[0001] Die Erfindung betrifft einen Schließzylinder mit einem Zylindergehäuse, einem im
Zylindergehäuse drehbaren Zylinderkern und mit wenigstens zwei nebeneinander angeordneten
Zuhaltestiftpaaren, von denen zylinderkernseitige Stifte im Zylinderkern und von denen
zylindergehäuseseitige Stifte in einem Steg des Zylindergehäuses in Stegstiftbohrungen
beweglich gelagert sind, wobei ein ggf. als Stufenbolzen ausgebildeter Abzugsschutz
vorgesehen ist mit einem in eine der Stegstiftbohrungen eingesetzten Abzugsschutzfuß
und einem in Richtung der Bohrungsachse über den Steg vorstehenden und quer zur Bohrungsachse
dieser Stegstiftbohrung über den Bohrungsrand vorstehenden Abzugsschutzkopf.
[0002] Ein derartiger Schließzylinder ist bekannt. Der als Stufenbolzen ausgebildeter Abzugsschutz
verschließt die eine, ihm zugeordnete Stegstiftbohrung. Die anderen Stegstiftbohrungen
sind durch Verschlußstifte aus Metall verschlossen. Die Verschlußstifte sind im vom
Zylinderkern abgewandten Endbereich der Stegstiftbohrungen angeordnet. Der Abzugsschutzkopf
ist kreiszylindrisch ausgebildet und der Steg des Zylindergehäuses weist eine dem
Abzugsschutzkopf zugeordnete Vertiefung zur teilweisen Aufnahme des Abzugsschutzkopfes
auf, so daß der Abzugsschutzkopf nur zum Teil über den Steg vorsteht. Der Radius des
Abzugsschutzkopfes ist größer als der Abstand von der Mittelachse einer Stegstiftbohrung
zum Rand einer unmittelbar benachbarten Stegstiftbohrung. Die Vertiefung ist dementsprechend
nicht nur im Zylindergehäuse, sondern auch in den dem Abzugsschutz unmittelbar benachbarten
Verschlußstiften gebildet und als Senkbohrung ausgeführt. Zum Fräsen oder Bohren der
mit der dem Abzugsschutz zugeordneten Stegstiftbohrung konzentrischen Senkbohrung
müssen die jeweils benachbarten Stegstiftbohrungen schon durch die Verschlußstifte
geschlossen sein. Die Bohrungen am Steg des Zylindergehäuses müssen also in zwei Arbeitsgängen
durchgeführt werden und auch das Füllen der Stegstiftbohrungen mit den Zuhaltestiften
und das Verschließen der Stegstiftbohrungen mit den Verschlußstiften bzw. mit dem
Abzugsschutz erfolgt dementsprechend in zwei Arbeitsgängen. Als weitere Konsequenz
können zumindest die dem Abzugsschutz unmittelbar benachbarten Stegstiftbohrungen
nicht durch Verschlußstifte aus Hartmetall verschlossen sein, da das gleichzeitige
Bohren bzw. Fräsen von verschiedenen Materialien, insbesondere von verschiedenen Materialien
mit unterschiedlichen Härten, Schwierigkeiten bereitet.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Schließzylinder der genannten Art bereitzustellen,
der sich einfach und kostengünstig herstellen läßt. Diese Aufgabe wird dadurch gelöst,
daß der Abzugsschutzkopf mit wenigstens einer parallel zur Bohrungsachse verlaufenden
Ausnehmung versehen ist, die mit einer benachbarten Stegstiftbohrung im wesentlichen
fluchtet.
[0004] Die wenigstens eine Ausnehmung vermeidet, daß der Abzugsschutzkopf quer zur Bohrungsachse
über die benachbarte Stegstiftbohrung vorsteht. Diese Stegstiftbohrung kann somit
auch bei eingesetztem Abzugsschutz mit dem Zuhaltestiftpaar gefüllt und durch einen
Verschlußstift verschlossen werden. Die Herstellungsarbeitsabläufe brauchen deshalb
gegenüber der Herstellung eines Schließzylinders ohne Abzugsschutz nur geringfügig
verändert sein, wobei allerdings eine Stegstiftbohrung nicht durch einen Verschlußstift,
sondern durch den Abzugsschutz zu verschließen ist.
[0005] Der Abzugsschutz kann in verschiedene Stegstiftbohrungen eingesetzt sein. Die Wahl
der Stegstiftbohrung zum Einsetzen des Abzugsschutzes richtet sich nach dem Einsatzzweck
des Schlosses, insbesondere nach der Dicke der Tür, in die der Schließzylinder eingesetzt
wird und nach der Dicke der an der Tür verwendeten Türschilder. Zweckmäßigerweise
ist der Abzugsschutz so angeordnet, daß er dem außenseitigen Türschild unmittelbar
benachbart ist. Dementsprechend kann der Abzugsschutz unter Umständen am Ende einer
Reihe von Stegstiftbohrungen eingesetzt sein, so daß er nur eine Stegstiftbohrung
zum unmittelbaren Nachbarn hat. Es reicht dann eine Ausnehmung an dem Abzugsschutzkopf
aus. Im häufigeren Fall befindet sich der Abzugsschutz innerhalb der Reihe, so daß
er auf diametral gegenüberliegenden Seiten jeweils eine Stegstiftbohrung zum Nachbarn
hat. In diesem Fall ist es bevorzugt, daß der Abzugsschutzkopf mit zwei einander diametral
gegenüberliegenden Ausnehmungen versehen ist, die mit zwei benachbarten Stegstiftbohrungen
im wesentlichen fluchten. Damit lassen sich die beiden benachbarten Stegstiftbohrungen
durch Verschlußstifte verschließen, auch wenn der Abzugsschutz schon in die eine,
ihm zugeordnete Stegstiftbohrung eingesetzt ist.
[0006] Der Abzugsschutz kann als Stufenbolzen ausgebildet sein mit einem ohne Berücksichtigung
der Ausnehmungen kreiszylindrischen Abzugsschutzkopf, dem Bolzenkopf. Der Abzugsschutz
kann aber auch einen ohne Berücksichtigung der Ausnehmungen quaderförmigen Abzugsschutzkopf
aufweisen. Durch diese Gestaltung des Abzugsschutzkopfes ergeben sich größere Anlageflächen
des Abzugsschschutzkopfes am Steg des Zylindergehäuses und an einem dem Schließzylinder
zugeordneten Türschild, wodurch eine besonders sichere Verankerung des Abzugsschutzes
im Steg des Zylindergehäuses und ein wirksamer Schutz gegenüber Abziehen bzw. Herausreißen
des Schließzylinders mit dem Zylindergehäuse resultiert.
