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(11) |
EP 0 677 643 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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03.07.2002 Patentblatt 2002/27 |
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Anmeldetag: 12.04.1995 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)7: E21D 9/10 |
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Tunnelbohrmaschine bzw. Rohrvortriebmaschine
Tunnel boring machine
Machine de perforation des tunnels
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Benannte Vertragsstaaten: |
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CH DE IT LI SE |
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Priorität: |
15.04.1994 DE 4413235
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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18.10.1995 Patentblatt 1995/42 |
| (73) |
Patentinhaber: VOEST-ALPINE Bergtechnik
Gesellschaft m.b.H |
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8740 Zeltweg (AT) |
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Erfinder: |
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- Kogler, Peter, Dipl. Ing.
A-8720 Knittelfeld (AT)
- Koslowski, Günther, Dipl. Ing.
D-46244 Bottrop (DE)
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| (74) |
Vertreter: Haffner, Thomas M., Dr. |
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Patentanwalt
Schottengasse 3a 1014 Wien 1014 Wien (AT) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 054 526 EP-A- 0 126 047 EP-A- 0 520 909 GB-A- 1 314 563 US-A- 3 598 445
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EP-A- 0 115 942 EP-A- 0 183 899 FR-A- 1 512 947 US-A- 3 232 670
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Tunnelbohrmaschine bzw. Rohrvortriebsmaschine
für Hartgesteinsbohrungen mit einem die Bohrwerkzeuge tragenden, rotierbar gelagerten
Vollschnittbohrkopf.
[0002] Vor allem bei nicht begehbaren Tunnelquerschnitten konnten bisher Reparaturen an
einer Tunnelbohrmaschine in der Regel nur dann durchgeführt werden, wenn die Tunnelbohrmaschine
durch eine zusätzliche Grabung zuganglich gemacht wurde. Ein Heraustransport der Tunnelbohrmaschine
aus einer Tunnelröhre ist insbesondere dann, wenn gebirgssichernde Maßnahmen wie Tübbinge
oder ein Stahlringausbau erforderlich sind, nicht ohne weiteres möglich, da es nicht
immer möglich ist, die Bohrmaschine durch derartige Querschnittsverengungen zurückzuziehen.
Bei erhöhtem Gebirgsdruck können durch Konvergenzen Verengungen im Tunnelquerschnitt
entstehen, welche gleichfalls ein Zurückziehen der Tunnelbohrmaschine erschweren.
[0003] Für weiches Gestein ist es bekannt, bei kleineren, insbesondere nicht begehbaren
Tunnelquerschnitten den Bohrkopf durch mechanische Vorrichtungen in Teilbereichen
einzuklappen oder den Querschnitt zu verkleinern. Generell handelt es sich hiebei
in der Regel um Teilschnittwerkzeuge, und es sind unterschiedliche Verstellmechanismen,
beispielsweise der US-PS 5 104 262, der DE-OS 3 140 203 und der DE-PS 3 219 362 zu
entnehmen. Der EP-B1 169 393 ist ein allseits schwenkbarer Schrämkopf zu entnehmen,
welcher in einem Rahmen in Langsrichtung der Tunnelröhre verfahren werden kann, wobei
diese Ausgestaltung wiederum eine Teilschnittmaschine betrifft. Alle bekannten Einrichtungen,
bei welchen die Werkzeuge schwenkbar oder gemeinsam mit einem Schramkopf in geeignete
Position gebracht werden können, bieten insbesondere für das Schneiden von hartem
Gestein den Nachteil, daß die zusätzlichen mechanischen Vorrichtungen hohen Belastungen
ausgesetzt werden und daher zusätzliche Reparaturanfälligkeit mit sich bringen. Im
übrigen ist vor allem beim Schneiden von hartem Gestein der Einsatz von Vollschnittbohrköpfen
wesentlich vorteilhafter, und für derartige Vollschnittbohrköpfe bestand bisher nur
die Möglichkeit, die Abbaueinheit derart zu bergen, daß sie von der Oberfläche des
zu unterbohrenden Streckenabschnittes her freigegraben wird.
