[0001] Die Erfindung betrifft einen Formlingsträger zur luftumströmbaren Aufnahme von zu
trocknenden keramischen Formlingen für die Mauerziegel-Fertigung, insbesondere Hochlochziegel.
[0002] Derartige Formlingsträger sind in der Praxis in verschiedenen Ausführungsformen bekanntgeworden.
Trotz der vielen Varianten mangelt es an einem System, mit welchem eine energiesparende,
schnelle und schonende Trocknung von gittersteinartigen Keramikformlingen, insbesondere
sogen. Hochlochziegeln gewährleistet wird.
[0003] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, für die schonende Schnelltrocknung von Keramikformlingen
in der Art von Hochlochziegeln einen Formlingsträger zu schaffen, welcher die zu trocknenden
Formlinge im erforderlichen Maße unterstützt und trotzdem eine gute Luftanströmung
des Formlings gewährleistet sowie für gleichmäßige Luftdurchströmung sorgt.
[0004] Diese Aufgabe wird durch einen Formlingsträger gemäß Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen. Der Nebenanspruch 13 ergibt
ein vorteilhaftes Beblasungs- oder Luftführungssystem.
[0005] Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung schematisch dargestellt.
Sie zeigt in perspektivischer Darstellung einen erfindungsgemäßen Formlingsträger
mit einem darauf aufgesetzten Hochlochziegel, dessen Kanäle bodenparallel verlaufen.
[0006] Ein erfindungsgemäßer Formlingsträger 1 dient der luftumströmbaren Aufnahme von zu
trocknenden keramischen Formlingen, insbesondere sogen. Hochlochziegeln, welche als
Ganzes mit 2 und deren Löcher/Kanäle mit 3 beziffert sind. In bevorzugter Weise ist
ein solcher Formlingsträger 1 auf einer geschlossenen Unterlage 4 angeordnet, welche
durch einen Tunneltrockner (nicht dargestellt) transportiert wird.
[0007] Der Formlingsträger 1 weist ein ausgesteiftes Trägerprofil aus Stahlblech in Form
eines kopfstehenden (umgekehrten) U auf, dessen U-Steg 5 und U-Schenkel 6 gelocht
sind. Der Loch-Anteil an der jeweiligen Fläche beträgt etwa 35 - 65 %.
[0008] Der U-Steg 5 des Trägerprofils bildet eine luftdurchströmbare Formlingsaufnahme(fläche)
und ist so bemessen, daß in Formlingsträger-Längsrichtung eine Vielzahl von Formlingen
2 nebeneinander aufreihbar sind. Im Profil-Querschnitt des Formlingsträgers weist
der U-Steg 5 eine Länge auf, die annähernd der Länge des aufzunehmenden Formlings
2 entspricht (vgl. Zeichnung).
[0009] Zur Erzielung einer größeren Standfestigkeit weist der Formlingsträger 1 einen sich
bodenwärts erweiternden Querschnitt auf. In bevorzugter Weise liegt dieser Querschnitt
auf einem symmetrischen Trapez.
[0010] Die freien Enden beider U-Schenkel 6 können zur Symmetrieebene, d.h. nach innen abgekantet
sein (vgl. Pos. 6a in der Zeichnung).
[0011] Das U-Profil ist querschnittsmäßig mittels im Abstand zueinander angeordneter Streben
7 ausgesteift. Die Streben 7 sind an den U-Schenkeln 6 angeschweißt und unterstützen
den U-Steg 5.
[0012] Der Lochanteil des U-Stegs 5 ist möglichst groß bemessen, jedoch in Abhängigkeit
vom Material der zu trocknenden Formlinge 2 derart ausgeführt, daß für den zu trocknenden
Formling 2 ausreichende Unterstützung erfolgt und nachteilige Abdrücke vermieden werden.
