[0001] Die Erfindung betrifft ein Dachfenster mit einem mittels federbelasteter Tragarme
am Futterkasten gelagerten Flügel, bei dem die Tragarme einerends an einem an der
Oberkante des Futterkastens befestigten Klapplager, anderenends etwa flügelhöhenmittig
mit einem Drehlager am Seitenholm des Flügels gelenkig gelagert sind, und der Flügel
zwischen Drehlager und seiner Oberkante an jedem Seitenholm mit einem Achszapfen versehen
ist zum Zusammenwirken mit einer im Querschnitt U-förmigen, am Seitenschenkel des
Futterkastens angebrachten Gleitschiene, deren eine Nut begrenzende, dem Flügel benachbarte
Deckplatte den Achszapfen in der Schwingstellung des Flügels übergreift und in der
verschlußstellung und der Schwingstellung des Flügels der Achszapfen sich außerhalb
des Wirkbereichs der Deckplatte befindet, wobei nach Betätigung eines am Querholm
des Flügels befestigten Handgriffs beim Öffnen des Flügels unter Kupplung der Tragarme
mit dem Flügel der Flügel sich um die Klapplager klappbewegt und beim Öffnen mit von
den Tragarmen entkuppeltem Flügel die Achszapfen sich in der Nut der Gleitschiene
in Richtung der Unterkante des Futterkastens bewegen unter Abheben des flügelseitigen
Drehlagers vom Futterkasten zum Schwingöffnen des Flügels.
[0002] Bei einem derartigen, aus der DE-OS 2 708 785 bekannten Dachfenster ist der Flügel
zum Öffnen wahlweise in eine Klappstellung oder eine Schwingstellung bringbar. Zur
Ermöglichung einer Klappöffnung ist der Flügel mit den Tragarmen zu kuppeln, so daß
sich der Flügel synchron mit den daran fixierten Tragarmen um die von an der Oberkante
des Futterkastens angeordneten Klapplager gebildete Klappachse bewegt. Die Achszapfen,
die ortsfest am Flügel befestigt sind, beschreiben dabei einen Kreisbogen um die Klappachse.
Die futterkastenseitige Gleitschiene ist am oberen Ende mit einer Ausnehmung versehen,
damit die Achszapfen in die Gleitschiene eintreten bzw. diese verlassen können. Infolge
dieser Ausnehmung endet die Deckplatte und damit die Nut der Gleitschiene vor dem
Klappbewegungsbereich der Achszapfen.
[0003] Soll der Flügel nach einem Entkuppeln von Flügel und Tragarm schwinggeöffnet werden,
verbleibt der Achszapfen unverändert im Bereich der Ausnehmung der Gleitschiene und
damit weiterhin vor der Nutöffnung. Beim nunmehrigen Öffnen in die Schwingstellung
wird dem Achszapfen jedoch keinerlei entsprechende Information vermittelt, so daß
die Gefahr besteht, daß die Achszapfen die Gleitschiene wieder durch die Ausnehmung
verlassen und nicht durch die Nutöffnung in die Nut selbst eintreten und in dieser
nach unten gleiten, wie es zur Erzielung der Schwingöffnung des Flügels notwendig
ist. Um die Gefahr einer solchen fehlerhaften Flügelöffnungseinstellung zu verringern,
ist die Gleitschiene mit einem angeformten, federnden Steg versehen, der bei von den
Tragarmen entkuppeltem Flügel beim Öffnen des Flügels für eine Schwingöffnungstellung
dem Austreten der Achszapfen aus der Gleitschiene durch seine Haltekraft entgegenwirken
soll. Für die Haltekraft besteht jedoch ein Zielkonflikt, da sie einerseits den Eintritt
und Austritt der Achszapfen aus der Gleitschiene beim Klappbewegen des Flügels gestatten
muß, andererseits den Austritt verhindern soll, wenn eine Schwingöffnung des Flügels
beabsichtigt ist. Zudem können z. B. je nach Anordnung und Ausgestaltung der Gewichtsentlastungsvorrichtung
des Flügels beim Öffnen auf den Flügel Kräfte einwirken, die im Sinne eines Abhebens
des oberen Bereichs des Flügels vom Futterkasten wirken, die dann ebenfalls den durch
den federnden Steg ausgeübten Widerstand ohne weiteres überwinden, wodurch der Flügel
in eine ungewollte Fehlbedienungsöffnung gelangt, in welcher er unkontrolliert um
die tragarmseitigen Drehlager pendelt.