[0004] Aus der EP 520 909 A1 ist eine Tunnelvortriebsmaschine mit einem Bohrkopf in Form
einer Scheibe und einem hohlwellenförmigen Fortsatz bekanntgeworden, der mit zwei
Antrieben in Verbindung steht, wodurch der Bohrkopf in Rotation versetzt wird. Der
Bohrkopf ist über den Wellenteil in einem Ringgelenk, bestehend aus Ringen gegenüber
einem Außenring, welcher das Schild bildet, gelagert. Das Mehrringgelenk besteht hiebei
aus einem oder mehreren Ringen, welche nicht konzentrisch zueinander stehen, wodurch
bei gegenseitigem Verdrehen des bzw. der Innenringe gegenüber dem Innenring des Schildes
und der Bohrkopfwelle die Rotationsachse des Bohrkopfes in beliebig exzentrische Stellung
zur Tunnellängsachse gebracht werden kann. Diese Maßnahme ist insbesondere dann vorteilhaft,
wenn die Abnutzung der Bohrmeißel kompensiert werden soll bzw. ein Überschnitt von
Nöten ist, um die Tunnelbohrmaschine und den Bohrkopf in die Wölbung einzubringen.
[0005] Die Erfindung zielt nun darauf ab, eine Einrichtung der eingangs genannten Art dahingehend
weiterzubilden, daß ohne mechanische zusätzliche Einrichtungen die gesamte Ortsbrust
abgebaut werden kann und erforderlichenfalls ein Zurückziehen aus der Tunnelröhre
ohne Freigraben erfolgen kann. Zur Lösung dieser Aufgabe besteht die erfindungsgemäße
Bohrmaschine bzw. Vortriebsmaschine der eingangs genannten Art im wesentlichen darin,
daß der Bohrkopf und der Hüllkreis der Werkzeuge einen Durchmesser aufweisen, welcher
kleiner ist als der Durchmesser der Bohrung und daß die geometrische Achse des Hüllkreises
der Werkzeuge des Vollschnittbohrkopfes relativ zur Rotationsachse exzentrisch angeordnet
oder verlagerbar ist. Dadurch, daß ein Vollschnittbohrkopf zum Einsatz gelangt, welcher
in einer Weise relativ zur Rotationsachse bzw. zur Tunnellängsachse bewegt wird, daß
ein relativ großer Querschnitt ohne zusätzliche mechanisch ausfahrbare Schneidwerkzeuge
abgebaut werden kann, wird nun gleichzeitig die Möglichkeit geschaffen, durch bloße
Verlagerung der Rotationsachse eine Position einzunehmen, in welcher der Bohrkopf
durch die Tunnelröhre wiederum zurückgezogen werden kann, wofür es genügt, die Position
des Bohrkopfes relativ zur Tunnellängsachse zu verlagern. Die geometrische Achse des
Vollschnittbohrkopfes ist hiebei definiert durch den Hüllkreis der Werkzeuge am Vollschnittbohrkopf,
und eine Rotation eines derartigen Bohrkopfes um eine Rotationsachse, welche von der
geometrischen Achse verschieden ist, führt dazu, daß ein größerer Querschnitt abgebaut
werden kann, als dies dem Querschnitt des Vollschnittbohrkopfes allein entsprechen
würde. Umgekehrt erlaubt eine derartige Ausgestaltung durch einfache Verlagerung des
Vollschnittbohrkopfes eine Position einzunehmen, in welcher ein Herausziehen des Bohrkopfes
und der gesamten Tunnelbohrmaschine auch bei bestehenden Ausbauten oder einer Verrohrung
oder Konvergenzen ohne weiteres möglich ist.
