Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein Dosiersystem für Vorrichtungen zum Beschichten von laufenden
Materialbahnen, insbesondere Papier- oder Kartonbahnen, gemäß dem Oberbegriff des
Patentanspruchs 1.
[0002] Zum Beschichten von Papier- oder Kartonbahnen werden bekannterweise Vorrichtungen
eingesetzt, die ein Auftragssystem zum Auftragen von Beschichtungsmaterial im Überschuß
und ein nachfolgendes Dosiersystem mit einem Rakelelement aufweisen, das den Überschuß
bis auf das gewünschte Strichgewicht wieder abrakelt. Das Auftragen und Dosieren erfolgt
entweder direkt auf die Bahn in einem Bereich, in dem diese von einer Walze umgelenkt
wird, oder indirekt zunächst auf eine ebenfalls die Bahn umlenkenden Walze, die anschließend
den dosierten Film von Beschichtungsmaterial an die Bahn übergibt.
Stand der Technik
[0003] Aus der DE-A-30 22 955 ist ein gattungsgemäßes Dosiersystem mit einer Rakelstange
bekannt, die von einem Rakelbett aus gummielastischen Material erhalten wird. Das
Rakelbett ist in einem mit dem Maschinengestell in Verbindung stehenden Halter gelagert
und an seiner der Rakelstange abgewandten Rückseite von einem Druckschlauch abgestützt.
Mit diesem System läßt sich die Dicke des dosierten Films 1= Strichgewicht) auf der
Walze oder der Bahn nur begrenzt über den Schlauchdruck variieren, da es erforderlich
ist, die Rakelstange mit einem gewissen Anpreßdruck gegen die Walze zu drücken, damit
sich über die Arbeitsbreite ein gleichmäßiges Profil einstellt. Ist der für ein gleichmäßiges
Profil erforderliche Anpreßdruck höher als der von der Gegenwalze weg wirkende hydrodynamische
Gegendruck im Dosierspalt zwischen der Walze bzw. Bahn und der Rakelstange, so läßt
sich das Strichgewicht über den Anpreßdruck nicht mehr nennenswert beeinflussen.
[0004] Der relativ geringe Stellbereich wird durch Unregelmäßigkeiten der Bahn und/oder
der Walze über die Arbeitsbreite weiter eingeschränkt. Falls im Querprofil lokal aufgrund
der Unregelmäßigkeiten ein erhöhtes Strichgewicht auftritt, muß der Anpreßdruck erhöht
werden, um wieder ein gleichmäßiges Querprofil zu erhalten. Dies beschränkt wiederum
die Höhe des auftragbaren Strichgewichts.
[0005] Ähnliche Probleme treten auf, wenn Rakelstangen mit Umfangsrillen eingesetzt werden,
so daß volumetrisch dosiert wird, also das Strichgewicht primär über den Rillenquerschnitt
bestimmt wird. Diese Dosiersysteme reagieren unempfindlicher auf eine Änderung des
Schlauchdrucks, so daß bei lokalen Unregelmäßigkeiten größere Druckänderungen erforderlich
sind, die sich dann auf die gesamte Arbeitsbreite, also auch auf nicht zu korrigierende
Bereiche, auswirken.
Darstellung der Erfindung
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den Stellbereich für das Strichgewicht
bei einem gattungsgemäßen Dosiersystem zu erweitern, insbesondere höhere Strichgewichte
bei einem gleichmäßigen Auftrag erzielen zu können.
[0007] Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.
[0008] Nach der Erfindung ist es möglich, den vom Druckschlauch erzeugten Anpreßdruck über
die Arbeitsbreite lokal unterschiedlich einzustellen, um systembedingte Fehler zur
Vergleichmäßigung des Strichgewichtes auszugleichen. Dies erweitert den Stellbereich
für das Strichgewicht, da lokale Unregelmäßigkeiten sich bei der Strichgewichtseinstellung
nicht mehr über die gesamte Arbeitsbreite auswirken.
[0009] Als weiterer Vorteil tritt hinzu, daß sich auch gezielt ein in einzelnen Bereichen
unterschiedliches Strichgewicht einstellen läßt, z. B. um Dickenschwankungen in einer
Papierbahn auszugleichen oder an den Bahnrändern eine geringere Strichdicke zu erzielen.
[0010] Die Unteransprüche enthalten bevorzugte, da besonders vorteilhafte Ausführungsformen
der Erfindung.
Kurze Beschreibung der Zeichnung
[0011] Die Zeichnung dient zur Erläuterung der Erfindung anhand eines vereinfacht dargestellten
Ausführungsbeispiels.
