[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein längs- und querwasserdichtes elektrisches
Energiekabel mit einem über einer Leiterisolierung bzw. einer darüber befindlichen
Leitschicht angeordneten Schirm aus metallischen Drähten oder Bändern und einer als
Querwassersperre dienenden geschlossenen metallischen Hülle im weiteren Schichtenaufbau,
wobei zwischen dem Schirm und der metallischen Hülle mindestens ein bei Feuchtigkeitseinwirkung
quellende Materialien enthaltendes Band vorgesehen ist.
[0002] Elektrische Kabel für Mittel- oder Hochspannung, bei denen über der Isolierung bzw.
einer darauf befindlichen äußeren Leitschicht der Metallschirm in Form von die Kabelseele
umfassenden Drähten oder Bändern aufgebracht ist, sind seit langem üblich. Die Drähte
oder Bänder werden in der Regel durch eine Bandbewicklung in ihrer Lage fixiert, bevor
der Außenmantel durch Extrusion aufgebracht wird. Bei Beschädigung dieser äußeren
Schutzhülle, beispielsweise bei der Verlegung oder im Betrieb durch äußere mechanische
Einwirkungen, besteht die Gefahr, daß von außen Feuchtigkeit in das Kabel eindringt
und entlang der Zwischenräume zwischen den einzelnen Bändern oder Drähten wandert
und damit zu Korrosionserscheinungen führen kann. Eingedrungene Feuchtigkeit kann
aber auch Anlaß zu Schäden in der Isolierung sein, so daß im Laufe der Zeit etwa durch
das sogenannte "watertreeing" verursachte Durchschläge zu erwarten sind.
[0003] Da es weiterhin bekannt ist, daß die normalerweise zur Herstellung von Kabelmänteln
verwendeten Kunststoffe keine vollständige Diffusionssperre gegen Feuchtigkeit darstellen,
hat sich zwischenzeitlich der seit langem bei der Herstellung von Nachrichtenkabeln
verwendete sogenannte Schichtenmantel in Form einer die Kabelseele rohrförmig umschließenden
und an den Kanten verschlossenen Metallfolie durchgesetzt, die mit dem Außenmantel
verklebt ist. Diese Maßnahme schützt zwar das unbeschädigte Kabel im ungestörten Normalbetrieb,
die Schichtenmantelkonstruktion verhindert aber nicht einen Wassereintritt und eine
Fortleitung der Feuchtigkeit längs der Kabelachse im Störungsfall, wenn dieser Feuchtigkeitsschutz
durch Einwirkung äußerer Kräfte an einer Stelle zerstört wird.
[0004] In die von den Schirmdrähten oder Bändern gebildeten Zwischenräume der Abschirmung
Quellpulver einzubringen, hat zwar zur Folge, daß durch Aufnahme der Feuchtigkeit
im Schadensfall dieses Quellpulver den Bereich eingedrungener Feuchtigkeit abstopft,
die Füllung des Schirmbereiches mit Quellpulver bringt jedoch einen erheblichen Montageaufwand
mit sich, wenn Muffen am Kabel gesetzt oder Verbindungsstellen hergestellt werden
müssen. Bei der Herstellung des Kabels sind darüber hinaus besondere Vorrichtungen
zur Quellpulveraufbringung erforderlich, aus Gründen der Arbeitssicherheit bedarf
es zusätzlicher Absaugvorrichtungen für überschüssiges Quellpulvermaterial. Bei der
bereits angesprochenen Kabelmontage führt das freigelegte Quellpulver beim Absetzen
des Kabels unter Einwirkung von Feuchtigkeit, insbesondere der Luftfeuchtigkeit, wenn
die Montage im Freien erfolgt, durch das gelartige Aufquellen des Pulvers zu erschwerten
Montagebedingungen.
