[0001] Die Erfindung betrifft einen Füllkörper zur Einführung in einen Hohlraum einer Kraftfahrzeugkarosserie,
bestehend aus einem Schaumstofffüllmaterial, das von einer Kunststoffolie umhüllt
ist, wobei das Schaumstofffüllmaterial bspw. durch eine Evakuierung der luftdicht
abschließenden Umhüllung zur Einführung in den Hohlraum verkleinerbar ist und durch
eine Freigabe von Rückstellkräften des Schaumstofffüllmateriales in dem Hohlraum festsetzbar
ist.
[0002] Derartige Füllkörper sind bereits in verschiedenen Ausgestaltungen bekanntgeworden.
Es wird bspw. auf die DE-OS 35 06 004 verwiesen. Weiter ist auch auf die DE-OS 39
40 707, die eingetragenen Unterlagen des DE-GM 87 07 140, die DE-OS 39 40 707 und
auch die DE-PS 40 28 895 zu verweisen. Neben einer Evakuierung der Kunststoffumhüllung
ist es auch möglich, das Schaumstofffüllmaterial durch Preß-Komprimierung von außen
zu verkleinern, wobei die Umhüllung nicht luftdicht abgeschlossen ist.
[0003] Derartig verkleinerte oder evakuierte Füllkörper werden in einen Hohlraum einer Kraftfahrzeugkarosserie
eingesetzt, um dort bspw. geräuschmindernd zu wirken. Nach dem Einsetzen, gegebenenfalls
erst nachdem eine Lackierstation durchlaufen ist, wird die Komprimierung des Schaumstofffüllmateriales
aufgehoben, bspw. eine Belüftungsöffnung an der Umhüllung ausgebildet. Die Rückstellkräfte
des sich elastisch zurückstellenden Schaumstofffüllmaterials sorgen sodann für eine
Volumenvergrößerung des Füllkörpers, wodurch sich dieser in dem Hohlraum, in welchen
er eingebracht ist, festsetzt. Eine weitere Verankerung ist in der Regel nicht erforderlich.
[0004] Bei den bekannten Füllkörpern, bspw. bei einem Füllkörper gemäß der DE-A1 35 06 004
besteht das Schaumstoffüllmaterial aus einem zusammenhängenden offenzelligen Schaumstoffblock.
Durch die Evakuierung wird dieser im wesenlichen geometrisch zu sich selbst verkleinert.
Nach Aufhebung der Evakuierung oder sonstigen Komprimierung stellt sich der Schaumstoffkörper
so zurück, daß er möglichst seine Ausgangsabmessungen wieder erreicht.
[0005] Es besteht ein Bedürfnis, einen derartigen Füllkörper anzugeben, der hinsichtlich
seiner geometrischen Gestaltung veränderbar ist und bei freigegebenen Rückstellkräften
auch komplizierte, bspw. verwinkelte Geometrien des Hohlraums, in welchen er eingeführt
ist, möglichst weitgehend ausfüllt.
[0006] Diese Aufgabe ist beim Gegenstand des Anspruches 1 gelöst, wobei darauf abgestellt
ist, daß das Schaumstofffüllmaterial ausschließlich aus Schaumstoffflocken besteht,
und daß der Füllkörper zufolge der lediglich durch eine Gestaltungswirkung der Kunststoffolie
zusammengehaltenen Schaumstoffflocken im evakuierten Zustand durch eine aufgrund äußerer
Einwirkung erreichbare Versetzung der Schaumstoffflocken gegeneinander bleibend verformbar
ist. Erfindungsgemäß besteht das Schaumstofffüllmaterial aus einem Schaumstoffflockenmaterial,
wobei die Schaumstoffflocken möglichst ohne ein Bindemittel aufzuweisen in loser Schüttung
in die Umhüllung eingeführt sind. Ein solches ausschließlich Schaumstoffflokken aufweisendes
Schaumstoffüllmaterial besitzt nicht nur vorteilhafte Rückstelleigenschaften, da die
örtliche Rückstellung der Schaumstoffflocken nicht durch Anbindung an benachbarte
Teile des Schaumstoffmaterials gehindert ist, sondern ist auch dahingehend vorteilhaft,
daß durch eine aufgrund äußerer Einwirkung - im evakuierten Zustand - erreichbare
Versetzung der Schaumstoffflocken gegeneinander eine bleibende Verformbarkeit erreichbar
ist. Bspw. kann bei einem langgestreckten Füllkörper, der etwa stabförmig ist, erreicht
werden, daß durch eine Verbiegung dem Füllkörper eine Krümmung aufgeprägt wird, welche
ein leichteres Einsetzen in bspw. gekrümmt verlaufende Hohlräume ermöglicht. Zudem
kann der Füllkörper bspw. auch um seine Längsachse verdrillt werden. Die zunächst
beschriebene Verformung des evakuierten Füllkörpers führt entsprechend zu einer Veränderung
einer Mittelachse des Formkörpers. Bspw. wird, wie beschrieben, eine langgestreckte
gerade Mittelachse zu einer gekrümmten Mittelachse. Von Bedeutung ist aber, daß sich
eine etwa wie vorstehend beschrieben aufgeprägte Verformung nach einer Aufhebung der
Evakuierung wieder zurückbildet. In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung ist vorgesehen,
daß die Schaumstoffflocken teilweise aus geschlosssenzelligem Schaumstoff bestehen.
