[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Gerät zum luftdichten Verschließen eines Gefäßes
mit Deckel und Gefäßdichtung durch Erzeugen eines Vakuums, insbesondere zum Konservieren
von Lebensmitteln, bestehend aus einer Evakuierungsvorrichtung, die eine Vakuumpumpe,
Verbindungsschläuche oder Verbindungsrohre mit Ventilen umfaßt, und einem von außen
mit dem Gefäß beschickbaren, luftdicht verschließbaren Vakuumraum.
[0002] Es ist allgemein bekannt, Lebensmittel dadurch zu konservieren, daß sie in ein Vakuum
eingeschlossen werden. Neben dem Einschweißen in Folie für Lebensmittel relativ fester
Konsistenz ist vor allen Dingen das Konservieren von Konfitüre, Kompott o.ä. in Einmachgläsern
geläufig. Die herkömmliche Methode in den Einmachgläsern ein Vakuum zu erzeugen, besteht
darin, die erhitzte Konfitüre in das Einmachglas einzufüllen, das sogleich mit einer
Gefäßdichtung und einem Deckel verschlossen wird. Die sich abkühlende Konfitüre beansprucht
weniger Volumen, wodurch im Glas ein Unterdruck entsteht, der den Deckel fest gegen
die Gefäßdichtung drückt. Diese Methode hat jedoch nur Erfolg, wenn die Gefäßdichtung
von Anfang an das Einmachglas abdichtet, weil sonst der entstehende Unterdruck durch
einströmende Luft ausgeglichen wird. Das Abdichtvermögen der Gefäßdichtung ist jedoch
in dieser Phase am wenigsten ausgeprägt, weil der Druckunterschied zwischen der Außenluft
und dem Inneren des Einmachglases am geringsten ist. Je höher der Druckunterschied
ist, desto besser dichtet die Gefäßdichtung ab. Es kommt also darauf an, bereits zu
Beginn der Abkühlungsphase eine luftdichte Abschließung zu gewährleisten, was bei
dieser herkömmlichen Methode nicht immer gegeben ist. Ein weiterer Nachteil ist, daß
das Lebensmittel oft über das zum eigentlichen Zubereiten notwendige Maß erhitzt werden
muß, damit durch das anschließende Abkühlen der für das Konservieren notwendige Unterdruck
erreicht wird. Dadurch wird der Gehalt der Lebensmittel vermindert, weil durch das
starke Erhitzen wichtige Bestandteile des Lebensmittels (z.B. Vitamine) zerstört werden.
[0003] Es sind auch Verfahren bekannt, bei denen Gefäße mit Abdichtgummi und Deckel, die
bereits das zu konservierende Lebensmittel enthalten, in einen Vakuumraum gestellt
werden, in der zunächst ein Unterdruck erzeugt wird und die danach wieder belüftet
wird. Beim Vermindern des Drucks strömt auch aus dem Einmachglas Luft ab, weil in
dieser Phase der Abdichtgummi das Gefäß noch nicht luftdicht abschließt, wogegen beim
Belüften der Unterdruck im Einmachglas schon so stark ist, daß das Glas luftdicht
ist. Hier liegt aber genau die Schwäche dieser Methode, da bei Beginn des Belüftens
analog zur herkömmlichen Erhitzungsmethode noch kein Druckunterschied zwischen dem
Inneren des Einmachglases und des übrigen Vakuumraums besteht und somit das Abdichtvermögen
am geringsten ist. Die Zuverlässigkeit dieser Methode ist ungenügend, da es immer
wieder vorkommt, daß die Gefäßdichtung zu Beginn des Belüftungsvorgangs nicht genügend
abdichtet und somit die in das Einmachglas einströmende Luft den Unterdruck ausgleicht.
[0004] Dagegen liegt der Erfindung das Problem zugrunde, ein gattungsgemäßes Gerät so auszugestalten,
daß auch zu Beginn des Belüftungsvorgangs das Gefäß zuverlässig abgedichtet ist.
