[0001] Die Erfindung betrifft eine Richtmaschine zum Richten von Blechen und Bändern, mit
versetzt zueinander angeordneten oberen und unteren Richtwalzen, die über ihre Länge
mittels ihrerseits abgestützten, in Walzenstühlen angeordneten Stützrollen abgestützt
sind.
[0002] Eine Richtmaschine dieser Art ist durch die DE 42 00 922 A1 bekanntgeworden. Von
den die oberen und unteren Stützrollen abstützenden Quertraversen ist die obere Quertraverse
zur Positionierung der Richtwalzen über Anstellzylinder gegen die untere Quertraverse
anstellbar. Die Richtwalzen dieser Richtmaschine sind zudem einzeln anstellbar und
einzeln angetrieben, wozu sie über Gelenkwellen mit einem Antrieb verbunden sind.
Zum gezielten Anstellen, d.h. Absenken bzw. Anheben einzelner Richtwalzen sind diesen
im unteren bzw. oberen Walzenstuhl Lagerträgerkeile und - beispielsweise durch einen
Druckmittelzylinder - verschiebbare Anstellkeile zugeordnet. Die für die Richtwalzen
einschließlich deren Stützrollen somit als Stellglieder eingesetzten, hydraulisch
betätigten Keilpaare erlauben es, bestimmte obere und untere Walzen aus dem Richtprozeß
herauszunehmen und damit unterschiedliche, gegebenenfalls unsymmetrische Teilungen
und damit variierende Hebelverhältnisse von Richtwalze zu Richtwalze einzustellen.
An den gegenüber der Normaleinstellung auf diese Weise mit einem größeren Teilungsmaß
angeordneten Richtwalzen treten entsprechend kleinere Kräfte auf, was es ermöglicht,
entsprechend dickere Bleche bzw. Bänder zu richten, wobei die Dicke so weit erhöht
werden kann, bis sich die volle Kraft an jeder Richtwalze wieder einstellt.
[0003] Wie sich gezeigt hat, bereiten Richtmaschinen mit einzeln angetriebenen Richtwalzen
dann Probleme, wenn hochfeste und außerdem noch dünne Bleche oder Bänder, beispielsweise
mit einer wie bei Federstahl üblichen Streckgrenze von 1700 N/mm² und mit einer Dicke
von etwa 2 mm, gerichtet werden müssen. Die Richtwalzen müssen in diesem Fall gegenüber
herkömmlichen Anlagen einen sehr viel kleineren Durchmesser, z.B. 45 mm, aufweisen,
wobei aber dennoch die erforderlichen hohen Drehmomente eingeleitet werden müssen.
Wegen der bei dünneren Blechen geringer ausfallenden Richtkraft an den Richtwalzen
bereitet außerdem der über den Reibkontakt zwischen den Richtwalzen und dem Band bzw.
Blech gewährleistete Transport Schwierigkeiten.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Richtmaschine der eingangs genannten
Art zu schaffen, mit der sich die beim Richten hochfester, dünner Bleche und Bänder
ergebenden Schwierigkeiten beseitigen lassen.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Richtwalzen über Zwischenwalzen
angetrieben sind. Somit lassen sich einerseits kleine Durchmesser der Richtwalzen
verwirklichen und andererseits aber doch die hohen Drehmomente einleiten, und zwar
durch Verbinden der einen großen Durchmesser aufweisenden Antriebs- bzw. Gelenkwellen
an die einen entsprechend großen Durchmesser aufweisenden Zwischenwalzen. Die Antriebsleistung
wird folglich mittelbar über die Zwischenwalzen in die einen kleinen Durchmesser aufweisenden
Richtwalzen eingeleitet.
[0006] Es wird vorgeschlagen, daß den Zwischenwalzen an den Walzenstühlen abgestützte Stützrollen
zugeordnet sind. Die Zwischenwalzen befinden sich somit zwischen den die mittelbar
angetriebenen Richtwalzen abstützenden Stützrollen und den an der oberen bzw. unteren
Walzenstühlen der Richtmaschine abgestützten Stützrollen, so daß sich von außen nach
innen der folgende Aufbau ergibt: Stützrollen, angetriebene Zwischenwalzen, Stützrollen,
Richtwalzen.
[0007] Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht zwischen den Richtwalzen angeordnete,
einen kleineren Durchmesser als die Richtwalzen aufweisende Hilfswalzen vor. Diese
sich jeweils in den Lücken zwischen zwei benachbarten oberen bzw. unteren Richtwalzen
erstreckenden, leer mitlaufenden, d.h. ohne Kontakt zu dem richtenden Blech bzw. Band
angeordneten Hilfswalzen unterstützen das Einfädeln bzw. -führen des zu richtenden
Bleches bzw. Bandes. Ein Richten von Bändern bzw. von durchgehendem Bandmaterial entfällt
hierbei im übrigen dann, wenn das Material zuvor gehärtet worden ist. Denn gehärtetes,
endlos durchgehendes Bandmaterial ließe sich nicht mehr adjustieren, so daß in diesen
Fällen folglich Band- bzw. Blechtafeln gerichtet werden.
