[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Grundbündels für ein Nachrichtenkabel,
wobei das Grundbündel mehrere in getrennten Verseileinrichtungen verseilte Bündel
enthält und wobei Maßnahmen vorgesehen sind, um ein Zusammentreffen von Umkehrstellen
bei benachbarten Bündeln zu vermeiden.
[0002] Ein Verfahren dieser Art ist aus der DE-A-22 40 199 bekannt. Die Verseileinrichtungen
weisen dabei eine in Längsrichtung des Kabels sich nach einer vorgegebenen festen
Verteilungsfunktion ändernde Schlaglänge auf, wobei die innerhalb einer Verseillage
und die von Verseillage zu Verseillage unmittelbar benachbarten Verseileinheiten eines
Bündels eine unterschiedliche Verteilungsfunktion der wirksamen Schlaglänge erhalten.
Zusätzlich oder auch alternativ weisen die Verseileinrichtungen auch einen sich ständig
ändernden Abstand der Umkehrstellen der Verdrillungseinrichtung auf.
[0003] Das Arbeiten mit vorgegebenen Verteilungsfunktionen bringt gewisse Schwierigkeiten
mit sich, insbesondere wenn man an die Herstellung jeweils unterschiedlicher Grundbündel
auf ein und derselben Maschine denkt. Dabei müssen jeweils die Grundfunktionen mit
umgestellt werden, wenn ein anderer Grundbündel-Typ hergestellt werden soll. Auch
ist es bei komplizierteren Zusammensetzungen von Bündeln schwierig, Verteilungsfunktionen
zu ermitteln, die es gestatten, das Zusammentreffen von Umkehrstellen zu vermeiden.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Weg aufzuzeigen, wie in einfacher
Weise das Zusammenfallen von Umkehrstellen bei der Herstellung eines Grundbündels
vermieden werden kann. Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs genannten
Art dadurch gelöst, daß fortlaufend die Position der jeweiligen Umkehrstellen bei
den Verseileinrichtungen der einzelnen Bündel bestimmt und daraus die künftige Position
der Umkehrstellen berechnet wird und daß bei Feststellen eines Zusammentreffens künftiger
Umkehrstellen über ein Stellglied bei mindestens einer der betroffenen Verseileinrichtungen
eine Änderung derart vorgenommen wird, daß die zugehörige künftige Umkehrstelle räumlich
derart verschoben ist, daß sie nicht mehr mit einer weiteren Umkehrstelle zusammenfällt.
[0005] Bei der Erfindung muß somit nicht mit fest vorgegebenen Verteilungsfunktionen gearbeitet
werden, sondern die Verseileinheit als solche bestimmt fortlaufend die künftigen Umkehrstellen
und vermeidet durch einen entsprechenden Nachstellvorgang, daß derartige zusammenfallende
Umkehrstellen tatsächlich auftreten. Auf diese Weise ist z.B. bei einer Umrüstung
der Verseileinheit auf ein anderes Produkt keine großen Umstellungsvorgänge oder dergleichen
notwendig, weil sich die Maschine selbst an die jeweiligen Betriebsbedingungen bzw.
Vorgaben anpaßt.
[0006] Die Erfindung betrifft weiterhin eine Verseileinheit zur Herstellung eines Grundbündels
für ein Nachrichtenkabel, mit mehreren getrennten Verseileinrichtungen für die Herstellung
von Bündeln, welche dadurch gekennzeichnet ist, daß bei den Verseileinrichtungen Meßgeber
für die fortlaufende Bestimmung der Position der jeweiligen Umkehrstellen der einzelnen
Bündel vorgesehen sind, daß eine Steuereinheit vorgesehen ist, in der die künftige
Position der Umkehrstellen berechnet wird, daß bei zumindest einem Teil der Verseileinrichtungen
Stellglieder vorgesehen sind, daß bei Feststellen eines Zusammentreffens künftiger
Umkehrstellen von der Steuereinheit über ein Stellglied bei mindestens einer der betroffenen
Verseileinrichtungen eine Änderung vorgenommen ist, die eine Verschiebung der zugehörigen
künftigen Umkehrstelle räumlich derart bewirkt, daß diese nicht mehr mit der anderen
Umkehrstelle zusammenfällt.
