[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung nach dem Oberbegriff des
Anspruches 1 bzw. des Anspruches 2.
[0002] Vorrichtungen zum Öffnen und Entleeren von Briefumschlägen sind in der unterschiedlichsten
Ausgestaltung, beispielsweise aus der DE 42 11 885 A1 bekannt.
[0003] Grundsätzlich wird es angestrebt, daß die durch derartige Vorrichtungen entleerten
Briefumschläge und der entnommene Inhalt automatisch oder doch zumindest mit möglichst
wenig Personaleinsatz weiterverarbeitet werden. Bei bestimmten Briefinhalten, beispielsweise
bei Schecks und mit diesen zusammen übersandten Begleitschreiben - auch Stub genannt
- treten Probleme hinsichtlich der Erkennung und Orientierung auf. Das Begleitschreiben,
auf dem die nötigen Zahlungsdaten aufgedruckt sind, befindet sich normalerweise vorne,
da der Benutzer Fensterumschläge verwendet. Dahinter soll der zugehörige Scheck liegen,
der normalerweise etwas kleiner ist, als das Begleitschreiben, so daß die Bedienungsperson
nicht erkennen kann, ob der Scheck überhaupt vorhanden ist und insbesondere ob er
richtig orientiert ist.
Aus der EP-B 279 857 ist bereits eine Vorrichtung bekannt, bei der zwei gepaarte Dokumente,
beispielsweise ein Begleitschreiben (Stub) und ein Scheck voneinander getrennt werden,
um diese beiden Dokumente dann automatisch weiterverarbeiten zu können, wozu auch
gehört, ein nicht richtig orientiertes Dokument zu drehen. Bei dieser bekannten Vorrichtung
werden die beiden Dokumente vollständig getrennt, so daß das eine Dokument vor dem
anderen gefördert wird.
Dieses ist zur automatischen Weiterverarbeitung erforderlich.
[0004] Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung
der eingangs genannten Art zu schaffen, die die Dokumente so behandelt, so daß eine
Bedienungsperson den Briefumschlaginhalt, d.h. die Dokumente, insbesondere Schecks,
erkennen kann.
[0005] Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren nach dem Kennzeichen des Anspruches 1 und
bei einer Vorrichtung grundsätzlich durch das Kennzeichen des Anspruches 2 gelöst.
[0006] Erfindungsgemäß wird der vordere Briefinhalt - bei dem genannten Anwendungsfall,
das Begleitschreiben (Stub) - durch die Verzögerungsrolle so verzögert bzw. versetzt,
daß der hintere Briefinhalt - im Beispiel der Scheck - und seine Orientierung erkennbar
ist. Die Bedienungsperson hat dann die Möglichkeit, einzugreifen und Korrekturen vorzunehmen.
Richtig orientierter Inhalt kann automatisch aus dem Transportschlitz ausgeworfen
werden. Die Friktion zwischen der Verzögerungsrolle und dem ihr zugekehrten vorderen
Inhalt ist wesentlich größer als zwischen den beiden Inhalten, so daß der vordere
Inhalt gebremst, während der hintere Inhalt durch das Transportband vorgezogen wird.
Die Verzögerungsdauer und damit die Versatzlänge ist elektronisch durch ein Potentiometer
stufenlos steuerbar (Anspruch 6). In vorteilhafter Weise ist die Vorrichtung im übrigen
so ausgestaltet, wie in den Ansprüchen 3 bis 8 angegeben.
[0007] Die Verzögerungsrolle wird in vorteilhafter Weise durch einen Elektromagneten gesteuert
und zwar mit Hilfe eines Sensors.
[0008] Wenn die Vorrichtung so ausgebildet ist, wie in den Ansprüchen 7 und 8 angegeben
ist, dann ist zusätzlich zu dem vorderen Transportschlitz noch ein dahinterliegender
Transportschlitz für die geöffneten und entleerten Briefumschläge vorhanden. Die Bedienungsperson
kann dann zusätzlich kontrollieren, ob die im voraus geöffneten und entleerten Briefumschläge
auch wirklich wunschgemäß vollständig entleert sind.
[0009] Wenn die Vorrichtung so ausgebildet ist, wie in Anspruch 8 angegeben, dann eignet
sie sich besonders für die Weiterverarbeitung von Briefumschlägen, die nach der Lehre
der genannten DE 42 11 885 A1 im voraus bearbeitet wurden.
[0010] Im folgenden wird die Erfindung unter Hinweis auf die Zeichnung anhand eines Ausführungsbeispieles
näher erläutert.
[0011] Es zeigt:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht einer Vorrichtung nach der Erfindung in Form eines Arbeitstisches;
- Fig. 2
- eine Draufsicht auf den Arbeitstisch der Fig. 1 als Ausschnitt und im vergrößerten
Maßstab;
- Fig. 3
- einen Schnitt gemäß der Linie A - A der Fig. 2; und
- Fig. 4
- einen Schnitt gemäß der Linie B - B der Fig. 2.
[0012] Die als Arbeitstisch 1 in Fig. 1 dargestellte Vorrichtung weist zwei Transportschlitze
2 und 3 mit zugehörigen, unter der Arbeitsfläche liegenden und stehend angeordneten
Förderbändern auf, die in Fig. 2 mit 10 und 11 bezeichnet sind.
Die in einer Öffnungs- und Entleerungsvorrichtung 4 in einem vorgeschalteten Arbeitsgang
bearbeiteten Briefumschläge werden den beiden Transportschlitzen 2 und 3 zugefördert.
