Stand der Technik
[0001] Die Erfindung geht aus von einer elektropneumatischen Ventileinrichtung zur unabhängigen
Steuerung zweier. Verbraucheranschlüsse nach der im Oberbegriff des Anspruchs 1 näher
angegebenen Gattung.
[0002] Es ist schon eine solche elektropneumatische Ventileinrichtung zur unabhängigen Steuerung
zweier Verbraucheranschlüsse aus der DE 42 26 539 A1 bekannt, wie sie in Ventilträgersystemen
zur besseren Ausnutzung der begrenzten Ventilplätze verwendet wird, wodurch auf einem
Ventilplatz unterschiedliche Ventilbaureihen gleichzeitig angeordnet werden können.
Bei dieser Ventileinrichtung werden an einer die beiden Verbraucheranschlüsse aufweisenden
Anschlußplatte an beiden Stirnseiten elektromagnetisch betätigte 3/2-Ventile angebaut.
Beide 3/2-Ventile sowie die Anschlußplatte sitzen auf einer Adapterplatte, die ihrerseits
auf eine Grundplatte des Ventilträgersystems aufgesetzt ist. Die Adapterplatte enthält
dabei neben hydraulischen Anschlüssen auch die beiden elektrischen Steckeranschlüsse
für die zwei 3/2-Ventile und einen Steckeranschluß zum Anschließen an die Grundplatte.
Obwohl mit dieser Ventileinrichtung durch bessere Raumausnutzung eine größere Zahl
von Steuerfunktionen bei vorgegebener Anzahl von Ventilplätzen unterbringbar ist,
baut diese Ventileinrichtung hinsichtlich Kosten und Bauraum doch relativ aufwendig.
Auch sind die Durchflußströme zu den Verbraucheranschlüssen bei dieser Bauweise begrenzt,
zumal direktgesteuerte 3/2-Ventile verwendet werden. Die Vielzahl von Steckverbindungen
und Bauelementen erhöht auch die Störanfälligkeit im Betrieb und erschwert die Montage.
[0003] Ferner ist aus der DE 40 20 024 A1 ein elektromagnetisch betätigbares Wegeventil
bekannt, das als 5/2-Ventil ausgeführt ist, bei dem beide zur Vorsteuerung dienenden
Magnetventile auf einer einzigen Stirnseite des eigentlichen Wegeventils angeordnet
sind. Auf diese Weise kommt das Wegeventil ohne Adapterplatte mit einem einzigen elektrischen
Anschlußteil aus; jedoch ist zwischen dem eigentlichen Gehäuse und den Vorsteuerventilen
eine Zwischenplatte erforderlich, die eine Vielzahl von Steuerkanälen aufweist. Auch
sind hier die Antriebskolben für den Hauptsteuerschieber unmittelbar im Wegeventil-Gehäuse
geführt, was eine aufwendige Bauweise verursacht. Vor allem aber ist dieses 5/2-Wegeventil
nur für eine einzige Steuerfunktion ausgelegt, wie sie zur Steuerung eines doppeltwirkenden
Verbrauchers benötigt wird. In vielen Anwendungsfällen ist damit keine optimale Auslegung
möglich, insbesondere in Ventilträgersystemen.
[0004] Ferner ist aus der EP 0 139 259 B1 ein elektrohydraulisches Steuerventil bekannt,
bei dem in einem Gehäuse koaxial zueinander zwei elektromagnetisch betätigte, vorgesteuerte,
3/2-Ventile eingebaut sind. Beide 3/2-Ventile sind untereinander gleich und in einer
aufwendigen Sitzventilbauweise ausgeführt, so daß insgesamt vier Schaltkombinationen
möglich sind und der angeschlossene doppeltwirkende Motor nicht nur in beiden Richtungen
bewegt werden kann, sondern auch in eine Sperrstellung und eine Schwimmstellung gebracht
werden kann. Auch dieses Ventil ist so ausgeführt, daß es sich nur für eine Steuerfunktion
zur Steuerung eines doppeltwirkenden Verbrauchers eignet. Die in der Hydraulik verwendete
Sitzventilbauweise eignet sich so nicht für pneumatische Ventilträgersysteme.
