[0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum gesteuerten Betätigen der Fadenklemme
eines Greifers in Webmaschinen.
[0002] Aus der DE-OS 33 20 200 ist eine Einrichtung zur zwangsläufigen Betätigung der Fadenklemme
von Schußfadeneintragsorganen in Webmaschinen bekannt.
Danach übergibt bei geöffnetem Webfach und in Fachmitte ein erster Greifer einen Schußfaden
an einen zweiten Greifer.
Nachfolgend wird der Schußfaden von einem Webblatt, das mit einer um die Mittenachse
einer Webladenwelle schwenkbaren Weblade verbunden ist, an die Gewebekante angeschlagen.
Diese Einrichtung besteht aus einem die Fadenklemme des Greifers betätigenden Steuerhebel,
aus einer mit der Weblade verbundenen, bewegungsgesteuerten Koppel, mit deren einem
Ende der Steuerhebel verbunden ist und deren anderes Ende an einem eine Abtastrolle
tragenden Rollenhebel angreift.
Die Abtastrolle steht mit einem synchron zur Webladenwelle angetriebenen Steuerexzenter
in Wirkverbindung.
Zur Übertragung der Kraft auf den Steuerhebel, der das Öffnen der Fadenklemme bewirkt,
sind in dem Übertragungsmechanismus mehrere Gelenkstellen vorhanden, in denen ein
gewisses Lagerspiel herrscht, welches sich naturgemäß im Laufe der Betriebszeit vergrößert.
Das Lagerspiel der einzelnen Lagerstellen addiert sich, was zu einem unerwünschten
Spiel beim Zusammenwirken zwischen der Fadenklemme des Greifers und dem Steuerhebel
führt. Vorzeitiger Verschleiß der Fadenklemme ist die Folge.
[0003] Eine Aufgabe der Erfindung ist es, eine Einrichtung zum gesteuerten Betätigen der
Fadenklemme eines Greifers in Webmaschinen zu schaffen, in der die Anzahl der Gelenkstellen
auf dem Wege der Kraftübertragung, von der mit dem Steuerexzenter in Wirkverbindung
stehenden Abtastrolle bis zu dem die Fadenklemme betätigenden Steuerhebel, auf ein
Minimum reduziert ist.
Eine weitere Aufgabe der Erfindung besteht darin, im Zusammenhang mit der Gewährleistung
der Anlage der Abtastrolle an die Steuerkurve, weitgehend oder vollständig auf das
nach dem Stand der Technik notwendigerweise vorhandene Federelement zu verzichten.
[0004] Die Aufgaben werden erfindungsgemäß durch die in dem Patentanspruch 1 und 2 angegebenen
Merkmale gelöst.
[0005] Dadurch, daß gemäß der Erfindung nach Anspruch 1 lediglich nur eine einzige Gelenkstelle
im Kraftfluß zwischen der Abtastrolle und dem Steuerhebel liegt, ist eine praktisch
spielfreie Kraftübertragung auf die Fadenklemme des Greifers gegeben. Damit wird die
Lebensdauer sowohl der Betätigungseinrichtung als auch die der Fadenklemme erhöht.
Mit den erfindungsgemäßen Merkmalen nach Patentanspruch 2 kann auf jede Art einer
Federbelastung von Abtastrolle und Steuerexzenter verzichtet werden, da hier eine
zwangsweise Führung des Rollenhebels gegeben ist. Damit ist zugleich das Problem eines
aus der Dauerbelastung der Feder resultierenden Federbruchs ausgeschaltet und ein
darauf zurückzuführender Maschinenstillstand wird vermieden.
[0006] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung sei nachstehend anhand der Zeichnung erläutert.
Es zeigen:
- Figur 1
- die erfindungsgemäße Einrichtung mit einem Steuerexzenter in der Phase der Fadenklemmenbetätigung,
- Figur 2
- die Einrichtung nach Figur 1 in der Phase nach der Fadenklemmenbetätigung,
- Figur 3
- die Einrichtung gemäß Figur 1 mit einem Paar von Steuerexzentern.
[0007] Die Figur 1 zeigt eine Weblade 1 mit Blattleiste 2, die ein Webblatt 3 trägt. Die
Weblade 1 ist schwenkbar um die Mittenachse 5 der Webladenwelle 4 angeordnet.
An der Blattleiste 2 ist ferner eine T-förmig ausgebildete Ladensohle 6 befestigt.
Auf der Ladensohle 6 gleitet ein den Schußfaden (nicht dargestellt) übergebender und
ein übernehmender Greifer 7.
Jeder der Greifer besitzt eine Fadenklemme 8, die während des Übergebens und Übernehmens
des Schußfadens von einem durch die Unterkettfäden 9a des Webfaches 9 zwangsweise
in das Webfach 9 hinein und heraus bewegbaren Steuerhebel 10 betätigt wird.