- Figur 1
- zeigt einen Längsschnitt durch ein Dosiersystem nach der Erfindung
- Figur 2
- zeigt ausschnittsweise einen Querschnitt.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0012] Das in Figur 1 gezeigte Dosiersystem ist Teil einer Vorrichtung zum Beschichten einer
Papier- oder Kartonbahn, bei der ein vordosierter Film von Beschichtungsmaterial zunächst
auf einer Walze 1 erzeugt und anschließend von dieser in einem Preßspalt zwischen
der Walze 1 und einer weiteren Preßwalze an die Bahn abgegeben wird. Die Walze 1 ist
daher in dem nicht in Figur 1 dargestellten Bereich teilweise von der Bahn umschlungen.
Derartige Beschichtungsvorrichtungen sind z. B. in der DE-A-34 17 487 beschrieben.
[0013] Ebenso kann das Dosiersystem zum direkten Dosieren auf einer Papierbahn eingesetzt
werden, wie z. B. in der DE-A-30 22 955 dargestellt. Dann ist die Walze 1 in dem in
Figur 1 dargestellten Bereich mit dem Dosiersystem von der Papier- oder Kartonbahn
umschlungen.
[0014] Das Dosiersystem enthält als Dosierelement eine Rakelstange 2, die in einem zur Walze
1 hin teilweise offenen Rakelbett 3 mittels eines Drehantriebs drehbar gelagert ist.
Der Durchmesser der Rakelstange 2 beträgt 8 bis 50 mm, vorzugsweise 10 mm bis 25 mm,
ihre Länge entspricht der Arbeitsbreite der Beschichtungsvorrichtung, die bis zu 10
m betragen kann. Sie ist aus Edelstahl gefertigt, und ihre Mantelfläche ist verschleißfest
beschichtet, z. B. verchromt oder mit Keramik beschichtet. Das die Rakelstange 2 haltende
Rakelbett 3 ist aus einem elastischen, vorzugsweise gummielastischen Material mit
einer Shore-Härte von ca. 80 gefertigt, im vorliegenden Ausführungsbeispiel aus Gummi.
In das Rakelbett 3 sind zur Rakelstange 2 offene Kanäle 4 eingearbeitet, in die während
des Betriebes Wasser als Schmier- und Reinigungsmittel eingeleitet wird.
[0015] Das Rakelbett 3 ist in einem zur Walze 1 hin offenen Betthalter 5 gelagert und weist
an seiner der Walze 1 zugewandten Seite zwei schwalbenschwanzähnliche Verbreiterungen
auf, um das Eindringen von Beschichtungsmaterial in den Halter 5 zu verhindern. An
seinem der Rakelstange 2 entgegengesetzten Rückseite ist das Rakelbett 3 im Halter
5 von einem sich quer über die Arbeitsbreite erstreckenden in Richtung zur Walze 1
drückenden Druckschlauch 6 abgestützt, der in einer angepaßten Aussparung des Halters
5 angeordnet ist. Der Druckschlauch 6 besteht aus einzelnen getrennten Druckkammern
6.1-6.4, die - wie aus Figur 2 ersichtlich - jeweils eine eigene Druckluftzufuhr 7
aufweisen. Sie sind so getrennt mit Druckluft beaufschlagbar, um in den Kammern 6.1-6.4
getrennte Drücke einstellen zu können. Bevorzugt ist der Druckschlauch 6 über einen
parallel zur Rakelstange 2 verlaufenden mittigen Steg mit dem Rakelbett 3 verbunden.
Der Schlauch 6 kann getrennt an der Rückseite des Rakelbetts 3 angeordnet oder mit
diesem aus einem Stück gefertigt sein.
[0016] Die einzelnen Druckkammern 6.1-6.4 werden gebildet, indem - wie in Fig. 2 gezeigt-an
der Rückseite des Rakelbettes 3 eine Reihe von Druckschläuchen 6.1-6.4 unmittelbar
aufeinanderfolgend angeordnet werden. Alternativ kann auch ein einziger, durch Zwischenwände
unterteilter Druckschlauch eingesetzt werden.
[0017] Die einzelnen Druckkammern 6.1 - 6.4 haben eine parallel zur Rakelstange 2 gemessene
Länge von etwa 300 - 500 mm. Diese Länge kann in kritischen Bereichen, insbesondere
an den Bahnrändern, geringer und in unkritischen Bereichen, z. B. in der Mitte der
Walze 1 bzw. der Bahn, länger sein. Insbesondere ist es auch möglich, nur in kritischen
Bereichen an den Rändern getrennte Druckkammern anzuordnen, um dort mit einem geringeren
Schlauchdruck arbeiten zu können.
