[0001] Die Erfindung betrifft einen Umschalter für den Hochfrequenzbereich nach dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1.
[0002] Solche Umschalter enthalten ein Eingangstor sowie zwei Ausgangstore und bewirken,
daß ein in das Eingangstor eingekoppeltes Hochfrequenzsignal (HF-Signal) in Abhängigkeit
von einem Steuersignal, alternativ auf eines der Ausgangstore geschaltet werden kann.
[0003] Solche Umschalter werden insbesondere in der Radartechnik in sogenannten T/R-Modulen
verwendet und werden in diesem Anwendungsbereich auch SPDT-Schalter ("
Single
Pole
Double
Throw") genannt. Solche SPDT-Schalter sind für den Höchstfrequenzbereich, z. B. den
Gigahertz(GHz)-Bereich ausgelegt.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen gattungsgemäßen Umschalter anzugeben,
der ein möglichst verlustloses Schalten eines HF-Signales mit hoher Leistung ermöglicht,
wobei eine möglichst hohe Isolation im gesperrten Zweig und zwischen den Ausgangstoren
vorhanden ist und der in kostengünstiger und zuverlässiger Weise herstellbar ist.
[0005] Diese Aufgabe wird gelöst durch die im kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs 1
angegebenen Merkmale. Vorteilhafte Ausgestaltungen und/oder Weiterbildungen sind den
Unteransprüchen entnehmbar.
[0006] Ein erster Vorteil der Erfindung besteht darin, daß im X-Band-Bereich (ungefähr 10
GHz) ein Aufbau mit einer Leistungsverträglichkeit größer gleich 20 Watt bei einer
Einfügungsdämpfung im durchgeschalteten Zweig mit kleiner gleich 1,0 dB, einer Isolation
im gesperrten Zweig größer gleich 30 dB, einer Isolation zwischen den Ausgangstoren
größer gleich 30 dB sowie einem Stehwellenverhältnis VSWR an allen Toren kleiner gleich
2:1 möglich ist.
[0007] Ein zweiter Vorteil besteht darin, daß ein mechanisch kompakter sowie robuster Aufbau
in hybrider Schaltungstechnologie möglich ist.
[0008] Ein dritter Vorteil besteht darin, daß die für den Schaltvorgang erforderlichen Dioden,
z.B. PIN-Dioden, nicht direkt in dem HF-Signalweg liegen. Dadurch kann der nicht sperrende
(durchgeschaltete) Zweig bei sehr geringer Einfügungsdämpfung eine sehr hohe Hf-Leistung,
beispielsweise 25 W, führen.
[0009] Weitere Vorteile ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung.
[0010] Die Erfindung wird im folgenden anhand eines Ausführungsbeispieles unter Bezugnahme
auf eine schematisch dargestellte Figur näher erläutert.
[0011] Die Figur zeigt eine exemplarische Schaltungsanordnung, die auf einem Substrat, z.
B. einem Keramiksubstrat, für einen Frequenzbereich von z. B. 8 GHz herstellbar ist.
Die Anordnung enthält einen an den angegebenen Frequenzbereich und die zu schaltende
HF-Leistung angepaßten y-förmig verzweigten Wellenleiter, dessen Eingangszweig EZ
an das Eingangstor TO angekoppelt ist und der sich an einem Verzweigungspunkt P1 in
die beiden Ausgangszweige AZ1, AZ2 verzweigt. Diese führen zu Ausgangstoren T1, T2,
an denen die am Eingangstor EZ eingekoppelte HF-Leistung je nach Schaltzustand alternativ
ausgekoppelt werden kann. Jeder Ausgangszweig AZ1, AZ2 enthält für den angegebenen
Frequenzbereich ein schaltbares Filter, z.B ein Band- oder Tiefpaßfilter. Dieses besteht
im wesentlichen aus dem Ausgangswellenleiter AZ1, bzw. AZ2, in den jeweils eine durch
eine Schaltspannung UB schaltbare Diodenanordnung D1 bis D4 bzw. D1' bis D4' eingefügt
ist. Dabei bestehen die Dioden D1 bis D4 sowie D1' bis D4' vorzugsweise aus PIN-Dioden
für den angegebenen HF-Bereich. Es entstehen zwei Dioden-Quartette D1 bis D4 sowie
D1' bis D4'. Jedes Dioden-Quartett enthält zwei Dioden-Paare D1, D4 sowie D2, D3 bzw.
