[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Weiche für eine Hängefördereinrichtung der im
Oberbegriff von Anspruch 1 erläuterten Art.
[0002] Eine derartige Weiche ist aus der DE-PS 30 48 384 bekannt. Die bekannte Weiche dient
der Verbindung eines ersten Schienenendes wahlweise mit einem zweiten oder einem dritten
Schienenende, die jeweils dem ersten Schienenende gegenüberliegen. Die Weiche hat
zwei Weichenzungen. Eine der Weichenzungen ist über eine schräg verlaufende Drehachse
mit dem zweiten Schienenende und die andere Weichenzunge über eine ebenfalls schräg
verlaufende Drehachse mit dem dritten Schienenende drehbar verbunden. Die Weichenzungen
können um die Drehachsen so verschwenkt werden, daß die freien Enden der Weichenzungen
jeweils abwechselnd mit dem freien Ende des ersten Schienenendes fluchtend auszurichten
sind. Beide Weichenzungen sind über eine Zugstange miteinander gekoppelt und werden
in einem vorbestimmten Abstand zueinander gehalten, so daß beide Weichenzungen synchron
bewegt werden können. Dabei wird sichergestellt, daß die zweite, sich außer Eingriff
befindende Weichenzunge in sicherem Abstand zum ersten Schienenende gehalten wird,
wenn die erste Weichenzunge mit dem ersten Schienenende ausgerichtet ist, so daß Hängezüge
ungehindert durch die Weiche laufen können. Nachteilig an dieser Weiche ist es jedoch,
daß sich beide Weichenzungen nicht nur in der gewollten Bewegung zum Umstellen der
Weiche synchron bewegen, sondern auch dann, wenn unerwünschte Kräfte auf eine der
Weichenzungen einwirken, beispielsweise versehentlich ein Zug aus der Gegenrichtung
auf eine sich außer Eingriff mit dem ersten Schienenende befindenden Weichenzunge
einfährt. Die dadurch auftretenden Kräfte übertragen sich voll auf die erste Weichenzunge,
die dadurch aus ihrer ausgerichteten Position verschoben werden und den Absturz eines
Hängeförderzuges bewirken kann. Auch können zu große auf die Lagerungen einwirkende
Kräfte bleibende Verformungen verursachen.
[0003] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, die bekannte Weiche derart weiterzubilden,
daß unerwünschte Belastungen der Weichenzungen abgefangen werden.
[0004] Die Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0005] Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung können beide Weichenzungen unter einer Belastung,
die unterhalb der vorbestimmten Federkraft liegt, synchron bewegt werden. Greift jedoch
eine Kraft an einem der Weichenzungen an, die über der vorbestimmten Federkraft liegt,
so wird diese von der Feder absorbiert und führt nicht zwangsläufig zu einer Bewegung
auch der anderen Weichenzunge.
[0006] Zweckmäßigerweise wird die Federkraft gemäß Anspruch 2 derart auf das Gewicht der
Weichenzungen und die Modalitäten der Weichen-Umstellung abgestimmt, daß beide Weichenzungen
beim Umstellen der Weiche synchron bewegt werden.
[0007] Weitere, vorteilhafte Ausgestaltungen sind den Unteransprüchen 3 bis 7 zu entnehmen.
[0008] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der einzigen Zeichnung
näher erläutert, die eine perspektivische Draufsicht auf die erfindungsgemäße Weiche
zeigt.
[0009] Die Fig. zeigt eine Weiche 1, die zwischen einem ersten Schienenende 2, einem zweiten,
dem ersten Schienenende 2 gegenüberliegenden, zweiten Schienenende 3 und einem dritten
Schienenende 4 angeordnet ist, das ebenfalls dem ersten Schienenende 2 gegenüberliegt.
Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist das zweite Schienenende 3 als geradlinige
Verlängerung des ersten Schienenendes 2 ausgebildet und das dritte Schienenende 4
stellt eine seitliche Abzweigung dar.
