[0001] Die Erfindung betrifft einen Becherfärbeapparat, bei dem mehrere, in einem Halter
stehende Becher für Färbegut und Färbeflotte vorhanden sind, wobei die Becher mit
je einem Deckel versehen sind, und mit einem Antrieb für den Halter zum Hin- und Her-Verschwenken
der Becher zur Verlagerung ihrer Längsachsen, und mit einer Heizung zum Erwärmen der
Becher.
[0002] Ein solcher Becherfärbeapparat ist durch die DE-PS 513 285 bekannt. Bei diesem Becherfärbeapparat
ist der Halter von einem mit Wasser gefüllten Kasten umgeben, wobei das Wasser mittels
eines im Kasten verlegten Dampfrohres beheizt wird, um die Becher zu beheizen.
[0003] Bei Labor-Färbungen ist heutzutage der Textilveredler auf ausgeglichene Labor-Ergebnisse
angewiesen, welche ihm die einwandfrei Uebertragbarkeit der Rezeptur vom Labor in
die Produktion sicherstellt. Die Gleichmässigkeit der Färbungen hängt von verschiedenen
Parametern ab. So ist unter anderem eine gesteuerte Zugabe von Hilfsstoffen sowie
zum Teil auch des Farbstoffes ins Becherinnere zu einem beliebig wählbaren Zeitpunkt
sehr erwünscht, da dies ein wesentlicher Einflussfaktor für gleichmässige Färbungen
ist. Mit dem bekannten Becherfärbeapparat ist dies jedoch nicht möglich, da kein Zugang
von aussen zu den im Halter und dieser wiederum im Kasten stehenden Bechern besteht.
Auch bei anderen Becherfärbeapparaten, bei denen die Becher auf der Peripherie einer
Kreisscheibe so angeordnet sind, dass ihre Längsachsen in zwei Ebenen zur Drehachse
der Kreisscheibe geneigt liegen, so dass bei der Drehung der Kreisscheibe die Becher
eine Taumelbewegung durchführen, ist die gesteuerte Zugabe von Hilfsstoffen nicht
möglich, da durch die Drehung der Kreisscheibe, den einzelnen Bechern keine Hilfsstoffe
während der Becherbewegung zugeführt werden können.
[0004] Hier will die Erfindung Abhilfe schaffen. Die Erfindung, wie sie in den Ansprüchen
gekennzeichnet ist, löst die Aufgabe, einen Becherfärbeapparat zu schaffen, bei dem
eine dosierte, gesteuerte Zugabe von Hilfsstoffen und Farbstoffen im Becherinnere
zu einem beliebig wählbaren Zeitpunkt möglich ist.
[0005] Die durch die Erfindung erreichten Vorteile sind im wesentlichen darin zu sehen,
dass nunmehr die Hilfsstoffe und auch gegebenenfalls Farbstoffe gesteuert und zwar
kontinuierlich oder schrittweise in die sich ständig bewegenden Becher eingebracht
werden können, also ohne Unterbruch der Becherbewegung. Hierdurch wird eine besser
ausgeglichene Labor-Färbung innerhalb der Probefläche erreicht. Mit dem Becherfärbeapparat
kann somit betrieblich so vorgegangen werden, wie es dann auch in der Produktion der
Fall ist.
[0006] Im folgenden wird die Erfindung anhand von mehreren Ausführungswegen darstellenden
Zeichnungen näher erläutert.
[0007] Abbildung 1 zeigt eine erste Ausführungsform, bei der der Halter für die Becher mittels
eines Kurbeltriebes angetrieben wird.
[0008] Abbildung 2 zeigt eine zweite Ausführungsform, bei der der Halter für die Becher
mittels einer Zahnzange angetrieben wird.
[0009] Der in Fig. 1 gezeigte Becherfärbeapparat hat einen Halter 1, in dem mehrere deckungsgleich
hintereinander liegende Becher 2 gehalten werden. Jeder Becher hat einen Deckel 3.
Die Becher haben die Längsachse 4. Oberhalb der Becher 2 befindet sich eine Heizung
5 zum Erwärmen der Becher mit ihrem Inhalt, der aus nicht dargestelltem Färbegut mit
Färbeflotte besteht.
[0010] Der Halter ist mit einem Antrieb 6 versehen, zum Hin- und Her-Verschwenken der Becher
2 zur Verlagerung ihrer Längsachsen 4 in die Stellung 4', wobei sich dann jeder Deckel
3 in der Stellung 3' befindet und die Becher 2 die Lage 2' eingenommen haben.