[0006] Mit Vorteil ist die erfindungsgemäße Tunnelbohrmaschine bzw. Rohrvortriebsmaschine
so weitergebildet, daß der Bohrkopf eine Trägerscheibe aufweist, auf welcher Hartgesteinswerkzeuge
wie z.B. Disken angeordnet sind, deren radialer Abstand voneinander unter Berücksichtigung
der Exzentrizität des Hüllkreises der Disken zur Tunnellängsachse bzw. zur Rotationsachse
so gewählt ist, daß die Schneidlinienabstande auf zur Tunnellängsachse größerem Radius
voneinander kleiner sind als auf kleinerem Radius. Disken bzw. Rollenmeißel eignen
sich hiebei hervorragend als Hartgesteinswerkzeuge, wobei eine entsprechende Anordnung
am Bohrkopf mit auf größerem Radius kleineren Schneidlinienabständen eine sichere
Zerspanung bei gleichzeitiger Verringerung der Radialkraftkomponenten und der außermittigen
Belastung des Bohrkopfes ergibt. Die Anordnung der Bohrwerkzeuge führt hiebei zu einem
außermittigen Hüllkreis, der kleiner ist als der Rohdurchmesser der Tunnelröhre, wobei
bei Verwendung einer Trägerplatte für Bohrwerkzeuge diese wie üblich zentrisch zum
Bohrkopf angeordnet sein kann, sodaß Verklemmungen von größeren, herausgelösten Gesteinsbrocken
vermieden werden können. Die Anordnung der einzelnen Disken in einer Weise, daß ein
Hüllkreis des gesamten Bohrwerkzeuges exzentrisch zur Rohrachse entsteht, erlaubt
hiebei den Abbau des gewünschten Freiraumes über den eigentlichen Durchmesser des
Bohrwerkzeuges bzw. Bohrkopfes hinaus.
[0007] Um die Radialkraftkomponenten weiter zu minimieren und den Verschleiß herabzusetzen,
ist mit Vorteil die Ausbildung so getroffen, daß die Werkzeuge relativ zur Achse des
Bohrkopfes asymmetrisch, insbesondere entlang einer Spirale angeordnet sind, wobei
in besonders vorteilhafter Weise die Disken auf größerem Durchmesser flacher zur Ortsbrust
geneigt angeordnet sind als auf kleinerem Durchmesser. Beide dieser Maßnahmen minimieren
den Verschleiß und verringern damit den erforderlichen Wartungsaufwand und sind insbesondere
im Zusammenhang mit der erfindungsgemäß vorgesehenen Exzentrizität der Schneidbewegung
besonders vorteilhaft.
[0008] Um ein einfaches Zurückziehen und Herausverfahren der Tunnelbohrmaschine bzw. der
Rohrvortriebsmaschine zu gewährleisten kann die Ausbildung mit Vorteil so getroffen
sein, daß die Tunnelvortriebsmaschine über gleitende oder verfahrbare Abstützungen
in der Tunnelröhre abgestützt ist. Eine verfahrbare Abstützung kann hiebei über einen
Eigenantrieb erfolgen und beispielsweise in Form von Raupenfahrwerken ausgebildet
sein. Derartig verfahrbare Abstützungen sind gesondert von den eigentlichen Verspreizungen
in der Tunnelröhre vorzusehen, mit welchen prinzipiell ein Schreiten unter jeweiliger
Lösung einer der beiden Verspreizungen und Vorschieben oder Nachziehen der jeweils
anderen Spreize möglich ist. Bei zurückgezogener Verspreizung und damit einer Lösung
der Verankerung in der Tunnelröhre kann mit einer derartigen verfahrbaren Abstützung
und insbesondere mit einem Raupenfahrwerk ein wesentlich rascherer Zurückzug der Tunnelbohrmaschine
vorgenommen werden, als dies mit einem Schreiten möglich wäre. Im übrigen wird mit
einer derartigen gleitenden oder verfahrbaren Abstützung die Innenwand der Tunnelröhre
beim Zurückziehen geschont.
[0009] Mit Vorteil ist die erfindungsgemäße Tunnelbohrmaschine bzw. Rohrvortriebsmaschine
so weitergebildet, daß der Bohrkopf durch Verdrehen der Trägerscheibe relativ zur
Rotationsachse des Antriebes in eine Position verschwenkbar ist, in welcher die Außenkontur
der Trägerscheibe und der Bohrwerkzeuge innerhalb der Projektion des lichten Durchmessers
der ausgebauten oder verrohrten Tunnelröhre auf die Ortbrust liegt. Prinzipiell beschreiben
die einzelnen Disken nach ihrer Ausrichtung relativ zur gewünschten Tunnelachse eine
kreisförmige Bewegung über die Ortsbrust. Durch Verschwenken des Bohrkopfes nach Art
eines Exzenters relativ zum Bohrkopfantrieb kann nun ein Einklappen bewirkt werden,
wodurch ohne zusätzliche Maßnahmen unmittelbar ein Zurückfahren der Tunnelbohrmaschine
ermöglicht wird. Prinzipiell genügt es aber zumeist, den Bohrkopf in eine bestimmte,
vorgegebene Drehstellung zu bringen und anschließend mittels einer Abstützung die
Verschwenkung der Achse relativ zur Tunnellängsachse vorzunehmen, um ein Zurückziehen
zu gewahrleisten. Zu diesem Zweck ist mit Vorteil die Ausbildung so getroffen, daß
die Rotationsachse des Antriebes der Bohrwerkzeuge durch die vordere bzw. hintere
Abstützung der Tunnelbohrmaschine in der Tunnelröhre relativ zur Tunnellängsachse
verlagerbar ist, wobei in einfacher Weise die Tunnelbohrmaschine auf Raupen oder Schienen
oder Rädern verfahrbar ausgebildet ist und mit einem Fahrantrieb ausgestattet sein
kann.
