[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Aufbereitung von ausgehobenem Erdreich
zu einem standfesten Baumaterial.
[0002] Es ist bekannt, daß bei der Erstellung von Fahrbahnen der Unterbau aufbereitet werden
muß, sofern die notwendige Tragfähigkeit des Bodens nicht gegeben ist. Hierzu wird
auf die Bodenfläche eine vorgegebene Menge Kalk aufgebracht und anschließend der Kalk
mittels Bodenfräsen oder dgl. Maschinen in die oberste Erdschicht eingearbeitet. Eine
derartige dem Ackerbau ähnliche Bearbeitung des Bodens ist auf großen, freien Flächen
zufriedenstellend, wenngleich es dennoch zu Beeinträchtigungen durch Kalkstaub und
dgl. kommt, sofern entsprechend starker Wind den aufgelegten Kalk aufwirbelt oder
an der Arbeitsstelle vorbeifahrender Verkehr zu entsprechenden Luftbewegungen führt.
[0003] Bei der Arbeitsraumverfüllung im Bereich des Kanalisationsbaus muß entsprechend tragfähiges
Material verwendet werden. Ausgehobener, nicht tragfähiger Boden wird daher grundsätzlich
abgefahren und die Arbeitsraumverfüllung durch andere Materialien wie Schotter, Kies
oder dgl. vorgenommen.
[0004] Abgesehen von dem erhöhten Transportaufwand führt das Abfahren des nicht tragfähigen
Aushubs zu Endlagerproblemen, da die hierzu notwendigen Erddeponien immer rarer werden.
Andererseits wird kostbares, standfestes Rohmaterial eingebaut, welches für höherwertige
Einsätze verwendbar ist.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung anzugeben, mit der ein
ausgehobener, nicht tragfähiger Boden zu einem standfesten Baumaterial aufgearbeitet
werden kann.
[0006] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß nach den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst.
[0007] Das ausgehobene Erdreich wird im Aufgabetisch von einer Konditioniereinrichtung aufbereitet,
wobei es mit einer erforderlichen Menge Kalk, Zement, Tonmehl oder dgl. Zugabematerial
zu einem standfesten Baumaterial vermischt wird. Dabei wird das Zugabematerial im
Bereich der Konditioniereinrichtung zugeführt.
[0008] In Weiterbildung der Erfindung führt das Transportband das konditionierte Erdreich
in einen Mischer, wobei vor dem Mischer eine Wiegeeinrichtung für das über das Transportband
herangeführte konditionierte Erdreich vorgesehen ist, so daß die über die zweite Dosiereinrichtung
zugeführte Menge des Zugabematerials in Abhängigkeit vom Ausgangssignal der Wiegeeinrichtung
geregelt sein kann.
[0009] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung ist die Vorrichtung auf einem Fahrgestell
angeordnet, so daß jederzeit vor Ort die notwendige Aufbereitung des Erdaushubs zu
einem standfesten Baumaterial erfolgen kann. Diese fahrbare Einheit kann aufgrund
ihrer geschlossenen stationär versetzbaren Bauart auch für kleinere Projekte und auch
in bebauten Gebieten eingesetzt werden. Die Vorrichtung kann auch als fest montierte
Einheit in einem Zwischenlager vorgesehen sein, zu dem der aufzuarbeitende Erdaushub
unter Berücksichtigung vertretbar kurzer Zufahrtswege aufgearbeitet werden kann.
[0010] Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den weiteren Ansprüchen, der Beschreibung
und der Zeichnung, in der nachfolgend im einzelnen beschriebene Ausführungsbeispiele
der Erfindung dargestellt sind. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Funktionsplan einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Aufbereitung von Erdreich
zu einem standfesten Baumaterial,
- Fig. 2
- in schematischer Darstellung eine selbstfahrende Vorrichtung,
- Fig. 3
- eine Ansicht der Vorrichtung in Pfeilrichtung II in Fig. 2,
- Fig. 4
- einen Schnitt längs der Linie III - III in Fig. 2 bei demontiertem Abwurfband,
- Fig. 5
- in schematischer Darstellung eine Seitenansicht eines anderen Ausführungsbeispiels
einer selbstfahrenden Vorrichtung zur Aufbereitung von Erdreich,
- Fig. 6
- eine Ansicht in Richtung des Pfeils V in Fig. 5,
- Fig. 7
- eine Ansicht einer konstruktiven Ausführung der erfindungsgemäßen Vorrichtung.
