[0001] Für den hydraulischen Axialschubausgleich bei Kreiselpumpen stehen sehr unterschiedliche
Maßnahmen und Elemente zur Verfügung. Eine wesentliche Gemeinsamkeit der Mehrzahl
der hierfür verwendeten Einrichtungen besteht darin, daß sie für die Bewerkstelligung
des hydraulischen Ausgleichs einer in einem Drosselspalt erzeugten Druckdifferenz
bedürfen. Da die durch einen Drosselspalt zu erzielende Druckdifferenz aber proportional
der Förderhöhe der Kreiselpumpe ist, kann es bei kleineren Förderhöhen, beispielsweise
im Überlastbereich der Kreiselpumpe, zu einem Versagen der Ausgleichseinrichtung,
also zu einem Anstreifen des Laufrades an einem feststehenden Teil der Kreiselpumpe
kommen. Um dies zu verhindern, sah man noch ein Axiallager vor, das den von der hydraulisch
wirkenden Ausgleichseinrichtung nicht bewältigten Restschub aufzunehmen vermochte.
[0002] Durch die DE 40 26 905 A1 ist eine Einrichtung zum vollständigen Ausgleich des Axialschubes
bei Kreiselpumpen bekannt, die neben einem in herkömmlicher Weise arbeitenden hydraulischen
Axialschubausgleich ein zweites, ebenfalls hydraulisch wirkendes Ausgleichssystem
besitzt. Dieses zweite System stützt sich auf Mittel, die eine Druckerhöhung im druckseitigen
Seitenraum des Laufrades bei einer unter einen vorgegebenen Wert absinkenden Förderhöhe
bewirken. Da es somit nicht auf die Pumpenförderhöhe als Wirkparameter angewiesen
ist, kann es auch bei kleinen Förderhöhen selbständig einen vollständigen Ausgleich
der Axialkräfte erreichen.
[0003] Auch die vorliegende Erfindung bezweckt einen vollständigen hydraulischen Ausgleich
des Axialschubes. Sie geht allerdings einen anderen Weg als die oben geschilderte
Einrichtung.
[0004] Genau gesagt, handelt es sich bei der Erfindung um eine Einrichtung zum vollständigen
Ausgleich des Axialschubes bei Kreiselpumpen, insbesondere bei Kreiselpumpen mit einer
spezifischen Drehzahl von mehr als 15 min⁻¹, wobei folgende miteinander im Wirkzusammenhang
stehende Merkmale am Laufrad und der das Laufrad umgebenden Gehäusewand der Kreiselpumpe
vorhanden sind:
a) ein zwischen dem Laufradhals und der Gehäusewand gebildeter veränderlicher Dichtspalt;
b) mehrere auf der Druckseite des Laufrades angeordnete radial verlaufende Gehäuserippen;
c) ein oder mehrere, auf größerem Durchmesser als die Gehäuserippen angeordnete radiale
Dichtspalte, die zwischen kreisringförmig und konzentrisch zur Laufradachse verlaufenden
Absätzen gebildet werden, welche an der druckseitigen Deckscheibe des Laufrades und
der Gehäusewand angeordnet sind;
d) mehrere in Nähe der Laufradnabe angeordnete Entlastungsbohrungen;
e) ein auf einem zwischen den Gehäuserippen und den Entlastungsbohrungen gelegenen,
konzentrisch zur Laufradachse verlaufenden Kreisring angeordneter veränderlicher Axialspalt
zwischen der druckseitigen Deckscheibe des Laufrades und der Gehäusewand, wobei der
Axialspalt zwischen einem an der Deckscheibe oder der Gehäusewand angeordneten Absatz
und der ebenen oder ebenfalls mit einem Absatz versehenen Gegenfläche gebildet wird.
