[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Regeln der Pumpleistung von
Schmiermittelpumpen, bei welchen die Pumpleistung über den am Pumpenausgang oder an
einer Verbrauchsstelle herrschenden Druck derart geregelt wird, daß bei zunehmendem
Druck die Pumpleistung effektiv reduziert wird. Daneben betrifft die vorliegende Erfindung
eine regelbare Schmiermittelpumpe mit einer Regeleinrichtung, durch welche zur Begrenzung
der Fördermenge die Pumpleistung effektiv reduziert wird. Ein entsprechendes Verfahren
und eine entsprechende Vorrichtung sind aus der DE 33 33 647 A1 bekannt.
[0002] In der bekannten Vorrichtung ist eine regelbare Schmiermittelpumpe (Flügelzellenpumpe)
mit selbsttätiger Druckregelung mit einem in einem Gehäuse an einer Seite schwenkbar
gelagerten Hubring beschrieben, dessen Exzentrizität durch das Fördermedium aus dem
Druckmittelbereich mittels einer eine federnd vorgespannte Gegen halterung aufweisenden
Regeleinrichtung einstellbar ist, sowie mit im Gehäuse befindlichen Saug- und Drucköffnungen,
wobei zur radialen Abstützung der Flügel besagter Flügelzellenpumpe gegen den Hubring
mindestens zwei Führungsringe in Kammern an den beiden Stirnseiten des Rotorkörpers
radial beweglich angeordnet sind und ein Kanal die Druckseite mit den Kammern verbindet.
Zur Anpassung der Schmiermittelmenge und des Druckes an die Erfordernisse und den
jeweiligen Zustand des Verbrennungsmotors ist vorgesehen, daß die durch eine Druckfeder
vorgespannte Gegenhalterung einen Anschlag aufweist und die Regeleinrichtung auf der
zum Zapfen des Hubringes gegenüberliegenden Seite ein Regelkolben ist, dessen Inneres
über eine Regelleitung direkt mit der Druckseite der Pumpe verbunden ist.
[0003] Die Anwendung der vorliegenden Erfindung ist jedoch nicht auf Flügelzellenpumpen
beschränkt. Insbesondere kann die Erfindung auch angewendet werden auf alle regelbaren
Pumpen, insbesondere auch auf solche, die lediglich eine sogenannte Verlustregelung
aufweisen, d.h. welche bei Überschreiten eines vorgebbaren Druckes überschüssiges
Schmiermittel über einen Bypaß an Verbrauchsstellen vorbeileiten, wobei lediglich
die durch das System gepumpte Schmiermittelmenge (effektive Fördermenge) verringert
wird, nicht jedoch die durch die Pumpe selbst geförderte Menge. Selbstverständlich
sind gegenüber einem solchen System regelbare Pumpen bevorzugt, bei denen unmittelbar
die Förderleistung der Pumpen bzw. deren Fördermenge und nicht nur deren effektives
Fördervolumen beeinflußbar ist.
[0004] Dabei wird unter dem Begriff "effektives Fördervolumen" dasjenige Volumen des Schmiermittels
verstanden, welches pro Zeiteinheit durch die Verbrauchsstellen, die entsprechenden
Zu- und Ableitungen und gegebenenfalls etwaige vorgeschaltete Aggregate, wie z.B.
Ölfilter, unter Druck gepumpt wird. Öl, welches z.B. über Bypaß-Leitungen ab- und
zu einem Pumpensumpf zurückgeleitet wird, wird dabei nicht als Teil des effektiven
Fördervolumens angesehen. Auch das Ableiten von Öl über Bypaß-Leitungen begrenzt den
Druck am Ausgang der Pumpe und im gesamten System, wodurch allerdings keine Energieeinsparung
zu erzielen ist. Eine nennenswerte Energiereduzierung wird nur erreicht, wenn von
vornherein das von der Pumpe geförderte Volumen dem Bedarf angepaßtwird wie bei regelbaren
Flügelzellenpumpen oder bei mehrstufigen Konstantpumpen mit Registerregelung.
