[0001] Die Erfindung betrifft einen Gleiter für Vorhänge, Gardinen, Scheibengardinen oder
dergleiche, versehen mit einem in die Längsnut eines Führungskanals einer Vorhangschiene
eindrückbaren Gleitkopf, dessen Aussenbreite grösser ist als die Breite der Längsnut
und dessen obere abgeschrägte Flächen Auflaufflächen zum Einhebeln des Kopfteils in
die Längsnut des Führungskanals bilden.
[0002] Solche Gleiter sind bekannt durch das deutsche Gebrauchsmuster G 85 27 230.2.
[0003] Dieser bekannte Gleiter ist in seiner Längsmittelebene unter Bildung zweier Spreizschenkel
geschlitzt. Der Gleiter besteht aus einem Werkstoff hoher Eigensteifheit. Zum Einbringen
des Gleiters in die Längsnut wird ein Schenkel in die Längsnut gesteckt, wonach durch
Hebeln eine Auflauffläche eines Schenkels des Kopfteils entlang dem gegenüberliegenden
Schlitzrand geführt wird und die Schenkel gebogen werden bis der zweiten Schenkel
mit seinem Ende in die Nut schnappt.
[0004] Dieser bekannte Gleiter hat verschiedene Nachteile:
An erster Stelle ist die Spritzform, in der er aus Kunststoff angefertigt wird ziemlich
kompliziert.
[0005] An zweiter Stelle entsteht durch die Biegung der Schenkel die Gefahr eines Bruchs.
[0006] An tritter Stelle sind die Auflaufflächen fast ungekrümmt, wodurch ein stark anwachsen
des Biegemoments eintritt während der Schnappbewegung.
[0007] An vierter Stelle kann erwähnt werden, dass in der Praxis für Gleiter, die ein Aufhängeteil
haben für die in verschiedenen europäischen Ländern übliche Befestigung der Gardinen
mittels einer elastischen Oese, die ein Faltenband umfasst, ein in die Längsnut eindrückbarer
Teil benutzt wird, der gelenkig mit dem Aufhängeteil verbunden ist. Dieses führt zu
einem hohen Gleiter, wodurch oft die Schiene ins Blickfeld kommt, was unerwünscht
erachtet wird.
[0008] Die Erfindung bezweckt die genannten Nachteile ganz oder teilweise zu beseitigen.
Dazu wird gemäss einer ersten Ausbildung der Erfindung vorgeschlagen, dass der Kopfteil
ungeschlitzt und voll massiv ist und dass die Auflaufflächen gebogen sind. Insbesondere
wird dadurch erreicht, dass eine billigere und einfachere Spritzform für die Anfertigung
der Gleiter bekommen wird und eine grössere Wahl für das Material der Gleiter.
[0009] Gemäss einer weiteren Ausarbeitung der Erfindung wird vorgesehen, dass die Auflaufflächen
je einen stetig gebogenen Teil enthalten das sich über mehr als die Hälfte der halben
Breite des Kopfteils erstreckt, wobei die Krümmung in diesem Teil wenigstens 45° beträgt.
Hiermit bekommt man eine allmählige Aenderung der Kraft, die man auf den Gleiter ausübt
und die der Gleiter auf den Nutrand ausübt.
[0010] Bei dieser Ausbildung und ihrer Ausarbeitung wird die Elastizität der Schiene benutzt
um den Gleitkopf durch die Nut zu bringen, weil die Nachgiebigkeit eines massiven
Gleitkopfs bedeutend kleiner ist als die eines geschlitzten Gleitkopfs.
[0011] Das problem der grossen Höhe des Gleiters, wie an vierter Stelle erwähnt, wird nach
einer zweiten Ausbildung der Erfindung gelöst, indem man vorsieht, dass Kopfteil und
Aufhängeteil eine einstückige Einheit aus Kunststoff bilden. Hierdurch bekommt man
nicht nur eine geringere Höhe des Gleiters, sondern auch eine einfachere und billigere
Anfertigung. Vorzugsweise wird die Anfertigung noch weiter erbilligt indem man auch
den Gleitkopf massiv macht und dadurch die Spritzform billiger, wie vorher beschrieben.
[0012] Eine weitere Ausarbeitung der letzt genannten Ausbildung sieht vor, dass der Kopfteil
eine Unterseite hat mit einem herunterragenden Stutzteil für den freien Schenkel der
Oese in der Schliesslage und einem Auflegesteg für einen hervorragenden Widerhakenteil
des genannten Schenkels, wobei der vertikale Distanz zwischen der Unterseite des Kopfteils
und dem Steg weniger als 0,6 mal und bevorzugt weniger als die Hälfte der Breite des
Kopfteils quer zum Führungskanal ist.
[0013] Einer weiteren Ausbildung der Erfindung gemäss wird vorgesehen, dass die Aussenseite
des mit dem Gleitkopf verbundenen Schenkels und die Aussenseite des Stutzteils parallelle
vertikale Führungsflächen bilden mit einer gegenseitigen Entfernung, die kleiner ist
als die Breite der Nut.