Hierbei ist aber auch bevorzugt, daß die Schaumstoffflocken aus geschlossenzelligem
Schaumstoff einen kleineren Anteil des Schaumstofffüllmaterials bilden. Die Schaumstoffflocken
aus geschlossenzelligem Schaumstoff können bspw. auch im Sinne einer Gestaltung/eines
Mindestquerschnittes des evakuierten Füllkörpers zur Anwendung kommen, da die Komprimierung
dieser Anteile an Schaumstoffflocken weniger stark oder kaum erfolgt, im Vergleich
zu den Schaumstoffflocken aus offenzelligem Schaumstoff. Da weiter bei einem derartigen
Füllkörper die Umhüllung in Form der Kunststoffolie eine formgebende Aufgabe besitzt,
da ansonsten jedenfalls bei langgestreckten Füllkörpern ein Abknicken etwa auftreten
könnte oder sonst, bei großvolumigen Füllkörpern eine sackartige Ausgestaltung erreichbar
wäre, ist es erwünscht, daß die Kunststoffolie eine hierzu ausreichende Dicke aufweist.
Bspw. eine Dicke von 20 bis 100 µm, vorzugsweise 30 bis 80, weiter bevorzugt 75 µm
oder 40 µm.
[0007] Nachstehend ist die Erfindung des weiteren anhand der beigefügten Zeichnung, die
jedoch lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellt, erläutert. Hierbei zeigt.
- Fig. 1
- eine Draufsicht auf einen evakuierten Füllkörper;
- Fig. 2
- den Füllkörper gemäß Fig. 1 in einem verdrillten Zustand;
- Fig. 3
- den Füllkörper gemäß Fig. 1 in einem verbogenen Zustand;
- Fig. 4
- einen Querschnitt durch den Gegenstand gemäß Fig. 3, geschnitten entlang der Linie
IV-IV.
[0008] Dargestellt und beschrieben ist - zunächst mit Bezug zu Fig. 1 - ein Füllkörper 1
mit einer Umhüllung 2, die aus einer Kunststoffolie besteht. Die zweilagige, aus einer
oberen und unteren Lage bestehenden Kunststoffolie 2 ist in einem umlaufenden Randbereich
3 verschweißt. Zwischen den Lagen der Kunststoffolie 2 sind Schaumstoffflocken eingeschlossen.
Im evakuierten Zustand - vgl. hierzu auch Fig. 4 - liegen die Lagen der Kunststoffolie
2 nicht nur in dem Randbereich 3, sondern darüber hinaus noch in einem wesentlichen
Bereich 4 aufeinander auf.
[0009] In einem mittleren Bereich des Füllkörpers 1 befinden sich im evakuierten Zustand
in komprimierter Form eine Vielzahl von Schaumstoffflocken 5. Die Schaumstoffflocken
sind als lose Schüttung in die Umhüllung eingebracht und haften entsprechend nicht
aneinander. Aufgrund dieser losen Schüttung ist aber weiter - in der Regel in vereinzelter
Form - eine Anordnung von Schaumstoffflocken 5' außerhalb des mittigen Bereichs gegeben,
die in der Regel ein- oder zweilagig unmittelbar zwischen den oberen und unteren Lagen
der Kunststoffolie 2 praktisch unverrückbar im evakuierten Zustand zusammengehalten
sind.