[0007] Es ist besonders bevorzugt, daß der Abzugsschutz in eine quer zur Steglängsrichtung
verlaufende Nut im Steg des Zylindergehäuses eingreift, wobei die Nutbreite der Querabmessung
des Abzugsschutzkopfes in Steglängsrichtung ohne Berücksichtigung der Ausnehmungen
im wesentlichen entspricht.
[0008] Hierdurch wird eine besonders große mechanische Stabilität erreicht. Die gegenseitige
Anlagefläche von Abzugsschutzkopf und Steg ist vergrößert. Damit kommt es zu einer
geringeren Flächenpressung, sofern Kräfte zwischen dem Abzugsschutz und dem Steg wirken.
Derartige Kräfte können z. B. bei einem Versuch den Schließzylinder mit seinem Zylindergehäuse
abzuziehen auftreten. Für die Widerstandsfähigkeit des Abzugsschutzes gegenüber derartigen
in Richtung der Zylinderkernachse wirkenden Kräfte ist bei dieser Ausführungsform
insbesondere auch der Querschnitt des Abzugsschutzkopfes maßgeblich, der wesentlich
größer als der Querschnitt des Abzugsschutzfußes sein kann.
[0009] Bei einem Abzugsschutz mit kreiszylindrischem Abzugsschutzkopf erreicht man diese
Vorteile auch dadurch, daß der Abzugsschutzkopf in eine mit der einen Stegstiftbohrung
koaxiale Senkbohrung im Steg des Zylindergehäuses eingreift, wobei der Durchmesser
der Senkbohrung dem Durchmesser des Abzugsschutzkopfes ohne Berücksichtigung der Ausnehmungen
im wesentlichen entspricht.
[0010] Bei diesen Ausführungsformen mit Nut bzw. Senkbohrung kommen die Vorzüge der Ausnehmung
bzw. der Ausnehmungen am Abzugsschutzkopf im Hinblick auf eine wirtschaftliche Herstellung
besonders zum Tragen. Es können bei der Herstellung zuerst alle Bohrungen, insbesondere
auch die Senkbohrung, bzw. die Nut im Zylindergehäuse angebracht werden. Bei der Bohrung
oder Fräsung oder sonstiger Ausgestaltung der Senkbohrung bzw. der Nut brauchen in
den benachbarten Stegstiftbohrungen noch keine Verschlußstifte eingesetzt sein, wodurch
vermieden wird, gleichzeitig verschiedene Materialien zu bearbeiten. Nachdem alle
Bohrungen und ggf. auch die Nut an dem Zylindergehäuse angebracht sind, können die
Stegstiftbohrungen mit den Zuhaltestiftpaaren gefüllt und mit Verschlußstiften bzw.
mit dem Abzugsschutz verschlossen werden. Die Herstellung des Schließzylinders kann
dann dementsprechend mit weniger Arbeitsgängen erfolgen als bei dem bekannten Schließzylinder
der genannten Art.
[0011] Der Sicherheit gegenüber Einbruch oder ähnlichem ist es besonders zuträglich, wenn
die anderen Stegstiftbohrungen durch Verschlußstifte aus Hartmetall verschlossen sind.
Derartige Verschlußstifte aus Hartmetall dienen zusätzlich als Aufbohrschutz. Ein
derartiges Aufbohren des Zylindergehäuses in Richtung der Zylinderkernachse würde
die Zuhaltefunktion der Zuhaltestiftpaare außer Kraft setzen.
[0012] Für eine möglichst hohe Sicherheit ist es besonders sinnvoll, gleichzeitig eine Senkbohrung
bzw. eine Nut im Steg für den Abzugsschutzkopf und Verschlußstifte aus Hartmetall
für die anderen Stegstiftbohrungen vorzusehen. Die Kombination dieser Merkmale ist
bei vertretbarem Herstellungsaufwand erst durch die erfindungsgemäße Ausnehmung bzw.
durch die erfindungsgemäßen Ausnehmungen am Abzugsschutzkopf möglich, da ein gleichzeitiges
Bearbeiten von Hartmetall und dem im Normalfall deutlich weicheren Material des Zylindergehäuses
besonders große Schwierigkeiten macht.
[0013] Es ist sinnvoll, wenn die Verschlußstifte der der einen Stegstiftbohrung unmittelbar
benachbarten Stegstiftbohrungen in die jeweils angrenzende Ausnehmung des Abzugsschutzkopfes
eingreifen. Der Abzugsschutz ist damit sicher in der einen Stegstiftbohrung verankert.
Die verwendeten Verschlußstifte können alle gleich lang sein. Für alle Ausführungsformen
ist damit gewährleistet, daß der Abzugsschutz nicht in der einen Stegstiftbohrung
gedreht werden kann.
[0014] Es ist besonders bevorzugt, daß der Abzugsschutzfuß in die eine Stegstiftbohrung
eingepreßt ist. Hierdurch ist eine besonders preisgünstige Herstellung des Schließzylinders
möglich und die Verschlußstifte und der Abzugsschutz können in beliebiger Reihenfolge
in die jeweiligen Stegstiftbohrungen eingesetzt werden.
[0015] Eine besonders sichere Verankerung des Abzugsschutzes in der einen Stegstiftbohrung
wird dadurch erreicht, daß der Abzugsschutzfuß ein in die eine Stegstiftbohrung eingeschraubtes
Außengewinde aufweist. In diesem Fall ist es bevorzugt, daß das Außengewinde selbstschneidend
ist, wodurch wiederum eine wirtschaftliche Herstellung des Schließzylinders möglich
ist. Eine derartige Ausgestaltung des Abzugsschutzes ist allerdings bei der Ausführungsform,
bei der der Abzugsschutzkopf quaderförmig ist und in die Nut eingreift, nicht möglich.
[0016] Der Abzugsschutzfuß kann aber auch in die eine Stegstiftbohrung eingeklebt sein.
Zum Einsetzen des Abzugsschutzes in die eine Stegstiftbohrung ist bei dieser Befestigung
kein spezielles Werkzeug nötig, wodurch eine preisgünstige Fertigung des Schließzylinders
möglich ist.
