(19)
(11) EP 0 680 528 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
09.12.1998  Patentblatt  1998/50

(21) Anmeldenummer: 94903883.0

(22) Anmeldetag:  30.12.1993
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6: D04B 21/10, D04B 25/14, D04B 23/12, D04G 1/08
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP9303/717
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 9417/230 (04.08.1994 Gazette  1994/18)

(54)

VERFAHREN UND EINRICHTUNG ZUR HERSTELLUNG TEXTILER NETZARTIGER FLÄCHENGEBILDE

PROCESS AND INSTALLATION FOR PRODUCING TEXTILE NET-LIKE FABRICS

PROCEDE ET DISPOSITIF PERMETTANT DE REALISER DES CONFIGURATIONS TEXTILES DU TYPE FILET


(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH DE ES FR GB IT LI

(30) Priorität: 19.01.1993 DE 4301232

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
08.11.1995  Patentblatt  1995/45

(73) Patentinhaber: Textilma AG
6052 Hergiswil (CH)

(72) Erfinder:
  • DIESTEL, Olaf
    D-01069 Dresden (DE)
  • FRANZKE, Gerd
    D-01069 Dresden (DE)
  • OFFERMANN, Peter
    D-01069 Dresden (DE)
  • SCHINKOREIT, Wolfram
    D-01069 Dresden (DE)

(74) Vertreter: Schmauder, Klaus Dieter et al
Schmauder & Partner AG Patentanwälte Zwängiweg 7
8038 Zürich
8038 Zürich (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 276 890
DE-A- 2 706 930
DE-B- 1 236 119
DE-C- 122 402
DD-A- 269 298
DE-A- 2 722 094
DE-C- 66 995
US-A- 4 433 493
   
  • Looking at the position of warp knitting at the technical textile market, Hans Lehner, Knitting International February 1991, Seiten 38-39.
  • Sondervarianten für Nähwirkmaschinen, Peter Zeisberg, Melliand Textilberichte, Dezember 1991, Seiten 1008-1011
   
Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung textiler netzartiger Flächengebilde gemäss Oberbegriff des Anspruches 1 sowie eine Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäss Oberbegriff des Anspruches 11.

[0002] In der Textilindustrie werden Netze üblicherweise mit bekannten Netzknüft-bzw. -knotmaschinen mittels Knüpfhaken oder mit bekannten Ketten- bzw. Nähwirkmaschinen mittels Zungen- bzw. Schiebernadeln gefertigt. Nachteilig ist dabei, daß die Produktbreite durch die Arbeitsbreite und die Netzöffnungsstruktur determiniert, die Strukturvariabilität stark durch die Verfahren eingegrenzt oder nur mit hohem Aufwand, wie bei dem kettengewirkten Netz mit im Randbereich variierter Netzmaschengröße, die den Einsatz mehrerer Legeschienen und die Variation der Legung erfordert (JP 51-57041), zu verwirklichen ist. Die Produkte sind infolge der Fadenanhäufungen im Knotenbereich und der daraus resultierenden Scheuerempfindlichkeit sowie ihrer geringen Strukturvariabilität nur begrenzt einsetzbar.

[0003] Bekannt ist eine modifizierte Kettenwirkmaschine zur Verarbeitung von Kunststoffgarnen (DE 2706930) mit Parallelschußeintrag, wobei die Verbindung der Fäden mittels Schweißschwertern realisiert wird. Dabei entspricht die erzeugbare Produktbreite nur der Arbeitsbreite der Maschine. Die Netzmaschengeometrie ist durch die festgelegte Arbeitsbreite und die Anordnung der verbindenden Elemente, der Schweißschwerter, determiniert. Desweiteren ist durch das gewählte Verfestigungsverfahren nur die Verarbeitung thermoplastischen Materials möglich, so daß das Produkt in seinen Anwendungsmöglichkeiten eingeschränkt ist.

[0004] Es sind auch Nähwirkmaschinen bekannt, auf denen Quadratmaschennetze gefertigt werden können (DD 269298). Dabei werden quer zur Verarbeitungsrichtung parallelliegende Schußfäden zugeführt und in der Arbeitsstelle in bestimmten Abständen quer zur Verarbeitungsrichtung von Maschenstäbchenabschnitte bildenden Arbeitsorganen durchstochen und mittels kettfadenumschlingender Nähfäden angebunden bzw. eingebunden. Nachteilig ist dabei, daß nur Quadratmaschennetze mit durchgehenden Schuß- und Kettfäden realisierbar sind und die auch den Abstand zwischen den zugeführten Schußfäden bzw. den Abstand der maschenstäbchenbildenden Arbeitsorgane untereinander bestimmte Größe der Netzöffnungen nur begrenzt und mit hohem Aufwand änderbar ist. Desweiteren ist die maximale Produktbreite gleich der Arbeitsbreite und die Festigkeit der Produkte ist bedingt durch die Tatsache, daß auch nicht an der Maschenbildung beteiligte Spitzennadeln die Schußfadenvorlage anstechen, gering.

