[0001] Die Neuerung befaßt sich mit für den Erdeinbau vorgesehenen Abscheidern aller Art,
also sowohl mit den Leichtstoffabscheidern vorgeschalteten Sinkstoffabscheidern, als
auch den Leichtstoffabscheidern selbst, die auch mit einer Zusatzeinrichtung zur Koaleszenz
der Leichtstoffe ausgerüstet sein können. Betroffen sind auch Becken zum Auffangen
und Speichern von Leichtstoffen.
[0002] Es ist bekannt, diese Becken als monolithisches, d.h. einteiliges Bauteil mit einer
nach DIN 4281 gegen Rißfreiheit geeigneten Bewehrung und mit Schachtkonus, Abdeckplatte
oder Schachtring auszubilden.
[0003] Das Aufsatzteil wird im Interesse einer dauerhaften Dichtheit werksseitig mit Kunststoffmörtel
verklebt. Diese Art der Verbindung und Dichtung ist ausreichend, weil der Wasserspiegel
im Betrieb die Fuge nicht benetzt. Die Größe des Beckens ist aus Gründen des Straßentransports
begrenzt. Für Leichtstoffabscheider mit höherer Nennleistung werden aber Becken benötigt,
die ein größeres Volumen haben. Die Splittung des Beckens in eine Parallelbeckenanlage
ist keine Lösung dieser Aufgabe, weil diese Anlage ein Verteilerbauwerk erforderlich
macht, das die Kosten erhöht. Eine Parallelbeckenanlage vergrößert auch den benötigten
Einbauraum. Würden rechteckige Becken verwendet, dann würde die horizontale Volumen-Vergrößerung
die Herstellkosten erheblich erhöhen und schnell an die Grenze der Transportfähigkeit
stoßen.
[0004] Die Aufgabe, ein Abscheidebecken mit beliebig vergrößerbarem Fassungsvermögen zur
Verfügung zu stellen, ohne die horizontalen Abmessungen zu vergrößern, wird neuerungsgemäß
dadurch gelöst, daß das Volumen des Beckens durch zwischen das Unterteil und die Aufsatzteile
eingefügte prismatische oder konische Ringe aus nach DIN 4281 gegen Rißfreiheit bewehrtem
Beton nach oben vergrößert ist und daß die dann unter der Wasserlinie liegenden Fugen
zwischen dem Unterteil und den Ringen dauerelastisch abgedichtet und starr überbrückt
sind. Mit Ringen unterschiedlicher Höhe oder größerer Anzahl kann nunmehr das Volumen
des Schlammfangs ohne Probleme der geforderten Nennleistung angepaßt werden. Die bewehrten
Ringe können getrennt zum Einbauort transportiert und dort erst aufgesetzt werden
um dauerhaft kontrollieren zu können, ob die Fuge dicht ist, wird in Ausgestaltung
der Neuerung vorgeschlagen, innen oder außen an der Fuge eine Leckage Abtastung anzuschließen.
[0005] Wenn die von Schachtringen bekannte, nach außen absteigende Nut-Feder-Verbindung
angewendet wird, wird vorteilhafterweise ein zweiteiliger Dichtring eingesetzt, dessen
oberer innerer Teil in der inneren Horizontalfuge und dessen unterer äußerer Teil
in der Vertikalfuge zu liegen kommt. In den Hohlraum zwischen den beiden Teilen mündet
der Kanal für den Leckage-Taster.
[0006] Um zu vermeiden, daß die Ringe von den Zulauf- und Ablaufrohren durchdrungen und
dann dafür Mauerflansche eingeformt werden müßten, wird in Ausgestaltung der Neuerung
vorgeschlagen, daß diese Leitungen unter der Wasserlinie in das Unterteil münden und
daß die Leitungen dann als sogenannte Sprungrohre ausgebildet sind. Beim Zulauf ist
diese Form der Rohrführung insoweit von Vorteil, als dann das Abwasser unter dem Wasserspiegel
einströmt und eine Kurzschlußströmung zum Ablauf vermieden wird. Sofern der Ring als
Schachtkonus ausgebildet ist, bietet es sich an, die Zulauf- und Ablaufleitungen lotrecht
zur Konusaußenfläche einzuführen. Beim Zulauf wird dann durch die Umlenkung der Einlaufimpuls
abgebremst und die Strömung in wünschenswerter Weise nach unten gelenkt.
[0007] In den Figuren sind verschiedene Ausführungsformen der Neuerung dargestellt. Bei
dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 ist von dem als Schlammfang 1 dienenden Becken
nur das monolithisch, d.h. einteilig aus bewehrtem Beton hergestellte Unterteil 2
und ein Ring 3 dargestellt, der die Mauerflansche 4, 5 für Zu- und Ablaufstutzen 6,
7 enthält. Die Fuge 8, die in Fig. 2 im vergrößertem Maßstab dargestellt ist, ist
eine nach außen absteigende Nut-Feder-Verbindung mit einem inneren horizontalen (9)
und einem mittleren vertikalen Fugenabschnitt 10.
[0008] Der äußere horizontale Fugenabschnitt 11 dient der Abstützung der beiden Betonteile
aufeinander. Auf den Ring 3 wird eine (nicht dargestellte) Platte oder ein Konus und
zwecks Erreichen der frostfreien Tiefe gegebenenfalls ein oder mehrere Schachtringe
aufgesetzt. Die Wasserlinie 12 liegt deutlich erkennbar über der Fuge 8, weshalb die
aus Fig. 2 ersichtliche besondere Form der dauerelastischen Abdichtung bevorzugt wird.