Vorteile der Erfindung
[0005] Die erfindungsgemäße elektropneumatische Ventileinrichtung zur unabhängigen Steuerung
zweier Verbraucheranschlüsse mit den kennzeichnenden Merkmalen des Hauptanspruchs
hat demgegenüber den Vorteil, daß bei einfacher und kostengünstiger Bauweise ein vorgegebener
Bauraum besser mit Steuerfunktionen ausgenützt werden kann. Dadurch lassen sich in
Ventilträgersystemen auf einem Ventilplatz unterschiedliche Ventilbaureihen gemeinsam
anwenden, wobei vor allem zwei 3/2-Wegeventile leicht untergebracht werden können.
Durch die Integration beider Wegeventile in einem Standardgehäuse lassen sich höhere
Durchflußströme realisieren, wie dies in der Regel bei einem 5/2-Wegeventil der Fall
ist. Eine gesonderte, die Verbraucheranschlüsse aufweisende Anschlußplatte kann nunmehr
entfallen. Ebenso wird eine Adapterplatte nicht mehr benötigt, wodurch nicht nur Bauraum
und Kosten sinken, sondern auch die Montage vereinfacht und die Störanfälligkeit verringert
wird. Die Ventileinrichtung ist leicht für unterschiedliche Funktionen ausrüstbar,
indem entsprechende Längsschieber mit unterschiedlich angeordneten Steuerkanten verwendet
werden, so daß sich Funktionen wie Normal-Offen, Normal-Geschlossen oder Kombinationen
davon realisieren lassen. Das am Standardgehäuse angeflanschte Vorsteuergehäuse mit
integrierten Vorsteuerventilen und elektrischem Anschluß begünstigt eine kostensparende
und kompakte Bauweise.
[0006] Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen
und Verbesserungen der im Hauptanspruch angegebenen elektropneumatischen Ventileinrichtung
möglich. Vorteilhaft ist eine Ausbildung nach Anspruch 2, wodurch sich ein billiges,
in großen Stückzahlen hergestelltes Standardgehäuse ohne große Änderungen verwenden
läßt, um die Ventileinrichtung einfach und raumsparend und robust zu realisieren.
Zweckmäßig ist es ferner, wenn die Ventileinrichtung gemäß Anspruch 3 mit außerhalb
des Standardgehäuses gelagerten Antriebskolben ausgerüstet wird, was eine kostengünstige
und leichte Herstellung begünstigt. Günstig ist eine Ausbildung nach den Ansprüchen
4 bis 6, wodurch eine kombinierte Rückstellung durch Federkraft und pneumatische Kraft
erfolgt, indem der Längsschieber stirnseitig auf seiner kleineren wirksamen Fläche
vom Zulaufdruck beaufschlagt wird. Ferner ist es vorteilhaft, wenn das Standardgehäuse
gemäß Anspruch 6 ausgeführt wird, was eine einfache und kostengünstige Bauweise der
Ventileinrichtung unterstützt. In günstiger Weise kann ferner gemäß den Ansprüchen
9 bis 11 die Ventileinrichtung so ausgeführt werden, daß durch leicht austauschbare
Längsschieber beliebige Kombinationen der Funktionen Normal-Offen bzw. Normal-Geschlossen
möglich sind. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den übrigen Ansprüchen,
der Beschreibung sowie der Zeichnung.
Zeichnung
[0007] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und in der
nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen Figur 1 einen teilweisen Längsschnitt
durch eine elektropneumatische Ventileinrichtung zur unabhängigen Steuerung zweier
Verbraucheranschlüsse in vereinfachter Darstellung und die Figur 2 und 3 ein zweites
bzw. drittes Ausführungsbeispiel der elektropneumatischen Ventileinrichtung mit anderen
Längsschiebern für unterschiedliche Funktionsvarianten.
Beschreibung des Ausführungsbeispiels
[0008] In der Figur 1 ist in vereinfachter Darstellung eine elektropneumatische Ventileinrichtung
10 teilweise im Längsschnitt und teilweise schematisch dargestellt, wie sie in einem
Ventilträgersystem auf einem Ventilplatz einer Grundplatte montiert werden kann. Die
Ventileinrichtung 10 besteht im wesentlichen aus einem Ventilmodul 11, einem Vorsteuermodul
12 und einem Deckel 13, die alle aneinandergebaut sind.
[0009] Der Ventilmodul 11 weist ein Standardgehäuse 14 eines 5/2-Wegeventils auf, in dem
eine durchgehende Schieberbohrung 15 zwischen seinen beiden Stirnseiten 16, 17 verläuft.
