und man sieht hier, daß der Schaft 4 auf beiden Seiten mit den Lippen einer Brandsohle 1 verbunden ist. Die Fig. 5 zeigt die Draufsicht auf eine Brandsohle 1 und man kann hier erkennen, daß die Ränder der Brandsohle 1 zu einer Lippe 2 verrundet sind, im Bereich des Fußballens ist eine Ausnehmung 6 vorhanden, die auf der einen Seite durch eine Gelenkversteifung 7 und auf der anderen Seite durch eine Gelenk- und Spitzenverstärkung 8 begrenzt wird.


    Ansprüche

    1. Schuhwerk mit einem Schaft und mit einer Brandsohle, die eine hochgezogene Lippe aufweist, deren Innenfläche fußgerecht verrundet ist und deren Außenfläche quer zur Brandsohle verläuft, dadurch gekennzeichnet, daß sich der Schaft an seinem unteren Rand parallel zur Außenfläche der Lippe erstreckt und an dieser befestigt ist.
     
    2. Schuhwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Brandsohle und die Lippe aus einem Stück bestehen.
     
    3. Schuhwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Lippe mit der Brandsohle verklebt ist.
     
    4. Schuhwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Brandsohle im Bereich des Fußballens ausgenommen ist.
     
    5. Schuhwerk nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß im Fußballenbereich ein Gelenkstück, z.B. Stahlgelenk, Fersenbett usw., eingesetzt ist.
     




    Zeichnung










    Recherchenbericht