[0001] Die Erfindung betrifft ein Sicherheitstürsystem, insbesondere für Aufzugstüren, bestehend
aus einem Türrahmen und einem oder mehreren, insbesondere kraftbetriebenen, Türblättern.
[0002] Kraftbetriebene Türen werden in so gut wie allen Bereichen des öffentlichen Lebens
eingesetzt, beispielsweise bei Aufzügen, Transportmitteln und als Gebäudeeingangstüren.
Sie können als Schiebetüren, Schwingtüren, Falttüren etc. ausgeführt sein. Mit relativ
großem Aufwand werden diese kraftbetriebenen Türen mit Sicherheitseinrichtungen wie
Lichtschranken, Ultraschallsensoren, Infrarotsensoren und mechanischen Schließkraftbegrenzern
ausgerüstet, sodaß möglichst alle Gefahren, welche bei der Schließbewegung der Türblätter
entstehen, erkannt und die Türschließbewegung unterbrochen werden kann.
[0003] Es gibt jedoch keine Sicherheitseinrichtung, welche die Türblattbewegung in der Öffnungsrichtung
überwacht. Die Gefahren, die beim Öffnen einer Tür drohen, sind nicht so augenfällig
wie jene beim Schließen. Es besteht aber auch z.B. beim Öffnen einer Schwingtür die
Gefahr des Einklemmens zwischen Türblatt und Türrahmen. Es sind aus der Vergangenheit
auch mehrere Unfälle bekanntgeworden, wo vor allem kleine Kinder verletzt wurden,
weil deren Hand in den konstruktiv notwendigen Spalt zwischen Türblatt oder -blättern
und Türrahmen von Schiebetüren gerieten.
[0004] Um solche Unfälle in Zukunft zu verhindern, wird nun erfindungsgemäß vorgeschlagen,
daß zumindest die Oberflächen von Türrahmen und Türblättern aus elektrisch leitendem
Material bestehen, daß die Türblätter voneinander und vom Türrahmen elektrisch isoliert
montiert sind und daß die Oberflächen von Türrahmen und Türblättern bzw. diese selbst
mit einem Steuergerät zur Berührungsmessung verbunden sind.
[0005] Es wird zwar in den meisten Fällen als Grundmaterial der Türblätter Stahlblech verwendet,
verschiedentlich kommt aber auch Glas oder Kunststoff zum Einsatz. Unabhängig davon
muß mit entsprechenden Mitteln die Oberfläche elektrisch leitfähig gemacht werden,
z.B. durch Auftragen einer leitfähigen, aus Designgründen eventuell transparenten,
Schicht bzw. muß von einer isolierenden Lackschicht abgesehen werden. Das gleiche
gilt auch für den Türrahmen. Die elektrisch isolierte Montage von Türblatt bzw. Türblättern
und Türrahmen kann mittels Isolatoren aus Kunststoff oder anderen elektrisch isolierenden
Materialien erfolgen. Der Türrahmen ist normalerweise direkt an einer Gebäude- oder
Fahrzeugwand befestigt und elektrisch geerdet.
[0006] Die Berührungsmessung erfolgt beim erfindungsgemäßen Sicherheitstürsystem zweckmäßig
dadurch, daß das Steuergerät den ohmschen oder komplexen elektrischen Widerstand zwischen
den Türblättern bzw. zwischen Türblättern und Türrahmen mißt. Bevorzugt wird der komplexe
elektrische Widerstand gemessen, da er eine präzisere Auswertung erlaubt.
[0007] Alternativ dazu kann auch die elektrische Kapazität von Türrahmen und Türblättern
gemessen und auf eine durch Berührung zustandekommende Kapazitätsänderung reagiert
werden.
[0008] Bei Erkennen von Widerstands- oder Kapazitätsänderungen, die einen, vorzugsweise
einstellbaren, Wert übersteigen, wird vom Steuergerät ein Ausgangssignal abgegeben.
[0009] Vorteilhaft steuert das Ausgangssignal des Steuergeräts ein Relais zur Türanhaltung
an.
[0010] In einer anderen Ausführung der Erfindung wird das Ausgangssignal des Steuergeräts
mittels serieller oder paralleler Datenübertragung an eine Türsteuerung ausgegeben.
Dabei sollte vorgesehen werden, daß das Ausgangssignal von der Steuerung mit Priorität
in der Türsteuerung verarbeitet wird und, insbesondere unmittelbar, einen Nothalt
der Türblätter auslöst.
[0011] Unter Bezugnahme auf die Figur wird nun ein Ausführungsbeispiel der Erfindung näher
erläutert. Beim dargestellten Beispiel handelt es sich um eine Schiebetür für den
Schachtzugang oder Fahrkorb eines Aufzugs. Diese Schiebetür besteht aus dem Türrahmen
2 und zwei motorisch mit unterschiedlicher Geschwindigkeit bewegten Türblättern 1A,
1B. Der Spalt zwischen den beiden Türblättern 1A, 1B beträgt durchschnittlich 5 mm.