[0010] Eine besonders günstige Krafteinleitung bei gleichzeitig geringem Verschleiß läßt
sich dadurch gewährleisten, daß die Kaliberwerkzeuge an der Trägerplatte innerhalb
eines Zentriwinkels von kleiner oder gleich 90° angeordnet sind.
[0011] Insgesamt sind mit der erfindungsgemäßen Einrichtung keine gesonderten Einrichtungen
zur Querschnittsverkleinerung des Bohrwerkzeuges erforderlich. Die vordere und die
hintere vertikale Abstützungen sind in der Regel zwingende Bestandteile einer doppelt
verspannten Hartgesteinsmaschine, wobei das Schreiten durch Betatigen der doppelten
Verspannung erfolgt. Der Wegfall eines Verstellmechanismus des Bohrwerkzeuges verringert
die Störanfälligkeit bei rauhen Betriebsbedingungen im harten Gesteinsvortrieb. Innerhalb
des jeweils zu erreichenden Hüllkreises kann das Bohrwerkzeug durch die oben angeführten
baulichen Maßnahmen durch unterschiedliche Anordnung der Disken optimiert werden,
ohne daß dies eine Verschlechterung der Möglichkeiten, die Tunnelbohrmaschine bzw.
Rohrvortriebsmaschine zurückzufahren, mit sich bringen würde. Für ein exaktes Freistellen
des Bohrwerkzeuges ist es lediglich erforderlich, vor der Rückstellung in die Parkposition
die richtige Lage der Bohrwerkzeuge einzustellen. Prinzipiell kann die Trägerplatte
bzw. das Bohrwerkzeug auch eine von der Kreisform abweichende Umrißform aufweisen,
sodaß durch einfaches Verschwenken eine Position eingenommen werden kann, in welcher
das Zurückziehen ermöglicht wird.
[0012] Eine sichere Materialaufnahme und Verfahrbarkeit aus der Tunnelröhre ist dadurch
gewährleistet, daß der Bohrkopf Schürfwerkzeuge an der Trägerplatte aufweist, deren
Schürfkanten innerhalb des Hüllkreises der Bohrwerkzeuge starr bzw. innerhalb des
Hüllkreises zurückziehbar angeordnet sind.
[0013] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von in der Zeichnung schematisch dargestellten
Ausführungsbeispielen näher erläutert. In dieser zeigen Fig.1 eine Seitenansicht einer
Tunnelvortriebsmaschine in der Ausfahrposition, Fig.2 eine vergrößerte Detailansicht
des Vollschnittkopfes in Arbeitsposition, Fig.3 eine Vorderansicht eines Vollschnittbohrkopfes
in Arbeitsposition, Fig.4 einen Bohrkopf nach Fig.3 in angehobener Position für das
Zurückziehen, Fig.5 eine weitere Ausgestaltung eines Bohrkopfes mit geänderter Anordnung
der Kaliberwerkzeuge in der Arbeitsposition und Fig.6 eine Transportposition für die
Ausführung nach Fig.5, wobei die in Fig.5 eingezeichnete Schnittlinie II/II im wesentlichen
mit der Darstellung nach Fig.2 übereinstimmt.