[0007] Die Erfindung und Weiterbildungen werden nachfolgend anhand von Zeichnungen näher
erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- in schematischer Darstellung den Aufbau einer Verseileinheit zur Durchführung des
erfindungsgemäßen Verfahrens,
- Figur 2
- in schematischer Darstellung die Frontansicht eines Grundbündels und
- Figur 3
- in schematischer Darstellung die Zuordnung von Umkehrstellen bei der Produktion eines
Grundbündels.
[0008] Bei der in Figur 1 dargestellten Verseileinheit VE ist davon ausgegangen, daß ein
Grundbündel GB5 aus 5 einzelnen Bündeln BD1 - BD5 bestehend hergestellt werden soll.
Die Frontansicht dieses Grundbündels ist in Figur 2 gezeichnet. Die Erfindung ist
selbstverständlich auch bei größeren oder kleineren Anzahlen von Einzelbündeln in
analoger Weise anwendbar. Weiterhin ist bei dem vorliegende Ausführungsbeispiel vorausgesetzt,
daß die einzelnen Bündel BD1 - BD5 als Vierer (Sternvierer) ausgebildet sind, d.h.
jeweils vier elektrische Adern AD1 - AD4 miteinander verseilt werden. Auch hier können
andere Konfigurationen, z.B. Doppeladern (Paare) oder dergleichen zum Aufbau jeweils
eines Bündels zugrundegelegt werden.
[0009] Die jeweiligen Adern AD1 - AD4 für ein Bündel werden, z.B. über jeweils eine Lochscheibe
LS1 - LS5 zu einem Aderbündel zusammengefaßt, das in eine Verseileinrichtung VS1 -
VS5 einläuft. Diese Verseileinrichtung arbeitet mit wechselnder Schlagrichtung (SZ-Verseilung)
und kann in beliebiger Weise aufgebaut sein, z.B. als Twister, als Rohrspeicher oder
als sonstige SZ-Verseileinrichtung. Die so erhaltenen SZ-verseilten Bündel BD1 - BD5
gelangen vom Ausgang der Verseileinrichtungen VS1 - VS5 zu einer Bündelverseilung
VB, durch die das Grundbündel GB5 in bekannter Weise erzeugt wird. Die Verseileinrichtung
VB kann mit Gleichschlagverseilung oder bevorzugt auch als SZ-Verseilung arbeiten.
[0010] Bei der SZ-Verseilung soll aus mechanischen und insbesondere aus elektrischen Gründen
das Zusammenfallen von Umkehrstellen innerhalb des Grundbündels GB5 vermieden werden,
d.h. beispielsweise, daß das Bündel BD1 nicht etwa an der selben Stelle, gemessen
an der Längsachse des Grundbündels GB5, eine Umkehrstelle aufweisen soll, wie eines
der anderen Bündel BD2 - BD5. Hierzu ist bei der Erfindung zunächst jeder Verseileinrichtung
VS1 - VS5 ein Meßgeber oder Meßfühler MG1 - MG5 zugeordnet, der jeweils fortlaufend
den Verseilzustand bei der jeweiligen Verseileinrichtung VS1 - VS5 bestimmt und über
Meldeleitungen ML1 - ML5 zu einer Steuereinrichtung STE überträgt. Im einfachsten
Fall kann es sich bei den Meßgebern um Winkelgeber handeln, die fortlaufend die Zahl
der Umdrehungen bzw. der Winkelgrade in der einen Drehrichtung und dann nach einem
Schlagwechsel in der anderen Drehrichtung messen. Es ist aber auch möglich einfachere
Meßfühler hierfür vorzusehen, z.B. einfache Umdrehungszähler, Schlaglängen-Meßeinrichtungen
(inklusive Schlagrichtung) oder dergleichen. Die so erhaltenen Informationen über
den jeweiligen Arbeitszustand der Verseileinrichtungen VS1 - VS5 werden fortlaufend