[0014] Ein Beispiel des erfindungsgemässen Gleiters wird an Hand der Zeichnung näher erörtert.
[0015] In der Zeichnung zeigt:
die Fig. 1 eine Seitenansicht des erfindungsgemässen Gleiters;
die Fig. 2 eine Seitenansicht des erfindungsgemässen Gleiters in seiner geschlossenen
Lage;
die Fig. 3 einen Schnitt durch den Gleiter entlang die Linie III-III in der Fig. 2;
und
die Fig. 4 einen Schnitt durch den Gleiter entlang die Linie IV-IV in der Fig. 2.
[0016] Der Gleitkopf 1 ist mit einer Oese 2 verbunden, die aus einem ersten Schenkel 3,
einem gebogenen Verbindungsteil 4 und einem zweiten Schenkel 5 besteht, der bei 6
etwas gebogen ist und am seinen Ende einen Wulst 10 trägt. Mit dem ersten Schenkel
3 ist ein Steg 8 verbunden, der mittels eines vertikalen Teils 7 mit der Unterseite
des Gleitkopfs 1 verbunden ist.
[0017] Ein Schliessflächeteil 9, der mit dem zweiten Schenkel 5 der Oese 2 zusammenarbeitet,
ist mit dem vertikalen Teil 7 und mit der Unterseite des Gleitkopfs 1 verbunden.
[0018] Der Schenkel 5 hat an seinem Ende einen Wulst 10 mit einer horizontalen Unterebene
11.
[0019] In der Fig. 2 ist dieser Wulst in der geschlossenen Lage der Oese. Diese geschlossene
Lage wird erreicht durch den Schenkel 5 in Fig. 1 nacheinander nach hinten und dann
nach links zu biegen, und dan nach vorn und nach rechts zurückkommenzulassen. In dieser
Lage ist der Wulst eingeschlossen zwischen dem Schliessflächeteil 9, dem vertikalen
Teil 7 und dem Steg 8, wobei die horizontale Unterebene 11 auf die obere Seite des
Stegs 8 liegt.
[0020] Der Gleitkopf 1 hat in der Mitte einen kurzen horizontalen Abschnitt 12, ein gebogenen
Teil 13 und einen nahezu vertikalen Abschnitt 14. Zwischen den Abschnitten 12 und
14 ist die Fläche derart gebogen, dass die Neigung zur Horizontal stetig wächst, sodass
der Moment, der notwendig ist den Gleitkopf in die Längsnut einzuhebeln gleichmässig
zunimmt und nach Erreichung des Abschnitts 14 abnimmt, sodass eine Schnappwirkung
bekommen wird.
[0021] Wie die Figur 4 zeigt bilden die Aussenflächen des Schenkels 3 und die Aussenfläche
des Schliessflächeteils zusammen mit der Endfläche des Teils 7 Führungsflächen für
den Gleiter in der Längsnut.
1. Gleiter für Vorhänge, Gardinen, Scheibengardinen oder dergleiche, versehen mit einem
in die Längsnut eines Führungskanals einer Vorhangschiene eindrückbaren Gleitkopf
(1), dessen Aussenbreite grösser ist als die Breite der Längsnut und dessen obere
abgeschrägten Flächen (13) Auflaufflächen zum Einhebeln des Kopfteils in die Längsnut
des Führungskanals bilden, dadurch gekennzeichnet, dass der Kopfteil ungeschlitzt und voll massiv ist und dass die Auflaufflächen gebogen
sind.
2. Gleiter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflaufflächen je einen stetig gebogenen Teil (13) enthalten der sich über
mehr als die Hälfte der halben Breite des Kopfteils erstreckt, wobei die Krümmung
in diesem Teil wenigstens 45° beträgt.
3. Gleiter, versehen mit einem in die Längsnut eines Führungskanals einbringbaren Gleitkopf
(1), dessen Breite grösser ist als die Breite der Längsnut und einem an dem Gleitkopf
befestigten Aufhängeteil (3,4,5)zum Befestigen des Vorhanges, Gardine oder Scheibengardine
oder dergleiche, welcher Aufhängeteil die Form einer elastischen Oese hat, die mit
einem Faltenband eines Vorhangs, Gardine, Scheibengardine oder dergleiche verbunden
werden kann und mit einer Schliessvorrichtung (8,9,10) versehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass Kopfteil und Aufhängeteil eine einstückige Einheit aus Kunststoff bilden.
4. Gleiter nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Kopfteil eine Unterseite hat mit einem herunterragenden Stutzteil (9) für
den freien Schenkel der Oese in der Schliesslage und einem Auflegesteg (8) für einen
hervorragenden Widerhakenteil (10) des genannten Schenkels.
5. Gleiter nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Aussenseiten des mit dem Gleitkopf verbundenen Schenkels (3) und die Aussenseite
des Stutzteils (9) und des vertikalen Teils (7) parallelle vertikale Führungsflächen
bilden mit einer gegenseitigen Entfernung, die kleiner ist als die Breite der Nut.