[0018] Der Schlauch 6 (bzw. die Schläuche 6.1-6.4) besteht aus einem gummielastischen Material
mit möglichst dünnen Schlauchwänden (Wanddicke kleiner/gleich 3 mm), damit sich für
ein optimales Stellverhalten Fertigungsungenauigkeiten nicht auswirken und keine Hystereseeffekte
auftreten. Der Schlauch 6 weist eine Höhe parallel zur Tangente an die Walze 1 von
20 - 50 mm auf und ist als Flachschlauch ausgebildet, d. h. seine Dicke radial zur
Walze 1 ist geringer als seine Höhe. Falls ein unterteilter Druckschlauch 6 eingesetzt
wird, sind die Trennwände zwischen den einzelnen Druckkammern 6.1 - 6.4 ebenfalls
gummielastisch, vorzugsweise aus dem gleichen Material wie der Schlauch 6 und mit
gleicher Wandstärke gefertigt, damit an den Grenzbereichen zwischen den Druckkammern
6.1 - 6.4 ebenfalls auf die Rakelstange 1 eingewirkt werden kann.
[0019] Wichtig ist, daß der Schlauch 6 an seiner dem Rakelbett 3 abgewandten Rückseite von
einem Halter abgestützt ist. Im vorliegenden Beispiel ist vorteilhaft ein gemeinsamer
Halter 5 für das Rakelbett 3 und den Schlauch 6 vorhanden. Ebenso ist es möglich,
das Bett 3 und den Schlauch 6 jeweils an einem eigenen Halter zu befestigen, die dann
gemeinsam in Richtung zur Walze 1 verstellbar (z. B. in einem verstellbaren Traggestell)
gelagert sind.
[0020] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist das Rakelbett 3 in Richtung zur Walze 1 über
den erforderlichen Stellweg möglichst reibungsarm begrenzt beweglich in dem Halter
5 gelagert, der in einem an einem Tragbalken 8 befestigten Klemmbalken 9 festgeklemmt
ist. Der Tragbalken 8 ist in Richtung zur Walze 1 verstellbar, um einen vorgewählten
Spalt zwischen der Walze 1 bzw. der auf ihr aufliegenden Bahn und dem Rakelstab 2
einstellen zu können. Die Druckluftanschlüsse 7 sind durch Bohrungen in der Rückseite
des Halters 5 nach außen geführt und über regelbare Ventile an eine nicht dargestellte
Druckluftzufuhr angeschlossen, um in jeder Kammer 6.1 - 6.4 einen individuellen Druck
regeln zu können.
[0021] In Drehrichtung der Walze 1 (Pfeil 10) vor dem Dosiersystem ist ein Auftragsystem
11 angeordnet. Im vorliegenden Beispiel ein Düsenauftragwerk mit einer Auftragkammer
12, die an ihrem auslaufseitigen Ende von dem Dosiersystem abgeschlossen ist. An dem
einlaufseitigen Ende ist die Auftragkammer 12 von einer mit geringem Abstand von der
Walze 1 endenden Überlaufplatte 13 begrenzt, so daß ein Teil des über den einstellbaren
Zufuhrkanal 14 zugeführten Beschichtungsmaterials an der Einlaufseite überfließt,
um das Eindringen von Luft und Verunreinigungen in die Auftragkammer 11 zu verhindern.
[0022] Vor Beginn des Beschichtungsvorgangs wird zunächst durch Verstellung des Tragbalkens
8 ein vorgewählter Spalt zwischen der Rakelstange 2 und der Walze 1 eingestellt. Anschließend
wird Beschichtungsmaterial in der Auftragkammer 12 im Überschuß auf die Walze 1 aufgetragen,
und die Druckkammern 6.1-6.4 werden mit Druckluft beaufschlagt, so daß die Rakelstange
2 in Richtung zur Walze 1 gedrückt wird. Die Rakelstange 2 rakelt das im Überschuß
aufgetragene Beschichtungsmaterial bis auf das gewünschte Strichgewicht wieder ab.
