[0001] Die Erfindung betrifft eine Anordnung für die Verstellung von Teilen eines Objektivs
mit mindestens einem Einstellring gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 und ein Getriebe
für die Feinverstellung eines Grobeinstellrings, der drehbar in einem Objektivgehäuse
gelagert ist, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 2.
[0002] Es ist bekannt, eine Objektivbewegung wahlweise von zwei verschiedenen Antriebsquellen
abzuleiten, insbesondere von einem Motor und einem manuellen Stellring. Bekannt ist
dabei die Entkoppelung der Antriebe über eine Rutschkupplung aus DE 27 15 646. Die
eigene, nicht vorveröffentlichte, Patentanmeldung DE 43 31 650 sieht ein Planetengetriebe
vor. Durch Reibungsbremswirkung wird Stillstand des jeweils nicht aktiven Antriebs
erreicht.
[0003] Eine manuelle Fokussierung durch Einstellen des Objektabstands mit zwei verschiedenen
Übersetzungen (Grob- und Feintrieb) ist für Mikroskope - bei ganz anderen mechanischen
Bedingungen - normal, z.B. aus der US 4,020,705 bekannt bei Foto- und Filmobjektiven
jedoch außergewöhnlich und nur im hier gegebenen Anwendungsbereich - langbrennweitiges
Teleobjektiv für Sport - (schnell) und Naturfotografie (fein), sinnvoll. Üblicherweise
verfügen Photo- und Filmobjektive über einen einzigen Entfernungsdrehring. Zur schnellen
Fokussierung ist dabei ein kleiner, zur feinfühligen Fokussierung eher ein großer
Drehwinkel günstig.
[0004] Verschiedene Objektivhersteller bieten daher speziell für langbrennweitige Objektive
eine Bereichsumschaltung an, bei der mit einem Schalter oder Drehring ein Entfernungsbereich
vorgewählt und danach in diesem Bereich mit dem Entfernungsdrehring über einen größeren
Drehwinkel scharfgestellt wird. Dies bedeutet aber, daß der Photograph von vornherein
wissen muß, in welchem Bereich er arbeiten will. Kritisch ist dies vor allem an der
Bereichsgrenze: Hat der Photograph einen Bereich vorgewählt und versucht das Objekt
scharfzustellen, kann jedoch aufgrund der Bereichsgrenze den Schärfepunkt nicht erreichen,
so muß er zunächst den Bereich wechseln und dann erneut mit dem Entfernungsring den
Schärfepunkt suchen. Dies ist umständlich und zeitaufwendig.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine benutzerfreundliche getriebliche Lösung
für einen manuellen Grob- und Feintrieb für die Objektivfokussierung anzugeben.
[0006] Dies gelingt durch die kennzeichnenden Merkmale der Ansprüche 1 und 2 in Verbindung
mit ihrem jeweiligen Oberbegriff.
[0007] Die Erfindung ermöglicht eine bedienerfreundliche, schnelle und präzise Fokussierung:
Das Objektiv ist mit zwei Entfernungseinstellringen ausgestattet, welche beide eine
Fokussierung vom Nahbereich bis Unendlich ermöglichen. Der eine Entfernungseinstellring
- der Grobeinstellring - verfügt über einen kleinen Drehwinkel und dient zur Schnellfokussierung,
z.B. bei Sportaufnahmen, und zur groben Vorfokussierung, z.B. bei Naturaufnahmen.
Der andere Entfernungseinstellring - der Feineinstellring - verfügt über einen großen
Drehwinkel (mehrere Umdrehungen des Rings vom Nahbereich bis Unendlich) und dient
zur Feinfokussierung, z.B. bei Naturaufnahmen.
[0008] Der Photograph versucht zunächst am Grobeinstellring in die Nähe des Schärfepunktes
zu kommen, greift dann mit der Hand auf den Feineinstellring um und stellt exakt die
Schärfe ein.
[0009] Der Grobeinstellring treibt über ein Gewinde oder eine Kurve (Grobtrieb) direkt das
linear zu verschiebende optische Glied an. Der Feinstellring ist über ein Untersetzungsgetriebe
und eine Rutschkupplung mit dem Grobeinstellring verbunden. Das Untersetzungsgetriebe
wandelt einen großen Drehwinkel des Feineinstellrings in einen kleinen Drehwinkel
des Grobeinstellring um. Die am Grobeinstellring angebrachte Entfernungsskala ist
deshalb auch für den indirekten Antrieb über den Feineinstellring gültig.
