[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Abdichtung von natürlichen oder künstlich
geschütteten Bodenkörpern gegen einen vorhandenen oder potentiellen gasförmigen, flüssigen,
strahlenden und/oder festen Kontaminationsherd, beispielsweise bei Altlasten (Altablagerungen,
Altstandorten u.a.). Deponien, Rohrleitungen oder dergleichen, aber auch Baugruben,
unter Verwendung von flüssigen, zähplastischen und feinteiligen festen Dichtstoffen
bzw. Eluaten.
[0002] Es sind heutzutage schon verschiedenste Verfahren bekannt, Kontaminationsherde, insbesondere
ungeordnete Mülldeponien, nachträglich einzukapseln, daß darin gelagerte Schadstoffe
nicht an die Umgebung abgegeben werden können.
[0003] Aus der DE-A 3 407 382 ist ein Verfahren zur nachträglichen unterirdischen Abdichtung,
vorzugsweise von Deponien, bekannt, bei dem Arbeitsrohre von einem Bereich außerhalb
eines Deponiekörpers unter den Deponiekörper eingebracht werden, ohne daß hierzu der
Deponiekörper durchbohrt werden muß. Diese Arbeitsrohre werden von einem zuvor erzeugten
vertikalen Schacht in einem bergmännischen Verfahren unterhalb der Deponie erstellt.
Von diesen Arbeitsrohren aus wird mit einer speziellen Vorrichtung das Dichtungsmittel
in den Bodenbereich injiziert. Bei diesem Verfahren ist ein technisch sehr hoher Aufwand
notwendig und das bergmännische Auffahren zum Einbau der Arbeitsrohre nur für besondere
Fälle vertretbar.
[0004] In der DE-A 34 39 858 ist offenbart, daß von zwei vertikalen, außerhalb der zu umschließenden
Bodenmasse liegenden abgeschützten Schlitzwänden eine durchgehende Abdichtungssohle
durch Unterfahren der zu umschließenden Bodenmasse mit Hilfe einer Schneid- und Injektionseinrichtung
hergestellt und mit den vertikalen Schlitzwänden trogartig dicht verbunden wird. Die
bei diesem Verfahren notwendigen senkrechten, abgestützten Schlitzwände erfordern
wiederum einen hohen technischen Aufwand und sind sehr teuer.
[0005] Ein weiteres Verfahren zur nachträglichen Behandlung von Deponien zum Schutz der
Umgebung ist in der DE-A 33 30 897 beschrieben. Bei diesem Verfahren wird die Grundfläche
der Deponie in unmittelbar nebeneinanderliegende Flächenabschnitte aufgeteilt. An
deren Nahtstellen werden Pilotbohrungen als gesteuerte Zielbohrungen von Startschächten
zu jeweils gegenüberliegenden Ziehschächten ausgeführt. In diese Pilotbohrungen werden
dann Leitelemente eingeführt, deren Anfang und Ende sich in den gegenüberliegenden
Start- bzw. Zielschächten befinden. Im Ringraum zwischen den Leitelementen ist eine
Räum- und Injektionseinrichtung eingebracht, die mit einem Räumelement den Boden der
Flächenabschnitte auflockert und für die Behandlung mit einem Abdichtungsmittel vorbereitet.
Auch bei diesem Verfahren sind aufwendige Start- und Ziel schächte notwendig, um die
Räum- und Injektionseinrichtung einzubringen. Des weiteren ist es nicht möglich, eine
konturenangepaßte Abdichtung des Deponiekörpers vorzunehmen, da ein gerader Verlauf
der Pilotbohrungen zum Betreiben der Räum- und Injektionseinrichtung notwendig ist.
[0006] Aus der EP-A-0 317 369 ist ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 bekannt.
Bei dem bekannten Verfahren handelt es sich um ein elektrokinetisches Verfahren, bei
dem das Injiziieren von geeigneten Dichtungsmitteln, wie Asphalt oder dergleichen,
mit einer nachträglich als Injektionsrohrverwendeten Elektrode erfolgt, die vor dem
Injiziieren des Dichtungsmittels zum Erhitzen des umliegenden Bodenbereichs hergenommen
wird. Das Injiziieren des Dichtungsmittels erfolgt durch in der Elektrode eingebrachte
Perforationsöffnungen mit niedrigem Druck, so daß eine Tränkung des Bodens stattfindet.
[0007] Das der Erfindung zugrundeliegende technische Problem besteht darin, ein einfaches
Verfahren zum vollständigen Abdichten von Boden körpern, insbesondere Kontaminationsherde,
wie Deponien, Rohrleitungen oder auch zu erstellende Baugruben, zu schaffen, bei dem
keinerlei bergmännisch erstellte Stollen, flache Abbauräume oder Schächte notwendig
sind.
[0008] Dieses technische Problem wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Als Dichtstoff
wird ein gasförmiger, flüssiger und/oder feinanteilig fester Dichtstoff während einer
Längsbewegung des Bohrkopfs in der Bohrung kontinuierlich in den umliegenden Bodenbereich
der Bohrung injiziert. Alle Formen des Dichtstoffeinbringens werden im nachfolgenden
Injiziieren genannt.
[0009] Durch das verlaufsgesteuerte Bohrverfahren sind alle Tätigkeiten von der Oberfläche
aus ausführbar, so daß ein aufwendiges bergmännisches Erstellen von Start- und Zielschächten
oder ähnlichem nicht mehr notwendig ist.
[0010] Besonders vorteilhaft ist es dabei, daß die Bohrungen bedarfsgerecht unter anderem
an die Kontur des kontaminierten Bereiches angepaßt werden können, wodurch nur ein
Mindestmaß an Dichtstoff zur Injektion in die Bodenbereiche notwendig wird. Die Anzahl
und Länge der erforderlichen Bohrungen zum vollständigen Einschließen des Kontaminationsherdes
oder der zu erstellenden Baugrube ist hierdurch minimiert.