[0014] In Fig.1 sind Disken 1 bis 18, von welchen der Einfachheit halber nur die Disken
8 und 18 eingezeichnet sind, mit einem Bohrkopf 19 verbunden ersichtlich. Der Bohrkopf
19 wird von einem Getriebemotor 20 um eine Rotationsachse 21 rotierbar angetrieben,
wobei die Rotationsachse 21 für den Vortrieb in eine Position verschwenkt wird, welche
der Tunnellängsachse 22 entspricht. In der in Fig.1 dargestellten angehobenen Position,
bei welcher die Anhebung über ein hydraulisches Zylinderkolbenaggregat 23 eines verfahrbaren
Stützschuhes 24 erfolgt, kann unter Einhaltung eines Freiraumes 25 ein Zurückziehen
des Werkzeuges aus der Arbeitsstellung bewirkt werden. Zu diesem Zweck müssen die
seitlichen Abstützungen 26 und 27 eingefahren werden, welche gemeinsam mit hydraulischen
zylinderkolbenaggregaten 28 ein Schreitwerk ausbilden. Weiters ist eine hintere Abstützung
29 vorgesehen, welche gleichfalls gleitend oder aber mit einem eigenen Antrieb und
einem Raupenfahrwerk verfahrbar ausgebildet sein kann. Am Hinterende der Tunnelvortriebsmaschine
ist ein Förderer 30 ersichtlich, welcher auf in der Tunnelröhre 31 nachfolgende Fördermittel
32 abwirft.
[0015] Bei der Darstellung nach Fig.2 ist wiederum ein Kaliberwerkzeug 18 und eine zentrale
Diske 1 am Bohrkopf 19 ersichtlich. Die Rotationsachse 21 fällt hier mit der Tunnellängsachse
22 zusammen und der Hartgesteinsbohrkopf befindet sich in seiner Arbeitsstellung.
Bei Rotation um die Achse 21 wird mit den Kaliberwerkzeugen 18 aufgrund der exzentrischen
Anordnung der Abbauwerkzeuge relativ zur Rotationsachse 21 ein großer freier Raum
geschnitten, wobei das geschnittene Material über Leitbleche 33 auf den Förderer 30
übergeben wird und abgefördert werden kann.
[0016] Die konkrete Anordnung von Disken an einem Hartgesteinsschneidkopf mit einer Trägerplatte
34 ist in den Fig.3 bis 6 näher erläutert. In den Fig.3 bis 6 sind die Disken ausgehend
vom Zentrum bis zu den äußeren Kaliberwerkzeugen mit 1 bis 18 bezeichnet, wobei weiters
ersichtlich ist, daß auf größerem Durchmesser liegende Disken zur Ortsbrust flacher
geneigt angeordnet sind als auf kleinerem Durchmesser angeordnete Disken. Insbesondere
die Kaliberwerkzeuge 11 bis 15 in Fig. 3 und 4 und 15 bis 18 in Fig. 5 und 6 sind
hiebei auf einem relativ kleinen Zentriwinkel von kleiner als 90° angeordnet, sodaß
gemeinsam mit der Schrägstellung dieser Disken Radialkräfte verringert werden können.
Dies gilt im besonderen Maß für die Darstellung nach den Fig.5 und 6.
[0017] Bei der Darstellung nach Fig.3 befindet sich der Bohrkopf mit den Disken 1 bis 18
in der Arbeitsposition, und die Rotationsachse 21 fällt mit der Tunnellängsachse 22
zusammen. Aufgrund der asymmetrischen Anordnung der Disken wird eine relativ großer
Kreis bestrichen und der Hüllkreis der Disken bei stationärer Betrachtung des Schneidkopfes
19 weist einen wesentlich geringeren Radius als die Bahnen der Bohrwerkzeuge bei Rotation
des Schneidkopfes 19 um die Achse 21 auf. Bei einer Verlagerung der Rotationsachse
21 relativ zur Tunnellängsachse, wie dies in Fig.4 ersichtlich ist, ergibt sich, daß
bedingt durch den geringeren Hüllkreis der am Schneidkopf 19 angeordneten Disken 1
bis 18 nunmehr eine Position eingenommen werden kann, bei welcher der Schneidkopf
unter Sicherstellung des Freiraumes 25 durch die Tunnelröhre wiederum zurück ausgebracht
werden kann.