einer Steuereinrichtung STE zugeführt, die daraus jeweils fortlaufend im voraus (bei
unveränderten Bedingungen) die kommenden Umkehrstellen für jede einzelne Verseileinrichtung
bestimmt. Der Teil der Steuereinrichtung STE, in dem diese Bestimmung der Umkehrstellen
vorgenommen wird, ist mit UE bezeichnet und die jeweiligen Umkehrstellen sind mit
U11, U12,... (für das Bündel BD1), U21, U22,... (für das Bündel BD2) ... bis U51,
U52 (für das Bündel BD5) angegeben. Es handelt sich dabei bei den Umkehrstellen U11
- U51 um die jeweils aktuellen, d.h. bereits in der Verseileinrichtung VS1 - VS5 vorhandenen
Umkehrstellen, während die Umkehrstellen U12 - U52 künftige (berechnete bzw. zu erwartende)
Umkehrstellen andeuten, d.h. Umkehrstellen, die im Lauf des weiteren Verseilungsprozesses
als nächste erzeugt werden. Jeder Verseileinrichtung VS1 - VS5 ist eine (zweckmäßig
konstante) Grund - Schlaglänge und auch (zweckmäßig konstante) Grund - Schlagzahl
fest zugeordnet, mit der jeweils die künftigen (nächstfolgenden) Umkehrstellen berechnet
werden können. Bei Verwendung von sich zeitlich ändernden Grund-Schlaglängen oder
Grund-Schlagzahlen muß deren zeitliche Abfolge bekannt sein, z. B. als Änderung nach
einer vorgegebenen Gesetzmäßigkeit. Die Grund - Schlaglänge ist für die einzelnen
Bündel BD1 - BD5 in Fig. 3 durch den Abstand benachbarter Schrägstriche, die Grund
- Schlagzahl durch die Anzahl der Schrägstriche zwischen aufeinanderfolgenden Umkehrstellen
schematisch für 5 Grundbündel BD1 - BD5 dargestellt. Die jeweils aufgrund der Grund-Schlaglängen
und Grund-Schlagzahlen berechneten kommenden Umkehrstellen werden zweckmäßig mit einer
wählbaren Toleranzbreite versehen, die entsprechend der kopplungserzeugenden Überdeckung
von Umkehrstellen gewählt wird. Diese Toleranzbreite kann z.B. m Schlaglängen betragen,
wobei m vorteilhaft eine beliebige gebrochene Zahl, zweckmäßig < 1 ist, z.B. m = 1/3.
[0011] Die Vorausberechnung erfolgt für alle künftigen Umkehrstellen U12 bis U52 entweder
gleichzeitig (parallel) oder nacheinander (seriell) in einer zentralen Steuereinrichtung
STE (Fig. 1) und zwar in einem Rechenteil UE. In dieser Steuereinrichtung ist außerdem
eine Auswerteeinrichtung UEX vorgesehen, welche vergleicht, ob als nächstes entstehende
(vorausberechnete) Umkehrstellen, z.B. U12 - U52 zusammenfallen. Hierzu ist festzustellen,
ob die Lage der Umkehrstelle U12 = U22 = U32 = U42 = U52 ist oder nicht. In gleicher
Weise ist natürlich festzustellen, ob etwa die Umkehrstelle U22 mit anderen Umkehrstellen
zusammenfällt, also beispielsweise U22 = U32 = U42 = U52 und ebenso U32 = U42 = U52
und schließlich U42 = U52.
[0012] Wenn aufgrund dieser Vorausbestimmung künftiger Umkehrstellen festgestellt wird,
daß irgendwo im räumlichen Verband des Grundbündels GB5 zwei Umkehrstellen zusammenfallen
(oder innerhalb eines entsprechenden Toleranzbereiches beiderseits des eigentlichen
Umkehrpunktes liegen) würden, dann wird in den Verseilvorgang mindestens einer der
beteiligten Verseileinrichtungen VS1 - VS5 derart eingegriffen, daß es nicht zu einem
Zusammentreffen von Umkehrpunkten innerhalb der zulässigen Toleranzbereiche kommt.
