[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Auftragen von mindestens einem flüssigen
Medium auf eine laufende Materialbahn, insbesondere aus Papier oder Karton.
[0002] Bei derartigen Vorrichtungen wird ein flüssiges Medium, wie Farbe, Imprägnierflüssigkeit,
Stärke oder dergleichen, auf die Materialbahn aufgebracht. Das flüssige Medium kann
dabei je nach Anwendungsfall eine unterschiedliche Konsistenz aufweisen, d.h. zum
Beispiel dick- oder dünnflüssiger sein. Die Materialbahn kann aus Papier oder Karton
sein, sie kann jedoch beispielsweise auch aus einem Textilwerkstoff bestehen. Der
Auftrag des flüssigen Mediums auf die laufende Materialbahn erfolgt entweder direkt
oder indirekt. Beim direkten Auftrag wird die Materialbahn auf der Mantelfläche einer
Walze anliegend am Auftragswerk vorbeigeführt und beim Passieren des Auftragswerks
wird das flüssige Medium direkt auf die Materialbahn aufgebracht. Die Walze dient
hier als Gegenwalze zum Auftragswerk. Beim indirekten Auftrag des flüssigen Mediums
fungiert die Walze als Auftragswalze, d.h. das flüssige Medium wird zunächst auf die
Auftragswalze aufgetragen und nachfolgend von der berührend an der Walze vorbeigeführten
Materialbahn abgenommen, vorzugsweise in einen Zwei-Walzen-Preßspalt.
[0003] Für viele Anwendungsfälle ist es wünschenswert, die laufende Materialbahn bezüglich
der horizontalen Ebene von unten nach oben an der Walze vorbeizuführen. Dann können
nämlich z.B. die Trocknungseinrichtungen für die mit dem flüssigen Medium behandelte
Materialbahn bezüglich der horizontalen Ebene in einem Bereich oberhalb der Walze
angeordnet werden, was die Wärmeabfuhr für die Trocknungseinrichtungen erheblich erleichtert,
da dann die Wärmeabfuhr nach oben nicht durch die Auftragsvorrichtungen behindert
wird. Außerdem wird so vermieden, daß bei einer Reinigung der Auftragsvorrichtung
das verschmutzte Reinigungsabwasser auf die Trocknungseinrichtungen tropfen kann.
[0004] Bei einer solchen Materialbahnführung von unten nach oben werden bisher Auftragsvorrichtungen
von einem Typ verwendet, bei dem oberhalb der Dosierrakel ein Sumpf, d.h. ein freier
Flüssigkeitsspiegel gebildet wird, der die Dosierrakel unmittelbar mit dem aufzutragenden
flüssigen Medium speist. Ein derartiges Auftragswerk kann dann bei einer Durchlaufrichtung
der Materialbahn von unten nach oben mit einem ausreichenden Vorlauf an der Auftragswalze
angeordnet werden, so daß die Strichqualität an der Auftragswalze zwischen dem Auftragswerk
und der Abnahmestelle durch die Materialbahn optisch kontrolliert werden kann. Ein
Auftragswerk, bei dem ein freier Flüssigkeitsspiegel ausgebildet wird, ist jedoch
für viele Anwendungsfälle ungeeignet, da sich in dem Sumpf bei hohen Walzenrotationsgeschwindigkeiten
zum einen turbulente Verhältnisse einstellen, die dazu führen, daß flüssiges Medium
aus dem Sumpf herausspritzt, und zum anderen die an der Walzenmantelfläche vorhandene
Luftgrenzschicht zumindest bereichsweise durch den Sumpf durchgerissen wird und Strichfehler
verursachen kann.
[0005] Im deutschen Gebrauchsmuster DE-U-84 14 904.3 wird ein Auftragswerk beschrieben,
welches etwa, im Schnitt betrachtet, in Sechs-Uhr-Position der Gegenwalze und damit
in einem horizontal Laufenden Bereich der Mantelfläche der Walze angeordnet ist. Nachteil
des beschriebenen Auftragswerkes ist es jedoch, daß sich das Auftragswerk nur in einem
kleinen Bereich um die beschriebene Position herum anordnen läßt, da bei größeren
Abweichungen der Ablauf des überschüssigen Mediums nicht mehr gewährleistet ist. Des
weiteren läßt sich bei einer derartigen Anordnung des Auftragswerkes die Materialbahn
vom Bedienpersonal nur schwer einsehen, was eine optische Kontrolle der Strichqualität
quasi unmöglich macht.
[0006] Aus der EP-A-0 571 849 ist eine Vorrichtung zum Auftragen von mindestens einem flüssigen
Medium auf eine laufende Materialbahn, insbesondere aus Papier oder Karton, bekannt,
mit einem Auftragswerk für das flüssige Medium und mit einer dem Auftragswerk zugeordneten
Walze zur Aufnahme des flüssigen Mediums bei indirektem Auftrag oder zum Führen der
Materialbahn bei direktem Auftrag, wobei das Auftragswerk in einem aufwärtslaufenden
Sektor der Mantelfläche der Walze angeordnet ist. Das Auftragswerk besitzt eine Dosierrakel
sowie eine entgegen der Drehrichtung der Walze im Abstand zur Dosierrakel angeordnete
Stauleiste, die mit der Dosierrakel eine Auftragskammer begrenzt. Am Auftragswerk
ist eine Ablauffläche vorgesehen, über die überschüssiges, aus der Auftragskammer
über die Stauleiste austretendes flüssiges Medium unter dem Einfluß der Schwerkraft
abfließt. Die Dosierrakel umfaßt einen Rakelhalter mit einer Fußleiste, die im Auftragswerk
befestigt ist.
[0007] Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, eine Vorrichtung zum Auftragen von mindestens
einem flüssigen Medium auf eine laufende Materialbahn mit einem Kompakten Auftragswerk
zu schaffen, wobei das Auftragswerk in einem weiten Bereich des abwärtslaufenden Sektors
der Mantelfläche der Walze angebracht werden kann, ohne daß die Funktion des Auftragswerkes
beeinträchtigt wird.
[0008] Dieses Problem wird von einer Vorrichtung mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1
gelöst.
[0009] Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist ein Auftragswerk vorgesehen, das ein Rakelelement
sowie eine entgegen der Drehrichtung der Walze im Abstand zum Rakelelement angeordnete
Stauleiste aufweist, die mit der Dosierrakel eine Auftragskammer begrenzt.