[0011] Je nach Bodengegebenheiten und der vorhandenen oder noch erforderlichen Vorerkundung
der unteren Kontur des Kontaminationsherdes ist ein Sicherheitsabstand der eingebrachten
Bohrungen zum Kontaminationsherd und/oder unterhalb der Tiefstpunkte der Erkundungsbohrungen
von mindestens einigen Dezimetern vorteilhaft. um eine absolut sichere Abdichtung
des Kontaminationsherdes zu erreichen.
[0012] Zum Vorantreiben der Bohrungen wird vorteilhafterweise ein an sich bekannter, jedoch
modifizierter, voll steuerbarer ferngelenkter Bohrkopf verwendet. der es ermöglicht,
die Bohrungen in jede gewünschte Richtung und Tiefe voranzutreiben.
[0013] Das erfindungsgemäße Verfahren ist besonders einfach und effizient, wenn der Dichtstoff
während einer Längsbewegung des Bohrkopfs in der Bohrung kontinuierlich in den umliegenden
Bodenbereich der Bohrung injiziert wird. Es kann zum einen schon beim Vorantreiben
der Bohrung geschehen und/oder auch beim Zurückziehen des Bohrkopfes bzw. eines speziellen
Räumgerätes zur Eintrittsöffnung hin. Dabei wird der Dichtstoff durch am Bohrkopf
angeordnete Düsen oder Austrittsöffnungen in den Bodenbereich injiziert.
[0014] Um eine flächenartige Sperrschicht durch verlaufsgesteuerte Bohrungen herzustellen,
ist es vorteilhaft, den Dichtstoff entweder in mindestens einem Seitenstrahl (zusätzliche
Frontstrahlen sind möglich) aus dem rotierenden Bohrstrang zur Erzeugung angrenzender
bis überschnittenerzylinderartiger Injektionskörperauszubringen oder durch mindestens
zwei Seiten- und/oder Frontstrahlen bei nicht rotierendem Bohrstrang zur Erzeugung
flügelartiger berührender bis überschnittener Injektionskörper auszubringen oder in
anderer geometrischer Düsenanordnung für daraus resultierende Injektionskörperanordnungen
austreten zu lassen. Ziel ist die Erstellung insgesamt beispielsweise wannen- bis
beckenförmig erscheinender, überwiegend horizontal wirkender Sperrschichten.
[0015] Die Anordnung der durch die oben beschriebenen möglichen Injektionsvarianten ist
in ihren Möglichkeiten vielfältig. Vorteilhafterweise schließen die bei nicht rotierendem
Bohrgestänge durch mindestens zwei Injektionsaustritte erzeugten, nebeneinander oder
übereinander liegenden Injektionsbahnen jeweils einer Bohrung einen Winkel von etwa
90° bis 180° ein. Hierdurch kann beispielsweise Sickerwasser in die dadurch gebildeten
Rinnen zu den Tiefstpunkten laufen und durch innenseitige, in gleicher Bohrtechnik
erzeugte Mikrotunnel mit Filterrohreinbau gefaßt und gehoben werden.
[0016] Damit der Kontaminationsherd vollständig von einer Sperrschicht eingeschlossen wird,
ist es vorteilhaft, eine Anzahl Bohrungen in Abständen parallel zueinander in den
Boden voranzutreiben, wobei sich die jeweils benachbarten, durch Dichtstoff injizierten
Bereiche einer Bohrung berühren oder in eine vorher erstellte Lamelle, d.h. einen
mit Dichtstoff injizierten Bodenbereich, einschneiden sollte, so daß kein Sickerwasser
mehr durch diese Sperrschichten und deren Überlappungsbereiche in tiefer liegende
Bodenschichten hindurchtreten kann
[0017] Es ist auch möglich, mehrere solcher Sperrschichten seitlich und unterhalb des Kontaminationsherdes
zu erstellen, um eine absolute sichere Abdichtung des Kontaminationsherdes zu erreichen.
Hierzu werden vorteilhafterweise eine weitere Anzahl Bohrungen in definierten Abständen
zueinander in einem beispielsweise vertikalen Winkel zu der ersten Anzahl Bohrungen,
die den Kontaminationsherd unterfahren, vorangetrieben und wiederum von diesen Bohrungen
aus der Dichtstoff in die benachbarten Bodenbereiche injiziert. Dadurch werden zwei
oder mehr vollständig geschlossene, den Kontaminationsherd umfassende Sperrschichten
gebildet, die einen absolut sicheren Verschluß gewährleisten.
[0018] Um eine sichere Abdichtung des Kontaminationsherdes zu erreichen, ist es beispielsweise
auch möglich, ein Netz von Bohrungen konturenangepaßt unterhalb des Kontaminationsherdes
voranzutreiben, wodurch die benachbarten Bodenbereiche jeweils einer Bohrung mehrmals
mit Dichtstoff injiziert werden können und dadurch gewährleistet ist, daß keine Lecks
in der gebildeten Sperrschicht entstehen.
[0019] Bei mehrfachen Sperrschichten werden die Bohrungen übereinander benachbarter Sohlen
in Abständen parallel zueinander um 20° - 160° zu einer ersten Anzahl Bohrungen der
Nachbarebene in Abständen parallel zueinander unter den Kontaminationsherd vorangetrieben.
[0020] Es hat sich herausgestellt, daß unter anderem der Einsatz einer Montanwachsemulsion
als flüssiger Dichtstoff hervorragende Eigenschaften aufweist. Ebenfalls sehr vorteilhafte
Eigenschaften weisen Polymersilikate, Harze, andere Wachse oder sonstige, chemisch
resistente und flexibel bleibende Injektionsmedien auf.
[0021] Eine durch die Injizierung von beispielsweise Montanwachsemulsion gebildete Sperrschicht
ist sehr flexibel gegenüber nachträglichen Setzungen des Deponiekörpers und ermöglicht
flexurhafte Verformbarkeiten der Sperrlage(n).
