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(11) |
EP 0 696 331 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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26.08.1998 Patentblatt 1998/35 |
| (22) |
Anmeldetag: 28.02.1995 |
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| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC)6: D02G 1/16 |
| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/CH9500/046 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 9523/886 (08.09.1995 Gazette 1995/38) |
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| (54) |
VERFAHREN UND VORRICHTUNG ZUR HERSTELLUNG EINES MISCHGARNES
PROCESS AND DEVICE FOR PRODUCING A MIXED YARN
PROCEDE ET DISPOSITIF DE PRODUCTION D'UN FIL MIXTE
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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CH FR IT LI |
| (30) |
Priorität: |
01.03.1994 CH 600/94
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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14.02.1996 Patentblatt 1996/07 |
| (73) |
Patentinhaber: Heberlein Fasertechnologie AG |
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9630 Wattwil (CH) |
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Erfinder: |
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- BERTSCH, Gotthilf
CH-9642 Ebnat-Kappel (CH)
- SCHWARZ, Erwin
CH-9631 Ulisbach (CH)
- REBSAMEN, Albert
CH-9042 Speicher (CH)
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Vertreter: Ackermann, Ernst |
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Egghalde 9231 Egg-Flawil 9231 Egg-Flawil (CH) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 098 354 US-A- 3 474 613
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US-A- 3 093 878 US-A- 3 822 543
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zur Herstellung und Veredelung
eines Mischgarnes im Luftstrom bestehend aus wenigstens einem Endlos-Filamentgarn
und Stapelfasern, wobei der Luftstrom das Endlos-Filamentgarn führt.
Stand der Technik
[0002] Das klassische Garn, das aus Naturfasern wie Baumwolle oder Wolle durch Spinnen hergestellt
wird, gibt dem Endprodukt durch die Eigenschaften der Rohstoffe und dem Spinnvorgang
einen je typischen Textilcharakter. Seit der Einführung der sogenannten Kunstseide
sind viele Herstellverfahren für das Garn einerseits, sowie für die Behandlung bzw.
Veredelung der Garne anderseits entstanden. Für die Veredelung von Filamentgarnen
konnten sich insbesondere zwei Lufttechniken im Markt etablieren. Beide Techniken
basieren auf bereits ausgesponnenen Endlos-Filamentgarnen, sei es aus Kunst- oder
Naturseide.
[0003] Die Luftverwirbelungstechnik, schematisch in Figur 1 dargestellt, erlaubt die Herstellung
von Mehrkomponentengarnen. Dabei wird z.Bsp. ein Verbund von Filamentgarn und Fasergarn
oder von zwei Filamentgarnen hergestellt. Im Gegensatz zum Luftspinnen von Stapelfasern
benötigt die Luftverwirbelungstechnik ein Filamentgarn um die Fasergarnkomponente
zu "umwirbeln". Luftverwirbelte Mehrkomponentengarne werden für besondere Anwendungen
zusätzlich veredelt. Sie sind jedoch meistens schon Fertigerzeugnisse für die nachfolgende
Verarbeitung wie Weberei, Strickerei usw. Mit der Luftverwirbelungstechnik lassen
sich besondere Eigenschaften und Effekte erzeugen, die durch den Spinnvorgang nicht
erreichbar sind.
[0004] Die zweite Lufttechnik, die sich in der industriellen Praxis etablieren konnte ist
die sogenannte Luftblastexturierung. Diese ist in der Figur 2 schematisch dargestellt.
Die Luftblastexturierung erlaubt ein einzelnes Endlos-Filamentgarn zu behandeln oder
zwei (oder mehr) Endlos-Filamentgarne zu einem Mehrkomponentengarn zu verbinden und
zu veredeln. Die Luftblastexturierung nahm ihren Anfang in den 50er Jahren. Diese
erlaubt aus einem oder mehreren glatten, Endlos-Filamentgarnen ein sogenanntes Schlingengarn
zu erzeugen. Das Kernstück für die Luftblastexturierung ist die Luftblastexturierdüse,
welche in der Figur 3 in einem vereinfachten Schnitt grösser dargestellt ist. Die
Zuführgeschwindigkeit (V
1) des Filamentgarnes an die Luftblastexturierdüse ist höher als die Auslauf°der Abzugsgeschwindigkeit
(V
2). Die unterschiedliche Geschwindigkeit, mit Überlieferung gekennzeichnet, wird für
die Bildung der Schlingen benötigt. Die entsprechenden Längsverschiebungen zwischen
den Filamenten wird durch die Energie der strömenden Luft ausgelöst. Die Schlingenbildung
verursacht eine effektive Verkürzung der Garnlänge. Die Düse wird also gewissermassen
zum "Garnfresser", d.h. aufgrund der grösseren Ein- als Austrittsgeschwindigkeit wird
mehr Garn eingespiesen als abgezogen. Die vermeintlich fehlende Garnmenge ist jedoch
in Form von Schlingen wieder zu finden und führt zu einer Erhöhung des Titers nach
der Düse. Die Schlingenbildung ist in Figur 4 modellhaft gezeichnet. Dabei wird üblicherweise
ein Flechtpunkt "F" definiert.
[0005] Sehr häufig wird zur Ablenkung des bereits texturierten Garnes eine Prallvorrichtung
unmittelbar nach dem Austritt aus der Texturierdüse angeordnet (Figur 5). Die Druckluft
kann parallel (Figur 5) oder wie in der Figur 3 gezeigt ist, radial in den Fadenkanal
eingeführt werden. Es ist möglich, zwei oder sogar mehr Endlos-Filamentgarne gleichzeitig
in den Fadenkanal einzuführen und zu einem texturierten Garn z.Bsp. sogenannte Effekt-
oder Volumengarne zu vereinen. In der Figur 5 ist der Fadenkanal im unteren Abschnitt
als Presslufteinblaskanal (PK) und anschliessendem Düsenkanal (DBK) ausgestaltet.
Die Druckluft wird mit 5 - 15 bar vorzugsweise 6 - 10 bar dem Düsenkopf zugeführt.