[0004] Der Erfindung liegt damit die Aufgabe zugrunde, bei einem gattungsgemäßen Dachfenster
zu erreichen, daß die gewollte Öffnungsart des Flügels zuverlässig erhalten wird.
[0005] Diese Aufgabe wird bei einem gattungsgemäßen Dachfenster erfindungsgemäß dadurch
gelöst, daß die Achszapfen am Seitenholm des Flügels längsverschiebbar angeordnet
sind unter Einstellung der einzelnen Schaltstellungen der Achszapfen mittels des Handgriffs.
[0006] Der Achszapfen ist nunmehr ortsveränderlich an den Seitenholmen des Flügels angeordnet.
Durch eine Betätigung des Handgriffs werden die Achszapfen verschoben. Es ist somit
möglich, den einzelnen Stellungen des Handgriffs bestimmte Schaltstellungen der Achszapfen
zuzuordnen. In der Klappschaltstellung der Achszapfen, bei auf dem Futterkasten aufliegenden
Flügel, befinden sich z. B. die Achszapfen jeweils kurz vor der Nutöffnung der Nut
der Gleitschiene und damit außerhalb des Wirkbereichs der Deckplatte der Gleitschiene.
Beim Klappöffnen des Flügels können sich dann die Achszapfen an der Nut vorbeibewegen,
und zwar unbehindert durch zusätzliche, auf die Achszapfen einwirkende Kräfte. Wird
der Handgriff - bei auf dem Futterkasten aufliegenden Flügel - weiterbewegt in seine
Stellung für das Schwingöffnen, werden die Achszapfen zwangsläufig in Richtung des
unteren Querholms des Flügels bewegt, treten durch die Nutöffnung der Gleitschiene
und gelangen in die Nut hinein, so daß in der Schwing-Schaltstellung die Achszapfen
die jeweilige Deckplatte der Gleitschiene untergreifen. Beim nachfolgenden Öffnen
des Flügels können die Achszapfen nicht mehr von der Gleitschiene abheben. Infolge
dieser Sperrung der Achszapfen gegen ein Abheben vom Futterkasten in Verbindung mit
dem Abheben der Tragarme vom Flügel und vom Futterkasten, an deren freiem Ende der
Flügel mittels Drehlager gelenkig verbunden ist, gleiten die Achszapfen innerhalb
der Nut der Gleitschiene nach unten, bis die gewünschte Schwingöffnungsstellung des
Flügels erreicht ist.
[0007] Die Achszapfen können in der Nut so weit nach unten bewegt werden, bis sie am unteren
Nutende zum Anschlag gelangen. Der Flügel befindet sich dann in der Reinigungsstellung,
bei welcher die Außenseite des Flügels vom Rauminnern her zugänglich ist.
[0008] Damit die jeweils eingestellte Schwingöffnungsstellung des Flügels auch bei Belastung
durch Umwelteinflüsse erhalten bleibt, kann der Flügel gegenüber den Tragarmen gebremst
und/oder eine Bremswirkung zwischen Achszapfen und Gleitschiene, beispielsweise durch
eine Schwergängigkeit, benutzt werden.
[0009] Bei einem vorbenutzten Dachfenster "Roto Alpine" der ROTO FRANK AG, Leinfelden-Echterdingen
mit Klapp-Schwing-Flügel sind die Achszapfen ebenfalls ortsfest am Flügel angebracht.