[0005] Derartige Schmiermittelpumpen finden vor allem Verwendung für die Schmierstellenversorgung
an Verbrennungsmotoren, insbesondere für Kraftfahrzeuge.
[0006] Der Schmiermittelbedarf bzw. Mindestbedarf eines Verbrennungsmotors ist jedoch von
einer Reihe unterschiedlicher Faktoren abhängig. Ein wesentlicher Faktor ist dabei
vor allem die Betriebstemperatur des Motors und/oder der betreffenden Schmierstellen
sowie auch des Schmiermittels.
[0007] Im kalten Zustand hat das im allgemeinen als Schmiermittel verwendete Öl eine hohe
Viskosität und läßt sich nur schlecht durch enge Zwischenräume in den Schmierstellen
hindurchdrücken. Gleichzeitig ist jedoch auch der Schmiermittelbedarf im kalten Zustand
des Verbrennungsmotors nicht übermäßig hoch, da die gegeneinander beweglichen Teile
im kalten Zustand im allgemeinen auch ein kleineres Spiel gegeneinander haben und
die Viskosität des Öles groß ist und daher weniger Öl durchgesetzt werden kann.
[0008] Bei dieser Ausgangslage hat man in der Vergangenheit die effektive Förderleistung
der Schmiermittelpumpe so eingestellt, daß am Ausgang der Pumpe ein vorgegebener Maximaldruck
nicht überschritten wurde. Es versteht sich, daß im kalten Zustand eines Motors, wegen
des in diesem Temperaturbereich hochviskosen Öls beim Anlaufen des Motors und der
damit direkt gekoppelten Schmiermittelpumpe der Druck am Ausgang der Schmiermittelpumpe
zunächst relativ steil ansteigt, da der Fließwiderstand des Öls durch die Schmiermittelstellen
relativ groß ist. Dabei besteht die Gefahr, daß einzelne Komponenten im Schmiermittelsystem,
wie z.B. ein Ölfilter, durch die Beaufschlagung mit einem zu hohen Druck beschädigt
oder zerstört werden. Aus diesem Grunde ist im Regelfall eine Druckbegrenzung vorgesehen,
welche entweder das zuviel geförderte Schmiermittel über einen Bypaß ableitet oder
aber die Fördermenge der Pumpe unmittelbar begrenzt, so daß das geförderte Schmiermittel
bei dem vorgegebenen Grenzdruck durch das Schmiermittelsystem hindurchbefördert werden
kann. Mit zunehmender Temperatur nimmt jedoch der Fließwiderstand im Schmiermittelsystem
ab, so daß die Fördermenge allmählich gesteigert werden kann, was unter anderem dadurch
geschieht, daß der Druck etwas unterhalb des Grenzdruckes absinkt, wodurch die effektive
Fördermenge bzw. die Pumpenleistung entsprechend erhöht wird. Die Regelcharakteristik
der bekannten regelbaren Pumpen ist dabei im allgemeinen so eingestellt, daß der Ausgangsdruck
näherungsweise konstant bleibt und lediglich die Fördermenge in Abhängigkeit vom Fließwiderstand
im Schmiermittelsystem variiert.
[0009] Dabei war man in der Vergangenheit der Ansicht, daß durch eine derartige Regelung
dem unterschiedlichen Schmiermittelbedarf eines Verbrennungsmotors im kalten und im
warmen Zustand hinreichend Rechnung getragen wird. Aus Kostengründen sind Schmierölpumpen
für Verbrennungsmotoren generell so ausgelegt, daß sie bei der maximalen Betriebstemperatur
und einem Öl der niedrigsten zulässigen Viskosität (= kritischster Schmierzustand)
mit einer gewissen Reserve noch den Ölbedarf des Motors sicher decken, und zwar bei
beliebigen Drehzahlen. Der Auslegungspunkt für die Pumpenkapazität ist dabei der Ölbedarf
des Motors bei Leerlaufdrehzahl im heißen Zustand und mit entsprechend niedrig viskosem
Öl. Auch in diesem Zustand muß die Pumpe eine gewisse Mindestfördermenge und damit
einen gewissen Mindestöldruck bereitstellen, wobei die Pumpenwelle im allgemeinen
direkt mit dem Motor gekoppelt ist, wie bereits erwähnt.