[0018] Analoge Überlegungen gelten für die Darstellung in den Fig.5 und 6. Auch hier sind
wiederum die Meißel 1 bis 18 relativ zum Hartgesteinsschneidkopf 19 auf wesentlich
geringerem Durchmesser angeordnet als dies dem Durchmesser der Tunnelröhre entsprechen
würde. Bei der Arbeitsposition gemäß Fig.5 werden die Kaliberwerkzeuge 15, 16, 17
und 18 auf einem größerem Bahndurchmesser bewegt. Wenn, wie in Fig.6 dargestellt,
die Drehachse 21 relativ zur Tunnellängsachse 22 angehoben wird, befindet sich der
größte Hüllkreis 35 der Bohrwerkzeuge 1 bis 18 innerhalb des lichten Querschnittes
des Tunnels und unter Freilassen des Freiraumes 25 kann wiederum ein gefahrloser Rückzug
des Schneidkopfes ohne Kollision mit der Tunnelröhre erfolgen. Die Schneidlinienabstände
sind hiebei, wie aus den Fig.3 bis 6 ersichtlich, so gewählt, daß im äußerem Bereich
durch eine wesentlich flachere Anstellung der Bohrwerkzeuge ein wesentlich geringerer
Schneidlinienabstand eingehalten wird, als im zentralen Bereich der Bohrung. Abweichend
von bekannten Hartgesteinsschneidköpfen sind die Schneidrollen asymmetrisch angeordnet,
um bezüglich der Radialkräfte eine Optimierung zu ergeben.
[0019] Wie in Fig.5 und 6 näher dargestellt, weist der Bohrkopf an der Trägerplatte Schürfwerkzeuge
36 auf, deren Schürfkanten 37 innerhalb des Hüllkreises 35 angeordnet sind. Diese
Schürfwerkzeuge können wahlweise starr mit der Trägerplatte verbunden sein, oder für
das Verfahren aus der Tunnelröhre innerhalb des Hüllkreises einklappbar ausgebildet
sein.
1. Tunnelbohrmaschine bzw. Rohrvortriebsmaschine für Hartgesteinsbohrungen mit einem
die Bohrwerkzeuge (1-18) tragenden, rotierbar gelagerten Vollschnittbohrkopf (19),
dadurch gekennzeichnet, daß der Bohrkopf (19) und der Hüllkreis (35) der Werkzeuge (1-18) einen Durchmesser aufweisen,
welcher kleiner ist als der Durchmesser der Bohrung und daß die geometrische Achse
des Hüllkreises (35) der Werkzeuge (1-18) des Vollschnittbohrkopfes (19) relativ zur
Rotationsachse (21) exzentrisch angeordnet oder verlagerbar ist.
2. Tunnelbohrmaschine bzw. Rohrvortriebsmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Bohrkopf (19) eine Trägerscheibe (34) aufweist, auf welcher Hartgesteinswerkzeuge
(1-18) wie z.B. Disken angeordnet sind, deren radialer Abstand voneinander unter Berücksichtigung
der Exzentrizität des Hüllkreises der Disken (1-18) des Bohrkopfes (19) zur Tunnellängsachse
(22) bzw. zur Rotationsachse (21) so gewählt ist, daß die Schneidlinienabstände auf
zur Tunnellängsachse (22) größerem Radius voneinander kleiner sind als auf kleinerem
Radius.
3. Tunnelbohrmaschine bzw. Rohrvortriebsmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Werkzeuge (1-18) relativ zur Achse des Bohrkopfes asymmetrisch, insbesondere
entlang einer Spirale angeordnet sind.
4. Tunnelbohrmaschine bzw. Rohrvortriebsmaschine nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Disken (11-18) auf größerem Durchmesser flacher zur Ortsbrust geneigt angeordnet
sind als auf kleinerem Durchmesser.
5. Tunnelbohrmaschine bzw. Rohrvortriebsmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Tunnelvortriebsmaschine über gleitende oder verfahrbare Abstützungen (24, 29)
in der Tunnelröhre abgestützt ist.
6. Tunnelbohrmaschine bzw. Rohrvortriebsmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Bohrkopf (19) durch Verdrehen der Trägerscheibe (34) relativ zur Rotationsachse
(21) des Antriebes in eine Position verschwenkbar ist, in welcher die Außenkontur
der Trägerplatte (34) und der Bohrwerkzeuge (1-18) innerhalb der Projektion des lichten
Durchmessers der ausgebauten oder verrohrten Tunnelröhre auf die Ortbrust liegt.
