[0001] Die Erfindung betrifft einen Maueranker zum Verbinden zweier einander in Abstand
zugeordneter Bauelemente, insbesondere zweier Schalen einer Wand, mit -- gegebenenfalls
aus der Längsachse des Mauerankers herausgeformten --Ankerenden und einer um diese
Längsachse aus dem Werkstoff des Mauerankers -- mit diesem -- einstückig gedrehten
Mittelzone.
[0002] Ein Maueranker dieser Art ist der CH-PS 441 679 zu entnehmen, der zur Verbindung
von gegeneinander beweglichen Bauelementen geeignet sein soll. Dieser vorbekannte
Federanker ist einstückig aus einem Rundstahl hergestellt und mit einer schraubenfederartigen
Mittelzone ausgestattet, von der beidseits achsparallel Drahtarme abragen, welche
jeweils endwärts teilkreisförmig gekrümmt sind. Die CH-PS 441 679 erwähnt auch andere
Federelemente wie zickzackförmig gebogene Federdrähte, Federn aus natürlichem oder
synthetischem Kautschuk, Luftfedern od.dgl. mehr. Als bevorzugter Werkstoff wird ein
Draht aus Federstahl erwähnt, beispielsweise aus Chrom-Nickel-Stahl 18/8. Hervorgehoben
wird auch der Wunsch nach Korrosionsbeständigkeit des Federankers.
[0003] In Kenntnis dieses Standes der Technik hat sich der Erfinder das Ziel gesetzt, einen
Maueranker insbesondere für mehrschalige Wände zu schaffen, welcher auf einfachere
Weise als eine Schraubenfeder herzustellen ist und ausreichende Festigkeitswerte anbietet.
[0004] Zur Lösung dieser Aufgabe führt die Lehre des unabhängigen Anspruches; die Unteransprüche
geben günstige Weiterbildungen an.
[0005] Erfindungsgemäß weist der aus einem Flachstahl geformte Maueranker beidseits der
Mittelzone miteinander etwa in einer Ebene fluchtende Endzonen des Flachstahls auf,
an welche jeweils ein Flachstahlabschnitt der Mittelzone anschließt, welcher etwa
bis zu deren die Längsachse querenden Mittellinie hin ca. 180° um die Längsachse gedreht
ist; die beiden Flachstahlabschnitte der Mittelzone sind in einer gemeinsamen Drehrichtung
gedreht.
[0006] Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung fluchtet etwa mit den Oberflächen der Endzonen
des Mauerankers in der Mittellinie der Gegenfläche des Flachstahles, d.h. von jedem
der Endzonen bis zur Mittellinie ist das Bandmaterial in einer einzigen Steigung gedreht
- die andere Steigung schließt dann gegensinnig an.
[0007] Vorteilhafterweise liegen die von der Mittellinie geschnittenen Längskanten des von
der Mittellinie aus gedrehten Mauerankers in dessen Endzonen an der jeweils anderen
Seite der Längsachse.
[0008] Bei einer weiteren Ausgestaltung des Mauerankers schließt an jede der fluchtenden
Endzonen ein Verformungsabschnitt an, wobei Verformungsabschnitte einen ebenen Bereich
der Mittelzone begrenzen, zu dem die beiden Endzonen auch hie etwa 180° um die Längsachse
in einer gemeinsamen Drehrichtung gedreht sind.
[0009] Dank dieser Maßgaben entsteht ein zu jener Mittellinie hin beidseits gleichsinnig
gedrehter Formkörper, der die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe in bestechender
Weise erfüllt. Wenn im übrigen vorstehend und nachfolgend von einem Flachstahl die
Rede ist, so soll dieser Begriff jede Art von Bandmaterial erfassen, also auch Streifen
aus einer Aluminiumlegierung oder einem Kunststoff mit Eigenschaften, die jenen metallischer
Werkstoffe entsprechen.
[0010] Im Rahmen der Erfindung liegt auch ein aus einem Flachstahl geformter Maueranker
mit beidseits der Mittelzone miteinander in einer Ebene fluchtenden Endzonen, die
um die Längsachse des Mauerankers gegen die Mittelzone um 90° gedreht sind, dies entweder
-- wie oben beschrieben --gleichsinnig oder auch gegensinnig um die Längsachse gedreht.