Der hohe Speisedruck hat zur Folge, dass bei geeigneter Ausgestaltung der Düse, insbesondere
des Düsenkanales resp. Düsen-Beschleunigungskanales (DBK) eine Überschallströmung
erzeugt wird. Die am meisten anerkannte Fachmeinung geht davon aus, dass der Erfolg
der Luftblastexturierung gerade auf der Ausnutzung des Phänomenes der Überschallströmung,
vor allem der bekannten Stossfronten bzw. raschen Abfolge von Verdichtung und Expansion
der Luft begründet ist. Bei präziser Herstellung und idealer Formgebung des Presslufteinblaskanales
(PK) und des Düsenkanales (DBK) erhält man die Überschallphänomene auch dann, wenn
ein oder mehrere glatte Filamentgarne durch den Düsenkanal geführt werden. Jüngere
Untersuchungen haben gezeigt, dass überlagert zu den Verdichtungswellen noch höherfrequente
Schwingungen auftreten, die letztlich zusammen mit den wechselnden Stosswellen die
Schlingen an den Filamenten erzeugen. Mit dem Fadenkanal werden die Filamentgarne
bevorzugt in die Mitte des Blasstromes geführt. Das kompakte Garn wird nach dem Austritt
aus der Düse im Bereich des Flechtpunktes (F) rechtwinklig abgezogen. Man vermutet,
dass die Bündelung sehr genau mit einer Verdichtungsstelle der Luftströmung zusammenfällt.
Seit über 20 Jahren ist dieses Verfahren weltweit mit Erfolg für die Herstellung verschiedenartiger
Garnqualitäten im Einsatz.
[0006] Es sind in der Vergangenheit zahlreiche Versuche unternommen worden, mit dem Luftstromprinzip
Mischgarne aus Endlos-Filamentgarn und Stapelfasern herzustellen. Es ist aber kein
solches Verfahren bekannt geworden, bei dem eine, zu einem gesponnenen, gemischten
Garn vergleichbare Qualität erreicht wurde. Alle entsprechenden Entwicklungen sind
bis heute gescheitert.
[0007] Z.Bsp. zeigt die US-PS Nr. 3 822 543 mit vielen Ausführungsbeispielen eine wahrscheinlich
nie in die industrielle Praxis umgesetzte Idee der Herstellung eines Mischgarnes im
Luftstrom. Der Kernansatz ist dabei das Führen des Endlos-Filamentgarnes sowie der
Stapelfasern mit dem Druckluftstrom in und durch eine Turbulenzzone bzw. Turbulenzkammer.
Es wird ferner vorgeschlagen, die Luftturbulenz mit verschiedensten Techniken herzustellen.
Beim zuvor beschriebenen Luftblastexturieren geht man von extremen Luftkräften aus.
Für die Herstellung des Mischgarnes im Turbulenzverfahren werden aber Luftgeschwindigkeiten
von nur 1200 m/ min. resp. 20 m/sec. vorgeschlagen. Es ist wenig wahrscheinlich, dass
damit industriell ein Mischgarn herstellbar ist.
[0008] Es wird in der Folge unter dem Begriff "Mischgarn" ein aus Endlos-Filamentgarn und
Stapelfasern hergestelltes Mehrkomponenten-Garn verstanden. Das Endlos-Filamentgarn
wird meistens aus Kunstfasern, gegebenenfalls auch aus Naturseide hergestellt, die
Stapelfasern können Naturprodukte wie Baumwolle, Wolle usw. oder aber auch Stapelfasern
aus Kunstfasern sein. In der Fachsprache wird unter "Mischgarn" oft auch ein gesponnenes
Garn aus verschiedenen Stapelfasern (Kunstfasern und Naturfasern) verstanden. Dieses
Garn wird in der Folge als gemischtes Garn bezeichnet.
Darstellung der Erfindung
[0009] Der Erfindung wurde nun die Aufgabe gestellt, ein Mischgarn im Luftstrom herzustellen,
das im wesentlichen alle naturgemäss möglichen Vorteile aus dem Verbund von Endlos-Filamentgarn
sowie Stapelfasern aufweist und in der industriellen Praxis anwendbar ist, wobei insbesondere
auch ein drehungsfreies Mischgarn herstellbar sein soll.
[0010] Das erfindungsgemässe Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass mit dem Luftstrom,
der das Endlos-Filamentgarn führt, eine Ansaugzone gebildet wird, durch welche die
Stapelfasern dem Endlos-Filamentgarn zugemischt und Endlos-Filamentgarn mit Stapelfasern
als Mischgarn luftblastexturiert werden.
[0011] Mit vielen Versuchen konnte bewiesen werden, dass das Texturieren von Filamentgarn
mit Stapelfasern über die Luftblastexturierung gemäss der neuen Erfindung möglich
ist, und ganz überraschend gute Resultate bringt. Die Versuche haben ferner bestätigt,
dass mit mehreren besonders vorteilhaften Ausgestaltungen für die verschiedensten
Anwendungen eine industrielle Produktion durchführbar ist. Damit ist aber erstmals
der Durchbruch für die preisgünstige Herstellung von Mischgarnen ohne Drehung im Garn,
mit einer vergleichbaren Qualität eines gesponnenen Mehrkomponentengarnes möglich
geworden. Es ist nicht möglich, den exakten Vorgang beim Luftblastexturieren zu beschreiben,
noch viel weniger den genauen Vorgang des festen Einbindens von Stapelfasern gemäss
der neuen Erfindung. Gemäss einem überzeugenden Modell für die neue Lösung geht der
Vorgang in folgenden vier Hauptschritten vor sich:
▷ das Filamentgarn wird mit Überlieferung durch einen sich erweiternden Düsenbeschleunigungskanal
einer Luftblastexturierdüse geführt und geöffnet;
▷ in das geöffnete Filamentgarn hinein werden vom Luftstrom Stapelfasern von einer
Zudosiervorrichtung angesaugt und eingemischt;
▷ der Luftstrom wird in eine Stosswellenströmung überführt, die an den Filamenten
Schlingen bildet, welche die Stapelfasern umfassen und einbinden, worauf
▷ in dem Bereich der Flechtzone das texturierte Mischgarn etwa rechtwinklig abgezogen
wird.
[0012] Interessant ist die Beobachtung, dass das Filamentgarn und die Stapelfasern wohl
ineinander verflochten werden, jedoch je eine völlig unterschiedliche Form annehmen.
Die an den Filamenten des Endlos-Filamentgarnes gebildeten Schlingen sind anfänglich
radial nach aussen gerichtete Auswölbungen der Filamente. Je mehr sich die Auswölbungen
dem Flechtpunkt nähern, wirkt die Überlieferung immer stärker, so dass sich die Auswölbungen
etwa um 90° umlegen und die eigentlichen Schlingen bilden. Noch während dem nach aussen
Wölben werden die Stapelfasern aus dem Innern miterfasst und auch nach aussen in die
Wölbung hinein bewegt. Bei der anschliessenden Umdrehung der Auswölbung quer zur Luftströmung
bzw. der Schlingenbildung werden die Stapelfasern mitgenommen und in die jeweilige
Schlinge verschiebefest eingebunden. Da nun aber die aufeinanderfolgenden Auswölbungen
an jedem einzelnen Filament stets wechselnde Richtungen einnehmen, ergibt sich für
die Stapelfasern ein gleichwertiger Einbindeeffekt, wie beim Spinnen, allerdings ohne
echte Verdrehung.
