[0001] Die Erfindung betrifft eine Unterdecke, wie sie aus Frick, O. et al "Baukonstruktionslehre",
Teil 1., Teubner, Stuttgart 1992 sowie EP 0023618 A1 bekannt ist.
[0002] Aus der Patentanmeldung EP 0023618 ist eine schallschluckende Bauplatte bekannt mit
einer schallschluckenden Schicht auf gelochten Metallplatten mit einem Lochflächenanteil
σ von 4 - 40 %, die den Schall praktisch ungedämpft durchlassen würden, wenn nicht
eine schallschluckende Schicht raumseitig vor der Lochplatte angebracht wäre, oder,
wie dort auf Seite 2, Absatz 2, dargestellt, nach dem Stand der Technik, hinter der
Lochplatte. Die schallschluckende Schicht besteht aus einem Faserstoffträger in Vlies-
oder Gewebeform.
1. Gegenstand
[0003] Von massiven, tragenden Geschoßdecken "abgehängte" Unterkonstruktionen kommen als
vorzugsweise leichte, weitgehend industriell vorgefertigte, trocken und einfach montierbare
Deckensysteme in großem Umfang und sehr variantenreich zum Einsatz. In Neubauten und
bei der Altbausanierung von Aufenthaltsräumen, Verwaltungsräumen, Unterrichtsräumen
oder Industrie- Messe- oder Sporthallen sowie Büro-, Kauf- und Krankenhäusern übernehmen
sogenannte Deckenbekleidungen und Unterdecken (UD) sowohl dekorative als auch bautechnische
Funktionen.
2. Zweck und Funktion
[0004] Als Verkleidung in gewissem Abstand zur Massivdecke montiert, hilft die UD häufig,
verschiedene bauphysikalische Anforderungen an das Gebäude hinsichtlich Wärmeschutz,
Brandschutz und Schallschutz zu erfüllen. Sie eignet sich aber als Vorsatzschale ebenso
zur lichttechnischen, raumgestalterischen und raumakustischen Anpassung einzelner
Räume auf ihre individuelle Nutzungsart. Schließlich dienen größere Hohlräume zwischen
Rohdecke und UD auch zur verdeckten Verlegung/Integration von Rohrleitungen, Kabelverbindungen,
Aus- und Einlässen der diversen haustechnischen Anlagen.
3. Anforderungen an UD
[0005] An Unterdecken bzw. an die meist ebenen Bauteile, aus denen sie zusammengesetzt sind,
werden hohe Anforderungen in dreierlei Hinsicht gestellt:
3.1 bautechnisch:
[0006]
(a) hohe Stabilität bei geringem Gewicht,
(b) glatte, resistente Oberflächenbeschaffenheit,
(c) leichte, reversible Montage
3.2bauakustisch:
[0007]
(a) hohe flächenbezogene Masse (5-10 kg/m2),
(b) geschlossene, fugenfreie Modulbauweise (50-200 cm),
(c) faserige/poröse Hohlraumdämpfung (50-100 mm)
3.3raumakustisch:
[0008]
(a) hoher Perforationsgrad (20-40 %)
(b) faserige/poröse Absorberauflage (10-50 mm)
(c) große Abhängehöhe (20-50 cm).
[0009] Welcher der sich teilweise widersprechenden Anforderungen der Vorrang eingeräumt
wird, hängt auch von der jeweiligen Raumnutzung ab. Es sind aber einige grundsätzliche
Probleme bei konventionellen UD-Systemen ungelöst, wenn diese gleichzeitig als Akustikdecke
wirksam sein sollen:
4. Nachteile herkömmlicher UD
[0010] Selbst wenn die UD nur die im Decken-Hohlraum angeordneten Installationen kaschieren
und den Raum selbst akustisch bedämpfen soll, wie in Frick et al oder in "Trockenbau"
7/92 "Heiss-umkämpfte Kühle" beschrieben, erscheinen die in großem Umfang als Schalen-Bauteil,
Decken-Auflage und Hohlraum-Dämpfung eingesetzten Mineralfaser-Platten und -Matten
wegen ihrer
- mechanischen Empfindlichkeit bei Montage- und Installationsarbeiten,
- hygienischen Bedenklichkeit bei Räumen höherer Reinheitsklasse,
- physiologischen Auswirkungen bei Abrieb und Austragung von Fasern
als nachteilig und hinderlich.
[0011] Bild 1 zeigt einen konventionellen reaktiven Absorber nach Frick et al, wobei a)
einen Platten-Resonator, b) einen Helmholtz-Resonator und die Figur c) den Absorptionsgrad
darstellt.