[0013] Die Berechnungseinheit UEX ist jeweils über Steuerleitungen SL2 - SL5 mit den Verseileinrichtungen
VS1 - VS5 verbunden und dort jeweils an Stellglieder SG2 - SG5 angeschlossen. Nimmt
man beispielsweise an, daß ein Zusammentreffen oder eine unerwünschte Annäherung der
Umkehrstellen U12 und U22 (vgl. Fig. 2) durch die Vergleichseinrichtung UEX herausgefunden
wurde, dann geht über die Steuerleitung SL2 ein Befehl an ein Stellglied SG2 bei der
Verseileinrichtung VS2, das dort z.B. mittels Änderung der Schlagzahl bei unveränderter
Schlaglänge) eine räumliche Verschiebung des Umkehrpunktes U22 des Bündels BD2 in
eine andere Position U22∗ bewirkt, die so weit von der Position U12 der Umkehrstelle
des Bündels BD1 entfernt ist, daß sie weit genug außerhalb des Umkehrstellenbereiches
von U12 liegt. Diese Änderung des Verseilvorganges bei der Verseileinrichtung VS2
kann in beliebiger Weise durchgeführt werden. Beispielsweise kann bevorzugt nur die
Anzahl der Schläge je Schlagrichtung bei der Verseileinrichtung VS2 vergrößert oder
verkleinert werden, derart, daß der Verseilpunkt U22 entsprechend längs der Achse
des Bündels BD2 soweit verschoben wird, daß er nicht mehr mit dem Umkehrpunkt U12
zusammenfällt, bzw. diesem zu nahe kommt. Es kann ggf. aber auch die Schlaglänge,
z.B. bei der Verseileinrichtung VS2 (unter Beibehaltung der Anzahl der Schläge je
Schlagrichtung je Verseilrichtung) verändert werden derart, daß der Umkehrpunkt U22*
von dem Umkehrpunkt U12 ausreichend weit weg verschoben wird. Bei der Änderung der
Schlaglängen ist jedoch darauf zu achten, daß es zu keiner Annäherung an die Schlaglängen
anderer Grundbündel kommt.
Einfacher ist es deshalb, Schlagzahlen zu vergleichen und zu ändern, wobei zweckmäßig
auch deren Änderung in der nächsten Halbperiode eines kompletten Schlagzahlwechsels
zu kompensieren ist. Das Vergrößern oder Verkleinern von Schlagzahlen sollte zweckmäßig
nur begrenzt vorgenommen und möglichst umgehend wieder rückgängig gemacht werden,
da sonst ggf. Reibungskräfte innerhalb der Verseilprodukte (Paare oder Vierer) zu
stark variieren.
[0014] Die beiden vorstehend beschriebenen Maßnahmen (Änderung der Schlagzahl/Änderung der
Schlaglänge) können ggf. auch gleichzeitig angewendet werden, wobei zweckmäßig darauf
zu achten ist, daß sie in der gleichen Richtung wirken, d.h., daß z.B. gleichzeitig
die Schlaglänge vergrößert und die Anzahl der Schläge je Verseilrichtung vergrößert
wird oder umgekehrt.
[0015] Im allgemeinen genügen bereits relativ kleine Änderungen, um das unerwünschte Zusammentreffen
bzw. sich Annähern von Umkehrstellen zu vermeiden. In vielen Fällen wird es auch genügen,
z.B. nicht die Anzahl der Schläge je Verseilrichtung um eine ganze Zahl, also z.B.
um 1 zu erhöhen, sondern es kann vielfach bereits ausreichend sein, die Anzahl der
Schläge um einen Bruchteil eines Verseilschlages zu vergrößern, bzw. zu verkleinern.
[0016] Es ist zweckmäßig, wenn eine der Verseileinrichtungen, im vorliegenden Beispiel die
Verseileinrichtung VS1 quasi als "führende" Verseileinrichtung dem Berechnungsvorgang
in der Steuereinrichtung STE zugrundegelegt wird. Hierzu werden alle weiteren Meßwerte
aus den Meßgebern MG2 - MG5 auf die Informationen des Meßgebers MG1 bezogen (gemeinsamer
Null-Punkt-Abgleich oder dergleichen). Die Meßgeber MG1 - MG5 sind zweckmäßig fest
und vorteilhaft am Eingang der Verseileinrichtungen VS1 - VS5 angeordnet und zwar
bevorzugt (im Gegensatz zur zeichnerischen Darstellung) an dem gleichen Ort der jeweiligen
Verseileinrichtungen VS1 - VS5. Dadurch sind "Phasenunterschiede" bei den jeweils
ermittelten Meßwerten nicht eigens zu berücksichtigen. Es ist aber auch möglich, die
verschiedenen Meßgeber oder Meßfühler MG1 - MG5 an unterschiedlichen Stellen längs
der Verseileinrichtungen VS1 - VS5 anzuordnen und den sich ergebenden "Phasenfehler"
hinsichtlich der Verseilschläge rechnerisch in der Steuereinrichtung STE mit zu berücksichtigen.