[0005] Der veränderliche, Regelverhalten besitzende Dichtspalt wird gemäß einer ersten Ausgestaltung
der Erfindung durch einen Axialspalt zwischen der saugseitigen Stirnfläche des Laufrades
und der Gehäusewand gebildet. Empfehlenswert, aber nicht Bedingung, ist ein zusätzlicher,
zwischen dem Laufradhals und der Gehäusewand gebildeter Radialspalt, so daß beide
Spalte zusammen einen Winkelspalt formen.
[0006] Eine hierzu alternative Ausgestaltung sieht einen als Diagonalspalt ausgebildeten
veränderlichen Dichtspalt vor.
[0007] In einer bevorzugten Ausführung der Erfindung sind die Gehäuserippen und die diesen
jeweils nächstgelegenen Absätze an der Gehäusewand unmittelbar aneinander angrenzend
gestaltet.
[0008] Die Einzelmerkmale der Erfindung sind zwar grundsätzlich bekannt. Allerdings wurden
sie bisher in anderen Kombinationen als der erfindungsgemäßen eingesetzt, wobei jeweils
noch ein zumindest als Notlager dienendes Axiallager erforderlich war. Die Erfindung
macht ein Axiallager entbehrlich, weil der Läufer, also die aus dem Laufrad, der Welle
und dem Rotor des antreibenden Elektromotors gebildete Einheit, axial berührungsfrei
fixiert ist und bei einer Auslenkung aus dieser so eingenommenen Gleichgewichtslage
durch hohe Rückstellkräfte wieder in seine axialkraftfreie Ursprungslage zurückgebracht
wird.
[0009] Anhand mehrerer Ausführungsbeispiele soll dies näher erläutert werden. Die Zeichnung
zeigt in
- Fig. 1
- einen Ausschnitt aus einem Kreiselpumpengehäuse mit einer erfindungsgemäßen Einrichtung
zum Axialschubausgleich, in
- Fig. 2
- einen der Fig. 1 entsprechenden Ausschnitt aus einer Variante des erfindungsgemäßen
Axialschubausgleichs, in
- Fig. 3
- ein Diagramm, welches das Zusammenwirken der am Laufrad der Fig. 1 angreifenden Kräfte
zeigt, in
- Fig. 4
- ein entsprechendes Diagramm für die Ausführung der Fig. 2, und in
- Fig. 5
- einen der Fig. 1 entsprechenden Ausschnitt einer weiteren Variante der erfindungsgemäßen
Einrichtung.
[0010] Bei der mit einem Gehäuse 1 und einem Laufrad 2 ausgestatteten Kreiselpumpe der Fig.
1 wirken verschiedene saug- und druckseitig plazierte Elemente zur Erreichung eines
vollständigen Axialschubausgleichs zusammen.
[0011] Auf der Saugseite befindet sich ein winkelförmiger Dichtspalt, der aus einem veränderlichen
Axialspalt 3 zwischen der Stirnfläche 4 des Laufrades 2 und der dieser gegenüberliegenden
Gehäusewand 5 und einem Radialspalt 6 unveränderlicher Weite zwischen dem Laufradhals
7 und der diesen umschließenden Gehäusewand 5 gebildet wird.
[0012] Auf der Druckseite sind mehrere, auf unterschiedlichen Durchmessern angeordnete Elemente
vorgesehen. In einer vom größeren zum kleineren Durchmesser reichenden Reihenfolge
sind dies:
Radiale Dichtspalte 8 und 9, die zwischen einem kreisringförmig und konzentrisch zur
Achse des Laufrades 2 verlaufenden Absatz 10 an der druckseitigen Deckscheibe 11 des
Laufrades 2 und Absätzen 12 und 13 an der gegenüberliegenden Gehäusewand 5 gebildet
werden;
mehrere radial verlaufende, gleichmäßig über den Umfang verteilte Gehäuserippen 14,
welche radial begrenzt werden durch den auf größerem Durchmesser angeordneten Absatz
13 und einen auf kleinerem Durchmesser vorgesehen Absatz 15;
ein veränderlicher Axialspalt 16, der zwischen dem Absatz 15 und der druckseitigen
Deckscheibe 11 gebildet wird.