[0012] Der konventionelle Riesel- und Sichtschutz durch Folien mit geringer Masse und Lochplatten
mit großem Perforationsgrad (aus raumakustischer Sicht) widerspricht der bauakustischen
Forderung nach einer raumseitig möglichst geschlossenen, nicht zu leichten Vorsatzschale.
[0013] Die aus raumakustischer Sicht für die Absorption tiefer Frequenzen zu fordernde große
Abhängehöhe von Akustikdecken gemäß Frick et al widerspricht häufig der bauakustischen
Forderung nach geringer Längsübertragung über den Decken-Hohlraum über benachbarten
Räumen, selbst wenn der Hohlraum nach Art eines Schalldämpfers wiederum mit größeren
Mengen faserigen oder porösen Dämpfungs-Materials angefüllt wird.
[0014] Wenn aber die UD nicht nur dekorativen und akustischen Zwecken dient, sondern als
(Niederdruck-) Lüftungsdecke, (Strahlungs-)Heizungsdecke oder (Flächen-)Kühldecke
gleichzeitig auch andere haustechnische Funktionen übernehmen soll, dann stellt sich
das aus akustischer Sicht bisher unumgängliche faserige/poröse Dämpfungs-Material
als schwerer Nachteil heraus: Es würde hier nicht nur Montage und Installation, sondern
auch Wartung und Betrieb der Anlagen behindern. Deshalb besteht ein dringender Bedarf
für UD-Systeme, die ganz ohne den Einsatz poröser Absorber den raum- und bauakustischen
Anforderungen gerecht werden und gleichzeitig den bautechnischen Erfordernissen besser
als herkömmliche Akustikdecken entgegen kommen.
5. Alternative Deckenplatten-Schallabsorber
[0015] In konventionellen Akustikdecken kommen fast ausschließlich passive (poröse/faserige)
Absorber zum Einsatz (Trockenbau 7/92). Damit die Luftschallwellen aus dem Raum ungehindert
in das Dämpfungsmaterial eindringen können, müssen die Deckenplatten einen hohen Perforationsgrad
(15-50 %) aufweisen. Sie können deshalb nur eine entsprechend geringe Luftschall-Dämmung
zum Decken-Hohlraum gewährleisten. Konventionelle reaktive (Platten-/Folien-/Helmholtz-)Absorber
gem. Bild 1 benötigen abgeschlossene Hohlkammern, die zur Erzielung einer auch nur
mäßig breitbandigen Absorption wiederum mit Dämpfungsmaterial angefüllt sein müssen.
Sogenannte Membran-Absorber gem. Anordnungen nach Bild 2 (Becherstrukturen) und Bild
3 (Membranabsorber) und wie in Fuchs, H.V. "Zur Absorption tiefer Frequenzen in Tonstudios.
Rundfunktechnische Mitteilungen rtm 36 (1992). H. 1, S. 1-11" beschrieben, kommen
zwar ohne poröses/faseriges Material aus. Sie benötigen aber weiterhin 5-10 cm tiefe
Hohlkammern. Durch ihren dreischaligen Aufbau auf einer relativ engmaschigen (10-20
cm) Wabenstruktur sind sie außerdem als UD-Bauteil für normale Akustikdecken viel
zu aufwendig und teuer. Letzere kommen allenfalls als rundum geschlossene Metallkassetten
im Decken-Hohlraum oder als integriertes UD-Bauteil zur Ergänzung der Absorption bei
tiefen Frequenzen in Räumen mit besonderen raumakustischen Anforderungen infrage.
[0016] Aufgabe der Erfindung ist es, eine faserfreie Akustik-Unterdecke zu schaffen, die
breitbandig absorbiert.
[0017] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Unterdecken nach Anspruch 1 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.
[0018] Das hier vorgestellte neue UD-Bauteil auf der Basis gestaffelter ebener Platten als
Resonanz-Dämpfer kombiniert Eigenschaften der mikroperforierten und Membran-Absorber,
indem es
- zwar raumseitig eine praktisch geschlossene glatte Oberfläche aufweist,
- aber hohlraumseitig keine eigenen Hohlkammer- oder Waben-Strukturen benötigt,
- ganz ohne den Einsatz poröser/faseriger Materialien auskommt.
[0019] Der neue Deckenplatten-Absorber kann als UD mittels längenvariierbaren Abhängungen
oder Unterkonstruktionen von der Massivdecke abgehängt in allen unter 1. aufgeführten
Anwendungsbereichen eingesetzt sowie mit allen unter 1. und 2. spezifizierten Eigenschaften
und Funktionen ausgestattet werden, ohne daß er die unter 4. angesprochenen Nachteile
aufweist.