[0017] Die Meßfühler oder Meßgeber MG1 - MG5 sind zweckmäßig als eine Kombination aus Drehzahl-,
Drehwinkel- und Geschwindigkeitsmesser ausgebildet. Da die Geschwindigkeit für alle
Paare oder Vierer zweckmäßig gleich gewählt ist, muß sie nur hinreichend stabilisiert
werden. Die Drehzahl wird direkt an den Twistern oder Verseilscheiben gemessen und
kann im Prinzip für alle Antriebe fest eingestellt werden. Verändert wird durch die
Steuereinrichtung STE zweckmäßig nur der Drehwinkel. Auch der kann direkt am Twister
oder an der Verseilscheibe gemessen werden, so daß getrennte Meßfühler wohl denkbar,
aber weniger zweckmäßig sind. Die optische oder mechanische Erfassung von Schlägen
ist weniger einfach. Voraussetzung für die Steuerung (nicht Regelung) der Twister
oder Verseilscheiben ist die Formstabilität der erzeugten Paare oder Vierer.
[0018] Wenn ein Zusammenfallen oder eine unerwünschte Annäherung von Umkehrstellen ermittelt
wird, werden über die Stellglieder SG2 - SG5 im Bereich des Antriebssystems die entsprechenden
Korrekturen durchgeführt, wobei es im allgemeinen ausreichend ist, wenn vier derartige
Stellglieder SG2 - SG5 vorgesehen sind, weil die erste Verseileinrichtung VS1 als
Bezugseinrichtung zugrundegelegt ist und deshalb nicht eigens nachgestellt werden
braucht. Es ist aber bei Bedarf oder Wunsch natürlich auch möglich, diese Verseileinrichtung
zusätzlich mit in den jeweiligen Nachsteuervorgang einzubeziehen. Die Stellglieder
SG2 - SG5 wirken zweckmäßig auf die entsprechenden Antriebsmotoren der Verseileinrichtungen
VS2 -VS5 entweder direkt (elektrisch) oder mechanisch (z.B. durch Betätigung von Kupplungen
oder dergleichen) ein.
[0019] Die Zusatzschläge, die aufgrund der Stellglieder durchgeführt werden, gelten zweckmäßig
nur für jeweils zwei Umkehrstellen-Abstände, um die Null-Position des Speichers zu
erhalten. Es sollten sich nicht mehr als vier Umkehrstellenverschiebungen aufaddieren.
Wenn z.B. die Schlagzahl je Schlagrichtung von 30 auf 31 verändert wird, sollte auch
die auf die S-Schläge folgende Z-Schlagzahl 31 haben. Integrale Verschiebungen des
Neutralpunktes sind bevorzugt durch späteres Verringern der Schlagzahlen möglichst
zu vermeiden. Beispielsweise können also sind die Schlagzahlen z.B. folgendermaßen
gewählt werden (ausgehend von Grund-Schlagzahl 30),wobei S die eine und Z die andere
Schlagrichtung bedeutet:
S30/Z30, S31/Z31, S32/Z32,; S30/Z30, S29/Z29, S30/Z30, S31/Z31, S28/Z28 usw.
Es kommt somit AUF DIESE Art zumindest zu einer teilweisen "Kompensation" der Schlagzahlvariation,
weil auf eine Vergrößerung eine Verkleinerung folgt und umgekehrt und zwar um den
Mittelwert (Grund-Schlagzahl).
[0020] Falls die Mitten von zwei oder mehr Umkehrstellen exakt zusammenfallen, dann muß
eine feste Vereinbarung für die Verschiebung getroffen werden. Beispielsweise wird
jeweils entsprechend der Numerierung von Figur 1 diejenige Verseileinrichtung betätigt
(verändert), welche die höhere Nummer aufweist. Fallen z.B. die Umkehrstellen U32
und U42 zusammen, dann erfolgt ein Einwirken auf die Verseileinrichtung VS4 (und nicht
auf die Verseileinrichtung VS3).
[0021] Die Verschiebung von Umkehrstellen soll möglichst eine volle Schlaglänge nicht überschreiten,
so daß die Toleranzbreite mit insgesamt zwei Schlaglängen auskommt. Einmal stattgefundene
Verschiebungen bleiben im System erhalten, (aber nicht in der Schlagzahl). Daraus
folgt, daß mit zunehmender Grundbündel-Fertigungslänge ein fast stochastisches UmkehrstellenPositionierungs-System,
das systematische Restkopplungen aus den Verseilabschnitten unwahrscheinlich macht.