[0010] Ein anderer kritischer Zustand sind hohe Drehzahlen bei heißem Motor. Hier wird ein
erheblich höherer Öldruck benötigt als bei niedrigen Drehzahlen. Die an sich bekannte
Druckregelung wird deshalb mit einer entsprechenden Sicherheitsreserve auf diesen
Betriebszustand eingestellt.
[0011] Da man im Stand der Technik den Druck auf diesem hohen Niveau konstant hält, der
nur ausnahmsweise bei hohen Temperaturen und gleichzeitig niedrigen Drehzahlen unterschritten
wird, so ist klar, daß über einen weiten Bereich normaler Betriebszustände hinweg
ein wesentlich höhere Ölmenge durch das System gepumpt und ein wesentlich höherer
Öldruck aufrechterhalten wird als es dem tatsächlichen Bedarf (Mindestölbedarf bzw.
Mindestöldruck) entspricht. Hält man den Druck konstant, so ergeben sich für unterschiedliche
Temperaturen die sogenannten Schluckkurven von Verbrennungsmotoren in Abhängigkeit
von der Drehzahl, wie sie in Figur 1 schematisch dargestellt sind.
[0012] In der Regel nimmt der volumetrische Wirkungsgrad der Ölpumpen mit abnehmender Temperatur
zu, und zwar bedingt durch geringere Leckageverluste. Gleichzeitig nimmt der Schierölbedarf
des Motors mit fallender Temperatur ab. Dies hat zur Folge, daß bei niedrigeren Temperaturen
als der maximalen Betriebstemperatur von den Ölpumpen in jedem Betriebszustand, d.h.
bei beliebiger Motordrehzahl, mehr Öl gefördert wird als der Motor benötigt. Die Motordurchsatzmengen
der Figur 1 geben also nicht wieder, welche Ölmenge der Motor tatsächlich bei der
angegebenen Drehzahl und Temperatur als Mindestschmiermittelmenge benötigt, sondern
lediglich das, was er bei konstantem Druck und den angegebenen Temperaturen und Drehzahlen
an Schmiermittel aufnimmt. Das Fördem von an sich nicht in dieser Menge benötigtem
Schmiermittel unter Druck kostet selbstverständlich Energie.
[0013] Demgegenüber ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zum Steuern
von Schmiermittelpumpen und eine entsprechende Schmiermittelpumpe zu schaffen, welche
insgesamt einen geringeren Energiebedarf haben.
[0014] Hinsichtlich des eingangs genannten Verfahrens wird diese Aufgabe dadurch gelöst,
daß über eine Temperatur- und/oder eine Drehzahlerfassung eine zusätzliche, von einer
etwaigen druckabhängigen Regelung unabhängige Regelung bzw. Begrenzung des effektiven
Fördervolumens stattfindet.
[0015] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren ist weiterhin vorgesehen, daß die über die Temperaturregelung
zugelassene Fördermenge mit der Temperatur zunimmt.
[0016] Hinsichtlich der eingangs genannten, vorzugsweise regelbaren, Schmiermittelpumpe
wird die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe dadurch gelöst, daß eine Regeleinrichtung
vorgesehen ist, die einen Temperatursensor und/oder einen Drehzahlsensor aufweist
sowie ein Stellglied, welches unabhängig von einer etwaigen Druckregelung die effektive
Fördermenge in Abhängigkeit von der Temperatur und/oder der Drehzahl reduziert.
