[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Messung der Lage eines Leiterstrangs
eines Kabels in einem Kabelmantel nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Bei der Herstellung von Kabeln wird der Kabelmantel normalerweise mit Hilfe eines
Extruders auf einen Leiterstrang aufgebracht. Je nach Einsatzfall setzt sich der Kabelmantel
auch aus mehreren Schichten zusammen, die konzentrisch auf den Strang aufgebracht
werden. Bei der Herstellung von Kabeln ist von Bedeutung, daß der Kabelmantel zum
einen den erforderlichen Durchmesser aufweist, mithin die geforderten elektrischen
Eigenschaften besitzt, insbesondere eine ausreichende Isolierung bereitstellt. Zum
anderen ist wesentlich, daß der Leiter zentrisch im Kabelmantel verläuft. Bei auftretender
Exzentrizität ist trotz des Solldurchmessers die erforderliche Isolation nicht mehr
gewährleistet.
[0003] Aus der DE 25 17 709 ist bekanntgeworden, die Exzentrizität mit Hilfe einer Induktionsmessung
zu ermitteln. Induktive Sensoren, die im Umfangsabstand um das Kabel herum angeordnet
sind, sprechen auf das Magnetfeld an, daß ein im Leiterstrang eingeprägter Strom erzeugt.
Mit Hilfe optischer Anordnungen läßt sich die Lage des Kabelmantels bestimmen.
[0004] Um die Regelungszeiten so klein wie möglich zu halten, ist aus der DE 34 03 956 auch
bekanntgeworden, die induktiven Meßspulen unmittelbar am Extruderkopf anzuordnen.
[0005] Die beschriebenen Meßverfahren arbeiten berührungslos. Aus der DE 40 15 692 ist bekanntgeworden,
eine mit dem Kabel mitlaufende, quer zur Drehachse nachgebend gelagerte Hohlrolle
vorzusehen, in der ein Sensor in definiertem Abstand zur Außenwand der Hohlrolle angeordnet
ist. Der Sensor kann ein induktiver oder auch ein kapazitiver Sensor sein, der vom
elektrischen Feld beeinflußt wird, das ein durch den Leiterstrang fließender Strom
erzeugt.
[0006] Aus System IMP 7000 der Firma Buhl Automatik ist schließlich bekanntgeworden, die
Lage eines Leiters in einem Kabelmantel mit Hilfe eines Ultraschallsensors festzustellen,
wobei der Sensor in Form eines Ultraschallrades von einem Scanner über die Oberfläche
des Kabels geführt ist.
[0007] Die beschriebenen bekannten Vorrichtungen arbeiten zum Teil zufriedenstellend, sind
jedoch verhältnismäßig aufwendig.
[0008] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur Messung der
Lage eines Leiterstrangs eines Kabels im Kabelmantel zu schaffen, die trotz präziser
Messung einfach bedienbar und robust ist sowie einen sehr geringen Herstellungsaufwand
erfordert.
[0009] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruchs gelöst.
[0010] Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird das Kabel durch einen mit Wasser gefüllten
zylindrischen Behälter gezogen.
[0011] Die Wandung des Behälters besteht aus mindestens drei in Umfangsrichtung voneinander
elektrisch isolierten Umfangswandabschnitten, die mit einer Hochfrequenzwechselspannungsquelle
verbunden sind. Die Elektrodensegmente sind von einer zylindrischen Elektrode umgeben,
die auf gleichem Potential wie die Elektrodensegmente liegt. Die zylindrische Elektrode
ist von einer zweiten zylindrischen Elektrode umgeben, die auf Erdpotential liegt.
Mit Hilfe geeigneter Strommeßgeräte wird nun der Strom zu jedem Elektrodensegment
gemessen. Die Größe des Stroms ist dabei abhängig von der Kapazität zwischen dem Elektrodensegment
und dem auf Erdpotential liegenden Leiterstrang.