[0013] Gemäss einer sehr vorteilhaften Ausgestaltung wird in einem ersten Abschnitt der
Ansaugzone ein Ringspalt für die Zuführung der Stapelfasern gebildet, wobei der Ringspalt
auf dem ganzen Umfang oder nur über einen Teil des Umfanges angeordnet ist. Der Ringspalt
dient nicht so sehr einer gleichmässigen Einführung der Fasern auf dem ganzen Umfang,
sondern vielmehr einer günstigen Beeinflussung der Luftströmung. Versuche haben gezeigt,
dass es genügt, wenn die Stapelfasern nur an einer Stelle bzw. an einzelnen Stellen
des Umfanges eingespiesen werden. Vorzugsweise wird die Ansaugzone als Saug-Mischkammer
ausgebildet, derart, dass in Richtung des Luftstromes ein freier Abströmquerschnitt
gebildet wird, und der wesentliche Teil der Luftblastexturierung ausserhalb der Saug-Mischkammer
durchgeführt wird.
[0014] Auf Grund der bisherigen Versuche konnten die besten Ergebnisse dadurch erzielt werden,
dass das Endlos-Filamentgarn vor Eintritt in die Saugmischkammer durch einen sich
vorzugsweise stetig erweiternden Düsen-Beschleunigungskanal geöffnet wird. In diesem
Beschleunigungskanal stellt sich bei geeigneter Ausgestaltung und genügendem Luftdruck
(bei vorzugsweise mehr als 4 bar Speisedruck) eine Überschallströmung ein. Es hat
sich gezeigt, dass dabei die Strömung stabil ist und insbesondere der Öffnungsvorgang
sehr zuverlässig vor sich geht. Besonders wichtig scheint ferner eine gute Ausbildung
der Stosswellenströmung, beginnend bereits in der Saug-Mischkammer. Bevorzugt wird
der Übergang von dem Düsenkanal in die Saug-Mischkammer durch eine unstetige Querschnittserweiterung
oder einen Querschnittsprung gebildet, sodass darin eine starke Unterdruckzone erzeugt
wird. In diese können die Stapelfasern über eine Bohrung oder einen Ringspalt angesaugt
werden. Wahrscheinlich ist es der stetige Wechsel von Verdichtung und Expansion der
Luftströmung sowie des Flechtprozesses der erlaubt, die Stapelfaser in das geöffnete
Endlos-Filamentgarn verschiebefest einzubinden. Erst dieser Erfolg des guten Hineinbindens
brachte eigentlich den Durchbruch. Vorteilhafterweise wird die Saug-Mischkammer in
der Art einer Hüllglocke nach hinten und seitlich begrenzt und in Strömungsrichtung
vollständig offen gestaltet und geht bevorzugt unmittelbar in einen freien Schlingenbildungsabschnitt
über. Bisher konnten tatsächlich die besten Produktqualitäten erreicht werden, wenn
die Saug-Mischkammer in Strömungsrichtung offen und die Schlingenbildung sowie die
Flechtzone (Flechtpunkt F) prallfrei ausgebildet wurde. Kurze Tests haben jedoch gezeigt,
dass durchaus auch ein Prallkörper verwendet werden kann. Entscheidend war jedoch
in allen Versuchen, dass das texturierte Mischgarn von dem Flechtpunkt etwa rechwinklig
zu dem Luftstrom abgezogen wird. Vorteilhafterweise werden die Stapelfasern bei nur
einer Einspeisung einseitig, bevorzugt mit radialer Komponente, in die Saug-Mischkammer
gespiesen und das texturierte Mischgarn von dem Flechtpunkt, jedoch in umgekehrter
Richtung zu der Einspeiserichtung der Stapelfasern abgezogen.
[0015] Die Erfindung betrifft ferner eine Vorrichtung zum Herstellen eines Mischgarnes aus
wenigstens einem Endlos-Filamentgarn und Stapelfasern und ist dadurch gekennzeichnet,
dass sie eine Luftblastexturierdüse sowie einen Saug-Mischkopf mit einer Zuführvorrichtung
für die Stapelfasern aufweist.
[0016] Bevorzugt wird der Saug-Mischkopf am austrittseitigen Ende der Luftblastexturierdüse
bzw. nach dem Düsen-Beschleunigungskanal angeordnet und weist im Übergangsbereich
eine Öffnung für die Zuführung der Stapelfasern auf. Der Saug-Mischkopf bildet ferner
einen freien Abströmquerschnitt, wobei auf der Seite der Zuführvorrichtung für die
Stapelfasern vorteilhafterweise eine Absperrvorrichtung angeordnet ist. Damit konnte
ein negativer Einfluss der Saugströmung auf die Zufuhr der Stapelfasern verhindert
werden. Es war auch möglich, ein texturiertes Mischgarn herzustellen, wenn die Zuführöffnung
zur Ansaugzone für die Stapelfasern zwischen dem Presslufteinblaskanal sowie dem Düsen/Beschleunigungskanal
angeordnet oder aber wenn die Zuführöffnung zur Ansaugzone für die Stapelfasern als
radiale Bohrung am Ende des Düsen-Beschleunigungskanales ausgebildet wurde. In allen
Fällen konnte jedoch eine Verbesserung erreicht werden, wenn ein Ringkanal um den
Saug-Mischkopf für die Ansaugluft gebildet wurde.
[0017] Die neue Erfindung betrifft ferner eine Vorrichtung zur industriellen Produktion
von Mischgarn, bestehend aus wenigstens einem Endlos-Filamentgarn und Stapelfasern,
mit einer Vielzahl parallel angeordneter Einheiten bestehend aus Lieferwerken, Luftblasdüse
sowie Aufwickeleinrichtung mit Antriebs- sowie Steuereinheiten und ist dadurch gekennzeichnet,
dass die Luftblasdüsen als Luftblastexturierdüsen kombiniert mit einem Saug-Mischkopf
für die Zuführung von Stapelfasern ausgebildet sind, welche je über ein Stapelfaserlieferwerk
zuführbar sind. Die Stapelfasern können entweder von einer Flyerspule genommen und
nach dem Verstrecken dem Saug-Mischkopf zugeführt, oder aber von einer Kanne entnommen
und nach entsprechendem Auflösen zugemischt werden.