[0017] Die Aussage: "unabhängig von einer etwaigen Druckregelung" bedeutet im Sinne der
vorliegenden Erfindung nicht notwendigerweise, daß die Temperatur- bzw. Drehzahlregelung
ohne jeden Einfluß auf die Druckregelung ist oder etwa von einer etwaigen Druckregelung
in jedem Betriebszustand unbeeinflußt bleibt, sondem lediglich, daß Temperatur und/oder
Drehzahl als zusätzliche, unbhängige Parameter für die Einstellung einer Ölfördermenge
und des daraus resultierenden Öldruckes verwendet werden.
[0018] Damit wird die Fördermenge nicht nur so eingestellt, daß an den Verbrauchsstellen
oder etwaigen vor- oder nachgeschafteten Aggregaten, ein vorgebbarer Maximaldruck
nicht überschritten wird, sondern es kann in Abhängigkeit von der Temperatur und/oder
der Drehzahl zusätzlich eine weitere Begrenzung der Fördermenge eingeregelt werden,
so daß der Druck am Ausgang der Pumpe oder an den für die Pumpenregelung vorgesehenen
Druckmeßstellen noch deutlich unterhalb des vorgebbaren Maximaldruckes bleibt, wenn
nämlich das System z. B. bei der an geeigneten Stellen gemessenen Temperatur oder
im niedrigen Drehzahlbereich einen entsprechend geringeren Schmiermittelbedarf hat,
so daß das Schmiermittel nicht unter dem in besonders kritischen Betriebszuständen
erforderlichen höheren Druck bzw. in einer entsprechend kleineren Menge bereitgestellt
werden muß (siehe Figur 2).
[0019] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die erfindungsgemäße Schmiermittelpumpe
eine regelbare Flügelzellenpumpe. Regelbare Flügelzellenpumpen haben den Vorteil,
daß sich bei ihnen über eine mechanische Verstellung ihres Hubringes in relativ einfacher
Weise das Fördervolumen einstellen läßt. Dies hat den Vorteil, daß die Pumpenwelle
unmittelbar mit dem Motor gekoppelt sein kann und dennoch eine vom Motor unabhängige
Regelung des Fördervolumens möglich ist. Selbstverständlich sind auch andere Regeleinrichtungen
denkbar, bei welchen beispielsweise die Drehzahl, mit welcher eine Schmiermittelpumpe
angetrieben wird, über druck- und/oder temperaturbezogen arbeitende Stellglieder geregelt
wird. Dies erfordert allerdings einen unabhängigen Antrieb für die Pumpe.
[0020] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist als Stellglied ein Keil mit
einem Thermostaten, wie zum Beispiel einem Bimetallstreifen, vorgesehen, dessen eine
Keilflanke mit dem Hubring in Eingriff tritt, so daß bei einer Verschiebung des Keils
der Hubring verstellt wird.
[0021] Als Teil des Stellgliedes bzw. als Stellglied selbst kann beispielsweise ein Bimetallstreifen
vorgesehen werden, wobei ein solcher Bimetallstreifen zusätzlich auch so ausgestaltet
und angeordnet werden kann, daß er, falls gewünscht, unmittelbar mit dem Hubring in
Eingriff tritt und diesen je nach der Temperatur des Bimetallstreifens verstellt.
[0022] Auch andere Meßsensoren und Ansteuerungsmethoden sind dem Fachmann geläufig. Messung
und Ansteuerung können beispielsweise auch über elektrische Elemente erfolgen, wie
z.B. temperaturabhängige elektrische Bauteile, insbesondere Widerstände, die in einem
elektrischen Regelkreis gemessen werden und als Ausgangsgröße ein elektrisches Signal
abgeben, das eine dem elektrischen Signal entsprechende Verstellung eines Stellgliedes
hervorruft.