6. Besondere Merkmale
[0020] Im Folgenden werden die akustischen Vorteile des UD-Systems dargestellt:
(a) Unterdecke als Vorsatzschale
[0021] Faserfreie UD als Vorsatzschale (Bild 10) zur Erhöhung der Luftschall- und Trittschall-Dämmung
der Massivdecke
- aus dünnen nicht durch Schallwellen in Schwingungen anregbare Platten 1, 6 hoher Dichte
mit ausreichender flächenbezogener Masse (5-10 kg/m2; z.B. Metall, Kunststoff, Holz),
- mit gleichmäßig oder ungleichmäßig angeordneten kleinen (< 2 mm) Löchern und geringem
Lochflächenanteil (< 3 %),
- hohlraumseitig versteift durch Streben, Rippen 2 (Bild 10b).
so daß der Schalldurchgang durch die Löcher vernachlässigbar bleibt und ein Durchhängen
der Deckenplatten auch bei großen Raster-Feldern (bis etwa 200 cm) bzw. zwischen den
entsprechenden Abhängern vermieden wird.
(b) Unterdecke als Schallabsorber für das raumseitige Schallfeld
[0022] Faserfreie UD als Akustikdecke (Bild 10) zur Lärmminderung und Regulierung der Raumakustik
- aus dünnen Platten 1, wobei die in den Löchern befindliche Luft in den Platten zusammen
mit der Luft im Deckenhohlraum 11 durch das raumseitige Schallfeld angeregte, bedämpfte
Eigenschwingungen, vorzugsweise bei mittleren und höheren Frequenzen ausführt,
- mit Platten 1, mit gleichmäßig oder ungleichmäßig angeordneten Löchern (< 2 mm; und
Lochflächenanteil < 3 %), in denen die Luft zusammen mit der Luft im Decken-Hohlraum
bzw. im durch die Versteifung 2 gebildeten Hohlraum durch das raumseitige Schallfeld
in den Löchern angeregte, bedämpfte Schwingungen, vorzugsweise bei mittleren und hohen
Frequenzen ausführt,
(c) Unterdecke als Schalldämpfer für die Luftschall-Längsleitung im Decken-Hohlraum
[0023] Faserfreie UD als schallabsorbierende Berandung des Decken-Hohlraums als Schall übertragenden
Kanal, die nach Art der unter (b) beschriebenen Dämpfungs-Mechanismen durch das kanalseitige
Schallfeld angeregte, bedämpfte Schwingungen in einem breiten Frequenzbereich ausführt
und damit zur Reduktion der Längsübertragung zum Nachbarraum beiträgt.
7. Weitere technologische Vorteile
[0024] Das UD-Bauteil aus ebenen, raumseitig mikroperforierten Decken-Platten hoher Dichte
ermöglicht eine komplette industrielle Vorfertigung. Die extrem kleinen Löcher ermöglichen
vollständigen Sichtschutz, den optischen Eindruck einer geschlossenen Deckenfläche
und Möglichkeiten zur dekorativen Auflockerung der Decke.
[0025] Aus den faserfreien Platten-Bauteilen lassen sich nahezu beliebig gestaltete Formteile
als Reflektoren für die Beleuchtung, Aus- und Einlässe für die Lüftung und Radiatoren
für die Heizung ausbilden, ohne daß deshalb auf ihre akustische Wirksamkeit verzichtet
werden müßte.
[0026] Mikroperforierte UD-Systeme können höchste Reinheitsanforderungen erfüllen, weil
sie
- keinerlei poröses/faseriges Dämpfungsmaterial involvieren,
- wenig Möglichkeiten für Ablagerungen bieten,
- außen wie innen einfach wisch-desinfizierbar sind.
[0027] Sie bringen geradezu ideale Voraussetzungen mit für die Montage, Demontage und Remontage
und sind wegen ihres einfachen, homogenen Aufbaus vollständig und kostengünstig rückführbar.ln
Metallausführung kommen die UD-Bauteile auch einem sehr aktuellen Trend beim Kühlen
von Verwaltungsgebäuden und Versammlungsstätten im Sommer entgegen: Mit sogenannten
"Kühldecken" aus weitgehend standardisierten metallischen Bauteilen läßt sich die
hohe Ventilatorleistung, die bei herkömmlichen Klimaanlagen ohne weiteres 50
% der Betriebskosten ausmachen kann, einsparen. So läßt sich auch ein Beitrag zur Senkung
des CO
2-Ausstoßes leisten und eine oft sehr lästige Quelle von Zugerscheinungen, Lärmbelastungen
und Allergien in Wohn- und Arbeitsräumen eliminieren. Bei über dem Rohrregister für
das Kühlmittel (i.a. Wasser) angeordneter Wärmedämmung (z.B. Alu-kaschierter Hartschaum)
lassen sich der Abstand zwischen Kühl-Lamelle und Dämmung, Lamellendicke, Lochdurchmesser
und Lochanzahl pro m
2 so aufeinander abstimmen, daß eine optimale Anpassung an die Nachhallzeit des Raumes
oder an das EmissionsSpektrum der darin aufgestellten Schallquellen erreicht werden
kann. Auch hinsichtlich der Heizungs- und Lüftungsdecken bieten die faserfreien, mikroperforierten
UD-Bauteile klare Vorteile gegenüber den herkömmlichen Systemen.