[0022] Außerdem ist die durch die Montanwachsemulsion gebildete Sperrschicht resistent gegen
flüssige und gasförmige, die Barriere attackierende Stoffe im Sikker-, Kapillar- und
Grundwasser.
[0023] Es hat sich herausgestellt, daß eine Sperrschicht mit einer Stärke von 30 bis 60
cm völlig ausreicht, um eine sichere Abdichtung zu erreichen.
[0024] Zudem ist es bei dem erfindungsgemäßen Verfahren möglich, weitere Stoffe beizumischen,
oder bei einem mehrschichtigen Aufbau auch Lagen mit anderen injektiven, absorptiven
und/oder dichtenden Stoffen einzubringen, um je nach Bodengegebenheiten eine hervorragende
Abdichtung zu erreichen.
[0025] Die hohe Gleitfähigkeit der Montanwachsemulsion kommt bei dem erfindungsgemäßen Verfahren
besonders zum Tragen, da die hohe Gleitfähigkeit auch den guten Transport anderer
Substanzen ermöglicht und z. B. einen sehr geringen Verschleiß der Düsen hervorruft
und somit eine lange Standzeit des Bohrkopfs ermöglicht.
[0026] Die Injizierung der Dichtstoffe ist bei dem erfindungsgemäßen Verfahren auch unterhalb
des Frac-Druckes je nach Permeabilitätsstruktur des die Boh rung umgebenden Gebietes
möglich. Durch die Niederdruckinjektionen wird eine optimale Anpassung der zu erstellenden
Sperrschichten an die Bodengegebenheiten möglich.
[0027] Je nach Bodenbeschaffenheit oder der zu erwartenden Sickerstoffe ist es vorteilhaft,
bei mehreren hintereinander oder übereinander angeordneten, nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren gebildeten Sperrschichten jede Sperrschicht aus unterschiedlichen Dicht-
bzw. Injektionsmitteln aufzubauen.
[0028] Eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens hat vorteilhafterweise Düsen an
einem voll lenkbaren, fernlenkbaren Bohrkopf, die das Einbringen des flüssigen Dichtstoffs
in den Bodenbereich mit sensiblem oder hohem Druck bis in einen Abstand von 2 bis
3 m von der Bohrwandung aus ermöglichen.
[0029] Beispielsweise ist es besonders vorteilhaft, ein erstes Düsenpaar gegenüber einem
zweiten Düsenpaar um 5° bis 180° bezüglich der Längsachse des Bohrkopfes versetzt
anzuordnen. Jedes der Düsenpaare umfaßt zwei sich gegenüberliegende Düsen, die jeweils
so gerichtet sind, daß jeweils mit der Längsachse des Bohrkopfes ein Winkel von 30°
bis 90° eingeschlossen ist. Hierdurch lassen sich unterschiedlichste Geometrien der
mit Injektionsmitteln angereicherten Bodenbereiche erstellen.
[0030] Vorteilhafterweise können diese Düsen von Preßluftaustritten umgeben sein, die einen
starken Luftvoroder parallelschnitt ergeben. der es ermöglicht, einen beliebig geformten
Dichtungsstrahl zu formen, wobei ein flächenartiges Einbringen des Dichtungsmittels
in den Boden bevorzugt wird. Generell sind Injektionen mit den Ein-(Mono-) bis Mehrphasen-Verfahren
möglich. Durch die Anordnung von durch z.B. flächenartige Rinnen bildende Sperrschichten
unterhalb des Kontaminationsherdes ist es möglich, das Sickerwasser in bestimmte Richtungen
zu lenken. Selbstverständlich sind auch zylindrisch ineinandergreifende Sperrkörper
machbar.
[0031] Im folgenden sind zur weiteren Erläuterung und zum besseren Verständnis der Erfindung
mehrere Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen näher
beschrieben und erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer konturenangepaßten Abdichtung einer Deponie mit
dem erfindungsgemäßen Verfahren,
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung des Bohrkopfs beim Vorantreiben einer Bohrung unter
eine Altlast,
- Fig. 2a
- eine schematische Darstellung der Bildung einer Sperrschicht durch Injizieren eines
Dichtungsmittels beim Zurückziehen des Bohrkopfes,
- Fig 3
- einen Querschnitt quer zu einer Anzahl Bohrungen unterhalb der Deponie,
- Fig. 4 bis 10
- jeweils eine schematische Darstellung eines Querschnitts quer zu einer Anzahl Bohrungen,
bei der die Anordnung der Bohrungen zueinander sowie die zugehörigen Injektionsbereiche
unterschiedlich ausgeführt sind,
- Fig. 11
- eine schematische Darstellung einer Vorderansicht eines Bohrkopfes mit unterschiedlich
gerichteten Düsen,
- Fig. 12
- eine schematische Darstellung einer Seitenansicht des in Fig. 12 gezeigten Bohrkopfes,
- Fig. 13
- eine schematische Darstellung der Bohrungsverläufe und Injektionsbereiche zur Abdichtung
einer Baugrube,
- Fig. 14
- eine schematische Darstellung eines Querschnitts quer zu einer Rohrleitung mit parallel
dazu eingebrachten Bohrungen und Injektionsbereichen,
- Fig. 15
- eine schematische Darstellung eines Querschnitts quer zu einer Rohr- leitung mit einem
Leck, das durch eine Bohrung abgedichtet ist,
- Fig. 16
- eine weitere schematische Darstellung zur vollständigen Abdichtung einer Rohrleitung,
- Fig. 17
- eine schematische Darstellung eines Querschnitts quer zu einer mit kontaminierten
Bruchstücken eines zerstörten Rohrs umgebenen Rohrleitung, die durch eine darunter
vorgetriebene Bohrung und Injektionen gesichert ist,
- Fig 18
- eine weitere schematische Darstellung eines Querschnitts nach Fig. 17, die durch Bohrungen
und Injektionen nach dem erfingungsgemäßen Verfahren vollständig umhüllt ist.