[0017] Es ist besonders bevorzugt, daß der Abzugsschutz aus Hartmetall besteht. Hierdurch
wird die mechanische Stabilität des Abzugsschutzes erhöht, der Schutz gegen Herausziehen
des Schließzylinders mit dem Zylindergehäuse wird somit verbessert und der Abzugsschutz
fungiert gleichzeitig als Aufbohrschutz.
[0018] Die Erfindung wird im folgenden anhand der beigefügten Zeichnungen erläutert. Es
zeigen:
- Fig. 1
- eine seitliche Draufsicht auf einen erfindungsgemäßen Schließzylinder mit Türschild;
- Fig. 2
- eine seitliche Schnittansicht eines Teils des Zylindergehäuses des erfindungsgemäßen
Schließzylinders der Fig. 1 (der Schnitt liegt in der von der von den Bohrungsachsen
B' und Z' aufgespannten Ebene);
- Fig. 3
- eine Unteransicht des Teils des Zylindergehäuses der Fig. 2 mit Blick in Richtung
des Pfeils III;
- Fig. 3A
- eine Unteransicht eines Teils einer anderen Ausführungsform des Zylindergehäuses;
- Fig. 3B
- der Teil des Zylindergehäuses der Fig. 3A mit eingesetztem Abzugsschutz;
- Fig. 4
- eine Draufsicht auf eine Ausführungsform des Abzugsschutzes in Form eines Stufenbolzens
(Blickrichtung parallel zur Abzugsschutzachse) mit dem Betrachter zugewandten Abzugsschutzfuß;
- Fig. 5
- eine entlang der Linie V-V geschnittene Schnittansicht des Abzugsschutzes der Fig.
4;
- Fig. 6
- eine Draufsicht auf eine andere Ausführungsform des Abzugsschutzes in Form eines Stufenbolzens
(Blickrichtung parallel zur Abzugsschutzachse) mit dem Betrachter zugewandten Abzugsschutzfuß;
- Fig. 7
- eine entlang der Linie VII-VII geschnittene Schnittansicht des Abzugsschutzes der
Fig. 6;
- Fig. 8
- eine Draufsicht auf eine andere Ausführungsform des Abzugsschutzes mit quaderförmigem
Abzugsschutzkopf (Blickrichtung parallel zur Abzugsschutzachse) mit dem Betrachter
zugewandten Abzugsschutzfuß;
- Fig. 9
- eine entlang der Linie IX-IX geschnittene Schnittansicht des Abzugsschutzes der Fig.
8,
- Fig. 10
- eine entlang der Zylinderkernachse Z parallel zu der Bohrungsachse B' geschnittene
Schnittansicht des Schließzylinders der Fig. 1 mit Türschild;
- Fig. 10A
- ein Abschnitt des Steges des Schließzylinders der Fig. 10 mit einem anderen Abzugsschutz
und anderem Türschild in der gleichen Darstellung wie in Fig. 10;
- Fig. 11
- einen Schnitt durch das Zylindergehäuse des Schließzylinders der Fig. 10 entlang der
Linie XI-XI mit eingesetztem Abzugsschutz, aber ohne Zuhaltestifte, Feder und Zylinderkern
(der Abzugsschutz selbst ist nicht geschnitten) mit Türschild;
- Fig. 11A
- einen Schnitt durch das Zylindergehäuse des Schließzylinders der Fig. 3B entlang der
Linie XIA-XIA in einer Darstellung entsprechend Fig. 11 mit eingesetztem Abzugsschutz
der Ausführungsform der Fig. 8 und 9 (der Abzugsschutz selbst ist nicht geschnitten).
[0019] Ein erfindungsgemäßer Schließzylinder 10 mit einem Zylinderkern 12 und einem Zylindergehäuse
14 ist in Fig. 1 gezeigt. Das Zylindergehäuse weist einen Steg mit Stegstiftbohrungen
18 auf. Diese Stegstiftbohrungen 18 sind in der einen Schnitt durch ein Teil des Zylindergehäuses
14 zeigenden Fig. 2 gut zu erkennen und reichen von dem vom Zylinderkern abgewandtem
Ende des Stegs bis zur Zylinderkernbohrung 20 im Zylindergehäuse 14. Die Bohrungsachsen
der Stegstiftbohrungen 18 und der Zylinderkernbohrung 20 sind senkrecht zueinander
orientiert.
[0020] Der Zylinderkern 12 ist in der Zylinderkernbohrung 20 drehbar gelagert und weist
einen Schließbart 22 auf, über den der Zylinderkern insbesondere mit einem Riegel
eines Türschlosses (nicht gezeigt) in Verbindung steht. Am Steg 16 des Zylindergehäuses
14 ist ein Abzugsschutz in Form eines Stufenbolzens 24 angebracht, der durch Anschlag
an einem Türschild 26 verhindert, daß der Schließzylinder 10 mit seinem Zylindergehäuse
14 aus dem den Schließzylinder umgebenden Schloß abgezogen bzw. herausgerissen werden
kann. Das Türschild 26 ist in Fig. 1 als Schnittansicht gestrichelt angedeutet.
[0021] Der Abzugsschutz 24 weist einen Abzugsschutzkopf 24a, den Bolzenkopf, und einen Abzugsschutzfuß
24b, den Bolzenfuß, auf. Der Abzugsschutz 24 ist mit seinem Abzugsschutzfuß 24b in
eine ihm zugeordnete Stegstiftbohrung 18 eingesetzt. Diese Stegstiftbohrung 18 hat
auf beiden Seiten in Richtung der Zylinderkernachse jeweils eine weitere Stegstiftbohrung
18 zum unmittelbaren Nachbarn. Zur Aufnahme eines Teils des Abzugsschutzkopfes 24a
ist konzentrisch zu der den Abzugsschutz 24 aufnehmenden Stegstiftbohrung 18 eine
Senkbohrung 28 am Steg 16 des Zylindergehäuses 14 angebracht, was auch insbesondere
gut in Fig. 3 zu erkennen ist, die eine Ansicht der Stegstiftbohrungen 18 und der
Senkbohrung 28 in Richtung der Bohrungsachsen zeigt. Der beim in seine zugeordnete
Stegstiftbohrung 18 und die Senkbohrung 28 eingesetzten Abzugsschutz 24 vom Material
des Stegs 16 überdeckte Bereich, also der Abzugsschutzfuß 24b und ein am Abzugsschutzfuß
24b angrenzender Abschnitt des Abzugsschutzkopfes 24, ist in Fig. 1 gestrichelt angedeutet.
