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EP 0 695 677 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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30.12.1998 Patentblatt 1998/53 |
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Anmeldetag: 31.07.1995 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)6: B61H 7/08 |
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Anordnung einer Magnetschienenbremse an einem Einzelachsfahrwerk
Arrangement of a magnetic track brake at a single axle running gear
Arrangement d'un frein de voie magnétique à un train de roulement à essieu unique
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH DE ES FR GB IT LI SE |
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Priorität: |
06.08.1994 DE 4427941
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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07.02.1996 Patentblatt 1996/06 |
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Patentinhaber: DUEWAG AKTIENGESELLSCHAFT |
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47829 Krefeld (DE) |
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Erfinder: |
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- Müller, Hubert
D-47800 Krefeld (DE)
- Schoof, Claus-Georg
D-47877 Willich (DE)
- Hofmann, Lothar
D-47798 Krefeld (DE)
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Entgegenhaltungen: :
DE-B- 1 132 952 DE-C- 603 922
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DE-C- 454 628
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- EISENBAHNTECHNISCHE RUNDSCHAU, vol.43, no.1-2, 1994, page 55 - 62, GERD MEYER 'KONZEPT
UND AUSFüHRUNG EINES DIESELLEICHTTRIEBWAGENS '
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Schienenfahrzeug mit einem Einzelachsfahrwerk, dessen
Fahrwerkrahmen einerseits über eine Primärfederung mit der einzelnen Radachse des
Fahrwerkes und andererseits über eine Sekundärfederung mit dem Wagenkasten des Schienenfahrzeuges
elastisch verbunden ist, wobei der Fahrwerkrahmen - insbesondere beim Anfahren und
Bremsen - der Elastizität dieser federnden Verbindungen entsprechende Kippbewegungen
um die Mitte der Radachse ausführen kann.
[0002] Ein Schienenfahrzeug mit den vorgenannten Merkmalen ist durch die Fachzeitschrift
ETR 1994 Heft 1-2 Seite 61 Abschnitt 4.3 mit Bild 10 bekannt. Der Fahrwerkrahmen des
Einzelachsfahrwerkes und die Radachse führen vertikale Federbewegungen zueinander
aus. Neben diesen Vertikalbewegungen können aufgrund der Elastizitäten in der Anbindung
des Fahrwerkrahmens am Wagenkasten, vor allem beim Anfahren und Bremsen, Kippbewegungen
des Fahrwerkrahmens auftreten.
[0003] Der Erfindung liegt demgemäß die Aufgabe zugrunde, an einem Einzelachsfahrwerk eine
Magnetschienenbremse derart anzuordnen, daß auch bei Kippbewegungen des Fahrwerkrahmens
unerwünschte Berührungen der Bremsmagnete der Magnetschienenbremse mit der Schienenoberkante
sicher vermieden werden.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Einzelachsfahrwerk mit
einer Magnetschienenbremse ausgerüstet ist, deren Bremsmagnete in ihrer Ruhestellung
jeweils durch einen am Fahrwerkrahmen angeschlossenen Pneumatikzylinder in einer auftretende
Vertikal- und Kippbewegungen des Fahrwerkrahmens übersteigenden Höhe über der Schienenoberkante
gehalten sind.
[0005] Durch die DE-B-1 132 952 ist eine Aufhängevorrichtung für Magnetschienenbremsen an
Schienenfahrzeugen bekannt, bei der ein Bremsmagnet durch ein Hebelgestänge und eine
Hochhaltefeder in einem Abstand oberhalb der Schienenoberkante gehalten wird. Das
Absenken des Bremsmagneten aus der vorbeschriebenen Ruhestellung in die Wirkposition
mit der Schienenoberkante erfolgt durch Aktivieren eines Pneumatikzylinders. Im Hinblick
darauf, daß der DE-B-1 132 952 bezüglich eines Einzelachsfahrwerkes mit einem Fahrwerkrahmen,
der Kippbewegungen ausführen kann, und einer an einem solchen Fahrwerkrahmen befestigten
Magnetschienenbremse nichts zu entnehmen ist, vermag diese DE-B keine Hinweise oder
Anregungen zum Auffinden der Lösung nach Patentanspruch 1 zu vermitteln.