[0028] UD-Bauteile können einschalig, zwei- oder mehrschalig aufgebaut werden. Als einfache
Vorsatzschale können sie sowohl völlig eben und glatt als auch mit dekorativen Mustern
und aussteifenden Sicken, Abkantungen und Falzen versehen werden. Als abgehängte Kassetten-Decke
lassen sich die Hohlräume der Kassetten selbst als Lüftungs-Kanäle ausbilden. Ihre
dem eigentlichen Decken-Hohlraum zugewandte Rückwand kann aus akustischer wie aus
funktionstechnischer Sicht vorteilhaft so gestaltet werden, daß
- unterschiedliche Hohlraum-Tiefen nebeneinander zur Verbreiterung der Absorptionswirkung
entstehen,
- im eigentlichen Decken-Hohlraum unterseitig Vertiefungen und Ausformungen zur Aufnahme
von Komponenten der Haus-Installation entstehen,
- im Kassetten-Hohlraum oberseitig durch Ausformungen und durch Zwischenwände Zuluft-,
Abluft- und Verteiler-Kanäle geschaffen werden.
[0029] Im folgenden soll die Erfindung, wie sie in Abb. 8, 9, 10, dargestellt ist, gegenüber
dem Stand der Technik nach den Abb. 1 bis 7 erläutert werden.
[0030] Bild 1 zeigt wie oben bereits kurz erläutert, reaktive Absorber.
Bild 1a stellt einen Platten-Resonator dar, bei dem die Platte als Masse vor dem Luftkissen
als Feder schwingt, wobei jedoch poröses Material z.B. als Randdämpfung benötigt wird,
um ein etwas breitbandigeres Dämpfungsverhalten wie in Bild 1c zu erreichen.
[0031] In sogenannten Folienabsorbern nach DE 27 58 041 gem. Bild 2 gelingt es, in einer
sehr komplexen Becherstruktur eine große Zahl unterschiedlicher Platten-Schwingungen
bei verschiedenen Frequenzen so anzuregen, daß ein insgesamt breitbandiges Absorptions-Spektrum
bei mittleren Frequenzen, auch ohne den Einsatz porösen Materials, erreicht wird.
[0032] Beim sogenannten Membran-Absorber, z.B. nach DE 35 04 208 und DE 34 12 432, gelingt
es erstmalig, Platten- und Helmholtz-Resonatoren so hintereinander aufzubauen, daß
vielfältig über mehrere Luftschichten und Löcher gekoppelte Schwingungen in einem
völlig ebenen Bauteil bereits relativ breitbandig anregbar werden. Wenn man vor der
Deckmembran dieses reaktiven Absorbers eine auch nur relativ dünne Schicht (1 - 5
mm) aus porösem Material, wie in Bild 3 dargestellt, anbringt, so läßt sich gem. Bild
4 und 5 ein Gewinn an Absorption bei hohen Frequenzen erzielen.
[0033] In Bild 3 ist mit 15 die Deckmembran bezeichnet, mit 16 das poröse Material mit einer
wasserdichten Abdeckung 17 bzw. mechanischem Schutz 18. Unterhalb der Deckmembran
15 befindet sich die Lochmembran 14 und davon beabstandet die Rückwand 12. Sowohl
die Deckmembran, Lochmembran und Rückwand sind dabei schwingfähige Komponenten, also
keine starre Platten. Die Membranen werden zu Schwingungen angeregt und sie entziehen
dadurch dem Schall die Energie. Die Löcher in der Lochmembran 14 schwanken dabei zwischen
3 - 10 mm. 13 stellt dabei die Wände der Waben struktur dar, 11 ist der Hohlraum,
der üblicherweise mit Luft gefüllt ist. Dieser Membranabsorber kann auch als Modul
gefertigt werden, wobei die Membrane 12, 14, 15 und 13 aus Kunststoff oder Metall
bestehen können.
[0034] Weiterhin ist bekannt, großvolumige poröse Absorber mit Lochplatten abzudecken, wobei
jedoch die Lochplatten nur einen mechanischen Schutz bewirken sollen. Diese porösen
Absorber sind z.B. gepreßte Mineralfaserplatten, die hinter abgehängten Unterdecken
aufgelegt sind, wobei oft aus Praktikabilität diese Faserplatten mit einer dünnen
Alu-Folie verklebt oder in Kunststoff-Folie eingepackt werden. Da man weiß, daß dadurch
das Eindringen der Schallwellen in den passiven Absorber weitgehend unterbunden wird,
wird die Folie durch "Nadelung" mit einer Vielzahl kleiner Löcher "schalldurchlässig"
gemacht.