Die Unterkettfäden 9a und die Oberkettfäden 9b sind in einem den Schußfaden zwischen
sich einbindenden Bindepunkt, der die Anschlagkante 11 des Gewebes 12 bildet, zusammengeführt.
[0008] Der Steuerhebel 10 ist fest an dem einen freien Ende der Koppel 13 befestigt.
Das andere Ende der Koppel 13 ist an einer Lagerstelle 14 eines um eine maschinenfeste
Achse 15 drehbeweglich angeordneten Rollenhebels 16 angelenkt. In dieser Lagerstelle
ist ebenfalls eine Abtastrolle 17 drehbeweglich gelagert. Erfindungsgemäß liegt damit
auf dem Wege der kinematischen Übertragung der Öffnungskraft von dem Steuerexzenter
18 bis zur Fadenklemme 8 lediglich eine einzige Lagerstelle 14, die Einfluß auf die
Kraftübertragung zwischen Steuerhebel 10 und Fadenklemme 8 hat.
Die Lagerstelle 14 des Rollenhebels 16 ist durch wenigstens ein in Richtung auf den
Steuerexzenter 18 wirkendes Federelement 20 belastet. Damit ist sichergestellt, daß
die Abtastrolle 17 ständig auf der Steuerkurve 18a des Steuerexzenters 18 anliegt.
[0009] Zur optimalen Nutzung der Federkraft ist dabei von Bedeutung, daß die Kraftwirkungslinie
des Federelementes 20 in Richtung der translatorischen Bewegung der Koppel 13 verläuft.
[0010] Eine weitere Möglichkeit, die Abtastrolle 17 ständig mit der Steuerkurve 18a in Wirkverbindung
zu halten, besteht darin, daß oberhalb der Achse 15 des Rollenhebels 16 ein Blattfederpaket
21 in einem maschinenfesten Spannelement 22 befestigt ist, das z.B. auf den Rollenhebel
16 selbst wirkt oder unmittelbar im Anlenkpunkt 14 der Koppel 13 und der Abtastrolle
17 wirksam ist.
[0011] Unterhalb des Steuerhebels 10 ist an der Koppel 13 eine Gelenkstelle 23 vorgesehen,
an die das eine Ende einer Schwinge 24 angelenkt ist. Das andere Ende der Schwinge
24 ist in dem Gelenkpunkt 25 einer an der Weblade 1 angeordneten und von dieser weggerichteten
Stütze 26 angelenkt.
Mittels dieses Gelenkmechanismus führt die Koppel 13 zusammen mit der Weblade 1 eine
durch den Doppelpfeil 27 symbolhaft dargestellte hin- und herschwingende Bewegung
aus.
Der Steuermechanismus besteht aus einem an sich bekannten mit einer Welle 28 drehfest
verbundenen Steuerexzenter 18, der über die Abtastrolle 17 mit dem federbelasteten
Rollenhebel 16 in Wirkverbindung steht.
Entsprechend dem Verlauf der Steuerkurve 18a des Steuerexzenters 18 und der Festlegung
des Gelenkpunktes 15 von Rollenhebel 16 führt die Koppel 13 mit Steuerhebel 10 eine
kombinierte translatorisch-rotatorische Bewegung aus, um mit der Fadenklemme 8 des
Greifers 7 in Kontakt zu kommen.
Die aktive Stellung des Steuerhebels 10 ist in Figur 1 und 3 gezeigt, während seine
passive Stellung in Figur 2 dargestellt ist.
[0012] Die Figur 3 zeigt ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Lösung nach Patentanspruch
2.
Hier ist der Rollenhebel 16 als Winkelhebel ausgebildet, der an dem ersten Hebelarm
16a und an dem zweiten Hebelarm 16b eine drehend gelagerte Abtastrolle 17 bzw. 29
trägt.
[0013] Der Rollenhebel 16 ist um die maschinenfeste Achse 15 drehbeweglich gelagert.
Der Steuerexzenter besteht aus einem Paar von einzelnen Steuerexzentern 30,31. Die
beiden Steuerexzenter 30,31 sind drehfest mit der Welle 28 verbunden.
Die Abtastrolle 17 ist der Steuerkurve 30a und die Abtastrolle 29 der Steuerkurve
31a des Steuerexzenters 30 bzw. 31 zugeordnet.
Bei der Verwendung eines derartigen Steuermechanismus sind die gemäß Figur 1 und 2
dargestellten Federelemente 20,21 nicht erforderlich.
Im übrigen weist die Einrichtung die in Figur 1 und 2 beschriebenen und dargestellten
Merkmale auf, so daß auf eine weitergehende Beschreibung des Ausführungsbeispiels
verzichtet werden kann.