Gegenüber festen, entsprechend gegeneinander versetzten Umkehrstellen-Grundfunktionen
wie beim Stand der Technik läßt also den Einsatz des erfindungsgemäßen Verfahrens
wegen dieser Verbesserung der Kopplungsverhältnisse in einer stochastisch schwankenden
Verteilung infolge der Verschiebung der Umkehrstellen günstigere Kopplungsverhältnisse
beim fertigen Grundbündel erzielen. Die Grund - Schlagzahl, für welche die einzelnen
Verseileinrichtungen VS1 - VS5 ausgelegt sind, werden zweckmäßig so gewählt, daß die
erforderlichen Zusatzschläge (zwecks Verschiebung der Umkehrpunkte) noch keine gefährlichen
Vergrößerungen der Reibkraft auf den jeweiligen Speicher bewirken. Den einzelnen Verseileinrichtungen
VS1 - VS5 können unterschiedliche Grundschemata hinsichtlich der Schlagzahl (unterschiedliche
Schlagzahlen) und/oder unterschiedliche Schlaglängen zugeordnet sein. Es ist zweckmäßig,
wenn die Verseileinrichtungen VS1 - VS5 mit (im Mittel) etwa gleichen Abzugsgeschwindigkeiten
arbeiten. Auf diese Weise kann die Berechnung für jeden künftigen Umkehrpunkt exakt
durchgeführt werden. Wenn die beiden Umkehrpunkte nicht exakt zusammenfallen, sondern
sich nur in unerwünschter Weise (innerhalb eines Toleranzbereiches) anzunähern drohen,
dann ist es zweckmäßig, durch zusätzliche Schläge bei derjenigen Verseileinrichtung
eine Verschiebung vorzunehmen, bei der der Umkehrpunkt ohnehin weiter draußen liegt,
weil dann mit einer geringeren Zusatz-Schlaglänge gearbeitet werden kann. Ähnliches
gilt, wenn vorzeitig eine Schlagzahl verringert bzw. abgebrochen werden soll. In diesem
Fall wird die Schlagzahl verringert bzw. im Schlag abgebrochen bei derjenigen Verseileinrichtung,
bei der der Umkehrpunkt in Durchlaufrichtung gesehen vor dem unerwünscht benachbarten
Umkehrpunkt eines benachbarten Bündels liegt.
[0022] Es ist zweckmäßig, wenn die Schlagzahlen je Verseilrichtung zwischen 20 und 50, vorzugsweise
um 30 gewählt werden. Außerdem sollten die Schlaglängen vorteilhaft im Bereich üblicher
Vierer-Schlaglängen liegen. Insgesamt sinkt auf eine große Kabellänge gesehen bei
einer Vergrößerung der Abstände (d.h. bei einem Hinausschieben der Umkehrpunkte) die
Anzahl der Umkehrstellen, so daß bei einer entsprechenden Auslegung auch Verbesserungen
in K
9-12-Werte zu erwarten sind. Restkopplungen zwischen (idealen, ungestörten) Vierern nehmen
proportional der Umkehrstellenzahl je Länge zu und zwar zunächst unabhängig von der
Güte/Länge der Umkehrstellen. Durch das erfindungsgemäße Verfahren ist auch das mechanische
Versetzen von Umkehrstellen überflüssig und die einzelnen Verseilachsen können damit
auf den kleinstmöglichen Abstand gebracht werden, d.h. die Vierer können also auf
kürzesten Abstand zum Grundbündel verseilt werden.
1. Verfahren zur Herstellung eines Grundbündels (GB5) für ein Nachrichtenkabel, wobei
das Grundbündel mehrere in getrennten Verseileinrichtungen (VS1 - VS5) hergestellte
Bündel (BD1 - BD5) enthält und wobei Maßnahmen vorgesehen sind, um ein Zusammentreffen
von Umkehrstellen (U12 - U52) bei benachbarten Bündeln (BD1 - BD5) zu vermeiden,
dadurch gekennzeichnet,
daß fortlaufend die Position der jeweiligen Umkehrstellen bei den Verseileinrichtungen
(VS1 - VS5) der einzelnen Bündel (BD1 - BD5) bestimmt und daraus die künftige Position
der Umkehrstellen berechnet wird und daß bei Feststellen eines Zusammentreffens künftiger
Umkehrstellen (U12, U22) über ein Stellglied ( z.B. SG2) bei mindestens einer der
betroffenen Verseileinrichtungen (VS2) eine Änderung derart vorgenommen wird, daß
die zugehörige künftige Umkehrstelle (U22) räumlich derart verschoben ist (U22*),
daß sie nicht mehr mit einer Umkehrstelle (U12) zusammenfällt.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß als Bündel (BD1 - BD5) Paare oder Vierer verwendet werden.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß zur Vermeidung des Zusammenfallens von Umkehrstellen nur jeweils die Schlagzahl
je Verseileinrichtung verändert wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Änderung der Schlagzahl z.B. Vergrößerung, durch eine nachfolgende weitere
Änderung der Schlagzahl in entgegengesetzter Richtung z.B. Verkleinerung, ganz oder
teilweise kompensiert wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß mit einer festen Grund - Schlagzahl und/oder Grund - Schlaglänge gearbeitet wird,
um die künftige Position der Umkehrstelle zu berechnen.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei einer Änderung der Schlagzahl in einer Schlagrichtung (z.B. S) nachfolgend
eine gleiche Änderung in der anderen Schlagrichtung (z.B. Z) vorgenommen wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schlagzahl zwischen 30 und 50 gewählt wird.