[0005] Auch die DE-A-1 236 116 beschreibt die Herstellung eines netzartigen Flächengebildes in Form einer Filetware, wobei Kettmaschenstäbchen ausschliesslich mittels Funktionsfäden in Form von Musterfäden miteinander verbunden sind. Dabei sind die Musterfäden so geführt, gelegt und eingebunden, dass benachbarte Kettmaschenstäbchen abschnittweise nicht miteinander verbunden sind und so netzartige Durchbrechungen im Flächengebilde gegeben sind. Nachteilig ist es auch bei diesem Verfahren, dass die Breite des Flächengebildes durch die Breite der Textilmaschine bestimmt ist und der Abstand benachbarter Kettmaschenstäbchen nicht veränderbar ist. Dreidimensionale Flächengebilde sind nicht herstellbar.

[0006] Die EP-A-0 276 890 beschreibt die Herstellung einer Schlingenware, das heisst eines festen, nicht netzartigen Grundgewirks, aus Kettfadenstäbchen, die mittels eingebundener, über die ganze Breite durchgehende Schussfäden fest miteinander verbunden sind. Zusätzlich enthält das Grundgewirk noch einzeln zwischen den Kettfadenstäbchen angeordnete Funktionsfäden, die zunächst zu Schlingen ausgezogen und dann an den Schlingenköpfen durchschmolzen werden. Das Grundgewirk bestimmt das Flächengebilde, welches nicht netzartig ist und dessen Breite durch die Breite der herstellenden Wirkmaschine bestimmt ist, also nicht darüber hinausgehen kann. Ferner ist die Herstellung dreidimensionaler Flächengebilde nicht möglich.

[0007] Auch in den Zeitschriften-Abhandlungen:

Looking at the position of warp knitting at the technical textile market, Hans Lehner, Knitting International February 1991, Seiten 38 - 39; sowie

Sondervarianten für Nähwirkmaschinen, Peter Zeisberg, Melliand Textilberichte, Dezember 1991, Seiten 1008-1011,

sind die verschiedensten Kettengewirke und Nähgewirke und deren Herstellung beschrieben, so unter anderem auch die Herstellung netzartiger Gewirke mit rechteckigen Maschen. Allerdings werden die Schussfäden stets gestreckt, das heisst ohne Fadenreserven eingetragen, wodurch die Breite des Flächengebildes auf die Breite der Herstellungsmaschine beschränkt ist und dreidimensionale Flächengebilde nicht herstellbar sind.

[0008] Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung eines Verfahrens und einer Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach verschiedenen Verfestigungsverfahren, beispielsweise dem Ketten- oder Nähwirkverfahren, zur Herstellung textiler, netzartiger Flächengebilde mit großer Netzöffnungsweite, hoher Strukturvariabilität und über die Arbeitsbreite hinausgehenden Produktbreiten.

[0009] Die Aufgabe wird gelöst:

a) beim Verfahren der eingangs genannten Art durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1; und

b) bei der Einrichtung der eingangs genannten Art durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 10.



[0010] Dadurch, dass man verbindende Funktionsfadenabschnitte vor dem Befestigen mit benachbarten Netzschenkelfadengruppen zur Bildung von Funktionsfadenreserven zu Schleifen kuliert, ergeben sich entscheidende Vorteile. Werden alle Funktionsfadenabschnitte zu Schleifen gleicher Länge kuliert, so ergibt sich ein gleichmässiges Netz, dessen Breite grösser ist, als die Breite der Einrichtung zur Herstellung des textilen Flächengebildes, so dass zur Herstellung breiter Netze nur wesentlich schmälere Einrichtungen erforderlich sind. Werden die zwischen zwei benachbarten Netzschenkelfadengruppen angeordneten Funktionsfadenabschnitte mit wechselnden Längen hergestellt, so entstehen überdies netzartige Flächengebilde, die je nach Ort und Länge der Reserven der Funktionsfadenabschnitte von einfachen Netzen mit Rechteckmassen bis zu sehr unterschiedlichen insbesondere auch dreidimensionalen Ergebnissen führen können (siehe Figuren 11c bis 11f).

[0011] Vorteilhafte Ausgestaltungen des Herstellungsverfahrens sind in den Ansprüchen 2 bis 9 und der Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens in den Ansprüchen 11 bis 15 angegeben.

[0012] Vorteilhafte Ausführungsbeispiele werden nachfolgend anhand der Zeichnungen näher beschrieben, dabei zeigen:
Fig. 1
Schematische Darstellung der Verfahrensschritte: Erzeugung von Netzschenkelfadengruppen, Verbindung eines Funktionsfadens mit einer Netzschenkelfadengruppe und Herausführung der Funktionsfäden
Fig. 2
Schematische Darstellung der Verfahrensschritte: Bildung einer Funktionsfadenreserve und Verbindung mit einer Netzschenkelfadengruppe
Fig. 3
Schematische Darstellung des Verfahrensschrittes: Erreichen der Ausgangsstellung
Fig. 4
Nähgewirktes netzartiges textiles Flächengebilde in Herstellungslage
Fig. 5
Nähgewirktes netzartiges textiles Flächengebilde in Gebrauchslage
Fig. 6
Kettengewirktes netzartiges textiles Flächengebilde in Herstellungslage
Fig. 7
Kettengewirktes netzartiges Flächengebilde in Gebrauchslage
Fig. 8
Nähwirkarbeitsstelle
Fig. 9
Fadenreservebildungssystem
Fig. 10
Kettenwirkarbeitsstelle
Fig. 11 a-f
Produktstrukturen