Der Abzugsschutzkopf 24a steht also nur zum Teil über den Steg 16 vor, bei der gezeigten
Ausführungsform ist es aber der größere Teil des Abzugsschutzkopfes 24a, der über
den Steg 16 vorsteht. Wie im Zusammenhang mit den Fig. 4 und 5 noch näher beschrieben,
weist der Abzugsschutzkopf 24a Ausnehmungen 30 auf und hat, ohne Berücksichtigung
der Ausnehmungen, eine kreiszylindrische Form. Die anderen Stegstiftbohrungen 18,
die nicht durch den Abzugsschutz 24 verschlossen sind, sind durch Verschlußstifte
40 (vgl. Fig. 10, 10A) verschlossen.
[0022] Der Steg 16 des Zylindergehäuses 14 ist bei der in den Figuren gezeigten Ausführungsform
auf einer Seite des Schließbartes 22 mit fünf äquidistanten Stegstiftbohrungen 18
versehen, die in Richtung der Zylinderkernachse Z hintereinander angeordnet sind.
Auch der in Fig. 2 nicht gezeigte Teil des Zylindergehäuses 14 ist am Steg 16 mit
fünf Stegstiftbohrungen 18 versehen, wobei die Stegstiftbohrungen 18 der beiden Teile
des Zylindergehäuses 14 in Bezug auf den Schließbart 22 symmetrisch zueinander sind.
Der andere Teil des Zylindergehäuses braucht allerdings keine Senkbohrung 28 aufweisen.
[0023] Bei der in den Figuren 1, 10 und 10A gezeigten Ausführungsform ist der Abzugsschutz
in die bei Zählung von links nach rechts vierte Stegstiftbohrung 18 eingesetzt. Je
nach Dicke der Tür, in die der Schließzylinder eingesetzt wird, und je nach Dicke
des auf der Türseite des Abzugsschutzes 24 verwendeten Türschilds 26 sind aber auch
andere Ausführungsformen des Schließzylinders sinnvoll, bei denen der Abzugsschutz
in eine andere Stegstiftbohrung 18 eingesetzt ist, die dann entsprechend mit einer
Senkbohrung versehen ist. Um eine besonders hohe Sicherheit gegenüber Manipulationen
an dem Schließzylinder zu erzielen, ist es nämlich bevorzugt, daß der Abzugsschutz
direkt benachbart dem Türschild 26 angeordnet ist, wie in den Fig. 1 und 10 gezeigt.
Auf einer Seite, dies ist bevorzugterweise die Außenseite der Tür, stützt sich der
Abzugsschutz mit minimalem Spiel an dem Türschild 26 ab. Auf der anderen Seite kann
sich der Abzugsschutz 24 z. B. am Schloß abstützen; im allgemeinen ist aber ein Schutz
gegen Abziehen des Schließzylinders nur in Bezug auf eine Seite der Tür notwendig.
[0024] Die Fig. 2 und 3 machen deutlich, daß die Senkbohrung 28, deren Durchmesser 2R dem
Durchmesser 2 R₁ des Abzugsschutzkopfes 24a im wesentlichen entspricht, einen Radius
R hat, der größer als der Abstand von der Bohrungsachse B' zu den unmittelbar benachbarten
Rändern der beiden unmittelbar benachbarten Stegstiftbohrungen 18 (d. h. größer als
der Achsstand a abzüglich des Radius r der benachbarten Stegstiftbohrung 18) ist.
Die Senkbohrung 28 schneidet also die beiden unmittelbar benachbarten Stegstiftbohrungen
18. Sieht man hiervon ab, so ist die Innenumfangsfläche der Senkbohrung 28 kreiszylindrisch.
[0025] Nach einer anderen Ausführungsform ist am Steg 216 des Zylindergehäuses 214 eine
Nut 228 statt einer Senkbohrung angebracht. Diese Nut 228 ist auf der den Abzugsschutz
aufnehmenden Stegstiftbohrung 218 zentriert und verläuft quer zur Steglängsrichtung
bzw. zur Zylinderkernachse Z. Bei der in der Fig. 3A gezeigten Ausführungsform schneidet
die Nut 228 einen quer zur Steglängsrichtung abgerundeten Endbereich des Steges 216
(vgl. Fig. 11A). Bei einem derartigen Zylindergehäuse 214 mit Nut 228 kann sowohl
ein Abzugsschutz 24 in Form eines Stufenbolzens vorgesehen sein oder auch ein Abzugsschutz
224 mit quaderförmigem Abzugsschutzkopf 224a, wie in Fig. 3B gezeigt. Hier ist der
Abzugsschutz 224 mit quaderförmigem Abzugsschutzkopf 224a in durchgegenden Linien
eingezeichnet, während der alternative Abzugsschutz 24 in Form eines Stufenbolzens
gestrichelt angedeutet ist. Für beide Ausführungsformen des Abzugsschutzes entspricht
die Querabmessung D₁ bzw. 2R₁ des Abzugsschutzkopfes in Steglängsrichtung ohne Berücksichtigung
der Ausnehmungen im wesentlichen der Nutbreite D in dieser Richtung.
[0026] Das Zylindergehäuse der Fig. 3A und 3B ist bezüglich seiner Merkmale, die den Merkmalen
des Zylindergehäuses der Fig. 3 entsprechen bzw. eine ähnliche Funktion haben, mit
denselben Bezugsziffern, jedoch jeweils vermehrt um die Zahl 200, versehen. Bei der
Beschreibung dieser Ausführungsform sind nur die Unterschiede gegenüber der anderen
Ausführungsform erwähnt und es wird im übrigen ausdrücklich auf die vorangehende Beschreibung
der ersten Ausführungsform Bezug genommen. In diesem Zusammenhang ist noch darauf
hinzuweisen, daß das Zylindergehäuse der Ausführungsform der Fig. 3A und 3B mehr Stegstiftbohrungen
aufweist als das Zylindergehäuse der Ausführungsform der Fig. 3.