[0032] Wie in den Fig. 1 bis 3 dargestellt, ist ein Deponiekörper 1 in dem unterirdisch
liegenden Teil unregelmäßig geformt. Eine Anzahl Bohrungen 2 werden außerhalb des
Deponiekörpers von der Oberfläche aus mit dem bekannten verlaufsgesteuerten Bohrverfahren
konturenangepaßt unter den Kontaminationskörper hindurch bis zur gegenüberliegenden
Seite des Deponiekörpers 1 vorangetrieben.
[0033] Von jeder Bohrung 2 ausgehend, ist der Dichtstoff in die umliegenden Bodenbereiche
jeweils einer Bohrung 2 injiziert, wobei sich die benachbarten Bereiche jeweils einer
Bohrung 2 berühren bzw. überlappen und somit eine geschlossene Sperrschicht 3, die
konturenangepaßt an den Deponiekörper 1 verläuft, bilden.
[0034] Aus der Fig. 2a ist ersichtlich, daß eine zweite Sperrschicht 4 unter die erste Sperrschicht
3 durch ein hier um 90° gedrehtes Netz von in Abständen parallel zueinander liegenden
Bohrungen 5 und davon ausgehend injizierten Bodenbereichen 4 gebildet wird.
[0035] In Fig. 2 ist der voll steuerbare, fernlenkbare Bohrkopf 6 dargestellt, wie er den
Deponiekörper 1 unterfährt.
[0036] Zur Bildung einer konturenangepaßten Sperrschicht sind verschiedene Anordnungen der
Bohrungen möglich. Ein Beispiel ist in Fig. 3 dargestellt. Dort sind Bohrungen 2 in
Abständen parallel zueinander leicht vertikal zueinander versetzt und die jeweils
von einer Bohrung 2 flächenartig ausgehenden Sperrschichten 4 überlappen sich und
bilden einen Winkel von etwa 120° zueinander.
[0037] Nachdem der Konturenverlauf des Deponiekörpers 1 genau anhand von Kartenmaterial,
früher aufgenommenen Bildern, geophysikalische Aufnahmen, Vorbohrungen etc. erkundet
wurde, wird ein Netz von Bohrungen 2, die den Deponiekörper 1 konturenangepaßt unterfahren,
mit dem voll verlaufsgesteuerten Bohrverfahren vorangetrieben und währenddessen bzw.
beim Zurückziehen das flüssige Dichtungsmittel, bevorzugt Montanwachs, in die umliegenden
Bodenbereiche jeweils einer Bohrung injiziert. Diese mit flüssigem Dichtungsmittel
gemischten Bodenbereiche 4 überlappen sich jeweils und bilden somit eine geschlossene
Sperrschicht 3, die den Deponiekörper 1 vollständig dicht umschließt.
[0038] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren ist es nicht unbedingt notwendig, die Bohrungen
2 bis zu einer der Eintrittsöffnung gegenüberliegenden weiteren Offnung zu führen.
Es können auch nur Sperrschichten 3 in Teilbereiche der Bodenschicht eingebracht werden.
[0039] In den Fig. 4 bis 10 sind weitere Ausführungsbeispiele für die Anordnung von mit
dem erfindungsgemäßen Verfahren vorgetriebenen Bohrungen schematisch dargestellt.
Bei den gezeigten Ausführungsbeispielen verlaufen die Bohrungen jeweils horizontal
oder auch vertikal. Sie sind von der Oberfläche aus zu jeder gewünschten Stelle einbringbar,
um den Bodenkörper abzudichten.
[0040] Wie in Fig. 4 gezeigt, sind eine erste Reihe von Bohrungen 2a übereinander mit gleichen
Abständen zueinander in den Boden eingebracht. Hierzu ist eine zweite Reihe von Bohrungen
2b, die auch übereinander liegen und mit gleichen Abständen zueinander verlaufen,
versetzt zur ersten Reihe der Bohrungen 2a angeordnet. Von jeder Bohrung 2a, 2b erstrecken
sich jeweils zwei leicht aufgeweitete Injektionsbereiche, wobei die von einer Bohrung
ausgehenden Injektionsbereiche einen Winkel von etwa 130° einschließen. Jeweils die
benachbarten Injektionsbereiche überschneiden sich. Die von der ersten Reihe von Bohrungen
2a und von der zweiten Reihe von Bohrungen 2b ausgehenden Injektionsbereiche schneiden
sich jeweils so, daß sich vollständig eingeschlossene Bereiche bilden, in denen z.B.
weitere voll verlaufsgesteuerte Bohrungen 10 eingebracht werden, die als Überwachungsbohrungen
dienen. Diese Anordnung der Bohrungen 2a, 2b bewirkt eine Art Doppelwanddichtung.
[0041] Bei der in Fig. 5 gezeigten Anordnung der Bohrungen 2a, 2b, 2c sind zwischen der
ersten Reihe von Bohrungen 2a und der zweiten Reihe von Bohrungen 2b eine weitere
Anzahl von Bohrungen 2c zwischen diesen Bohrungen 2a, 2b eingebracht, wobei von den
Bohrungen 2c sich jeweils vier einzelne, im Querschnitt leicht auffächernde Injektionsbereiche
erstrecken. Diese schneiden wiederum die jeweils zwei von der ersten Reihe von Bohrungen
2a und der zweiten Reihe von Bohrungen 2b ausgehenden Injektionsbereiche. Eine sehr
gute Vernetzung der einzelnen Injektionsbereiche und somit eine sehr wirksame Abdichtung
des Bodenkörpers ist hierdurch gewährleistet.