[0011] Die in den Figuren gezeigten Vorrichtungen zur Aufbereitung von ausgehobenem Erdreich
zu einem standfesten Baumaterial sind im Grundaufbau identisch. Für gleiche Teile
sind gleiche Bezugszeichen verwendet.
[0012] Die gezeigte Vorrichtung 1 besteht aus einem Chassis 15 mit einem Rahmen 40, welches
in den gezeigten Ausführungsbeispielen auf einem Fahrwerk 25 angeordnet ist. Das Fahrwerk
25 ist ein Raupenfahrwerk, wie es üblicherweise bei Baumaschinen Verwendung findet.
Es kann zweckmäßig sein, anstelle von Raupen 24 Räder, insbesondere Ballonreifen oder
dgl. vorzusehen. Auch kann die Anordnung von Kufen vorteilhaft sein, wenn eine nur
bedingte Beweglichkeit notwendig ist.
[0013] Das Chassis 15 hat eine Längsmittelachse 30, wobei angeordnete Raupen 24 des Fahrwerks
25, Räder oder Kufen parallel zur Längsmittelachse 30 ausgerichtet liegen.
[0014] An einem Längsende 35, das im folgenden als hinteres Ende bezeichnet wird, ist ein
vorzugsweise etwa über die Breite des Chassis 15 sich erstreckender Aufgabetisch 2
vorgesehen. Der Aufgabetisch 2 erstreckt sich über einen Teil der Länge des Chassis
15 und kann am hinteren Ende 35 mittels einer Bodenstütze 27 (Fig. 2) abstützbar sein.
Der Aufgabetisch 2 dient der Aufnahme von ausgehobenem Erdreich, welches zum Beispiel
über die Schaufel 28 eines Radladers, Baggers oder dgl. eingefüllt wird. Am anderen
Längsende 45 des Chassis 15 , welches nachfolgend als vorderes Ende bezeichnet wird,
ist bevorzugt ein Mischer 3 angeordnet. Im Ausführungsbeispiel ist der Mischer 3 als
Durchlaufmischer vorgesehen, welcher in Richtung der Längsmittelachse 30 des Chassis
15 ausgerichtet liegt, bevorzugt oberhalb der Längsmittelachse 30. Der Mischer 3 ist
insbesondere ein Wellen-Durchlaufmischer und weist bevorzugt zwei zueinander parallel
liegende Mischrotoren 3a, 3b (Fig. 4) auf, die zweckmäßig gegenläufig angetrieben
sind. Im Überdeckungsbereich haben die Mischrotoren 3a, 3b gleiche Drehrichtung. Am
hinteren Ende 45 weist der Mischer 3 eine dem Fahrwerk 25 bzw. dem Boden 29 zugewandte
Austrittsöffnung 13 auf, die bevorzugt auf ein Abwurfband 14 mündet. Das Abwurfband
14 führt von der Austrittsöffnung 13 aufsteigend nach oben, um eine gewünschte Abwurfhöhe
H für das zu standfestem Baumaterial aufbereitete Erdreich zu erreichen, um z. B.
in einen Muldenkipper, einen LKW oder dgl. abgeworfen zu werden (Fig. 1). Abwurfband
14 kann höhenverstellbar sein; bevorzugt ist es durch eine insbesondere ausfahrbare
Kolben/Zylinder-Einheit 41 an dem Rahmen 40 gehalten, wobei der Rahmen 40 ein Gehäuse
auf dem Chassis 15 bildet (Fig. 4).