Bei solchen Schiebetüren besteht beim Öffnungsvorgang vor allem für Kleinkinder die
Gefahr, daß die Hand im Spalt zwischen den Türblättern bzw. zwischen Türblatt 1B und
Türrahmen 2 eingeklemmt wird. Es sind mehrere solcher Unfälle bekanntgeworden. Für
Erwachsene besteht aufgrund der geringen Spaltbreite nach menschlichem Ermessen keine
Gefahr. Auch ist die Möglichkeit gering, daß Gegenstände in den Spalt gezogen werden
und dadurch Menschen verletzen. Türrahmen und -blätter bestehen aus elektrisch leitendem
Material, z.B. Stahlblech, oder wurden durch das Auftragen einer elektrisch leitenden
Schicht an ihrer Oberfläche leitfähig gemacht. Der Türrahmen 2 ist direkt am Fahrkorb
oder an einer Gebäudewand befestigt und üblicherweise elektrisch geerdet. Die Türblätter
1A, 1B sind voneinander und auch gegenüber dem Türrahmen elektrisch isoliert montiert.
Die leitenden Flächen von Türrahmen und -blättern sind jeweils über eine kunststoffisolierte
Leitung mit einem Steuergerät 3 verbunden, das direkt auf dem Türrahmen 2 montiert
sein kann. Im Steuergerät 3 ist eine Meßeinrichtung vorhanden, die den ohmschen oder
komplexen elektrischen Widerstand zwischen den jeweiligen Oberflächen mißt. Dieser
liegt bei isolierter Montage der Türteile im Megaohmbereich und verringert sich bei
Berührung beträchtlich (auf einige bis mehrere hundert Kiloohm). Die Messung des komplexen
elektrischen Widerstands wird bevorzugt, weil die Auswertung sowohl für den ohmschen
als auch den kapazitiven Widerstand präziser ist.
[0012] Alternativ dazu kann auch eine Messung der elektrischen Kapazität der einzelnen Oberflächen
durchgeführt werden. Auch diese ändert sich bei Berührung.
[0013] Überschreitet die Meßwertänderung eine einstellbare Grenze, so wird im Steuergerät
3 ein entsprechendes Ausgangssignal generiert. Die Weiterverarbeitung dieses Signals
kann auf mehrere Arten erfolgen. Vorteilhaft ist es, ein entsprechendes Ausgangsrelais
vorzusehen und mit diesem direkt die Türmotorversorgung abzuschalten. Es ist jedoch
auch eine serielle oder parallele Kommunikation der Steuerung 3 mit einer Aufzugssteuerung
möglich, wobei zweckmäßig das Signal von der Steuerung 3 mit Priorität in der Aufzugssteuerung
bearbeitet wird und diese unmittelbar einen Nothalt der Türblätter auslöst und jede
weitere Bewegung der Türblätter in jede Richtung verhindert. Derzeit wird aus Sicherheitsgründen
die direkte Abschaltung mit einem Relais vorgezogen.
[0014] Die Erfindung wurde beispielhaft für eine Aufzugsschiebetür beschrieben. Sie ist
jedoch nicht darauf beschränkt, sondern für jeden Türtyp, wie Schwing-, Falt-, Schiebetür
etc. und jeden Einsatzzweck wie Gebäude-, oder Fahrzeugtür geeignet. Es ist auch nicht
nötig, daß die Türblätter motorisch betrieben werden; vielmehr kann die Erfindung
auch bei handbetätigbaren Türen zum Einsatz kommen, die über eine vom Steuergerät
ansteuerbare Stop- bzw. Bremseinrichtung verfügen.
1. Sicherheitstürsystem, insbesondere für Aufzugstüren, bestehend aus einem Türrahmen
und einem oder mehreren, insbesondere kraftbetriebenen, Türblättern, dadurch gekennzeichnet,
daß zumindest die Oberflächen von Türrahmen (2) und Türblättern (1A, 1B) aus elektrisch
leitendem Material bestehen, daß die Türblätter (1A, 1B) voneinander und vom Türrahmen
(2) elektrisch isoliert montiert sind und daß die Oberflächen von Türrahmen und Türblättern
bzw. diese selbst mit einem Steuergerät (3) zur Berührungsmessung verbunden sind.
2. Sicherheitstürsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Steuergerät
(3) den ohmschen oder komplexen elektrischen Widerstand zwischen den Türblättern (1A,
1B) bzw. zwischen Türblättern und Türrahmen (2) mißt.
3. Sicherheitstürsystem nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Steuergerät
(3) die elektrische Kapazität von Türrahmen (2) und Türblättern (1A, 1B) mißt.
4. Sicherheitstürsystem nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Steuergerät
(3) bei Erkennen von Widerstands- oder Kapazitätsänderungen, die einen, vorzugsweise
einstellbaren, Wert übersteigen, ein Ausgangssignal abgibt.
5. Sicherheitstürsystem nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Ausgangssignal
des Steuergeräts (3) ein Relais zur Türanhaltung ansteuert.
6. Sicherheitstürsystem nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Ausgangssignal
des Steuergeräts (3) mittels serieller oder paralleler Datenübertragung an eine Türsteuerung
ausgegeben wird.
7. Sicherheitstürsystem nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Ausgangssignal
von der Steuerung (3) mit Priorität in der Türsteuerung verarbeitet wird und, insbesondere
unmittelbar, einen Nothalt der Türblätter (1A, 1B) auslöst.