In der Schieberbohrung 15 sind durch ringförmige Erweiterungen fünf nebeneinanderliegende
Kammern 18, 19, 21, 22, 23 ausgebildet, von denen die mittig liegende Kammer 21 mit
einem mit P bezeichneten Zulaufanschluß 24 verbunden ist. Die zu beiden Seiten der
dritten Kammer 21 liegenden Kammern 19 und 22 sind mit den Verbraucheranschlüssen
25, 26 verbunden, die hier mit A bzw. B bezeichnet sind. Die verbleibenden außenliegenden
Kammern 18, 23 sind mit Rücklaufanschlüssen 27, 28 verbunden, die mit R bezeichnet
sind. Während die beiden Verbraucheranschlüsse 25, 26 im Standardgehäuse 14 nach oben
hin zu einer Querseite 29 geführt sind, verlaufen der Zulaufanschluß 24 und die beiden
Rücklaufanschlüsse 27, 28 in eine untere Querseite 31.
[0010] In die Schieberbohrung 15 sind nun von beiden Stirnseiten 16 bzw. 17 her ein erster
und ein zweiter Längsschieber 32, 33 eingebaut und in der Schieberbohrung 15 dicht
und gleitend geführt. Beide Längsschieber 32, 33 sind untereinander gleich ausgebildet
und weisen für die Funktion eines 3/2-Ventils jeweils zwei Steuerkanten 34, 35 auf.
Jeder Längsschieber 32, 33 hat einen äußeren Kolbenabschnitt 36, mit dem er am Standardgehäuse
14 anschlagen kann und somit eine Endstellung des Längsschiebers 32 bzw. 33 markiert.
An diesem Kolbenabschnitt 36 liegt eine Rückstellfeder 37 an, die sich mit ihrem anderen
Ende im Standardgehäuse 14 abstützt. Da die beiden Längsschieber gleich ausgebildet
sind, sind gleiche Bauelemente am zweiten Längsschieber 33 mit gleichen Bezugszeichen,
jedoch mit Apostroph versehen, bezeichnet.
[0011] An die erste Stirnfläche 16 des Standardgehäuses 14 ist der Vorsteuermodul 12 angebaut,
der in seinem Inneren ein erstes Vorsteuerventil 38 sowie ein zweites Vorsteuerventil
39 aufnimmt. Beide Vorsteuerventile 38, 39 sind untereinander gleich und als 3/2-Ventile
ausgebildet, die elektromagnetisch entgegen Federkraft betätigbar sind. Das erste
Vorsteuerventil 38 dient zur Steuerung des ersten Längsschiebers 32, das zweite Vorsteuerventil
39 entsprechend für den zweiten Längsschieber 33. In dem Vorsteuermodul 12 ist ferner
eine zur Stirnseite 16 hin offene Ausnehmung 41 ausgebildet, in der ein erster Antriebskolben
dicht gleitend geführt ist. Der Antriebskolben 42 ist somit außerhalb des Standardgehäuses
14 in dem Vorsteuergehäuse 43 des Ventilmoduls 11 gelagert, und bildet ein vom ersten
Längsschieber 32 getrenntes Bauelement, das konzentrisch zum Längsschieber gelagert
ist und bei Druckbeaufschlagung in einem Druckraum 44 den ersten Längsschieber 32
betätigen kann. Der Druckraum 44 ist zu diesem Zweck über eine erste Steuerleitung
45 mit dem Vorsteuerventil 38 verbunden. Ferner steht das erste Steuerventil 38 über
eine Drucksteuerleitung 46 mit dem Zulaufanschluß 24 in Verbindung. An diese Drucksteuerleitung
46 ist parallel zum ersten Vorsteuerventil 38 auch das zweite Vorsteuerventil 39 angeschlossen.
Ferner führt vom ersten Vorsteuerventil 38 eine Ablaufsteuerleitung 47 zum Rücklaufanschluß
27, wobei hier das zweite Vorsteuerventil 39 ebenfalls entsprechend parallel angeschlossen
ist. Am Vorsteuermodul 12 ist ferner ein elektrischer Steckanschluß 48 angeordnet,
über den die Ansteuersignale für die beiden Vorsteuerventile 38, 39 eingebbar sind.