[0023] Ein Sonderfall eines solchen Systems ist z.B. ein Stufenkolben, dessen eine Teilfläche
zur Druckregelung vom Ausgangsdruck der Pumpe oder dem Druck an einer Verbrauchsstelle
beaufschlagt wird. Eine weitere Fläche des Stufenkolbens kann wahlweise mit Druck
beaufschlagt werden und zwar in Abhängigkeit von der Drehzahl oder der Temperatur
über ein temperatur- bzw. drehzahlgesteuertes Ventil. Bei niedriger Temperatur oder
Drehzahl kann beispielsweise das Ventil geöffnet sein, so daß auch die zweite Teilfläche
des Stufenkolbens mit Druck beaufschlagt wird, was zu einer stärkeren Verstellung
des Stufenkolbens führt, so daß der Hubring so eingestellt wird, daß sich ein kleineres
Fördervolumen und damit ein relativ kleiner Betriebsdruck einstellt. Bei höherer Temperatur
oder Drehzahl wird das Ventil über die Temperatur- bzw Drehzahlansteuerung geschlossen,
so daß nur noch eine kleinere Teilfläche des Kolbens von Druck beaufschlagt wird,
so daß die Pumpe auf einen höheren Ausgangsdruck und eine höhere Förderleistung eingestellt
wird.
[0024] Die entsprechenden Regel- und Ansteuerelemente sollten so einfach wie möglich aufgebaut
sein, damit die Pumpe insgesamt nicht wesentlich komplizierter wird. Dies gilt vor
allem für die Verwendung der Pumpe in Standardsituationen, z.B. bei Verbrennungsmotoren.
Im Falle von Motoren oder generell Systemen mit Schmiermittelbedarf, die sehr stark
wechselnden Betriebszuständen ausgesetzt sind, kann jedoch auch eine aufwendigere
Temperatursteuerung der Schmiermittelmenge angebracht und sinnvoll sein, sofern diesem
zusätzlichen Aufwand eine entsprechend große Energieeinsparung aufgrund der dadurch
möglichen Reduzierung der geförderten Schmiermittelmenge gegenübersteht.
[0025] Weitere Vorteile, Merkmale und Anwendungsmöglichkeiten der vorliegenden Erfindung
ergeben sich aus der folgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen anhand der
zugehörigen Figuren. Es zeigen:
- Figur 1
- die Motordurchsatzmengen eines Motors in Abhängigkeit von der Drehzahl eines Motors
bei verschiedenen Temperaturen,
- Figur 2
- den erforderlichen Mindestöldruck eines Motors in Abhängigkeit von der Drehzahl,
- Figur 3
- die Motordurchsatzmengen in Verbindung mit der Mindestdruckkurve gemäß Fig. 2,
- Figur 4
- das Prinzip einer Temperaturansteuerung des Hubringes einer Flügelzellenpumpe mittels
eines Keils,
- Figur 5
- die Temperaturansteuerung des Hubringes über ein Bimetallelement,
- Figur 6
- die Temperaturansteuerung der Hubringverstellung über ein elektrisch gesteuertes Element
und
- Figur 7
- eine Flügelzellenpumpe mit einem Stufenkolben als gleichzeitig druck- und temperaturabhängiges
Regelelement.
[0026] In Figur 1 erkennt man insgesamt vier sogenannte Motordurchsatzmengen eines Motors
bei den Temperaturen T1 = 25°C, T2 = 50°C, T3 = 90°C und T4 = 130°C. Aufgetragen ist
die Ölfördermenge bzw. die vom Motor aufgenommene Menge in Litern pro Minute gegenüber
der Motordrehzahl. Dem Verlauf der einzelnen Kurven entnimmt man, daß die bei konstantem
Druck durchgesetzte Schmiermittelmenge mit zunehmender Drehzahl ansteigt, wobei allerdings
dieser Anstieg nicht proportional zur Drehzahl ist.
