[0001] Die Erfindung betrifft eine Schuhsohle aus elastomerem Material mit einem durch Profilblöcke
gebildeten Laufprofil.
[0002] Derartige Schuhsohlen sind von festen Wanderschuhen oder Winterschuhen her bekannt.
Die Schuhsohlen sind profiliert ausgebildet, damit die Sohlen rutschfest sind und
dem Träger der Schuhe eine gute Standfestigkeit verleihen. Derartige Sohlen verlieren
jedoch ihre Rutschfestigkeit auf glatten, nassen Unterlagen wie PVC-Belägen, Fliesen
oder insbesondere auf verschneiten oder vereisten Böden. Bei verschneiten oder vereisten
Unterlagen führen geringe Rutschbewegungen an der Kontaktfläche zur Bildung eines
Keils aus Wasser zwischen der Auflagefläche der Sohle und der Bodenoberfläche, so
daß die Reibung stark abnimmt und Stürze sich oft nicht mehr vermeiden lassen.
[0003] Um hier eine Verbesserung zu schaffen, wurden spezielle Schneesohlen entwickelt,
die auch beim Trekking zum Einsatz kommen. Diese Sohlen weisen eine Vielzahl von Profilstollen
auf, wobei zwischen den Profilstollen Freiräume liegen. Der Flächenanteil der Freiräume
ist dabei recht hoch, so daß die Flächenpressung der Profilstollen auf den Boden erhöht
ist, wodurch eine verbesserte Rutschfestigkeit gegeben ist. Derartige Sohlen haben
jedoch den Nachteil, daß durch die höhere Materialbeanspruchung aufgrund der höheren
Flächenpressung der Abrieb und Verschleiß der Schuhsohle stark erhöht ist. Er kann
nicht durch größere Materialhärten kompensiert werden, da dadurch die Reibungskoeffizienten
in der Regel reduziert würden. Auch werden die Kontaktflächen mit zunehmendem Verschleiß
breiter, so daß die Rutschfestigkeit insbesondere auf nassem, glattem Untergrund reduziert
ist.
[0004] Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es Aufgabe der Erfindung, eine Schuhsohle
mit verbesserter Rutschfestigkeit bei unterschiedlicher Bodenbeschaffenheit bereitzustellen.
[0005] Diese Aufgabe wird gelöst durch das kennzeichnende Merkmal des Anspruchs 1. Mit dieser
in Anspruch 1 aufgezeigten Lösung ergibt sich in überraschender Weise insbesondere
auf glatten, nassen Unterlagen eine stark erhöhte Rutschfestigkeit der erfindungsgemäßen
Schuhsohle; denn zum einen ist durch die Lamellen die Bildung eines Wasserkeils zwischen
Sohlenauflagefläche und Unterlage verhindert, da das Wasser durch die Lamellenzwischenräume
auspreßbar ist. Zum anderen verbiegen sich die Lamellen bei Belastung, so daß durch
die Lamellen viele Profilkanten gebildet sind, die die Kontaktfläche des Profilblocks
auf dem Boden bilden. Gegenüber einer Sohle mit glatter Profilblockkontaktfläche ist
die Rutschfestigkeit bei der erfindungsgemäßen Sohle stark erhöht.
[0006] Weiter vorteilhaft ist, daß die Kanten der Lamellen sich im Laufe der Zeit durch
Abrieb abschleifen, so daß auch im unbelasteten Zustand, also wenn die Lamellen nicht
verbogen sind, die Oberfläche der Profilblöcke uneben ist. Damit ist auch bei nicht
so starker Belastung der Schuhsohle, beispielsweise beim Aufsetzen der Schuhsohle,
bereits eine bessere Rutschfestigkeit aufgrund dieser unebenen Oberfläche gegeben.
Insgesamt führt die erfindungsgemäße Ausgestaltung zu einer erheblichen Verbesserung
der Sohleneigenschaften hinsichtlich ihrer Rutschfestigkeit.
[0007] Die erfindungsgemäße Schuhsohle wird aufgrund der lamellierten Profilblöcke weicher
sein, da die Lamellen bei Bodenunebenheiten und Drehbewegungen des Trägers sich verbiegen.
Die Gelenke werden dann weniger belastet.
[0008] Die Ausgestaltung der Schuhsohle nach der Erfindung und die dadurch bewirkte erhöhte
Rutschfestigkeit eröffnet die Möglichkeit, billigere oder in der Produktion rationeller
einsetzbare Materialien für die Schuhsohle einzusetzen, ohne dabei die Rutschfestigkeit
zu beeinträchtigen, da in kritischen Situationen bei Verwendung von geeigneten Materialien,
wie PU, die Rutschfestigkeit von Gummi zu erreichen ist.