[0042] Eine weitere beispielhafte schematische Darstellung der Anordnung von Bohrungen ähnlich
der Anordnungen von Bohrungen nach der Fig. 4 ist in der Fig. 6 gezeigt. Gegenüber
dem Ausführungsbeispiel aus der Fig. 4 erstrecken sich die einzelnen Injektionsbereiche
noch weiter in das Erdreich hinein und bilden sich überschneidende Injektionsbereiche
bzw. längs der einzelnen Bohrungen 2a, 2b erstreckende Injektionsebenen.
[0043] Bei dem in Fig. 7 gezeigten Ausführungsbeispiel der Anordnung der Bohrungen 2a, 2b,
2c wird eine Art Dreifachwand gebildet. Hierzu ist eine erste Reihe von parallel zueinander
verlaufenden Bohrungen 2a in den Boden eingebracht. Jeweils von einer Bohrung ausgehend
erstrecken sich zwei einen Winkel von etwa 130° einschließende Injektionsbereiche.
Zwei aufeinander zulaufende Injektionsbereiche zweier benachbarter Bohrungen 2a überkreuzen
sich, bilden hierdurch eine erste Dichtungswand. Eine gleich aufgebaute Reihe von
Bohrungen 2c ist parallel versetzt zu der ersten Reihe von Bohrungen 2a angeordnet.
Eine dritte Reihe von Bohrungen 2b mit zugehörigen Injektionsbereichen ist spiegelverkehrt
zur zweiten Reihe parallel hierzu versetzt angeordnet, wodurch die sich von den einzelnen
Bohrungen 2b, 2c erstreckenden Injektionsbereiche einander überkreuzen und im Querschnitt
eine rautenförmige Anordnung der Injektionsebenen bilden. Wiederum ist eine zuverlässige
Abdichtung des Bodenkörpers gewährleistet.
[0044] Die sich leicht auffächernde Ausbildung der in den Fig. 4 bis 7 gezeigten Injektionsbereiche
ergeben sich dadurch, daß beim Zurückziehen der Bohrkopf keine Drehung ausführt und
gleichmäßig Injektionsmittel durch verschiedene Düsenanordnungen in den umliegenden
Bodenbereich injiziert wird. Die schematisch dargestellten Injektionsbereiche sind
also in Wirklichkeit sich von den Bohrungen aus erstreckende injektionsangereicherte
Sperrschichten bzw. Ebenen. Es versteht sich von selbst, daß die Bohrungen horizontal
wie auch vertikal oder beliebig geneigt verlaufen können, da diese von der Oberfläche
aus eingebracht und unter den abzudichtenden Bodenkörper vollkommen verlaufsgesteuert
vorangetrieben werden.
[0045] Bei den weiteren Ausführungsbeispielen 8 bis 10 sind weitere beispielhafte, schematisch
dargestellte Anordnungen von Bohrungen gezeigt, bei der jedoch der Bohrkopf in einem
vorbestimmten Winkelbereich hinund herschwingt oder sich ständig um seine Längsachse
dreht.
[0046] Aus der Fig. 8 ist ein Querschnitt quer zu einer Anzahl Bohrungen 2a, 2b gezeigt,
bei der beim Zurückziehen des Bohrkopfes oder auch schon beim Vorantreiben der einzelnen
Bohrungen 2a ständig unter Drehung des Bohrkopfes Injektionsmittel in den umliegenden
Bodenbereich injiziert wird. Hierdurch bilden sich säulenartige Injektionsbereiche
um jeweils eine Bohrung 2a. Die Bohrungen 2a sind so voneinander beabstandet, daß
die Injektionsbereiche jeweils einer benachbarten Bohrung sich überschneiden. Parallel
hierzu verlaufen weitere Bohrungen 2b, von denen sich einzelne mit Injektionsmittel
angereicherte Bodenschichten erstrekken, die wiederum die säulenartigen Injektionsbereiche
um die Bohrung 2a schneiden.
[0047] Bei den in Fig. 9 und 10 schematisch dargestellen Querschnitten quer zu den Bohrungen
ist der Bohrkopf 6 beim Zurückziehen um einen vorbestimmten Winkel hin- und herschwenkend
geführt. An dem Bohrkopf sind sich paarweise gegenüberstehende Düsen angebracht, die
unterschiedliche Eindringtiefen des Injektionsmittels im umliegenden Bohrungsbereich
bewirken. Hierdurch entstehen im Bereich jeweils einer Bohrung 2 zwei Paare von Injektionsbereichen,
wobei ein Paar einen größeren Radius und das senkrechte hierzu angeordnete Paar einen
kleineren Radius besitzt. Die Bohrungen 2 verlaufen wiederum parallel zueinander und
sind derartig beabstandet, daß die Injektionsbereiche mit größerem Radius sich überschneiden.
Hierdurch wird wiederum eine wirksame Abdichtung erreicht, bei der auch der nächst
der Bohrung liegende Bodenbereich absolut dicht mit Injektionsmittel injiziert ist.
Bei dem in Fig. 9 gezeigten Beispiel liegt der Verschwenkwinkel bei etwa 45°, und
bei dem in Fig. 10 gezeigten Beispiel wird der Bohrkopf um etwa 90 bis 100° hin und
her verschwenkt.
[0048] Fig. 11 und 12 zeigen eine schematische Darstellung der Anordnung der Düsen am Bohrkopf
6, der für die genannten Beispiele vorteilhafterweise benutzt wird. Fig. 11 ist eine
Vorderansicht und zeigt die sich paarweise gegenüberliegenden Düsen mit den Injektionssprühwinkeln
15 und 16. In Fig. 12 ist eine Seitenansicht des Bohrkopfes 6 gemäß Fig. 11 dargestellt,
bei dem das vordere Paar von Düsen leicht nach vorne gerichtet und das hierzu um 90°
gedrehte hintere Düsenpaar leicht nach hinten gerichtet ist.