[0027] Gleichzeitig erkennt man jedoch an dem unterschiedlichen Kurvenverlauf für verschiedene
Temperaturen, daß bei einer gegebenen Drehzahl der Motor bei niedrigerer Temperatur
erheblich weniger Öl benötigt als bei hoher Temperatur.
[0028] Bei den in Figur 1 gezeigten Motordurchsatzmengen hat der Druck in den Zuleitungen
zum Motor immer den gleichen Wert (z. B. 5 bar).
[0029] Dieser Druck wird dabei so ausgelegt, daß im kritischsten Zustand, d.h. beim größten
Ölbedarf, also bei der höchsten Temperatur und der höchsten Drehzahl, mit einem Öl
der niedrigsten zulässigen Viskosität der Ölbedarf des Motors noch gedeckt wird.
[0030] Aus Figur 2 entnimmt man dabei, daß der Mindestöldruck typischerweise mit der Drehzahl
bis auf einen Wert von etwa 5 bar im Schmiermittelsystem ansteigt. Selbstverständlich
hängen die genauen Werte und der Kurvenverlauf sehr stark von der Art und Größe des
Motors und der konkreten Ausgestaltung des Schmiermittelsystems ab, so daß die angegebenen
Zahlen nur als Beispielswerte zu verstehen sind und den Erfindungsgegenstand nicht
einschränken sollen. Die Pumpen nach dem Stand der Technik sind daher im allgemeinen
so ausgelegt worden, daß sie unabhängig von der Temperatur und im wesentlichen auch
unabhängig von der Drehzahl den Druck immer auf dem Wert hielten, der für das betreffende
Schmiermittelsystem als Mindestöldruck unter kritischen Betriebsbedingungen vorgesehen
war (z. B. die erwähnten 5 bar). Die typischerweise verwendeten Flügelzellenpumpen
erreichen ohne weiteres auch wesentlich höhere Ausgangsdrücke. In der Praxis waren
demzufolge bisher lediglich Druckbegrenzungen vorgesehen, die den Druck konstant hielten,
wobei lediglich ein Grenzdruck gewählt wurde, der mit einer gewissen Sicherheitsreserve
oberhalb des höchsten Mindestöldruckes in kritischen Betriebszuständen lag und der
schon bei relativ niedrigen Drehzahlen erreicht wird..
[0031] Insbesondere bei niedrigen Temperaturen wird der durch die Druckbegrenzung vorgesehene
Maximaldruck sehr schnell erreicht und eine nicht geregelte Pumpe fördert dabei vor
allem im niedrigen Drehzahlbereich wesentlich mehr Öl als es dem Bedarf des Motors
entspricht.
[0032] Herkömmliche, geregelte Pumpen fördern zwar immer nur soviel Öl, wie es dem eingestellten
Maximaldruck entspricht, jedoch ist dieser Druck nur bei hohen Drehzahlen auch der
erforderliche Mindestöldruck. In allen anderen Betriebszuständen können Druck und
Fördermenge ohne weiteres geringer sein. Dabei ergibt sich vor allem für niedrige
Drehzahlen und bei niedrigen Betriebstemperaturen ein beträchtliches Einsparpotential,
indem beispielsweise über eine drehzahl- und temperaturabhängige Steuerung der Motoröldruck
deutlich unter den Begrenzungswert herkömmlicher Systeme herabgeregelt wird, auf welchen
das Regelsystem ansonsten zum Schutz von druckempfindlichen Bauteilen eingestellt
ist. Dabei ergeben sich Fördermengen bzw. Motordurchsatzmengen für den Motor, die
in Figur 3 gestrichelt dargestellt sind, wobei man erkennt, daß auch bei hohen Betriebstemperaturen
und niedrigen Drehzahlen noch ein beträchtliches Einsparpotential vorhanden ist. Derartige
Betriebszustände treten beispielsweise im Stadtverkehr bei Kraftfahrzeugmotoren häufig
auf. Durch die verringerte Ölmenge, die dem Motor in diesem Betriebszustand zugeführt
wird, die jedoch für den Schmierbedarf völlig ausreichend ist, verringert man die
Energieaufnahme der Schmiermittelpumpe und damit auch den Gesamtenergiebedarf des
Motors. Damit ist eines der wesentlichen Ziele der vorliegenden Erfindung erreicht.