[0006] Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung gelangen die Bremsmagnete der
Magnetschienenbremse lediglich durch Entlüften der Pneumatikzylinder und ihr Eigengewicht
in ihre Wirkposition mit der Schienenoberkante.
[0007] Um Relativbewegungen zwischen der Magnetschienenbremse und dem Fahrwerkrahmen in
Fahrtrichtung zu begrenzen, besteht eine weitere Ausgestaltung der Erfindung darin,
daß die Magnetschienenbremse mit Gegenstücken des Fahrwerkrahmens zusammenwirkende
Mitnehmer aufweist.
[0008] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung schematisch dargestellt
und im folgenden näher beschrieben. Es zeigen
- Fig. 1
- die Anordnung einer Magnetschienenbremse an einem Einzelachsfahrwerk in der Ansicht
von oben,
- Fig. 2
- den Schnitt nach der Linie A - A in Fig. 1.
[0009] Der Fahrwerkrahmen 1 eines Einzelachsfahrwerks ist in nicht dargestellter Weise elastisch
mit einer Radachse 7 und einem Wagenkasten eines Schienenfahrzeuges verbunden. Der
Fahrwerkrahmen 1 kann den Elastizitäten dieser Anbindung entsprechende Kippbewegungen
um die Mitte der Radachse 7 nach vorne oder hinten ausführen, wobei solche Kippbewegungen
vor allem beim Anfahren und Bremsen auftreten. Außerdem sind vertikale Federbewegungen
zwischen dem Fahrwerkrahmen 1 und der Radachse 7 möglich.
[0010] Das Einzelachsfahrwerk ist mit einer Magnetschienenbremse ausgerüstet, deren Bremsmagnete
2 durch einen üblichen Spurhalter (nicht dargestellt) in Querrichtung miteinander
verbunden sind. Die Bremsmagnete 2 sind in ihrer Ruhestellung jeweils durch einen
Pneumatikzylinder 3 an einer Konsole 8 des Fahrwerkrahmens 1 aufgehängt, und zwar
in einer Höhe über der Schienenoberkante 6, die größer ist als alle im Fahrbetrieb
auftretenden Vertikal- und Kippbewegungen des Fahrwerkrahmens 1. Eine ungewollte Berührung
der Bremsmagnete 2 mit der Schienenoberkante 6 kann dadurch nicht vorkommen. Relativbewegungen
zwischen der Magnetschienenbremse und dem Fahrwerkrahmen 1 werden durch Mitnehmer
4 begrenzt, die mit Gegenstücken 5 des Fahrwerkrahmens 1 zusammenwirken.
[0011] Zum Aktivieren der Magnetschienenbremse werden der elektrische Strom eingeschaltet
und die Pneumatikzylinder 3 entlüftet, wobei die Bremsmagnete 2 durch ihr Eigengewicht
in die Wirkposition mit der Schienenoberkante 6 gelangen - ohne dabei die Vorspannkraft
einer bei anderen Magnetschienenbemsen bekannten Feder überwinden zu müssen. Die Bremskraft
der Bremsmagnete 2 wird bei Berührung mit der Schienenoberkante 6 sofort ausgeübt.