[0011] Der Antrieb 6 besteht beim Beispiel nach Fig. 1 aus einem Kurbeltrieb. Die Kurbelwelle
7 trägt fliegend eine Kurbel 8, die den Kurbelzapfen 9 trägt. An diesem ist eine Schubstange
10 schwenkbar angelenkt. Die Schubstange 10 ist an einem Arm 11 des Halters 1 mittels
eines Lagerzapfens 12 schwenkbar angelenkt. Der Arm 11 ist auf einer Achse 13 in Richtung
eines Doppelpfeiles 14 verschwenkbar gelagert. Die Kurbel 8 dreht in Richtung eines
Pfeiles 15.
[0012] Jeder Becher 2 ist mit einem Dosierschlauch 16 versehen zur Zugabe von Hilfsstoffen
ins Innere der Becher 2. In der verschwenkten Stellung 2' der Becher haben die Dosierschläuche
die Stellung 16' eingenommen. Jeder Dosierschlauch 16 ist an den Becherdeckel 3 angeschlossen.
Die Heizung 5 ist als Infrarot-Flächenstrahler ausgebildet. Durch den Kurbeltrieb
7-10 beim Beispiel nach Fig. 1 ist der Geschwindigkeitsverlauf der Bewegung der Becher
2 sinusförmig. Wenn man diese ungleichförmige Bewegung nicht wünscht, kann man natürlich
auch einen anderen Antrieb für den Halter 1 vorsehen, so wie er z.B. beim Beispiel
nach Fig. 2 gezeigt ist. Hier werden die Becher 2 gleichförmig in die Stellung 2'
bewegt, wobei der Halter 1 für die Becher 2 mittels eines Kolben-Zylinder-Aggregates
17 verschwenkt wird. Das Aggregat 17 wird mittels eines Strömungsmittels über die
Leitung 18 oder 19 betätigt. Die Kolbenstange 20 trägt eine Zahnstange 21, die mit
einem Ritzel 22 kämmt, das drehfest mit dem Halter 1 verbunden ist.
[0013] Mit den erläuterten erfindungsgemässen Becherfärbeapparaten nach den Figuren 1 und
2 können die eingangs gestellten Forderungen erfüllt werden. Bei diversen Farbstoffgruppen,
besonders aber für Färbungen mit Reaktivfarbstoffen führt ein gezieltes Zudosieren
über den Dosierschlauch 16 zu wesentlich besseren Ergebnissen in der Uebertragbarkeit,
d.h. das Ausziehen und Fixieren des Farbstoffes aus der Färbeflotte auf das Färbegut
tritt erst mit Zugabe eines Hilfsstoffes ein. Der Startzeitpunkt sowie die Dosiercharakteristik
müssen prozessorientiert programmiert und damit angepasst werden können, ohne dass
der Färbeprozess unterbrochen werden muss. Mit dem erfindungsgemässen Becherfärbeapparat
kann somit so vorgegangen werden, wie es dann auch in der Produktion der Fall ist.
[0014] Für den Antrieb des Halters 1 kann auch eine Kombination aus Kurbel und Zahnstange
verwendet werden.
1. Becherfärbeapparat, bei dem mehrere, in einem Halter (1) stehende Becher (2) für Färbegut
und Färbeflotte vorhanden sind, wobei die Becher (2) mit je einem Deckel (3) versehen
sind, und mit einem Antrieb (6; 17) für den Halter (1) zum Hin- und Her-Verschwenken
der Becher (2) zur Verlagerung ihrer Längsachsen (4), und mit einer Heizung (5) zum
Erwärmen der Becher (2), dadurch gekennzeichnet, dass jeder Becher (2) mit einem Dosierschlauch
(16) zur Zugabe von Hilfsstoffen ins Becherinnere versehen ist, und dass die Heizung
(5) als Infrarot-Flächenstrahler ausgebildet ist.
2. Becherfärbeapparat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Halter (1) für
die Becher (2) mittels eines Kurbeltriebes (6) verschwenkbar ist (Fig. 1).
3. Becherfärbeapparat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Halter (1) für
die Becher (2) mittels eines strömungsmittelbetätigten Kolben-Zylinder-Aggregates
(17) mit an der Kolbenstange (20) angebrachter Zahnstange (21) verschwenkbar ist,
wobei ein Ritzel (22) des Halters (1) mit der Zahnstange (21) kämmt (Fig. 2).
4. Becherfärbeapparat nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, dass der
posierschlauch (16) an den Becherdeckel (3) angeschlossen ist.