[0001] Die Erfindung betrifft eine Zusammenführung zweier im wesentlichen senkrecht zueinander
angeordneter abgasführender Leitungen.
[0002] Derartige Zusammenführungen sind an sich bekannt. Durch die EP 0 309 792 B1 ist eine
Gasturbinenanlage mit nachgeschaltetem Abhitzedampferzeuger bekannt geworden, in dem
eine Zusammenführung für zwei abgasführende Leitungen angeordnet ist. Die bekannt
gewordene Zusammenführung führt den Abgasstrom aus einem, einer Gasturbine nachgeschaltetem,
Hoch- und Niederdruck-Abhitzedampferzeuger und den Abgasstrom aus einer Bypassleitung,
die vor vorgenanntem Niederdruck-Abhitzedampferzeuger abzweigt, zusammen. Die beiden
zusammengeführten Abgasströme werden durch einen Kamin in die Atmosphäre abgeleitet.
Nachteilig bei der bekannten Zusammenführung ist jedoch, daß die in den zwei abgasführenden
Leitungen herangeführten Abgasströme in der Zusammenführung nicht vollständig vermischt
werden und demzufolge in der von der Zusammenführung stromabwärts angeordneten Abgasleitung
starke "Strähnenbildung" auftritt. Dies bedeutet, daß über den Leitungsquerschnitt
gesehen kein homogen vermischter Abgasstrom vorhanden ist, sondern Abgassträhnen bzw.
Abgasströmungen unterschiedlicher Temperatur und Dichte auftreten können. Als Folge
hiervon treten unterschiedliche Wärmespannungen und demzufolge unerwünschte lokale
Längenausdehnungen und Deformationen an der gemeinsamen Abgasleitung auf.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Zusammenführung zu schaffen, die die vorgenannten
Nachteile vermeidet.
[0004] Diese Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruches 1 oder 2 gelöst.
[0005] Weitere vorteilhafte Ausführungen der Erfindung sind den Unteransprüchen 3 bis 7
zu entnehmen.
[0006] Durch die erfindungsgemäße Lösung ergeben sich u.a. die folgenden Vorteile:
a) Weitestgehend gleichmäßige Temperatur- und Stromdichteverteilung des Abgasstromes
innerhalb der von der Zusammenführung stromabwärts angeordneten Abgasleitung.
b) Einfache, kostengünstige Konstruktion der Zusammenführung.
[0007] Die Erfindung wird anhand der Beschreibung und der Zeichnungen wie folgt näher erläutert:
Es zeigt:
- Fig. 1
- eine in Schrägansicht dargestellte, aufgeschnittene Zusammenführung für zwei abgasführende
Leitungen, die im wesentlichen senkrecht zueinander angeordnet sind
- Fig. 2
- ein Querschnitt der Zusammenführung entsprechend Fig. 1
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung einer Gasturbinenanlage mit nachgeschaltetem Abhitzedampferzeuger,
Abgas- und Bypassleitung mit Zusammenführung
- Fig. 4
- eine weitere Ausführungsform einer Zusammenführung für zwei abgasführende Leitungen
in Schrägansicht
- Fig. 5
- eine weitere Ausführungsform einer Zusammenführung für zwei abgasführende Leitungen
in Längsansicht
Fig. 1 und 2: Durch die Leitungen 2 und 3 wird jeweils ein Abgasstrom der Zusammenführung
1 entsprechend der Pfeilrichtung zugeführt, wobei die Abgasströme unterschiedliche
Temperaturen bzw. unterschiedliche Dichten aufweisen. Der Abgasstrom aus der Leitung
3 wird durch das abgeschlossene Leitungsende 5 am Umfang der Leitung 2 gleichmäßig
verteilt, d.h. im Einmündungsraum 8 herrscht weitgehend dieselbe Strömungsgeschwindigkeit
bzw. Druck vor, und tritt durch die Öffnungen 4, wie nachfolgend beschrieben, in die
Leitung 2 ein. Die abgasführende Leitung 2 ist innerhalb des Leitungsendes 5 der abgasführenden
Leitung 3 mit mehreren gleichmäßig über deren Umfang verteilten, axial verlaufenden,
schlitzförmigen Öffnungen 4 versehen, wobei deren Abmessungen so gewählt sind, daß
das austretende Abgas die für den Mischvorgang optimale Austrittsgeschwindigkeit aufweist.