Der Flügel ist mit einem Eingriffbeschlag versehen. Ein am unteren, horizontalen Querholm
des Flügels angebrachter Handgriff wirkt über ein Spreizgetriebe auf zwei gegenläufig
verlagerbare Treibstangen und eine Eckumlenkung auf jeweils eine im Seitenholm angebrachte
Treibstange. Diese Treibstange trägt nahe dem unteren Querholm des Flügels am Seitenholm
jeweils ein als Schließzunge ausgebildetes Riegelglied zum Zusammenwirken mit einem
futterkastenseitig befestigten Schließstück. Bei am Futterkasten anliegenden Flügel
kann der Flügel über Riegelglied und Schließstück in verschlußstellung verriegelt
werden. Weist das Schließstück zusätzliche Ausnehmungen auf, ist der Flügel auch in
Klapp-Spaltlüftungsstellungen gegenüber dem Futterkasten fixierbar. Am freien, der
Oberkante des Flügels zugeordneten Ende der Treibstangen ist ein als Schnäpper ausgebildetes
Riegelstück federnd gelagert zum Kuppeln bzw. Entkuppeln des Flügels mit den Tragarmen.
Über den einzigen Handgriff ist damit die Verriegelung des Dachfensters, die Einstellung
von Klappspaltlüftungsstellungen des Flügels und die Kupplung mit und die Entkupplung
des Flügels von den Tragarmen erreicht.
[0010] Bei einem derartigen Dachfenster mit Eingriffbedienung ist es günstig, die Treibstangen
zusätzlich mit den Achszapfen zu verbinden, so daß die Längsverschiebung der Achszapfen
und deren Überführung in die einzelnen Schaltstellungen mit bereits vorhandenen Mitteln
durchgeführt werden kann, synchronisiert mit den sonstigen Verriegelungsmöglichkeiten
über Schließstück und Riegelstück.
[0011] In bevorzugter Weise ist der Achszapfen auf einem Flansch befestigt, der in einer
hinterschnittenen Führungsnut einer in den Seitenholm des Flügels hinter die Treibstange
eingelassen eingesetzten Grundplatte gelagert ist und die Grundplatte ist mit einem
Längssteg ausgerüstet, der eine Nase trägt zum Übergreifen der Treibstange im Verbindungsbereich
Treibstange/Achszapfen. Damit werden auf die Achszapfen einwirkende Belastungen über
den Flansch und die Grundplatte unmittelbar in den Seitenholm des Rahmens des Flügels
eingeleitet. Die Treibstange wird von solchen Belastungen frei gehalten, so daß die
Gängigkeit der Treibstange nicht beeinflußt wird. Der Längssteg der Grundplatte in
Verbindung mit der vorstehenden Nase dient der zusätzlichen Führung der Treibstangen
im Verbindungsbereich mit dem Achszapfen, wobei die Nase diese Verbindungsstelle sichert
gegen ein ungewolltes Abheben der Treibstange von dem insbesondere aus dem Flansch
ausgebogenen Verbindungssteg, der formschlüssig in eine Verbindungsausnehmung der
Treibstange eingreift.
[0012] Die Betätigung des Handgriffs und damit die Einstellung der unterschiedlichen Schaltstellungen
der Achszapfen und der beabsichtigten Funktionsabläufe zur gewünschten Flügelöffnungsbewegung
erfolgt bei am Futterkasten anliegendem Flügel. In der Praxis kann es jedoch vorkommen,
daß der Handgriff auch bei bereits geöffnetem Flügel versehentlich betätigt wird.
Um eine derartige Fehlschaltung auszuschließen wird in bekannter Weise eine Fehlbedienungssicherung
benutzt, welche eine Betätigung des Handgriffs bei geöffnetem Flügel vollständig sperrt
oder nur eine teilweise Betätigung zuläßt.