[0018] Die neue Erfindung erlaubt insbesondere eine ganze Maschine auch so zu konzipieren,
dass sie wahlweise zur Produktion von herkömmlichen texturierten Filamentgarnen oder
Mischgarnen oder Mehrkomponentengarnen verwendbar ist. Testversuche haben gezeigt,
dass die Vorrichtung bzw. Maschine selbst in der Weise betreibbar ist, dass in den
Saug-Mischkopf ein Endlos-Filament, sei es allein oder zusätzlich, zu Stapelfasern
zugespiesen werden. Es ist jetzt schon erkennbar, dass diese Variante eine weitere
Ausweitung der Anwendung bzw. eine Vergrösserung der Produktevielfalt erlaubt.
[0019] Das erfindungsgemässe Verfahren erlaubt die Herstellung eines Mischgarnes, bestehend
aus wenigstens einem Endlos-Filamentgarn sowie Stapelfasern, wobei das Mischgarn im
Luftblastexturierprozess als verdrehungsfreies Schlingengarn hergestellt wurde, wobei
die Stapelfasern in die Schlingen der Endlos-Filamente verschiebefest eingebunden
sind. Alle bisherigen Versuche basierten auf der Herstellung von texturierten Garnen
mit Titern in dem Bereich von 50 - 1'000 dtex. Nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand
kann der Bereich ohne weiteres grösser sein.
[0020] Die Figur 1 bis 5 zeigen verschiedene Lösungen für die Luftstrombehandlung und Veredelung
von Endlos-Filamentgarnen im Stand der Technik, welche einleitend beschrieben wurden.
Kurze Beschreibung der Erfindung
[0021] Die neue Erfindung wird nun an Hand einiger Ausführungsbeispiele mit weiteren Einzelheiten
erläutert. Es zeigen:
- die Figur 6
- stark vereinfacht einen Querschnitt durch eine ganze Maschine;
- die Figur 7, 8 und 9
- je einen Schnitt durch drei verschiedene Luftblastexturierdüsen mit Saugmischkopf;
- die Figur 10
- in grösserem Massstab ein Ausschnitt der Vorrichtung gemäss Figur 8;
- die Figur 11
- einen Mikroschnitt eines des erfindungsgemässen Mischgarnes;
- die Figur 12
- zeigt eine Gegenüberstellung des klassischen Spinnvorganges für ein gemischtes Garn
sowie des neuen Luftblastexturierprozesses für die Herstellung eines erfindungsgemässen
Mischgarnes.
Wege und Ausführung der Erfindung
[0022] Die in Figur 6 gezeigte Luftblas-Maschine dient zum Herstellen eines Mischgarns aus
wenigstens einem (zwei oder mehreren) Endlos-Filamentgarn 1 und Stapelfasern 2. Das
Endlos-Filamentgarn 1 wird von einem Filament-Lieferwerk 3 zu einer Luftblas-Texturiereinrichtung
4 geliefert und durchläuft in derselben einen durchgehenden Garnkanal. Die Stapelfasern
2 werden als Streckenband 8 über ein Faserstreckwerk 5 von einer Flyerspule 6 abgezogen.
Wie in der Figur 12 gezeigt ist, kann das Fasermaterial auch von einer Kanne 7 entnommen
und über eine entsprechende Auflöseeinrichtung der Luftblas-Texturiereinrichtung 4
zugeführt werden. Nach dem Auslassende des Garnkanals ist eine Abzugseinrichtung 9
angeordnet. Nach der Abzugseinrichtung 9 läuft das fertige Mischgarn 10 dann zu einer
Aufwickeleinrichtung 11. Das Faser-Streckwerk 5 ist vorzugsweise so ausgestaltet,
dass es die Enden der Stapelfasern bis nahe an die Ansaugzone führt, wenigstens bis
zum Beginn des Einbindevorganges der Spitzen in die Schlingen des Endlos-Filamentgarnes.
Dem Endlos-Filamentgarn 1 kann vor dem Eintritt in den Garnkanal der Luftblas-Texturiereinrichtung
4 mittels einer schematisch angedeuteten Benetzungseinrichtung, Pfeil 12, eine Flüssigkeit
zugeführt werden. Diese Flüssigkeit, vorzugsweise Wasser, gelangt dann zusammen mit
dem Filamentgarn 1 in den Garnkanal der Texturiereinrichtung und unterstützt dort
den Texturierprozess. In der Grundstruktur kann die neue Luftblastexturiermaschine
13 ähnlich konzipiert werden, wie die bekannten Luftblasmaschinen mit einer Vielzahl
von Produktionseinheiten über die ganze, nicht dargestellte Länge der Maschine, welche
über Ständer 14 auf dem Fussboden 15 steht. In vielen Anwendungsfällen wird es möglich
sein, mit derselben Luftblas-Texturiereinrichtung 4 sowohl das bisher bekannte Schlingengarn
aus einem oder mehreren Endlos-Filamenten zu veredeln oder aber das neue Mischgarn
herzustellen. Vereinfacht erklärt, entscheidet sich die Art des Endproduktes nur,
ob Stapelfasern zusätzlich zugeführt werden oder nicht, bzw. ob das Faserstreckwerk
5 in Betrieb gesetzt wird oder nicht. Zur Vereinfachung ist nur ein einziges Faserlieferwerk
dargestellt. Es können aber auch zwei oder mehr Faserlieferwerke einer Luftblas-Texturiereinrichtung
4 zugeordnet werden. Alle Lieferwerke sind so ausgebildet, dass die jeweilige Zuführgeschwindigkeit
wählbar und regelbar ist, z.Bsp. mit den an sich bekannten drehzahlregelbaren Antrieben.
Die ganze Anlage wird durch einen Rechner 16 geführt und überwacht. Damit können für
jeden Fall die optimalen Betriebsbedingungen insbesondere die je optimale Zuführ-
und Abzugsgeschwindigkeiten eingestellt, überwacht und geregelt werden.
[0023] Die Figur 7 zeigt in einem schematischen Längsschnitt die Kernelemente einer ersten
Ausführungsform der Luftblas-Texturiereinrichtung 4. Gemäss Figur 7 sind in einer
zylindrischen Hülse 20 aneinander anstossend drei Körper 21, 22 und 23 gehalten, und
weisen axiale Bohrungen 24, bzw. 25 bzw. 26 auf. Die Bohrungen 24, 25 und 26 sind
koaxial aufeinander ausgerichtet und bilden zusammen einen durchgehenden Garnkanal
z.Bsp. für den Durchlauf von Endlos-Multifilamentgarn 1 und 1a (Figur 9). Der Garnkanal
ist im wesentlichen in drei Abschnitte eingeteilt, einen ersten sich konisch verengenden
Einführabschitt, eine Führungsbuchse 19 die eine Engstelle im Sinne eines Nadelöhres
hat, sowie einen daran anschliessenden Düsenabschnitt, in dessen mittlerem Teil die
Bohrung 26 liegt. Die Hauptbestandteile des Düsenabschnittes sind eine Einschleusestelle
18 für das Endlos-Filamentgarn in den Hochdruckluftstrom sowie ein Düsen-Beschleunigungskanal
17. Zwischen einer konischen Erweiterung 25' der Bohrung 25 im Körper 22 und einer
konischen Umfangsfläche an einem Ende des Körpers 21 ist ein Düsen-Ringspalt 27 gebildet,
durch welchen hindurch düsenartig Druckluft seitlich in den Garnkanal eingeführt wird.