[0027] Der Abzugsschutz 24 in Form eines Stufenbolzens ist detaillierter in den Fig. 4 und
5 gezeigt. Sein Abzugsschutzfuß 24b hat Kreiszylinderform, wobei der Durchmesser 2r₁
des Abzugsschutzfußes 24b derart bemessen ist, daß er durch Einpressen in die zugeordnete
Stegstiftbohrung 18 sicher befestigt ist. Es ist aber auch denkbar, daß der Durchmesser
2r₁ des Abzugsschutzfußes 24b derart bemessen ist, daß er in die zugeordnete Stegstiftbohrung
18 eingeklebt ist. Der Abzugsschutzkopf 24a weicht von einer kreiszylindrischen Form
durch zwei einander diametral gegenüberliegende Ausnehmungen 30 ab. Für den Fall,
daß der Abzugsschutz 24 in eine Stegstiftbohrung 18 eingesetzt ist, die nur eine einzige
Stegstiftbohrung 18 zum unmittelbaren Nachbarn hat, braucht der Abzugsschutzkopf 24a
nur eine Ausnehmung 30 aufweisen.
[0028] Die Ausnehmungen 30 erstrecken sich parallel zu der Abzugsschutzachse B über die
gesamte Länge des Abzugsschutzkopfes 24a. Die Abzugsschutzachse B fällt mit der beim
in den Steg 16 eingesetzten Abzugsschutz 24 mit der Bohrungsachse B' der zugeordneten
Stegstiftbohrung 18 zusammen. Die in Fig. 4 gut sichtbaren Konturlinien der Ausnehmungen
30 liegen jeweils auf einem Kreis mit dem Radius R₂; der Abzugsschutzkopf 24a ist
im Bereich der beiden Ausnehmungen 30 also jeweils durch einen Kreiszylinderflächenabschnitt
begrenzt. Die Mittelpunkte der beiden die Ausnehmungen 30 beschreibenden Kreise liegen
mit einem Abstand von 2R₂+2R₃ auseinander; 2R₃ ist also gewissermaßen der Durchmesser
des Bolzenkopfes 24a unter Berücksichtigung der Ausnehmungen 30.
[0029] Die Radien R₂ und R₃ sind derart bemessen, daß der Abzugsschutzkopf 24a nicht mit
in die beiden unmittelbar benachbarten Stegstiftbohrungen 18 eingesetzten Verschlußstiften
40 (vgl. Fig. 8, 8A) kollidiert. Im Grenzfall, der nicht überschritten werden darf,
sind die die Ausnehmungen 30 beschreibenden Kreise konzentrisch zu der jeweils unmittelbar
benachbarten Stegstiftbohrung 18 (es gilt dann:

,

). Der Durchmesser 2R₁ (ohne Berücksichtigung der Ausnehmungen 30) des Abzugsschutzkopfes
24a ist deutlich größer als der Durchmesser 2r₁ Abzugsschutzfußes 24b.
[0030] Am Übergang zwischen Abzugsschutzfuß 24b und Abzugsschutzkopf 24a ist am Abzugsschutzkopf
24a eine plane Kreisringfläche 25 (ohne Berücksichtigung der Ausnehmungen 30) ausgebildet,
mit der der Abzugsschutzkopf 24a bei der Ausführungsform des Schließzylinders der
Fig. 1 auf einer planen, die Ausnehmung 28 in Richtung der Bohrungsachse B' begrenzenden
und ebenfalls kreisringförmigen Fläche 29 (ohne Berücksichtigung der beiden unmittelbar
benachbarten Stegstiftbohrungen 18) aufsitzt (vgl. hierzu Fig. 3 und Fig. 10). Zur
Aufnahme von quer zu der Abzugsschutzachse B wirkenden Kräften kann sich der Abzugsschutzkopf
24a also doppelt am Zylindergehäuse 14 abstützen, sofern der kreiszylindrische Flächenabschnitt
des Abzugsschutzkopfes an dem kreiszylindrischen Innenumfangsflächenabschnitt der
Senkbohrung 28 anliegt. Es ist bevorzugt, die Abmessungen des Abzugsschutzkopfes 24a
und der Senkbohrung 28 derart zu dimensionieren, daß dies der Fall ist. Hierzu kann
der Abzugsschutzkopf 24a in die Senkbohrung 28 eingepreßt sein.
[0031] Es ist auch möglich, den Abzugsschutz 24 nicht mit einem abrupten Übergang zwischen
Abzugsschutzfuß 24b und Abzugsschutzkopf 24a, wie bei der Ausführungsform der Fig.
4 und 5, zu versehen, sondern einen abgerundeten oder abgeschrägten Übergangsbereich
zwischen Abzugsschutzkopf und Abzugsschutzfuß vorzusehen. In diesem Fall muß ein dazu
komplementärer Übergangsbereich zwischen der Senkbohrung 28 und der dazu konzentrischen
Stegstiftbohrung 18 vorgesehen sein. Unabhängig davon, ob der Abzugsschutz 24 einen
derartigen Übergangsbereich zwischen Abzugsschutzkopf 24a und Abzugsschutzfuß 24b
aufweist, kann ein derartiger Übergangsbereich im Zylindergehäuse 14 zwischen der
Senkbohrung 28 und der dazu konzentrischen Stegstiftbohrung 18 vorgesehen sein, um
eine scharfe Kante zu vermeiden.
[0032] Nach einer anderen, in den Fig. 6 und 7 gezeigten Ausführungsform ist der Abzugsschutz
in seine zugeordnete Stegstiftbohrung 18 eingeschraubt. Hierzu weist der Abzugsschutz
124 dieser Ausführungsform an seinem Abzugsschutzfuß 124b ein Außengewinde 132 auf.
Vorzugsweise handelt es sich um ein selbstschneidendes Außengewinde 132. Während bei
der Ausführungsform der Fig. 4 und 5 die Verschlußstifte 40 und der Abzugsschutz 24
in die zugeordneten Bohrungen in beliebiger Reihenfolge eingesetzt werden können,
so muß bei der Ausführungsform der Fig. 6 und 7 zuerst der Abzugsschutz 124 mit seinem
Abzugsschutzfuß 124b in seine zugeordnete Stegstiftbohrung 18 eingeschraubt werden,
bevor Verschlußstifte 40 in die beiden unmittelbar benachbarten Stegstiftbohrungen
18 eingesetzt werden dürfen. Nachdem Verschlußstifte 40 in die beiden unmittelbar
benachbarten Stegstiftbohrungen 18 eingesetzt sind, kann der Abzugsschutz 124 nicht
mehr gedreht werden (vgl. Fig. 8, 8A).