[0015] Von dem Aufgabetisch 2 führt ein Transportband 4 zu einer Füllöffnung 19 des Mischers
3, welche in Längsrichtung des Durchlaufmischers an dem die Austrittsöffnung 13 gegenüberliegenden
Ende angeordnet ist. Der Durchlaufmischer 3 sowie des Aufnahmetrog 2 liegen etwa in
einer Höhe, wobei das Transportband 4 vom Aufnahmetrog 2 ansteigend zur oberen Füllöffnung
19 des Mischers 3 führt. In dem Raum unterhalb des Transportbandes 4 ist bevorzugt
eine Antriebseinheit 16 angeordnet, welche sowohl die einzelnen Einrichtungen als
auch das Fahrwerk 25 antreibt, so daß die Vorrichtung 1 auch als Selbstfahrer eingesetzt
werden kann. Die Antriebseinheit 16 kann ein Elektromotor oder auch ein Verbrennungsmotor
sein, insbesondere ein Dieselmotor, welcher eine hydraulische Pumpe oder auch einen
Generator antreibt. Die einzelnen Einheiten der Vorrichtung werden dann durch hydraulisch
oder elektrisch gespeiste Motoren angetrieben.
[0016] Dem Rahmen 40 sind im Bereich der zu dem Fahrwerk 25 etwa allel verlaufenden Längsträger
ein oder mehrere Vorratssilos 21, 22 für Zugabematerial angeordnet. Bevorzugt sind
mehrere Vorratssilos 21a, 21b, 22a, 22b, 22c, 22d (Fig. 1, 3, 4) vorgesehen, die dem
Durchlaufmischer 3 bzw. dem Aufgabetisch 2 zugeordnet sind.
[0017] In einer Ausführung nach Fig. 4 sind zwei Vorratssilos 22a und 22b vorgesehen, welche
gemeinsam in eine Dosierichtung 17 münden, die in die Füllöffnung 19 führt. Es kann
zweckmäßig sein, daß die Dosiereinrichtung 17 den Zuschlagstoff auf das obere Ende
des Transportbandes 4 abwirft oder unmittelbar an geeigneter Stelle (Fig. 5) in den
Durchlaufmischer 3 gibt.
[0018] Während die Vorratssilos 22 oberhalb des Durchlaufmischers 3 angeordnet sind, ist
ein anderes Vorratssilo 21 etwa oberhalb des Fußes des Transportbandes 4 im Rahmen
40 gehalten. Wie sich aus Fig. 1, 2 ergibt, sind zwei Vorratssilos 21a und 21b vorgesehen,
welche zweckmäßig gemeinsam eine Dosiereinrichtung 7 speisen, die auf den Ausgabetisch
2 mündet.
[0019] Das Transportband 4 führt von dem Aufgabetisch 2 Erdreich in Transportrichtung 20
ab, nachdem es in einer Konditioniereinrichtung 5 aufbereitet wurde. Die Konditioniereinrichtung
5 ist im Ausführungsbeispiel aus einem Rotor 50 gebildet, welcher das auf den Aufgabetisch
2 geschüttete, grobklumpige Erdreich zerkleinert und derart konditioniert, daß es
für eine eventuelle notwendige weitere Aufbereitung in dem Durchlaufmischer 3 geeignet
ist. Der Rotor oder die Rotoren sind bevorzugt auswechselbar. Ein Rotor 50 kann als
Fräsrotor oder auch als Rotor mit Schlagarmen oder dgl. ausgebildet sein. Auch können
im Aufgabetisch 2 eine oder mehrere Wellen 50a, 50b aufweisende, austauschbare Konditioniereinrichtungen
5' zum Zerkleinern und Mischen des aufzuarbeitenden Erdaushubs angeordnet sein. Bevorzugt
arbeitet der Fräsrotor 5 mit einer höhenverstellbaren Schlagleiste 10 zusammen, wodurch
zwischen dem Rotor 50 und der Schlagleiste 10 ein Arbeitsspalt 11 gebildet ist (Fig.
2, 7), dessen Spaltbreite zur Einstellung der Grad der Konditionierung bzw. der gewünschten
Korngröße des aufbereiteten Erdreiches veränderbar ist. Bevorzugt rotiert der auswechselbare
Fräsrotor 50 dabei in Pfeilrichtung 48, also im Sinne eines Anhebens des zugeführten
Erdreichs
[0020] Der Aufgabetisch 2 hat entsprechend der konstruktiven Ausführung der Vorrichtung
gemäß Fig. 7 einen zum Fräsrotor 50 abfallenden Boden 55 mit einem Schieber 56, der
durch eine Kolben/Zylinder-Einheit 57 gemäß Pfeil 58 hin und her bewegbar ist. Das
auf den Aufgabetisch 2 abgeworfene Erdreich wird so vom Schieber 56 mit einem einstellbaren
Vorschub dem Fräsrotor 50 zugeführt, der in Pfeilrichtung 48 umläuft und das zugeführte
Erdreich anhebt und in Umfangsrichtung nach oben mitnimmt. Das Erdreich wird so erfaßt
und im Zusammenwirken mit einer in Drehrichtung 48 oberhalb des Bodens 55 des Schubtisches
angeordneten Schlagleiste 10 aufgearbeitet, insbesondere zerkleinert bzw. gekrümelt.