Infolge der gleichmäßigen Zumischung des einen Abgasstromes in den anderen entsteht
ein über den Querschnitt der weiterführenden Abgasleitung homogen vermischter, gemeinsamer
Abgasstrom. Das Leitungsende 5 der abgasführenden Leitung 3 wird durch das Mantelblech
6 und die seitlichen Stirnbleche 7 abgeschlossen.
[0008] Das Mantelblech 6 des abgeschlossenen Leitungsendes 5 weist eine runde Form auf,
dessen Mittelpunkt vorzugsweise im Abstand X achsparallel zur Längsachse der Leitung
2 liegt und anschließend tangential auf die entsprechende Seitenwand der Leitung 3
zuläuft. Abweichend zu Fig. 1 und 2 kann das Mantelblech 6 der Zusammenführung 1 anstatt
teilweise rund auch mit' einer spiralförmigen Kurve und/oder die Öffnungen 4 in der
Leitung 2 andersartig ausgebildet bzw. mit jeweils unterschiedlich großen Öffnungsquerschnitten
versehen sein, die bewirken, daß das austretende Abgas die für den Mischvorgang optimale
Austrittsgeschwindigkeit aufweist.
[0009] Die Längsachsen der abgasführenden Leitungen 2 und 3 stehen vorzugsweise mittig zueinander.
[0010] In Fig. 3 ist eine Gasturbinenanlage mit nachgeschaltetem Abhitzedampferzeuger 11
schematisch dargestellt. Von der Gasturbinenanlage ist lediglich die Gasturbine 9
dargestellt. Der Abhitzedampferzeuger 11 ist durch den Rauchgaskanal 10 mit der Gasturbine
9 verbunden. Zwischen der Gasturbine 9 und dem Abhitzedampferzeuger 11 ist die Bypass-Leitung
(Abgas-Leitung) 3 angeordnet, die bei der Zusammenführung 1 in die abgasführende Leitung
2 mündet. Diese ist zwischen Abhitzedampferzeuger 11 und dem Kamin 15 angeordnet.
Im Normal betrieb durchströmt das heiße Abgas aus der Gasturbine 9 den Abhitzedampferzeuger
11 und wird anschließend über die Abgas-Leitung 2 und den Kamin 15 ins Freie abgeführt.
In diesem Fall ist Regel- bzw. Absperrorgan 13 und 14 geöffnet und Regel- bzw. Absperrorgan
12 geschlossen. Im Teillastbetrieb des Abhitzedampferzeugers 11 wird ein Teil des
heißen Abgases oder im Anfahrbetrieb das gesamte Abgas aus der Gasturbine 9 durch
die Bypass-Leitung (Abgasleitung) 3 und durch die innerhalb der Zusammenführung 1
befindlichen Öffnungen 4 der Leitung 2 zugeführt, gegebenenfalls mit dem Abgasstrom
der Leitung 2 vermischt und durch den Kamin 15 ins Freie geleitet. Durch die erfindungsgemäße
Ausbildung der Zusammenführung 1 werden die beiden Abgasströme mit unterschiedlichen
Temperaturen zu einem homogenen, gemeinsamen Abgasstrom vermischt. Die Regel- bzw.
Absperrorgane 12, 13 und 14 werden dem Betriebszustand des Abhitzedampferzeugers 11
entsprechend geregelt bzw. gestellt.
[0011] Fig. 4. Bei der dargestellten Ausführungsform ist die erste abgasführende Leitung
3, die in Strömungsrichtung vorzugsweise um 90° umgelenkt ist, nach der Umlenkung
durch das Stirnblech 7 des umfassenden Leitungsendes 5 der achsparallelen, zweiten
abgasführenden Leitung 2 geführt. Unmittelbar vor dem Stirnblech 7 sind mehrere gleichmäßig
über dem Umfang der Leitung 3 verteilte Öffnungen 4 angeordnet. Deren Abmessungen
sind so gewählt, daß das austretende Abgas die für den Mischvorgang optimale Austrittsgeschwindigkeit
aufweist.