[0033] Der Abzugsschutz der Fig. 6 und 7 ist bezüglich seiner Merkmale, die den Merkmalen
des Abzugsschutzes der Fig. 1, 4 und 5 entsprechen, mit denselben Bezugsziffern, jedoch
jeweils vermehrt um die Zahl 100, versehen. Bei der Beschreibung des Abzugsschutzes
der Fig. 6 und 7 sind nur die Unterschiede zwischen den beiden Ausführungsformen erwähnt
und es wird im übrigen ausdrücklich auf die vorangehende Beschreibung der ersten Ausführungsform
Bezug genommen und auch auf die folgende Beschreibung verwiesen, die sich wieder auf
einen Abzugsschutz ohne Gewinde bezieht.
[0034] Die Fig. 8 und 9 zeigen einen Abzugsschutz 224 mit quaderförmigem Abzugsschutzkopf
224a. Sein Abzugsschutzfuß 224b hat wiederum kreiszylinderform, wobei der Durchmesser
d₁ des Abzugsschutzfußes 224b derart bemessen ist, daß er durch Einpressen in die
zugeordnete Stegstiftbohrung 218 des Zylindergehäuses 214 der Ausführungsform der
Fig. 3A und 3B sicher befestigt ist. Der Abzugsschutzkopf 224a ist mit zwei einander
diametral gegenüberliegenden Ausnehmungen 230 versehen. Die Ausnehmungen 230 erstrecken
sich über die gesamte Länge des Abzugsschutzkopfes 224a parallel zu der Abzugsschutzachse
B.
[0035] Die vorstehenden Ausführungen im Hinblick auf die Abmessungen des Abzugsschutzkopfes
24a bzw. der Ausnehmungen 30 im Zusammenhang mit dem Abzugsschutz der Fig. 4 und 5
gelten im wesentlichen auch für den Abzugsschutz der Fig. 8 und 9. Die Querabmessungen
des Bolzenkopfes 224a D₁ und D₃ in Steglängsrichtung entsprechen in dieser Hinsicht
den Durchmessern 2R₁ bzw. 2R₃ des Bolzenkopfes 24a. Am Übergang zwischen Abzugsschutzfuß
224b und Abzugsschutzkopf 224a ist wiederum eine plane Fläche 224 ausgebildet, die
ohne Berücksichtigung der Ausnehmungen 230 und des Bolzenfußes 224b rechteckig ist.
Mit dieser Fläche 225 sitzt der Abzugsschutzkopf 224a auf einer planen, die Nut 228
in Richtung der Bohrungsachse B' begrenzenden und ebenfalls im wesentlichen rechteckigen
Fläche 229 auf. Zur Aufnahme von quer zu der Abzugsschutzachse B wirkenden Kräften
kann sich der Abzugsschutzkopf 224a, genau wie bei dem Abzugsschutz der Fig. 4 und
5, doppelt am Zylindergehäuse 214 abstützen, sofern die Flächenabschnitte des Abzugsschutzkopfes,
an denen die Ausnehmungen 230 vorgesehen sind, an den die Nut 228 begrenzenden Flächenabschnitten
am Steg 216 des Zylindergehäuses 214 anliegen. Der Abzugsschutz der Fig. 8 und 9 ist
bezüglich seiner Merkmale, die den Merkmalen des Abzugsschutzes der Fig. 4 und 5 entsprechen,
mit denselben Bezugsziffern, jedoch jeweils vermehrt um die Zahl 200, versehen. Bei
der Beschreibung des Abzugsschutzes der Fig. 8 und 9 sind nur die Unterschiede zwischen
den beiden Ausführungsformen erwähnt und es wird im übrigen ausdrücklich auf die Beschreibung
der ersten Ausführungsform Bezug genommen.
[0036] Der in Fig. 10 gezeigte Schnitt des erfindungsgemäßen Schließzylinders 10 im eingebauten
Zustand mit Türschild 26, aber ohne Schloß und ohne Tür, zeigt genauere Einzelheiten
des Schließzylinders. Es handelt sich um den gleichen Schließzylinder 10, wie in Fig.
1 gezeigt, mit dem in Fig. 2 und Fig. 3 gezeigten Zylindergehäuse 14 und dem Abzugsschutz
24 der Fig. 4 und 5. In den Stegstiftbohrungen 18 und in diesen zugeordneten, bei
abgezogenem Schlüssel die Stegstiftbohrungen 18 in den Zylinderkern 12 fortsetzenden
Zylinderkernstiftbohrungen 19 sind Zuhaltestiftpaare aus jeweils einem zylindergehäuseseitigen
Stift 34, im folgenden kurz Unterstift 34 genannt, und einem zylinderkernseitigen
Stift 36, in folgenden kurz Oberstift 36 genannt, angeordnet. Die Unterstifte 34 und
die Oberstifte 36 in den einzelnen, den jeweiligen Stiften zugeordneten Stegstift-
bzw. Zylinderkernstiftbohrungen 19 weisen jeweils unterschiedliche Längen auf. Bei
der gezeigten Ausführungsform haben die Unterstifte 34 leicht unterschiedliche Formen;
es ist aber auch möglich, daß alle Unterstifte 34 die gleiche Form aufweisen und sich
nur in ihrer Länge unterscheiden.
[0037] Die Zuhaltestiftpaare 34, 36 sind durch Schraubenfedern 38 in Richtung des Zylinderkerns
12 vorgespannt. Die Schraubenfedern 38 stützen sich an den Verschlußstiften 40 bzw.
an dem Abzugsschutz 24 ab. Die Verschlußstifte 40 dienen zum Verschließen der jeweils
zugeordneten Stegstiftbohrung 18. Die dem Abzugsschutz 24 zugeordnete Stegstiftbohrung
18 ist durch den Abzugsschutz 244 verschlossen. Es ist bevorzugt, daß die Verschlußstifte
40 in die jeweilige Stegstiftbohrung 18 eingepreßt sind, wobei die Verschlußstifte
40 im wesentlichen mit dem Steg 16 fluchten.