Die Schlagleiste 10 kann durch den vorderen Rand einer den Fräsrotor 50 über einen
Teilumfang umgehenden, verstellbaren Haube 60 gebildet sein, die einen einstellbaren
Arbeitsspalt 11 zwischen Haube und Rotor bestimmt. Abhängig von der Drehzahl des Fräsrotors
50, der Breite und Länge des Arbeitsspaltes 11 sowie der Vorschubgeschwindigkeit des
Schiebers 56 ergibt sich eine einstellbare Konditioniergüte des Erdreichs, die den
jeweiligen Gegebenheiten angepaßt werden kann. Dabei ist insbesondere eine Zugabe
von Zuschlagstoffen wie Kalk, Zement, Tonmehl oder dgl. im Bereich des Fräsrotors
50 vorteilhaft. Als zweckmäßig hat sich die Zugabe in den Arbeitsspalt 1 erwiesen,
dort vorteilhaft in Drehrichtung 48 des Rotors 50 kurz hinter dem eine Schlagleiste
10 bildenden vorderen Rand der Haube 60. Im Ausführungsbeispiel nach Fig. 7 mündet
die Dosiereinrichtung 7 im Bereich der Schlagleiste 10 in den Arbeitsspalt 11.
[0021] Das durch den Arbeitsspalt 11 tretende, in den Bodenbereich 44 auf das Transportband
4 fallende konditionierte Erdreich kann in der Abzugsmenge zweckmäßig durch eine Blende
9 eingestellt werden (Fig. 2). Hierzu ist ein Blendenschieber 18 vorgesehen, der durch
eine hydraulische Kolben/Zylinder-Einheit 49 in Richtung des Doppelpfeils 47 verstellbar
ist. Die dadurch einstellbare Durchtrittsöffnung 12 der Blende 9 bestimmt den Volumenstrom
des vom Transportband 4 aus dem Bodenbereich 44 abgezogenen konditionierten Erdreiches.
Dieses Erdreich wird vor Abwurf in den Durchlaufmischer 3 von einer Wiegeeinrichtung
6 gewichtsmäßig erfaßt, um abhängig von dem Ausgangssignal der Wiegeeinrichtung 6
die Menge des über die Dosiereinrichtung 17 zugeführten Zugabematerials insbesondere
automatisch einzustellen. Die Wiegeeinrichtung 6 ist zweckmäßig in dem Transportband
4 integriert.
[0022] Bevorzugt erfolgt auch eine Messung des Feuchtigkeitsgehaltes des konditionierten
Erdreichs, wozu im Bodenbereich 44 z. B. vor der Blende 9 ein Sensor 46 angeordnet
sein kann. Zweckmäßig erfolgt die Feuchtemessung kurz vor Abwurf des konditionierten
Erdreiches in den Mischer 3, wie dies schematisch in Figur 1 dargestellt ist. Die
Feuchtemessung kann z. B. mittels Mikrowellen im Bereich von 5 - 6 Giga Hertz erfolgen,
wozu eine entsprechende Meßvorrichtung 70 angeordnet ist. Das Ausgangssignal des Sensors
46 bzw. der Meßvorrichtung 70 kann zusammen mit dem Ausgangssignal der Wiegeeinrichtung
6 einem Steuergerät 80 (Fig. 1) zugeführt sein, welches die Dosiereinrichtung 17 steuert,
um eine der Feuchtigkeit und der Masse des vom Transportband 4 zugeführten Materials
angepaßte Zugabe des Zugabematerials zu erzielen. Das Steuergerät kann als Potentiometer-Steuerung
ausgeführt oder auch eine PC-Steuerung sein.