[0013] In den Figuren 1 bis 3 sind die erfindungsgemäßen Verfahrensschritte an Hand einer Nähwirkarbeitsstelle schematisch dargestellt. Der Nähwirkarbeitsstelle werden die Netzschenkelfadengruppen 1, bestehend aus einem Nähfaden 2, einem Stehschußfaden 3 und Funktionsfäden 4 in bekannter Weise zugeführt. Dabei entsteht durch Fransenlegung der Nähfäden 2 ein stabiler, aus einem Maschenstäbchen bestehender Netzöffnungsschenkel in Verarbeitungsrichtung, wobei im Prozeß der Maschenbildung die bandförmigen Stehschußfäden 3 und die Funktionsfäden 4 durchstochen werden und der Funktionsfaden mit der Netzschenkelfadengruppe 1 verbunden wird. Diese Bildung der Netzöffnungsschenkel in Verarbeitungsrichtung kann in bekannter Weise durch das Weglassen der Stehschußfäden 3, durch die verbundene Anzahl der Maschenstäbchen im Netzmaschenschenkel und bei mehr als einem Maschenstäbchen im Netzmaschenschenkel durch eine andere Bindung der Nähfäden 2 variiert werden.

[0014] Fig. 1 zeigt den Zeitpunkt, an dem während der Maschenbildung durch eine seitliche Versatzbewegung die Funktionsfäden 4 nach links aus dem Bereich der Netzschenkelfadengruppe 1 herausgeführt werden.

[0015] In Fig. 2 ist gezeigt, daß die Unterlegung des Funktionsfadens 4 unter die benachbarte Schiebernadel und die Ausbildung der Funktionsfadenreserven durch Auslenken der Funktionsfäden 4 in oder entgegen der Verarbeitungsrichtung, das heisst der Laufrichtung des herzustellenden textilen Netzes und Bildung einer Schlaufe abgeschlossen ist. Die gebildeten Funktionsfadenreserven werden freigegeben und gleichzeitig an- bzw. eingebunden und so in der benachbarten Netzschenkelfadengruppe 1 fixiert. Als Funktionsfadenreserve wird dabei eine während der Entstehung eines textilen Netzes im Prozeß der Maschenbildung aufgebaute und durch die Überführung des textilen Produktes aus seiner Herstellungslage in die Gebrauchslage (Spreizen) aufhebbare, schlaufenförmige Fadenreserve im Funktionsfadensystem verstanden.

[0016] Fig. 3 stellt die Bewegung in die Ausgangsstellung dar. Entsprechend der Netzmaschengeometrie erfolgt zu einem geeigneten Zeitpunkt wieder das Herausführen der Funktionsfäden 4 aus der Netzschenkelfadengruppe 1 und ein erneutes Bilden der Funktionsfadenreserve.

[0017] Der Funktionsfaden kann nach dem erfindungsgemäßen Verfahren in einer der nebenliegenden Netzschenkelfadengruppen oder in derselben Netzschenkelfadengruppe an- bzw. eingebunden werden. Aus den Funktionsfäden können dabei quer und in Verarbeitungsrichtung keine oder gleiche oder unterschiedliche Funktionsfadenreserven gebildet werden. Die Einbringung der mit Funktionsfadenreserven versehenen Funktionsfäden in Verarbeitungsrichtung kann dabei rechtwinklig oder schräg zur Verarbeitungsrichtung erfolgen, wobei unter rechtwinklig eine Einbindung im gleichen Arbeitszyklus und unter schräg eine Einbindung in einem der nächsten Arbeitszyklen verstanden wird.

[0018] In Fig. 4 ist das nach dem Nähwirkverfahren hergestellte erfindungsgemäße Produkt in Herstellungslage und in Fig. 5 in Gebrauchslage dargestellt.

[0019] Fig. 4 zeigt, daß Stehschußfäden 3, Näh- und Funktionsfäden 2; 4 die Netzschenkelfadengruppen bilden und damit in der bereits beschriebenen Weise die Netzmaschenschenkel in Verarbeitungsrichtung. Die wechselweise in zwei benachbarten Netzschenkelfadengruppen an- oder eingebundenen Funktionsfäden bilden die Funktionsfadenreserven. Fig. 5 stellt das textile Netz in Gebrauchslage dar. Die Funktionsfadenreserven sind aufgehoben, die Funktionsfäden sind ausgestreckt und bilden somit vorzugsweise quer zur Verarbeitungsrichtung liegende Netzmaschenschenkel. Es ist erkennbar, daß zwischen der ersten und zweiten Netzschenkelfadengruppe 1.1; 1.2 der Funktionsfaden 4 in Verarbeitungsrichtung um einen abnehmenden Betrag ausgelenkt bzw. nicht ausgelenkt, d.h. unterschiedliche Funktionsfadenreserven gebildet, zwischen der zweiten und dritten Netzschenkelfadengruppe 1.2; 1.3 der Funktionsfaden um gleiche Beträge ausgelenkt, d.h. gleiche Funktionsfadenreserven gebildet und zwischen der dritten und vierten Netzschenkelfadengruppe 1.3; 1.4 nicht ausgelenkt, d.h. keine Funktionsfadenreserven gebildet werden. Aus dieser Konstellation ergibt sich ein Produkt in Gebrauchslage wie es Fig. 5 zeigt.