[0049] Fig. 13 zeigt ein weiteres Einsatzgebiet des erfindungsgemäßen Verfahrens, bei dem
eine Baugrube zum Schutz vor Wassereinbruch oder Schadstoffeinsikkerung abgedichtet
wird. Die Bohrungen 2 werden hierbei von einem Standort außerhalb der vorgesehenen
Baugrube 25 aus bis in die gewünschte Tiefe eingebracht. Je nach Gegebenheit wird
durch eine der zuvor beispielhaft beschriebenen Anordnung von Bohrungen und durch
Injizierung der Injektionsmittel eine abdichtende Wanne geschaffen. Da mit dem erfindungsgemäßen
Bohrverfahren von einem Standort aus verschiedene Bohrungen 2 vorangetrieben werden
können, ist zur Abdichtung einer schematisch dargestellten Baugrube 25 nur ein Standortwechsel
des Bohrgerätes notwendig. Von einem ersten Standort aus werden Bohrungen 2 unter
die vorgesehene Baugrube 25 vorangetrieben und jeweils Injektionsmittel injiziert,
so daß sich eine abdichtende Wanne ergibt. Von einem weiteren Standort aus werden
horizontal verlaufende Bohrungen 2 mit sich überschneidenden Injektionsbereichen derart
zu den bereits erstellten Bohrungen vorangetneben, daß die zuerst erstellte Bodenwanne
geschnitten wird und den Bodenkörper bzw. die vorgesehene Baugrube 25 dicht umhüllt.
Nun kann die Baugrube 25 ausgehoben werden ohne daß Grundwasser oder schadstoffhaltiqes
Sickerwasser eindringt.
[0050] Fig. 14 bis 18 zeigen ein weiteres Einsatzgebiet des erfindungsgemäßen Bohrverfahrens.
[0051] Fig. 14 zeigt einen Querschnitt durch eine im Boden liegende Rohrleitung 20, die
z.B. zur Ableitung von schadstoffhaltigem Sickerwasser dient. Da in vielen Fällen
diese Rohrleitungen 20 porös und überaltert sind, ist oftmals eine nachträgliche Abdichtung
der darunterliegenden Bodenschichten notwendig. Wie in Fig. 14 gezeigt, werden hierfür
eine Anzahl von parallel zur Rohrleitung 20 verlaufende Bohrungen 2 von der Oberfläche
aus vorangetrieben. Beim Zurückziehen des Bohrkopfes wird Injektionsmittel in die
umliegenden Bodenbereiche gleichmäßig flächenförmig injiziert. Dabei verlaufen die
einzelnen Bohrungen 2 parallel zueinander auf einer um den Mittelpunkt der Rohrleitung
20 liegenden Mantelfläche. Die Injektionsbereiche der benachbarten Bohrungen 2 überschneiden
sich wieder. Somit wird ein Auffangkanal unterhalb der Rohrleitung 20 gebildet, der
bei einem eventuell auftretenden Leck die aussickemden Schadstoffe auffängt und abführt.
[0052] In Fig. 15 ist eine Schadstelle 20a in einer Rohrleitung 20 gezeigt, durch die Schadstoffe
in darunterliegende Bodenschichten aussickert. Zur Reparatur dieser Schadstelle ist
es mit dem erfindungsgemäßen Verfahren möglich, eine Bohrung 2 von der Oberfläche
aus zu der lokalisierten Schadstelle 20a zu führen und von der Bohrung 2 aus Injektionsmittel
in den Bodenbereich derart zu injizieren, daß diese bis zur Rohrleitung 20 reichen
und die Schadstelle 20a dichtend umschließen.
[0053] Fig. 16 zeigt einen Querschnitt einer Rohrleitung 20, die durch zwei parallel zueinanderliegende
Bohrungen 2 mit senkrecht von jeder Bohrung 2 ausgehenden Injektionsbereiche in einem
unteren Teilbereich umfaßt wird.
[0054] Fig. 17 und 18 zeigen noch ein weiteres Einsatzgebiet des erfindungsgemäßen Verfahrens.
In vielen Fällen ist die zur Abführung von Sickerwässem dienende Rohrleitung 20 unterhalb
von Deponien zu gering bemessen worden und deshalb besteht die Notwendigkeit von größeren
Leitungsquerschnitten. Bekanntermaßen werden hierzu die älteren Rohrleitungen in einem
"Bursting-Verfahren" oder "Pipe-Eating-Verfahren" zerstört und neue, größere Leitungen
nachgeschoben. Bei diesen bekannten Verfahren besteht jedoch weiterhin das Problem,
daß die Bruchstücke 21 der älteren Rohrleitungen weiterhin Schadstoffe beinhalten,
die in darunterliegende Bodenschichten gelangen können. Zur Absicherung dieser darunterliegenden
Schichten wird von der Oberfläche aus eine Bohrung 2 vorangetrieben und Injektionsmittel
in die umliegenden Bodenbereiche injiziert, so daß entweder, wie in Fig. 17 gezeigt,
eine Halbschale gebildet wird, die einen Kanal zur Abführung dieser Sickerwässer bildet
oder, wie in Fig. 18 gezeigt, mehrere Bohrungen 2 vorangetrieben werden, deren Injektionsbereiche
die neue Rohrleitung 20 und die Bruchstücke 21 der älteren Rohrleitung vollständig
umhüllen und dichtend einkapseln.