[0012] Die zwischen dem Elektrodenabschnitt und dem Leiter gebildete Kapazität ergibt sich
als Reihenschaltung der Teilkapazitäten der Wasserstrecke und der Isolation. Diese
sind bei zentrischer Lage von Kabel und Leiterstrang in bekannter Weise abhängig von
der Dielektrizitätskonstanten und dem Verhältnis Außen- zu Innenradius der jeweiligen
Schicht. Eine exzentrische Verlagerung des Kabels im Wasser oder des Leiters im Kabel
verändert den Wert der jeweiligen Teilkapazität. Aufgrund der wesentlich größeren
relativen Dielektrizitätskonstanten der Wasserstrecke, etwa 80 gegenüber etwa 2,3
bei beispielsweise Polyethylen, wirkt sich in der "Reihenschaltung" eine Veränderung
der wesentlich größeren Wasserkapazität nur unerheblich auf die Gesamtkapazität aus.
Hingegen beeinflußt eine Verlagerung des Leiterstrangs im Kabel eine meßbare Kapazitätsänderung
und damit auch eine meßbare Stromänderung. Weichen mithin die Stromwerte für die einzelnen
Elektrodenabschnitte voneinander ab, ist dies ein Anzeichen dafür, daß Exzentrizität
vorliegt. Mit Hilfe der in einer geeigneten Auswertevorrichtung vorgenommenen Auswertung
können dann Schritte unternommen werden, um die Zentrizität wieder herzustellen. Dies
kann zum Beispiel dadurch geschehen, daß die motorisch gesteuerten Werkzeuge des Extruders
ein Korrektursignal erhalten.
[0013] Es ist bereits bekannt, eine Vorrichtung ähnlich dem Aufbau der erfindungsgemäßen
Vorrichtung zur Kapazitätsmessung von Kabeln zu verwenden. Die Kapazität eines Kabels
ist ein wesentlicher Parameter, den einzuhalten bei der Herstellung zu fordern ist.
Das bekannte Kapazitätsmeßgerät besteht aus einem zylindrischen mit Wasser gefüllten
Behälter, wobei die Kapazität zwischen der Wandung des Behälters und dem Leiterstrang
gemessen wird, ebenfalls durch Erfassung des Stroms, der von einer an die Behälterwandung
angelegten Wechselspannungsquelle höherer Frequenz erzeugt wird. Die Erfindung geht
nun von der Erkenntnis aus, daß es möglich ist, durch relativ geringfügige Abwandlungen
des bekannten Gerätes nicht nur die Kapazität des Kabels zu bestimmen, sondern auch
Einzelkapazitäten und damit die Exzentrizität des Leiterstrangs.
[0014] Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist äußerst einfach aufgebaut, sehr einfach bedienbar,
wenig störanfällig und ermöglicht die Erfassung zweier wesentlicher Parameter eines
Elektrokabels. Schließlich läßt sich die erfindungsgemäße Vorrichtung auch zu einer
sogenannten Blankstellenerkennung verwenden. Befindet sich an einer Stelle überhaupt
kein Isoliermaterial oder nur ein dünner Überzug, dann kann dies durch sprunghaften
Stromanstieg registriert werden.
[0015] Die Erfindung wird nachfolgend anhand einer Zeichnung näher erläutert.
[0016] Die einzige Figur zeigt schematisch ein Ausführungsbeispiel für eine Vorrichtung
nach der Erfindung.
[0017] Das dargestellte Meßgerät 10 weist einen zylindrischen Behälter 12 auf, dessen Wandung
von drei Umfangsabschnitten 14 gebildet ist, die eine Umfangserstreckung von 120°
aufweisen. Die Umfangsabschnitte 14 sind voneinander elektrisch isoliert, wie bei
16 angedeutet. Der Behälter 12 ist mit Wasser 18 gefüllt, und ein Kabel 20 ist mittig
entlang der Achse des Behälters 12 geführt. Das Kabel im hier dargestellten Ausführungsbeispiel
besitzt einen Leiterstrang 22 und einen Kabelmantel 24 aus isolierendem Material,
beispielsweise Polyethylen. Der Leiterstrang ist, wie bei 26 angedeutet, an Erdpotential
gelegt.
[0018] Um den Behälter 12 herum in radialem Abstand ist eine zylindrische Elektrode 28 angeordnet.
Sie liegt, wie durch die Leiterverbindungen 30 angedeutet, auf gleichem Potential
wie die Elektrodenabschnitte 14. Um die erste zylindrische Elektrode 28 herum ist
ggf. eine weitere zylindrische Elektrode 32 als Abschirmung in radialem Abstand angeordnet.