7. Tunnelbohrmaschine bzw. Rohrvortriebsmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Rotationsachse (21) des Antriebes der Bohrwerkzeuge (1-18) durch die vordere
bzw. hintere Abstützung (24, 29) der Tunnelbohrmaschine in der Tunnelröhre relativ
zur Tunnellängsachse (22) verlagerbar ist.
8. Tunnelbohrmaschine bzw. Rohrvortriebsmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Tunnelbohrmaschine auf Raupen (24, 29) oder Rädern oder Schienen verfahrbar ausgebildet
ist und mit einem Fahrantrieb ausgestattet ist.
9. Tunnelbohrmaschine bzw. Rohrvortriebsmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Kaliberwerkzeuge (15-18) an der Trägerscheibe (34) innerhalb eines Zentriwinkels
von kleiner oder gleich 90° angeordnet sind.
10. Tunnelbohrmaschine bzw. Rohrvortriebsmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Bohrkopf (19) Schürfwerkzeuge an der Trägerplatte (34) aufweist, deren Schürfkanten
innerhalb des Hüllkreises der Bohrwerkzeuge (1-18) starr bzw. innerhalb des Hüllkreises
zurückziehbar angeordnet sind.
1. A tunnel boring machine or tube advancing machine for hard rock borings, comprising
a rotationally mounted full thickness cut boring head (19) carrying the cutting tools
(1-18), characterized in that the boring head (19) and the enveloping circle (35) of the cutting tools (1-18) have
diameters that are smaller than the diameter of the bore and that the geometric axis
of the enveloping circle (35) of the tools (1-18) of the full thickness cut boring
head (19) is arranged eccentric, or displaceable, relative to the axis of rotation
(21).
2. A tunnel boring machine or tube advancing machine according to claim 1, characterized in that the boring head (19) comprises a carrier plate (34) on which hard rock tools (1-18)
such as, e.g., discs are arranged, whose radial distances from one another, taking
into account the eccentricity of the enveloping circle of the discs (1-18) of the
boring head (19) relative to the longitudinal axis (22) of the tunnel, or axis of
rotation (21), are chosen such that the relative cutting line distances on a radius
larger in respect to the longitudinal axis (22) of the tunnel are smaller than on
a smaller radius.
3. A tunnel boring machine or tube advancing machine according to claim 1 or 2, characterized in that the tools (1-18) are arranged asymmetrical relative to the axis of the boring head,
in particular along a spiral line.
4. A tunnel boring machine or tube advancing machine according to claim 1, 2 or 3, characterized in that the discs (11-18) on a larger diameter are arranged to be inclined more flatly relative
to the mine face than on a smaller diameter.
5. A tunnel boring machine or tube advancing machine according to any one of claims 1
to 4, characterized in that the machine is supported in the tunnel tube via sliding or movable supporting means
(24, 29).
6. A tunnel boring machine or tube advancing machine according to any one of claims 1
to 5, characterized in that the boring head (19), by rotation of the carrier disc (34) relative to the axis of
rotation (21) of the actuating means, is capable of being pivoted into a position
in which the external contours of the carrier plate (34) and of the boring tools (1-18)
are located within the projection of the clear diameter of the walled or tubed tunnel
tube.
7. A tunnel boring machine or tube advancing machine according to any one of claims 1
to 6, characterized in that the axis of rotation (21) of the actuating means of the boring tools (1-18) is capable
of being relocated relative to the longitudinal axis (22) of the tunnel through the
front or rear supporting means (24, 29) of the tunnel boring machine in the tunnel
tube.
8. A tunnel boring machine or tube advancing machine according to any one of claims 1
to 7, characterized in that the tunnel boring machine is designed to be movable on caterpillars (24, 29) or wheels
or rails and is equipped with a travelling mechanism.
9. A tunnel boring machine or tube advancing machine according to any one of claims 1
to 8, characterized in that the boring tools (15-18) are arranged on the carrier disc (34) within a central angle
that is smaller than or equal to 90°.
10. A tunnel boring machine or tube advancing machine according to any one of claims 1
to 8, characterized in that the boring head (19) comprises prospecting tools on the carrier plate (34), whose
prospecting edges are arranged within the enveloping circle of the boring tools (1-18)
in a manner so as to be rigid or retractable within the enveloping circle.