[0010] Der Rakelhalter des Auftragswerkes ist derart abgewinkelt, daß die Querschnittserstreckung
der Fußleiste mit der Walzenumlaufrichtung an der Dosierrakel einen Winkel von etwa
90° oder größer bildet.
[0011] Das Rakelbett fügt sich in vorteilhafter Weise in die räumlichen Gegebenheiten in
der Umgebung der Auftragskammer ein. Die eine Flanke des abgewinkelten Rakelbetts
begrenzt dan einen Zufuhrspalt zur Zuführung des flüssigen Mediums in die Auftragskammer,
während die andere, zur ersten Flanke abgeknickte Flanke, die das eigentliche Rakelelement
aufnimmt, einen Teil der Auftragskammer begrenzt.
[0012] Das Auftragswerk ist erfindungsgemäß dabei in einem abwärtslaufenden Sektor der Mantelfläche
der Walze angeordnet. Mit anderen Worten: Das Auftragswerk ist bezüglich einer durch
die Walzenachse verlaufenden vertikalen Ebene an derjenigen Hälfte der Walzenmantelfläche
angeordnet, in der sich ein Punkt auf der Mantelfläche der Walze bezüglich einer horizontalen
Ebene durch die Walzenrotation von oben nach unten bewegt. Da die Stauleiste entgegen
der Drehrichtung der Walze im Abstand zum Rakelelement angeordnet ist, liegt sie somit
bezüglich einer horizontalen Ebene räumlich höher als das Rakelelement. Um ein Abfließen
von überschüssigem, aus der Auftragskammer über die Stauleiste austretenden flüssigen
Medium unter dem Einfluß der Schwerkraft zu ermöglichen, ist erfindungsgemäß eine
Ablauffläche vorgesehen, die mit einer horizontalen Ebene einen spitzen Winkel einschließt.
[0013] Obwohl die Stauleiste räumlich höher als das Rakelelement angeordnet ist und somit
überschüssiges Medium aus der Auftragskammer zunächst entgegen der Wirkungsrichtung
der Schwerkraft austreten, d.h. nach oben ausfließen muß, wird erfindungsgemäß ein
problemloses Abfließen von überschüssigem flüssigen Medium realisiert. Das überschüssige
flüssige Medium fließt zwischen der Walze und der Stauleiste entgegen der Walzendrehrichtung
ab und sorgt dabei für eine wirkungsvolle Ablösung der Luftgrenzschicht von der Walzenmantelfläche.
Die Luftgrenzschicht könnte sonst durch die Auftragskammer hindurch zum Rakelelement
gelangen und durch die Ausbildung von Luftbläschen zu einem fehlerhaften Strich führen.
[0014] Durch die erfindungsgemäße Plazierung des Auftragswerks im abwärtslaufenden Sektor
der Walzenmantelfläche bleibt bei indirektem Auftrag und bei Führung der Materialbahn
bezüglich einer horizontalen Ebene von unten nach oben zumindest ein in der bezüglich
einer horizontalen Ebene unteren Walzenhälfte liegender Viertelkreissektor der Walzenmantelfläche,
in dem ein Punkt auf dem Walzenmantel wieder nach oben läuft, für das Bedienpersonal
von unten gut einsehbar. So kann die Strichqualität auf der Auftragswalze zwischen
dem Auftragswerk und der Materialbahn unmittelbar optisch kontrolliert werden.
[0015] Aber auch für einen direkten Auftrag eines flüssigen Mediums auf eine Materialbahn,
die um eine Gegenwalze geführt wird, kann die erfindungsgemäße Vorrichtung vorteilhaft
verwendet werden. So ist analog zu der vorher beschriebenen Anordnung bei indirektem
Auftrag nach dem direkten Auftrag eine optische Kontrolle des aufgetragenen Strichs
auf der Materialbahn von unten durch das Bedienpersonal möglich. Weiterhin kann bei
der erfindungsgemäßen Vorrichtung an der bezüglich einer durch die Walzenachse verlaufenden
horizontalen Ebene unteren Hälfte des Walzenmantels in dem abwärtslaufenden Viertelkreissektor
der Mantelfläche ein Auftragswerk gemäß der Erfindung angeordnet werden und in dem
zweiten Viertelkreissektor, in dem die Mantelfläche aufwärtsläuft, zusätzlich ein
zweites Auftragswerk in herkömmlicher Weise vorgesehen werden. So können z.B. bei
direktem Auftrag zwei verschiedene Striche nacheinander auf die Materialbahn aufgebracht
werden. Natürlich kann dabei das gemäß der Erfindung angeordnete Auftragswerk in der
abwärtslaufenden Hälfte der Walzenmantelfläche auch bereits oberhalb der durch die
Walzenachse verlaufenden horizontalen Ebene angeordnet sein.
[0016] Der abwärtslaufende Sektor der Walzenmantelfläche, in dem das Auftragswerk angeordnet
ist, erstreckt sich bezüglich einer durch die Walzenachse verlaufenden horizontalen
Ebene vorzugsweise um einen Bogenwinkelbereich von 30° nach oben und einen Bogenwinkelbereich
von 90° nach unten. Mit anderen Worten ist es erfindungsgemäß günstig, das Auftragswerk,
in Richtung der Walzenlängsachse betrachtet, bei einer Walzenrotation im Uhrzeigersinn
in einem Bereich anzuordnen, der sich von der Zwei-Uhr-Position bis zur Sechs-Uhr-Position
der Walzenmantelfläche erstreckt, und bei einer Walzenrotation im Gegenuhrzeigersinn
in einem Bereich anzuordnen, der sich von der Zehn-Uhr-Position bis zur Sechs-Uhr-Position
erstreckt.
[0017] Das Auftragswerk kann in einem abwärtslaufenden Sektor der Walzenmantelfläche angeordnet
werden, der sich von einer durch die Walzenachse verlaufenden horizontalen Ebene in
einem Bogenwinkelbereich von 90° nach unten erstreckt. Dies entspricht bei Rotation
der Walze im Uhrzeigersinn einem Bereich von ungefähr der Drei-Uhr-Position bis ungefähr
zur Sechs-Uhr-Position der Walzenmantelfläche und bei Rotation der Walze im Gegenuhrzeigersinn
einem Bereich von der Neun-Uhr-Position ebenfalls bis zur Sechs-Uhr-Position. Eine
bevorzugte Position für die Anordnung des Auftragswerks ist dabei für eine Walzenrotation
im Uhrzeigersinn die Vier-Uhr-Position, d.h. die Position in einem Bogenwinkel von
ca. 30° unterhalb einer durch die Walzenachse verlaufenden horizontalen Ebene, bzw.
bei einer Walzenrotation im Gegenuhrzeigersinn die Acht-Uhr-Position, d.h. die zur
Vier-Uhr-Position bezüglich einer durch die Walzenachse verlaufenden vertikalen Ebene
spiegelbildliche Position. Dies gilt z. B. für etwa vertikale Bahnlaufrichtung bei
indirektem Auftrag. Bei schräg von unten nach oben durch einen Zwei-Walzen-Preßspalt
laufender Bahn (ebenfalls bei indirektem Auftrag) ist eine bevorzugte Position des
Auftragswerks die ungefähr Sechs-Uhr-Position an der unteren Walze, bzw. die ungefähr
Drei-(bzw. Neun-)Uhr-Position an der oberen Walze.