[0023] Nach dem Ausführungsbeispiel Figur 2 kann der Schieber 8 des Aufgabetisches 2 auch
eine quer zur Längsrichtung 30 liegende hintere Wand eines Aufnahmetroges sein, welche
über eine Kolben/Zylinder-Einheit 38 auf den Fräsrotor 50 verfahrbar ist. Das im Aufnahmetrog
befindliche Erdreich wird so zwangsgeführt in den Wirkungsbereich des Fräsrotors 50
transportiert.
[0024] Als Zugabematerial ist ein dem Erdreich Feuchtigkeit entziehendes Material vorgesehen,
welches Zement, Kalk, Flugasche, Tonmehl, Bentonit oder dgl. sein kann. Dabei kann
über die Dosiereinrichtung 7 als auch über die Dosiereinrichtung 17 gleiches oder
auch unterschiedliches Material zugeführt werden; bevorzugt werden über die Dosiereinrichtungen
7 und 17 Kalk zugeführt. Auch können Mischungen als Zugabe dosiert werden; hierzu
sind - wie Fig. 1 zeigt - alle Silos 21a, 21b, 22a - d mit getrennt steuerbaren Dosierschnecken
ausgerüstet, wodurch eine gequantelte Volumensteuerung, z. B. über die Steuerung 80,
möglich ist.
[0025] Um auch trockenes Erdreich verarbeiten zu können, ist zweckmäßig sowohl im Aufgabetisch
2 als auch im Durchlaufmischer 3 eine Wasserzugabe 23 vorgesehen. Die Wasserzugabe
kann in Abhängigkeit der Feuchtigkeitsmessung von der Steuerung 80 über ein elektromagnetisches
schaltbares Ventil 81 geregelt sein. So kann die zur Konditionierung und spätere Durchmischung
mit dem Bindemittel notwendige Feuchtigkeit gewährleistet werden.
[0026] Im Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 wird das in den Aufnahmetrog abgeworfene Erdreich
von der beweglichen Wand 8 in den Arbeitsbereich der Konditioniereinrichtung 5 transportiert
und durch den Fräsrotor 50 in Verbindung mit der Schlagleiste 10 aufbereitet. Abhängig
von dem zu verarbeitenden Erdreich kann eine Kalkzugabe zweckmäßig sein, wobei die
Kalkzugabe bevorzugt in Transportrichtung 20 des Erdreichs vor dem Arbeitsspalt 11,
das heißt also vor der Konditioniereinrichtung 5 erfolgt. Das den Arbeitsspalt 11
passierende Erdreich, fällt in dem Bodenbereich 44 auf das Transportband 4 und wird
in Transportrichtung 20 abgezogen, wobei der Volumenstrom über die Durchtrittsöffnung
12 der Blende 9 einstellbar ist. Das Gewicht des Volumenstromes wird von der bevorzugt
in dem Transportband 4 integrierten Wiegeeinrichtung 6 vor Abwurf in den Durchlaufmischer
3 erfaßt und entsprechend dem Ausgangssignal der Wiegeeinrichtung 6 über die Dosiereinrichtung
17 entsprechende Anteile Zugabematerial aus den Vorratssilos 22 zugeführt. In dem
zu seiner Austrittsöffnung 14 zweckmäßig leicht ansteigenden Durchlaufmischer wird
die Mischung innig durchgemischt, wobei sich ein trockenes, standfestes Einbaumaterial
ergibt, welches zur Verfüllung von Arbeitsräumen im Erdbau, so z. B. von Arbeitsgräben,
Kanalisationsgräben und dgl. verwendbar ist.
[0027] Da die Menge der zugesetzten Bindemittel relativ groß sein kann, können die Vorratssilos
21, 22 nur eine bestimmte Betriebszeit der Vorrichtung garantieren. Es ist daher vorgesehen,
während dem insbesondere kontinuierlichen Betrieb der Vorrichtung das Zugabematerial
von einem Großsilofahrzeug 42 (Fig. 6) permanent in die Silos einzuspeisen. Für den
Wechsel eines Großsilofahrzeugs 42 ist das in den Vorratssilos 21, 22 gespeicherte
Volumen ausreichend, so daß ein Wechsel des Fahrzeugs ohne Arbeitsunterbrechung der
Vorrichtung erfolgen kann. Auch können Wechselsilos zweckmäßig sein, die von einem
an der Vorrichtung angebauten Manipulator 91 (Kran) zu handhaben sind (Fig. 1).
