[0001] Die Erfindung betrifft ein Chemikalsauerstoffgerät nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Nach dem Stand der Technik sind Chemikalpatronen für Atemschutzgeräte bekannt. Eine
derartige Chemikalpatrone wird in der DE 26 35 376 C2 beschrieben. Bei dieser Ausführung
wird das durch einen oberen und unteren Raum begrenzte Chemikal von der Ausatemluft
über eine Stirn und Mantelfläche des Chemikalvolumens durchströmt und gelangt als
atembare Luft über ein am Umfang mit Bohrungen versehenes Zentralrohr in einen Atembeutel.
[0003] Dabei ist von Nachteil, daß neben der unzureichenden Durchströmung des Chemikals
und damit verbundene Begrenzung der Einsatzdauer derartiger Geräte durch eine unvollständige
Nutzung des Chemikals in der Einsatzzeit eine erhebliche Belastung der Träger dieses
Atemschutzgerätes durch die Notwendigkeit der Überwindung hoher Atemwiderstände besteht.
[0004] Eine verbesserte Chemikalpatrone für Atemschutzgeräte, die den Nachteil der unzureichenden
Durchströmung überwindet und damit zu einer besseren Ausnutzung des Chemikals führt,
ist aus der DE 41 26 685 bekannt. Gemäß dieser Lösung sind zwei Rohrstutzen in der
Chemikalpatrone so angeordnet, daß auch Randbereiche des Chemikals mit größerer Sicherheit
von der Ausatemluft durchströmt werden.
[0005] Nachteil dieser Lösung ist, daß bei dieser verbesserten Lösung eine von den Einsatzbedingungen
unabhängige Einsatzzeit mit einer Sicherheitsreserve vorgegeben werden muß und, daß
durch den Anwender dieser Atemschutzgeräte ebenfalls hohe Atemwiderstände zu überwinden
sind.
[0006] Bei handelsüblichen Chemikalsauerstoffgeräten ist das Partikelfilter unmittelbar
am Einatemventil angeordnet. Das führt dazu, das beim Einatmen durch den Benutzer
der Filterwiderstand überwunden werden muß.
[0007] Zum Stand der Technik gehören weiter Chemikalsauerstoffgeräte, die mit einer zeitgesteuerten
Verbrauchsanzeige angeboten werden, wobei aus Sicherheitsgründen mit einer unvollständigen
Nutzung des Chemikals in der Einsatzzeit kalkuliert werden muß, da eine Zeitsteuerung
immer nur unabhängig von den Einsatzbedingungen sein kann.
[0008] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, die Einsatzbedingungen von Chemikalsauerstoffgeräten
durch eine Reduzierung der Atemwiderstände und durch eine Verbrauchsanzeige, die jederzeit
den noch verfügbaren Vorrat an Atemgas anzeigt, zu verbessern.
[0009] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen darin; daß eine vorgegebene Menge
Chemikal zur Erzeugung von Sauerstoff optimal und unabhängig von den Einsatzbedingungen
ausgenutzt wird, wodurch eine längere Einsatzzeit für das Atemschutzgerät möglich
ist.
[0010] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0011] Die Erfindung wird anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert. Die Fig. zeigt eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels
des erfindungsgemäßen Chemikalsauerstoffgerätes.
[0012] Wie aus der Fig. erkennbar ist, wird das Chemikalsauerstoffgerät in Kreislaufatmung
betrieben.
[0013] Es besteht aus einem tragbaren Gehäuse (1) in dem zwei Chemikalpatronen (2), die
als Chemikal eine CO₂ bindende und O₂ abgebende Substanz, z.B. Kaliumhyperoxid, enthalten,
nebeneinander angeordnet sind.
