[0001] Die Erfindung betrifft die Verwendung eines Verfahrens zur Vorbehandlung metallischer
Oberflächen, bei dem ein Hochdruck-Fluidstrahl aus einer Düse auf die metallische
Oberfläche auftritt zur Vorbereitung eines Beschichtungsprozesses von reaktivierbaren
Elektroden für elektrolytische Zwecke, deren Oberfläche eine Anfangsrauhigkeit aufweist;
die Erfindung betrifft insbesondere die Behandlung dimensionsstabiler Elektroden auf
Ventilmetallbasis, wobei auf der zu beschichtenden Elektrodenoberfläche Fremdstoffe
oder anhaftende Teile einer Beschichtung durch Abrasion mittels eines auf die Oberfläche
treffenden Strahls eines Fluids entfernt werden sollen.
[0002] Aus der EP-PS 063 540 sind Verfahren zur Aktivierung und Reaktivierung von Elektroden
bekannt, wozu unter anderem Beizen, Sandstrahlen und mechanische Aufrauhung der Oberfläche
gehören.
[0003] Diese Vorbehandlungen dienen:
a) zur Reinigung und
b) zur Beschaffung einer geeigneten Oberfläche bezüglich der Haftung der Beschichtung.
[0004] Weiterhin ist aus DE 40 32 862 A1 ein Verfahren zur Vorbehandlung metallischer Oberflächen
für thermische Spritzbeschichtungen bekannt, bei dem auf eine Bauteiloberfläche ein
ständiger Wassertropfen-Strahl mit einem Druck von 2500 bis 3500 bar als gesteuerte
Erosion auftrifft; zur Verstärkung des erosiven Effektes können dem Wasser feste Partikel
als Zusätze beigemischt werden.
[0005] Aus der EP 0 576 402 A1 ist es weiterhin bekannt, eine Vorbehandlung von Metallsubstraten
für Elektroden mittels Wasserstrahl nach einem Sandblasverfahren (mit Sand, Aluminiumoxid,
Stahl bzw. Siliziumcarbid) vorzunehmen, um nach erfolgter Beschichtung eine hohe Lebensdauer
in elektrochemischen Zellen (industrielle Elektrolyseanlagen) zu erzielen.
[0006] Die bekannten Verfahren bringen folgende ökonomische, ökologische oder technische
Probleme mit sich:
[0007] Durch Aufhärten der Oberfläche beim Sandstrahlen kann es zu einem erheblichen Verzug
der Anodenstruktur mit entsprechendem Verlust der geometrischen Grundstruktur der
Elektrode, wie z.B. ihrer Ebenheit oder hohlzylindrisch gebogener Oberflächen kommen,
die anschließend mit mechanischem oder thermischem Richten wieder eingebracht werden
muß.
[0008] Beizen oder Strahlen kann zu einem erheblichen Abtrag des Substrates führen. Es fallen
normalerweise große Mengen von belasteter Altsäure oder Strahlmittel an. Die Rückgewinnung
von Edelmetall aus diesen Altsäurelösungen ist normalerweise nicht wirtschaftlich.
Die Aufrauhung der Oberfläche beim mechanischen Bürsten bringt die Gefahr von Einschließungen
des Bürstenmaterials in die Oberfläche mit sich, die anschließend während des Betriebes
die Qualität der Anoden stark beeinflussen kann. Die durch Bürsten erreichte Oberflächentopographie
eignet sich nur bedingt für eine nachfolgende Beschichtung.
[0009] Eine strömungstechnisch ideale Anordnung von Strömungsbahnen ist praktisch mittels
Sandstrahlen nicht zu erzeugen.
[0010] Die Erfindung stellt sich die Aufgabe, eine Verwendung eines Verfahrens zur Vorbehandlung
metallischer Oberflächen für reaktivierbare Elektroden anzugeben, bei dem eine vergrößerte
Oberfläche geschaffen werden kann und eventuell fest haftende lokale Verunreinigungen,
bzw. Restbeschichtungen sowie Passivschichten zu entfernen und gegebenenfalls die
Oberfläche für den Beschichtungsprozeß aufzurauhen. Dabei sollen das Elektrodensubstrat
sowie im Inneren des Substrats aufgebrachte schon vorhandene Mikro-Strukturen oder
Rauhigkeiten im ungünstigsten Fall erhalten bleiben.
[0011] Nachfolgend wird auf Basis des abgetragenen Gemisches aus Edelmetall und Verunreinigungen
ein Recycling der abgetragenen Edelmetall möglich.