Die Druckluft von vorzugsweise 6 - 10 bar wird aus einer nicht dargestellten Quelle
über eine Kammer 28 und eine oder mehrere Bohrungen 29 im Körper 21 in einen Ringraum
eingeführt, der über dem Düsen-Ringspalt 27 vorhanden ist. Der Druckluftblasstrom
erzeugt in dem Düsen-Beschleunigungskanal 17 eine Überschallströmung. Ein zweiter
Ringspalt 30 mündet in die Bohrung 26 des Garnkanales an einer Stelle, die als Ansaugzone
ausgebildet ist und in Laufrichtung des Endlos-Filamentgarns 1 nach dem Düsen-Ringspalt
27 liegt. Die Ansaugzone liegt zwischen dem Düsen-Ringspalt 27 und der Bohrung 26
und wird durch den Luftstrom, der aus dem Düsen-Ringspalt 27 durch die Bohrung 26
nach unten geblasen wird, erzeugt. Der Unterdruck entsteht dadurch, dass die Querschnittsfläche
im Bereich des zweiten Ringspaltes 30 grösser ist als die Querschnittsfläche der Bohrung
25. Durch den zweiten Ringspalt 30 können Stapelfasern in den Garnkanal eingeführt
werden. Die Stapelfasern werden durch eine Bohrung 32 in der zylindrischen Hülse 20
und im Körper 23 in einen über dem zweiten Ringspalt 30 liegenden Ringraum eingeführt,
der zwischen dem Körper 22 und dem Körper 23 ausgespart ist. Das Austrittsende oder
Mundstück des DüsenBeschleunigungs-Kanales ist mit 31 bezeichnet.
[0024] Die Figur 8 zeigt in einem schematischen Längsschnitt eine Lufttexturierdüse einer
zweiten, bisher besten Ausführungsform der Luftblas-Texturiereinrichtung 4. In einer
zylindrischen Hülse 40 sind aneinander anstossend zwei Körper 41 und 42 mit axialen
Bohrungen 44 und 45 angeordnet. Ein dritter, als Saug-Mischkopf 51 ausgebildeter Körper
an der zylindrischen Hülse 40 befestigt. Der Saugmischkopf 51 besitzt eine Platte
43, welche sich quer über das untere Ende des Körpers 42 erstreckt. Die Platte 43
ist von diesem unteren Ende mit einem kleinen Abstand angeordnet und bildet so einen
Ansaug-Ringspalt 50. Die Platte 43 enthält eine konische Bohrung 46, welche eine Ansaugzone
46 oder Saugmischkammer 46∗ bildet. Die Bohrungen 44 und 45 sind etwa koaxial aufeinander
ausgerichtet und bilden zusammen einen durchgehenden Garnkanal für den Durchlauf des
Endlos-Filamentgarns 1. An der Einschleusstelle 18 ist durch einen Ringspalt eine
Treiberdüse 47 gebildet, durch welchen hindurch Druckluft in den Garnkanal eingeführt
wird. Die Druckluft wird aus einer nicht dargestellten Quelle über eine Kammer 48
und eine oder mehrere Bohrungen 49 im Körper 41 in den Ringraum 48' eingeführt. Durch
die Treiberdüse 47 wird ein Hochdruckluftstrahl durch die Einschleusstelle 18 in die
Bohrung 45 gerichtet. Zwischen dem unteren Ende des Körpers 42 und der Oberseite der
Platte 43 ist ein Ansaug-Ringspalt 50 sowie ein Ringkanal 52 gebildet, der in die
konische Bohrung 46 mündet. An dieser Stelle wird durch die Luftströmung, die nach
unten gerichtet ist, ein Unterdruck erzeugt, da die engste Querschnittsfläche der
Bohrung 46 in der Platte 43 grösser ist als der Austrittsquerschnitt des Überschall-Düsen-Beschleunigungskanales
17. Durch den zweiten Ansaug-Ringspalt 50 können Stapelfasern 2 in die Ansaugzone
46∗ eingeführt werden. Es ist aber auch möglich Stapelfasern oder ein zweites Filament
durch eine weitere Bohrung 70' einzuführen.
[0025] Die Figur 9 zeigt einen Längsschnitt durch das Kernelement einer dritten Ausführungsform
der Luftblas-Texturiereinrichtung 4. Gemäss Figur 9 enthält ein Körper 61 eine Längsbohrung
bzw. einen Garnkanal 64, die sich in einem unteren Endabschitt zu einem Auslassende
71 hin öffnet. Durch diesen Garnkanal 64 läuft das Endlos-Filamentgarn 1 und eventuell
weitere Endlos-Filamente 1a usw.In die Längsbohrung bzw. den Garnkanal 64 mündet seitlich,
in einem spitzen Winkel zur Bewegungsrichtung des Garns 1, eine Luftzufuhrbohrung
67, durch welche Druckluft in den Garnkanal 64 eingeführt wird. Obwohl nur eine Luftzufuhrbohrung
67 dargestellt ist, könnten auch zwei oder mehr solche Luftzufuhrbohrungen seitlich
in den Garnkanal 64 einmünden. Der Luftzufuhrbohrung 67 bzw. den Luftzufuhrbohrungen
wird die Druckluft aus einer nicht dargestellten Quelle zugeführt. An einer Stelle
zwischen der Luftzufuhrbohrung 67 und dem Auslassende 71 des Garnkanals mündet eine
Faserzuführbohrung 70 seitlich in den Garnkanal. Es ist die Stelle, wo in dem, aus
der Luftzufuhrbohrung 67 im Garnkanal 64 nach unten geblasenen Luftstrom ein Unterdruck
herrscht, weil der Durchströmquerschnitt für den Luftstrom zum Auslassende 71 hin
trompetenförmig erweitert ist. Durch die Faserzuführbohrung 70 werden Stapelfasern
2 eingeführt. Nur eine Faserzuführbohrung 70 ist dargestellt; es könnten, wie bei
den anderen Beispielen aber auch zwei oder mehr solche Faserzuführbohrungen 70 seitlich
in den Garnkanal 64 einmünden, wobei dann durch jede dieser Bohrungen gegebenenfalls
verschiedene Stapelfasern oder allenfalls Filamente zuführbar sind. Im Bereich des
Auslassendes 71 und darunter findet die Texturierung statt.