[0009] Wenn die Lamellen sich gemäß Anspruch 2 quer zur Sohlenhauptbelastungsrichtung erstrecken,
können sie sich leicht verbiegen und ihre Wirkungen besonders vorteilhaft entfalten.
[0010] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Lamellenabmessungen sind Gegenstand der Ansprüche
3 und 4.
[0011] In der Ausgestaltung nach Anspruch 5 sind in die Profilblöcke quer zur Lamellenlängsrichtung
verlaufende Spalte eingeformt, so daß ein Profilblock mehrere Lamellengruppen aufweist.
[0012] Gemäß Anspruch 6 sind die Lamellen in einfachster Weise durch in die Profilblöcke
eingebrachte Einschnitte gebildet.
[0013] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der Ansprüche 7 bis 9.
[0014] Im folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme
auf die Zeichnung im einzelnen beschrieben. In der Zeichnung zeigen:
- Figur 1
- eine Ansicht eines Schuhs mit der erfindungsgemäßen Schuhsohle,
- Figur 2
- eine Ansicht des Laufprofils der Schuhsohle,
- Figur 3 - 5
- Seitenansichten eines Profilblocks der Schuhsohle,
- Figur 6A-6D
- Abwandlungen des Laufprofils der Schuhsohle in einer zusammenhängenden Darstellung.
[0015] In der Zeichnung sind gleiche Teile jeweils nur einmal mit Bezugsziffern versehen.
[0016] In Figur 1 und 2 ist eine Schuhsohle 10 gezeigt, die aus einem elastomeren Material,
wie Gummi, Polyurethan, PVC oder dergleichen, besteht. Die Schuhsohle 10 weist ein
Laufprofil 12 auf, das aus Profilblöcken 14 und 16 gebildet ist. Zwischen den Profilblöcken
14, 16 ist ein Freiraum 18 gebildet. Die Profilblöcke 14 sind im wesentlichen quaderförmig
ausgestaltet und parallel zum Rand 20 der Schuhsohle 10 angeordnet. Die vom Rand 20
entfernt liegenden Profilblöcke 16 sind in diesem Ausführungsbeispiel in ihrer Draufsicht
kreuzförmig ausgebildet (Fig. 2).
[0017] In Figur 3 ist einer der Profilblöcke 14 in einer Seitenansicht gezeigt. Der Profilblock
14 ist durch Einschnitte 22, die sich vom Rand 20 wegerstrecken, in Lamellen 24 aufgeteilt.
Die Lamellen 24 erstrecken sich somit im wesentlichen quer zur lokaltypischen Sohlenbelastungsrichtung.
Die Lamellenhöhe H entspricht in etwa der Profilblockhöhe. Die Breite B der Lamellen
24 entspricht einem Bruchteil der Lamellenhöhe H. Dadurch ist gewährleistet, daß die
Lamellen 24 sich, wie in Figur 4 dargestellt, bei Belastung verbiegen können. Für
abgenützte Sohlen oder bei geringen Lamellentiefen H, die kleiner als B sind, läßt
die Wirkung nach, da die Lamellen immer weniger "verbogen" werden. Die unteren Ränder
26 der Lamellen 24 bilden im unbelasteten Zustand die Auflagefläche des Profilblocks
14 (Fig. 3). Bei Belastung der Schuhsohle 10 liegt aufgrund des Verbiegens der Lamellen
24 die Auflagefläche des Profilblocks 14 nur noch linienförmig mit ihren Kanten 28
der Lamellen 24 (Fig. 4) auf dem Boden auf. Dabei sind durch die Lamellen 24, die
Lamellenränder 26 und -kanten 28 Kanäle 30 gebildet. Durch die Kanäle 30 kann sich
bildendes oder schon vorhandenes Wasser in die Freiräume 18 gepreßt werden.
[0018] Nach einer gewissen Benutzungsdauer der Schuhsohle 10 sind die Kanten 28 der Lamellen
24 abgeschliffen und haben eine, wie in Figur 5 dargestellt, abgerundete Form. Damit
ist auch im unbelasteten Zustand der Schuhsohle 10 die Auflagefläche des Profilblocks
14 nicht mehr eben (Fig. 5). So sind im unbelasteten, bzw. wenig belasteten Zustand
der Schuhsohle 10 bereits Kanäle 32 gebildet, durch die zwischen der Auflagefläche
und der Unterlage gelangtes Wasser in die Freiräume 18 abfließen kann.