[0012] Die Erfindung wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0013] Ein wesentlicher Vorteil ist darin zu sehen, daß durch minimale Veränderungen im
Druck und Düsensystem, die Möglichkeit besteht, bereits beschichtete Anoden zu schneiden
ohne Wärmeeintrag, der zu einer Deaktivierung und Verschlechterung der Qualität der
Elektrode im Randbereich führen könnte.
[0014] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Verwendung des Verfahrens nach Anspruch
1 sind in den Ansprüchen 2 und 3 angegeben.
[0015] Die Erfindung wird nachstehend anhand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert.
[0016] Als erstes Beispiel dient eine Elektrode für Elektrolysezellen, insbesondere für
Quecksilber-Chloralkali-Elektrolysezellen, die mit einer Vielzahl von aktivierten
Elektrodenteilen aus Flachprofilen versehen ist, wie sie beispielsweise aus der DE-PS
29 49 495 oder US-PS 43 64 811 bekannt ist; der zur Vorbehandlung ausgewählte Bereich
der Elektrodenteile wird mittels einer Positioniervorrichtung so zu der ebenfalls
in einer Positioniervorrichtung befindlichen Düse eines Hochdruck-Wasserstrahlgerätes
ausgerichtet, daß der mit einem Druck im Bereich von 1000 bis 4000 bar auftreffende
Wasserstrahl die Fläche der zu behandelnden aktivierbaren Elektrodenteile mäanderförmig
bzw. zickzackförmig überstreicht; eine solche Positionierung von Hochdruck-Wasserstrahl-Düsen
ist in der eingangs erwähnten DE-OS 40 32 862 beschrieben; der Austritt des Hochdruck-Wasserstrahls
ist im Winkel der Geometrie des Werkstückes angepaßt, meist jedoch lotrecht zur Oberfläche
der zu behandelnden Elektrodenteile, wobei übliches aus dem Wasserleitungsnetz zur
Verfügung gestelltes Wasser im Raumtemperaturbereich ausreichend ist. Der Hochdruck-Wasserstrahl
wird dabei solange über die zu behandelnde Fläche der zu aktivierenden Elektrodenelemente
geführt, bis die Beseitigung der vorherigen Beschichtung bzw. die gewünschte Oberflächenrauhigkeit
im Bereich der zu beschichtenden Elektrodenteile erreicht ist.
[0017] Weitere Beispiele, welche die zusätzliche Aufrauhung gemäß Anspruch 3 zeigen, sind
anhand der Figuren 1 bis 3 näher erläutert.
[0018] Figur 1 zeigt schematisch die Behandlung anhand eines Ausschnitts eines konkav hohlzylindrisch
gebogenen Anodensegments für die Stahlbandverzinkung mittels zickzack- bzw. mäanderförmig
geführten Hochdruck-Wasserstrahls.
[0019] In Figur 2 ist die Behandlung anhand eines Ausschnitts einer konkav gebogenen Anode
für die Stahlbandverzinkung schematisch dargestellt, wobei der Hochdruck-Wasserstrahl
in tangentialer Richtung entlang der inneren hohlzylindrischen Fläche geführt wird.
[0020] Figur 3 zeigt schematisch im Ausschnitt die Oberflächenstruktur einer ebenen Elektrode
nach ihrer Behandlung mittels Hochdruck-Wasserstrahl.
[0021] Gemäß Figur 1 werden die ausschnittsweise dargestellten radial-, bzw. hohlzylindrisch
gebogenen Elektroden 1 ihrer konkav ausgebildeten Oberfläche 2 mittels eines Hochdruck-Wasserstrahls
3 behandelt, welcher aus der Düse 4 einer hier nicht näher dargestellten Hochdruck-Vorrichtung
austritt; die Düse 4 wird rotatorisch längs der mit Ziffer 5 bezeichneten Vorschubrichtung
mäanderförmig, bzw. zickzackförmig bewegt, wobei der Winkel zwischen dem austretenden
Hochdruck-Wasserstrahl und dem behandelten Flächenelement der Elektrode 1 im Bereich
von 10 bis 90° C liegt; vorzugsweise trifft der Hochdruck-Wasserstrahl 3 lotrecht
auf das jeweilige Flächenelement der Elektrode 1; der Druck des Hochdruck-Fluidstrahls
beträgt 2000 bis 3500 bar. Der rotatorisch bewegte Düsenkopf kann bis zu 8 Einzeldüsen
aufnehmen bei einer Drehzahl von 10 bis 4000 min
-1. Der Abstand Düse zu Werkstück beträgt 5 bis 100 mm, vorzugsweise 12 mm, Versatz
1 mm.
[0022] Durch den auftreffenden Hochdruck-Wasserstrahl 3 bilden sich strömungstechnisch günstige
elektrodenseitig sichbare Rillenschattierungen, unterschiedlicher Winkel ab, die mit
Bezugsziffer 6 bezeichnet sind.