[0005] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß der Vakuumraum durch eine luftundurchlässige
und dehnbare Membran in eine Gefäßkammer und eine Anpreßkammer unterteilt ist, wobei
jeder der Kammern ein Schlauchanschluß zugeordnet ist und die Gefäßkammer den beschickbaren
Teil des Vakuumraums darstellt, die beiden Schlauchanschlüsse luftdicht über die Verbindungsrohre
bzw. Verbingungsschläuche mit der Vakuumpumpe verbunden sind, und über die Ventile
ein luftdurchlässiger Kanal von der Gefäßkammer und unabhängig davon von der Anpreßkammer
entweder zur Außenluft oder zur Vakuumpumpe herstellbar ist.
[0006] Im Unterschied zum Stande der Technik besteht die Erfindung im Kern darin, daß der
Vakuumraum aus zwei Kammern besteht, die durch eine luftdichte und dehnbare Membran
getrennt sind, wobei die Gefäßkammer zur Aufnahme des Gefäßes bestimmt ist und die
Anpreßkammer zur Erzeugung eines Druckgefälles im Vakuumraum zwischen Anpreßkammer
und Gefäßkammer dient, welches dadurch erreicht wird, daß der Druck in den beiden
Kammern unabhängig voneinander eingestellt werden kann. So kann sowohl die Anpreßkammer
als auch die Gefäßkammer entweder mit der Außenluft oder mit der Vakuumpumpe verbunden
werden. Durch das Druckgefälle wölbt sich die Membran und preßt den Deckels auf das
Gefäß. Bevor also die Gefäßkammer belüftet wird, wird der Anpreßraum auf Außendruck
gebracht, wodurch wegen des Drucks auf den Deckel gewährleistet wird, daß auch in
der Anfangsphase der Belüftung der Gefäßkammer das Gefäß luftdicht abgeschlossen ist
und das Vakuum erhalten bleibt.
[0007] Die Ventile sind zweckmäßigerweise als Dreiwegeventile ausgeführt, wobei sich jeweils
ein Ventil in der Zuführung zur Gefäßkammer und zur Anpreßkammer befindet. Sie können
jeweils so geschalten werden, daß entweder die Verbindung von der Kammer zur Außenluft
oder von der Kammer zur Vakuumpunpe geöffnet ist.
[0008] Damit die Anpreßkraft auch auf Gefäße geringeren Durchmessers vollständig übertragen
werden kann, beinhaltet eine Weiterbildung der Erfindung in der Gefäßkammer eine Anpreßvorrichtung,
deren Scheibe möglichst flächendeckend an der Membran anliegt, wodurch die Anpreßkraft
auf die Scheibe übertragen wird, welche mit einem senkrecht zum Deckel des Gefäßes
bewegbaren Bolzen verbunden ist, der an seinem anderen Ende mit einem Anpreßknopf
abschließt, welcher die Kraft schließlich auf den Deckel überträgt. Durch eine Feder
wird eine Rückstellkraft verwirklicht, was dazu führt, daß beim Druckausgleich zwischen
den beiden Kammern der Deckel wieder freigegeben wird und das Gefäß entnommen werden
kann.
[0009] In einer sinnvollen Ausgestaltung der Erfindung geschieht die Steuerung der Ventile
automatisch. Bei Beginn eines Arbeitszyklusses sind die Ventile so geschalten, daß
sowohl die Gefäßkammer als auch die Anpreßkammer mit der Vakuumpumpe verbunden ist.
Nach dem Erreichen eines bestimmten Unterdrucks oder nach Ablauf einer bestimmten
Zeitspanne wird zunächst die Anpreßkammer belüftet, wodurch sich wegen des entstehenden
Druckgefälles zwischen den beiden Kammern die Membran wölbt und den Deckel des Gefäßes
festpreßt. Ist dies geschehen, wird auch das Ventil zur Gefäßkammer mit der Außenluft
verbunden und somit auch diese Kammer belüftet.
[0010] Sinnvollerweise weist das Gerät zur Kontrolle der Steuerung oder zum Feststellen
des Enddrucks bei Handbetrieb ein Vakuummeter auf, das die Differenz zwischen dem
Außendruck und dem Druck in dem Vakuumraum mißt.