[0013] Eine Fehlbetätigkeitsmöglichkeit kann auch bewußt in Kauf genommen werden, wenn sichergestellt
wird, daß dadurch keine Beschädigung oder Funktionsstörung am Dachfenster auftreten
kann. Eine solche Vorrichtung zur Vermeidung der negativen Auswirkungen bei einer
fehlbedienten Betätigung des Dachfensters besteht in vorteilhafter Weise darin, daß
die Deckplatte der Nut der Gleitschiene unter Bildung einer Nutöffnung vor dem Bereich
der Achszapfen in deren Schwing-Schaltstellung endet, daß an der Deckplatte ein Schieber
gelagert ist, der unter der Einwirkung einer Druckfeder über die Nutöffnung überstehend
ist bis nahezu in den Bereich der Klapp-Schaltstellung der Achszapfen und daß das
überstehende Ende des Schiebers auf der von der Nut abgewandten Oberseite mit einer
Schrägfläche versehen und die Unterseite parallel zur Führungsfläche der Deckplatte
für den Achszapfen angeordnet ist. Bei am Futterkasten anliegenden Flügel liegen die
Achszapfen in allen drei Schaltstellungen Verschluß, Kippen, Schwingen jeweils vor
der Nutöffnung an der Gleitschiene an, also außerhalb des Wirkungsbereichs der Deckplatte,
wobei die Schaltstellung Verschluß oben liegend ist, gefolgt von der Schaltstellung
Kippen und der Schaltstellung Schwingen. Das Klappöffnen kann dabei unbehindert von
der Gleitschiene erfolgen. In der Schaltstellung Schwingen liegt der Achszapfen wohl
noch außerhalb der Nut vor der Nutöffnung, untergreift jedoch die Unterseite des druckfederbelasteten
Schiebers. Diese Unterseite bildet quasi eine Verlängerung der Deckplatte der Gleitschiene
und verhindert ein Abheben des Achszapfens von dem Futterkasten, so daß die Schwingöffnungsbewegung
des Flügels gesichert bleibt. Durch den Schieber wird bei der Öffnungsbewegung des
Flügels der Achszapfen nach unten geleitet und untergreift dann die Deckplatte der
Gleitschiene.
[0014] Wird bei klappgeöffnetem Flügel durch irrtümliche Betätigung des Handgriffs die Schaltstellung
Schwingen des Achszapfens eingestellt, trifft bei der nachfolgenden Schließbewegung
des Flügels der Achszapfen auf eine Schrägfläche des über die Nutöffnung überstehenden
Schiebers. Der Achszapfen übt auf den Schieber eine Kraftkomponente aus, welche den
Schieber entgegen der Kraft der Druckfeder zurückdrückt, bis der weitere Weg der Achszapfen
frei ist und der Achszapfen wieder zur Auflage an der Gleitfläche der Gleitschiene
gelangt im Bereich kurz vor der Nutöffnung. Sobald die Kraftbeaufschlagung des Schiebers
durch den Achszapfen beendet ist, wird der Schieber infolge der Druckfeder wieder
ausgeschoben, deckt erneut den Schaltstellungsbereich Schwingen für den Achszapfen
ab, der dann vom Schieber gefangen und gesichert ist gegen ein Abheben vom Futterkasten
bei erneutem Öffnen des Flügels. Damit sind negative Auswirkungen auf das Dachfenster
selbst bei einer fehlbedienten Betätigung des Flügels vermieden.
[0015] Um nach dem Zurückdrücken des Schiebers bei fehlbetätigter Schwingschaltstellung
der Achszapfen das erneute Übergreifen der Achszapfen durch den Schieber zu erleichtern,
ist am Übergang von der Unterseite zur Schrägfläche des Schiebers eine Keilfläche
angeordnet, die das Aufgleiten auf den insbesondere mit rundem Querschnitt versehenen
Achszapfen verbessert.
[0016] Es ist günstig, daß der Schieber in einem an die Gleitschiene angeformten Gehäuse
gelagert ist und Gleitschiene und Schieber als Kunststoff-Spritzgußteil hergestellt
sind, so daß durch die einstückige Herstellung von Gleitschiene und Schiebergehäuse
eine Montagevereinfachung bei preiswerter Herstellung des Bauteils aus Kunststoff
ermöglicht ist und gleichzeitig ein Kunststoff mit gewünschtem Reibungskoeffizienten
für die insbesondere aus Metall bestehenden Achszapfen gewählt werden kann.
