(19)
(11) EP 0 674 918 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
04.10.1995  Patentblatt  1995/40

(21) Anmeldenummer: 95104634.1

(22) Anmeldetag:  29.03.1995
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6A62B 7/08, A62B 18/08
(84) Benannte Vertragsstaaten:
BE ES FR GB IT NL SE

(30) Priorität: 02.04.1994 DE 4411560

(71) Anmelder: AUERGESELLSCHAFT GMBH
D-12059 Berlin (DE)

(72) Erfinder:
  • Schwichtenberg, Michael, Dr.
    D-13509 Berlin (DE)
  • Hünnebeck, Volker
    D-14165 Berlin (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Chemikalsauerstoffgerät


    (57) Die Erfindung betrifft ein Chemikalsauerstoffgerät mit einer oder mehreren in einem Gehäuse (1) angeordneten CO₂ bindenden und O₂ abgebenden Chemikalparonen (2), einem Atembeutel (3) für die Ausatemluft, der in einem Atembeutel (7) für die Einatemluft angeordnet ist, Einatemventil (4), Ausatemventil (5) und ein Partikelfilter (6).
    Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, die Einsatzbedingungen von Chemikalsauerstoffgeräten durch eine Reduzierung der Atemwiderstände und durch eine Verbrauchsanzeige, die jederzeit den noch verfügbaren Vorrat an Atemgas anzeigt, zu verbessern.
    Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß zur Reduzierung der Atemwiderstände zwischen dem Ausatembeutel (3) und den Chemikalpatronen (2) ein Gebläse (8) und das Partikelfilter (6) am Eingang des Einatembeutels (7) angeordnet sind. Das Gebläse (8) ist mit einer Auswerteeinheit (9) verbunden, wodurch der Träger des Chemikalsauerstoffgerätes jederzeit den noch vorhandenen Vorrat an Atemgas überprüfen kann.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Chemikalsauerstoffgerät nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

    [0002] Nach dem Stand der Technik sind Chemikalpatronen für Atemschutzgeräte bekannt. Eine derartige Chemikalpatrone wird in der DE 26 35 376 C2 beschrieben. Bei dieser Ausführung wird das durch einen oberen und unteren Raum begrenzte Chemikal von der Ausatemluft über eine Stirn und Mantelfläche des Chemikalvolumens durchströmt und gelangt als atembare Luft über ein am Umfang mit Bohrungen versehenes Zentralrohr in einen Atembeutel.

    [0003] Dabei ist von Nachteil, daß neben der unzureichenden Durchströmung des Chemikals und damit verbundene Begrenzung der Einsatzdauer derartiger Geräte durch eine unvollständige Nutzung des Chemikals in der Einsatzzeit eine erhebliche Belastung der Träger dieses Atemschutzgerätes durch die Notwendigkeit der Überwindung hoher Atemwiderstände besteht.

    [0004] Eine verbesserte Chemikalpatrone für Atemschutzgeräte, die den Nachteil der unzureichenden Durchströmung überwindet und damit zu einer besseren Ausnutzung des Chemikals führt, ist aus der DE 41 26 685 bekannt. Gemäß dieser Lösung sind zwei Rohrstutzen in der Chemikalpatrone so angeordnet, daß auch Randbereiche des Chemikals mit größerer Sicherheit von der Ausatemluft durchströmt werden.

    [0005] Nachteil dieser Lösung ist, daß bei dieser verbesserten Lösung eine von den Einsatzbedingungen unabhängige Einsatzzeit mit einer Sicherheitsreserve vorgegeben werden muß und, daß durch den Anwender dieser Atemschutzgeräte ebenfalls hohe Atemwiderstände zu überwinden sind.

    [0006] Bei handelsüblichen Chemikalsauerstoffgeräten ist das Partikelfilter unmittelbar am Einatemventil angeordnet. Das führt dazu, das beim Einatmen durch den Benutzer der Filterwiderstand überwunden werden muß.

    [0007] Zum Stand der Technik gehören weiter Chemikalsauerstoffgeräte, die mit einer zeitgesteuerten Verbrauchsanzeige angeboten werden, wobei aus Sicherheitsgründen mit einer unvollständigen Nutzung des Chemikals in der Einsatzzeit kalkuliert werden muß, da eine Zeitsteuerung immer nur unabhängig von den Einsatzbedingungen sein kann.

    [0008] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, die Einsatzbedingungen von Chemikalsauerstoffgeräten durch eine Reduzierung der Atemwiderstände und durch eine Verbrauchsanzeige, die jederzeit den noch verfügbaren Vorrat an Atemgas anzeigt, zu verbessern.

    [0009] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen darin; daß eine vorgegebene Menge Chemikal zur Erzeugung von Sauerstoff optimal und unabhängig von den Einsatzbedingungen ausgenutzt wird, wodurch eine längere Einsatzzeit für das Atemschutzgerät möglich ist.