[0038] Es ist ferner bevorzugt, daß die Verschlußstifte 40 und der Abzugsschutz 24 aus Hartmetall,
z. B. aus gehärtetem Stahl, bestehen, um gute Stabilität und Sicherheit gegenüber
Aufbohren zu erhalten.
[0039] Die Längen der Unterstifte 34 und der Oberstifte 36 richten sich nach der Zähnung
des dem Schließzylinder 10 zugeordneten Schlüssels. Bei abgezogenem Schlüssel treten
die Unterstifte 34 in die Zylinderkernstiftbohrungen ein, wodurch der Zylinderkern
12 gegen Drehung im Zylindergehäuse 14 gesperrt ist. Wenn der richtige Schlüssel in
den Zylinder eingeführt wird, so werden die Zuhaltestiftpaare 34, 36 so weit von dem
Zylinderkern 12 weggedrückt, daß die Trennlinie zwischen Unterstiften 34 und Oberstiften
36 mit der Trennlinie zwischen Zylinderkern 12 und Zylindergehäuse 14 übereinstimmt.
Der Zylinderkern 12 kann dann gedreht werden, wodurch über den Schließbart 22 das
Schloß betätigt wird.
[0040] Fig. 10 und Fig. 11 machen deutlich, daß der Abzugsschutz 24 nicht nur durch seinen
Abzugsschutzfuß 24b in seiner zugeordneten Stegstiftbohrung 18 verankert ist, sondern
daß sich der Abzugsschutz 24 auch mit seinem Abzugsschutzkopf 24a am Steg 16 abstützt,
wie vorstehend schon genauer beschrieben. Zur Aufnahme von quer zum Abzugsschutz 24
wirkenden Kräften ist dementsprechend der Querschnitt des Abzugsschutzkopfes 24a wirksam,
der wesentlich größer ist als der Querschnitt des Abzugsschutzfußes 24b. Gemäß Fig.
10 greifen diese Verschlußstifte 40 in die jeweilige Ausnehmung 30 ein und verhindern
damit wirksam, daß der Abzugsschutz 24 um seine Abzugsschutzachse B gedreht werden
kann. Dies ist besonders für die Ausführungsform mit eingeschraubtem Abzugsschutz
(vgl. Fig. 6 und 7) von Bedeutung. Bei der in Fig. 10 gezeigten Ausführungsform fluchten
die Ausnehmungen 30 am Abzugsschutzkopf 24a nicht exakt mit den jeweils unmittelbar
benachbarten Stegstiftbohrungen 18. Dementsprechend besteht ein Zwischenraum zwischen
dem jeweiligen, unmittelbar benachbarten Verschlußstift 40 und der Begrenzungsfläche
der jeweiligen Ausnehmung 30.
[0041] Nach einer anderen, in Fig. 10A gezeigten Ausführungsform stützt sich der Abzugsschutz
auch an den beiden unmittelbar benachbarten Verschlußstiften 40 ab. Hierzu weist der
Abzugsschutz 324 dieser Ausführungsform etwas andere Proportionen auf. Der Abzugsschutzfuß
324b weist die gleichen Abmessungen auf, wie der Abzugsschutzfuß 24b in der Fig. 10.
Die axiale Länge des Abzugsschutzkopfes 324a der Fig. 10A entspricht der Länge des
Abzugsschutzkopfes 24a der Fig. 10. Der Durchmesser 2R₁ ohne Berücksichtigung der
Ausnehmungen des Abzugsschutzkopfes 324a der Fig. 10A ist aber größer als bei dem
Abzugsschutzkopf 24a der Fig. 10. Die Ausnehmungen 330 sind derart am Abzugsschutzkopf
324a angebracht, daß sie mit der jeweils unmittelbar benachbarten Stegstiftbohrung
18 fluchten, wobei die beiden die Ausnehmungen 30 beschreibenden Kreise konzentrisch
zu der jeweils unmittelbar benachbarten Stegstiftbohrung 18 sind (

,

). Die beiden unmittelbar benachbarten Verschlußstifte 40 liegen deshalb an der Begrenzungsfläche
der jeweiligen Ausnehmung 330 an und können dementsprechend quer zum Abzugsschutz
324 wirkende Kräfte aufnehmen. Hierdurch und auch da die Querschnittsfläche des Abzugsschutzkopfes
324a vergrößert ist, ist der Abzugsschutz 324 besonders sicher in seiner zugeordneter
Stegstiftbohrung 18 verankert und kann auch große quer zum Abzugsschutz 324 wirkende
Kräfte bei einem Abzugsversuch aushalten.
[0042] In Fig. 10a ist nur der Abzugsschutz 324 und das Türschild 326 mit gegenüber Fig.
10 abweichenden Bezugszeichen versehen. Das Türschild 326 hat eine geringfügig andere
Dicke als das Türschild 26 der Fig. 10. Ansonsten sind die Schließzylinder der Fig.
10 und 10a identisch und es gelten dementsprechend die vorstehenden Ausführungen in
Bezug auf die Ausführungsform der Fig. 10 auch für die Ausführungsform der Fig. 10a.
[0043] Die vorstehenden Ausführungen gelten im Prinzip auch für den Abzugsschutz der Fig.
8 und 9, wobei allerdings die Durchmesser 2R₁ und 2R₃ mit den Querabmessungen D₁ bzw.
D₃ des Bolzenkopfes 224 a zu identifizieren sind. Die Fig. 11A zeigt eine der Fig.
11 im wesentlichen entsprechende Ansicht eines in das Zylindergehäuse 214 eingesetzten
Abzugsschutzes 224 mit quaderförmigem Abzugsschutzkopf 224a. Wie man sieht, entspricht
die Querabmessung des Bolzenkopfes 224a quer zur Steglängsrichtung im wesentlichen
der Querabmessung des Steges 216 in dieser Richtung. Insgesamt sind die anliegenden
Flächen zwischen Bolzenkopf 224a und Steg 216 des Zylindergehäuses 214 wesentlich
größer als bei der Ausführungsform des Schließzylinders, die einen Abzugsschutz in
Form eines Stufenbolzens 24 verwendet.
[0044] Die Erfindung wurde anhand eines Schließzylinders erläutert, bei dem ein gezähnter
Schlüssel senkrecht (die Zähnung den Unterstiften zugewandt) in den Zylinderkern eingeführt
wird. Dementsprechend ist eine Reihe von in Richtung der Zylinderkernachse hintereinander
angeordneten Stegstiftbohrungen im Steg des Zylindergehäuses vorgesehen.