[0020] Wurde das Produkt nach dem Kettenwirkverfahren hergestellt, ergibt sich die in Fig. 6 und 7 dargestellte Produktstruktur in Herstellungs- und Gebrauchslage. Die Netzschenkelfadengruppen bestehen dabei aus einem Kettfaden 18 und zwei gegenlegig zugeführten Funktionsfäden 4 und bilden auf bekannte Weise die Netzmaschenschenkel in Verarbeitungsrichtung, wobei die Funktionsfäden in der Netzschenkelfadengruppe kettenwirktypisch durch Unterlegungen ein- bzw. angebunden sind.

[0021] Es ist auch möglich, die An- bzw. Einbindung und die Bildung der Netzschenkelfadengruppe aus mindestens einem Kettfaden und mindestens einem Funktionsfaden oder mindestens einem Kettfaden, mindestens einem Stehschußfaden und mindestens einem Funktionsfaden nach dem bekannten Häkelgalonverfahren zu realisieren. Das An- bzw. Einbinden des Funktionsfadens an die Netzschenkelfadengruppe kann durch Anstechen des Funktionsfadens bei der Maschenbildung sowie durch dessen Einbindung als Teilschuß oder Masche erfolgen. Es ist auch möglich, die An- bzw. Einbindung durch thermische oder chemische Fixierung zu realisieren.

[0022] In Fig. 8 ist eine Einrichtung zur Durchführung des beschriebenen Verfahrens dargestellt, wobei die Verbindung der Netzschenkelfadengruppe und des Funktionsfadens 4 mittels einer Verfestigungseinrichtung, die als Nähwirkarbeitsstelle ausgebildet ist, geschieht. Die Nähwirkarbeitsstelle besteht dabei aus mehreren auf einer Nadelbarre 6 zusammengefaßten, gemeinsam beweglichen Schiebernadeln 5, denen jeweils ein Schließdraht 7 zugeordnet ist, aus ein oder mehreren als Legeschiene ausgebildeten Fadenführern, mit meist als Lochnadeln 16 ausgebildeten Fadenführungselementen und - wie in der dargestellten Ausführung über den Schiebernadeln 5 angeordnet, mit als Legeröhrchen ausgebildeten Funktionsfadenführern 8 - aus mehreren jeweils zwischen den Schiebernadeln 5 angeordneten Abschlagelementen 9, sowie aus einer Gegenhalterschiene 10. Erfindungsgemäß ist in der Nähwirkarbeitsstelle ein mindestens zwischen zwei quer zur Verarbeitungsrichtung benachbarten Schiebernadeln 5 auf mindestens einen Funktionsfaden 4 einwirkendes Funktionsfadenreservebildungssystem 11 angeordnet. In der dargestellten Ausführung besteht es aus mehreren, in einer Reihe fest auf zwei, quer zur Verarbeitungsrichtung über die gesamte Arbeitsbreite der Maschine reichende, übereinanderliegende, senkrecht zu ihrer Längsachse bewegliche und zusätzlich schwenkbare Barren befestigten, als Hakennadeln 12 ausgebildeten Elementen zur Funktionsfadenreservebildung. Im Funktionsfadenreservebildungssystem 11 ist jeder Barre ein als Getriebe ausgebildeter Antrieb 13, jedem Antrieb eine Veränderungssteuerung 14 und dem Gesamtsystem eine Musterungssteuerung 15 zugeordnet.

[0023] Fig. 9 zeigt eine weitere mögliche Ausführungsform eines Funktionsfadenreservebildungssystems 11, wobei die Elemente zur Funktionsfadenreservebildung in einer Reihe fest, auf mehreren, quer zur Verarbeitungsrichtung in einer Reihe nebeneinander angeordneten, senkrecht zu ihrer Längsachse beweglichen und zusätzlich schwenkbaren Nadelbarren 6 befestigt und als Hakennadeln 12 ausgeführt sind. Im Funktionsfadenreservebildungssystem ist jeweils jeder Nadelbarre 6 ein als Getriebe ausgeführter Antrieb 13 mit zugeordneter Veränderungssteuerung 14 und dem Gesamtsystem eine Mustersteuerung 15 zugeordnet.