[0026] In der Folge wird nun auf die Figur 10 Bezug genommen, wobei der Texturierprozess
zeichnerisch dargestellt ist. Der Düsenabschnitt der Figur 10 entspricht der Lösung
gemäss Figur 8. Es hat sich gezeigt, dass ein erster wichtiger Punkt eine saubere
Ausgestaltung der Einschleusestelle 18 für das Endlos-Filamentgarn ist. Hier liegt
die Hauptaufgabe darin, von der Treiberdüse 47 den Hochdruckstrahl zusammen mit dem
Endlos-Filament 1 in die Bohrung 45 so zu bringen, dass die maximal mögliche Energie
der Druckluft erhalten bleibt. Im Betriebszustand stellt sich in der Einschleusestelle
18 der Texturierdüse ein Überdruck ein. Zweiter wichtiger Punkt ist die Gestaltung
des Düsen-Beschleunigungskanales 17 (DBK). Im Düsen-Beschleunigungskanal darf sich
nicht irgend eine unkontrollierbare Verwirbelung einstellen, sondern es muss eine
Überschallströmung erzeugt werden, durch welche das Endlos-Filamentgarn geöffnet wird.
Dabei beginnen die Einzel-Filamente zuerst sich gegeneinander zu verschieben, so dass
jedes einzelne Filament eine Eigenbewegung bekommt. In dem Bereich des Ansaug-Ringspaltes
50 besteht ein Querschnittssprung, da die Querschnittsfläche am Austrittsende des
Düsen-Beschleunigungskanales 17 zu der Bohrung 46 in der Platte 43 abrupt grösser
wird. Die Überschallströmung in dem Düsenbeschleunigungskanal 17 geht deshalb an dieser
Stelle in eine Stosswellenströmung über, welche gegenüber der Umgebung eine starke
Saugwirkung hat, und erfindungsgemäss als Ansaugzone genutzt wird. Die besten Resultate
konnten bisher erreicht werden, wenn die Stapelfasern unmittelbar bei dem Querschnittssprung
eingespiesen wurden. Eine Saugzone U wird in dem Saug-Mischkopf 43 gebildet. Die Längenabmessung
53 der geschützten Saugmischzone U kann relativ klein sein. Diese sollte aber wenigstens
10 %, vorzugsweise 50 % - 100 % der Länge des Düsen-Beschleunigungskanales 17 betragen.
Die eigentliche Länge der Ansaug-Mischzone (AM) ist aber effektiv länger, als der
durch die konische Bohrung 46 geschützte Teil. Mit SB ist die Schlingenbildungszone
und mit FZ die Flechtzone markiert. Im Bereich des Flechtpunktes F wird das Mischgarn
10 etwa rechtwinklig nach links abgezogen, wie auch mit zwei Pfeilen als texturiertes
Mischgarn (TMG) bezeichnet ist. Eine Absperrvorrichtung 54 schützt die Faserzuführung
vor einer störenden Luftströmung aus der Saugwirkung der Stosswellenströmung. Bei
der in Figur 10 dargestellten Lösung werden entsprechend der Figur 6 die Stapelfasern
2 als Streckenband 8'zugeführt und über ein Faserstreckwerk 5 mit der gewünschten
Geschwindigkeit und Menge in die Ansaugzone zudosiert. Es ist dabei vorteilhaft, wenn
die Stapelfasern 2 bis möglichst nahe an die Ansaugzone U geführt, und wie im gezeigten
Beispiel, bis kurz vor der Übergabe mechanisch gehalten werden. Damit kann die Einbindung
der Stapelfasern auch bei sehr kurzer Faserlänge unter Kontrolle gehalten werden.
Mit einer Lösung gemäss Figur 10 wurden sehr gute Resultate erreicht, bei einem Anteil
der Synthetikfaser (Endlos-Filamentgarn) von 60 - 70 % entsprechend ca. 30 - 40 %
Baumwollfasern. Die Überlieferung betrug maximal 40 % der Druck lag bei 6 - 8 bar,
die Abzugsgeschwindigkeit bei etwa 250 m/min. Die Zuführgeschwindigkeit der Stapelfasern
konnte zwischen ± 10 - 20 % der Abzugsgeschwindigkeit variiert werden.
[0027] Im mikroskopischen Schnitt gemäss Figur 11 ist ein Ausschnitt von einem texturierten
Mischgarn (10) dargestellt. Man erkennt eine grosse Zahl Filamente 101, welche die
Einzelfasern 100 einbinden.
[0028] Die Figur 12 ist eine Gegenüberstellung der Gesamtprozesse, von dem Rohmaterial bis
zum fertigen Produkt. Einerseits ist der Weg von der Ursprungsfaser bis zum fertig
gesponnenen Garn, und anderseits der Weg von dem Endlos-Filament sowie der Stapelfaser
bis zum erfindungsgemässen Mischgarn dargestellt.
1. Verfahren zur Herstellung eines Mischgarnes (10) im Luftstrom, bestehend aus wenigstens
einem Endlos-Filamentgarn (1) sowie Stapelfasern (2), wobei das Endlos-Filamentgarn
(1) in einem Blas-Luftstrom zugeführt wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass mit dem Luftstrom eine Ansaugzone (46) gebildet wird, durch welche die Stapelfasern
(2) dem Endlos-Filamentgarn (1) zugemischt und anschliessend Endlos-Filamentgarn (1)
und Stapelfasern (2) als Mischgarn (10) luftblastexturiert werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass im ersten Abschnitt der Ansaugzone (46) ein Ansaug-Ringspalt (50) für die Zuführung
der Stapelfasern (2) gebildet wird, wobei der Ansaug-Ringspalt (50) auf dem ganzen
Umfang oder nur über einen Teil des Umfanges angeordnet ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Ansaugzone (46) als Saug-Mischkammer (46∗) ausgebildet ist, derart, dass
in Richtung des Luftstromes ein freier Abströmquerschnitt gebildet wird, und die Luftblastexturierung
teilweise ausserhalb der Saug-Mischkammer durchgeführt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Endlos-Filamentgarn (1) vor Eintritt in die Saugmischkammer durch einen sich
vorzugsweise stetig erweiternden Düsen Beschleunigungskanal (17) geöffnet wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Übergang von dem Düsenbeschleunigungskanal (17) in die Saug-Mischkammer durch
eine unstetige Querschnittserweiterung oder einen Querschnittssprung gebildet und
eine Saugzone (U) erzeugt wird, in welche die Stapelfasern (2) über eine Bohrung (32,
70) oder einen Ansaug-Ringspalt (30, 50) angesaugt werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Saug-Mischkammer (46∗) in der Art einer Hüllglocke nach hinten und seitlich
begrenzt und in Strömungsrichtung vollständig offen ist und unmittelbar in einen freien
Schlingenbildungsabschnitt übergeht.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Saug-Mischkammer (46∗) in Strömungsrichtung offen und die Schlingenbildung
sowie die Flechtzone (Flechtpunkt F) prall-frei ausgebildet ist.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass das texturierte Mischgarn von dem Flechtpunkt (F) etwa rechtwinklig zu dem Luftstrom
abgezogen wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Stapelfasern (2) einseitig, bevorzugt mit radialer Komponente, in die Saug-Mischkammer
(46∗) gespiesen werden und das texturierte Mischgarn (10) von dem Flechtpunkt (F)
vorzugsweise in umgekehrter Richtung zu der Einspeiserichtung der Stapelfasern (2)
abgezogen wird.