[0017] Weitere Vorteile und Einzelheiten ergeben sich aus den Zeichnungen, die ein Ausführungsbeispiel
in schematischer Darstellung zeigen. Es stellen dar
- Fig. 1
- ein Dachfenster in Einbaulage bei schwinggeöffnetem und bei klappgeöffnetem Flügel,
- Fig. 2
- einen Schnitt durch Fig. 1 in vergrößertem Maßstab bei schwinggeöffnetem Flügel,
- Fig. 3
- in vergrößertem Maßstab einen Ausschnitt aus Fig. 1 im Bereich der Nutöffnung der
Gleitschiene.
[0018] Das Dachfenster gemäß Fig. 1 besteht aus einem Futterkasten 1, an dem ein Flügel
2 mittels Tragarme 3 angelenkt ist. Die Tragarme 3 sind am oberen Ende an einem an
der Oberkante des Futterkastens 1 befestigten Klapplager 4 und am unteren Ende mittels
eines ungefähr flügelhöhenmittig angeordneten Drehlagers 5 an dem jeweiligen Seitenholm
6 des Rahmens des Flügels 2 gelenkig gelagert. Im Bereich des oberen Drittels der
Länge des Flügels 2 ist zwischen Drehlager 5 und Oberkante des Flügels 2 an jedem
Seitenholm 6 ein Achszapfen 7 angebracht, der zum Zusammenwirken mit einer auf der
Stirnfläche des Seitenschenkels 8 des Futterkastens 1 aufgesetzten Gleitschiene 9
bestimmt ist. Die Gleitschiene 9 besitzt einen im wesentlichen U-förmigen Querschnitt
unter Bildung einer Nut 10 zur Aufnahme der Achszapfen 7, der dabei von der die Nut
10 begrenzenden Deckplatte 11 übergriffen und damit gegen ein Abheben vom Futterkasten
1 gesichert ist.
[0019] Der am unteren Querholm 12 des Flügels 2 befestigte Handgriff 13 ist in drei jeweils
um 90° zueinander versetzte Stellungen bringbar, nämlich in die Verschlußstellung,
die Klappstellung und die Schwingöffnungsstellung. Der Handgriff 13 wirkt auf ein
Gestänge ein, das in bekannter Weise aus einem Spreizgetriebe und zwei gegenläufigen
Treibstangen im Querholm 12 besteht, an die sich Eckumlenkungen anschließen, welche
die Bewegung auf die an den Seitenholmen 6 des Flügels 2 gelagerten Treibstangen 14
übertragen. Jede Treibstange 14 trägt nahe dem Querholm 12 ein Riegelglied 15, dem
unterhalb der Gleitschiene 9 am Futterkasten 1 ein Schließstück 16 zugeordnet ist.
Am freien Ende der Treibstange 14 ist ein Riegelstück 17 in Form eines Schnäppers
federnd gelagert.
[0020] In geschlossener Stellung des Dachfensters liegt der Flügel 2 auf dem Futterkasten
1 auf und das Riegelglied 15 befindet sich in der der Stirnfläche des Futterkastens
1 benachbarten Schließausnehmung 18 des Schließstücks 16, so daß das Dachfenster verriegelt
ist. In dieser Verschlußstellung erstreckt sich die Handhabe des Handgriffs 13 parallel
zur Längserstreckung des Querholms 12 des Flügels 2. Die Achszapfen 7 befinden sich
in der obersten Stellung, die in Fig. 3 mit V bezeichnet ist, aufliegend auf der Gleitfläche
19 der Gleitschiene 9.
[0021] Wird der Handgriff 13 um 90° verschwenkt, so daß die Handhabe parallel zu den Seitenholmen
6 des Flügels 2 ausgerichtet ist, bewegt sich der mit der Treibstange 14 verbundene
Achszapfen 7 auf der Gleitfläche 19 gleitend nach unten in die in Fig. 3 mit K bezeichnete
Position und das Riegelglied 15 wird entriegelt. Der Flügel 2 kann jetzt klappgeöffnet
werden in die in Fig. 1 strichpunktiert dargestellte Klappöffnungsstellung, wozu sich
die Tragarme 3 mit dem Flügel 2 synchron um die Klapplager 4 bewegen, da der Flügel
2 mittels der schnäpperartigen Riegelstücke 17 im Bereich der Klapplager 4 mit den
Tragarmen 3 verrastet sind. Die beim Achszapfen 7 vorliegende Bewegungsrichtung ist
in Fig. 3 mit einem Pfeil angegeben. Die Achszapfen 7 werden beim Klappöffnen unbehindert
vom Futterkasten 1 abgehoben.