[0024] In Fig. 10 ist eine Einrichtung zur Durchführung des beschriebenen Verfahrens dargestellt, wobei die Verbindung der Netzschenkelfadengruppe 1 und des Funktionsfadens 4 mittels einer Verfestigungseinrichtung, welche als Kettenwirkarbeitsstelle ausgeführt ist, geschieht. Die Kettenwirkarbeitsstelle besteht dabei aus mehreren auf einer Nadelbarre 6 zusammengefaßten, gemeinsam beweglichen Wirknadel - hier als Schiebernadeln 5 mit Schließdraht 7 ausgebildet - aus ein oder mehreren als Legeschiene ausgebildeten Fadenführern, mit als Lochnadeln 16 ausgebildeten Fadenführungselementen zur Führung des Kettfadens 18 und des Funktionsfadens 4, sowie aus mehreren jeweils zwischen den Schiebernadeln 5 auf einer Barre angeordneten kombinierten Einschließ- und Abschlagplatinen 17. Erfindungsgemäß ist in der Kettenwirkarbeitsstelle ein mindestens zwischen zwei quer zur Verarbeitungsrichtung benachbarten Schiebernadeln 5 auf mindestens einen Funktionsfaden 4 einwirkendes Funktionsfadenreservebildungssystem 11 angeordnet. In der dargestellten Ausführung ist es mit mehreren in einer Reihe fest auf einer senkrecht zu ihrer Längsachse beweglichen und zusätzlich schwenkbaren Barre befestigten, als Hakennadeln 12 ausgebildeten Elementen zur Funktionsfadenreservebildung ausgeführt. Dem Funktionsfadenreservebildungssystem 11 ist ein Antrieb 13 mit einstellbarem Hub und diesem eine VeränderungsSteuerung 14 zugeordnet.

[0025] Erfindungsgemäß sind auch andere Anordnungskombinationen der Wirk- bzw. Schiebernadeln 5 mit Funktionsfadenreservebildungssystemen 11 möglich. Als Funktionsfadenreservebildungssysteme können auch starre bzw. gemeinsam und/oder gruppenweise und/oder einzeln bewegliche Verdrängerelemente, wie Platinen, Zungen- bzw. Schiebernadeln, Greifer etc. Verwendung finden.

[0026] Nachfolgend wird die Wirkungsweise der erfindungsgemäßen Einrichtungen beschrieben.

[0027] In den Figuren 1 bis 3 ist die Wirkungsweise der in den Figuren 8 und 9 gezeigten Ausführungsform eines Funktionsfadenreservebildungssystems 11 schematisch dargestellt. Der Nähwirkarbeitsstelle werden die Netzschenkelfadengruppen 1, bestehend aus den Näh- 2, Stehschuß- 3 und Funktionsfäden 4 in bekannter Weise zugeführt. Dabei entsteht durch Fransenlegung der Nähfäden 2 ein stabiler, aus einem Maschenstäbchen bestehender Netzöffnungsschenkel in Verarbeitungsrichtung, wobei im Prozeß der Maschenbildung die bandförmigen Stehschußfäden 3 und die Funktionsfäden 4 von den Schiebernadeln 5 durchstochen werden können. Fig. 1 zeigt den Zeitpunkt, an dem während der Maschenbildung durch eine seitliche Versatzbewegung der Funktionsfadenführer 8 die Funktionsfäden 4 nach links aus dem Bereich der Netzschenkelfadengruppe 1 herausgeführt werden. Die als nach unten geöffnete Hakennadeln 12 ausgebildeten Elemente zur Funktionsfadenreservebildung erfassen die Funktionsfäden 4, indem sie in Richtung der Lochnadeln 16 bewegt und ihre Hakenenden gleichzeitig durch eine Schwenkbewegung der gesamten Barre nach unten geklappt werden. Die Ausbildung der Funktionsfadenreserven muß dabei mit der Unterlegung des Funktionsfadens 4 unter die Schiebernadel 5 bzw. mit dem Anstechen des Funktionsfadens durch die Schiebernadel abgeschlossen sein. In Fig. 2 ist die Unterlegung der Schiebernadeln 5 und die Ausbildung der Funktionsfadenreserven durch die Rückbewegung der Hakennadeln 12 abgeschlossen. Durch eine Schwenkbewegung der Barre nach oben werden die Funktionsfadenreserven freigegeben und gleichzeitig durch die Schiebernadeln 5 an- bzw. eingebunden und so in der benachbarten Netzschenkelfadengruppe 1 fixiert. Fig. 3 stellt die Bewegung des Funktionsfadenreservebildungssystems 11 in Richtung der Schiebernadelspitzen in die Ausgangsstellung dar. Entsprechend der Netzmaschengeometrie erfolgt zu einem geeigneten Zeitpunkt das Herausführen der Funktionsfäden 4 aus der Netzschenkelfadengruppe 1 nach rechts und ein erneutes Bilden der Funktionsfadenreserve durch das Funktionsfadenreservebildungssystem 11.

[0028] In Fig. 10 ist eine Kettenwirkarbeitsstelle mit erfindungsgemäßem Funktionsfadenreservebildungssystem 11 abgebildet. Die nebeneinander auf der Nadelbarre 6 in einer Reihe angeordneten Schiebernadeln 5 mit den ihnen zugeordneten Schließdrähten 7 bilden aus der mittels der Lochnadeln 16 zugeführten Netzschenkelfadengruppe 1 - bestehend aus den Kettfäden 18 und den Funktionsfäden 4 - unter Mitwirkung der kombinierten Einschließ- und Abschlagplatinen 17 in bekannter Weise die Netzmaschenschenkel in Verarbeitungsrichtung.