[0013] In bevorzugter Weise besteht die Lochung des die Formlingsauflage(fläche) bildenden
U-Stegs 5 aus Langlöchern 8. Diese Langlöcher 8 haben eine Breite von 15 - 30 mm sowie
eine Länge von 40 - 70 mm.
[0014] Um ein hemmfreies, d.h. leichtes Abschieben der Formlinge 2 in Trägerprofil-Längsrichtung
zu ermöglichen, sind die Langlöcher 8 an der außenliegenden Oberfläche gratfrei, insbesonders
im Randbereich abgerundet ausgebildet sowie die Langloch-Längsachse in Längsrichtung
des Formlingsträgers 1 vorgesehen (vgl. Zeichnung). Die Langloch-Ausrichtung in Formlingsträger-Längsrichtung
ermöglicht ein schnelleres Abschieben - ohne nachteilige Nebenwirkungen - als es eine
Querlage erlaubt.
[0015] Die Langlöcher 8 sind gegeneinander versetzt angeordnet. Dadurch wird vermieden,
daß ein abzuschiebender Formling 2 verkanten/anhaken kann.
[0016] Besonders bevorzugt ist dabei eine Anordnung, bei welcher die Langlöcher in Reihen
hintereinander verlaufen sowie die einzelnen Langloch-Reihen auf Lücke stehen (vgl.
Zeichnung), d.h. vorzugsweise um 1/2 Rastermaß versetzt sind.
[0017] Die Lochung in den als Aufstellelemente fungierenden U-Schenkeln 6 ist mit 9 beziffert.
Entsprechend zeichnerischer Darstellung sind dabei Rundlöcher bevorzugt, es können
jedoch auch Langlöcher vorgesehen sein. Die Lochung 9 ist dabei derart ausgeführt,
daß bei einer Luftströmung durch das Trägerprofil vor dem Formlingsträger 1 sich ein
Staudruck aufbaut. Aufgrund dieses Staudrucks ist eine vergleichmäßigte Luftströmung
gewährleistet, und außerdem wird eine Umlenkung von gegen die Stirnflächen/Schnittflächen
der Formlinge 2 geblasener Luft (Trocknungsluft) begünstigt/erzielt.
[0018] Bei Rundloch-Ausführung der Lochung 9 haben die Löcher einen Durchmesser von etwa
8 - 16 mm, vorzugsweise etwa 12 m.
[0019] Die Länge des Formlingsträgers 1 ist so bemessen, daß mehrere Formlinge 2 nebeneinander
angeordnet werden können. Die Formlingsträger-Länge kann dabei über 5 m, vorzugsweise
jedoch unter 6 m, betragen.
[0020] Um einen guten Korrosionsschutz zu gewährleisten, besteht zumindest das Trägerprofil
des Formlingsträgers 1 vorzugsweise aus verzinktem Stahlblech.
[0021] Eine vorteilhafte Schnelltrocknung der zu trocknenden Formlinge 2 ist gegeben, wenn
die Formlinge 2 einlagig auf den Formlingsträgern 1 in solcher Aufstellweise angeordnet
werden, daß die Formlingskanäle 3 sich quer zur Formlingsträger-Strangrichtung erstrecken
und die Trocknungsluft gegen die gelochten Stirnflächen (Schnittflächen) der Formlinge
2 sowie der U-Schenkel 6 eines Formlingsträgers 1 geblasen wird.
Dabei werden Lochziegel-Formlinge 2 gerichtet beblasen sowie gleichmäßig umströmt
und durchströmt. Besonders vorteilhaft ist es, wenn die zu trocknenden Lochziegel-Formlinge
2 zunächst gerichtet (gezielt) ganzflächig von vorne und dann von hinten beblasen
werden - es findet dabei keine zu starke Trocknung der Ränder relativ zur Trocknung
im Innern des Lochziegel-Formlings 2 statt.