[0018] Weiterhin ist es erfindungsgemäß zweckmäßig, das Auftragswerk mit einer Andruckeinrichtung
für die Dosierrakel zu versehen, deren Andruckkraft über die Walzenbreite variabel
einstellbar ist. Somit läßt sich das Querprofil eines auf eine Materialbahn aufgebrachten
Strichs, also das Strichprofil in Richtung quer zur Durchlaufrichtung der Materialbahn,
genau einstellen. In einer günstigen Ausführung erfolgt die Einstellung der Andruckkraft
entweder manuell oder motorisch mittels Stellelementen. Diese Stellelemente, wie z.B.
Stellspindeln, drücken dann, über die Breite der Walze verteilt, auf ein Andruckelement,
wie z.B. einen mit Druckluft gefüllten Andruckschlauch. Eine bevorzugte erfindungsgemäße
Ausführungsform besteht darin, die Stellelemente als biegsame Spindelwellen auszugestalten,
so daß diese in ihrem räumlichen Verlauf gut an die konstruktiven Gegebenheiten des
Auftragswerks angepaßt werden können und z.B. außen um das Auftragswerk herum zum
Andruckelement hingeführt werden können. Durch eine entsprechende Einstellung der
verschiedenen Stellspindeln, entweder von Hand mit Einstellhandrädern oder automatisch
mittels Stellmotoren, kann der lokale Anpreßdruck der Stellspindeln auf das Andruckelement
und damit der lokale Anpreßdruck des Rakelelements gegen die Walze reguliert werden.
[0019] Ein weiteres Merkmal der Erfindung ist, daß die Kraft, welche den Rakelhalter im
Auftragswerk hält, nahezu senkrecht oder in einem Winkel größer als 90° zu der Kraft
steht, welche das Rakelelement gegen die Walze drückt. Der Rakelhalter ist auf diese
Weise leicht lösbar.
[0020] Erfindungsgemäß sind zwei Ausführungsformen für die relative Anordnung der Ablauffläche
und eines Zufuhrkanals für das flüssige Medium zueinander bevorzugt. Zum einen ist
es günstig, den Zufuhrkanal und die Ablauffläche so anzuordnen, daß sie sich bezüglich
einer Walzenumfangsrichtung jeweils auf verschiedenen Seiten der Stauleiste erstrecken.
Bei dieser Variante lassen sich dann die Zuführwege für das flüssige Medium zur Auftragskammer
räumlich getrennt von den Abführwegen für überschüssiges flüssiges Medium anordnen.
Dies führt zu einer relativ unkomplizierten Gestaltung der Zuführ- und Abführwege.
Stellelemente zur Regelung der Andruckkraft des Rakelelementes können dann beispielsweise
in Form von biegsamen Spindelwellen um das Auftragswerk herumgeführt werden, falls
sonst ein radialer Verlauf der Spindelwellen zum Rakelelement hin durch die Zufuhrwege
für das flüssige Medium führen müßte. Eine zweite günstige Variante besteht darin,
die Ablauffläche und einen Zufuhrkanal für das flüssige Medium jeweils auf der gleichen
Seite der Stauleiste anzuordnen. Die Abführwege für das überschüssige flüssige Medium,
z.B. von der Ablauffläche in eine Auffangrinne, und die Wege vom Zufuhrkanal zur Auftragskammer
können dann so gestaltet werden, daß sie sich gegenseitig kreuzen. Diese Variante
erlaubt eine bezogen auf die Walzenachse in etwa radiale Zuführung der Stellelemente,
z.B. der Stellspindeln, zum Rakelelement hin, ohne dabei die Zufuhrwege des flüssigen
Mediums zu durchqueren. Diese Bauart eignet sich besonders für eine Anordnung im Bereich
der Drei-Uhr-Position.
[0021] Erfindungsgemäß ist es ferner zweckmäßig, einen Zufuhrspalt zum Zuführen des flüssigen
Mediums in die Auftragskammer derart auszubilden, daß er bezogen auf die Walzenachse
in etwa radial in die Auftragskammer einmündet.
[0022] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der erfindungsgemäßen Vorrichtung anhand
der Zeichnungen näher erläutert.
[0023] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Einbausituation zweier erfindungsgemäßer Vorrichtungen in einer Auftragsmaschine
in einer Seitenansicht in Richtung der Walzendrehachsen gesehen;
- Fig. 2
- ein erstes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung in einer schematisierten
Querschnittsansicht;
- Fig. 3
- ein zweites Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung in einer schematisierten
Querschnittsansicht; und
- Fig. 4 bis 7
- schematisch und stark vereinfacht vier weitere Einbausituationen mit Vorrichtungen
der erfindungsgemäßen Art;
- Fig. 8
- schematisch und stark vereinfacht eine weitere konstruktive Einzelheit der erfindungsgemäßen
Auftragsvorrichtung; und
- Fig. 9
- ein weiteres Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung in einer schematisierten
Querschnittsansicht.
[0024] Fig. 1 zeigt eine Maschine zum Auftragen eines flüssigen Mediums, wie z.B. Stärke
oder einer Flüssigkeit mit Farbpigmenten, auf eine Materialbahn 1, die z.B. aus Papier
oder Karton besteht. Zwei Walzen 2 bilden zwischen sich einen Walzenspalt aus und
rotieren jeweils in der durch einen Pfeil angedeuteten Drehrichtung, so daß die Materialbahn
1 bezüglich einer horizontalen Ebene durch die Walzendrehachsen von unten nach oben
durch den Walzenspalt hindurchgefördert wird. An den beiden Walzen 2 sind spiegelsymmetrisch
Auftragswerke 3 angeordnet, mit denen das flüssige Medium auf die Mantelflächen der
Walzen 2 aufgetragen wird, um dann von den Walzen im Walzenspalt auf die Materialbahn
1 übertragen zu werden, wodurch ein beidseitiger Auftrag des flüssigen Mediums auf
die Materialbahn erfolgt.
