[0001] Da sich diese Erfindung in erster Linie für Großbahnen in der Baugröße G, Maßstab
1:22,5, Spurweite 45 mm erstreckt, wo Kupplungen dieser Art (siehe Zeichnung) Verwendung
finden, kann man nachvollziehen, daß herkömmliche elektrische Entkuppler, sowie mechanische
Dauerentkuppler, die nur auf geraden Gleisstücken eingebracht werden können, in dieser
Nenngröße optisch das Gesamtbild von Innen- und Außenanlagen negativ beeinflussen.
Ferner muß bei elektrischen Entkupplern, abgesehen von den höherliegenden Herstellungs-
und Erwerbskosten, viel Kabel auf weiter Strecke sowie ein Stellpult verwendet werden.
Ein weiterer Nachteil ist das ständige Entkuppeln der sog. Dauerentkuppler, auch wenn
man sie überfährt, ohne entkuppeln zu wollen.
[0002] Dieses Problem wird mit den im Patentanspruch aufgeführten Merkmalen gelöst. Der
im Patentanspruch geltend gemachten Erfindung liegt zugrunde, eine Entkupplungsmöglichkeit
zu schaffen, die als Zurüstteil an dem herkömmlichen Kupplungshakben angebracht, auf
der gesamten Modelleisenbahnanlage, d.h. auch in Kurven, Verwendung findet. Durch
das Einbringen des kaum sichtbaren Anhebeelementes, selbst in großer Stückzahl, wird
der optisch geschaffene Echtheitseffekt von Modelleisenbahnanlagen dieser Nenngröße
nicht negativ beeinflußt. Man kann durch das Zusammenwirken des Anhebeelementes mit
dem Entkupplungspendel, angebracht an einer Lok, an jeder beliebigen Stelle Waggons
verschieben, da die Lok selbsttätig unter Zuhilfenahme der Entkupplungsvorrichtung
entkuppeln kann. Als Herstellungsmaterial wird vorzugsweise Kunststoff in braun, schwarz
oder durchsichtigem Plexiglas verwendet. Es können auch sämtliche andere Farben gewählt
werden, die allerdings unter Umständen die Bauteile zu auffällig erscheinen lassen.
Da die Wetterfestigkeit dieser beschriebenen Nenngröße nicht eingeschränkt werden
soll, wird die nachträglich horizontal angebrachte Achse, in Form einer Schraube,
aus einem korrosionsbeständigem Material benutzt. Die Zeichnung des Gleisplanes soll
verdeutlichen, wie unabhängig man an Bahnhöfen oder Rangiergleisen entkuppeln kann.
Die schwarzen Felder zeigen die eingelegten Anhebeelemente, durch deren Anordnung
dieses ermöglicht wird.
[0003] Ein Ausführungsbeispiel wird anhand der Figuren 1 bis 7 beschrieben. Die Bezugszeichen
bedeuten:
1 - Kupplungshaken
2 - Kupplungsauge
3 - Festpunkt (um den der Kupplungshaken wippt)
4 - Feder
5 - Entkupplungspendel
6 - Schwelle
7 - Schiene
8 - Anhebeelement
9 - Schraube
Figur 1: Seitenansicht der Kupplung mit dem durch eine Schraube in einem nachträglich
gebohrten Loch befestigten Kupplungspendel.
[0004] Figur 1a: Gegenstück zur Hakenkupplung.
[0005] Figuren 1b und 1c: Draufsicht der Figur 1 und 1a.
[0006] Figur 2: Bei Fahrt in Pfeilrichtung wird das Kupplungspendel 5 über die Schwellen
geführt, ohne diese zu berühren. Stößt das Pendel bei Überfahrt gegen das im Patentanspruch
1 gekennzeichnete Anhebeelement, so klappt dieses nach hinten und wird gezogen.
[0007] Figur 3: Bei Halt des rollenden Materials (Lok oder Anhänger) über dem Anhebeelement
8 verharrt das Pendel 5 in leicht gekippter Zugstellung.
[0008] Figur. 4: Nach Fahrtrichtungswechsel (siehe Pfeil) wird das Pendel 5 so lange über
das Anhebeelement 8 geschoben, bis das Pendel verkantet.
[0009] Figur 5: Nach dem Verkanten bei langsamer Weiterfahrt stellt sich das Pendel 5 senkrecht,
drückt gegen das Ende des Kupplungshakens 1, wodurch die Hakenspitze nach unten wippt.