[0035] Bild 6 zeigt das Absorptionsspektrum aus Maa, D.-Y. "Theory and design of microperforated
panel sound absorbing constructions". Scientia Sinica 18 (1975), H. 1, 55-71, wobei
eine mikroperforierte Platte vor einer starren Wand angeordnet ist. Diese theoretische
Untersuchung hat jedoch nirgends eine technische Anwendung gefunden.
[0036] Bisher ist es nur bei den o.g. Membran-Absorbern nach Bild 3 gelungen, ganz bestimmte
Eigenschwingungen der ebenen Membranen, die sich der dahinter angeordneten Wabenstruktur
gut anpassen, anzuregen und dadurch für die gewünschte Absorption nutzbar zu machen.
Bei den in der Raumakustik bisher eingesetzten Platten-Resonatoren mit ihren relativ
dicken und damit steifen Platten, liegen die Frequenzen der "höheren Moden" der Platten
vor dem jeweiligen Luftkissen soweit oberhalb der Frequenz der "Grund-Mode", daß sie
bisher überhaupt nicht zur Absorption von Schallenergie aus dem Raum herangezogen
werden. Werden diese Membranabsorber für Strömungskanäle, z.B. in Klimaanlagen, hergestellt,
so werden die Platten üblicherweise dünner hergestellt. Die Schallwellen im Kanal
werden dabei weit oberhalb der Masse/Feder-Resonanzfrequenz durch die wechselseitig
(rund um den Kanal) angeordneten rein passiven Absorber von vorneherein viel stärker
"geschluckt" als durch irgendwelche höheren Moden der Platten selbst. Selbst wenn
letztere entsprechend den Plattenabmessungen in einem interessanten Frequenzbereich
nahe der Grundfrequenz anregbar wären, könnten diese Schwingungen wegen der einseitig
ganzflächig pressenden Mineralwolle-Füllung sich gar nicht richtig ausbilden. Dies
war vermutlich auch der Grund, woraum nicht versucht worden ist, höhere Moden in dem
mikroperforierten Absorber nach Bild 6 mit dem Ziel einer Verbreiterung des wirksamen
Frequenzbereiches anregbar zu machen.
[0037] Diesem Stand der Technik gegenüber betrifft die erfindungsgemäße Unterdecke mit mindestens
einem mikroperforierten Blech oder einer mikroperforierten Platte aus Kunststoff vor
einer nicht schwingenden Wand 5 oder Rückwand 7, welche ohne die Anordnung irgendwelcher
Schallschluckelemente oder von zusätzlichen porösen oder faserigen Dämpfungsmaterialien
im Luftzwischenraum auskommt.
[0038] In "Trockenbau" 7/92 sind zahllose Unterdecken mit perforierten Metallplatten beschrieben,
in denen "Zur Anpassung an die akustischen Anforderungen eine schallschluckende Hinterfüllung
aus Mineralwolle" (S. 2, Zeilen 24-26) beschrieben wird, die (Mineralwolle) unmittelbar
auf den Lochplatten ganzflächig aufliegt. Die Anmelderin hat auch derartige Anordnungen
meßtechnisch im Schallraum immer wieder untersucht, da sie in vielen Industriebetrieben
als Unterdecken verwendet werden. In Bild 7 ist eine derartige Anordnung mit einem
0,5 mm dicken Stahlblech, 2,5 mm Lochdurchmesser und 16 % Lochflächenanteil, wobei
das Blech etwa 200 mm unterhalb der Decke angeordnet ist, mit ihrem Absorptionsspektrum
dargestellt. Man erkennt, daß die Vliese einen erheblichen Anteil an Absorption in
höheren Frequenzbereichen aufweisen. Die Absorptionsfrequenz f
χ/4 = Co / 4D (mit Co = Schallgeschwindigkeit und D Abstand der Platte zur Rückwand)
zeigt dabei erwartungsgemäß gegenüber der Frequenz χ/2 eine erhöhte Absorption. Dies
zeigt, daß die erzielte Absorption auf das auf der Unterdecke aufliegende Dämpfungsmaterial
zurückzuführen ist. Die Luft in den Löchern der Unterdecke überträgt lediglich die
Schallschwingungen der auf die Lochbleche auftreffenden Schallwellen in das dahinterliegende
Dämpfungsmaterial. Erst dort wird die Schallenergie durch Reibung an den Fasern oder
in den Poren des Dämmaterials in Wärme umgewandelt und dadurch die Schallenergie vermindert.
