[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Verbrennen von in einem Medienstrom enthaltenen
Störstoffen. Die Vorrichtung besteht aus einem zylindrischen Behälter mit einem Eintrittsstutzen
und einem Austrittsstutzen für den Medienstrom. Dieser ist durch ringförmig im Behälter
angeordnete, axial ausgerichtete Wärmetauscher über eine mit einer Brennereinrichtung
ausgestattete Ringkammer und über ein koaxial im Behälter gelagertes Hochgeschwindigkeitsrohr
nach Umströmung der Wärmetauscher dem Austrittsstutzen zuführbar.
[0002] Bei einer derartigen aus der EP 0 447 631 B1 bekannten Vorrichtung erfolgt die Verbrennung
der Störstoffe, indem der damit beladene Medienstrom durch den Wirkungsbereich eines
zentral angeordneten Brenners über ein Hochgeschwindigkeitsrohr dem eigentlichen Brennraum
zugeführt wird, um den als Wärmetauscher dienende Rohrbündel ringförmig angeordnet
sind. Durch diese Anordnung ermöglicht die bekannte Vorrichtung eine relativ kompakte
Bauweise.
[0003] Schäden an den als hoch beanspruchte Verschleißteile anzusehenden Wärmetauschern,
die schwierig zu warten sind, verursachen kostenaufwendige Reparaturarbeiten. Häufig
lassen sich diese Arbeiten mit vertretbarem Aufwand nicht durchführen, so daß die
gesamte Vorrichtung gegen eine neue Vorrichtung ausgetauscht werden muß.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs beschriebenen
Art so auszubilden, daß sich die Vorrichtung einfach in solche Baugruppen zerlegen
läßt, deren Einzelteile dadurch leicht zugänglich und im Bedarfsfall durch neue Einzelteile
schnell ersetzbar sind.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe wird von einer Vorrichtung der im Oberbegriff des Anspruchs
1 genannten Art ausgegangen, welche erfindungsgemäß die im kennzeichnenden Teil des
Anspruchs 1 angegebenen Merkmale aufweist.
[0006] Durch die erfindungsgemäße Unterteilung des Behälters in drei koaxial aufeinander
folgenden Behälterabschnitten lassen sich die Wärmetauscher in einem ersten Behälterabschnitt
unterbringen, der im zerlegten Zustand des Behälters über eine Stirnseite frei zugänglich
ist und einen Ersatz beschädigter Wärmetauscher in einfacher Weise ermöglicht. Ebenso
einfach sind Wartungsarbeiten an der im zweiten Behälterabschnitt untergebrachten
Brennereinrichtung, zumal diese im zerlegten Zustand des Behälters sogar von beiden
Stirnseiten des Behälterabschnittes aus frei zugänglich ist. Obschon der dritte Behälterabschnitt
im wesentlichen nur das Hochgeschwindigkeitsrohr enthält, ist auch dieses im zerlegten
Zustand des Behälters über eine dazu frei zugängliche Stirnseite dieses Behälterabschnittes
völlig unbehindert de- und remontierbar.
[0007] Vorzugsweise sind die Behälterabschnitte dicht über radial nach außen vorstehende
Flansche lösbar miteinander verbunden, wobei in vom Hochgeschwindigkeitsrohr durchdrungene
Bereiche der Stirnseiten der Behälterschnitte Labyrinthdichtungen vorgesehen sind.
[0008] Nach einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung besteht die Brennereinrichtung
aus kreisförmig verteilt angeordneten Einzelbrennern, denen jeweils ein dem zweiten
Behälterabschnitt mit dem dritten Behälterabschnitt verbindender, mit Drallschaufeln
ausgestatteter Stutzen zugeordnet ist.
[0009] Durch diese Ausgestaltung der Brennereinrichtung läßt sich der mit Schadstoffen beladene
Medienstrom mit hohen Turbulenzen durch den unmittelbaren Wirkungsbereich der einzelnen
Brenner leiten und dadurch bei kurzen Verweilzeiten eine intensive Oxidation der Störstoffe
erzielen. Gegenüber bekannten Vorrichtungen dieser Art ist bei der erfindungsgemäßen
Vorrichtung dazu eine hochturbulente Mischstrecke nicht erforderlich. Vielmehr dient
das zentral angeordnete Hochgeschwindigkeitsrohr bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung
lediglich zur Rückführung des von Schadstoffen befreiten Mediums aus der Brennkammer
zum vorgeschalteten Wärmetauscher.