1. Verfahren zur Abdichtung von Bodenkörpern, insbesondere einer Deponie, Altablagerung
oder dergleichen, unter Verwendung von Dichtstoffen, bei dem mittels eines voll verlaufgesteuerten
Bohrverfahrens von der Oberfläche außerhalb des Bodenkörpers aus mindestens eine Bohrung
unter den Bodenkörper vorangetrieben und der Dichtstoff in den umliegenden Bodenbereich
der Bohrung injiziert wird,
dadurch gekennzeichnet, daß
- zum Bohren und lujizieren ein vollsteuerbarer, ferngelenkter Bohrkopf verwendet
wird, und
- der Dichtstoff während einer Längsbewegung des Bohrkopfes in der Bohrung kontinuierlich
aus dem Bohrkopf in den Bodenbereich der Bohrung injiziert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet daß die Bohrung an die Kontur des
Bodenkörpers angepaßt verläuft.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Bohrung mit einem Sicherheitsabstand
zur Kontur des zu unterfahrenden Bodenkörpers verläuft
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Sicherheitsabstand mindestens
einige Dezimeter beträgt.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Dichtstoff beim Vorantreiben
und/oder Zurückziehen des Bohrkopfes in die benachbarten Bodenbereiche der Bohrung
injiziert wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Anspruche, dadurch gekennzeichnet, daß der
Dichtstoff durch am Bohrkopf angeordnete Düsen in den Boden injiziert wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der
Dichtstoff in mindestens einem flächenartigen Strahl in den Boden injiziert wird
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der
Dichtstoff in zwei oder mehr flächenartigen Strahlen in den Boden injiziert wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die zwei durch die flächenartigen
Strahlen gebildeten Ebenen einen Winkel von 90° bis 180° einschließen.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß der
Dichtstoff auch in Längsrichtung der Bohrung in den Boden injiziert wird.
11. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Anzahl Bohrungen in Abständen
parallel zueinander den Bodenkörper unterfahren, wobei die Parallelität auch von einem
fächerförmig betriebenen Standort aus erreicht werden kann.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet daß sich die benachbarten, mit
Dichtstoff injizierten Bodenbereiche jeweils einer Bohrung berühren oder überlappen.
13. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß sich die benachbarten, mit
Dichtstoff injizierten Bereiche jeweils einer Bohrung überschneiden.
14. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die benachbarten, mit Dichtstoff injizierten Bodenbereiche so zueinander liegen,
daß sie eine geschlossene Sperrschicht bilden, die in Abständen zueinander liegende
Rinnen bilden.
15. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichent, daß eine weitere Anzahl Bohrungen
in Abständen parallel zueinander und in einem vertikalen Abstand zu der ersten Anzahl
Bohrungen den Bodenkörper unterfahren.
16. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der
Dichtstoff nur in einem Teilbereich längs einer Bohrung kontinuierlich in den Bodenbereich
injiziert wird.
17. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens eine Bohrung von der Oberfläche außerhalb des Bodenkörpers aus den
Bodenkörper unterfährt und an einer weiteren Stelle außerhalb des Kontaminationsherdes
an der Oberfläche austritt.
18. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß eine weitere Anzahl Bohrungen in Abständen parallel zueinander um 20 - 160°, idealerweise
um 90° gedreht zu einer ersten Anzahl Bohrungen in Abständen parallel zueinander den
Bodenkörper unterfahren.
19. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Dichtstoff eine Montanwachsemulsion,
ein Polymersilikat, Wasserglas, Harz, eine Zementemulsion in Mischung mit einem der
genannten Dichtstoffe oder ein anderer Wachsstoff sein kann.
20. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die sich aus injiziertem Dichtstoff und gewachsenem Boden gebildeten Abdichtungsschichten
zusammen den Bodenkörper vollständig dicht umschließen.
21. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 20, weiter umfassend die folgenden Verfahrensschritte
nach dem Bilden einer Sperrschicht:
- Vorantreiben von voll verlaufsgesteuerten Bohrungen in die oder unterhalb der gebildeten
Sperrschichten;
- Einbringen von Kontrollelementen in diese Bohrungen; und
- Übermitteln der durch die Kontrollelemente gemeldeten Werte an überirdische Auswertungsanlagen.
22. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Bohrdurchmesser bis zu
einem Meter beträgt.
1. Method for sealing off ground bodies, in particular a tip, waste deposit or the like,
using sealants, in which by a fully controlled-path drilling method from the surface
outside the ground body at least one bore is drilled under the ground body, and the
sealant is injected into the surrounding ground region of the bore, characterised
in that
- a fully controllable, remote-guided drill head is used for drilling and injection,
and
- the sealant is continuously injected from the drill head into the ground region
of the bore during a longitudinal movement of the drill head in the bore.
2. Method according to claim 1, characterised in that the path of the bore matches the
contour of the ground body.
3. Method according to claim 2, characterised in that the bore extends at a safe distance
from the contour of the ground body to be undercut.
4. Method according to claim 3, characterised in that the safe distance is at least a
few decimetres.
5. Method according to claim 1, characterised in that during driving and/or retraction
of the drill head the sealant is injected into the adjacent ground regions of the
bore.
6. Method according to any of the preceding claims, characterised in that the sealant
is injected into the ground through nozzles arranged on the drill head.
7. Method according to any of the preceding claims, characterised in that the sealant
is injected into the ground in at least one planar jet.
8. Method according to any of the preceding claims, characterised in that the sealant
is injected into the ground in two or more planar jets.
9. Method according to claim 8, characterised in that the two levels formed by the planar
jets form an angle of 90° to 180°.
10. Method according to any of the preceding claims, characterised in that the sealant
is injected into the ground also in the longitudinal direction of the bore.
11. Method according to claim 1, characterised in that a number of bores at intervals
parallel to each other undercut the ground body, wherein parallelism can also be achieved
from a site operated in a fan shape.
12. Method according to claim 11, characterised in that the adjacent ground regions of
one bore injected with sealant touch or overlap each other.
13. Method according to claim 11, characterised in that the adjacent regions of one bore
injected with sealant intersect.
14. Method according to one or more of the preceding claims, characterised in that the
adjacent ground regions injected with sealant are located in such a way relative to
each other that they form a closed barrier layer, forming channels located at intervals
from each other.
15. Method according to claim 11, characterised in that a further number of bores at intervals
parallel to each other and at a vertical distance from the first number of bores undercut
the ground body.