[0025] Die beiden Auftragswerke 3 sind jeweils an einer Position an den Walzen 2 angeordnet,
an der sich ein Punkt auf der Walzenmantelfläche bezüglich einer horizontalen Ebene
abwärts bewegt. Das rechte Auftragswerk 3 ist bezüglich der zugehörigen Walze 2, die
sich im Uhrzeigersinn dreht, an einer Stelle angeordnet, die auf einem auf den Walzenquerschnitt
projizierten Uhrenziffernblatt der Vier-Uhr-Position entsprechen würde. Bezüglich
der beiden Walzen spiegelsymmetrisch dazu ist das linke Auftragswerk 3 an der linken,
im Gegenuhrzeigersinn rotierenden Walze 2 an einer Stelle angeordnet, die auf einem
Uhrenziffernblatt der Acht-Uhr-Position entsprechen würde. Auf die konstruktiven Einzelheiten
der Lagerung der Auftragswerke 3 an der Maschinenanordnung wird hier nicht näher eingegangen,
da diese einer herkömmlichen Bauweise entspricht.
[0026] Wie sich aus der Maschinenanordnung in Fig. 1 ersehen läßt, kann das Bedienpersonal
bei der gezeigten Konfiguration von unten an jeder Walze 2 im Bereich zwischen dem
Auftragswerk 3 und der Materialbahn 1 den auf die Walzen aufgetragenen Flüssigkeitsfilm
auf seine Qualität hin kontrollieren. Somit lassen sich eventuelle Fehler im Film
an den Walzen gut erkennen und klar dem jeweiligen Auftragswerk zuordnen. Diese Zuordnung
ist dagegen nach dem erfolgten beidseitigen Auftrag des flüssigen Mediums auf die
Materialbahn im Durchlicht nicht mehr mit Sicherheit möglich.
[0027] Nachfolgend.werden nun die konstruktiven Einzelheiten eines ersten Ausführungsbeispiels
der erfindungsgemäßen Auftragsvorrichtung mit Bezug auf die Fig. 2 erläutert. Dort
ist ein Auftragswerk 3, das der Anordnung des rechten, in Fig. 1 gezeigten Auftragswerks
entspricht, im Querschnitt in bezug zur Walze 2 gezeigt, die in der gezeigten Pfeilrichtung
rotiert.
[0028] Im Auftragswerk 3 ist ein Rakelbett (bzw. Rakelhalter) 5 angeordnet, welches durch
eine Kraft K gehalten wird und ein Rakelelement 4 trägt. Das Rakelelement 4 liegt
an der Walze 2 an und kann als Rollrakel, Rakelleiste, Rakelklinge oder dergleichen
ausgebildet sein. Das Rakelbett 5 weist im Querschnitt in Walzenumlaufrichtung abgewinkeltes
Profil, bestehend aus einer Flanke 5a und einer Flanke bzw. Fußleiste 5b, auf. Die
Erstreckung der Flanke 5b ist durch den zur Walze 2 hin weisenden Pfeil R angedeutet.
Die Querschnittserstreckung der Flanke bzw. Fußleiste 5b in Richtung (Pfeil R) auf
die Walze 2 zu und eine an dem Rakelelement 4 in Walzenumlaufrichtung an die Mantelfläche
der Walze 2 angelegte Tangente (Pfeil T) schließen einen Winkel α von im Wesentlichen
90° oder größer ein. Bezüglich einer horizontalen Ebene oberhalb des Rakelelements
4 ist eine Stauleiste 7 angeordnet. Das Rakelelement 4, die Flanke 5a des derart abgewinkelten
Rakelbetts, die Stauleiste 7 und der jeweils zwischen dem Rakelelement 4 und der Stauleiste
7 befindliche Abschnitt der Walzenmantelfläche schließen eine Auftragskammer 6 ein.
Ein Zufuhrkanal 11 steht über Verteilbohrungen 23 mit einem Ausgleichsraum 12 in Verbindung,
der wiederum über einen Zufuhrspalt 9 mit der Auftragskammer 6 verbunden ist.
[0029] Die Stauleiste 7 ist in einer Vorderwand 10 befestigt, deren eine Außenfläche als
Ablauffläche 8 ausgebildet ist. An die Ablauffläche 8 schließt sich eine Auffangrinne
13 an. Die Vorderwand 10 mit der Stauleiste 7 und die Auffangrinne 13 sind z.B. für
Reinigungszwecke um ein Gelenk 14 abschwenkbar.
[0030] Anstelle einer im Abstand von der Mantelfläche der Walze 2 endenden Stauleiste 7,
wie sie in den Ausführungsbeispielen nach den Fig. 2 und 3 eingesetzt ist, kann auch
eine bis an die Mantelfläche der Walze heranreichende Stauleiste 7', wie sie in Fig.
8 dargestellt ist, eingesetzt werden. Diese Stauleiste 7' ist als mit Durchtrittslöchern
versehene Klinge ausgebildet, die die Mantelfläche der Walze 2 reinigt.
[0031] Das Auftragswerk 3 nach dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 2 umfaßt ferner einen
hohlen Balken 15 sowie ein im Inneren des Balkens gelenkig gelagertes Joch 16. Zwei
gegenüberliegende Flächen des ebenfalls balkenförmig gestalteten Jochs 16, die bezüglich
der Walzendrehachse etwa in radiale Richtung weisen, sind über Druckpolster 17 gegen
den Balken 15 abgestützt. Weiterhin ist eine Meßeinrichtung 22 zur Messung der Durchbiegung
des Auftragswerks vorgesehen. Der Balken 15, das Joch 16, die Druckpolster 17 und
die Meßeinrichtung 22 sind Bestandteile eines Durchbiegungsausgleichssystems für das
Auftragswerk.