[0022] Wird nur eine geringe Klappöffnungsbewegung des Flügels 2 bewirkt und der Handgriff
13 in die Verschluß-Schaltstellung zurückgeführt, ergibt sich eine verriegelte Klappspaltlüftungsstellung
des Flügels 2 durch das Eingreifen des Riegelglieds 15 in die Spaltausnehmung 20 des
Schließstücks 16 unter leichtem Abheben der Achszapfen 7 von der Gleitfläche 19 der
Gleitschiene 9.
[0023] Wird der Handgriff 13, ausgehend von der Verschlußstellung, um 180° bewegt, so daß
die Handhabe 13 sich wieder parallel zum Querholm 12 erstreckt, wird das schnäpperartige
Riegelstück 17 durch die Treibstange 14 zurückgezogen und damit die Kupplung zwischen
dem Flügel 2 und den Tragarmen 3 aufgehoben, ebenso die Verriegelung des Riegelglieds
15 und die Achszapfen 7 werden nach unten bewegt bis in die in Fig. 3 mit S bezeichnete
Stellung, wo die Achszapfen 7 noch außerhalb des Bereichs der Nut 10 und der Deckplatte
11 der Gleitschiene 9 angeordnet sind, also kurz vor der Nutöffnung 21. In dieser
schwing-Schaltstellung der Achszapfen 7 ist der Achszapfen 7 von einem Schieber 22
übergriffen, der in einem einteilig an die Deckplatte 11 der Gleitschiene 9 angeformten
Gehäuse 23 längsverschiebbar ist, beaufschlagt von einer Druckfeder 24.
[0024] Der Schieber 22 überragt mit seinem freien Ende die Nutöffnung 21. Das freie Ende
reicht über den Bereich der schwing-Schaltstellung des Achszapfens 7 hinaus bis kurz
vor den Bereich der Klapp-Schaltstellung. Die Unterseite 25 des Schiebers 22 erstreckt
sich parallel zur Führungsfläche 26 der Deckplatte 11, die von der Unterseite der
Deckplatte 11 gebildet ist. Der Abstand zwischen Führungsfläche 26 und Unterseite
25 ist gering gehalten. Die Oberseite 27 des Schiebers 22 geht in eine Schrägfläche
28 über, die sich über den gesamten, über die Nutöffnung 21 vorstehenden Bereich des
Schiebers 22 erstreckt. Der Stellweg des Schiebers 22 wird begrenzt durch einen Anschlagsteg
29 des Gehäuses 23, der ein Langloch 30 im Schieber 22 durchsetzt. Der Übergang von
der Schrägfläche 28 zu der Unterseite 25 des Schiebers 22 wird von einer Keilfläche
31 gebildet.
[0025] Nachdem der Achszapfen 7 in seine Schwing-Schaltstellung S gemäß Fig. 3 gelangt ist,
verhindert der Schieber 22 beim Öffnen des Flügels 2 ein Abheben des Achszapfens 7
von dem Futterkasten 1. Bei der Öffnungsbewegung des von den Tragarmen 3 entkuppelten
Flügels 2 wird der Flügel 2 um das Drehlager 5 bewegt und der Achszapfen 7 gleitet
nach unten auf der Gleitfläche 19. Gleichzeitig bewirkt der Achszapfen 7 ein Abheben
des Drehlagers 5 vom Futterkasten 1. Bei diesen einander überschneidenden und sich
gegenseitig beeinflussenden Bewegungen gleitet der Achszapfen 7 an der Unterseite
25 des Schiebers 22 entlang, wird an der Nutöffnung 21 an die Führungsfläche 26 der
Deckplatte 11 weitergeleitet und ist zwischen Führungsfläche 26 und Gleitfläche 19
der Gleitschiene 9 eng geführt. Eine bevorzugte Schwingöffnungsweite des Flügels 2
ist in Fig. 1 mit ausgezogenen Strichen dargestellt.