[0010] Ein solcher Füllkörper wird in an sich bekannter Weise bspw. in den Hohlraum einer
Kraftfahrzeugkarosserie eingeführt. Im einzelnen wird hierzu auf die eingangs angeführte
Literatur verwiesen. Nach Einführung in diesen Hohlraum wird die Komprimierung, d.h.
im vorliegenden Fall die Evakuierung aufgehoben, so daß die Rückstellkräfte der Schaumstoffflocken
5, 5' freigegeben werden.
[0011] Das Schaumstofffüllmaterial besteht ausschließlich aus Schaumstoffflocken 5, 5'.
Diese Schaumstoffflocken 5, 5' bestehen bevorzugt aus offenzelligem Schaumstoff, es
können aber auch einzelne Schaumstoffflocken 5, 5' bzw. ein gewisser - bevorzugt kleinerer
- Anteil der Schaumstoffflocken 5, 5' aus geschlossenzelligem Schaumstoff bestehen.
Die Schaumstoffflocken weisen bevorzugt eine Größe zwischen 0,5 und 2 cm bezüglich
ihrer größten Längserstreckung und zwischen 0,5 und 1 cm hinsichtlich ihrer größten
Breitenerstreckung auf.
[0012] Im evakuierten Zustand, wie er in Fig. 1 bzw. weiter den Fig. 2 und 3 dargestellt
ist, ist es nun aufgrund der schüttungsartig lockeren Anordnung der Schaumstofflocken
5, 5' ermöglicht, eine Verdrillung des Füllkörpers 1 gemäß Fig. 2 vorzunehmen, wobei
eine bleibende Verdrillung erreichbar ist. Darüber hinaus ist es insbesondere auch
möglich gemäß Fig. 3 eine bleibende Verbiegung des Füllkörpers zu erreichen, wobei
eine Längsachse 6, die beim Gegenstand gemäß Fig. 1 im wesentlichen gerade verläuft,
in eine gekrümmte Längsachse 6' überführbar ist.
[0013] Die in der vorstehenden Beschreibung, der Zeichnung und den Ansprüchen offenbarten
Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination für
die Verwirklichung der Erfindung von Bedeutung sein. Alle offenbarten Merkmale sind
erfindungswesentlich. In die Offenbarung der Anmeldung wird hiermit auch der Offenbarungsinhalt
der zugehörigen/beigefügten Prioritätsunterlagen (Abschrift der Voranmeldung) vollinhaltlich
mit eingezogen.
1. Füllkörper (1) zur Einführung in einen Hohlraum einer Kraftfahrzeugkarosserie, bestehend
aus einem Schaumstofffüllmaterial, das von einer Kunststoffolie (2) umhüllt ist, wobei
das Schaumstofffüllmaterial bspw. durch eine Evakuierung der luftdicht abschließenden
Umhüllung zur Einführung in den Hohlraum verkleinerbar ist und durch eine Freigabe
von Rückstellkräften des Schaumstofffüllmaterials in dem Hohlraum festsetzbar ist,
wobei das Schaumstofffüllmaterial Schaumstoffflocken 5, 5' aufweist, dadurch gekennzeichnet,
daß das Schaumstofffüllmaterial ausschließlich aus Schaumstoffflocken 5, 5' besteht
und daß der Füllkörper 1 zufolge der lediglich durch eine Gestaltungswirkung der Kunststoffolie
zusammengehaltenen Schaumstoffflocken 5, 5' im evakuierten Zustand durch eine aufgrund
äußerer Einwirkung erreichbare Versetzung der Schaumstoffflocken 5, 5' gegeneinander
bleibend verformbar ist.
2. Füllkörper nach Anspruch 1 oder insbesondere danach, dadurch gekennzeichnet, daß durch
die bleibende Verformung eine Mittelachse (6) des Füllkörpers (1) veränderbar ist.
3. Füllkörper nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß die Schaumstoffflocken (5, 5') teilweise aus geschlossenzelligem
Schaumstoff bestehen.
4. Füllkörper nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß die Schaumstoffflocken (5, 5') aus geschlossenzelligem
Schaumstoff ein kleinerer Anteil des Schaumstofffüllmaterials sind.
5. Füllkörper nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß die Kunststoffolie (2) eine Dicke von 20 µm bis
100 µm aufweist.
6. Füllkörper nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß im evakuierten Zustand neben einer Kernanhäufung
von Schaumstoffflocken (5) weiter auch Schaumstoffflocken (5') in vereinzelter Form
zwischen den Folienwänden zusammengepreßt sind.