8. Verseileinheit zur Herstellung eines Grundbündels (GB5) für ein Nachrichtenkabel,
mit mehreren getrennten Verseileinrichtungen (VS1 - VS5) für die Herstellung von Bündeln
(BD1 - BD5),
dadurch gekennzeichnet,
daß bei den Verseileinrichtungen (VS1 - VS5) Meßgeber (MG1 - MG5) für die fortlaufende
Bestimmung der Position der jeweiligen Umkehrstellen (U11 - U51) der einzelnen Bündel
(BD1 - BD5) vorgesehen sind, daß eine Steuereinheit (STE) vorgesehen ist, in der die
künftige Position der Umkehrstellen (U12 - U52) berechnet wird, daß bei zumindest
einem Teil der Verseileinrichtungen (VS2 - VS5) Stellglieder (SG2 - SG5) vorgesehen
sind, daß bei Feststellen eines Zusammentreffens künftiger Umkehrstellen (U12, U22)
von der Steuereinheit (STE) über ein Stellglied (SG2 - SG5) bei mindestens einer der
betroffenen Verseileinrichtungen (VS2 - VS5) eine Änderung vorgenommen ist, die eine
Verschiebung der zugehörigen künftigen Umkehrstelle (U22) räumlich derart bewirkt
(U22*), daß diese nicht mehr mit der anderen Umkehrstelle (U12) zusammenfällt.
9. Verseileinheit nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß als Meßgeber (MG1 - MG5) Winkeigeber vorgesehen sind.
1. Method for producing a basic unit (GB5) for a communications cable, the basic unit
containing a plurality of units (BD1 - BD5) produced in separate stranding devices
(VS1 - VS5), and measures being provided to avoid coincidence between reversal points
(U21 - U25) in adjacent units (BD1 - BD5), characterized in that the position of the
respective reversal points in the stranding devices (VS1 - VS5) of the individual
units (BD1 - BD5) is continuously determined and the future position of the reversal
points is calculated therefrom and in that, in the event of establishing a coincidence
between future reversal points (U12, U22), a change is carried out, via an actuator
(for example SG2) in at least one of the stranding devices (VS2) involved, such that
the associated future reversal point (U22) is physically displaced (U22*) in such
a manner that it no longer coincides with a reversal point (U12).
2. Method according to Claim 1, characterized in that pairs or quad cores are used as
units (BD1 - BD5).
3. Method according to one of the preceding claims, characterized in that, to avoid the
coincidence of reversal points, only the number of lays per stranding device is in
each case changed.
4. Method according to Claim 3, characterized in that a change of the number of lays,
for example an increase, is fully or partially compensated by a subsequent further
change of the number of lays in the opposite direction, for example a decrease.
5. Method according to one of the preceding claims, characterized in that operations
are carried out using a fixed basic number of lays and/or basic length of lay, in
order to calculate the future position of the reversal point.
6. Method according to one of the preceding claims, characterized in that, in the event
of a change in the number of lays in one direction of lay (for example S), an identical
change in the other direction of lay (for example Z) is subsequently carried out.
7. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the number
of lays is selected to be between 30 and 50.