[0032] Schließlich weist das Auftragswerk einen Andruckschlauch 18 auf, der sich über die
gesamte Breite des Auftragswerks 3 erstreckt und in Kontakt mit der Flanke 5a des
abgeknickten Rakelbetts 5 steht. Der Andruckschlauch 18 wird von einer Andruckleiste
19 beaufschlagt, die ebenfalls durchgehend verläuft. Der Vektor der Andruckkraft ist
durch den Pfeil P gekennzeichnet. Über die Breite des Auftragswerks 3 verteilt sind
Spindelwellen 20 angeordnet, die an ihrem einen Ende mit einem Handeinstellrad 21
versehen sind und mit ihrem anderen Ende mit der Andruckleiste 19 in Wirkverbindung
stehen. Der Andruckschlauch 18, die Andruckleiste 19 und die Stellspindeln 20, die
als biegsame Wellen oder als Kardanwellen ausgeführt sind, bilden ein System, mit
dem der Andruck des Rakelelements 4 gegen die Walze 2 über die Länge des Auftragwerks
3 variabel eingestellt werden kann, um das Strichquerprofil auf der Walzenmantelfläche
einzustellen.
[0033] Anschließend wird die Funktionsweise des zuvor beschriebenen Auftragswerks 3 erläutert.
Das auf die Materialbahn 1 (vgl. Fig. 1) aufzutragende flüssige Medium wird dem Auftragswerk
3 durch den Zufuhrkanal 11 zugeführt, von dort aus über die Verteilbohrungen 23 in
den Ausgleichsraum 12 geleitet und strömt dann über den Zufuhrspalt 9 in die Auftragskammer
6. Das flüssige Medium steht dabei unter Druck, so daß die Auftragskammer 6 eine Druckkammer
darstellt, in der sich ein möglichst gleichmäßiger Druck ausbilden soll, unter dem
das Rakelelement 4 mit dem flüssigen Medium beaufschlagt wird, damit durch das Rakelelement
4 flüssiges Medium in einer gewünschten Strichstärke auf die Walzenmantelfläche aufgetragen
wird. Überschüssiges flüssiges Medium tritt zwischen der Stauleiste 7 und der Walzenmantelfläche,
oder wie in Fig. 8 dargestellt, bei Verwendung einer bis an die Walzenmantelfläche
reichenden, gelochten Klinge als Stauleiste 7', durch die Durchtrittslöcher der Stauleiste
7', hindurch und fließt infolge der Schwerkraft gleichmäßig über die Ablauffläche
8 in die Auffangrinne 13 ab. Das in der Auffangrinne gesammelte flüssige Medium wird,
gegebenenfalls nach Durchlauf eines Reinigungsfilters, dem Auftragswerk 3 wieder zugeführt.
Durch das zwischen der Stauleiste 7 und der Walze 2 austretende überschüssige flüssige
Medium wird ein Dichtstrom im Spalt zwischen der Stauleiste 7 und der Walze 2 (oder
den Durchtrittslöchern im Falle der Benutzung der gelochten Klinge 7' gemäß Fig. 8)
gebildet. Die Ausbildung dieses Dichtstroms an der Walzenmantelfläche mit einer Strömungsrichtung
entgegen der Walzendrehrichtung hat den sehr günstigen Effekt, daß die Luftgrenzschicht
an der rotierenden Walzenmantelfläche durch den gegenläufigen Strom zwischen der Stauleiste
7 und der Walze 2 abgelöst wird und so verhindert wird, daß die Luftgrenzschicht wie
bei herkömmlichen, mit einem Sumpf mit freiem Flüssigkeitsspiegel arbeitenden Auftragswerken
bis zum Rakelelement 4 durchgerissen werden und so Strichfehler verursachen könnte.
[0034] Obwohl also bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung die Stauleiste 7 bezüglich einer
horizontalen Ebene höher liegt als das Rakelelement 4, ist eine einwandfreie Funktion
des Auftragswerks 3 und ein gleichmäßiger Ablauf von überschüssigem flüssigen Medium
aus der Auftragskammer 6 gewährleistet.
[0035] Nun wird die prinzipielle Funktion der Durchbiegungsausgleichsanordnung erläutert.
Die Meßeinrichtung 22 mißt in bekannter Weise eine Durchbiegung des Auftragswerks
3. Falls eine Durchbiegung des Auftragsbalkens 15 in radialer Richtung bezüglich der
Walzenachse registriert wird, werden entsprechend die Druckpolster 17, die sich jeweils
zwischen dem Joch 16 und dem Balken. 15 abstützen, mehr oder weniger stark mit einem
Druckmedium, z. B. Druckluft beaufschlagt, um die Durchbiegung in radialer Richtung
zu kompensieren. Ein Durchbiegungsausgleich für das Auftragswerk 3 in radialer Richtung
ist deshalb besonders wichtig, weil radiale Durchbiegungen unmittelbar zu Fehlern
in der Querprofilierung des Strichs führen. Natürlich kann aber auch zusätzlich ein
Durchbiegungsausgleich in Umfangsrichtung der Walze 2 durch weitere Druckpolster vorgesehen
sein. Neben dem beschriebenen mechanischen Biegungsausgleich kann auch in bekannter
Weise ein thermischer Durchbiegungsausgleich vorgesehen werden.
[0036] Das Andrucksystem für das Rakelelement 4 (Dosierrakel) funktioniert derart, daß durch
unterschiedliche Einstellungen der Stellspindeln 20 über die Breite des Auftragswerks
3 örtlich unterschiedliche Andruckkräfte auf den Andruckschlauch 18 übertragen werden,
die von diesem wiederum über die Flanke 5a des Rakelbetts 5 an das Rakelelement 4
weitergeleitet werden. Somit ist zum einen eine spezielle Strichquerprofilierung möglich,
z.B. derart, daß der Strich an den Rändern der Materialbahn nach außen zu den Kanten
hin abfallen soll, und zum anderen ist eine Korrektur von Ungleichmäßigkeiten im Strichquerprofil
durch entsprechende Variation der lokalen Andruckkräfte mittels der Stellspindeln
möglich. Falls die Stellspindeln 20 motorisch mittels entsprechenden Stellmotoren
angesteuert werden, kann eine automatische Rückkopplung zwischen einer Meßstation,
die die Qualität des Strichs überprüft, und einer Nachjustierung der Stellspindeln
vorgesehen sein.