[0039] Die Probleme der konventionellen Schallabsorber, insbesondere da neuere Untersuchungen
ergeben haben, daß das schalldämmende Material, z.B. Steinwolle oder Glaswolle, kanzerogen
sei, sowie mögliche Feuchtigkeitsaufnahme, Staubentwicklung und Abrieb, bewirkten,
daß nach neuen Möglichkeiten der Schalldämpfung gesucht wird. Andererseits sind die
Membranabsorber schon seit längerer Zeit bekannt, da sie jedoch teurer gegenüber den
relativ preiswerten Materialien aus Steinwolle oder Glaswolle sind, haben sie sich
nicht durchsetzen können. Auch sind die Membranabsorber, sei es in ihrer becherförmigen
Ausgestaltung oder in der früheren Bauweise mit zerklüfteten Oberflächen - zur Verbreiterung
des Absorptionsspektrums - demgegenüber relativ kompliziert und daher teuer.
[0040] Die erfindungsgemäße Unterdecke dagegen ist einfach herzustellen, einfach anzubringen
und nicht teuer, da sie nur aus den fein perforierten Lochblechen und den seitlichen
Begrenzungsflächen des Luftzwischenraums und der ebenen Rückwand bzw. Platte besteht.
Die Löcher mit einem Durchmesser von vorzugsweise von 0,4 - 0,8 mm dienen nicht als
"Durchbrechungen" zum möglichst ungehinderten Eindringen der Schallenergie in den
Luftzwischenraum zwischen Unterdecke und Decke. Der für den erfindungsgemäßen Zweck
äußerst geringe Lochflächenanteil von maximal 3%, vorzugsweise < 2 %, wäre für die
(passive) Übertragung von Schallenergie aus dem Raum in den Zwischenraum noch weniger
geeignet als die Durchbrechungen nach dem Stand der Technik, da diese Lochflächenanteile
zwischen 15 - 50 % aufweisen. Stattdessen wirkt die Luft in den Löchern der mikroperforierten
Lochbleche gemäß der Erfindung zusammen mit den Luftkissen in dem Zwischenraum als
ein ganz spezielles Masse-Feder-Schwingsystem, das durch das auf das mikroperforierte
Lochblech auftreffende Schallfeld (reaktiv) zu Schwingungen im jeweils interessierenden
Frequenzbereich anregbar gemacht wird. Dabei erfolgt die Abstimmung auf den jeweiligen
Frequenzbereich durch ganz gezielte Wahl der geometrischen Parameter, insbesondere
der Dicke der Lochbleche, Dicke des Luftzwischenraums, Durchmesser der Löcher, Abstände
der Löcher, Form der Löcher, Anteil der Perforation in der Gesamtfläche des Lochbleches
und Formgebung der Lochbleche.
[0041] Insbesondere wird mit der Wahl der Lochgeometrie nicht nur der Frequenzbereich der
Absorption, sondern auch die Wirksamkeit des Absorbers in diesem Frequenzbereich festgelegt.
Die notwendige Dämpfung wird nicht wie nach Abb. 1a oder Abb. 7, durch Anbringung
von zusätzlichen porösen oder faserigen "Schluckstoffen" bewerkstelligt, sondern ganz
ausschließlich durch Reibung der Luftteilchen in den engen Löchern an deren Wänden.
Der gewünschte Frequenzbereich und die erforderliche Reibung können so optimal auf
den jeweiligen Einsatzfall eingestellt werden, so daß eine fast vollständige Absorption
der auftreffenden Schallenergie möglich wird. Die Platten sind dabei so dick und stabil
aufgebaut, daß sie nicht von den auftreffenden Schallwellen zu Schwingungen angeregt
werden können. Ohne die Mikroperforation der erfindungsgemäßen Art würde die Platte,
sofern sie schwingungsfähig ausgebildet wäre, wie in Bild 8 dargestellt, als Feder-Masse-System
allenfalls bei sehr tiefen Frequenzen und nur schmalbandig mitschwingen, gemäß der
gestrichelten Kurve 1, und dadurch absorbieren. Die Mikroperforation, Kurve 2, bewirkt
dagegen eine relativ breitbandige Absorption bei mittleren und höheren Frequenzen
gemäß Bild 8, weil nur die leichtere Luft in den Löchern als Masse mit der Luft in
dem Hohlraum als Feder mitschwingt. Mit zwei hintereinander angeordneten starren mikroperforierten
Platten läßt sich, wie Bild 9 zeigt, eine noch breitere Absorptionskurve erreichen,
ohne daß Dämpfungsmaterial zusätzlich einge bracht werden müßte, oder feste Teile
nach Art eines Resonators mitschwingen müßten.