[0026] Wird der schwinggeöffnete Flügel 2 der Fig. 1 an der Oberkante des Flügels 2 ergriffen
und nach unten gedrückt, gleiten die Achszapfen 7 die Nut 10 entlang nach unten, bis
sie am Nutende 32 zur Anlage gelangen, wodurch die Reinigungsstellung des Flügels
2 erzielt ist, in der die Außenseite des Flügels 2 vom Rauminnern her zugänglich ist.
[0027] Wird in der Klappöffnungsstellung des Flügels 2 aus Fig. 1 der Handgriff 13 versehentlich
betätigt, wird die Kupplung Flügel 2/Tragarm 3 gelöst und die Achszapfen 7 werden
in Richtung des unteren Querholms 12 verschoben. Beim Bewegen des Flügels 2 auf den
Futterkasten 1 zu gelangt der Achszapfen 7 in die in Fig. 3 mit SF bezeichnete Lage,
also in den Bereich der Gleitschiene 9, kurz vor der Nutöffnung 21. Die restliche
Bewegung auf den Futterkasten 1 zu ergibt ein Auftreffen des Achszapfens 7 auf die
Schrägfläche 28 des Schiebers 22, der dann gegen die Kraft der Druckfeder 24 in das
Gehäuse 23 hineingedrückt wird und damit den Weg zur Gleitfläche 19 der Gleitschiene
9 für den Achszapfen 7 freigibt. Die Druckfeder 24 drückt den Schieber 22 in seine
Ausgangsstellung zurück, sobald der Achszapfen 7 den Schieber 22 passiert hat und
auf der Gleitfläche 19 zur Auflage gelangt und sperrt dadurch mit seiner Unterseite
25 ein ungewolltes Abheben des Achszapfens 7 vom Gleitstück 9. Der Achszapfen 7 befindet
sich nunmehr in der regulären SchwingSchaltstellung und bei einem Öffnungsvorgang
des Flügels 2 stellt sich wieder eine korrekte Schwing-Öffnungsstellung des Flügels
2 ein.
[0028] Der Schieber 22 verhindert damit negative Auswirkungen bei einer Fehlbedienung des
Handgriffs 13 bei geöffnetem Flügel 2.
[0029] Wie Fig. 2 entnehmbar, welche einen Schnitt in vergrößertem Maßstab im Bereich des
in der Nut 10 der Gleitschiene 9 angeordneten Achszapfens 7 darstellt, ist in einer
falzoffenen Ausfräsung 33 eine Grundplatte 34 eingelassen angeordnet, die eine hinterschnittene
Führungsnut 35 aufweist, in welcher längsverschiebbar ein Flansch 36 gelagert ist,
an welchem der aus Stahl bestehende Achszapfen 7 angenietet oder angeschweißt ist.
Die Grundplatte 34 ist mit einem Längssteg 37 und mit einer vorstehenden Nase 38 ausgerüstet.
Die Nase 38 verhindert ein Ausbiegen der Treibstange 14 bei starker Belastung und
sichert die Verbindungsstelle zwischen Treibstange 14 und Achszapfen 7, die durch
einen aus dem Flansch 36 ausgebogenen Verbindungssteg 39 gebildet ist, der formschlüssig
in die Verbindungsausnehmung 40 der Treibstange 14 eingreift.