[0037] In Fig. 3 ist ein zweites Ausführungsbeispiel veranschaulicht, bei dem diejenigen
Bauteile und Komponenten, die dem in Fig. 2 gezeigten Ausführungsbeispiel entsprechen,
mit den gleichen Bezugszeichen versehen sind. Soweit sie bereits für das erste Ausführungsbeispiel
gemäß Fig. 2 erläutert wurden, werden übereinstimmende Baugruppen und deren Funktionsweise
beim zweiten Ausführungsbeispiel nicht mehr extra erläutert. Beim zweiten Ausführungsbeispiel
ist der Zufuhrkanal 11, in Umfangsrichtung der Walze 2 gesehen, auf der gleichen Seite
der Stauleiste 7 angeordnet wie die Ablauffläche 8. Da der Zufuhrkanal 11 bezogen
auf die Walzenachse radial auswärts hinter der Ablauffläche 8 angeordnet ist, kann
dort nicht, wie bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 2, eine Auffangrinne plaziert
sein. Deshalb ist, wie in Fig. 3 ersichtlich, ein Überlaufkanal 25 gestaltet, der
von der Ablauffläche 8 zu einer Auffangrinne 13 geführt ist, die sich am Auftragswerk
3 auf der anderen Seite der Stauleiste 7 befindet. Vom Zufuhrkanal 11 sind, wie beim
ersten Ausführungsbeispiel, Verteilleitungen 23 zum Ausgleichsraum 12 geführt, der
dann über den Zufuhrspalt 9 in die Auftragskammer 6 mündet. Bei dem zweiten Ausführungsbeispiel
kreuzen sich jedoch der Zufuhrstrom und der Überlaufstrom des flüssigen Mediums, wie
durch die entsprechenden Strömungspfeile veranschaulicht ist.
[0038] Durch die geänderte Anordnung des Zufuhrkanals 11 und die geänderte, sich kreuzende
Strömungsführung können, wie in Fig. 3 gezeigt, die Stellspindeln als starre Stellspindeln
24 ausgebildet sein, da sie lediglich den in die Auffangrinne 13 einlaufenden Überlaufstrom
kreuzen müssen. Beim ersten Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 2 ist dagegen eine bezüglich
der Walzenachse im wesentlichen radiale Erstreckung der dortigen Stellspindeln 20
entsprechend den Stellspindeln 24 in Fig. 3 nicht möglich, da die Stellspindeln 20
dann durch den Zufuhrkanal 11 verlaufen würden, was die Strömungsverhältnisse unzulässig
beeinträchtigen würde. Aber auch beim ersten Ausführungsbeispiel in Fig. 2 können
geradlinig verlaufende, starre Stellspindeln wie beim zweiten Ausführungsbeispiel
realisiert werden, indem die Stellspindeln 20 auf den in Fig. 2 gezeigten oberen Bereich
mit geradliniger Erstreckung verkürzt werden oder in der Richtung dieses oberen Bereichs
geradlinig nach unten verlängert werden. Ein Stellmotor könnte beispielsweise an der
gemäß Fig. 2 linken Seite des Auftragswerks 3 im Bereich unterhalb der Meßeinrichtung
22 angeordnet werden.
[0039] Bei den in den Fig. 4 und 5 dargestellten Einbausituationen sind Vorrichtungen der
erfindungsgemäßen Art eingesetzt, die zum einseitigen und direkten Auftrag von flüssigem
Medium auf eine laufende Materialbahn dienen.
[0040] Bei der in Fig. 4 dargestellten Einbausituation läuft die Materialbahn etwa in einem
Winkel von 45° durch einen von zwei Walzen gebildeten Preßspalt von unten nach oben
durch die Vorrichtung hindurch. Das Auftragswerk 3 befindet sich bei dieser Anordnung
an der unteren Walze, etwa in deren Sechs-Uhr-Position.
[0041] Bei der in Fig. 5 dargestellten Einbausituation läuft die Materialbahn von schräg
unten in den Preßspalt ein und nach oben etwa senkrecht aus. Das Auftragswerk 3 wiederum
befindet sich bei dieser Version etwa in der Drei-Uhr-Position, wobei die aus Fig.
2 bekannten Pfeile R und T einen Winkel α > 90° einschließen. Die Ablauffläche 8 ist
bei dieser Anordnung noch in einem ausreichenden spitzen Winkel β egenüber der Horizontalen
derart geneigt, daß das über die Stauleiste austretende flüssige Medium noch unter
dem Einfluß der Schwerkraft in die Auffangrinne 13 abfließen kann.
[0042] Bei der in den Fig. 6 und 7 dargestellten Einbausituation sind Vorrichtungen der
erfindungsgemäßen Art eingesetzt, die zum direkten Auftrag von flüssigem Medium auf
eine laufende Materialbahn eingerichtet sind.
[0043] Im Falle der in Fig. 6 dargestellten Einbausituation erfolgt der Auftrag des flüssigen
Mediums in zwei Stufen. Während eine erste Schicht durch ein Auftragswerk 3 der erfindungsgemäßen
Art aufgetragen wird, das sich etwa in einer Vier-Uhr-Position befindet, erfolgt das
Aufbringen der zweiten Schicht über ein etwa in der Acht-Uhr-Position angeordnetes
Düsenauftragsaggregat 27 der bekannten Art.
[0044] Im Falle der Anordnung gemäß Fig. 7 erfolgt der Auftrag des flüssigen Mediums im
Wege einer sogenannten Vor- und Fertigdosierung. Während die Vordosierung durch ein
Auftragswerk 3 der erfindungsgemäßen Art erfolgt, das etwa in der Vier-Uhr-Position
angeordnet ist, wird die Fertigdosierung mit einem etwa in der Acht-Uhr-Position angeordneten
Klingen-Abstreif-Aggregat 28 bekannter Bauart realisiert. Dieses Klingen-Abstreif-Aggregat
28 ist auf einem Balken 29 bekannter Bauart montiert, über den die Durchbiegung und
damit die Schichtdicke für die Feindosierung über die Balkenlänge präzise eingestellt
werden kann.
[0045] Fig. 9 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel des Auftragswerkes, ähnlich Fig. 2
und 3, jedoch für den Einbau ca. in die Zwei-Uhr-Position. Auch hier sind die Querschnittserstreckung
der Fußleiste 5b in Richtung (Pfeil R) auf die Walze 2 zu und die an dem Rakelelement
4 in Walzenumlaufrichtung an die Mantelfläche der Walze 2 angelegte Tangente (Pfeil
T) sowie die Andruckkraft des Rakelelementes (Pfeil P) und die Rakelhalterkraft (Pfeil
K) eingezeichnet.