8. Stranding unit for producing a basic unit (GB5) for a communications cable, having
a plurality of separate stranding devices (VS1 - VS5) for the production of units
(BD1 - BD5) characterized in that measurement transmitters (MG1 - MG5) for the continuous
determination of the position of the respective reversal points (U11 - U51) of the
individual units (BD1 - BD5) are provided in the stranding devices (VS1 - VS5), in
that a control unit (STE) is provided, in which the future position of the reversal
points (U12 - U52) is calculated, in that in the case of at least some of the stranding
devices (VS2 -VS5) actuators (SG2 - SG5) are provided, in that in the event of determining
a coincidence between future reversal points (U12, U22), a change is undertaken by
the control unit (STE) via an actuator (SG2 - SG5) in the case of at least one of
the stranding devices (VS1 - VS5) involved, which change effects a displacement (U22*)
of the associated future reversal point (U22) physically in such a manner that the
latter no longer coincides with the other reversal point (U12).
9. Stranding unit according to Claim 8, characterized in that angle transmitters are
provided as measurement transmitters (MG1 - MG5).
1. Procédé pour la fabrication d'un faisceau de base (GB5) pour un câble de télécommunication,
le faisceau de base comprenant plusieurs faisceaux (BD1 - BD5) réalisés dans des dispositifs
de câblage séparés (VS1 - VS5) et des mesures étant prévues pour éviter la coïncidence
de points d'inversion (U12 - U52) sur des faisceaux voisins (BD1 - BD5),
caractérisé par le fait
que la position des points d'inversion respectifs sur les dispositifs de câblage (VSI
- VS5) des faisceaux voisins (BD1 - BD5) est déterminée en permanence et que, à partir
de cette donnée, la position future des points d'inversion est calculée et par le
fait que, lorsqu'une coïncidence de points d'inversion à venir (U12, U22) est constatée,
grâce à un élément de réglage (par exemple SG2), une modification est apportée sur
au moins un des dispositifs de câblage concernés (VS2) de telle sorte que le point
d'inversion futur correspondant (U22) soit déplacé dans l'espace d'une façon telle
(U22*) qu'il ne puisse plus coïncider avec un point d'inversion (U12).
2. Procédé selon la revendication 1
caractérisé par le fait
que des paires et des quartes sont utilisées comme faisceaux (BD1 - BDS).
3. Procédé selon une des revendications précédentes
caractérisé par le fait
que, pour éviter la coïncidence de points d'inversion, seul l'indice respectif de
pas de câblage par dispositif de câblage est modifié.
4. Procédé selon la revendication 3
caractérisé par le fait
qu'une modification de l'indice de pas de câblage, par exemple une augmentation, est
compensée, en tout ou partie, par une autre modification subséquente de l'indice de
pas de câblage dans le sens opposé, par exemple une diminution.
5. Procédé selon une des revendications précédentes
caractérisé par le fait
que, pour calculer la position future du point d'inversion, on opère avec un indice
de pas de câblage de base fixe et / ou avec un pas de câblage de base fixe.
6. Procédé selon une des revendications précédentes
caractérisé par le fait
que, après une modification de l'indice de pas de câblage dans un sens de commettage
(par exemple, S), on procède ensuite à la même modification dans l'autre sens de commettage
(par exemple, Z).
7. Procédé selon une des revendications précédentes
caractérisé par le fait
que l'indice de pas de câblage est choisi entre 30 et 50.
8. Unité de câblage pour la fabrication d'un faisceau de base (GB5) pour un câble de
télécommunication, à plusieurs dispositifs de câblage séparés (VS1 - VSS) pour la
fabrication de faisceaux (BD1 - BD5)
caractérisée par le fait
que, sur les dispositifs de câblage (VS1 - VS5), sont prévus des détecteurs de mesure
(MG1 - MG5) pour la détermination en continu de la position des points respectifs
d'inversion (U11 - U51) des différents faisceaux (BD1 - BD5), par le fait qu'est prévue
une unité de commande (STE), dans laquelle la position future des points d'inversion
(U12 - U52) est calculée, par le fait que, au moins sur une partie des dispositifs
de câblage (VS2 - VS5), sont prévus des éléments de réglage (SG2 - SG5), par le fait
que, si une coïncidence de points futurs d'inversion (U12, U22) est constatée, l'unité
de commande (STE) procède, par l'intermédiaire d'un élément de réglage (SG2 - SG5),
à une modification sur au moins un des dispositifs de câblage concernés (VS2 - VS5),
laquelle provoque un déplacement spatial du point futur d'inversion correspondant
(U22) vers (U22*) de telle sorte que celui-ci ne coïncide plus avec l'autre point
d'inversion (U12).
9. Unité de câblage selon la revendication 8
caractérisée par le fait
que des capteurs angulaires sont prévus en tant que détecteurs de mesure (MG1 - MG5).