[0019] Die Lamellen können auch im Abstand nebeneinander angeordnet sein. Dadurch sind bereits
im nicht abgenutzten Zustand der Schuhsohle Kanäle zur Wasserabführung zwischen den
Lamellen gebildet. Bei dieser Schuhsohle können die Lamellen bereits in der Gußform
der Schuhsohle vorgesehen sein.
[0020] Die Lamellen 24 können in ihrer Längsrichtung eben ausgebildet sein, wie in Figur
2 gezeigt. Hier enden die geraden Einschnitte am Sohlenrand. Stattdessen kann vorgesehen
sein, daß die Lamellen, oder ein Teil der Lamellen, die in Figur 6A mit 24' bezeichnet
sind, im Abstand vor dem Sohlenrand 20 enden.
[0021] Gemäß Ausführungsbeispiel 6B können die Lamellen 24 und 24' abwechselnd am Sohlenrand
bzw. im Abstand vom Sohlenrand 20 enden. Dies empfiehlt sich insbesondere an Stellen,
die stark beansprucht sind, wie am hinteren Absatz oder an der Schuhspitze.
[0022] Gemäß Ausführungsbeispiel 6C kann zusätzlich zu den Lamellen 24 bzw. 24 und 24''
ein parallel zum Sohlenrand 20 verlaufender Einschnitt 25 vorgesehen sein, der eine
zusätzliche Kante gegen Ausrutschen in Querrichtung bietet.
[0023] Die Lamellen können auch eine wellenförmige Ausgestaltung aufweisen, die fertigungstechnisch
etwas aufwendiger ist. Dies ist in Figur 6D bei 24'' schematisch angedeutet. Eine
wellenförmige Ausgestaltung würde den Profilblöcken auch in Längsrichtung der Lamellen
eine gewisse Biegeelastizität geben. Beim Verschleiß wird ein unterschiedlicher Abtrag
auch an der Längsrichtung vorgenommen. Dadurch ergibt sich an der Sohlenoberfläche
eine Vielzahl von Punkten erhöhter Flächenpressung, die durch Verschleiß nicht nachläßt.
[0024] Eine derartige Biegeelastizität in Längsrichtung kann auch durch quer zur Längsrichtung
verlaufende und in den Profilblöcken vorgesehene Spalte bewirkt werden.
[0025] Die beschriebene Schuhsohle ist auch bei Freizeit-, Sport- und Alltagsschuhen mit
Erfolg einsetzbar. Denn eine Verbesserung der Rutschfestigkeit der Schuhsohlen ist
insbesondere bei nasser und glitschiger Bodenbeschaffenheit von großem Wert, um die
Unfallsicherheit zu erhöhen.
1. Schuhsohle aus elastomeren Material mit einem durch Profilblöcke (14) gebildeten Laufprofil
12),
dadurch gekennzeichnet, daß
zumindest ein Teil der Profilblöcke (14) lamelliert ist.
2. Schuhsohle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Lamellen (24) quer
zur lokaltypischen Sohlenbelastungsrichtung erstrecken.
3. Schuhsohle nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Lamellenhöhe (H)
in etwa der Profilblockhöhe entspricht.
4. Schuhsohle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Breite (B) der Lamellen (24) einem Bruchteil der Lamellenhöhe (H) entspricht.
5. Schuhsohle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in
die Profilblöcke (14) quer zur Lamellenlängsrichtung verlaufende Spalte eingeformt
sind.
6. Schuhsohle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Lamellen (24) durch in die Profilblöcke (14) eingebrachte Einschnitte (22) gebildet
sind.
7. Schuhsohle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Lamellen (24) eben sind.
8. Schuhsohle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Lamellen (24'') in ihrer Längsrichtung wellenförmig ausgebildet sind (Figur 6D).
9. Schuhsohle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Lamellen (24) im Ab stand nebeneinander vorgesehen sind.
10. Schuhsohle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Lamellen (24') im Abstand vor dem Sohlenrand (20) enden (Figur 6A).
11. Schuhsohle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Lamellen (24; 24') abwechselnd am Sohlenrand bzw. im Abstand von dem Sohlenrand (20)
enden (Figur 6B).
12. Schuhsohle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich
zu den quer zur Längsumfangsrichtung verlaufenden Lamellen (24; 24') mindestens eine
parallel zum Sohlenrand (20) verlaufende Lamelle (25) vorgesehen ist (Figur 6C).