[0012] An der zweiten Stirnseite 17 des Ventilmoduls 11 ist der Deckel 13 angebaut, der
in einer sacklochartigen Ausnehmung 49 einen zweiten Antriebskolben 51 aufnimmt. Auch
dieser Antriebskolben 51 ist vom zweiten Längsschieber 33 getrennt ausgebildet und
somit nur im Deckel 13 gelagert. Der Antriebskolben 51 begrenzt einen Druckraum 52,
der über eine zweite Steuerleitung 53 mit dem zweiten Vorsteuerventil 39 Verbindung
hat, wobei diese Steuerleitung 53 durch das Standardgehäuse 14 in das Vorsteuergehäuse
43 hindurchgeführt ist.
[0013] Das erste Vorsteuerventil 38 sowie der erste Längsschieber 32 mit dem zugeordneten
Antriebskolben 42 bilden somit Teile eines vorgesteuerten, ersten 3/2-Wegeventils
55, während das zweite Vorsteuerventil 39 mit dem zweiten Längsschieber 33 und dem
Antriebskolben 51 ein zweites, vorgesteuertes 3/2-Wegeventil bildet, die beide unabhängig
voneinander steuerbar sind. Bei beiden Wegeventilen 55, 56 sind die Steuerkanten 34,
35 an den Längsschiebern 32 bzw. 33 so ausgelegt, daß die Ventile eine Bauart aufweisen,
die mit "Normal-Geschlossen" bezeichnet wird. Dies bedeutet, daß bei nicht erregten
Vorsteuerventilen 38, 39 die Längsschieber 32, 33 jeweils ihre federzentrierte Endstellung
einnehmen, in denen jeweils die Verbindung vom Zulaufanschluß 24 zum zugeordneten
Verbraucheranschluß 25 bzw. 26 gesperrt ist.
[0014] Die Wirkungsweise der elektropneumatischen Ventileinrichtung 10 wird wie folgt erläutert,
wobei der Zusammenhang einer derartigen Ventileinrichtung 10 mit einer nicht näher
gezeichneten Grundplatte in einem Ventilträgersystem als an sich bekannt vorausgesetzt
wird:
[0015] Bei der Ventileinrichtung 10 sind das erste 3/2-Wegeventil 55 und das zweite 3/2-Wegeventeil
56 ausgeschaltet dargestellt. Zum Betätigen des ersten Wegeventils 55 wird das erste
Vorsteuerventil 38 magnetisch gegen Federkraft betätigt, so daß vom Zulaufanschluß
P über die Drucksteuerleitung 46, das Vorsteuerventil 38 und die erste Steuerleitung
45 Zuluft in den ersten Druckraum 44 strömen kann und dort den ersten Antriebskolben
42 beaufschlagt. Der druckbeaufschlagte wirksame Querschnitt des Antriebskolbens 42
ist wesentlich größer als die in der Kammer 21 vom Zulaufdruck beaufschlagte Stirnseite
des ersten Längsschiebers 32, so daß der Längsschieber 32 gegen die Kraft der Rückstellfeder
37 in die Arbeitsstellung verschoben wird. Der im Vorsteuergehäuse 43 gesondert gelagerte
Antriebskolben 42 kann dabei keine radialen Kräfte auf den Längsschieber 32 ausüben.
In dieser Arbeitsstellung des Längsschiebers 32, bei welcher der Kolbenabschnitt 36
an einem Bund im Standardgehäuse 14 anschlägt, befindet sich die erste Steuerkante
34 innerhalb der Kammer 21, so daß Zuluft vom Zulaufanschluß 24 ungehindert zum ersten
Verbraucheranschluß 25 strömen kann. Gleichzeitig sperrt die zweite Steuerkante 35
die Verbindung vom Verbraucheranschluß 25 zum Rücklaufanschluß 27 ab. Wird die Erregung
des ersten Vorsteuerventils 38 abgeschaltet, so wird der Druckraum 44 über die erste
Steuerleitung 45 und die Anlaufleitung 47 zum Rücklaufanschluß 27 entlastet, so daß
die Rückstellfeder 37 den ersten Längsschieber 32 zusammen mit dem Antriebskolben
42 nach links in eine Ruhestellung schiebt, wobei die erste Steuerkante 34 die Verbindung
vom Zulaufanschluß 24 zum Verbraucheranschluß 25 unterbricht, während die zweite Steuerkante
35 den Verbraucheranschluß 25 zum Rücklaufanschluß 27 entlastet.