[0011] Zur besseren Verankerung der freien Enden der Endzonen können diese in aus der Längsachse
heraus gewinkelte Querarme übergehen, die bevorzugt jeweils endwärts mit einem aus
ihrer Ebene herausgeformten Formsteg ausgestattet sind. Die Formstege der Querarme
weisen vorteilhaft zueinander und bilden so Widerhaken im Mauerwerk.
[0012] Bei einem weiteren Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes ist ein Teil der
einen Endzone des Mauerankers abgetrennt und durch einen axialen Gewindestift ersetzt,
der durch Umbördeln und Verschweißen oder Verkleben am Maueranker festliegt und in
eine Schraubbüchse od.dgl. Gegenorgan des Mauerwerkes eingeschraubt zu werden vermag.
[0013] Auch liegt es im Rahmen der Erfindung eine der Endzone ohne Querarme herzustellen
und stattderen mit reibungserhöhenden Ein- und/oder Ausformungen der Flachstahlflächen
zu versehen; diese können dann formschlüssig im Mauerwerk festgelegt sein.
[0014] Bei der Herstellung der Maueranker wird erfindungsgemäß ein stegartiger Flachstahlrohling
etwa in Längsmitte eingespannt, wonach die beidseits abstehenden Rohlingshälften in
der Längsachse des Flachstahlrohlings um jene erwähnten 180° gleichsinnig oder um
etwa 90° gedreht werden.
[0015] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele sowie anhand der Zeichnung; diese zeigt
in
- Fig. 1:
- einen Schnitt durch ein mehrschaliges Mauerwerk mit Maueranker;
- Fig. 2:
- die gegenüber Fig. 1 vergrößerte Draufsicht auf den Maueranker;
- Fig. 3:
- einen Teil der Seitenansicht des Mauerankers;
- Fig. 4:
- eine Schrägsicht auf einen Abschnitt des Mauerankers;
- Fig. 5,6:
- der Fig. 4 entsprechende Darstellungen von Abschnitten anderer Ausführungsformen;
- Fig. 7,9,11:
- der Fig. 2 entsprechende Wiedergaben weiterer Maueranker;
- Fig. 8, 10, 12:
- Seitenansichten zu den Ausgestaltungen der Fig. 7, 9, 11.
[0016] In Fig. 1 ist innerhalb einer zweischaligen Wand 10 aus einer Außenschale 12, einer
Innenmauerung 14 sowie einem --in einem von beiden Schalen 12, 14 begrenzten Spalt
13 der Breite a vorgesehenen -- Isolierkern 16 ein Maueranker 18 aus einem Flachstahl
der beispielsweisen Breite b von 14 mm und einer Dicke i von etwa 2 mm festgelegt.
[0017] An den beiden in die Außenschale 12 bzw. die Innenmauerung 14 eingreifenden Ankerenden
sind etwa rechtwinklig zur Längsachse A des Mauerankers 18 verlaufende Querarme 20
aus dem Flachstahl bzw. Bandmetall herausgeformt und können ihrerseits endwärts mit
zur Mittellinie M des Mauerankers 18 weisenden Formstegen 22 versehen sein.
[0018] Der Maueranker 18 einer Gesamtlänge n von beispielsweise 240 mm ist in Fig. 2, 3
in drei Zonen 24, 25, 24 etwa gleicher Zonenlänge e unterteilt; die beiden äußeren
Endzonen 24 -- von denen die Oberfläche B der einen Endzone 24 in Fig. 2, links, schraffiert
hervorgehoben ist -- gehen jeweils von den Querarmen 20 aus und verlaufen in der in
Fig. 3, 4 angedeuteten Flachstahlebene E, aus der beispielsweise jene Querarme 20
um 90° unter Bildung einer Stirneinformung 26 herausgedreht sind. Die Stirneinformung
26 wird in Längsachse A durch eine bauchähnliche Ausformung 27 begrenzt, die beispielhaft
in Fig. 3, links, zu erkennen ist.