1. Vorrichtung zum Auftragen von mindestens einem flüssigen Medium auf eine laufende
Materialbahn, insbesondere aus Papier oder Karton, mit
- einem Auftragswerk (3) für das flüssige Medium,
- einer dem Auftragswerk (3) zugeordneten Walze (2) zur Aufnahme des flüssigen Mediums
bei indirektem Auftrag oder zum Führen der Materialbahn (1) bei direktem Auftrag,
wobei
das Auftragswerk (3) in einem abwärtslaufenden Sektor der Mantelfläche der Walze (2)
angeordnet ist,
- einem an dem Auftragswerk (3) angeordneten Rakelelement (4) sowie einer entgegen
der Drehrichtung der Walze (2) im Abstand zum Rakelelement (4) am Auftragswerk (3)
angeordneten Stauleiste (7),
- einem Rakelbett (5), das ein Querschnittsprofil aufweist mit
- einer Fußleiste (5b), die im Auftragswerk (3) befestigt ist, und mit
- einer in Walzenumlaufrichtung von der Fußleiste (5b) abgewinkelten Flanke (5a),
welche das Rakelelement (4) aufnimmt,
wobei die Querschnittserstreckung der Fußleiste (5b) in Richtung (Pfeil R) auf die
Walze (2) zu und eine an dem Rukelelement (4) in Walzenumfangsrichtun an die Mantelfläche
der Walze (2) angelegte Tangente (Pfeil T) einem Winkel (α) von im Wesentlichen 90°
oder größer ein schließen, und
- wobei das Rakelelement (4), die abgewinkelte Flanke (5a), die Stauleiste (7) und
der jeweils zwischen dem Rakelelement (4) und der Stauleiste (7) befindliche Abschnitt
der Walzenmantelfläche eine Auftragskammer (6) einschließen,
- wobei die Fußleiste (5b) einen Zufuhrspalt (9) zur Zuführung des Flüssigen Mediums
in die Auftragskammer (6) begrenzt, sowie
- einer am Auftragswerk (3) vorgesehenen Ablauffläche (8), über die überschüssiges,
aus der Auftragskammer (6) über die Stauleiste (7) austretendes flüssiges Medium unter
dem Einfluss der Schwerkraft abfließt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Ablauffläche (8) mit einer horizontalen Ebene (26) einen spitzen Winkel (β) einschließt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
der abwärtslaufende Sektor der Mantelfläche der Walze (2) sich bezüglich einer durch
die Walzenachse verlaufenden horizontalen Ebene um einen Bogenwinkelbereich von 30°
nach oben und einen Bogenwinkelbereich von 90° nach unten erstreckt.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
der abwärtslaufende Sektor der Mantelfläche der Walze (2) sich von einer durch die
Walzenachse verlaufenden horizontalen Ebene um einen Bogenwinkelbereich von etwa 90°
nach unten erstreckt.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Auftragswerk (3) mit einer Andruckeinrichtung (18, 19, 20, 21) für das Rakelelement
(4) versehen ist, deren Andruckkraft über die Walzenbreite variabel einstellbar ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Einstellung der Andruckkraft mittels Stellelementen (20, 21; 24, 21) manuell oder
motorisch erfolgt.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Stellelemente als biegsame Spindelwellen (20) ausgeführt sind.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Rakelbett (5) so im Auftragswerk (3) angeordnet ist, daß die Kraft (K), welche
das Rakelbett (5) im Auftragswerk (3) hält, nahezu senkrecht zur Kraft (P) steht,
welche das Rakelelement (4) an die Walze (2) andrückt.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß
sich beim Auftragswerk (3) ein Zufuhrkanal (11) für das flüssige Medium und die Ablauffläche
(8) bezüglich der Walzenumfangsrichtung jeweils auf verschiedenen Seiten der Stauleiste
(7) erstrecken.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß
sich beim Auftragswerk (3) ein Zufuhrkanal (11) für das flüssige Medium und die Ablauffläche
(8) bezüglich der Walzenumfangsrichtung jeweils auf der gleichen Seite der Stauleiste
(7) erstrecken.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, daß
sich der Zufuhrkanal (11) und ein Überlauf kanal (25), der eine Verlängerung der Ablauffläche
(8) ist, im Querschnitt durch das Auftragswerk (3) betrachtet, überkreuzen.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, daß
beim Auftragswerk (3) ein Zufuhrspalt (9) zum Zuführen des flüssigen Mediums in die
Auftragskammer (6) bezogen auf Walzenachse in etwa radial in die Auftragskammer (6)
einmündet.
1. Apparatus for applying at least one liquid medium to a moving web, in particular a
paper or board web, having
- an applicator unit (3) for the liquid medium,
- a roll (2) associated with the applicator unit (3) to pick up the liquid medium
in the case of indirect application or to guide the web (1) in the case of direct
application,
the applicator unit (3) being arranged in a sector of the circumferential surface
of the roll (2) that runs downwards,
- a doctor element (4) arranged on the applicator unit (3), and a damming strip (7)
arranged on the applicator unit (3) at a distance from the doctor element (4) in the
direction opposite to the direction of rotation of the roll (2),
- a doctor bed (5), which has a cross-sectional profile with
- a foot strip (5b), which is fixed in the applicator unit (3), and with
- a flank (5a) which is angled over from the foot strip (5b) in the roll direction
of rotation and which holds the doctor element (4),
the cross-sectional extent of the foot strip (5b) in the direction (arrow R) of the
roll (2), and a tangent (arrow T) drawn to the circumferential surface of the roll
(2) at the doctor element (4) in the roll direction of rotation forming an angle (α)
of substantially 90° or more, and
- the doctor element (4), the angled flank (5a), the damming strip (7) and the respective
section of the roll circumferential surface located between the doctor element (4)
and the damming strip (7) enclosing an application chamber (6),
- the foot strip (5b) bounding a feed gap (9) for feeding the liquid medium into the
application chamber (6), and also
- a run-off surface (8) provided on the applicator unit (3), over which excessive
liquid medium emerging from the application chamber (6) over the damming strip (7)
flows away under the influence of gravity.
2. Apparatus according to Claim 1, characterized in that the run-off surface (8) forms an acute angle (β) with a horizontal plane (26).
3. Apparatus according to Claim 1, characterized in that the sector of the circumferential surface of the roll (2) which runs downwards extends
upwards through an angular range of 30° and downwards through an angular range of
90° with respect to a horizontal plane running through the roll axis.
4. Apparatus according to Claim 1 or 2, characterized in that the sector of the circumferential surface of the roll (2) which runs downwards extends
downwards through an angular range of about 90° from a horizontal plane running through
the roll axis.
5. Apparatus according to one of Claims 1 to 4, characterized in that the applicator unit (3) is provided with a pressing device (18, 19, 20, 21), for
the doctor element (4), whose pressing force can be adjusted variably over the roll
width.