[0042] Abb. 10a - e zeigt die erfindungsgemäße Unterdecke, wobei Bild 10e die Unterdecke
als Modul zeigt, das dann kassettenförmig unter die Decke als Unterdecke angebracht
wird.
[0043] In Abb. 10 sind mit 1 und 6 die ebene mikroperforierte Platte aus Blech oder hartem
Kunststoff mit Löchern 4 und 7 eine ebene schwingfähige Platte als Rückwand des Moduls
bezeichnet. 3b ist der starre Rahmen des Moduls und 11 die Hohlräume oder Zwischenräume,
die mit Luft gefüllt sind. 3 sind Abhängungen und 3a z.B. Balken oder eine Unterkonstruktion
zum Tragen der Unterdecke bzw. Vorsatzschale. Da die Platten oder Module in etwa 1
Quadratmeter großen Einheiten geliefert werden, können über die Abhängungen 3 oder
Unterkonstruktion 3a verschiedene Abstände der Unterdecke D zur Rückwand realisiert
werden, wodurch das Absorptionsspektrum verbreitert wird. 2 sind Versteifungen der
Platten 1, 6, die natürlich auch über die gesamte Länge und Breite der Platte angeordnet
sein können, so daß diese nicht schwingt.
[0044] Bild 11 zeigt das Spektrum einer mikroperforierten Platte aus Aluminium bei einer
Dicke der Platte t von 0,15 mm, Lochdurchmesser 0,16 mm, Lochabstand 1,2 mm und Dicke
der Luftschicht im Zwischenraum zwischen Platte und Rückwand oder Decke von 600 mm
und einem durch Lochdurchmesser und Abstand gegebenem Lochflächenanteil p von 1,4
%.
[0045] Bei einer gewünschten Resonanzfrequenz f
R = 54 x 10
3 √

/D · f · K
m nach der Theorie von Maa, wobei σ Lochfläche / Gesamtfläche, D die Luftschichtdicke
im Zwischenraum und K
m eine Konstante, die proportional ist zum Lochdurchmesser multipliziert mit der Wurzel
aus f, kann man dann die Parameter Plattendicke, Lochflächenanteil bzw. Anzahl der
Löcher bei einem bestimmten Lochdurchmesser und Luftzwischenraum D in gewissen Grenzen
variieren. So ergibt bei einer 3 mm dicken Aluminiumplatte, einem Lochflächenanteil
p = 1,4 und Luftzwischenraum D = 50 mm sich ein Lochdurchmesser d von 0,45 mm. Bei
gleich großen Löchern, aber erhöhter Anzahl, verschiebt sich nach der Theorie die
Resonanzfrequenz zu höheren Frequenzen. Dies kann man auch erreichen mit kleineren
Löchern. Eine Verbreiterung des Spektrums erhält man weiterhin, wenn die Platte gering
nach unten gewölbt ist, z.B. bei einer Plattenbreite von 1000 mm und einer Wölbung
von 60 - 80 mm.
Legende zu den Bildern
[0046]
- Bild 1 zeigt
- Beispiele für konventionelle reaktive Absorber nach (1)
a) Platten-Resonator
b) Helmholtz-Resonator
c) Schluckgrad für (1) Z ≅ ρc, (2) Z < ρc, (3) Z > ρc
- Bild 4 zeigt
- Absorptionsgrad von Membran-Absorbern entsprechend Abb. 3 (aber ohne Deckmembran)
mit einer 50 mm dicken Mineralwolleschicht
- Bild 5 zeigt
- Absorptionsgrad von Membran-Absorbern entsprechend Abb. 3 mit einer 50 mm dicken Mineralwolleschicht
- Bild 7 zeigt
- Absorptionsgrad von Lochflächen mit hinterlegtem porösem Material
- Bild 8 zeigt
- Absorptionsgrad eines 0,5 mm dicken Stahlblechs
a) als Masse mit dem dahinterliegenden Luftkassen als Feder mitschwingend (Kurve 2)
b) als starre Platte mit Mikro-Löchern als Masse mit dem dahinter liegenden Luftkissen
als Feder mitschwingend (Kurve 1)
- Bild 11 zeigt
- Microperforierte Absorber (Alu-Einfachplatte)
1. Unterdecke für Räume in Gebäuden, die zur Absorption von Schallwellen ausgebildet
ist, bestehend aus
- im Abstand (D) von der Rohdecke (5) mittels längenvariierbaren Abhängungen (3) oder
Unterkonstruktionen (3a) abgehängten Platten (1)
- die derart hart ausgebildet sind, daß sie nicht schwingungsfähig sind und die
- eine Vielzahl von gleichmäßig oder ungleichmäßig angeordneten Löchern (4) mit einem
Durchmesser d < 2 mm und einem Lochflächenanteil von weniger als 3% aufweisen,
- wobei die Luft in den Löchern (4) mit der Luft in den darüber befindlichen Hohlräumen
(11) ein Feder-Masse-System bildet,
ohne daß poröses oder faseriges Dämpfungsmaterial im Hohlraum (11) oder an den Platten
(1) befestigt ist.