[0013] Schließlich sind noch mehrere Entlastungsbohrungen 17 vorgesehen, die in der Nähe
der Nabe des Laufrades 2 angeordnet sind.
[0014] Die in der Fig. 2 dargestellte Variante stimmt im wesentlichen mit der Ausführung
der Fig. 1 überein, einen Unterschied bildet allein der saugseitige Dichtspalt, der
bei der Einrichtung der Fig. 2 als Diagonalspalt 18 gestaltet ist. Der Vorteil des
Diagonalspaltes 18 gegenüber dem aus Axialspalt 3 und Radialspalt 6 bestehenden Winkelspalt
liegt in seinem besseren Regelverhalten, wie sich auch anhand der Diagramme der Figuren
3 und 4 erkennen läßt. Der Nachteil liegt in der aufwendigeren Fertigung eines Diagonalspaltes.
[0015] Die bereits angesprochenen Figuren 3 und 4 zeigen die dem axialen Bewegungsweg s
des Laufrades 2 zugeordneten variablen Kräfte, wobei die Kraft F₂ auf die Druckseite
und die Kraft F₁ auf die Saugseite des Laufrades 2 wirkt. Der axiale Bewegungsweg
s wird begrenzt durch eine Anlage der Stirnfläche 4 an der Gehäusewand 5 (s = 0) und
einer Anlage der druckseitigen Deckscheibe 11 am Absatz 15 (s
max). Der maximale Bewegungsweg s
max sollte zwischen 0,8 und 1,2 mm betragen.
[0016] Durch eine die verschiedenen Einflußparameter berücksichtigende Abstimmung der Elemente
des Axialschubausgleichs aufeinander, also Lage und Spiel der Dichtspalte 3, 6, 8,
9, 16, 18 sowie Lage und Größe der Gehäuserippen 14 und der Entlastungsbohrungen 17,
stellt sich eine stabile Gleichgewichtslage des Läufers ein. Hierdurch wird der Läufer
während der Rotation axial berührungsfrei fixiert. Bei einer Auslenkung aus der Gleichgewichtslage
sorgen relativ hohe Rückstellkräfte dafür, daß der Läufer wieder in seine axialkraftfreie
Ursprungslage zurückkehrt.
[0017] Ursächlich hierfür ist, daß die axial wirkende Kraftkomponente auf die saugseitige
Laufraddeckwand über der Spaltweite stark degressiv verläuft, während die entgegengesetzt
wirkende Kraftkomponente auf die druckseitige Laufraddeckwand einen progressiven Verlauf
besitzt.
[0018] Mit dem Grad der Steilheit der den Diagrammen entnehmbaren Kurve des Kraftverlaufs
steigern sich bei einer Auslenkung aus der axialkraftfreien Gleichgewichtslage des
Läufers die wirksam werdenden Rückstellkräfte. Daher ist es, wie auch die Fig. 4 belegt,
der saugseitige Diagonalspalt 18 der Kombination aus Axialspalt 3 und Radialspalt
6 in seinem auf den Axialschubausgleich wirkenden Regelverhalten überlegen.
[0019] In der Fig. 5 ist eine Ausführung der erfindungsgemäßen Einrichtung dargestellt,
bei welcher die im Merkmal 1 c des Anspruches 1 genannten Absätze 19 bis 21 so angeordnet
sind, daß diagonale Dichtspalte 22, 23 zwischen ihnen gebildet werden. Auf ein Diagramm
der am Laufrad 2 angreifender Kräfte F₁ und F₂ wurde bei dieser Ausführung verzichtet.
[0020] Die erfindungsgemäße Einrichtung kann auch mit einer Kombination von radialen (8,
9) und diagonalen (22, 23) Dichtspalten verwirklicht werden. Ebenso können jeweils
mehr als zwei solcher Dichtspalte (8, 9; 22, 23) auf der Druckseite des Laufrades
(2) vorgesehen werden.