6. Apparatus according to Claim 5, characterized in that the adjustment of the pressing force is carried out manually or by motor by means
of actuating elements (20, 21; 24, 21).
7. Apparatus according to Claim 6, characterized in that the actuating elements are designed as flexible screw shafts (20).
8. Apparatus according to one of Claims 5 to 7, characterized in that the doctor bed (5) is arranged in the applicator unit (3) in such a way that the
force (K) which holds the doctor bed (5) in the applicator unit (3) is virtually perpendicular
to the force (P) which presses the doctor element (4) onto the roll (2).
9. Apparatus according to one of Claims 1 to 8, characterized in that in the applicator unit (3), a feed channel (11) for the liquid medium and the run-off
surface (8) in each case extend on different sides of the damming strip (7) with respect
to the roll circumferential direction.
10. Apparatus according to one of Claims 1 to 8, characterized in that in the applicator unit (3), a feed channel (11) for the liquid medium and the run-off
surface (8) in each case extend on the same side of the damming strip (7) with respect
to the roll circumferential direction.
11. Apparatus according to Claim 10, characterized in that the feed channel (11) and an overflow channel (25), which is an extension of the
run-off surface (8), cross each other, as viewed in cross section through the applicator
unit (3).
12. Apparatus according to one of Claims 1 to 11, characterized in that in the applicator unit (3), a feed gap (9) for feeding the liquid medium into the
application chamber (6) opens into the application chamber (6) approximately radially
in relation to the roll axis.
1. Dispositif pour l'application d'au moins un fluide liquide sur une bande de matière
en mouvement, en particulier en papier ou en carton, avec
- un dispositif d'enduction (3) pour le fluide liquide,
- un cylindre (2) associé au dispositif d'enduction (3) pour recevoir le fluide liquide
en cas d'application indirecte ou pour guider la bande de matière (1) en cas d'application
directe,
dans lequel le dispositif d'enduction (3) est disposé dans un secteur descendant de
la surface latérale du cylindre (2),
- un élément de racle (4) disposé sur le dispositif d'enduction (3) ainsi qu'une barrette
de retenue (7) disposée sur le dispositif d'enduction (3) à distance de l'élément
de racle (4) dans le sens contraire au sens de rotation du cylindre (2),
- un banc de racle (5), qui présente en section transversale un profil avec
- une barrette de pied (5b) qui est fixée dans le dispositif d'enduction (3), et avec
- un flanc (5a) coudé sur la barrette de pied (5b) dans le sens de défilement du cylindre,
qui porte l'élément de racle (4),
dans lequel l'extension en section transversale de la barrette de pied (5b) en direction
(flèche R) du cylindre (2) et une tangente (flèche T) à la surface latérale du cylindre
(2) menée à l'élément de racle (4) dans le sens de défilement du cylindre forment
un angle (α) d'environ 90° ou davantage, et
- dans lequel l'élément de racle (4), le flanc coudé (5a), la barrette de retenue
(7) et la portion de la surface latérale du cylindre se trouvent respectivement entre
l'élément de racle (4) et la barrette de retenue (7) délimitent une chambre d'application
(6),
- dans lequel la barrette de pied (5b) délimite une fente d'alimentation (9) pour
l'arrivée du fluide liquide dans la chambre d'application (6), ainsi qu'avec
- une face d'écoulement (8) prévue sur le dispositif d'enduction (3), sur laquelle
le fluide liquide en excès, s'échappant de la chambre d'application (6) au-dessus
de la barrette de retenue (7), s'écoule sous l'effet de la gravité.
2. Dispositif suivant la revendication 1, caractérisé en ce que la face d'écoulement (8) forme un angle aigu (β) avec un plan horizontal (26).
3. Dispositif suivant la revendication 1, caractérisé en ce que le secteur descendant de la surface latérale du cylindre (2) s'étend, par rapport
à un plan horizontal passant par l'axe du cylindre, sur un segment angulaire de 30°
vers le haut et sur un segment angulaire de 90° vers le bas.
4. Dispositif suivant la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le secteur descendant de la surface latérale du cylindre (2) s'étend sur un segment
angulaire d'environ 90° vers le bas à partir d'un plan horizontal passant par l'axe
du cylindre.
5. Dispositif suivant l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que le dispositif d'enduction (3) est pourvu d'un équipement de pression (18, 19, 20,
21) pour l'élément de racle (4), dont la force de pression est réglable de façon variable
sur la largeur du cylindre.
6. Dispositif suivant la revendication 5, caractérisé en ce que le réglage de la force de pression est effectué manuellement ou par un moteur, au
moyen d'éléments de réglage (20, 21; 24, 21).
7. Dispositif suivant la revendication 6, caractérisé en ce que les éléments de réglage sont constitués par des arbres à broche flexibles (20).
8. Dispositif suivant l'une quelconque des revendications 5 à 7, caractérisé en ce que le banc de racle (5) est placé dans le dispositif d'enduction (3) de façon telle
que l'effort (K), qui tient le banc de racle (5) dans le dispositif d'enduction (3),
soit sensiblement perpendiculaire à l'effort (P), qui presse l'élément de racle (4)
sur le cylindre (2).
9. Dispositif suivant l'une quelconque des revendications 1 à 8, caractérisé en ce que, dans le dispositif d'enduction (3), un canal d'alimentation (11) pour le fluide
liquide et la face d'écoulement (8) s'étendent chaque fois sur des côtés différents
de la barrette de retenue (7) par rapport à la direction périphérique du cylindre.
10. Dispositif suivant l'une quelconque des revendications 1 à 8, caractérisé en ce que, dans le dispositif d'enduction (3), un canal d'alimentation (11) pour le fluide
liquide et la face d'écoulement (8) s'étendent chaque fois du même côté de la barrette
de retenue (7) par rapport à la direction périphérique du cylindre.
11. Dispositif suivant la revendication 10, caractérisé en ce que le canal d'alimentation (11) et un canal de débordement (25), qui constitue un prolongement
de la face d'écoulement (8), se croisent en regardant suivant la section transversale
du dispositif d'enduction (3).
12. Dispositif suivant l'une quelconque des revendications 1 à 11, caractérisé en ce que, dans le dispositif d'enduction (3), une fente d'alimentation (9) pour l'arrivée
du fluide liquide dans la chambre d'application (6) débouche sensiblement en direction
radiale dans la chambre d'application (6), par rapport à l'axe du cylindre.