In Abhängigkeit von dem Strichgewicht in den einzelnen Walzenbereichen, wird in den
zugehörigen Schlauchabschnitten (Druckkammern 6.1-6.4) ein Überdruck zwischen 0,3
und 1,3 bar eingestellt. Je höher der Druck in einem Abschnitt ist, desto geringer
stellt sich das Strichgewicht in diesem Abschnitt ein. So läßt sich sowohl das Strichgewicht
vergleichmäßigen, als auch - falls gewünscht - in einzelnen Bereichen gezielt ein
unterschiedliches Strichgewicht einstellen. Das auf die Walze 1 aufgetragene Beschichtungsmaterial
wird anschließend in einem Preßspalt an die Papier- oder Kartonbahn übergeben.
[0023] Analog wird das Verfahren durchgeführt, falls von der Auftragkammer 12 oder einem
anderen Auftragsystem, z. B. einem Walzen-Auftragssystem, das Beschichtungsmaterial
direkt auf die Bahn aufgetragen wird. Dann liegt die Rakelstange 2 auf der Bahn auf
und dosiert die Menge an Beschichtungsmaterial auf die vorstehend beschriebene Weise
direkt auf der Bahn.
1. Dosiersystem für Vorrichtungen zum Beschichten von Materialbahnen, insbesondere Papier-
oder Kartonbahnen, mit einer Rakelstange (2) als Dosierelement, die von einem Rakelbett
(3) aus elastischem, bevorzugt gummielastischen, Material gehalten wird, wobei das
Rakelbett (3) in einem verstellbaren Halter (5) gelagert ist und an seiner der Rakelstange
(2) abgewandten Rückseite von einem sich quer über die Arbeitsbreite erstreckenden
Druckschlauch (6) abgestützt ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Druckschlauch (6) quer über die Arbeitsbreite in einzelne Druckkammern (6.1-6.4)
unterteilt ist, die jeweils getrennt mit Druckluft beaufschlagbar sind.
2. Dosiersystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Rakelbett (3) und der Druckschlauch (6) in einem gemeinsamen, quer verstellbarem
Halter (5) angeordnet sind.
3. Dosiersystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlauch (6) aus einem gummielastischen Material gefertigt ist und eine
Wanddicke von kleiner/gleich 3 mm aufweist.
4. Dosiersystem nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß jede Druckkammer (6.1-6.4) einen Druckluftanschluß (7) aufweist, der durch die
Rückseite des Halters (5) nach außen geführt ist.
1. A metering system for devices used for coating continuous material webs, in particular
of paper or cardboard consisting of a doctor blade (2) as the metering device mounted
on a doctor blade bed (3) made of an elastic, preferably rubber-like, material, where
the base is mounted in an adjustable holder (5) and supported on its rear, i.e. the
side facing away from the doctor blade (2), by a compressed air hose (6) stretching
across the working width of the device where the hose is divided into individual pressure
chambers (6.1-6.4) into which compressed air can be pumped independently of each other.
2. A method as disclosed in Claim 1 where the doctor blade bed (3) and the compressed
air hose (6) are mounted in a common, laterally adjustable holder (5).
3. A method as disclosed in Claim 1 or 2, where the hose (6) is made of a rubber-like
material with a wall thickness of less than or equal to 3 mm.
4. A method as disclosed Claim 2 or 3 where each pressure chamber (6.1 - 6.4) has its
own compressed air connection (7) which egresses through the rear of the holder (5).
1. Système de dosage pour dispositifs destinés à enduire des bandes de matière, en particulier
des bandes de papier ou de carton, comprenant, en tant qu'élément doseur, une barre
de racle (2) qui est tenue par une plate-forme de racle (3) faite d'une matière élastique,
de préférence élastique à la façon du caoutchouc, la plate-forme de racle (3) étant
montée dans une monture réglable (5) et étant soutenue, sur sa face arrière qui est
la plus éloignée de la barre de racle (2), par un tuyau de pression (6) qui s'étend
transversalement sur toute la largeur de travail, caractérisé en ce que le tuyau de
pression (6) est subdivisé transversalement, sur la largeur de travail, en chambres
de pression discrètes (6.1 à 6.4) qui peuvent être alimentées séparément en air comprimé.
2. Système de dosage selon la revendication 1, caractérisé en ce que la plate-forme de
racle (3) et le tuyau de pression (6) sont disposés dans une monture commune (5) pouvant
être réglée transversalement.
3. Système de dosage selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le tuyau (6)
est fabriqué en une matière élastique à la façon du caoutchouc et présente une épaisseur
de paroi inférieure ou égale à 3 mm.
4. Système de dosage selon la revendication 2 ou 3, caractérisé en ce que chaque chambre
de pression (6.1 à 6.4) présente un raccord d'air comprimé (7) qui aboutit à l'extérieur
en traversant la face arrière de la monture (5).