[0021] Die Gehäuserippen 14 der Ausführungsbeispiele sind durch Ausfräsen der freien Räume
zwischen den Rippen entstanden. Hierdurch wurden gleichzeitig die den freien Raum
begrenzenden Flächen der Absätze 13 und 15 geschaffen. Es ist zu erwähnen, daß sich
durch das Ausfräsen mit einem Fingerfräser jeweils ein bogenförmiger Übergang der
Gehäuserippen 14 zu den Wänden der Absätze 13, 15 ergibt. In einem für kurze Gehäuserippen
geltenden Grenzfall kann die Außenkontur einer Rippe auf beiden Seiten halbkreisförmig
konkav sein. Dies hat auf das Regelverhalten der Gehäuserippen keinen negativen Einfluß.
1. Einrichtung zum vollständigen Ausgleich des Axialschubes bei Kreiselpumpen, insbesondere
bei Kreiselpumpen mit einer spezifischen Drehzahl von mehr als 15 min⁻¹, wobei folgende
miteinander im Wirkzusammenhang stehende Merkmale am Laufrad (2) und der das Laufrad
(2) umgebenden Gehäusewand (5) der Kreiselpumpe vorhanden sind:
a) ein zwischen dem Laufradhals (7) und der Gehäusewand (5) gebildeter veränderlicher
Dichtspalt (3, 6; 18);
b) mehrere auf der Druckseite des Laufrades (2) angeordnete radial verlaufende Gehäuserippen
(14);
c) ein oder mehrere, auf größerem Durchmesser als die Gehäuserippen (14) angeordnete
radiale und/oder diagonale Dichtspalte (8, 9; 22, 23), die zwischen kreisringförmig
und konzentrisch zur Laufradachse verlaufenden Absätzen (10, 12, 13; 19, 20, 21)gebildet
werden, welche an der druckseitigen Deckscheibe (11) des Laufrades (2) und der Gehäusewand
(5) angeordnet sind;
d) mehrere in Nähe der Laufradnabe angeordnete Entlastungsbohrungen (17);
e) ein auf einem zwischen den Gehäuserippen (14) und den Entlastungsbohrungen (17)
gelegenen, konzentrisch zur Laufradachse verlaufenden Kreisring angeordneter veränderlicher
Axialspalt (16) zwischen der druckseitigen Deckscheibe (11) des Laufrades (2) und
der Gehäusewand (5), wobei der Axialspalt (16) zwischen einem an der Deckscheibe (11)
oder der Gehäusewand (5) angeordneten Absatz (15) und der ebenen oder ebenfalls mit
einem Absatz versehenen Gegenfläche gebildet wird.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, bei der der zwischen dem Laufradhals (7) und der Gehäusewand
(5) gebildete veränderliche Dichtspalt aus einem Axialspalt (3) zwischen der saugseitigen
Stirnfläche (4) des Laufrades (2) und dem Gehäuse (1) besteht.
3. Einrichtung nach Anspruch 2, bei welcher dem Axialspalt (3) ein zwischen dem Laufradhals
(7) und der Gehäusewand (5) gebildeter Radialspalt (6) zugeordnet ist.
4. Einrichtung nach Anspruch 1, bei der der zwischen dem Laufradhals (4) und der Gehäusewand
(5) gebildete veränderliche Dichtspalt als Diagonalspalt (18) gestaltet ist.
5. Einrichtung nach Anspruch 1, bei der die Gehäuserippen (14), der auf größerem Durchmesser
als die Gehäuserippen (14) an der Gehäusewand (5) angeordnete Absatz (13) und/oder
ein auf kleinerem Durchmesser als die Gehäuserippen (14) an der Gehäusewand (5) angeordneter
Absatz (15) unmittelbar aneinander angrenzen.