2. Unterdecke nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Löcher (4) einen Durchmesser d von 0,1 - 1 mm, vorzugsweise von 0,2 - 0,8
mm, und einen Lochflächenanteil von weniger als 2% aufweisen.
3. Unterdecke nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß mehrere Platten (1, 6) hintereinander vorgesehen sind und diese zur Decke hin
in größer werdendem Abstand D angeordnet sind.
4. Unterdecke nach den Ansprüchen 1 - 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Platten (1,6) aus Metall, Kunststoff, Verbundwerkstoff oder Holz bestehen.
5. Unterdecke nach den Ansprüchen 1 - 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Unterdecke zur Vermeidung der Durchhängung mit Versteifungen (2) versehen
ist.
6. Unterdecke nach den Ansprüchen 1 - 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Platten (1, 6) gewölbt mit der Wölbung nach unten ausgebildet sind.
7. Unterdecke nach den Ansprüchen 1 - 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Platten (1, 6) zusammen mit einem seitlichem Rahmen (3b) und einer ebenen
Rückwand (7) ein Modul bilden.
1. A false ceiling for rooms in buildings, which is designed to absorb soundwaves, consisting
of
- panels (1) suspended a distance (D) from the raw ceiling (5) by means of suspensions
(3) or sub-constructions (3a) which can be varied in length,
- which plates are made hard enough not to vibrate and which
- have a multiplicity of evenly or unevenly disposed holes (4) with a diameter d <
2 mm and a hole-surface proportion of less than 3%,
- wherein the air in the holes (4) forms with the air in the hollow spaces (11) situated
thereabove a spring-mass system, without porous or fibrous damping material being
fitted in the hollow space (11) or on the panels (1).
2. A false ceiling according to claim 1, characterized in that the holes (4) have a diameter
d of 0.1 - 1 mm, preferably 0.2 - 0.8 mm, and a hole-surface proportion of less than
2%.
3. A false ceiling according to claim 1, characterized in that multiple panels (1, 6)
are provided and are disposed at an increasing distance D from the ceiling.
4. A false ceiling according to claims 1 - 3, characterized in that the panels (1, 6)
are composed of metal, plastics material, composite material or wood.
5. A false ceiling according to claims 1 - 4, characterized in that the false ceiling
is provided with reinforcements (2) in order to prevent sagging.
6. A false ceiling according to claims 1 - 5, characterized in that the panels (1,6)
are curved with the curvature downwards.
7. A false ceiling according to claims 1 - 6, characterized in that the panels (1,6)
together with a lateral frame (3b) and a plane rear wall (7) form a module.
1. Faux plafond destiné à des pièces situées dans des bâtiments, conçus pour absorber
les ondes sonores et composés de plaques (1),
- qui peuvent être suspendues à une distance (D) du plafond brut (5) par des suspentes
(7) de longueurs variables ou par l'intermédiaire de structures sous plafond (3a),
- qui sont suffisamment rigides pour ne pas vibrer et qui sont percées d'une multitude
de trous (4) répartis régulièrement ou non, présentant un diamètre inférieur à 2 mm
avec un taux d'occupation superficielle inférieur à 3 %,
caractérisé en ce que
l'air situé dans les trous (4) constitue, avec l'air situé dans les volumes creux
(11) situés au-dessus, un système ressort-masse, sans que du matériau amortisseur
de sons poreux ou fibreux, soit fixé dans les volumes creux (11).
2. Faux plafond selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
les trous (4) ont un diamètre d allant de 0,1 à 1 mm, de préférence 0,2 à 0,8 mm,
et leur taux d'occupation superficielle est inférieur à 2 %.
3. Faux plafond selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
il comporte plusieurs plaques (1, 6) disposées les unes derrière les autres, à des
distances D croissantes, par rapport au plafond.
4. Faux plafond selon les revendications 1 à 3,
caractérisé en ce que
les plaques (1, 6) sont en métal, en matière plastique, en matériau composite ou en
bois.
5. Faux plafond selon les revendications 1 à 4,
caractérisé en ce que
le faux plafond, pour éviter son fléchissement, est équipé de raidisseurs.
6. Faux plafond selon les revendications 1 à 5,
caractérisé en ce que
les plaques (1, 6) sont bombées vers le bas.
7. Faux plafond selon les revendications 1 à 6,
caractérisé en ce que
les plaques (1, 6) associées à un cadre latéral (3b) et une paroi arrière (7), forment
un module.