[0016] Mit Hilfe des zweiten Vorsteuerventils 39 läßt sich der zweite Längsschieber 32 durch
den Antriebskolben 51 in entsprechend gleicher Weise betätigen, so daß die Funktion
des zweiten Wegeventils 56 unabhängig von derjenigen des ersten Wegeventils 55 nutzbar
ist. Durch die Anordnung zweier 3/2-Wegeventile auf einem gleichen Ventilplatz auf
einer Grundplatte lassen sich somit Bauraum und Kosten einsparen und der Funktionsinhalt
eines Ventilblocks ausgehend von einer gleichen Grundplatte erhöhen. Durch die Verwendung
des Standardgehäuses 14 läßt sich dabei ein hoher Durchfluß erreichen, wie dies sonst
bei 5/2-Wegeventilen derselben Baureihe der Fall ist. Durch die integrierte Anordnung
beider Vorsteuerventile 38, 39 in dem Vorsteuermodul 12 auf einer einzigen Stirnseite
des Standardgehäuses genügt ein einziger elektrischer Steckanschluß 48 für die Ansteuerung
beider Wegeventile 55, 56. Das Standardgehäuse 14 und der Vorsteuermodul 12 sind so
ausgebildet, daß sie ohne zusätzliche Adapterplatte unmittelbar auf die Grundplatte
in einem Ventilträgersystem montiert werden können. Durch die Ausbildung der Antriebskolben
42, 51 als von den Längsschiebern getrennte Bauelemente, welche außerhalb des Standardgehäuses
14 in dem angebauten Vorsteuergehäuse 43 bzw. Deckel 13 gelagert sind, werden störende
Einflüsse auf die Lagerung und Führung der Längsschieber 32, 33 vermieden.
[0017] Die Figur 2 zeigt eine zweite elektropneumatiche Ventileinrichtung 60, die sich von
derjenigen nach Figur 1 lediglich dadurch unterscheidet, daß sie zwei andere, untereinander
gleiche Längsschieber 61, 62 verwendet. Bei diesen Längsschiebern 61, 62 ist die Lage
der Steuerkanten 34, 35 so gewählt, daß beide Ventile die Funktion "Normal-Offen"
haben. Dies bedeutet, daß bei nicht erregten Ventilen die Verbindung vom Zulaufanschluß
24 zum Verbraucheranschluß 26 geöffnet ist, während die Verbindung vom letzterem zum
Rücklaufanschluß 28 blockiert ist; dies ist in Figur 2 mit den in Ruhestellung befindlichen
Längsschiebern 61, 62 dargestellt. Bei der Ventileinrichtung 60 sind somit beide Wegeventile
für eine Funktion "Normal-Offen" ausgeführt. Die Wirkungsweise der Ventileinrichtung
60 entspricht im übrigen sinngemäß derjenigen der Ventileinrichtung 10.
[0018] Die Figur 3 zeigt vereinfacht eine dritte Ventileinrichtung 70, bei welcher in dem
Standardgehäuse 17 im ersten Wegeventil 55 ein erster Längsschieber 32 für die Funktion
"Normal-Geschlossen" und im zweiten Wegeventil 56 ein zweiter Längsschieber 62 für
die Funktion "Normal-Offen" eingebaut sind. Auf diese Weise können im Ventilmodul
11 unterschiedliche Ventilvarianten realisiert werden.
[0019] Selbstverständlich sind an den gezeigten Ausführungsformen Änderungen möglich, ohne
vom Gedanken der Erfindung abzuweichen. Obwohl die gezeigte Belegung der Anschlüsse
besonders vorteilhaft ist, kann das Standardgehäuse 14 auch so verwendet werden, daß
der mittlere Anschluß 24 mit R und die beiden Anschlüsse 27, 28 bei Bedarf mit P belegt
werden. Auch sind Bauformen möglich, bei denen Längsschieber und Antriebskolben zusammen
einstückig ausgebildet werden. Die Lage der Längsschieber 32, 62 in Fig. 3 kann auch
vertauscht werden.