[0010] Alle Schienenenden 2, 3 und 4, wie auch die sich an die Schienenenden anschließenden,
nicht weiter dargestellten Schienen, haben ein dachförmiges Laufprofil, auf denen
nicht dargestellte Hängefördermittel ablaufen können, die jeweils zwei durch einen
unter der Schiene durchlaufenden Bügel miteinander verbundene Laufrollen haben. Die
Schienenenden 2, 3 und 4 sind über gleichmäßig verteilte Abstandshalter 5 mit einem
oberhalb der Schienenenden 2, 3, 4 angeordneten Traggerüst 6 verbunden, das einen
ersten, rohrförmigen Trägerabschnitt 6a und einen zweiten rohrförmigen Trägerabschnitt
6b enthält, die über ein Rohrverbindungsstück 7 im rechten Winkel miteinander verbunden
sind. Der erste Trägerabschnitt 6a verbindet das erste Schienenende 2 mit dem dritten
Schienenende 3 in gerader Linie. Der zweite Trägerabschnitt 6b verbindet das zweite
Schienenende 3 mit dem dritten Schienenende 4. Das Traggerüst 6 ist durch eine Querversteifung
6c ausgesteift, die wiederum durch einen der Abstandshalter 5 mit dem dritten Schienenende
4 verbunden ist. Das Traggerüst 6 ist als Teil des Traggerüstes für das gesamte Schienensystem
der Hängefördereinrichtung ausgebildet, wobei beispielsweise der erste Trägerabschnitt
6a über die gesamt Länge der Schienen 2, 3 verlaufen, und im Bereich des dritten Schienenendes
über ein Verbindungsrohrstück 8 mit einem weiteren Trägerabschnitt 9 entlang der Schiene
des Schienenendes 4 verbunden sein kann.
[0011] Am Traggerüst 6 ist in der Nähe des freien Endes des zweiten Schienenendes 3 über
ein schräg gestelltes Drehlager 10 ein Ende einer erste, geradlinigen Weichenzunge
11 derart drehbar gelagert, daß das dem Drehlager 10 zugewandte Ende der Weichenzunge
11 mit dem zweiten Schienenende 3 in Verbindung steht, und das freie Ende 11a der
Weichenzunge 11 aus der in der Zeichnung durchgezogen gezeichneten Verbindungsposition
zum Verbinden der Schienenenden 2 und 3 in eine gestrichelt gezeichnete, unwirksame
Position verschwenkt werden kann, in der das freie Ende 11a der Weichenzunge 11 zum
ersten Schienenende 2 einen derartigen Abstand aufweist, daß es kein Hindernis für
einlaufende Züge bildet.
[0012] Eine zweite, gekrümmte Weichenzunge 12 ist in gleicher Weise über ein schräg gestelltes
Drehlager 13 derart mit dem dritten Schienenende 4 verbunden, daß die zweite Weichenzunge
12 mit ihrem einen Ende fluchtend mit dem dritten Schienenende 4 ausgerichtet bleibt
und das zweite, freie Ende 12a der Weichenzunge 12 aus der in der Zeichnung durchgezogen
gezeichnete, unwirksamen Stellung in die gestrichelt gezeichneten, wirksame Stellung
verschwenkt werden kann, in der das freie Ende 12a mit dem ersten Schienenende 12
fluchtet.
[0013] Die Schrägstellung der Drehachsen beider Drehlager 10, 13 ist so gewählt, daß die
freien Enden 11a, 12a der beiden Weichenzungen 11, 12 im wesentlichen V-förmig zusammenlaufen
und jeweils in ihrer unwirksamen Stellung schräg oberhalb des ersten Schienenendes
2 liegen und beim Stellen der Weiche auf ein am ersten Schienenende 2 angeordnetes,
gegen seitliche Verschiebung sicherndes, nicht gezeichnetes Auflager abgesenkt werden.
[0014] In der Nähe der Drehlager 10, 13 und zwischen den Drehlagern 10, 13 und den freien
Enden 11a, 12a sind beide Weichenzungen 11, 12 für eine gemeinsame Bewegung über ein
Federelement in Form einer Druckstange 14 miteinander gekoppelt. Die Druckstange 14
besteht aus zwei teleskopisch gegen die Federkraft einer im Inneren der Druckstange
14 angeordneten, nicht gezeichneten Druckfeder auszieh- und ineinanderschiebbaren
Teilen 14a, 14b. Die freien Enden der Druckstange 14 sind über jeweils ein Kugelgelenk
15 (nur eines gezeichnet) mit einer Hebelplatte 16 (ebenfalls nur eine gezeichnet)
schwenkbar verbunden. Die Hebelplatten 16 sind über einen der Abstandshalter 5 mit
jeweils einer Weichenzunge 11, 12 starr verbunden. An einer der Hebelplatten 16 greift
ein Stellantrieb 17 zum Umstellen der Weiche an. Der Stellantrieb 17 ist auf einer
Trägerplatte 18 befestigt, die wiederum am Traggerüst 6 fest angeordnet ist, und betätigt
über ein Stellglied 19 und ein Kugelgelenk 20 die Hebelplatte 16.