[0011] Ein zweckmäßiges Verfahren zum Betrieb des Geräts besteht darin, daß das mit Lebensmittel
gefüllte Gefäß samt Dichtung und Deckel in die Gefäßkammer eingesetzt wird, so daß
der Anpreßdruck auf den Deckel wirken kann, also nicht zu weit von der Anpreßvorrichtung
entfernt und im wesentlichen senkrecht zur Wirkungsrichtung der Anpreßkraft. Die günstige
Position kann gegebenenfalls mittels Distanzeinsätzen eingestellt werden. Danach wird
der Vakuumraum abgedichtet und ein Unterdruck in beiden Kammern erzeugt. Bei Erreichen
des Enddrucks oder bei Ausführunsformen ohne Vakuummeter nach Überschreiten einer
Zeitgrenze wird zunächst die Anpreßkammer belüftet, wodurch sich wegen des entstehenden
Druckunterschiedes die Membran wölbt und entweder unmittelbar oder über die Anpreßvorrichtung
Kraft auf den Deckel des Gefäßes ausübt. Dadurch wird das Gefäß zuverlässig abgedichtet,
auch wenn noch kein Druckunterschied zwischen seinem Inneren und der Gefäßkammer besteht.
Ist das Aufpressen des Deckels erfolgt, so kann schließlich auch die Gefäßkammer belüftet
werden. Der Druck zwischen den beiden Kammern gleicht sich dadurch wieder aus, die
Membran entspannt sich und die Anpreßvorrichtung wird durch die Feder in die Ausgangsposition
gebracht und gibt den Deckel frei. Das Gefäß kann nun aus dem Vakuumraum entnommen
werden.
[0012] Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung lassen sich dem nachfolgenden
Beschreibungsteil entnehmen, in dem anhand der Zeichnung ein Ausführungsbeispiel der
Erfindung näher erläutert wird. Die Zeichnung zeigt eine schematische Darstellung
des Gerätes im Längsschnitt.
[0013] Das Gefäß (1) mit Deckel (2) und Gefäßdichtung (3) steht auf einem Distanzeinsatz
(4) in einem Vakuumraum (5), welcher im Längsschnitt rechteckig erscheint und in Wirklichkeit
vorzugsweise ein Kreiszylinder ist. Der Vakuumraum (5) weist eine waagrechte Schnittebene
(6) auf, wodurch der obere Teil vom unteren abgehoben und das Gefäß (1) entnommen
werden kann. Die Schnittebene (6) ist durch eine Dichtung (7) abgedichtet. Im oberen
Teil des Vakuumraums (5) ist die Membran (8) in ausgewölbtem Zustand gezeichnet. Sie
ist nahe der seitlichen Innenwand des Vakuumraums an der oberen Innenwand befestigt.
Über ihr befindet sich die Anpreßkammer (9) und unter ihr die das Gefäß (1) enthaltende
Gefäßkammer (10), die außerdem eine Anpreßvorrichtung (11) aufweist, die mit ihrer
Scheibe (12) an der Membran (8) anliegt. An der Scheibe (12) ist ein zylindrischer,
vertikal in einer Führung (13) verlaufender Bolzen (14) angebracht, der an seinem
unteren Ende mit einem auf den Deckel (2) des Gefäßes (1) preßenden Anpreßkopf (15)
abschließt. Zwischen der Führung (13) und der Scheibe (12) ist koaxial zum Bolzen
(14) eine Feder (16) eingespannt, deren Federkraft gegen die Membran (8) drückt.
[0014] In der Mitte der oberen Wand des Vakuumraums (5) besitzt die Anpreßkammer (9) einen
Schlauchanschluß (17). Jener für die Gefäßkammer (10) ist am äußersten linken Rand
dieser oberen Wand angebracht. Beide Schlauchanschlüsse (17) sind über Verbindungsschläuche
(18) mit der Vakuumpumpe (19) verbunden, wobei der Verbindungsschlauch (18) zur Gefäßkammer
(10) als auch der Verbindungsschlauch (18) zur Anpreßkammer (9) ein Ventil (20) beinhaltet,
womit die beiden Kammern (9, 10) unabhängig voneinander entweder mit der Vakuumpumpe
(19) oder mit der Außenluft verbunden werden können. Zwischen den Ventilen (20) und
der Vakuumpumpe (19) sind die Verbindungsschläuche (18) zu einem einzigen zusammengeführt.