Bei der Kombination aus Druckregelung und Temperaturregelung wird also in den Ölstrom
nur soviel Energie eingebracht, wie zur Sicherstellung einer ausreichenden Ölversorgung
des Motors notwendig ist. Beispiele für technische Realisierungen sind in den Figuren
4 bis 7 dargestellt.
[0033] In Figur 4 ist schematisch eine Flügelzellenpumpe 1 mit einem verstellbaren Hubring
2 dargestellt. Ebenfalls schematisch dargestellt ist ein Temperaturregler für die
Exzentrizität des Hubringes 2 bezüglich der Pumpenwelle 6. Der Temperaturregler 3
besteht aus einem Temperatursensor bzw. einem thermosensiblen Element 4, einem Keil
5 und einer Feder 7, die in einer Reihe neben dem Hubring angeordnet sind. Der Temperaturregler
3 befindet sich beispielsweise im Inneren eines Pumpengehäuses und steht in direktem
Kontakt mit dem zu fördemden Öl, welches durch radiale Öffnungen in den Hubring eindringt
und durch axiale Öffnungen im Pumpengehäuse wieder austreten kann. Damit wird das
thermosensible Element 4 im wesentlichen auf der Temperatur des Schmiermittels gehalten.
Im einfachsten Fall könnte das Element 4 beispielsweise ein Element sein, dessen thermische
Ausdehnung in dem interessierenden Temperaturbereich relativ groß ist (beispielsweise
könnte das Element 4 ein Gasvolumen enthalten). Bei einer Temperaturerhöhung würde
sich dann das Element 4 ausdehnen und dabei den Keil 5 gegen die Wirkung der Feder
7 nach rechts verschieben, so daß der Hubring 2 um die Achse 8 nach oben schwenken
könnte. Hierzu ist beispielsweise eine Druckfeder 9 vorgesehen, welche auf einen Stellzapfen
10 des Hubringes 2 einwirkt und diesen nach oben gegen eine Flanke des Keiles drückt.
Um die gewünschte Einstellcharakteristik der Pumpe zu erhalten, d.h. eine Zunahme
der Fördermenge mit steigender Temperatur, ist dabei der Hubring 2 relativ zu der
Pumpenwelle 6 so angeordnet, daß die Hubringexzentrizität bezüglich der Welle 6 durch
das Verschwenken des Hubringes 2 nach oben um die Achse 8 zunimrnt, wenn sich also
der Keil 5 nach rechts bewegt. Umgekehrt wird bei abnehmender Temperatur der Hubring
2 von der einen Flanke des Keiles 5 gegen die Wirkung der Feder 9 nach unten gedrückt,
wenn die Temperatur des Schmiermittelsystems abnimmt bzw. niedriger ist, wobei sich
der Keil 5 von rechts nach links verschiebt. Durch geeignete Führungen kann man dafür
sorgen, daß der Keil 5 sich nicht in Querrichtung zu seinem vorgesehenen Stellweg
verschieben kann.
[0034] In Figur 5 kann die Flügelzellenpumpe im wesentlichen identisch mit der Flügelzellenpumpe
der Figur 4 sein, lediglich die Regelrichtung 3 ist durch eine Blattfeder bzw. einen
Bimetallstreifen 4' ersetzt, welcher gleichzeitig die Funktion eines Temperatursensors
und eines Stellgliedes übernimmt. Mit zunehmender Temperatur dehnen sich die beiden
fest miteinander verbundenen Metallstreifen des Bimetallstreifens 4' unterschiedlich
aus, so daß je nach der relativen Anordnung dieser beiden Metallelemente die Krümmung
der Blattfeder 4' zu- oder abnimmt und die Exzentrizität des Hubringes 2 bezüglich
der Pumpenwelle entsprechend verkleinert oder vergrößert wird.