[0010] In der Ebene der Umlenkung bzw. des Eintritts des Medienstromes in das Hochgeschwindigkeitsrohr
entsteht eine sogenannte Strömungssenke, die eine verlustfreie Ausgestaltung der Einströmung
zuläßt. Demgegenüber sehen konventionelle Vorrichtungen eine Strömung aus dem Hochgeschwindigkeitsrohr
in die Brenner-einrichtung vor, wodurch eine sogenannte Strömungsquelle entsteht,
die auch bei strömungsgerechter Ausbildung der Medienstromumlenkung Verluste zwischen
500 und 600 Pa verursacht.
[0011] Vorzugsweise ist zwischen dem Einströmquerschnitt des Hochgeschwindigkeitsrohres
und der diesem gegenüberliegenden Stirninnenseite des dritten Behälterabschnittes
ein Abstand vorgesehen, der mindestens dem 0,5fachen Durchmesser des Hochgeschwindigkeitsrohres
entspricht.
[0012] Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung können die Wärmetauscher als Rohr-
oder auch als Platten-Wärmetauscher ausgebildet sein, da die dreiteilige Behälterausführung
beliebig gestaltete Wärmetauscher zuläßt.
[0013] Damit sich Wärmedehnungen des Hochgeschwindigkeitsrohres frei von anderweitigen Materialbeanspruchungen
auswirken können, sieht eine weitere Ausgestaltung der Erfindung vor, daß das Hochgeschwindigkeitsrohr
mit seinem einströmseitigen Ende von einer Konsole gleitend getragen ist.
[0014] Schließlich sieht eine Ausgestaltung der Erfindung noch vor, daß sämtliche Behälterabschnitte
auf ihrer jeweiligen Mantelinnenseite mit einer lsolationsschicht versehen sind.
[0015] Die Isolationsschicht auf der Mantelinnenseite der Behälterabschnitte ist nicht nur
einfach und damit kostengünstig anzubringen, sondern schafft eine wesentliche Voraussetzung
für hohe Oberflächentemperaturen im Innenbereich des Behälters, wodurch die Neigung
zur CO₂-Bildung an Stahlteilen entsprechend reduziert wird. Dieser Vorteil gilt insbesondere
auch für das Hochgeschwindigkeitsrohr, das einen relativ kleinen Durchmesser und damit
eine entsprechend geringe Oberfläche aufweisen kann und kaum einen Temperaturabfall
bei der Rückführung des Medienstromes verursacht.
[0016] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
in einem Längsschnitt schematisch dargestellt und nachfolgend näher beschrieben. Es
zeigt:
- Fig. 1
- einen Längsschnitt durch die Vorrichtung
und
- Fig. 2
- einen Querschnitt durch einen Einzelbrenner der Brennereinrichtung in gegenüber Fig.
1 größerem Maßstab.
[0017] Die Vorrichtung umfaßt einen zylindrischen Behälter, der aus drei koaxial aufeinanderfolgenden
Behälterabschnitten 1, 2 und 3 zusammengesetzt ist.
[0018] Der Behälterabschnitt 1 ist mit einem über einen Behältermantel 4 radial vorstehenden
Eintrittsstutzen 5 für den mit Schadstoffen beladenen Medienstrom und mit einem axial
über eine Behälterstirnseite 6 vorstehenden Austrittsstutzen 7 für den von Schadstoffen
befreiten Medienstrom versehen.
[0019] Der thermisch zu behandelnde Medienstrom gelangt über den Eintrittsstutzen 5 in eine
vom Austrittsstutzen 7 koaxial durchdrungene und folglich ringförmige Verteilungskammer
8 des Behälterabschnittes 1. Eine Ringscheibe 9 grenzt die Verteilungskammer 8 von
einer Durchströmungskammer 10 des Behälterabschnittes 1 ab. An nicht dargestellte
Bohrungen in der Ringscheibe 9 sind einströmseitige Enden von als Wärmetauscher 11
ausgebildeten Rohrbündeln in kreisförmiger Verteilung angeschlossen. Diese erstrecken
sich in Parallelabständen axial über die Länge der Durchströmungskammer 10 und sind
mit ihren ausströmseitigen Enden gleichfalls an nicht dargestellte Bohrungen in einer
Ringscheibe 12 angeschlossen. Die Ringscheibe 12 grenzt den Behälterabschnitt 1 vom
Behälterabschnitt 2 ab.