[0010] Bei höheren Untersetzungen des Getriebes sollte sich durch die Betätigung des Grobeinstellrings
nicht auch der Feineinstellring mit hoher Drehzahl in Bewegung setzen. Zudem ist das
Getriebe bei der Übersetzung ins Langsame ohnehin selbsthemmend, da schon die geringen
Reibmomente in den Lagerstellen der Zahnräder ausreichen, um das Getriebe zu blockieren.
Deshalb sitzt zwischen dem Abtriebsrad des Feintriebs und dem Grobeinstellring eine
Rutschkupplung. Diese ist so ausgelegt, daß sie bei Betätigung des Feineinstellrings
das Drehmoment des Abtriebsrades des Feintriebs auf den Grobeinstellring überträgt.
Das übertragbare Drehmoment der Rutschkupplung muß also größer sein als das Antriebsmoment
des Grobtriebs. Bei Betätigung des Grobeinstellring sperrt das Getriebe des Feintriebs,
die Rutschkupplung dreht durch. Zudem schützt die Rutschkupplung das Getriebe des
Feintriebs vor Beschädigung bei gleichzeitiger Bedienung von Grob- und Feineinstellring
und bei Erreichen der Anschläge in den Endlagen mit dem Feintrieb.
[0011] Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform nach Anspruch 3 hat zur Übertragung vom
Sonnenrad auf das Abtriebsrad nur ein Planetenrad - das natürlich über den Umfang
verteilt mehrfach angeordnet sein kann. Dies ist möglich, wenn Sonnenrad und Abtriebsrad
viele Zähne haben, die Zähnezahl nur wenig differiert und eines davon eine Profilverschiebung
aufweist.
[0012] Damit wird vor allem die Montage erleichtert, da statt zwei Ritzeln, die bezügliche
Drehung um ihre Welle für alle auf dem Umfang verteilten Planetenräder genau gleich
justiert sein müßten, nur noch ein Ritzel auf jede Welle des Stegs gesetzt werden
muß.
[0013] Im folgenden wird die Erfindung mittels der Zeichnung näher erläutert:
- Fig. 1
- zeigt einen schematisierten Querschnitt durch ein erfindungsgemäßes Getriebe;
- Fig. 2
- zeigt das Getriebeschema eines bei der Erfindung vorgesehenen Planetengetriebes;
- Fig. 3
- zeigt ein Getriebeschema in bevorzugter Ausführungsform;
[0014] In Figur 1 trägt das ausschnittsweise dargestellte Objektivgehäuse (10) ein feststehendes
Sonnenrad (1) (mit positiver Profil-Verschiebung). Ein Planetenrad (2) läuft auf dem
Steg (4), der mit einem Feineinstellring (40) vereinigt ist und auf dem Objektivgehäuse
(10) um dessen Hauptachse (Z) drehbar gelagert ist. Das Planetenrad (2) ist über dem
Umfang verteilt mehrfach, vorzugsweise dreifach, vorhanden. Das Planetenrad (2) steht
außerdem in Eingriff mit dem Abtriebsrad (3) (Nullrad), welches über eine Rutschkupplung
(5) mit Belastungsfeder (51) drehbar mit dem Grobeinstellring (6) verbunden ist. Der
Grobeinstellring (6) ist auf dem Objektivgehäuse (10) um dessen Hauptachse (Z) drehbar
gelagert und weist eine Steuerkurve (61) auf. In diese greift ein Nocken (71) eines
Schiebegliedes (7). Durch das so gebildete Kurvengetriebe wird in bekannter Weise
eine Drehbewegung des Grobeinstellrings (6) in eine Fokussierbewegung längs der Hauptachse
(Z) umgewandelt.
[0015] Da das Planetengetriebe (1, 2, 3, 4) vom Abtriebsrad (3) her selbsthemmend ist und
die Rutschkupplung (5) geeignet eingestellt ist, bleibt der Feineinstellring (40)
dabei stehen.
[0016] Wird der Feineinstellring (40) gedreht, so rollt dabei das Planetenrad (2) auf dem
feststehenden Sonnenrad (1) ab und nimmt wegen der unterschiedlichen Zähnezahl das
Abtriebsrad (3) mit. Dieses ist mittels der Rutschkupplung (5) mit dem Grobeinstellring
(6) verbunden, der also mitgedreht wird und wie oben beschrieben die Verstellung des
Schiebeglieds (7) bewirkt.