[0019] Die Mittelzone 25 des Mauerankers 18 ist so verformt, daß gemäß Fig. 2 bis 4 in der
eine Symmetriegerade darstellenden Mittellinie M die Oberfläche B -- gewendet -- in
Gegenrichtung weist und dort die Gegenfläche Q des Mauerankers 18 sichtbar wird; zwischen
den Enden -- Linie N in Fig. 2 -- der beiden Außenzonen 24 und der Mittellinie M ist
der Flachstahl jeweils um 180° gedreht.
[0020] Der Maueranker 18 erhält seine beschriebene Form dadurch, daß der -- aus Gründen
der Übersichtlichkeit nicht dargestellte -- Flachstahlrohling in der Mittellinie M
in einem in Fig. 2 durch Begrenzungslinien G kenntlich gemachten Bereich eingespannt
wird, wonach die beidseits abstehenden Rohlingshälften gleichsinnig (Pfeile x in Fig.
3) in der Längsachse A um jene 180° gedreht werden. Jene beiden Linien N begrenzen
jeweils einen Verformungsabschnitt oder Drehungsbereich 28 einer Länge q nach außen,
der zur Mittellinie M hin an der Begrenzungslinie G endet.
[0021] Der Maueranker 18
a in Fig. 5 ist etwa in der in Fig. 4, unten, angedeuteten Schnittstelle unter Bildung
einer Endkante 29 abgelängt und mit einem axialen Gewindebolzen 33 für eine -- nicht
wiedergegebene -- in einer Wand festliegende Gewindebüchse od.dgl. Gegenelement ausgestattet;
der Gewindebolzen 33 wird in einen gebördelten Flachstahlabschnitt eingeschweißt bzw.
eingeklebt. Die Längskanten 30, 31 des Flachstahles bzw. Mauerankers 18
a liegen dabei in einer gemeinsamen Ebene.
[0022] Der Maueranker 18
b der Fig. 6 bietet statt des Gewindebolzens 33 ein querschnittlich rinnenähnlich gekrümmtes
Endstück 34 mit widerhakenartigen Retentionen 36 an.
[0023] Die Länge e₁ der Mittelzone 25
a zwischen den Linien N ist beim federnden Maueranker 18
c der Fig. 7, 8 -- aus einem Bandmetall V4A 15 x 1,5 mm -- größer als die Länge e der
Endzonen 24, was ebenfalls für den Abstand f der Begrenzungslinie G voneinander im
Vergleich mit Fig. 2 zutrifft. Auch hier sind beide Endzonen 24 gleichsinnig gedreht,
dies jeweils in einem Winkel von 90°.
[0024] Die Drehung des Mauerankers 18
d der Fig. 9, 10 mißt auch 90° -- jedoch bei gegensinniger Drehung -- mit der Folge,
daß die Oberfläche B der einen Endzone 4 mit der Gegenfläche Q der anderen Endzone
24 fluchtet. Hier sind die drei Zonen 24, 25, 24 wieder von etwa gleicher Länge e.
[0025] Der Maueranker 18
e der Fig. 11, 12 ist beidseits der Mittelzone 25
a der Länge e₁ gleichsinnig jeweils um 180° gedreht; die Oberflächen B beider Endzonen
24 fluchten mit der Gegenfläche Q der Mittelzone 25
a, die hier verhältnismäßig langflächig ist.
[0026] Wie Fig. 12 deutlich werden läßt, sind die bei der Drehung entstehenden Verformungsabschnitte
28 sehr kurz; deren Länge q entspricht etwa der halben Länge e des ebenen Teiles der
Mittelzone 25
a und damit auch der halben Länge e einer Endzone 24.
1. Maueranker zum Verbinden zweier einander in Abstand zugeordneter Bauelemente, insbesondere
zweier Schalen einer Wand, mit gegebenenfalls aus der Längsachse des Mauerankers herausgeformten
Ankerenden und einer um diese Längsachse aus dem Werkstoff des Mauerankers einstückig
gedrehten Mittelzone,
dadurch gekennzeichnet,
daß der aus einem Flachstahl geformte Maueranker (18) beidseits der Mittelzone (25)
miteinander in einer Ebene (E) fluchtende Endzonen (24) aufweist, an welche jeweils
ein Flachstahlabschnitt (28) der Mittelzone anschließt, welcher zu deren die Längsachse
(A) des Mauerankers querenden Mittellinie (M) etwa 180° um die Längsachse gedreht
ist, wobei die beiden Flachstahlabschnitte der Mittelzone in einer gemeinsamen Drehrichtung
(x) gedreht sind.