ZEICHNUNGS-LEGENDE
[0014]
- 1
- Weblade
- 2
- Blattleiste
- 3
- Webblatt
- 4
- Webladenwelle
- 5
- Mittenachse
- 6
- Ladensohle
- 7
- Greifer
- 8
- Fadenklemme
- 9
- Webfach
- 9a
- Unterkettfaden
- 9b
- Oberkettfaden
- 10
- Steuerhebel
- 11
- Anschlagkante
- 12
- Gewebe
- 13
- Koppel
- 14
- Gelenkpunkt
- 15
- Achse
- 16
- Rollenhebel
- 16a
- Hebelarm
- 16b
- Hebelarm
- 17
- Abtastrolle
- 18
- Steuerexzenter
- 18a
- Steuerkurve
- 19
- Wirkungslinie
- 20
- Federelement
- 21
- Blattfederpaket
- 22
- Spannelement
- 23
- Gelenkstelle
- 24
- Schwinge
- 25
- Gelenkpunkt
- 26
- Stütze
- 27
- Doppelpfeil
- 28
- Welle
- 29
- Abtastrolle
- 30
- Steuerexzenter
- 30a
- Steuerkurve
- 31
- Steuerexzenter
- 31a
- Steuerkurve
1. Einrichtung zum gesteuerten Betätigen der Fadenklemme eines Greifers in Webmaschinen,
wonach bei geöffnetem Webfach und in Fachmitte ein erster Greifer einen Schußfaden
an einen zweiten Greifer übergibt und nachfolgend der Schußfaden von einem Webblatt,
das mit einer um die Mittenachse einer Webladenwelle schwenkbaren Weblade verbunden
ist, an die Gewebekante angeschlagen wird, bestehend aus einem die Fadenklemme betätigenden
Steuerhebel, aus einer mit der Weblade verbundenen und bewegungsgesteuerten Koppel,
mit deren einem Ende der Steuerhebel verbunden ist und deren anderes Ende an einem
eine Abtastrolle tragenden Rollenhebel angreift, und wobei die Abtastrolle mit einer
synchron mit der Webladenwelle angetriebenen Exzenterscheibe in Wirkverbindung steht,
dadurch gekennzeichnet, daß in einem ersten gemeinsamen außerhalb der Mittenachse (5) bzw. (28a) von Exzenterwelle
(28) und Webladenwelle (4) gelegenen Anlenkpunkt (14) des Rollenhebels (16) die Abtastrolle
(17), das andere freie Ende der Koppel (13) und notwendigerweise wenigstens ein in
Richtung auf den Steuerexzenter (18) wirkendes Federelement (20) derart angreift,
daß eine auf die Fadenklemme (8) dominierende vertikale Kraftkomponente übertragen
wird und daß in einer zweiten außerhalb der Webladenwelle (4) gelegenen Anlenkung
(25) an der Weblade (1) eine Schwinge (24) angreift, die mit einer an der Koppel (13),
unterhalb des Steuerhebels (10) liegenden Gelenkstelle (23) verbunden ist.
2. Einrichtung zum gesteuerten Betätigen der Fadenklemme eines Greifers in Webmaschinen,
wonach bei geöffnetem Webfach und in Fachmitte ein erster Greifer einen Schußfaden
an einen zweiten Greifer übergibt und nachfolgend der Schußfaden von einem Webblatt,
das mit einer um die Mittenachse einer Webladenwelle schwenkbaren Weblade verbunden
ist, an die Gewebekante angeschlagen wird, bestehend aus einem die Fadenklemme betätigenden
Steuerhebel, aus einer mit der Weblade verbundenen und bewegungsgesteuerten Koppel,
mit deren einem Ende der Steuerhebel verbunden ist und deren anderes Ende an einem
eine Abtastrolle tragenden Rollenhebel angreift, und wobei die Abtastrolle mit einer
synchron mit der Webladenwelle angetriebenen Exzenterscheibe in Wirkverbindung steht, dadurch gekennzeichnet, daß der Rollenhebel (16) als ein um eine maschinenfeste Achse (15) schwingender Winkelhebel
ausgebildet ist, der an dem einen Hebelarm (16a) und an dem anderen Hebelarm (16b)
eine drehend gelagerte Abtastrolle (17) bzw. (29) trägt,
daß jede Abtastrolle (17,29) mit der jeweils zugeordneten Steuerkurve (30a,31a) eines
kontinuierlich und synchron zum Antrieb der Webladenwelle (4) angetriebenen Steuerexzenters
(30,31) eines Steuerexzenterpaares in Kontakt steht,
daß an dem ersten Hebelarm (16a) im Lagerbereich der Abtastrolle (17) das andere freie
Ende der Koppel (13) angreift und
daß in einem zweiten außerhalb der Webladenwelle (4) gelegenen Anlenkpunkt (25) an
der Weblade (1) eine Schwinge (24) angreift, die mit einem an der Koppel (13), unterhalb
des Steuerhebels liegenden Gelenkpunkt (23) verbunden ist.