10. Vorrichtung zum Herstellen eines Mischgarnes aus wenigstens einem Endlos-Filamentgarn
und Stapelfasern,
dadurch gekennzeichnet,
dass sie eine Luftblastexturiereinrichtung (4) sowie einen Saug-Mischkopf (51) mit
wenigstens einer Zuführvorrichtung (5, 6, 8) für die Stapelfasern (2) aufweist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Saug-Mischkopf (51) am austrittseitigen Ende des Düsen-Beschleunigungskanales
(17) angeordnet ist und eine Öffnung (30, 32, 50, 70) für die Zuführung der Stapelfasern
(2) aufweist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 10 oder 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Saug-Mischkopf (51) einen freien Abströmquerschnitt bildet, wobei gegen die
Zuführvorrichtung der Stapelfasern eine Absperrvorrichtung (54) angeordnet ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Zuführöffnung (70) für die Stapelfasern zwischen dem Presslufteinblaskanal
(PK) sowie dem Düsen-Beschleunigungskanal (DBK) angeordnet ist (Figur 9).
14. Vorrichtung nach Anspruch 10 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Zuführöffnung für die Stapelfasern als radiale Bohrung, Teilringspalt oder
Ringspalt (50) in den Saug-Mischkopf (51) ausgebildet ist.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass koaxial um die Blastexturierdüse ein Ringkanal (52) für Ansaugluft gebildet ist,
welcher durch Bohrungen oder einen Ringspalt (30, 50) mit der Saug-Mischkammer (46∗)
verbunden ist.
16. Vorrichtung zur industriellen Produktion von Mischgarn (10) bestehend aus wenigstens
einem Endlos-Filamentgarn (1) und Stapelfasern (2), mit einer Vielzahl parallel angeordneter
Einheiten bestehend aus Lieferwerk (3), Luftblasdüse sowie Aufwickeleinrichtung (11)
mit Antriebs- sowie Steuereinheiten,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Luftblasdüsen als Luftblastexturiereinrichtung (4) kombiniert mit einem Saug-Mischkopf
(51) für die Zuführung von Stapelfasern (2) ausgebildet sind, welche je von wenigstens
einem Stapelfaserlieferwerk (5, 6, 8) zuführbar sind.
17. Verwendung der Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 16,
dadurch gekennzeichnet,
dass sie wahlweise zur Produktion von texturierten Filamentgarnen oder Mischgarnen
oder Mehrkomponentengarnen verwendbar ist.
1. Method of producing a mixed yarn (10) in an air stream, consisting of at least one
continuous filament yarn (1) and staple fibres (2), the continuous filament yarn (1)
being supplied in a jet of air, characterized in that a suction zone (46) is formed
by the air stream through which the staple fibres (2) are mixed with the continuous
filament yarn (1) and continuous filament yarn (1) and staple fibres (2) are then
subjected to air jet texturing as a mixed yarn (10).
2. Method according to claim 1, characterized in that a suction annular gap (50) for
supplying the staple fibres (2) is formed in the first portion of the suction zone
(46), the suction annular gap (50) being arranged over the entire circumference or
only over a proportion of the circumference.
3. Method according to claim 1 or 2, characterized in that the suction zone (46) is designed
as a vacuum mixing chamber (46∗) in such a way that a free outlet cross section is
formed in the direction of the air stream and air jet texturing is carried out in
part outside the vacuum mixing chamber.
4. Method according to claims 1 to 3, characterized in that the continuous filament yarn
(1) is opened before entering the vacuum mixing chamber by a preferably continuously
enlarged nozzle-type accelerating chamber (17).
5. Method according to one of claims 1 to 4, characterized in that the transition from
the nozzle-type accelerating chamber (17) into the vacuum mixing chamber is formed
by a discontinuous enlargement in cross section or a jump in cross section and a vacuum
zone (U) is produced into which the staple fibres (2) are aspirated via a bore (32,
70) or a suction annular gap (30, 50).
6. Method according to one of claims 2 to 5, characterized in that the vacuum mixing
chamber (46∗) is limited at the back and sides in the manner of a covering bell and
is completely open in the direction of flow and passes directly into a free loop forming
portion.
7. Method according to one of claims 1 to 6, characterized in that the suction mixing
chamber (46∗) is open in the direction of flow and loop formation as well as the braiding
zone (braiding point F) are formed without a rebound.
8. Method according to one of claims 1 to 7, characterized in that the textured mixed
yarn is taken off the braiding point (F) roughly at right angles to the air stream.
9. Method according to claim 8, characterized in that the staple fibres (2) are fed on
one side, preferably with a radial component, into the vacuum mixing chamber (46∗)
and the textured mixed yarn (10) is taken from the braiding point (F) preferably in
a direction opposed to the intake direction of the staple fibres (2).
10. Apparatus for producing a mixed yarn from at least one continuous filament yarn and
staple fibres, characterized in that it comprises an air jet texturing device (4)
and a vacuum mixing head (51) with at least one supply device (5, 6, 8) for the staple
fibres (2).
11. Apparatus according to claim 10, characterized in that the vacuum mixing head (51)
is arranged at the outlet end of the nozzle-type accelerating duct (17) and has an
orifice (30, 32, 50, 70) for supplying the staple fibres (2).
12. Apparatus according to claim 10 or 11, characterized in that the vacuum mixing head
(51) forms a free outlet cross section, a shutoff device (54) being arranged against
the supply device of the staple fibres.