1. Elektropneumatische Ventileinrichtung zur unabhängigen Steuerung zweier Verbraucheranschlüsse
über jeweils eines von zwei elektrisch ansteuerbaren Ventilen von denen jedes Ventil
mit 3/2-Funktion ausgebildet ist und ein Steuerglied aufweist, das zwischen einen
Zulaufanschluß zur Versorgung beider Ventile mit Druckmittel, den Verbraucheranschluß
sowie einen Rücklaufanschluß geschaltet ist und bei der die beiden Ventile und die
Anschlüsse im wesentlichen in einer Ebene angeordnet sind, so daß die Ventileinrichtung
in einer Ventilbaugruppe zum Anbau auf eine Grundplatte geeignet ist, dadurch gekennzeichnet,
daß die Ventileinrichtung (10) ein Standardgehäuse (14) eines 5-Wegeventils aufweist,
das eine durchgehende Schieberbohrung (15) hat, in der fünf Kammern (18, 19, 21, 22,
23) nebeneinanderliegend angeordnet sind, die mit mindestens einem Zulaufanschluß
(24), den zwei Verbraucheranschlüssen (25, 26) und mindestens einem Rücklaufanschluß
(27, 28) verbunden sind, daß in der Schieberbohrung (15) die zwei Steuerglieder gleitend
geführt sind, die jeweils als druckmittelbetätigbare Längsschieber (32, 33) ausgebildet
sind, die entsprechend ihrer 3/2-Funktion zwei Steuerkanten (34, 35) aufweisen und
von jeweils einem Antriebskolben (42, 51) betätigbar sind, daß beide elektromagnetisch
betätigbaren Vorsteuerventile (38, 39) zum Steuern der Antriebskolben (42, 51) gemeinsam
auf einer einzigen Stirnseite (16) des Standardgehäuses (14) angeordnet sind.
2. Ventileinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß am Standardgehäuse
(14) die Schieberbohrung (15) zwischen zwei Stirnseiten (16, 17) verläuft, an denen
einerseits ein die Vorsteuerventile (38, 39) aufnehmender Vorsteuermodul (12) und
andererseits ein Deckel (13) angebaut sind.
3. Ventileinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebskolben
(42, 51) von den Längsschiebern (32, 33) getrennte Bauelemente sind, und außerhalb
des Standardgehäuses (14) in den angebauten Teilen (11, 13) gleitend geführt sind.
4. Ventileinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß an
jedem Längsschieber (32, 33) eine Rückstellfeder (37, 37') anliegt, die zusätzlich
am Standardgehäuse (14) abgestützt ist.
5. Ventileinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
wirksame, druckbeaufschlagte Fläche des Antriebskolbens (42, 51) größer ist, als die
druckbeaufschlagte Fläche des Längsschiebers (32, 33) in der Kammer (21).
6. Ventileinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß im
Standardgehäuse (14) von den fünf Anschlüssen der in axialer Richtung gesehen mittig
liegende Anschluß (24) für den Zulauf (P) dient, neben dem zu beiden Seiten die Verbraucheranschlüsse
(25, 26) liegen, während die beiden Rücklaufanschlüsse (27, 28) außen liegen.
7. Ventileinrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Verbraucheranschlüsse
(25, 26) in eine Querseite (29) des Standardgehäuses (14) verlaufen, während in die
andere Querseite (31) der Zulaufanschluß (24) und die beiden Rücklaufanschlüsse (27,
28) verlaufen.
8. Ventileinrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß durch
das Standardgehäuse (14) Steuerkanäle (53, 46, 47) verlaufen, von denen einer (53)
vom Vorsteuerventil (39) zum Antriebskolben (57) im Deckel (13) führt.
9. Ventileinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die
beiden Längsschieber (31, 32) für eine Funktion Normal-Geschlossen (Fig. 1) ausgebildet
sind.
10. Ventileinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die
beiden Längsschieber (61, 62) für eine Funktion Normal-Offen (Fig. 2) ausgebildet
sind.
11. Ventileinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß ein
Längsschieber (62) für eine Funktion Normal-Offen und der andere Längsschieber (32)
für eine Funktion Normal-Geschlossen ausgeführt ist.
12. Ventileinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß das
Vorsteuergehäuse (43) eine sacklochartige Ausnehmung (41) aufweist, in der der Antriebskolben
(42) für den ersten Längsschieber (32) geführt ist.
13. Ventileinrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß das Vorsteuergehäuse
(43) eine sacklochartige Ausnehmung (41) aufweist, in der der Antriebskolben (42)
für den ersten Längsschieber (32) geführt ist.