[0028] Die Vorrichtung nach Fig. 5 weist zwei im wesentlichen gleich große Vorratssilos
21, 22 auf, wobei das Vorratssilo 21 sowohl die erste Dosiereinrichtung 7 als auch
die zweite Dosiereinrichtung 17 speist. Das zweite Vorratssilo 22 speist ausschließlich
die zweite Dosiereinrichtung 17. Diese Dosiereinrichtung 17 mündet in Transportrichtung
20 des Erdreichs nach der Füllöffnung 19 in den Durchlaufmischer. Dies kann vorteilhaft
sein, damit eine aufgrund der Kalkzugabe auftretende Belästigung durch Kalkstaub und
dgl. vermieden ist.
[0029] Die in Fig. 4 dargestellte Konditioniereinrichtung 5' im Aufnahmetrog besteht aus
zwei Rotoren 50a, 50b, welche zur Konditionierung des Erdreiches zusammenarbeiten.
Das konditionierte Erdreich fällt durch ein im Boden des Aufnahmetroges 2 vorgesehenes
Gitter, wobei die Gitteröffnungen dem gewünschten Konditionierungsgrad des Erdreichs
angepaßt gewählt sind.
[0030] In den gezeigten Ausführungsbeispielen liegen die Fräsrotoren 50 quer zur Längsmittelachse
30 der Vorrichtung 1; insbesondere bei der Anordnung von zwei Fräsrotoren 50a, 50b,
wie sie
1. Vorrichtung zur Aufbereitung von ausgehobenem Erdreich zu einem standfesten Baumaterial,
gekennzeichnet durch:
- einen Aufgabetisch (2) für das ausgehobene Erdreich,
- ein von dem Aufgabetisch (2) zu einem Abwurf führenden Transportband (4),
- eine vor dem Transportband (4) angeordnete Konditioniereinrichtung (5) für das Erdreich,
- eine im Bereich der Konditioniereinrichtung (5) angeordnete Dosiereinrichtung (7)
für ein Zugabematerial, welche im Bereich eines Arbeitsspaltes (11) der Konditioniereinrichtung
(5) mündet,.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der Abwurf in einen Mischer (3) mündet, in dessen Bereich
eine zweite Dosiereinrichtung (17) für ein Zugabematerial mündet, wobei vor dem Mischer
(3) eine vorzugsweise in dem Transportband (4) integrierte Wiegeeinrichtung (6) für
das über das Transportband (4) herangeführte, konditionierte Erdreich angeordnet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Konditioniereinrichtung (5) aus einem Fräsrotor (50)
gebildet ist, dem vorzugsweise eine Schlagleiste (10) zugeordnet ist, welche insbesondere
oberhalb des Fräsrotors (50) angeordnet ist und mit diesem einen Arbeitsspalt (11)
begrenzt.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß der Aufgabetisch (2) ein das Erdreich der Konditioniereinrichtung
(5) zuführenden Schieber (8) aufweist, der insbesondere einen Bodenteil (55) des Aufgabetisches
(2) bildet.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß der Mischer (3) ein vorzugsweise zwei Mischrotoren (3a,
3b) aufweisender Wellenmischer, insbesondere ein Durchlaufmischer ist, der zweckmäßig
auf ein vorzugsweise ansteigendes Abwurfband (14) mündet.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Dosiereinrichtung (17) in die Füllöffnung (19)
des Mischers (3) mündet.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß das Transportband (4) vom Ausgabetisch (2) zum Mischer
(3) ansteigend vorgesehen ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß die Dosiereinrichtung (7, 17) aus einem in der Vorrichtung
angeordneten Vorratssilo (21, 22) für das Zugabematerial gespeist ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich der Konditioniereinrichtung (5) und/oder des
Mischers (3) eine Wasserzugabe (23) mündet.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung auf einem als Selbstfahrer ausgebildeten
Fahrwerk (25) angeordnet ist, welches vorzugsweise eine die Einheiten antreibende
Antriebseinheit (16) aufweist, die zweckmäßig unterhalb des Transportbandes (4) angeordnet
ist.