[0017] Das Planetengetriebe (1, 2, 3, 4) ist in Fig. 2 als Getriebeschema in seiner normalen
Grundform nochmals dargestellt. Hier sind auf dem Steg (4) mit der Drehzahl N
4 miteinander starr verbunden zwei Planetenräder 2, 2' mit den Zähnezahlen Z
2, Z
2' angeordnet. Das feststehende Sonnenrad (1) hat die Zähnezahl Z
1. Das Abtriebsrad (3) hat die Zähnezahl Z
3 und die Drehzahl N
3.
[0018] Das Übersetzungsverhältnis ist dann N
3/N
4 = 1 - (Z
1 · Z
2' / Z
2 · Z
3). Gleicher Umlaufsinn von Steg (4) (d.h. Feineinstellring (40)) und Abtriebsrad (3)
(d.h. Grobeinstellring (6)) ergibt sich, wenn Z
1 kleiner als Z
3 ist.
[0019] Je geringer die Differenz der Zähnezahlen Z
1 und Z
2 ist, um so größer ist die Untersetzung. Durch Anrücken des Ritzels an die beiden
Räder (1) und (3) kann das Getriebe spielfrei eingestellt werden. Die Planetenräder
(2, 2') sollten möglichst dreimal am Umfang verteilt werden, damit keine einseitigen
Kräfte im Getriebe auftreten. Deshalb muß die Zähnezahldifferenz von Z
1 und Z
3 ein Vielfaches von 3 sein.
[0020] Die Zähne der Planetenräder (2) und (2') müßten genau zueinander ausgerichtet werden.
Um dies zu umgehen und um den Getriebeaufbau zu vereinfachen, wird eine Abwandlung
gemäß Schema Fig. 3 eingeführt, die auch schon in Fig. 1 berücksichtigt ist. Hierbei
ist Z
2 = Z
2', d.h. es ist nur noch ein durchgehendes Ritzel als Planetenrad (2) vorhanden, das
in das Sonnenrad (1) und in das Abtriebszahnrad (3) eingreift. Dies ist möglich, da
Sonnenrad (1) und Abtriebsrad (3) viele Zähne haben, ihre Zähnezahl Z
1, Z
3 nur wenig differiert und das Sonnenrad (1) (Z
1 < Z
3) eine positive Profilverschiebung des Zahnprofils aufweist, der effektive Laufkreisdurchmesser
in der Paarung Sonnenrad (1) /Planetenrad (2) also von dem der Paarung Abtriebsrad
(3) /Planetenrad (2) abweicht. Das Übersetzungsverhältnis ist hierbei N
3/N
4 = 1 - Z
1/Z
3.
[0021] Ein ausgeführtes Beispiel weist folgende Daten des Planetengetriebes auf: Zähnezahl
Z
1 = 237 des Sonnenrads (1). Zähnezahl Z
3 = Z
1 + 3 = 240 des Abtriebsrads (3), da drei Planetenräder (2) über den Umfang verteilt
zur Momentenübertragung eingesetzt werden. Zähnezahl Z
2 = 20 des Planetenrads (2). Modul 0,5. Die Übersetzung ist dann N
3/N
4 = 1/80.
[0022] Der Grobtrieb aus Grobeinstellring (6) mit Steuerkurve (61), Nocken (71) und Schiebeglied
(7) ist als Schraubengetriebe mit 120° Drehwinkel und 20 mm Hub ausgebildet. Eine
Drehung am Grobeinstellring (6) um 1° bewirkt daher eine Verschiebung des Schiebeglieds
(7) von 0,17 mm.
[0023] Eine Drehung am Feineinstellring (40) um 1° bewirkt nur eine Verschiebung des Schiebeglieds
(7) von 0,002 mm, also 1/80 des obigen Werts.
[0024] Statt eines Zahnradgetriebes kann für das Planetengetriebe (1, 2, 3, 4) nach Fig.
2 auch ein Reibradgetriebe vorgesehen werden, wobei dann die beiden Planetenräder
(2, 2') zu einem Kegelrad vereinigt sein können.
1. Anordnung für die Verstellung von Teilen eines Foto- oder Filmobjektives mit mindestens
einem Grobeinstellring (6), dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich ein Feineinstellring (40) vorhanden ist, und die Einstellringe (6, 40)
über ein Untersetzungsgetriebe und eine Rutschkupplung (5) miteinander gekoppelt sind,
wobei über diese Rutschkupplung eine Bewegung des Feineinstellringes (40) auf den
Grobeinstellring (6) übertragen wird und wobei bei Betätigung des Grobeinstellringes
(6) über die Rutschkupplung (5) keine Bewegung auf den Feineinstellring (40) übertragen
wird.