13. Apparatus according to claim 10, characterized in that the supply orifice (70) for
the staple fibres is arranged between the compressed air inlet duct (PK) and the nozzle-type
accelerating duct (DBK) (Figure 9).
14. Apparatus according to claims 10 to 12, characterized in that the supply orifice for
the staple fibres is designed as a radial bore, partial annular gap or annular gap
(50) into the vacuum mixing head (51).
15. Apparatus according to one of claims 10 to 13, characterized in that coaxially round
the jet texturing nozzle-type there is formed an annular duct (52) for suction air
which is connected to the vacuum mixing chamber (46∗) by bores or an annular gap (30,
50).
16. Apparatus for the industrial production of mixed yarn (10) consisting of at least
one continuous filament yarn (1) and staple fibres (2) with a plurality of units arranged
in parallel and consisting of feed unit (3), air jet nozzle-type and winding device
(11) with drive and control units, characterized in that the air jet nozzles are designed
as an air jet texturing device (4) combined with a vacuum mixing head (51) for the
supply of staple fibres (2) which can be supplied from at least one respective staple
fibre feed unit (5, 6, 8).
17. Use of the apparatus according to one of claims 10 to 16, characterized in that it
can be used selectively for the production of textured filament yarns or mixed yarns
or multicomponent yarns.
1. Procédé pour la fabrication d'un fil mixte (10) dans le courant d'air, comprenant
au moins un fil de filament sans fin (1) et des fibres discontinues (2), le fil de
filament sans fin (1) étant amené dans un courant d'air de soufflage, caractérisé
en ce qu'on forme avec le courant d'air une zone d'aspiration (46) dans laquelle les
fibres discontinues (2) sont mélangées au fil de filament sans fin (1) et ensuite
le fil de filament sans fin (1) et les fibres discontinues (2) sont texturés en soufflant
de l'air sous la forme d'un fil mixte (10).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'une fente annulaire d'aspiration
(50) pour l'arrivée des fibres discontinues (2) est formée dans la première partie
de la zone d'aspiration (46), la fente annulaire d'aspiration (50) étant disposée
sur tout le pourtour ou seulement sur une partie du pourtour.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la zone d'aspiration
(46) est conçue comme une chambre de mélange d'aspiration (46*), de telle façon qu'une
section d'écoulement libre est formée dans le sens du courant d'air, et que la texturation
par soufflage d'air est effectuée en partie à l'extérieur de la chambre de mélange
d'aspiration.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que le
fil de filament sans fin (1) est ouvert par un canal d'accélération à buse (17) s'élargissant
de préférence constamment avant l'entrée dans la chambre de mélange d'aspiration.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que la
transition du canal d'accélération à buse (17) à la chambre de mélange d'aspiration
est formée par un élargissement de section discontinu ou un saut de section et on
génère une zone d'aspiration (U), dans laquelle les fibres discontinues (2) sont aspirées
par un alésage (32, 70) ou une fente annulaire d'aspiration (30, 50).
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications 2 à 5, caractérisé en ce que la
chambre de mélange d'aspiration (46*) est limitée à l'arrière et sur le côté à la
façon d'une cloche enveloppante et est complètement ouverte dans le sens de l'écoulement
et fait place directement à une partie libre de formation de boucle.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que le
mélange de la chambre d'aspiration (46*) est ouverte dans le sens d'écoulement et
la formation de boucle ainsi que la zone d'entrelacement (point d'entrelacement F)
sont conçues sans rebondissement.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que le
fil mixte texturé est retiré du point d'entrelacement (F) à peu près perpendiculairement
au courant d'air.
9. Procédé selon la revendication 8, caractérisé en ce que les fibres discontinues (2)
sont amenées d'un côté, de préférence avec une composante radiale, dans la chambre
de mélange d'aspiration (46*) et le fil mixte (10) texturé est retiré du point d'entrelacement
(F) de préférence dans le sens inverse au sens d'arrivée des fibres discontinues (2).
10. Dispositif pour fabriquer un fil mixte à partir d'au moins un fil de filament sans
fin et de fibres discontinues, caractérisé en ce qu'il présente un dispositif de texturation
par soufflage d'air (4) et une tête mélangeuse d'aspiration (51) avec au moins un
dispositif d'alimentation (5, 6, 8) pour les fibres discontinues (2).
11. Dispositif selon la revendication 10, caractérisé en ce que la tête mélangeuse d'aspiration
(51) est disposée sur l'extrémité côté sortie du canal d'accélération à buse (17)
et présente une ouverture (30, 32, 50, 70) pour l'arrivée des fibres discontinues
(2).
12. Dispositif selon la revendication 10 ou 11, caractérisé en ce que la tête mélangeuse
d'aspiration (51) forme une section d'écoulement libre, un dispositif d'arrêt (54)
étant disposé contre le dispositif d'alimentation des fibres discontinues.
13. Dispositif selon la revendication 10, caractérisé en ce que l'orifice d'alimentation
(70) pour les fibres discontinues est disposé entre le canal d'injection d'air comprimé
(PK) et le canal d'accélération à buse (DBK) (figure 9).
14. Dispositif selon les revendications 1 à 12, caractérisé en ce que l'orifice d'alimentation
pour les fibres discontinues est conçu comme un alésage radial, une fente annulaire
partielle ou une fente annulaire (50) dans la tête mélangeuse d'aspiration (51).
15. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 10 à 13, caractérisé en ce que,
sur le même axe, il est formé autour de la buse de texturation par soufflage un canal
circulaire (52) pour l'air d'aspiration, lequel est relié par des alésages ou une
fente annulaire (30, 50) à la chambre mélangeuse d'aspiration (46*).
16. Dispositif pour la production industrielle de fil mixte (10) comprenant au moins un
fil de filament sans fin (1) et des fibres discontinues (2), avec un grand nombre
d'unités disposées en parallèle comprenant le dispositif d'alimentation (3), la buse
de soufflage d'air et le dispositif d'enroulement (11) avec des unités d'entraînement
et de commande, caractérisé en ce que les buses de soufflage d'air sont conçues comme
un dispositif de texturation par soufflage d'air (4) combiné avec une tête mélangeuse
d'aspiration (51) pour l'alimentation des fibres discontinues (2), qui peuvent être
amenées par au moins un dispositif d'alimentation de fibres discontinues (5, 6, 8).
17. Utilisation du dispositif selon l'une quelconque des revendications 10 à 16, caractérisée
en ce qu'il peut être utilisé au choix pour la production de fils de filament texturés
ou de fils mixtes ou de fils à plusieurs composants.