Diese Zuförderung kann auch anders geschehen.
[0013] In dem der Bedienungsperson zugekehrten vorderen Transportschlitz 3 befindet sich
der Briefumschlaginhalt 6,7. In dem dahinterliegenden zweiten Transportschlitz 2 befinden
sich die entleerten und aufgeklappten Briefumschläge 5. Ein Steuerpult ist in Fig.
1 mit 8 bezeichnet.
[0014] Beim Betrachten der Fig. 1 und des Briefumschlages in dem vorderen Transportschlitz
3 wird deutlich, daß hier eine Verschiebung oder ein Versatz der beiden Inhalte 6
und 7 derart erfolgt, daß diese sich noch überlappen.
[0015] Wie beim Betrachten der weiteren Fig. 2 bis 4 deutlich wird, wird die Transporteinrichtung
für den Transportschlitz 3 durch ein angetriebenes um entsprechende Rollen umlaufendes
endloses Förderband 11 gebildet, dem federnd und drehbar gelagerte Andrückrollen 12
für den Briefumschlaginhalt zugeordnet sind. Zwischen dem Förderband 11 und den Andrückrollen
12 wird der Briefumschlaginhalt bewegt. In der Bewegungsbahn ist eine Verzögerungsrolle
13 angeordnet, die nicht oder schwer drehbar ist. Diese Verzögerungsrolle 13 kann
durch einen Elektromagneten 14 gegen den ihr zugekehrten vorderen Briefumschlaginhalt
7 gedrückt werden. Der Elektromagnet 14 arbeitet mit einer Rückhubfeder 15 zusammen.
Gesteuert wird der Elektromagnet und damit die Andrückzeit der Verzögerungsrolle 13
durch einen Sensor 16 in der Bewegungsbahn des Briefumschlaginhaltes.
[0016] Auf der der Bedienungsperson abgelegenen Seite befindet sich hinter dem Transportschlitz
3 ein zweiter Transportschlitz 2 mit einem zweiten Förderband 10 und entsprechend
federnd drehbar gelagerten Andrückrollen 12. Dieses Transportband bewegt die entleerten
und aufgeklappten Briefumschläge an der Bedienungsperson vorbei, so daß diese erkennen
kann, ob eine ordnungsgemäße Entleerung erfolgt ist.
[0017] Wenn die Verzögerungsrolle 13 durch Erregung des Elektromagneten 14 gegen den vorderen,
ihr zugekehrten Briefumschlaginhalt 7 gedrückt wird, so wird dieser abgebremst oder
an einer Bewegung gehindert, bis der dahinterliegende Briefumschlaginhalt 6 entsprechend
weiterbewegt wurde und damit erkennbar ist. Wenn es sich beispielsweise um eine Scheck
handelt, so kann die Bedienungsperson diesen entnehmen und richtig orientieren.
[0018] Die Antriebsgeschwindigkeit des zweiten Förderbandes 10 ist etwas mehr als doppelt
so hoch wie diejenige des vorderen Förderbandes, da die aufgeklappten, entleerten
Umschläge eine entsprechende doppelte Längserstreckung aufweisen.
1. Verfahren zum Transportieren und Trennen von Briefumschlaginhalten, insbesondere von
Übersendungsformularen und Schecks, die an einer Bedienungsperson vorbeibewegt werden,
dadurch gekennzeichnet, daß der der Bedienungsperson zugekehrte vordere Briefinhalt
relativ zu dem hinteren Briefinhalt derart abgebremst wird, daß sich die beiden Inhalte
in Bewegungsrichtung gegeneinander verschieben.
2. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 mit einem angetriebenen,
im wesentlichen senkrecht angeordneten Förderband (11) mit zugehörigem Transportschlitz
(3) zur Bewegung der Briefumschlaginhalte (6,7), dadurch gekennzeichnet, daß auf der
dem Förderband (11) gegenüberliegenden Seite des Briefumschlaginhaltes eine gegen
den ihr zugekehrten Inhalt (7) drückbare nicht oder schwer drehbare Verzögerungsrolle
(13) angeordnet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Verzögerungsrolle (13)
durch einen Elektromagneten (14) in und aus dem Eingriff mit dem ihr zugekehrten Inhalt
drückbar ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Elektromagnet (14) durch
einen in der Bewegungsbahn des Briefumschlaginhaltes (6,7) angeordneten Sensor (16)
steuerbar ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Andrückzeit der
Verzögerungsrolle (13) bzw. die entsprechende Wirkzeit des Elektromagneten (14) elektronisch
durch ein Potentiometer stufenlos steuerbar ist.
6. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß dem Förderband (11) ein oder mehrere federnd und drehbar gelagerte Andrückrollen
(12) für den Briefumschlaginhalt (6,7) zugeordnet sind.
7. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß auf der der Bedienungsperson abgekehrten Seite hinter dem Förderband (11) zum
Trennen des Briefumschlaginhaltes (6,7) ein zweites parallel zu dem ersten verlaufendes,
angetriebenes Transportband (10) mit Transportschlitz (2) für geöffnete und entleerte
Briefumschläge (5) vorgesehen ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebsgeschwindigkeit
des zweiten Transportbandes (10) für der Länge nach aufgeklappte Briefumschläge etwas
mehr als doppelt so hoch ist, wie diejenige des vorderen Förderbandes (11) für den
Briefumschlaginhalt (6,7).