2. Maueranker zum Verbinden zweier einander in Abstand zugeordneter Bauelemente, insbesondere
zweier Schalen einer Wand, mit gegebenenfalls aus der Längsachse des Mauerankers herausgeformten
Ankerenden und einer um diese Längsachse aus dem Werkstoff des Mauerankers einstückig
gedrehten Mittelzone, dadurch gekennzeichnet, daß der aus einem Flachstahl geformte
Maueranker (18e) beidseits der Mittelzone (25a) miteinander in einer Ebene (E) fluchtende Endzonen (24) aufweist, an welche jeweils
ein Verformungsabschnitt (28) anschließt, wobei beide Verformungsabschnitte einen
ebenen Bereich der Mittelzone begrenzen, zu dem die beiden Endzonen (24) etwa 180°
um die Längsachse (A) in einer gemeinsamen Drehrichtung (x) gedreht sind.
3. Maueranker zum Verbinden zweier einander in Abstand zugeordneter Bauelemente, insbesondere
zweier Schalen einer Wand, mit gegebenenfalls aus der Längsachse des Mauerankers herausgeformten
Ankerenden und einer um diese Längsachse aus dem Werkstoff des Mauerankers einstückig
gedrehten Mittelzone, dadurch gekennzeichnet, daß der aus einem Flachstahl geformte
Maueranker (18c, 18d) beidseits der Mittelzone (25a, 25) miteinander in einer Ebene (E) fluchtende Endzonen (24) aufweist, die um die
Längsachse (A) des Mauerankers gegen die Mittelzone um 90° gedreht sind.
4. Maueranker nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Endzonen (24) gleichsinnig
um die Längsachse (A) gedreht sind (Fig. 7) oder daß die Endzonen (24) gegensinnig
um die Längsachse (A) gedreht sind.
5. Maueranker nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittelzone (25a) des Mauerankers (18c) länger ist als die Endzone/n (24).
6. Maueranker nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge (q) des Verformungsabschnittes
(28) etwa der halben Länge (e) der Endzone (24) entspricht.
7. Maueranker nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß mit den Oberflächen
(B) der Endzonen (24) des Mauerankers (18, 18e) in der Mittelzone (25, 25a) die Gegenfläche (Q) zu jenen Oberflächenbereichen des Flachstahles etwa fluchtet.
8. Maueranker nach Anspruch 1, 2 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die von der Mittellinie
(M) geschnittenen Längskanten (30 und 31) des Mauerankers (18, 18e) in dessen Endzonen (24) an der jeweils anderen Seite der Längsachse (A) liegen (Fig.
2, 11).
9. Maueranker nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das freie
Ende der Endzone (24) des Mauerankers (18, 18a bis 18c) in aus der Längsachse (A) gewinkelte Querarme (20) übergeht, wobei gegebenenfalls
aus der Ebene der Querarme (20) endwärts ein daraus abgewinkelter Formsteg (22) herausgeformt
ist, der bevorzugt zur Mittellinie (M) gerichtet ist.
10. Maueranker nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß
ein Teil der einen Endzone (24) des Mauerankers (18a) durch einen axialen Zylinderbolzen (33) ersetzt ist (Fig. 5), oder daß eine gegebenenfalls
querarmfreie Endzone (34) des Mauerankers (18b) mit reibungserhöhenden Ein- und/oder Ausformungen (36) versehen ist (Fig. 6).
11. Verfahren zum Herstellen eines Mauerankers nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß ein stegartiger Flachstahlrohling etwa in Längsmitte (Mittellinie M) eingespannt
wird, wonach die beidseits abstehenden Rohlingshälften gleichsinnig (Pfeile x) in
der Längsachse (A) des Flachstahlrohlings um etwa 180° gedreht werden.
12. Verfahren zum Herstellen eines Mauerankers nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß ein stegartiger Flachstahlrohling etwa in Längsmitte (Mittellinie M) eingespannt
wird, wonach die beidseits abstehenden Rohlingshälften in der Längsachse (A) des Flachstahlrohlings
um etwa 90° gedreht werden.