[0008] Nach einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung sind die Richtwalzensätze versetzt
zueinander angeordnet. Indem vorzugsweise bei einer solchen Anordnung beispielsweise
das untere Rollensystem bzw. der untere Walzenstuhl gegenüber dem oberen Walzenstuhl
verschoben wird, lassen sich gegenüber üblichen Rollensystemen, bei denen die oberen
Richtwalzen jeweils in der Mitte des Abstandes zwischen zwei benachbarten unteren
Richtwalzen in Form eines gleichschenkligen Dreiecks angeordnet sind, die Richtwalzen
mit einem geringeren Abstand und damit kleineren Teilungsmaß von in der Laufrichtung
jeweils aufeinanderfolgender oberer und unterer Richtwalze einstellen. Die damit sehr
kleinen Teilungen bzw. Hebel zwischen aufeinanderfolgenden, im Eingriff befindlichen
oberen und unteren Richtwalzen führen zu deutlich höheren Richtkräften an den einzelnen
Richtwalzen, wodurch sich ein für den Transport des Bleches in gleichem Maße gesteigerter
Reibkontakt erreichen läßt.
[0009] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen und der
nachfolgenden Beschreibung, in der ein in den Zeichnungen dargestelltes Ausführungsbeispiel
des Gegenstandes der Erfindung näher erläutert ist. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Längsschnitt einer Richtmaschine;
- Fig. 2
- als Einzelheit die Stützrollen- und Richtwalzenanordnung gemäß Fig. 1;
- Fig. 3
- die Rollen- und Walzenanordnung gemäß Fig. 2 entlang der Linie III-III geschnitten,
schematisch dargestellt;
- Fig. 4
- in schematischer Darstellung als Einzelheit den oberen und unteren Richtwalzensatz
nach Fig. 2; und
- Fig. 5
- das Richtwalzensystem nach Fig. 4 mit demgegenüber angehobenen bzw. abgesenkten, nicht
aktiv am Richtprozeß teilnehmenden oberen und unteren Richtwalzen.
[0010] Eine Richtmaschine 1 weist gemäß Fig. 1 einen aus zwei im Fundament verankerten Ständern
2 bestehenden Maschinenrahmen auf. Die Ständer sind durch eine obere Rahmentraverse
3 sowie durch eine untere Quertraverse 4 starr miteinander verbunden. An der oberen,
anstellbaren Quertraverse 5 ist ein oberer Walzenstuhl 6 gehalten. Ein unterer Walzenstuhl
7 ist auf der unteren Quertraverse 4 angeordnet; über an beiden Seiten der Richtmaschine
1 in Laufrichtung des Richtguts vorgesehenen Leisten orientiert sich der untere Walzenstuhl
7 an der Quertraverse 4. Die obere Quertraverse 5 ist über einen Anstellzylinder 8
gegen die untere Quertraverse 4 anstellbar.
[0011] Auf dem unteren Walzenstuhl 7 sind Rollenanstellkeile 9 gelagert und durch je einen
nicht gezeigten Druckmittelzylinder verschiebbar. Jeder unteren Richtwalze 11, den
diese abstützenden, inneren Stützrollen 12, der dazugehörigen angetriebenen, einen
sehr viel größeren Durchmesser als die Richtwalze 11 aufweisenden unteren Zwischenwalze
13 und den diese abstützenden, äußeren Stützrollen 14 (vgl. Fig. 2) ist ein solcher
Anstellkeil 9 zugeordnet. Der oberhalb der Richtebene 15 angeordnete obere Walzen-
und Rollensatz 16 ist in gleicher Weise aufgebaut wie der zuvor beschriebene untere
Walzen- und Rollensatz 17, d.h. die oberen Richtwalzen 18 werden von inneren Stützrollen
19 abgestützt, denen sich nach außen bzw. oben hin angetriebene obere Zwischenwalzen
20 anschließen, die ihrerseits von äußeren Stützrollen 21 abgestützt werden. Die Stützrollen
21 des oberen Walzen- und Rollensatzes 16 sind an einem Anstellkeil 22 gelagert. Jeder
der benachbarten, in einer der Anzahl der Richtwalzen 18 bzw. Zwischenwalzen 20 vorhandenen
Zahl Anstellkeile 22 liegt mit seiner anderen Seite an dem oberen Walzenstuhl 6 an.
Auch die Anstellkeile 22 sind durch je einen - nicht dargestellten - Druckmittelzylinder
verschiebbar.
[0012] Die beiden Quertraversen 4,5 sind ein- und auslaufseitig über symmetrisch zur Maschinenmitte
angeordnete, nicht gezeigte äußere Festanschläge gegen den Walzenstuhl 6 bzw. 7 abgestützt.
Weiterhin befinden sich an der Ein- und Auslaufseite der Rollenrichtmaschine 1 zwischen
der unteren Quertraverse 4 und dem ihr zugeordneten Walzenstuhl 7 bzw. der oberen
Quertraverse 5 und dem ihr zugeordneten Walzenstuhl 6 mit gleichem Abstand voneinander
in einer Reihe zwischen den Festanschlägen angeordnete Kompensationszylinder 24 bzw.
25 (vgl. Fig. 1).
[0013] Wie sich aus Fig. 3 entnehmen läßt, sind die gegenüber den Richtwalzen 11 bzw. 18
mit einem sehr viel größeren Durchmesser ausgeführten Zwischenwalzen 13 bzw. 20 einzeln
angetrieben und zu diesem Zweck über angekoppelte Gelenkwellen 26 mit nicht dargestellten
Antrieben verbunden. Die einzeln angetriebenen Zwischenwalzen 13 bzw. 20 sind mit
Ausnehmungen 27 versehen, über die sich zur Lagerabdichtung der mit Rollenachsen in
Stegblechen 28 gelagerten inneren Stützrollen 12 bzw. 19 ein Medium (Sperrluft) zuführen
läßt.
[0014] Wie sich näher aus Fig. 4 ergibt, sind jeweils die in Laufrichtung gemäß Pfeil 29
aufeinanderfolgende untere und obere Richtwalze 11 bzw. 18 mit einer sehr kleinen
Teilung 30 eng aneinandergerückt; dieser gegenüber Richtmaschinen mit herkömmlicher
Richtwalzenanordnung vorgesehene Versatz läßt sich durch Verschieben des den unteren
Walzen- und Rollensatz 17 aufnehmenden Walzenstuhls 7 erreichen. Die enge Teilung
30 erlaubt es, die Richtkräfte an den Richtwalzen 11 bzw. 18 erheblich zu steigern
und somit den zum Transport des Bleches bzw. Bandes in Laufrichtung 29 erforderlichen
Reibkontakt zu gewährleisten. Außerdem wird der automatische Einzug bzw. das Einführen
eines zu richtenden Bleches bzw. Bandes begünstigt; um dieses Einziehen und -führen
noch zu unterstützen, sind zwischen benachbarten unteren sowie benachbarten oberen
Richtwalzen 11 bzw. 18 leer mitlaufende, dünne, am Richtprozeß nicht teilnehmenden
Hilfswalzen 31 angeordnet.
[0015] Zur Erweiterung des Richtbereiches, um in derselben Richtmaschine 1 auch Bleche und
Bänder mit größerer Dicke richten zu können, sind gemäß Fig. 5 die in Laufrichtung
29 zweite, dritte sowie fünfte obere Richtwalze 18 angehoben und die in Laufrichtung
29 zweite sowie vierte und fünfte untere Richtwalze 11 abgesenkt worden; die angehobenen
bzw. abgesenkten Richtwalzen 18 bzw. 11 nehmen folglich nicht am Richtprozeß teil.
Für die in ihrer Ausgangslage verbleibenden, aktiven Richtwalzen 11 bzw. 18 liegen
somit sehr viel größere Teilungen vor, und aufgrund der damit größeren Hebelverhältnisse
zwischen zwei im Eingriff befindlichen Richtwalzen stellen sich kleinere Kräfte ein,
die es ermöglichen, entsprechend dickere Bleche bzw. Bänder zu richten.
1. Richtmaschine zum Richten von Blechen und Bändern, mit versetzt zueinander angeordneten
oberen und unteren Richtwalzen, die über ihre Länge mittels ihrerseits abgestützten,
in Walzenstühlen angeordneten Stützrollen abgestützt sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Richtwalzen (11, 18) über Zwischenwalzen (13, 20) angetrieben sind.
2. Richtmaschine nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch
den Zwischenwalzen (13,20) zugeordnete, an den Walzenstühlen (6,7) abgestützte Stützrollen
(14,21).
3. Richtmaschine nach Anspruch 1 oder 2,
gekennzeichnet durch
zwischen den Richtwalzen (11 bzw. 18) angeordnete, einen kleineren Durchmesser als
die Richtwalzen (11 bzw. 18) aufweisende Hilfswalzen (31).
4. Richtmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Richtwalzensätze (16,17) versetzt zueinander angeordnet sind.