Liste der Bezugszeichen
[0012]
- 1
- Fahrwerkrahmen
- 2
- Bremsmagnet
- 3
- Pneumatikzylinder
- 4
- Mitnehmer
- 5
- Gegenstück
- 6
- Schienenoberkante
- 7
- Radachse
- 8
- Konsole
1. Schienenfahrzeug mit einem Einzelachsfahrwerk, dessen Fahrwerkrahmen (1) einerseits
über eine Primärfederung mit der einzelnen Radachse (7) des Fahrwerkes und andererseits
über eine Sekundärfederung mit dem Wagenkasten des Schienenfahrzeuges elastisch verbunden
ist, wobei der Fahrwerkrahmen (1) - insbesondere beim Anfahren und Bremsen - der Elastizität
dieser federnden Verbindungen entsprechende Kippbewegungen um die Mitte der Radachse
(7) ausführen kann, dadurch gekennzeichnet, daß das Einzelachsfahrwerk mit einer Magnetschienenbremse
ausgerüstet ist, deren Bremsmagnete (2) in ihrer Ruhestellung jeweils durch einen
am Fahrwerkrahmen (1) angeschlossenen Pneumatikzylinder (3) in einer auftretende Vertikal-
und Kippbewegungen des Fahrwerkrahmens (1) übersteigenden Höhe über der Schienenoberkante
(6) gehalten sind.
2. Schienenfahrzeug mit einem Einzelachsfahrwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Bremsmagnete (2) der Magnetschienenbremse lediglich durch Entlüften der Pneumatikzylinder
(3) und ihr Eigengewicht in ihre Wirkposition mit der Schienenoberkante (6) gelangen.
3. Schienenfahrzeug mit einem Einzelachsfahrwerk nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Magnetschienenbremse mit Gegenstücken (5) des Fahrwerkrahmens (1) zusammenwirkende
Mitnehmer (4) aufweist.
1. A rail vehicle with single-axle running gear, the underframe (1) of which is resiliently
connected at one end to the single wheel axle (7) of the running gear via primary
suspension, and at the other end to the body of the rail vehicle via secondary suspension,
wherein the underframe (1) in particular during starting and braking, can execute
tilting movements about the centre of the wheel axle (7) in accordance with the resilience
of these spring connections, characterised in that the single-axle running gear is
provided with a magnetic rail brake, the braking magnets (2) of which are each held
in their rest position by a pneumatic cylinder (3), connected to the underframe (1),
at a height above the upper edge (6) of the rail exceeding vertical and tilting movements
of the underframe (1).
2. A rail vehicle with single-axle running gear according to claim 1, characterised in
that the braking magnets (2) of the magnetic rail brake move into their position of
interaction with the upper edge (6) of the rail simply by evacuation of the pneumatic
cylinders (3) and their own weight.
3. A rail vehicle with single-axle running gear according to claim 1 or 2, characterised
in that the magnetic rail brake has carriers (4) cooperating with counterparts (5)
of the underframe (1).
1. Véhicule de chemin de fer comprenant un train de roulement à essieu unique dont le
châssis (1) est relié souplement, d'une part, à l'essieu unique (7) du train de roulement
par le biais d'une suspension primaire et, d'autre part, à la caisse de voiture du
véhicule de chemin de fer par l'intermédiaire d'une suspension secondaire, sachant
que le châssis (1), notamment au démarrage et au freinage, peut effectuer des mouvements
basculants autour du milieu de l'essieu (7), qui correspondent à l'élasticité de ces
liaisons à ressort, caractérisé en ce que le train de roulement à essieu unique est
équipé d'un frein électromagnétique sur rail, dont les électroaimants (2) en position
de repos sont chacun maintenus par un vérin pneumatique (3) raccordé au châssis (1)
à une hauteur au-dessus de l'arête supérieure des rails (6) qui est supérieure à l'amplitude
des mouvements verticaux et basculants du châssis (1).
2. Véhicule de chemin de fer comprenant un train de roulement à essieu unique selon la
revendication 1, caractérisé en ce que les électroaimants de freinage (2) du frein
électromagnétique sur rail atteignent leur position active sur l'arête supérieure
du rail (6) uniquement en purgeant les vérins pneumatiques (3) et du fait de leur
poids propre.
3. Véhicule de chemin de fer comprenant un train de roulement à essieu unique selon la
revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le frein électromagnétique sur rail présente
des tocs d'entraînement (4) coopérant avec des pendants (5) du châssis (1).