16. Method according to any of the preceding claims, characterised in that the sealant
is continuously injected into the ground region in only one part along a bore.
17. Method according to one or more of the preceding claims, characterised in that at
least one bore from the surface outside the ground body undercuts the ground body
and emerges at the surface at a further location outside the source of contamination.
18. Method according to one or more of the preceding claims, characterised in that a further
number of bores at intervals parallel to each other, rotated through 20-160°, ideally
through 90° to a first number of bores at intervals parallel to each other, undercut
the ground body.
19. Method according to claim 1, characterised in that the sealant can be a montan wax
emulsion, a polymer silicate, waterglass, resin, a cement emulsion mixed with any
of the aforesaid sealants or another wax substance.
20. Method according to one or more of the preceding claims, characterised in that the
sealing layers formed from injected sealant and overgrown soil together surround the
ground body in completely sealing tight relationship.
21. Method according to any of claims 1 to 20, further including the following steps after
the formation of a barrier layer;
- drilling of fully controlled-path bores into or underneath the barrier layers formed,
- introduction of monitoring elements into these bores, and
- transmission of the values indicated by the monitoring elements to above-ground
evaluation systems.
22. Method according to claim 1, characterized in that the diameter of the bore is less
than or equal to one meter.
1. Procédé permettant de rendre des massifs de terre étanches, en particulier une décharge
de déchets, un stockage de vieux produits ou analogues, en utilisant des substances
d'étanchéité, procédé pour lequel, au moyen d'un procédé de forage à cheminement complètement
commandé, on fait progresser depuis la surface, à l'extérieur du massif de terre,
au moins un forage, sous le massif de terre et la substance d'étanchéité étant injectée
dans la zone de sol environnante du forage,
caractérisé en ce qu'
- on utilise une tête de forage à commande totale, télécommandée, pour effectuer le
forage et l'injection, et
- la substance d'étanchéité est injectée pendant le déplacement longitudinal de la
tête de forage dans le forage, de façon continue, depuis la tête de forage, dans la
zone de sol du forage.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le forage s'étend de façon
adaptée au contour du massif de terre.
3. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce que le forage s'étend avec un
espacement de sécurité par rapport au contour du massif de terre au-dessous duquel
on passe.
4. Procédé selon la revendication 3, caractérisé en ce que l'espacement de sécurité est
d'au moins quelques décimètres.
5. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la substance d'étanchéité
est injectée dans les zones de sol voisines du forage pendant la progression et/ou
le retrait de la tête de forage.
6. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la substance
d'étanchéité est injectée dans le sol au moyen de buses disposées sur la tête de forage.
7. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la substance
d'étanchéité est injectée dans le sol en au moins un jet en éventail.
8. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la substance
d'étanchéité est injectée dans le sol en deux jets en éventail ou plus.
9. Procédé selon la revendication 8, caractérisé en ce que les plans faits par les jets
en éventails font un angle de 90° à 180°.
10. Procédé selon l'une des revendication précédentes, caractérisé en ce que la substance
d'étanchéité est également injectée dans le sol dans la direction longitudinale du
forage.
11. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'un nombre de forages donné,
réalisés suivant des espacements parallèles entre eux, permet un passage sous les
massifs de terre, le parallélisme pouvant également être obtenu depuis un site exploité
en éventail.
12. Procédé selon la revendication 11, caractérisé en ce que les zones de sol voisines
subissant une injection de substances d'étanchéité sont chacune au contact d'un forage
ou se chevauchent.
13. Procédé selon la revendication 11, caractérisé en ce que les zones voisines, subissant
une injection de substance d'étanchéité, de chaque forage se coupent.
14. Procédé selon l'une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé en ce
que les zones de sol voisines subissant une injection de substance d'étanchéité sont
situées les unes par rapport aux autres de manière à constituer une couche de barrage
fermée, formant des goulottes situées à distance les unes des autres.
15. Procédé selon la revendication 11, caractérisé en ce qu'un nombre supplémentaire de
forages est réalisé, espacés et parallèles entre eux et passant sous le massif de
terre, avec un espacement vertical par rapport au premier nombre de forages.
16. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la substance
d'étanchéité n'est injectée de façon continue dans la zone de sols que dans une zone
partielle le long d'un forage.
17. Procédé selon l'une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé en ce
qu'au moins un forage venant de la surface, passant hors du massif de terre, passe
sous le massif de terre et sort de la surface en un autre endroit à l'extérieur du
foyer de contamination.
18. Procédé selon l'une ou plusieurs des revendication précédentes, caractérisé en ce
qu'un autre nombre de forages est réalisé suivant des espacements et parallèlement
les uns aux autres en étant tournés de 20° à 160°, de façon idéale de 90° par rapport
à un premier nombre de forages réalisés selon des espacements et parallèlement les
uns aux autres en passant sous le massif de terre.
19. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la substance d'étanchéité
peut être une émulsion de cire minérale, un silicate de polymère, du silicate de potassium,
une résine, une émulsion de ciment en mélange avec l'une des substances d'étanchéité
citées ou une autre substance cireuse.
20. Procédé selon l'une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé en ce
que les couches d'étanchéité constituées de substances d'étanchéité injectées et de
sols enduits de cire enclosent conjointement le massif de terre, complètement et de
façon étanche.
21. Procédé de contrôle d'un système d'étanchéité constitué selon l'une ou plusieurs de
revendications 1 à 20, comprenant en outre les étapes de procédé ci-après, après constitution
d'une couche de barrage :
- avancement de forages dont la trajectoire est complètement commandée, dans ou au-dessous
des couches de barrage constituées,
- introduction d'éléments de contrôle dans ces forages, et
- transmission des valeurs fournies par les éléments de contrôle à des installations
d'exploitation situées au-dessus de la surface.
22. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le diamètre de forage va jusqu'à
un mètre.