[0015] Die Federkraft der Druckfeder in der Druckstange 14 ist so auf das Gewicht der Weidenzungen
11, 12 und die Stellkräfte der Weiche abgestimmt, so daß bei der Betätigung des Stellantriebes
17 beide Weichenzungen synchron bewegt werden und damit den Abstand ihrer freien Enden
11a, 12a beibehalten. Wenn somit das freie Ende 12a der zweiten Weichenzungen 12 aus
der in der Zeichnung dargestellten, unwirksamen Position in eine Position bewegt wird,
in der das freie Ende 12a mit dem ersten Schienenende 2 fluchtet, so bewegt sich gleichzeitig
das freie Ende 11a in die in der Zeichnung gestrichelt gezeichnete Position, ohne
daß sich ihr Abstand zueinander verändert. Wirkt jedoch eine zusätzliche Kraft auf
eine der beiden Weichenzungen, die die Umstellkraft und die auf die Umstellkraft abgestimmte
Federkraft übersteigt, beispielsweise indem ein Hängeförderzug versehentlich vom dritten
Schienenende 4 auf die Weichenzungen 12 gelangt, so kann sich die Weichenzunge 12
unter Verkürzung der Druckstange 14 und gegen die Kraft der darin enthaltenen Druckfeder
etwas nach unten bewegen, ohne daß das freie Ende 11a der Weichenzunge 11 aus dem
Auflager und somit aus seiner fluchtenden Ausrichtung mit dem ersten Schienenende
2 gedrückt wird. Dadurch werden jedoch auch die auf die Drehlager 10, 13 einwirkenden
Kräfte abgepuffert.
[0016] In Abwandlung des beschriebenen und gezeichneten Ausführungsbeispiels kann die Vorspannung
der Druckfeder der Druckstange 14 beispielsweise über eine Schraubverbindung im Bereich
des Kugelkopfes 15 verändert werden. Es ist weiterhin möglich, die Druckstange 14
nur an einer Seite über ein Kugelgelenk mit der jeweiligen Weichenzunge zu verbinden.
Anstelle der Druckstange kann auch eine freiliegende Druckfeder verwendet werden.
Bei einer anderen Lage der Drehachsen der Drehlager 10, 13 und einer damit verbundenen
anderen Bewegungsrichtung der Weichenzungen 11, 12 kann es unter Umständen erforderlich
sein, zwischen den beiden Weichenzungen eine Zugstange und eine Zugfeder vorzusehen.
1. Weiche für eine Hähgefördereinrichtung, zum Verbinden eines ersten Schienenendes mit
zwei dem ersten Schienenende gegenüberliegenden Schienenenden und mit zwei Weichenzungen,
wobei jedem der gegenüberliegenden Schienenenden jeweils ein über ein Drehlager drehbar
gelagertes Ende einer der Weichenzungen zugeordnet ist, und das andere, freie Ende
jeder Weichenzunge wahlweise mit dem ersten Schienenende verbindbar ist, und wobei
die Weichenzungen für eine gemeinsame Betätigung zum Umstellen der Weiche gekoppelt
sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Weichenzungen (11, 12) über ein unter einer vorbestimmten Federkraft längenveränderliches
Federelement (14) miteinander gekoppelt sind.
2. Weiche nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Federkraft des Federelementes (14) derart vorbestimmt ist, daß das Federelement
(14) unter den beim Umstellen der Weiche (1) auftretenden Kräften als im wesentlichen
starres Element wirkt.
3. Weiche nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Federelement (14) in der Nähe des Drehlagers (10, 13) an den Weichenzungen
(11, 12) angreift.
4. Weiche nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Federelement (14) eine Druckfeder aufweist, die jeweils zwischen dem Drehlager
(10, 13) und dem freien Ende (11a, 12a) der Weichenzunge (11, 12) angreift.
5. Weiche nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Federelement (14) eine federbelastete Teleskopstange ist.
6. Weiche nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Federelement (14) mit wenigstens einer Weichenzunge (11, 12) schwenkbar verbunden
ist.
7. Weiche nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Teleskopstange (14) mit beiden Weichenzungen (11, 12) über jeweils ein Kugelkopfgelenk
(15) verbunden ist.