[0023] In einem weiteren Ausführungsbeispiel gemäß Figur 2 wird der Hochdruck-Wasserstrahl
als Flachstrahl 3 mittels einer Flachstrahldüse 8 radial zur Oberfläche 2 der Elektrode
1 geführt. Analog entstehen strömungstechnisch günstige elektrodenseitig sichtbare
Rillenschattierungen 7, die sich in tangentialer Richtung entlang der konkaven Oberfläche
der Elektrode 1 erstrekken. Der Druck liegt bei 2000 bis 3500 bar, Abstand Düse-Anodenoberfläche
bei 12 mm, der Versatz bei 1 mm.
[0024] In einem weiteren Ausführungsbeispiel gemäß Figur 3 ist ausschnittsweise die Geometrie
einer ebenen Elektrodenstruktur dargestellt. Analog zur Vorschubrichtung 5 entstehen
durch Versatz des Düsenstrahls sich überlappende Bahnen 9, die unterteilt sind in
mikroskopisch kleine sich überlappende Querrillen 10; als besonders vorteilhaft erweist
sich die erzielte Oberflächenvergrößerung. Die durch die Variation von Druck, Abstand,
Düse und Vorschub entstehende mehr oder gering zerklüftete, in jedem Fall aber einschlußfreie
und saubere Oberflächentopografie eignet sich als Vorbehandlungsstufe zum Walzplattieren
von Platin-Folien auf Titan-Substrat für Anoden eingesetzt zur Peroxodisulfatherstellung
sowie auch als Vorbehandlungsstufe für eine metallische Verbindung von Cu- mit Ti,
Stahl mit Titan, Al mit Ti, Cu mit Ti mittels dem Strangpreßverfahren.
[0025] Weiterhin ist es durch Einsatz von Hochdruck-Wasserstrahlen mit Abrasivzusatz möglich,
Rillenstrukturen von gezielt eingebrachten quer- oder längs oder kreuzförmig angeordneten
Bahnen geringer Tiefe in das elektrodenseitige Substrat einzufräsen, die in der Praxis
den Gastransport und Massentransport während der Elektrolyse steuern.
1. Verwendung eines Verfahrens der Vorbereitung des Beschichtungsprozesses von reaktivierbaren
Elektroden für elektrolytische Zwecke, deren Oberfläche eine Anfangsrauhigkeit aufweist
bei dem ein Hochdruck-Fluidstrahl aus einer Düse auf die zu beschichtende metallische
Elektrodenoberfläche auftritt, wobei der Fluidstrahl mit einem Druck von 1000 bis
4000 bar aus einer Düse austritt, zum Entfernen einer auf der Oberfläche befindlichen
Beschichtung ohne Veränderung der bestehenden Oberflächenstruktur.
2. Verwendung des Verfahrens nach Anspruch 1, wobei der Hochdruck-Fluidstrahl unter einem
Winkel im Bereich von 10 bis 90° auf die Elektroden-Oberfläche auftrifft.
3. Verwendung des Verfahrens nach Anspruch 1 oder 2 zur zusätzlichen Aufrauhung der zu
beschichtenden Oberfläche.
1. The use of a method of preparation of the coating process of reactivatable electrodes
for electrolytic applications, the surface of which has an initial roughness, in which
a high pressure fluid jet from a nozzle strikes onto the metallic electrode surface
which is to be coated, wherein the fluid jet emerges from a nozzle at a pressure of
1000 to 4000 bar, for the removal of a coating present on the surface, without altering
the existing surface structure.
2. The use of the method according to Claim 1, wherein the high pressure fluid jet strikes
the electrode surface at an angle in the range of 10 to 90°.
3. The use of the method according to Claim 1 or 2 for the additional roughening of the
surface which is to be coated.
1. Emploi d'un procédé de traitement préliminaire du processus de revêtement d'électrodes
réactivables, utilisées en électrolyse, dont la surface présente une rugosité initiale,
dans le cas duquel un jet de fluide sous haute pression sortant d'une buse tombe sur
la surface métallique de l'électrode à revêtir, procédé dans lequel le jet de fluide
sort des buses sous une pression de 1000 à 4000 bars pour éliminer un revêtement se
trouvant sur la surface sans modifier la structure de surface existante.
2. Emploi du procédé selon la revendication 1, dans lequel le jet de fluide sous haute
pression tombe sur la surface d'électrode sous un angle valant de 10 à 90°.
3. Emploi du procédé selon la revendication 1 ou 2, pour rendre davantage rugueuse la
surface à revêtir.