[0020] Im Behälterabschnitt 2 ist konzentrisch eine Ringleitung 13 angeordnet, die an eine
radiale Zuführleitung 14 angeschlossen ist und über Verteilungsleitungen 15 Einzelbrenner
16 mit Brennstoff versorgt.
[0021] Wie Fig. 2 zeigt, sind den Einzelbrennern 16 mit Drallschaufeln 17 ausgestattete
Stutzen 18 zugeordnet. Diese sitzen in einer Ringscheibe 19, welche den Behälter-abschnitt
2 vom Behälterabschnitt 3 abgrenzt. Aus einem Ringraum 20 gelangt der Medienstrom
somit über die Stutzen 18 unter intensiver Verdrallung in den Behälterabschnitt 3.
[0022] Im Behälteraschnitt 3 ist koaxial ein Hochgeschwindigkeitsrohr 21 mit einem einströmseitigen
Ende 22 in der Nähe einer Behälterstirnseite 23 auf einer Konsole 24 gleitfähig gelagert.
Das Hochgeschwindigkeitsrohr 21 durchdringt die Ringscheibe 19 und 12 und mündet mit
einem ausströmseitigen Ende 25 in die Durchströmungskammer 10.
[0023] Der thermisch behandelte Medienstrom umspült unter mehrfacher Umlenkung durch kreis-
bzw. kreisringförmige Schikanen 26, 27 die Rohrbündel des Wärmetauschers 11 in der
Durchströmungskammer 10 und gelangt schließlich zum Austrittsstutzen 7, um über ein
nicht dargestelltes Rohrleitungssystem abgeführt zu werden.
[0024] Die über radial nach außen vorstehende Flansche 28 dicht miteinander verbundenen
Behälterabschnitte 1, 2 und 3 sind auf ihrer jeweiligen Mantel- und Stirninnenseite
mit einer thermischen Isolationsschicht 29 versehen.
1. Vorrichtung zum Verbrennen von in einem Medienstrom enthaltenen Störstoffen, bestehend
aus einem zylindrischen Behälter mit einem Eintrittsstutzen und einem Austrittsstutzen
für den Medienstrom, der durch ringförmig im Behälter angeordnete, axial ausgerichtete
Wärmetauscher über eine mit einer Brennereinrichtung ausgestattete Ringkammer und
über ein koaxial im Behälter gelagertes Hochgeschwindigkeitsrohr nach Umströmung der
Wärmetauscher dem Austrittsstutzen zuführbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß der
Behälter aus mindestens drei koaxial aufeinander folgenden Behälterabschnitten (1,
2, 3) zusammengesetzt ist, von denen der erste Behälterabschnitt (1) die sich über
dessen Länge erstreckenden Wärmetauscher (11) enthält, der zweite Behälterabschnitt
(2) die ringförmig ausgebildete, aus Einzelbrennern (16) bestehende Brennereinrichtung
und der dritte Abschnitt (3) das koaxiale Hochgeschwindigkeitsrohr (21) umfaßt, welches
mit einem Endstück die Brennereinrichtung im zweiten Behälterabschnitt (2) durchdringt
und sich bis zum ersten Behälterabschnitt (1) erstreckt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Behälterabschnitte (1,
2, 3) dicht über radial nach außen vorstehende Flansche (28) lösbar miteinander verbunden
sind und in vom Hochgeschwindigkeitsrohr (21) durchdrungene Bereiche der Stirnseiten
der Behälterabschnitte (1, 2, 3) Labyrinthdichtungen vorgesehen sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Einzelbrenner
(16) kreisförmig verteilt angeordnet sind und jeweils mit einem den zweiten Behälterabschnitt
(2) mit dem dritten Behälterabschnitt (3) verbindenden, mit Drallschaufeln (17) ausgestatteten
Stutzen (18) versehen sind.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen
dem Einströmquerschnitt des Hochgeschwindigkeitsrohres (21) und der diesem gegenüberliegenden
Stirninnenseite (23) des dritten Behälterabschnittes (3) ein Abstand vorgesehen ist,
der mindestens dem 0,5fachen Durchmesser des Hochgeschwindigkeitsrohres (21) entspricht.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Wärmetauscher
(11) als Rohr- oder Platten-Wärmetauscher ausgebildet sind.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Hochgeschwindigkeitsrohr
(21) mit seinem einströmseitigen Ende (22) von einer Konsole (24) gleitend getragen
ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß sämtliche
Behälterabschnitte (1, 2, 3) auf ihrer jeweiligen Mantel- und Stirninnenseite mit
einer Isolationsschicht (29) versehen sind.