[0009] In die Fuge wird ein zweiteiliger Dichtring 13 eingelegt, der aus zwei Teilen 14,
15 und einem Verbindungssteg 16 besteht. Der innere Teil 14, der axial beansprucht
wird, kommt in die horizontale Fuge 9 und der äußere Teil 15, der radial komprimiert
wird, in die vertikale Fuge 10 zu liegen. Wenn es sich bei dem äußeren Teil 15 um
ein Rundprofil handelt, dann findet beim Zusammensetzen noch ein Rollen an den beiden
Grenzflächen der Fuge statt. In den Winkel zwischen beiden Fugen 9, 10 mündet ein
Kanal 17, der dem Anschluß eines Leckage-Tasters dient. Sobald der innere Teil der
Dichtung undicht wird, wird die Leckage gemeldet. Es können dann Gegenmaßnahmen ergriffen
und das Eindringen gefährlicher Stoffe in den Untergrund vermieden werden. Die beiden
Betonteile werden zusätzlich mittels Spannelemente 20 verbunden, so daß die Dichtung
durch Erdbewegungen nicht verändert wird. Auf Grund dieser starren Verbindung kann
auch kunstharzgebundener Fugenmörtel verwendet werden. Die Fugenflächen, gegen die
der Mörtel anliegt, müssen zur besseren Adhäsion vorbereitet werden.
[0010] Fig. 3 unterscheidet sich von Fig. 1/2 dadurch, daß der Ring 3' auf einen Schachtkonus
22 aufgesetzt wird, der den Durchmesser des Unterteils 2' schon auf die Weite des
Wartungsschachts reduziert hat. Um eine Kurzschlußströmung zum nahe gegenüberliegenden
Auslauf 7 zu vermeiden, ist das Zulaufrohr nach dem Mauerflansch nach unten abgewinkelt,
so daS der Zulaufstrom nach unten gelenkt und gebremst wird. Der Wasserspiegel liegt
auch hier wieder in Höhe der Sohle des Auslaufstutzens 7.
[0011] Die Ausführungsform nach Fig. 4 besitz ebenfalls einen Schachtkonus 27', der aber
hier schon die Funktion eines das Volumen vergrößernden Aufsatzrings hat. Denn Zu-
und Ablauf 6', 7' münden bereits in diesen Schachtkonus, und zwar unter dem Winkel
des Schachtkonus. Hier wird demnach fast noch der volle Durchmesser des Beckens für
die Aufenthaltszeit genutzt.
[0012] Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 5 ist zwischen Becken-Unterteil 2'' und einer
flachen Abdeckplatte 23 ein zylindrischer Ring 3' eingefügt, der das verfügbare Schlammfangvolumen
nach oben vergrößert. Zu- und Ablaufleitungen 26, 27 sind nach unten durch die Wand
des Becken-Unterteils 2'' geführt (sogenannte Sprungrohre). Das Auslaufrohr ist innen
so weit hochgezogen, wie der Wasserspiegel stehen soll. Die äußere Überlaufschwelle
im Auslaufrohr kann höchstens auf gleicher Höhe oder darunter liegen. Diese Ausführungsform
hat den Vorteil, daß für die Erhöhung des Schlammfang-Volumens handelsübliche Schachtringe
ohne Durchgangsflansche verwendet werden können.
1. Abscheider in Form eines aus nach DIN 4281 gegen Rißfreiheit bewehrtem Beton hergestellten
Beckens mit oberem Einstiegschacht und seitlichen sich gegenüberliegenden Zu- und
Ablauföffnungen, wobei das Becken aus einem monolithisch, d.h. einstückig hergestellten,
Unterteil und aufgesetzten Schachtkonen und/oder Deckplatten und/oder Schachtringen
besteht, dadurch gekennzeichnet, daß das Volumen des Beckens (1) durch zwischen das Unterteil (2, 2', 2'') und die
Aufsatzteile (23) eingefügte zylindrische und/oder konische Ringe (3, 3', 22') aus
ebenfalls nach DIN 4281 gegen Rißfreiheit bewehrtem Beton nach oben vergrößert ist
und daß die dann unter der Wasserlinie liegenden Fugen (8) zwischen dem Unterteil
(2, 2', 2'') und den Ringen (3, 3', 22') dauerelastisch abgedichtet und starr überbrückt
sind.
2. Abscheider nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in oder außen an der Fuge (8) eine Leckage-Abtastung (17) angeschlossen ist.
3. Abscheider nach Anspruch 1 oder 2, wobei in an sich bekannter Weise die Fugen als
nach außen absteigende Nut-Feder-Verbindung ausgebildet sind, dadurch gekennzeichnet, daß die dauerelastische Dichtung als Dichtring (13) ausgebildet ist, der einen in
der inneren Horizontalfuge (9) liegenden oberen Teil (14) und einen in der Vertikalfuge
(10) liegenden äußeren Teil (15) hat, und daß der Leckage-Taster von außen in den
Hohlraum zwischen den beiden Teilen (14, 15) mündet.
4. Abscheider nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Zu- und Ablaufleitungen (26, 27) unter der Wasserlinie in das Unterteil
(2'') des Beckens (1) münden und daß Zu- und Ablaufleitung als sogenannte Sprungrohre
ausgebildet sind.
5. Abscheider nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß Zu- und Ablauf (6', 7') schräg in einen konischen Aufsatzring (22') münden.
6. Abscheider nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß Verspanneinrichtungen (20) zwischen den Aufsatzteilen (23) und Ringen (3, 3')
und den Ringen (3, 3') und dem Unterteil (2, 2', 2'') vorgesehen sind.