[0045] Die Erfindung bezieht sich aber auch auf Schließzylinder, bei denen mehrere Reihen
von möglicherweise gegeneinander versetzten Stegstiftbohrungen im Steg des Zylindergehäuses
vorgesehen sind. Mehrere Reihen von Stegstiftbohrungen werden z. B. bei Schließzylindern
verwendet, bei denen der Schlüssel, ein sog. Wendeschlüssel, mit Mulden versehen ist
und der waagerecht in den Zylinderkern eingeführt wird.
[0046] Bei einem derartigen Schloß mit mehreren Reihen von Stegstiftbohrungen kann der Abzugsschutz
auch mehr als zwei Ausnehmungen aufweisen, um die Aufgabe der Erfindung zu lösen und
die geschilderten Vorteile zu erreichen. Es versteht sich, daß die Gestalt der Ausnehmungen
auch von der im Zusammenhang mit den Fig. 4 bis 9 beschriebenen, bevorzugten Gestalt
abweichen kann.
[0047] Neben den in der Beschreibung geschilderten Merkmalen kann der Schließzylinder noch
weitere Merkmale aufweisen. Zum Beispiel können Zylinderkern-Schutzestahlstifte und
parallel zu den Zuhaltungsstiften angebrachte Zylindergehäuse-Schutz-Stahlstifte vorgesehen
sein zum noch stärkeren Schutz gegenüber Aufbohren.
[0048] Zusammenfassend betrifft die Erfindung einen Schließzylinder mit ggf. als Stufenbolzen
ausgebildeten Abzugsschutz, der am Steg des Zylindergehäuses, von dem Zylinderkern
wegweisend angeordnet ist. Der Abzugsschutz ist mit seinem Abzugsschutzfuß in eine
Stegstiftbohrung eingesetzt und weist an seinem Abzugsschutzkopf wenigstens eine Ausnehmung
auf, die mit einer benachbarten Stegstiftbohrung im wesentlichen fluchtet.
1. Schließzylinder mit einem Zylindergehäuse (14;214), einem im Zylindergehäuse (14;214)
drehbaren Zylinderkern (12) und mit wenigstens zwei nebeneinander angeordneten Zuhaltestiftpaaren
(34, 36), von denen zylinderkernseitige Stifte (36) im Zylinderkern (12) und von denen
zylindergehäuseseitige Stifte (34) in einem Steg (16;216) des Zylindergehäuses (14;214)
in Stegstiftbohrungen (18;218) beweglich gelagert sind, wobei ein ggf. als Stufenbolzen
ausgebildeter Abzugsschutz (24;124;224;324) vorgesehen ist mit einem in eine der Stegstiftbohrungen
(18;218) eingesetzten Abzugsschutzfuß (24b;124b;224b;324b) und einem in Richtung der
Bohrungsachse (B') dieser Stegstiftbohrung (18;218) über den Steg (16;216) vorstehenden
und quer zur Bohrungsachse (B') über den Bohrungsrand vorstehenden Abzugsschutzkopf
(24a;124a;224a; 324a), dadurch gekennzeichnet, daß der Abzugsschutzkopf (24a;124a;224a;324a) mit wenigstens einer parallel zur Bohrungsachse
verlaufenden Ausnehmung (30;130;230;330) versehen ist, die mit einer benachbarten
Stegstiftbohrung (18) im wesentlichen fluchtet.
2. Schließzylinder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Abzugsschutzkopf
(24a;124a;224a; 324a) mit zwei einander diametral gegenüberliegenden Ausnehmungen
(30;130;230;330) versehen ist, die mit zwei benachbarten Stegstiftbohrungen (18;218)
im wesentlichen fluchten.
3. Schließzylinder nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Abzugsschutz
als Stufenbolzen (24; 124; 324) ausgebildet ist mit einem ohne Berücksichtigung der
Ausnehmungen (30; 130; 330) kreiszylindrischen Bolzenkopf (24a; 124a; 324a).
4. Schließzylinder nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Abzugsschutz
(224) einen ohne Berücksichtigung der Ausnehmungen (230) quaderförmigen Abzugsschutzkopf
(224a) aufweist.
5. Schließzylinder nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
der Abzugsschutz (24;124;224;324) in eine quer zur Steglängsrichtung verlaufende Nut
(224) im Steg (216) des Zylindergehäuses (214) eingreift, wobei die Nutbreite (D)
der Querabmessung in Steglängsrichtung (2R₁;D₁) des Abzugsschutzkopfes (24a;124a;224a;324a)
ohne Berücksichtigung der Ausnehmungen (30;130;230; 330) im wesentlichen entspricht.
6. Schließzylinder nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Abzugsschutzkopf
(24a;124a; 324a) in eine mit der einen Stegstiftbohrung (18) koaxiale Senkbohrung
(28) im Steg (16) des Zylindergehäuses (14) eingreift, wobei der Durchmesser (2R)
der Senkbohrung (28) dem Durchmesser (2R₁) des Abzugsschutzkopfes (24a;124a;324a)
ohne Berücksichtigung der Ausnehmungen (30;130;330) im wesentlichen entspricht.
7. Schließzylinder nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die anderen Stegstiftbohrungen (18;218) durch Verschlußstifte (40) aus Hartmetall
verschlossen sind.
8. Schließzylinder nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschlußstifte (40)
der der einen Stegstiftbohrung (18;218) unmittelbar benachbarten Stegstiftbohrungen
(18;218) in die jeweils angrenzende Ausnehmung (30;130;230;330) des Abzugsschutzkopfes
(24a;124a;224a;324a) eingreifen.
9. Schließzylinder nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
der Abzugsschutzfuß (24b;224b;324b) in die eine Stegstiftbohrung (18;218) eingepreßt
ist.
10. Schließzylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 3, 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
daß der Abzugsschutzfuß (124b) ein in die eine Stegstiftbohrung (18) eingeschraubtes
Außengewinde (132) aufweist.
11. Schließzylinder nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Außengewinde (132)
selbstschneidend ist.
12. Schließzylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß der
Abzugsschutzfuß (24b) in die eine Stegstiftbohrung (18) eingeklebt ist.
13. Schließzylinder nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
der Abzugsschutz (24;124;224;324) aus Hartmetall besteht.