Dadurch wird das Kupplungsauge 2 des angekuppelten Waggons verlassen und die Entkupplung
vollzogen.
[0010] Anhand der Figuren 4 und 5 läßt sich die Wichtigkeit des Zusammenwirkens zwischen
Entkupplungspendel 5 und dem Anhebeelement 8 erkennen.
[0011] Figur 6: Bei Weiterfahrt in Pfeilrichtung stellt sich das Pendel nun wieder senkrecht
ohne Funktionswirkung.
[0012] Möchte man einen Fahrtrichtungswechsel vornehmen, ohne zu entkuppeln, braucht man
nur dort zu halten, wo das Pendel senkrecht herunterhängen kann. Das empfiehlt sich
z.B. beim Wiederankuppeln der abgestellten Waggons in Nähe des Anhebeelementes.
[0013] Figur. 7 zeigt das Entkupplungspendel sowie das Anhebeelement mit folgenden Bemaßungsvorschlägen,
die gewisse Diferenzen zulassen, ohne die Funktion einzuschränken. Die Bemaßung erfolgte
in Millimeter. Sollte man die Differenzen voll ausschöpfen, kann es zu Veränderungen
kommen, die das Aussehen des Entkupplungspendels sowie des Anhebeelementes sichtlich
verändern.
1. Vorrichtung zum selbsttätigen Entkuppeln von spurgeführten Spielfahrzeugen, insbesondere
Modelleisenbahnen, die durch eine Hakenkupplung eine Zugeinheit bilden, dadurch gekennzeichnet,
daß ein senkrecht herunterhängendes, längs zur Fahrtrichtung schwingendes Pendel an
einer zusätzlich angebrachten, quer zur Fahrtrichtung liegenden, horizontalen, vorzugsweise
angeschraubten Achse vorgesehen ist, das durch ein auf den Gleisen angeordnetes Anhebeelement
beim Überfahren durch ein- oder mehrmaligen kurzen Fahrtrichtungswechsel durch dessen
Form so angehoben wird, daß das Pendel einen Druck auf das hintere Ende, an dem es
montiert wurde, ausübt, welcher den Kupplungshaken nach unten wippen läßt, wodurch
die Entkupplung vollzogen wird.
2. Entkupplungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Pendel und
das Anhebeelement aus einem wetterfesten Werkstoff, wie z.B. Kunststoff, bestehen.
3. Entkupplungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Form des Pendels von oben, wo es montiert wird, nach unten breiter ausläuft.
4. Entkupplungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß das Pendel eine Mindeststärke von so viel Millimetern hat, daß das ausgewählte
Material sich duch den enstehenden Druck zwischen Anhebeelement und Kupplungshaken
nicht verwindet.
5. Entkupplungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß das Anhebeelement eine oder mehrere Führungsnasen nach unten besitzt, um das Verschieben
auf den Schwellen zu verhindern.
6. Entkupplungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß das Anhebeelement nach oben zeigend eine oder mehrere Erhebungen besitzt, die
rund, eckig oder rund und eckig sind, um das Pendel in die gewünschte Stellung zu
bringen.
7. Entkupplungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß die untere Fläche des Pendels, die zum Aufkanten dient, sowie die nötigen Erhebungen
des Anhebeelementes eine glatte oder rauhe oder verzahnte oder eine glatte und rauhe,
glatte und verzahnte, rauhe und verzahnte oder glatte, rauhe und verzahnte Fläche
aufweist.
8. Entkupplungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß das Anhebeelement über eine genügend lange waagerechte, glatte Fläche, beginnend
von der letzten Erhebung bis hin zum Ende des Anhebeelementes, verfügt, so daß das
aufgelegte Pendel nach Fahrtrichtungswechsel darauf mit geringstmöglicher Reibung
zurückgeschoben werden kann.
9. Entkupplungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
daß das Anhebeelement, an seiner Erhebung gemessen, mit dem Pendel zusammen das Maß
erreicht, was benötigt wird, um den Kupplungshaken aus dem Auge der angekuppelten
Kupplung zu schwingen.
10. Entkupplungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß das Pendel so bemessen ist, daß es beim Überfahren der Schwellen diese nicht berührt.
11. Entkupplungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
daß die nachträglich angebrachte Achse, die vorzugsweise aus einer Schraube besteht,
rostfrei ist, damit die Wetterfestigkeit gewährleistet ist.