[0035] In Figur 6 ist ein elektrisch ansteuerbarer Temperaturregler als Stellglied 5 dargestellt,
wobei die von einem Temperatursensor erfaßte Temperatur gemessen und in ein entsprechendes
Steuersignal umgesetzt wird, welches den Hubring in der gewünschten Richtung verstellt,
d.h. so, daß seine Exzentrizität mit steigender Temperatur des Schmiermittels zunimmt.
Die übrigen Einzelheiten der Vorspannung des Hubringes 2 durch eine Feder 9 und die
relative Anordnung von Hubring 2, Lagerachse 8 und Pumpenwelle 6 kann mit der Ausführungsform
nach Figur 4 im wesentlichen identisch sein.
[0036] In Figur 7 ist eine weitere Variante der Verstellung des Hubringes einer Flügelzellenpumpe
gezeigt. Hierbei sind die druckabhängige Regelung, die temperaturabhängige Regelung
und gegebenenfalls auch eine drehzahlabhängige Regelung an ein und demselben Stellglied
5 realisiert, welches in diesem Fall ein Stufenkolben ist. Beispielsweise wird eine
erste Teilfläche 11 des Stufenkolbens 5 andauemd vom Ausgangsdruck P2 der Pumpe beaufschlagt,
so daß hierdurch eine Maximaldruckbegrenzung bereitgestellt wird. Daneben weist eine
zweite Stufe des Kolbens 5 eine Fläche 12 auf, die mit einem Druck P1 beaufschlagbar
ist, welcher im einfachsten Fall mit dem Druck P2 identisch ist und von derselben
Quelle herrührt. In einer Zuleitung zu dem Druckraum, von welchem aus die Fläche 12
mit Druck beaufschlagt werden kann, ist ein ansteuerbares Ventil 13 vorgesehen, das
temperatur- und/oder drehzahlabhängig schaltet. Bei niedrigen Drehzahlen und/oder
niedrigen Temperaturen kann beispielsweise das Ventil 13 geöffnet sein, so daß beide
Flächen 11 und 12 mit Druck beaufschlagt werden und dadurch eine größere Gesamtkraft
gegen die Feder 9 wirkt als wenn nur die Fläche 11 mit Druck beaufschlagt würde. Hubring
und Welle der Flügelzellenpumpe sind dabei so angeordnet, daß die Exzentrizität des
Hubringes durch eine Bewegung des Stellgliedes bzw. Stufenkolbens 5 nach unten in
Figur 7 verringert wird. Bei steigender Temperatur und/oder Drehzahl wird das Ventil
13 geschlossen, so daß nur noch die Fläche 11 mit Druck beaufschlagt wird und der
Hubring unter der Wirkung der Feder 9 wieder in Richtung größerer Exzentrizität und
damit einer höheren Förderleistung der Flügelzellenpumpe verstellt wird. Wie bereits
erwähnt, kann das Ventil nicht nur temperaturabhängig, sondern auch drehzahlabhängig
geschaltet werden. Man hat damit neben der reinen Maximaldruckbegrenzung und Fördervolumenregelung
eine zusätzliche Begrenzung des Fördervolumens in Abhängigkeit von der Temperatur
und/oder der Drehzahl des Motors.
[0037] Zwar wird der Aufbau der Pumpe durch die zusätzlich vorgesehenen Regelelemente etwas
komplizierter, die mit der Pumpe erzielbaren Energieeinsparungen wiegen jedoch diesen
kleinen Nachteil ohne weiteres auf, zumal beispielsweise die Ausführungsform gemäß
Figur 5 eine sehr einfache Realisierungsmöglichkeit der erfindungsgemäßen Zusatzregelung
zeigt.