Bezugszeichenliste
[0022]
- 1
- Formlingsträger
- 2
- Formling
- 3
- Formlingskanäle
- 4
- Unterlage für 1
- 5
- U-Steg von 1 (Tragfläche)
- 6
- U-Schenkel (Aufstellwandungen)
- 6a
- Abkantung von 6
- 7
- Streben im Profil von 1
- 8
- Langlöcher in 5
- 9
- Lochung in 6
1. Formlingsträger zur luftumströmbaren Aufnahme von zu trocknenden keramischen Formlingen
für die Mauerziegel-Fertigung, insbesondere Hochlochziegel, mit den Merkmalen:
a) er weist ein ausgesteiftes Trägerprofil aus Stahlblech in Form eines kopfstehenden
U auf, dessen U-Steg (5) und U-Schenkel (6) gelocht sind, wobei der Loch-Anteil an
der jeweiligen Fläche 35 - 65 % beträgt,
b) der U-Steg (5) des Trägerprofils bildet eine luftdurchströmbare Formlingsaufnahme(fläche)
und ist so bemessen, daß in Formlingsträger-Längsrichtung eine Vielzahl von Formlingen
(2) nebeneinander aufreihbar sind,
c) im Profil-Querschnitt weist der U-Steg (5) eine Länge auf, die annähernd der Länge
des aufzunehmenden Mauerziegel-Formlings (2) entspricht, und
d) die Lochung (9) in den als Aufstellelemente fungierenden U-Schenkeln (6) ist derart
ausgebildet, daß bei einer Luftströmung durch das Trägerprofil vor demselben sich
ein Staudruck aufbaut.
2. Formlingsträger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet daß er einen sich bodenwärts
erweiternden Querschnitt aufweist.
3. Formlingsträger nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Trägerprofil im Querschnitt
als symmetrisches Trapez ausgebildet ist.
4. Formlingsträger nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Lochung der Formlingsauflage(fläche) aus Langlöchern (8) besteht, deren Längsachse
in Längsrichtung des Trägerprofils verläuft.
5. Formlingsträger nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadruch gekennzeichnet,
daß benachbarte Langlöcher (8) zumindest in der Trägerprofil-Querrichtung gegen-einander
versetzt sind.
6. Formlingsträger nach Anspruch 5, dadruch gekennzeichnet, daß die Langlöcher (8) in
Reihen hintereinander angeordnet sowie auf Lücke stehend versetzt sind.
7. Formlingsträger nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß die Langlöcher (8) der Formlingsauflage(fläche) eine Breite von 15 - 30 mm sowie
eine Länge von 40 - 70 mm haben.
8. Formlingsträger nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß die Langlöcher (8) der Formlingsauflage(fläche) (5) an der außenliegenden Oberfläche
gratfrei/abgerundet ausgebildet sind.
9. Formlingsträger nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
daß der Lochanteil in den als Aufstellwände bzw. Abstandshalter fungierenden Wandungen,
insbesondere U-Schenkeln (6) des U-Profils, 50 - 55 % beträgt.
10. Formlingsträger nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß das U-Profil mittels im Abstand zueinander angeordneter Streben (7) ausgesteift
ist.
11. Formlingsträger nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet daß die Streben (7) an den
U-Schenkeln (6) angeschweißt sind und den U-Steg höhenmäßig unterstützen (abstützen).
12. Formlingsträger nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet,
daß zumindest sein Trägerprofil aus verzinktem Stahlblech besteht.
13. Anordnung eines Formlings(trägers), insbesondere nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß derselbe (1) auf geschlossener Unterlage/Transport-Unterlage (4), insbesondere
Trocknerwagen eines Tunneltrockners, derart angeordnet ist, daß sich seine Längsachse
quer zur Blasrichtung von ausgedüster Trocknungsluft erstreckt.
14. Anordnung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Formlingsträger-Längsache
sich quer zur Transportrichtung erstreckt und die seitlichen Lochwandungen (6) des
Profilquerschnitts von aus einer Breitstrahldüse ausgedüster Trocknungsluft beblasen
wird (beblasbar ist).