[0012] In Fig. 5 ist eine Zusammenführung 1 zu sehen, bei der die erste abgasführende Leitung
3 nach der Umlenkung, die vorzugsweise 90° beträgt, mit einem Stirnblech 7 verschlossen
ist, wobei unmittelbar vor dem Stirnblech 7 mehrere gleichmäßig über dem Umfang der
Leitung 3 verteilte Öffnungen 4 angeordnet sind und daß die zweite abgasführende Leitung
2 die erste, umgelenkte Leitung 3 nach der Umlenkung achsparallel umfaßt und durchgehend
ist. Die Abmessungen der Öffnungen 4 sind so gewählt, daß das austretende Abgas die
für den Mischvorgang optimale Austrittstemperatur aufweist.
[0013] Die Öffnungen 4 der Zusammenführung 1 entsprechend Fig. 4 und 5 können selbstverständlich
andersartig ausgebildet sein bzw. jeweils unterschiedlich große Durchlaßquerschnitte
aufweisen.
Legende
[0014]
- 1
- Zusammenführung
- 2
- Leitung
- 3
- Leitung (Bypassleitung)
- 4
- Öffnungen
- 5
- Leitungsende
- 6
- Mantelblech
- 7
- Stirnblech
- 8
- Einmündungsraum
- 9
- Gasturbine
- 10
- Rauchgaskanal
- 11
- Abhitzedampferzeuger
- 12
- Regel-/Absperrorgan
- 13
- Regel-/Absperrorgan
- 14
- Regel-/Absperrorgan
- 15
- Kamin
1. Zusammenführung zweier im wesentlichen senkrecht zueinander angeordneter, abgasführender
Leitungen, dadurch gekennzeichnet, daß die erste abgasführende Leitung (3) von einer
zweiten abgasführenden Leitung (2) vorzugsweise mittig und unmittelbar vor deren abgeschlossenem
Leitungsende (5) durchquert wird, die innerhalb der ersten abgasführenden Leitung
(3) mit mehreren gleichmäßig über deren Umfang verteilten Öffnungen (4) versehen ist,
wobei deren Abmessungen so gewählt sind, daß das austretende Abgas die für den Mischvorgang
optimale Austrittsgeschwindigkeit aufweist.
2. Zusammenführung zweier im wesentlichen senkrecht zueinander angeordneter, abgasführender
Leitungen, dadurch gekennzeichnet, daß die erste abgasführende Leitung (3), die in
Strömungsrichtung vorzugsweise um 90° umgelenkt ist, nach der Umlenkung durch das
Stirnblech (7) des umfassenden Leitungsendes (5) der achsparallelen, zweiten abgasführenden
Leitung (2) geführt ist und unmittelbar vor dem Stirnblech (7) mit mehreren gleichmäßig
über deren Umfang verteilten Öffnungen (4) versehen ist, wobei deren Abmessungen so
gewählt sind, daß das austretende Abgas die für den Mischvorgang optimale Austrittsgeschwindigkeit
aufweist.
3. Zusammenführung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die erste abgasführende
Leitung (3) nach der Umlenkung mit einem Stirnblech (7) verschlossen ist, wobei unmittelbar
vor dem Stirnblech (7) mehrere gleichmäßig über den Umfang der Leitung (3) verteilte
Öffnungen (4) angeordnet sind und daß die zweite abgasführende Leitung (2) die erste,
umgelenkte Leitung (3) nach der Umlenkung achsparallel umfaßt und durchgehend ist.
4. Zusammenführung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Öffnungen (4)
jeweils unterschiedlich große Öffnungsquerschnitte aufweisen.
5. Zusammenführung nach Ansprüchen 1 - 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Öffnungen (4)
jeweils axial verlaufende Schlitze sind.
6. Zusammenführung nach Ansprüchen 1, 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Mantelblech
(6) des abgeschlossenen Leitungsendes (5) eine runde Form aufweist, dessen Mittelpunkt
vorzugsweise im Abstand X achsparallel zur Längsachse der Leitung (2) liegt und anschließend
tangential auf die entsprechende Seitenwand der Leitung (3) zuläuft.
7. Zusammenführung nach Ansprüchen 1, 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Mantelblech
(6) des Leitungsendes (5) entsprechend einer spiralförmigen Kurve ausgebildet ist.