D1', D4' sowie D2', D3'. Bei jedem Dioden-Paar liegen die zugehörigen Dioden auf gegenüberliegenden
Seiten des zugehörigen Ausgangswellenleiters. Bei jedem Dioden-Quartett sind jeweils
gleichartige Anschlüsse, z.B. Anoden, mit dem zugehörigem Ausgangswellenleiter verbunden,
während die jeweils andern Anschlüsse (Kathoden) auf Bezugspotential (Masse) liegen.
In jedem Dioden-Quartett D1 bis D4 bzw. D1' bis D4' sind die Dioden entgegengesetzt
gepolt, so daß in Abhängigkeit von der Schaltspannung UB immer ein Filter, z. B. im
Ausgangszweig AZ1, in den Durchlaßbereich geschaltet werden kann, während das andere
Filter, z. B. im Ausgangszweig AZ2, in den Sperrzustand geschaltet ist. Durch Änderung
der Schaltspannung UB werden entgegengesetzte Schaltzustände der Filter erreicht.
So sind z.B. in dem ersten Dioden-Quartett D1 bis D4 alle Kathoden mit dem zugehörigen
Ausgangszweig AZ1 verbunden, während die Anoden auf Masse liegen. Bei dem zweiten
Dioden-Quartett sind die Dioden entgegengesetzt geschaltet. Dadurch wird also vorteilhafterveise
lediglich eine einzige Schaltspannung UB benötigt, die ermöglicht, daß die Filter
in den Ausgangszweigen immer entgegengesetzte Schaltzustände für das HF-Signal besitzen.
Durch eine von dem verwendeten Frequenzbereich abhängige Wahl des Abstandes der Dioden-Paare
innerhalb eines Dioden-Quartettes ist eine Art Schaltungspolarität des betreffenden
Dioden-Quartettes einstellbar. So ist es beispielsweise möglich, den Abstand zwischen
den zwei Dioden-Paaren so zu wählen, daß bei hochohmig geschalteten Dioden (für das
HF-Signal), innerhalb eines Dioden-Quartettes, dieses durchlässig wird für das anligende
HF-Signal, das heißt, das Filter ist in den Durchlaßzustand geschaltet. Im Sperrzustand
wirkt jedes Filter als Kurzschluß für das HF-Signal. Dieser Kurzschluß wird so transformiert,
daß an dem Verzweigungspunkt P1 ein Leerlauf für den betreffenden Ausgangszweig entsteht.
Die in den Eingangszweig EZ eingekoppelte HF-Leistung wird dann vorteilhafterveise
nahezu verlustlos in den jeweils anderen Ausgangszweig zu dem entsprechenden Ausgangstor
geführt. Die Schaltspannung UB, eine Gleichspannung, bewirkt einen Gleichstrom, der
über Filter L, C bzw. L', C' den Schaltungspunkten P2, P2' zugeführt wird. Diese sind
mit den zugehörigen Diodenquartetten über jeweils eine Leitung S bzw. S', die gleichzeitig
ein das Filter bestimmender Bestandteil ist, gekoppelt. Die Schaltungspunkte P2, P2'
liegen für das HF-Signal an Masse (kapazitiver Kurzschluß). Somit kann an diese Schaltungspunkte
P2, P2' über eine induktive Zuleitung (L, L') die Steuerspannung für die Diodenquartette
angelegt werden.