Sie ist, wie bei 34 angedeutet, auf Erdpotential gelegt.
[0019] Die Verbindungen 30 liegen an einer gemeinsamen Leitung 36, die ihrerseits mit einer
Hochfrequenz-Wechselspannungsquelle 38 verbunden ist. Die Frequenz beträgt zum Beispiel
20 kHz, und die Spitzenspannung ist etwa 20 Volt.
[0020] Den Verbindungen 30 ist außerdem jeweils eine Strommeßvorrichtung 40, 42 bzw. 44
zugeordnet, die den Strom mißt, den die Wechselspannungsquelle 38 erzeugt. Dieser
Strom ist abhängig von der Kapazität des Kondensators, der zwischen dem Leiterstrang
22 und den Elektrodenabschnitten 14 gebildet ist. Die Kapazität hängt wiederum von
den Dielektrizitätskonstanten ab, d.h. im vorliegenden Fall von der von Wasser und
von der des Kabelmantels 24. Die von Wasser beträgt etwa 80 und die des Kabelmantels
zum Beispiel 2,3. Die relativ hohe Dielektrizitätszahl für Wasser bedingt, daß Abweichungen
von der koaxialen Lage beim Hindurchführen des Kabels 20 durch den Behälter 12 sich
nur in geringen Fehlern äußern. Mithin führt eine Verlagerung des Leiterstrangs 22
im Kabelmantel 24 zu unterschiedlich hohen Stromwerten, je nachdem, zu welcher Seite
diese Verlagerung stattgefunden hat. Bei einer zentrischen Anordnung des Leiterstrangs
22 sind die Stromwerte gleich. Sind sie jedoch unterschiedlich, kann daraus die Verlagerung
ermittelt werden. Mit Hilfe einer nicht gezeigten Auswertevorrichtung kann diese Verlagerung
angezeigt und auch in ein Steuer- oder Regelsignal für die Werkzeuge eines Extruders
umgewandelt werden.
[0021] Die gezeigte Vorrichtung eignet sich auch zur Bestimmung der Kapazität des Kabels
20 sowie zur sogenannten Blankstellenerkennung. Bei der Kapazitätsbestimmung werden
die Werte für alle Elektrodenabschnitte 14 aufsummiert. Bei der Blankstellenerkennung
spricht eine Schwellwertstufe an, wenn der Strom bezüglich eines oder zweier Elektrodenabschnitte
14 einen vorgegebenen Wert übersteigt. Die einzelnen Stufen der Auswertevorrichtung
sind in der Zeichnung nicht dargestellt.
1. Vorrichtung zur Messung der Lage eines Leiterstranges eines Kabels im Kabelmantel,
mit am Umfang des Kabels versetzt angeordneten kapazitiven Sensoren und einer Auswertevorrichtung
für die Signale der Sensoren, dadurch gekennzeichnet, daß das Kabel annähernd axial
durch einen mit Wasser gefüllten zylindrischen Behälter (12) gezogen wird, die Wandung
des Behälters (12) von mindestens zwei in Umfangsrichtung voneinander elektrisch isolierten,
mit einer Hochfrequenzwechselspannungsquelle (38) verbundenen Umfangsabschnitten (14)
aus elektrisch leitendem Material gebildet ist, die Umfangswandabschnitte (14) von
einer zylindrischen Elektrode (28) umgeben sind, die auf gleichem Potential wie die
Umfangswandabschnitte (14) liegt, und den Umfangswandabschnitten (14) jeweils eine
Strommeßvorrichtung (40, 42, 44) zugeordnet ist zur Messung des zu den einzelnen Umfangswandabschnitten
(14) fließenden Stroms.
2. Vorrichtung nach anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine auf Erdpotential liegende
zweite zylindrische Elektrode (32) die erste umgibt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Hochfrequenzspannungsquelle
mit dem Leiterstrang verbunden ist und die Unfangsabschnitte an Erde liegen.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß eine Summierstufe
vorgesehen ist, welche die Meßwerte aller Umfangsabschnitte (14) addiert zur Bestimmung
der Kapazität des Kabels.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß den Strommeßvorrichtungen
(40, 42, 44) eine Schwellwertstufe zugeordnet ist, die anzeigt, wenn der Strom einen
vorgegebenen Wert überschreitet.