1. Dachfenster mit einem mittels federbelasteter Tragarme (3) am Futterkasten (1) gelagerten
Flügel (2), bei dem die Tragarme (3) einerends an einem an der Oberkante des Futterkastens
(1) befestigten Klapplager (4), anderenends etwa flügelhöhenmittig mit einem Drehlager
(5) am seitenholm (6) des Flügels (2) gelenkig gelagert sind, und der Flügel (2) zwischen
Drehlager (5) und seiner Oberkante an jedem Seitenholm (6) mit einem Achszapfen (7)
versehen ist zum Zusammenwirken mit einer im Querschnitt U-förmigen, am Seitenschenkel
(8) des Futterkastens (1) angebrachten Gleitschiene (9), deren eine Nut (10) begrenzende,
dem Flügel (2) benachbarte Deckplatte (11) den Achszapfen (7) in der Schwingstellung
des Flügels (2) übergreift und in der Verschlußstellung und der Schwingstellung des
Flügels (2) der Achszapfen (7) sich außerhalb des Wirkbereichs der Deckplatte (11)
befindet, wobei nach Betätigung eines am Querholm (12) des Flügels (2) befestigten
Handgriffs (13) beim Öffnen des Flügels (2) unter Kupplung der Tragarme (3) mit dem
Flügel (2) der Flügel (2) sich um die Klapplager (4) klappbewegt und beim Öffnen mit
von den Tragarmen (3) entkuppeltem Flügel (2) die Achszapfen (7) sich in der Nut (10)
der Gleitschiene (9) in Richtung der Unterkante des Futterkastens (1) bewegen unter
Abheben des flügelseitigen Drehlagers (5) vom Futterkasten (1) zum Schwingöffnen des
Flügels (2),
dadurch gekennzeichnet,
daß die Achszapfen (7) am Seitenholm (6) des Flügels (2) längsverschiebbar angeordnet
sind unter Einstellung der einzelnen Schaltstellungen der Achszapfen (7) mittels des
Handgriffs (13).
2. Dachfenster nach Anspruch 1, mit am unteren Querholm (12) des Flügels (2) befestigtem
Handgriff (13), der ein Stellgestänge betätigt, und die an den Seitenholmen (6) des
Flügels (2) gelagerten Treibstangen (14) jeweils ein Riegelglied (15) tragen zum Zusammenwirken
mit einem am Seitenschenkel (8) des Futterkastens (1) angebrachten Schließstück (16)
und/oder mit einem Riegelstück (17) zum Kuppeln bzw. Entkuppeln des Flügels (2) mit
den Tragarmen (3) nahe dem Bereich der Klapplager (4), wobei das Riegelstück (17)
als Schnäpper ausgebildet am freien Ende der Treibstangen (14) angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Treibstangen (14) zusätzlich mit den Achszapfen (7) verbunden sind.
3. Dachfenster nach mindestens einem der Ansprüche 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Achszapfen (7) auf einem Flansch (36) befestigt ist, der in einer hinterschnittenen
Führungsnut (35) einer in den Seitenholm (6) des Flügels (2) hinter die Treibstange
(14) eingelassen eingesetzten Grundplatte (34) gelagert ist und die Grundplatte (34)
mit einem Längssteg (37) ausgerüstet ist, der eine Nase (38) trägt zum Übergreifen
der Treibstange (14) im Verbindungsbereich Treibstange (14)/Achszapfen (7).
4. Dachfenster nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Deckplatte (11) der Nut (10) der Gleitschiene (9) unter Bildung einer Nutöffnung
(21) vor dem Bereich der Achszapfen (7) in deren Schwing-Schaltstellung endet, daß
an der Deckplatte (11) ein Schieber (22) gelagert ist, der unter der Einwirkung einer
Druckfeder (24) über die Nutöffnung (21) überstehend ist bis nahezu in den Bereich
der Klapp-Schaltstellung der Achszapfen (7) und daß das überstehende Ende des Schiebers
(22) auf der von der Nut (9) abgewandten Oberseite (27) mit einer Schrägfläche (28)
versehen und die Unterseite (25) parallel zur Führungsfläche (26) der Deckplatte (11)
für den Achszapfen (7) angeordnet ist.
5. Dachfenster nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß am Übergang von der Unterseite (25) zur Schrägfläche (28) des Schiebers (22) eine
Keilfläche (31) angeordnet ist.
6. Dachfenster nach mindestens einem der Ansprüche 4 und 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Schieber (22) in einem an die Gleitschiene (9) angeformten Gehäuse (23) gelagert
ist und Gleitschiene (9) und Schieber (22) als Kunststoff-Spritzgußteil hergestellt
sind.