[0012] Die beschriebene Anordnung hat außerdem den Vorteil, daß durch die in den Ausgangszweigen
AZ1, AZ2 vorhandenen schaltbaren Filter, die z. B. in einem sogenannten Quasi-Lumped-Element-Design
ausgeführt sind, in dem HF-Signal am Eingangstor TO möglicherweise vorhandenen Harmonischen
unterdrückt werden.
[0013] Bei einem Ausführungsbeispiel für den Frequenzbereich von 8 GHz bis 12 GHz ist mit
der beschriebenen Anordnung bei einer zu schaltenden HF-Leistung von größer gleich
20 Watt im Dauerbetrieb eine Einfügungsdämpfung von kleiner gleich 0,6 dB erreichbar
(gemessen zwischen einem nicht gesperrten Ausgangstor sowie dem Eingangstor TO). Dabei
ist die HF-Isolation in dem jeweils gesperrten Ausgangszweig größer 35 dB. Die HF-Isolation
zwischen den Ausgangstoren T1, T2 ist größer 35 dB. An jedem Tor T0, T1, T2 ist vorteilhafterweise
ein sehr geringes Stehwellenverhältnis vorhanden, z. B. ist VSWR kleiner gleich 1,1:1.
[0014] Die Erfindung ist nicht auf das beschriebene Beispiel beschränkt, sondern sinngemäß
auf weitere anwendbar. Beispielsweise ist es einem Fachmann geläufig, bei jedem zu
wählenden HF-Bereich eine daran angepaßte Wellenleiterstruktur sowie entsprechende
Schaltdioden (Diodenquartette) zu wählen.
1. Umschalter für den Hochfrequenzbereich, bestehend aus einem Eingangstor und mindestens
zwei Ausgangstoren sowie mindestens einem aktiven Halbleiterbauelement, mit dem ein
an dem Eingangstor anliegendes Hochfrequenzsignal wahlweise auf eines der Ausgangstore
umschaltbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
- daß an das Eingangstor (T0) ein y-förmiger Wellenleiter (W) mit einem Eingangszweig
(EZ) sowie zwei Ausgangszweigen (AZ1, AZ2) angeschlossen ist,
- daß in jedem Ausgangszweig (AZ1, AZ2) ein durch Schaltdioden (D1 bis D4, D1' bis
D4') schaltbares HF-Filter vorhanden ist und
- daß die in den Ausgangszweigen (AZ1, AZ2) vorhandene Schaltdioden entgegengesetzt
gepolt (geschaltet) sind, derart, daß lediglich eine Schaltspannung (UB) erforderlich
ist, um die HF-Filter in entgegengesetzte HF-Schaltzustände (Durchlaßzustand bzw.
Sperrzustand) zu schalten.
2. Umschalter nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein Filter in
einem Quasi-Lumped-Element-Design ausgeführt ist.
3. Umschalter nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
- daß die Schaltdioden (D1 bis D4 bzw. D1' bzw. D4') als PIN-Dioden ausgebildet sind
und
- daß die Schaltdioden (D1 bis D4) jeweils eines Ausgangszweiges (AZ1) über einen
Steuer-Wellenleiter (S) an eine Schaltspannung (UB) angeschlossen sind.
4. Umschalter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der
im jeden Ausgangszweig (AZ1, AZ2) vorhandene schaltbare HF-Bandpaß im gesperrten HF-Zustand
einen HF-Kurzschluß bildet, der an dem Verzweigungspunkt (P1) der Wellenleiter (EZ,
AZ1, AZ2) zu einem HF-Leerlauf transformiert ist.
5. Umschalter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß an
dem Verzweigungspunkt (P1) die Wellenleiter der Ausgangszweige (AZ1, AZ2) gekrümmt
sind und daß der Wellenleiter des Eingangszweiges (EZ) an den Scheitelpunkt der Krümmung
angekoppelt ist.