[0029] Der Funktionsfaden 4 wird dabei im Netzmaschenschenkel angebunden. Erfindungsgemäß ist in der Kettenwirkarbeitsstelle ein mindestens zwischen zwei quer zur Verarbeitungsrichtung benachbarten Schiebernadeln 5 einwirkendes Funktionsfadenreservebildungssystem 11 angeordnet. Das Funktionsfadenreservebildungssystem 11 besteht aus den Hakennadeln 12 welche in einer Reihe nebeneinander auf der über die gesamte Breite der Maschine reichenden, horizontal verschiebbaren und um ihre Längsachse schwenkbaren Barre befestigt sind, die durch den Antrieb 13 bewegt wird, welchem eine Veränderungssteuerung 14 zugeordnet ist. Entsprechend der Netzgeometrie wird der Funktionsfaden 4 durch die Lochnadel 16 aus der Netzschenkelfadengruppe 1 herausgeführt, durch die horizontale Bewegung der Barre mit den Hakennadeln 12 in Richtung der Schiebernadeln 5 und eine gleichzeitige Schwenkbewegung von oben nach unten von den Hakennadeln 12 erfaßt und durch die folgende Rückbewegung der Barre zur Funktionsfadenreserve kuliert. Anschließend wird der Funktionsfaden 4 in der nebenliegenden Netzschenkelfadengruppe 1 durch die Schiebernadel 5 an- bzw. eingebunden und die Funktionsfadenreserve durch eine Schwenkbewegung der Hakennadeln 12 von unten nach oben und eine horizontale Bewegung derselben in die Ausgangsposition abgeworfen.

[0030] An Kettenwirk- oder Nähwirkarbeitsstellen mit zwei Nadelsystemen bzw. mit als Zungen- oder Spitzennadeln ausgebildeten Wirknadeln oder an Ketten- oder Nähwirkarbeitsstellen mit runder Arbeitsstelle ist die Erfindung gleichermaßen anwendbar.

[0031] Die Fig. 11 a bis f zeigen verschiedene, nach beschriebenem Verfahren herstellbare Netzgeometrien, die durch die Variation der Funktionsfadenzuführung, der Größe der Funktionsfadenreserve und der Ein- bzw. Anbindung der Funktionsfäden 4 an die Netzmaschenstäbchen erreicht werden können. Dabei ist links jeweils die Herstellungslage und rechts jeweils die Gebrauchslage des Netzes dargestellt.

Bezugszeichenaufstellung



[0032] 
1
Netzschenkelfadengruppe
1.1
erste Netzschenkelfadengruppe
1.2
zweite Netzschenkelfadengruppe
1.3
dritte Netzschenkelfadengruppe
1.4
vierte Netzschenkelfadengruppe
2
Nähfaden
3
Stehschußfaden
4
Funktionsfaden
5
Schiebernadel
6
Nadelbarre
7
Schließdraht
8
Funktionsfadenführer
9
Abschlagelement
10
Gegenhalterschiene
11
Funktionsfadenreservebildungssystem
12
Hakennadel
13
Antrieb
14
Veränderungssteuerung
15
Mustersteuerung
16
Lochnadel
17
Einschließ- und Abschlagplatine
18
Kettfaden



Ansprüche

1. Verfahren zur Herstellung textiler netzartiger Flächengebilde aus Fäden, wobei mehrere in Laufrichtung des herzustellenden Flächengebildes nebeneinanderliegende Netzschenkelfadengruppen (1, 1.1, 1.2, 1.3, 1.4) erzeugt werden, welche ausschliesslich durch zwischen benachbarten Netzschenkelfadengruppen (1, 1.1, 1.2, 1.3, 1.4) hin- und herverlaufenden Funktionsfäden (4) miteinander verbunden werden, dadurch gekennzeichnet, dass man mindestens einen verbindenden Funktionsfadenabschnitt vor dem Befestigen mit benachbarten Netzschenkelfadengruppen (1, 1.1, 1.2, 1.3, 1.4) zur Bildung einer Funktionsfadenreserve zu einer Schleife kuliert.
 
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man die Netzschenkelfadengruppe (1, 1.1, 1.2, 1.3, 1.4) nach dem Nähwirkverfahren aus mindestens einem Nähfaden (2) und mindestens einem Funktionsfaden (4) bildet.
 
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man die Netzschenkelfadengruppe (1) nach dem Kettenwirkverfahren aus mindestens einem Kettfaden (18) und mindestens einem Funktionsfaden (4) bildet.
 
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man die Netzschenkelfadengruppe (1) nach dem Häkelgalonverfahren aus mindestens einem Kettfaden (18) und mindestens einem Funktionsfaden (4) bildet.
 
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennnzeichnet, dass man die Verbindung zwischen Netzschenkelfadengruppe (1) und Funk tionsfaden (4) durch chemisches oder thermisches Fixieren bildet.
 
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man die quer zur Laufrichtung nebeneinander liegenden Funktionsfadenabschnitte zu Schleifen gleicher oder unterschiedlicher Längen kuliert.
 
7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man die in Laufrichtung in Bezug auf die vorausgehenden Funktionsfäden (4) folgenden Funktionsfadenabschnitte zu Schleifen gleicher oder unterschiedlicher Längen kuliert.
 
8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man die Funktionsfäden (4) mit der nebenliegenden Netzschenkelfadengruppe (1, 1.1, 1.2, 1.3, 1.4) quer zur Laufrichtung rechtwinklig verbindet.
 
9. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man die Funktionsfäden (4) mit der nebenliegenden Netzschenkelfadengruppe (1, 1.1, 1.2, 1.3, 1.4) in Laufrichtung versetzt verbindet.
 
10. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 9, mit mindestens einer Fadenzuführung für mindestens einen der folgenden Fäden: Nähfaden, Kettfaden oder Stehschussfaden und mehreren nebeneinanderliegenden Verfestigungseinrichtungen zur Bildung von in Laufrichtung ausgerichteten Netzschenkelfadengruppen für Netzmaschenschenkel und mindestens einer Funktionsfadenzuführung zur Zuführung eines zwischen den Netzschenkelfadengruppen hin- und hergehenden Funktionsfadens zur Bildung von quer zur Laufrichtung ausgerichteten Netzmaschenschenkeln, wobei der Abstand zweier nebeneinanderliegender Verfestigungseinrichtungen der Länge eines quer zur Laufrichtung liegenden gestreckten Funktionsfadenabschnittes entspricht, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Verfestigungseinrichtung mindestens ein, auf den Funktionsfaden (4) einwirkender, den Abstand zwischen den nebeneinanderliegenden Verfestigungseinrichtungen überbrückender Funktionsfadenführer (8) und jeder Verfestigungseinrichtung mindestens ein zwischen zwei nebeneinanderliegenden Verfestigungseinrichtungen, auf den Funktionsfaden (4) einwirkendes, mit Elementen (12) zur Funktionsfadenreservebildung versehenes, steuerbares Funktionsfadenreservebildungssystem (11) zugeordnet ist.
 
11. Einrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Verfestigungseinrichtung eine Nähwirkarbeitsstelle ist.
 
12. Einrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Verfestigungseinrichtung eine Kettenwirkarbeitsstelle ist.
 
13. Einrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Verfestigungseinrichtung eine Häkelgalonarbeitsstelle ist.
 
14. Einrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Funktionsfadenreservebildungssystem (11) einen Antrieb (13) enthält, dem eine Veränderungssteuerung (14) und/oder eine Mustersteuerung (15) zugeordnet ist, welche mit den Steuerungen der Einrichtung korellieren.
 
15. Einrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass zur Realisierung unterschiedlicher, voneinander abhängiger Funktionsfadenreserven das Funktionsfadenreservebildungssystem (11) mit geometrisch unterschiedlich ausgebildeten Elementen, wie Nadeln, Häkchen, Greifer, Verdrängerorgane, Platinen, Luftblasröhrchen, ausgestattet ist.
 


Claims

1. Method of producing net-type textile fabrics from threads, wherein a plurality of mesh side thread groups (1, 1.1, 1.2, 1.3, 1.4) are formed next to one another in the running direction of the fabric being produced, which are connected to one another exclusively by working threads (4) running to and fro between neighbouring mesh side thread groups (1, 1.1, 1.2, 1.3, 1.4), characterised in that, for forming a working thread reserve, at least one connecting working thread portion is sunk to form a loop before being fastened to neighbouring mesh side thread groups (1, 1.1, 1.2, 1.3, 1.4).
 
2. Method according to claim 1, characterised in that the mesh side thread group (1, 1.1, 1.2, 1.3, 1.4) is formed according to the stitch-bonding method from at least one stitching thread (2) and at least one working thread (4).
 
3. Method according to claim 1, characterised in that the mesh side thread group (1) is formed according to the warp knitting method from at least one warp thread (18) and at least one working thread (4).
 
4. Method according to claim 1, characterised in that the mesh side thread group (1) is formed according to the crochet galloon method from at least one warp thread (18) and at least one working thread (4).
 
5. Method according to claim 1, characterised in that the connection between the mesh side thread group (1) and the working thread (4) is formed by chemical or thermal fixing.
 
6. Method according to claim 1, characterised in that the working thread portions lying next to one another across the running direction are sunk to form loops of the same length or of different lengths.
 
7. Method according to claim 1, characterised in that, in relation to the preceding working threads (4), the working thread portions following in the running direction are sunk to form loops of the same length or of different lengths.
 
8. Method according to claim 1, characterised in that the working threads (4) are joined to the adjacent mesh side thread group (1, 1.1, 1.2, 1.3, 1.4) at right angles across the running direction.
 
9. Method according to claim 1, characterised in that the working threads (4) are joined to the adjacent mesh side thread group (1, 1.1, 1.2, 1.3, 1.4) offset in the running direction.
 
10. Apparatus for carrying out the method according to any one of claims 1 to 9, having at least one thread feed for at least one of the following threads: stitching thread, warp thread or standing weft thread, and a plurality of bonding devices located next to one another for the formation of mesh side thread groups oriented in the running direction to produce net mesh sides, and at least one working thread feed for feeding in a working thread passing to and fro between the mesh side thread groups for the formation of net mesh sides oriented across the running direction, the distance between two adjacent bonding devices corresponding to the length of a straight working thread portion lying across the running direction, characterised in that each bonding device is associated with at least one working thread guider (8), which acts on the working thread (4) and bridges the distance between the adjacent bonding devices, and each bonding device is associated with at least one controllable working thread reserve formation system (11), which acts on the working thread (4) between two adjacent bonding devices and is provided with elements (12) for forming the working thread reserve.
 