2. Getriebe für eine Anordnung nach Anspruch 1 zur Feinverstellung eines Grobeinstellrings
(6), der drehbar in einem Objektivgehäuse (10) gelagert ist, gekennzeichnet durch ein fest im Objektivgehäuse (10) angeordnetes Sonnenrad (1), durch einen als Steg (4) ausgebildeten Feinverstellring (40), worin auf dem steg (4) laufende
Planetenräder (2,2') gelagert sind, und ein über eine Rutschkupplung (5) drehbar an
dem Grobeinstellring (6) angeordnetes Abtriebsrad (3), wobei die Planetenräder (2,2')
im Eingriff mit dem Sonnenrad (1) und dem Abtriebsrad (3) stehen.
3. Getriebe nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Getriebe als Zahnradgetriebe ausgeführt ist, daß die auf dem Steg (4) laufenden
Planetenräder (2, 2'), welche im Eingriff mit dem Sonnenrad (1) und dem Abtriebsrad
(3) stehen, gleich sind und daß das Sonnenrad (1) oder das Abtriebsrad (3) eine Profilverschiebung
aufweist.
1. Arrangement for the adjustment of parts of a photographic or film objective, having
at least one coarse setting ring (6), characterized in that there is additionally a fine setting ring (40), and the setting rings (6, 40) are
coupled to each other via a step-down gear mechanism and a slipping clutch (5), a
movement of the fine setting ring (40) being transmitted via this slipping clutch
to the coarse setting ring (6), and no movement being transmitted to the. fine setting
ring (40) via the slipping clutch (5) when the coarse setting ring (6) is operated.
2. Gear mechanism for an arrangement according to Claim 1 for the fine adjustment of
a coarse setting ring (6), which is rotatably mounted in an objective housing (10),
characterized by a sun wheel (1) which is arranged to be fixed in the objective housing (10) by a
fine adjusting ring (40) which is designed as a web (4) and in which planet wheels
(2, 2') running on the web (4) are mounted, and a driven wheel (3) which is arranged
on the coarse setting ring (6) such that it can be rotated via a slipping clutch (5),
the planet wheels (2, 2') engaging with the sun wheel (1) and the driven wheel (3).
3. Gear mechanism according to Claim 2, characterized in that the gear mechanism is designed as a toothed gear mechanism, in that the planet wheels (2, 2') which run on the web (4) and which engage with the sun
wheel (1) and the driven wheel (3) are identical, and in that the sun wheel (1) or the driven wheel (3) has a profile displacement.
1. Arrangement pour le réglage d'éléments d'un objectif photographique ou cinématographique
avec au moins une bague de réglage grossier (6), caractérisé en ce qu'une bague de réglage fin (40) soit de plus disponible et que les bagues de réglage
(6, 40) sont mutuellement accouplées par l'intermédiaire d'un train réducteur et d'un
accouplement à glissement (5), un mouvement de la bague de réglage fin (40) étant
transmis à la bague de réglage grossier (6) par l'intermédiaire de cet accouplement
à glissement et la manoeuvre de la bague de réglage grossier (6) ne transmettant aucun
mouvement par l'intermédiaire de l'accouplement à glissement (5) à la bague de réglage
fin (40).
2. Train pour un arrangement selon la revendication 1 pour le réglage fin d'une bague
de réglage grossier (6), installé de manière rotative dans un boîtier d'objectif (10),
caractérisé par une roue solaire (1) disposée solidement dans le boîtier de l'objectif (10), par
une bague de réglable fin (40) sous forme d'une entretoise (4), dans lequel sont installés
des rouages planétaires (2, 2') tournant sur l'entretoise (4), et une roue menée (3)
disposée sur la bague de réglage grossier (6) de manière rotative par l'intermédiaire
d'un accouplement à glissement (5), les rouages planétaires (2, 2') étant engrenés
avec la roue solaire (1) et la roue menée (3).
3. Train selon la revendication 2, caractérisé en ce que le train est réalisé sous forme d'un train d'engrenages, en ce que les rouages planétaires (2, 2') tournant sur l'entretoise (4), se trouvant engrenés
avec la roue solaire (1) et la roue menée (3) sont identiques et en ce que la roue solaire (1) ou la roue menée (3) présente un décalage de profil.