[0014] Die Chemikalpatronen (2) sind ausatemseitig mit einem Atembeutel (3) für die Ausatemluft
verbunden, an dessen Eingang ein Ausatemventil (5), in dem ein Gebläse (8) und an
dessen Wandung ein Überdruckventil (11) angeordnet ist. Einatemseitig sind die Chemikalpatronen
(2) mit einem Atembeutel (7) für die Einatemluft verbunden, an dessen Eingang ein
Partikelfilter (6) und an dessen Ausgang ein Einatemventil (4) angeordnet ist. Zur
Energieversorgung des Gebläses (8) ist im Gehäuse (1) eine Energiequelle (10), z.B.
eine Batterie oder ein Akkumulator, angeordnet.
[0015] Zur Zündung des Chemikals in den Chemikalpatronen (2) sind an deren Boden Zündvorrichtungen
(12) angeordnet. Gebläse (8), Energiequelle (10) und die Zündvorrichtungen sind elektrisch
mit einer Auswerteeinheit (9) verbunden.
[0016] Die Durchströmung der einzelnen Bauteile des Chemikalsauerstoffgerätes wird durch
Pfeile in der Zeichnung dargestellt.
[0017] Bei der Ausatmung braucht der Betreiber des erfindungsgemäßen Chemikalsauerstoffgerätes
lediglich den Atemwiderstand des Ausatemventils (5) überwinden. Die Überwindung der
Atemwiderstände der Chemikalpatronen (2) und des Partikelfilters (6) übernimmt das
Gebläse (8), das erstmals in Chemikalsauerstoffgeräten eingesetzt wird.
[0018] Durch die erfindungsgemäße Anordnung des Partikelfilters (6) am Eingang des Einatembeutels
(7) wurde erreicht, daß der Betreiber beim Einatmen lediglich den Atemwiderstand des
Einatemventils überwinden muß und nicht, wie bei Lösungen des Standes der Technik
üblich, durch eine Verbindung von Einatemventil und Filter zusätzlich den Atemwiderstand
des Partikelfilters (6).
[0019] Die Einsatzbedingungen des erfindungsgemäßen Chemikalsauerstoffgerätes werden weiter
durch die Auswerteeinheit (9) verbessert, die jederzeit den verfügbaren Vorrat an
Atemgas anzeigt. Die Anzeige kann z.B. durch die Auswertung der Geräteparameter des
Gebläses (8) und dem daraus sich ergebenden Verbrauch an Chemikal in Form des noch
vorhandenen Vorrates erfolgen.
[0020] Die Auswerteeinheit (9) dient weiterhin der Anzeige des Ladezustandes der Energiequelle
(10) und der Auslösung der Initialzündungen über die Zündvorrichtungen (12).
[0021] Die Chemikalpatronen (2) sind als Doppelmantelbehälter, die mit einem Kühlmedium
ausgerüstet sind, ausgebildet, um das durch ein exotherme Reaktion entstehende warme
Einatemgas zu kühlen.
1. Chemikalsauerstoffgerät mit einer oder mehreren in einem Gehäuse (1) angeordneten
CO₂ bindenden und O₂ abgebenden Chemikalpatronen (2), einem Atembeutel (3) für die
Ausatemluft, der in einem Atembeutel (7) für die Einatemluft angeordnet ist, Einatemventil
(4), Ausatemventil (5) und ein Partikelfilter (6), dadurch gekennzeichnet, daß zwischen
dem Ausatembeutel (3) und den Chemikalpatronen (2) ein Gebläse (8) angeordnet ist,
das mit einer Auswerteeinheit (9) verbunden ist, und das Partikelfilter (6) am Eingang
des Einatembeutels (7) angeordnet ist.
2. Chemikalsauerstoffgerät nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß im Gehäuse (1)
eine Energiequelle (10) für das Gebläse (7) angeordnet ist, die mit der Auswerteeinheit
(9) verbunden ist.
3. Chemikalsauerstoffgerät nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß die Chemikalpatronen
(2) als Doppelmantelbehälter zur Aufnahme eines Kühlmediums ausgebildet sind und Zündvorrichtungen
(12) enthalten, die mit der Auswerteeinheit (9) verbunden sind..
4. Chemikalsauerstoffgerät nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß im Ausatembeutel
(3) ein Überdruckventil (11) angeordnet ist.