11. Apparatus according to claim 10, characterised in that the bonding device is a stitch-bonding work station.
 
12. Apparatus according to claim 10, characterised in that the bonding device is a warp knitting work station.
 
13. Apparatus according to claim 10, characterised in that the bonding device is a crochet galloon work station.
 
14. Apparatus according to claim 10, characterised in that the working thread reserve formation system (11) comprises a drive (13) associated with a change control (14) and/or a pattern control (15), which correlate with the control of the apparatus.
 
15. Apparatus according to claim 10, characterised in that, for creating different, mutually dependent working thread reserves, the working thread reserve formation system (11) is equipped with elements of different geometric configuration, such as needles, hooks, grippers, displacer elements, sinkers and air-blowing tubes.
 


Revendications

1. Procédé de fabrication d'une configuration textile de type filet composé de fils, plusieurs groupes de fils de branches de filet (1, 1.1, 1.2, 1.3, 1.4) juxtaposés étant formés dans la direction de circulation de la configuration à fabriquer, ces groupes étant uniquement reliés par des fils de fonction (4) circulant alternativement entre les groupes de fils de branches de filet voisins (1, 1.1, 1.2, 1.3, 1.4),
caractérisé en ce qu'
on coule suivant une boucle au moins un segment de fil de fonction à nouer avant de le fixer aux groupes de fils de branches de mailles voisins (1, 1.1, 1.2, 1.3, 1.4) pour former une réserve de fils de fonction.
 
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce qu'
on forme le groupe de fils de branches de mailles (1, 1.1, 1.2, 1.3, 1.4) selon le procédé de tricot-couture avec au moins un fil de couture (2) et au moins un fil de fonction (4).
 
3. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce qu'
on forme le groupe de fils de branches de filet (1) selon le procédé de tricot chaîne à partir d'au moins un fil de chaîne (18) et d'au moins un fil de fonction (4).
 
4. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce qu'
on forme le groupe de fils de branches de filet (1) selon le procédé du crochetage de galon à partir d'au moins un fil de chaîne (18) et d'au moins un fil de fonction (4).
 
5. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce qu'
on forme la liaison entre le groupe de fils de branches de filet (1) et le fil fonctionnel (4) par fixation chimique ou thermique.
 
6. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce qu'
on coule suivant des boucles de longueur identiques ou différentes les segments de fils de fonction juxtaposés transversalement à la direction de défilement.
 
7. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce qu'
on coule sur des boucles de longueur identiques ou différentes, les segments de fils de fonction qui se suivent dans la direction de déplacement par rapport aux fils de fonction précédents (4).
 
8. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce qu'
on relie les fils de fonction (4) au groupe de fils de branches de filet voisin (1, 1.1, 1.2, 1.3, 1.4) transversalement à la direction de déplacement, perpendiculairement.
 
9. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce qu'
on relie avec décalage dans la direction de déplacement les fils de fonction (4) au groupe de fils de branches de filet voisin (1, 1.1, 1.2, 1.3, 1.4).
 
10. Installation pour la mise en oeuvre du procédé selon l'une des revendications 1 à 9, avec au moins une alimentation de fils pour au moins l'un des fils suivants : fils de couture ; fils de chaîne, fils de trame fixes et plusieurs installations de renforcement juxtaposées pour former des groupes de fils de branches de filet alignés dans la direction de circulation pour donner les branches de mailles de filet et au moins un guide de fils de fonction pour fournir un fil de fonction effectuant les va et vient entre les groupes de fils de branches de filet pour former des branches de mailles de filet alignées transversalement à la direction de déplacement, la distance entre deux installations de renforcement juxtaposées correspondant à la longueur d'un segment de fil de fonction étiré s'étendant transversalement à la direction de déplacement,
caractérisée en ce qu'
à chaque installation de renforcement, on associe au moins un guide fil de fonction (8) agissant sur le fil de fonction (4), enjambant l'intervalle entre les installations de renforcement juxtaposées et à chaque installation de renforcement est associé au moins un système de formation de réserves de fils de fonction (11) commandé, prévu entre deux installations de renforcement juxtaposées, agissant sur le fil de fonction (4) et comportant des éléments (12) pour former une réserve de fils de fonction.
 
11. Installation selon la revendication 10,
caractérisée en ce que
l'installation de renforcement est un poste de tricot-couture.
 
12. Installation selon la revendication 10,
caractérisée en ce que
l'installation de renforcement est un poste de tricot-chaîne.
 
13. Installation selon la revendication 10,
caractérisée en ce que
l'installation de renforcement est un poste de crochetage de galon.
 
14. Installation selon la revendication 10,
caractérisée en ce que
le système formant la réserve de fils de fonction (11) comporte un moyen d'entraînement (13) auquel est associée une commande de modification (14) et/ou une commande à dessin (15) mise en corrélation avec les commandes de l'installation
 
15. Installation selon la revendication 10,
caractérisée en ce que
pour réaliser des réserves de fils de fonction différentes, indépendantes l'une de l'autre, le système de formation de réserves de fils de fonction (11) est équipé d'éléments à géométrie différents tels que des aiguilles, des crochets, des organes de prise, des organes de refoulement, des platines, des tubes de soufflage d'air.
 




Zeichnung