    [0010] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.

    [0011] Die Erfindung wird anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Die Fig. zeigt eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Chemikalsauerstoffgerätes.

    [0012] Wie aus der Fig. erkennbar ist, wird das Chemikalsauerstoffgerät in Kreislaufatmung betrieben.

    [0013] Es besteht aus einem tragbaren Gehäuse (1) in dem zwei Chemikalpatronen (2), die als Chemikal eine CO₂ bindende und O₂ abgebende Substanz, z.B. Kaliumhyperoxid, enthalten, nebeneinander angeordnet sind.

    [0014] Die Chemikalpatronen (2) sind ausatemseitig mit einem Atembeutel (3) für die Ausatemluft verbunden, an dessen Eingang ein Ausatemventil (5), in dem ein Gebläse (8) und an dessen Wandung ein Überdruckventil (11) angeordnet ist. Einatemseitig sind die Chemikalpatronen (2) mit einem Atembeutel (7) für die Einatemluft verbunden, an dessen Eingang ein Partikelfilter (6) und an dessen Ausgang ein Einatemventil (4) angeordnet ist. Zur Energieversorgung des Gebläses (8) ist im Gehäuse (1) eine Energiequelle (10), z.B. eine Batterie oder ein Akkumulator, angeordnet.

    [0015] Zur Zündung des Chemikals in den Chemikalpatronen (2) sind an deren Boden Zündvorrichtungen (12) angeordnet. Gebläse (8), Energiequelle (10) und die Zündvorrichtungen sind elektrisch mit einer Auswerteeinheit (9) verbunden.

    [0016] Die Durchströmung der einzelnen Bauteile des Chemikalsauerstoffgerätes wird durch Pfeile in der Zeichnung dargestellt.

    [0017] Bei der Ausatmung braucht der Betreiber des erfindungsgemäßen Chemikalsauerstoffgerätes lediglich den Atemwiderstand des Ausatemventils (5) überwinden. Die Überwindung der Atemwiderstände der Chemikalpatronen (2) und des Partikelfilters (6) übernimmt das Gebläse (8), das erstmals in Chemikalsauerstoffgeräten eingesetzt wird.

    [0018] Durch die erfindungsgemäße Anordnung des Partikelfilters (6) am Eingang des Einatembeutels (7) wurde erreicht, daß der Betreiber beim Einatmen lediglich den Atemwiderstand des Einatemventils überwinden muß und nicht, wie bei Lösungen des Standes der Technik üblich, durch eine Verbindung von Einatemventil und Filter zusätzlich den Atemwiderstand des Partikelfilters (6).

    [0019] Die Einsatzbedingungen des erfindungsgemäßen Chemikalsauerstoffgerätes werden weiter durch die Auswerteeinheit (9) verbessert, die jederzeit den verfügbaren Vorrat an Atemgas anzeigt. Die Anzeige kann z.B. durch die Auswertung der Geräteparameter des Gebläses (8) und dem daraus sich ergebenden Verbrauch an Chemikal in Form des noch vorhandenen Vorrates erfolgen.

    [0020] Die Auswerteeinheit (9) dient weiterhin der Anzeige des Ladezustandes der Energiequelle (10) und der Auslösung der Initialzündungen über die Zündvorrichtungen (12).

    [0021] Die Chemikalpatronen (2) sind als Doppelmantelbehälter, die mit einem Kühlmedium ausgerüstet sind, ausgebildet, um das durch ein exotherme Reaktion entstehende warme Einatemgas zu kühlen.


    Ansprüche

    1. Chemikalsauerstoffgerät mit einer oder mehreren in einem Gehäuse (1) angeordneten CO₂ bindenden und O₂ abgebenden Chemikalpatronen (2), einem Atembeutel (3) für die Ausatemluft, der in einem Atembeutel (7) für die Einatemluft angeordnet ist, Einatemventil (4), Ausatemventil (5) und ein Partikelfilter (6), dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Ausatembeutel (3) und den Chemikalpatronen (2) ein Gebläse (8) angeordnet ist, das mit einer Auswerteeinheit (9) verbunden ist, und das Partikelfilter (6) am Eingang des Einatembeutels (7) angeordnet ist.
     
    2. Chemikalsauerstoffgerät nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß im Gehäuse (1) eine Energiequelle (10) für das Gebläse (7) angeordnet ist, die mit der Auswerteeinheit (9) verbunden ist.
     
    3. Chemikalsauerstoffgerät nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß die Chemikalpatronen (2) als Doppelmantelbehälter zur Aufnahme eines Kühlmediums ausgebildet sind und Zündvorrichtungen (12) enthalten, die mit der Auswerteeinheit (9) verbunden sind..
     
    4. Chemikalsauerstoffgerät nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß im Ausatembeutel (3) ein Überdruckventil (11) angeordnet ist.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht