[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Textilmaschine zur Verarbeitung von einem über
einen Zuführtisch zugeführten Faservlies, das aus mehreren übereinander gelegten Faservliesen
gebildet ist, wobei die einzelnen Faservliese von oberhalb des Zuführtisches und hintereinander
angeordneten Streckwerkseinheiten auf den Zuführtisch abgegeben und miteinander doubliert
werden.
[0002] Zur Bildung eines Wattewickels, der als Vorlage für eine nachfolgende Kämmaschine
dient, werden einer wattewickelbildenden Maschine Strecken- oder Kardenbänder zugeführt,
welche gruppenweise an zwei oder mehreren Streckwerkseinheiten zu einem Faservlies
verstreckt werden, und anschliessend die Faservliese miteinander auf einem Zuführtisch
doubliert werden. Das heisst, die von den Streckwerkseinheiten abgegebenen Faservliese
werden auf dem Zuführtisch übereinandergelegt.
[0003] Aus der JP-AS-63-36371 ist eine derartige Einrichtung bekannt, wobei der Zuführtisch
als umlaufendes Transportband ausgeführt ist. Es sind jedoch auch Ausführungen bekannt,
bei denen der Zuführtisch mit einer feststehenden Führungsfläche versehen ist, und
das doublierte Faservlies durch entsprechend angeordnete und angetriebene Walzen transportiert
wird. Aus der zitierten JP-AS ist eine Anordnung zu entnehmen, bei der die Achsen
der Streckwerkswalzen quer zur Transportrichtung der Faservliese ausgerichtet sind.
Die doublierten Faservliese werden Wickelwalzen zugeführt, oberhalb welchen ein Wattewickel
gebildet wird.
[0004] Insbesondere bei den Maschinen, bei welchen die Faservliese über eine feststehende
Führungsfläche eines Zuführtisches der Wickeleinheit zugeführt werden, ist eine gute
Zugänglichkeit, insbesondere zum manuellen Ansetzen bzw. Übereinanderlegen der Faservliese
im Bereich der Streckwerkseinheiten erforderlich. Das heisst, bevor die wickelbildende
Maschine gestartet werden kann, müssen die von den einzelnen Streckwerkseinheiten
abgegebenen Vliese von Hand an die entsprechende Abgabepositionen der nachfolgenden
Streckwerkseinheiten überführt werden, bis die so übereinandergelegten Faservliese
von einer angetriebenen Transportwalze erfasst werden. Die Vorbereitung der Faservlieszuführung,
sowie allfällige Reinigungs- und Korrekturarbeiten erfordern insbesondere im Bereich
der Streckwerkseinheiten eine gute Zugänglichkeit. Bei den bekannten Maschinen sind
die Streckwerkseinheiten mit den Streckwerkswalzen beidseitig des zugeführten Vlieses
fest mit der jeweiligen Seite des Zuführtisches verbunden bzw. abgestützt. Dadurch
ist die gute Zugänglichkeit zur Führungsfläche des Zuführtisches zumindest im Bereich
der Lagerstellen stark eingeschränkt.
[0005] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, ausgehend vom bekannten Stand der
Technik, den Bereich des Zuführtisches mit den Streckwerkseinheiten so auszugestalten,
dass eine bessere Zugänglichkeit gewährleistet wird.
[0006] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass die Achsen der Streckwerkswalzen quer zur
Zuführrichtung des Faservlieses auf dem Zuführtisch ausgerichtet sind und mindestens
die Streckwerkseinheit, unter welcher ein Faservlies einer benachbarten Streckwerkseinheit
hindurchgeführt wird, nur auf einer Seite des Faservlieses abgestützt ist.
[0007] Dadurch wird es möglich, eine Zugänglichkeit unterhalb der jeweiligen Streckwerkseinheit
zu schaffen, um den bereits beschriebenen Ansetzvorgang problemlos durchführen zu
können.
[0008] Vorteilhafterweise wird vorgeschlagen, dass sich die jeweilige Streckwerkseinheit
einseitig am Zuführtisch abstützt, und von der Abstützung aus gesehen, die lichte
Weite zwischen dem Zuführtisch und dem, den Zuführtisch überragenden Teil der Streckwerkseinheit
so gross gewählt ist, dass ein Handeingriff in diesen Bereich ermöglicht wird.
[0009] Vorteilhafterweise sind die äusseren Kanten der Streckwerkseinheit im Bereich der
lichten Weite abgerundet.
[0010] Zur Überführung der Faservliese auf den Zuführtisch wird vorgeschlagen, dass zwischen
den Streckwerkswalzen und der Führungsfläche des Zuführtisches ein Führungsblech angebracht
ist, das in den Bereich der lichten Weite ragt.
[0011] Zur Stabilisierung der Seitenführung der Faservliese wird weiter vorgeschlagen, dass
das Führungsblech mit seitlichen Vliesführer versehen ist.
[0012] Weitere Vorteile der Erfindung sind anhand eines nachfolgenden Ausführungsbeispieles
näher aufgezeigt und beschrieben.
Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Seitenansicht einer wickelbildenden Maschine mit den erfindungsgemäss
angebrachten Streckwerkseinheiten,
- Fig. 2
- eine Rückansicht auf eine der Streckwerkseinheiten gemäss Fig. 1,
In Fig. 1 wird eine Textilmaschine 1 gezeigt, welche mit einer wickelbildenden Einheit
20 zur Bildung eines Wattewickels 12 versehen ist und welche über einen Zuführtisch
2 mit einem Faservlies V über ein Leitblech 26 beschickt wird.
[0013] Das Faservlies V wird durch eine angetriebene Walze 14 den Kalanderwalzen 24 zugeführt,
die das kalandrierte Vlies zu den Wickelwalzen 22, 23 überführen. Oberhalb den Wickelwalzen
wird ein Wattewickel 12 mittels bekannter und nicht gezeigter Wickelaggregaten gebildet.
[0014] Oberhalb einer Führungsfläche 4 des Zuführtisches 2 sind in Abstand zueinander drei
Streckwerkseinheiten S1, S2 und S3 angeordnet. Die Streckwerkseinheiten S1 - S3 weisen
jeweils Streckwerkswalzen W auf, deren einseitige Lagerstellen 28 in einem Lagergehäuse
10 angebracht sind, welches mit dem Zuführtisch 2 verbunden ist (Fig. 2).
[0015] Auf der gegenüberliegenden Seite der Lagerstellen 28 sind die Streckwerkswalzen W
in den Lagerstellen 30 gelagert, welche in einem Lagerschild 32 angebracht sind, das
mit dem Streckwerksgehäuse 33 verbunden ist. Die Abstützung der Streckwerkseinheit
53 erfolgt somit nur einseitig des Faservlieses V über das Lagergehäuse 10. Diese
Anordnung ist insbesondere aus Fig. 2 zu entnehmen, worin auch der durch diese Bauweise
entstandene lichte Abstand L zu ersehen ist. Im Bereich der Lagerstellen 28 sind die
Achsen der Streckwerkswalzen W mit Antriebsrädern 11 versehen. Wie in Fig. 1 schematisch
gezeigt, erfolgt der Antrieb der Streckwerkseinheiten S1 - S3 durch einen Motor 13,
der die Antriebsleistung über eine Längswelle 15 und einen der jeweiligen Streckwerkseinheit
zugeordneten Kegeltrieb 16 mit den Abtriebswellen 18 überträgt. Über ein nicht näher
aufgezeigtes Getriebe wird der Antrieb von der jeweiligen Welle 18 auf die Antriebsräder
11 übertragen. Das nicht näher gezeigte Getriebe ist im Lagergehäuse 10 integriert.
[0016] Am Streckwerksgehäuse 33 ist ein nach unten schräg angeordnetes Führungsblech 5 mit
Seitenführungen 6 angebracht. Dieses Führungsblech 5 hat die Aufgabe, das vom jeweiligen
Streckwerk abgegebene Faservlies auf die Führungsfläche 4 des Zuführtisches 2 zu überführen.
Der Transport der Faservliese V1 - V3 erfolgt durch die angetriebene Förderwalze 14
bzw. durch die angetriebenen Kalanderwalzen 24. Es ist jedoch auch denkbar, auf dem
Zuführtisch 2 weitere Förderwalzen, welche angetrieben sind, vorzusehen. Diese weiteren
Walzen (wie gezeigt) können direkt im Bereich der Aufgabe der Faservliese von den
einzelnen Streckwerkseinheiten S2, S3 auf die Führungsfläche 4 angeordnet sein.
[0017] Im Bereich der lichten Weite L der einseitig abgestützten Streckwerkseinheiten S1
- S4 sind die äusseren Kanten K abgerundet ausgeführt. Die Abrundung K kann auch durch
nach Innen abgebogene Blechteile mit entsprechend abgerundeten Kanten gebildet sein.
[0018] Beim Startvorgang der Textilmaschine 1 werden in der Regel die über ein nicht näher
gezeigtes Zuführgestell zugeführten Faserbänder 8 in das aufgeklappte Streckwerk der
Streckwerkseinheit S3 eingelegt. Nach dem Schliessen des Streckwerks der Streckwerkseinheit
S3 wird im Langsamgang ein Faservlies gebildet, das mit Handunterstützung bis in den
Bereich unterhalb des Führungsbleches 5 der Streckwerkseinheit S2 transportiert wird.
Durch die freie Zugänglichkeit über die lichte Weite L, kann dieser Vorgang problemlos
manuell unterstützt werden. Sobald sich das vordere Ende des Faservlieses V3 im Bereich
unterhalb des Führungsbleches 5 befindet, werden die der Streckwerkseinheit S2 zugeführten
Faserbänder 8 ebenfalls in dessen aufgeklapptes Streckwerk eingelegt und nach Schliessen
des Streckwerks in Form eines Faservlieses V2 über das Führungsblech 5 auf die Führungsfläche
4, bzw. auf das Faservlies V3 aufgelegt. Die dadurch doublierten Faservliese V3 und
V2 werden dann im Langsamgang in den Bereich unterhalb des Führungsbleches 5 der Streckwerkseinheit
S1 mit Handunterstützung überführt. Der Langsamgang wird wieder gestoppt und die der
Streckwerkseinheit S1 zugeführten Faserbänder 8 werden in das aufgeklappte Streckwerk
der Streckwerkseinheit S1 eingelegt. Nach der Einlage der Faserbänder 8 wird das Streckwerk
wieder geschlossen und der Langsamgang wieder gestartet. Dadurch gelangt das bei der
Streckwerkseinheit S1 gebildete Faservlies V1 über das Führungsblech 5 auf die beiden
doublierten Faservliese V3 und V2, wodurch ein dreifach doubliertes Faservlies V entsteht.
Das Faservlies V wird mit Handunterstützung in den Bereich der angetriebenen Walze
14 gebracht, über welche das Faservlies V zu den Kalanderwalzen 24 überführt wird.
Das die Kalanderwalzen 24 durchlaufende und kalandrierte Faservlies V gelangt in den
Aufnahmebereich einer entsprechend geführten Aufnahmehülse 3, auf welche das Faservlies
V unter Zuhilfenahme der angetriebenen Wickelwalzen 22 und 23 aufgewickelt wird.
[0019] Sobald dieser Einfädelvorgang des Faservlieses V beendet ist, wird die Textilmaschine
1, bzw. der Antriebsmotor 13 vom Langsamgang auf Betriebsdrehzahl umgestellt. Es erfolgt
nun die Fertigstellung des Wattewickels 12, welcher anschliessend aus der Maschine
ausgestossen und an ein nicht gezeigtes Transportsystem übergeben wird.
[0020] Um einen gleichmässigen Vliesrand, bzw. eine gleichmässige Vliesbreite zu erhalten,
ist jedes Führungsblech mit seitlichen Vliesführern 6 versehen.
[0021] Durch die einseitig abgestützte Bauweise der Streckwerkseinheiten erhält man eine
gute Zugänglichkeit, welche ein problemloses Einfädeln der einzelnen Faservliese beim
Startvorgang ermöglicht. Ausserdem ist die gute Zugänglichkeit auch von Vorteil für
Reinigungsarbeiten im Bereich der Streckwerkseinheiten S1 - S3 und für die visuelle
Prüfung des Vlieses während der Produktion. Die hinterste Streckwerkseinheit S3 könnte
im Hinblick auf die problemlose Zuführung des Faservlieses V3 auf den Zuführtisch
2 auch eine beidseitige Abstützung aufweisen, da das Zusammenführen eines Vlieses
einer benachbarten Streckwerkseinheit hier nicht notwendig ist.
1. Textilmaschine (1) zur Verarbeitung von einem über einen Zuführtisch (2) zugeführten
Faservlies (V), das aus mehreren übereinander gelegten Faservliesen (V1,V2,V3) gebildet
ist, wobei die einzelnen Faservliese (V1,V2,V3) von oberhalb des Zuführtisches (2)
und hintereinander angeordneten Streckwerkseinheiten (S1-S3) auf den Zuführtisch abgegeben
und miteinander doubliert werden, dadurch gekennzeichnet,
dass die Achsen (A) der Streckwerkswalzen (W) quer zur Zuführrichtung (T) des Faservlieses
(V) auf dem Zuführtisch (2) ausgerichtet sind und mindestens die Streckwerkseinheit
(S1,S2), unter welcher ein Faservlies (V3,V2) einer benachbarten Streckwerkseinheit
(S2,S3) hindurchgeführt wird, nur auf einer Seite des Faservlieses (V) abgestützt
ist.
2. Textilmaschine (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich die jeweilige
Streckwerkseinheit (S1,S2) einseitig am Zuführtisch abstützt und von der Abstützung
aus gesehen, die lichte Weite (L) zwischen dem Zuführtisch (2) und dem, den Zuführtisch
überragenden Teil der Streckwerkseinheit (S1-S3) so gross gewählt ist, dass ein Handeingriff
in diesen Bereich ermöglicht wird.
3. Textilmaschine (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass
die äusseren Kanten (K) der Streckwerkseinheit im Bereich der lichten Weite abgerundet
sind.
4. Textilmaschine (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass
an den Streckwerkseinheiten (S1-S3) zwischen den Streckwerkswalzen (W) und der Führungsfläche
(4) des Zuführtisches (2) ein Führungsblech (5) angebracht ist, das in den Bereich
der lichten Weite (L) ragt.
5. Textilmaschine (1) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungsblech
mit seitlichen Vliesführern (6) versehen ist.