1. Machine de perforation des tunnels ou abatteuse-chargeuse pour creusement, pour forage
en roche dure avec un bouclier de creusement en section complète (19) porteur des
outils de forage (1 à 18) et monté de manière pivotante, caractérisée en ce que le bouclier (19) et le cercle d'enveloppe (35) des outils de forage (1 à 18) présentent
un diamètre plus petit que le diamètre du forage et en ce que l'axe géométrique du cercle d'enveloppe (35) des outils (1 à 18) du bouclier de creusement
en section complète (19) est disposé excentriquement ou peut être décalé par rapport
à l'axe de rotation (21).
2. Machine de perforation des tunnels ou abatteuse-chargeuse pour creusement selon la
revendication 1, caractérisée en ce que le bouclier (19) présente un disque porteur (34) sur lequel sont disposés des outils
de forage de roche dure (1 à 18), comme par exemple des molettes, dont la distance
radiale les uns des autres, compte tenu de l'excentricité du cercle d'enveloppe des
molettes (1 à 18) par rapport à l'axe longitudinal du tunnel (22), ou à l'axe de rotation
(21), est choisie de telle sorte que, par rapport à l'axe longitudinal du tunnel (22),
les distances des lignes de coupe soient plus grandes sur le grand rayon que sur le
petit rayon.
3. Machine de perforation des tunnels ou abatteuse-chargeuse pour creusement selon la
revendication 1 ou 2, caractérisée en ce que les outils (1 à 18) sont disposés asymétriquement par rapport à l'axe du bouclier,
en particulier le long d'une spirale.
4. Machine de perforation des tunnels ou abatteuse-chargeuse pour creusement selon la
revendication 1, 2 ou 3, caractérisée en ce que les molettes (11 à 18) sur le grand diamètre sont inclinées plus à plat sur la face
locale que sur le petit diamètre.
5. Machine de perforation des tunnels ou abatteuse-chargeuse pour creusement selon l'une
des revendications 1 à 4, caractérisée en ce que la machine de perforation des tunnels est supportée au moyen d'appuis glissants ou
roulants (24, 29) dans la galerie tubulaire du tunnel.
6. Machine de perforation des tunnels ou abatteuse-chargeuse pour creusement selon l'une
des revendications 1 à 5, caractérisée en ce que, par rotation du disque porteur (34) par rapport à l'axe de rotation (21) de l'entraînement,
le bouclier (19) peut être pivoté dans une position dans laquelle le contour extérieur
de la plaque porteuse (34) et des outils de forage (1 à 18) se trouve sur la face
locale, à l'intérieur de la saillie du diamètre ouvert de la galerie tubulaire garnie
ou cuvclée du tunnel.
7. Machine de perforation des tunnels ou abatteuse-chargeuse pour creusement selon l'une
des revendications 1 à 6, caractérisée en ce que l'axe de rotation (21) de l'entrainement des outils de forage (1 à 18) est décalable
dans la galerie tubulaire du tunnel par rapport à l'axe longitudinal du tunnel au
moyen de l'appui avant ou arrière (24, 29) de la machine de perforation des tunnels.
8. Machine de perforation des tunnels ou abatteuse-chargeuse pour creusement selon l'une
des revendications 1 à 7, caractérisée en ce que la machine de perforation des tunnels est conçue de façon à pouvoir se déplacer sur
des chenilles (24, 29), ou sur des roues, ou sur des rails, et est munie d'un entraînement
automoteur.
9. Machine de perforation des tunnels ou abatteuse-chargeuse pour crcusement selon l'une
des revendications 1 à 8, caractérisée en ce que les outils de calibrage (15 à 18) sont disposés sur le disque porteur (34), à l'intérieur
d'un angle central inférieur ou égal à 90°.
10. Machine de perforation des tunnels ou abatteuse-chargeuse pour creusement selon l'une
des revendications 1 à 8, caractérisée en ce que le bouclier de forage (19) présente sur la plaque porteuse (34) des outils d'exploration
dont les bords d'exploration sont disposés à l'intérieur du cercle d'enveloppe des
outils de forage (1 à 18), de manière rigide ou de façon à pouvoir être rétractés
à l'intérieur du cercle d'enveloppe.