1. Gerät zum luftdichten Verschließen eines Gefäßes mit Deckel und Gefäßdichtung durch
Erzeugen eines Vakuums, insbesondere zum Konservieren von Lebensmitteln, bestehend
aus einer Evakuierungsvorrichtung, die eine Vakuumpumpe, Verbindungsschläuche oder
Verbindungsrohre mit Ventilen umfaßt, und einem von außen mit dem Gefäß beschickbaren,
luftdicht verschließbaren Vakuumraum,
dadurch gekennzeichnet, daß
- der Vakuumraum (5) durch eine luftundurchlässige und dehnbare Membran (8) in eine
Gefäßkammer (10) und eine Anpreßkammer (9) unterteilt ist, wobei jeder der Kammern
(9, 10) ein Schlauchanschluß (17) zugeordnet ist und die Gefäßkammer (10) den beschickbaren
Teil des Vakuumraums (5) darstellt,
- die beiden Schlauchanschlüsse (17) luftdicht über die Verbindungsrohre bzw. Verbindungsschläuche
(18) mit der Vakuumpumpe (19) verbunden sind,
- über die Ventile (20) ein luftdurchlässiger Kanal von der Gefäßkammer (10) und unabhängig
davon von der Anpreßkammer (9) entweder zur Außenluft oder zur Vakuumpumpe (19) herstellbar
ist.
2. Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Ventile (20) jeweils ein Dreiwegeventil mit drei Anschlüssen Verwendung
findet, wobei ein luftdurchlässiger Kanal zwischen zwei Anschlüssen schaltbar und
der dritte dabei abgesperrt ist und das eine Ventil mit dem ersten Anschluß an die
Gefäßkammer (10), mit dem zweiten an die Vakuumpumpe (19) und mit dem dritten an die
Außenluft und das andere Ventil mit dem ersten Anschluß an die Anpreßkammer (9), mit
dem zweiten an die Vakuumpumpe (19) und mit dem dritten an die Außenluft angeschlossen
ist.
3. Gerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Gefäßkammer (10) eine Anpreßvorrichtung (11) beinhaltet, die aus einem im
wesentlichen zylindrischen Bolzen (14) besteht, wobei ein Teil des Zylindermantels
des Bolzens (14) von einer an der Wandung des Vakuumraumes befestigten Führung (13)
umschlossen wird und der Bolzen (14) entlang seiner Rotationsachse bewegbar ist, durch
eine Feder (16) mit einer an seinem einen Ende angebrachten Scheibe (12) an die Membran
(8) gepreßt wird und an seinem gegenüberliegenden Ende einen Anpreßkopf (15) aufweist.
4. Gerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Steuerung, die die Ventile (20) automatisch in der Weise beeinflußt, daß zunächst
sowohl die Gefäßkammer (10) als auch die Anpreßkammer (9) mit der Vakuumpumpe (19)
verbunden ist und nach Erreichen eines bestimmten Drucks oder nach Ablauf einer bestimmten
Zeitspanne zuerst die Anpreßkammer (9) und dann die Gefäßkammer (10) mit der Außenluft
verbunden ist.
5. Gerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch ein Vakuummeter, das die Differenz zwischen der Außendruck und dem Druck in der Gefäßkammer
(10) mißt.
6. Verfahren zum Betrieb des Geräts nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
- das Gefäß (1) mit Deckel (2) und Gefäßdichtung (3) in die Gefäßkammer (10) eingesetzt
wird, so daß der Deckel (2) senkrecht zur Bewegungsrichtung des Bolzens (14) (bzw.
bei Ausführungsformen ohne Anpreßvorrichtung (11) senkrecht zur Hauptausdehnungsrichtung
der Membran (8)) ist und daß das Gefäß (1) ggf. mittels Distanzeinsätzen (4) so positioniert
wird, daß der Deckel (2) oder Boden des Gefäßes (1) einen geringen Abstand zum Anpreßkopf
(15) (bzw. der Membran (8)) aufweist,
- der Vakuumraum (5) abgedichtet wird,
- die Vakuumpumpe (19) in Betrieb gesetzt wird,
- der Mechanismus zur Steuerung der Ventile (20) gestartet wird oder bei Handbetrieb
die Ventile (20) so geschaltet werden, daß zunächst die Verbindung zwischen Vakuumpumpe
(19) und dem Vakuumraum (5) durchgängig ist und bei Erreichen des gewünschten Unterdrucks
bzw. nach Überschreiten einer bestimmten Zeitspanne zuerst die Anpreßkammer (9) und
dann die Gefäßkammer (10) mit der Außenluft verbunden wird,
- das Gefäß (1) aus dem Vakuumraum (5) entnommen wird.