[0005] Aus der DE-A-3 005 875 ist es bekannt, zur Herstellung einer ständigen elektrischen
Verbindung zwischen äußerer Leitschicht und Schirmdrähten unterhalb des Schirms eine
Lage aus leitfähigen, quellfähigen Bändern anzuordnen. Im weiteren Schichtenaufbau
ist über dem Schirm eine geschlossene Lage aus quellfähigen Bändern sowie darüber
eine für die Querwasserdichtigkeit des Kabels erforderliche metallische Hülle vorgesehen.
Die Anordnung der geschlossenen Lage quellfähiger Bänder zwischen Schirm und metallischer
Hülle macht zusätzliche Maßnahmen erforderlich, um beim Betrieb des Kabels erzeugte
elektrische Potentialdifferenzen zwischen dem Schirm des Kabels und der im Schichtenaufbau
in der Regel unmittelbar unter dem Außenmantel befindlichen metallischen Hülle zu
vermeiden bzw. auszugleichen. Ein solcher Ausgleich muß dann in der nächstliegenden
Muffe oder Verbindungsstelle erfolgen, was dort einen zusätzlichen Montageaufwand
erfordert.
[0006] Die Anordnung elektrisch leitfähiger Quellvliese zwischen Leitschicht und Schirmdrähten
eines Starkstromkabels ist ebenfalls in der DE-U-9 208 880 beschrieben.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Möglichkeit zu finden, die es erlaubt,
den Schirmbereich eines elektrischen Energiekabels gegen Feuchtigkeitsweiterleitung
abzudichten, sowie zusätzlich dafür zu sorgen, daß mögliche Potentialdifferenzen zwischen
dem elektrischen Schirm des Energiekabels und der die Querwasserdichtigkeit des Kabels
sicherstellenden metallischen Hülle von vornherein unterbleiben.
[0008] Gelöst wird diese Aufgabe gemäß der Erfindung dadurch, daß das zwischen dem Schirm
und der metallischen Hülle angeordnete, quellfähiges Material aufweisende Band zudem
leitfähige Einlagen aus Metall enthält. Das quellfähige Material sichert eine örtliche
Begrenzung eingedrungener Feuchtigkeit, z. B. nach mechanischer Beschädigung des Außenmantels
sowie der metallischen Hülle. Das bei Wasserzutritt quellende Material verschließt
an der Schadensstelle vorhandene Hohlräume und verhindert damit ein weiteres Eindringen
von Feuchtigkeit in das Kabelinnere. Die leitfähigen Einlagen aus Metall sichern einen
ständigen elektrisch leitenden Kontakt zwischen dem Kabelschirm und der metallischen
Hülle, wenn das Band die Schirmdrähte bzw. -bänder oder eine darauf aufgebrachte Querwendel
unmittelbar umschließt und über diesem Band die metallische Hülle, z. B. in Form eines
mit überlappenden Bandkanten aufgebrachten Aluminiumbandes, angeordnet ist.
[0009] Besonders vorteilhaft ist es, wenn in Durchführung der Erfindung das verwendete Band
ein quellfähiges Material enthaltendes und mit Metallpartikeln dotiertes Vliesband
ist. Die Basis solcher sogenannter Quellvliese bilden Kunststoff-Schichtvliesstoffe,
deren Lagen aus quellfähigem Material aufgebaut sind oder solches enthalten. Quellfähige
Massen, etwa in Pulverform, können solche auf Cellulosebasis sein aber auch solche
auf Basis synthetischer Werkstoffe. Solche Bänder ermöglichen einen kurzfristigen
Feuchtigkeitszutritt zu dem quellfähigen Material. Darüber hinaus ist durch den Einbau
des quellfähigen Materials in solchem Bandmaterial ein einfacher Fertigungsablauf
gewährleistet und sichergestellt, daß die zur Abdichtung der Kabelseele vorgesehenen
Materialien auch nach der Herstellung des Kabels, dem Transport oder seiner Verlegung
noch an den Stellen vorhanden sind, wo sie bei Feuchtigkeitseinbruch wirksam die Abstopfung
der Schadensstelle bewirken.
[0010] Die neben dem quellfähigen Material in dem Quellvlies enthaltenen leitfähigen Einlagen
aus Metall können beispielsweise durch Metallflitter oder kurze Fäden, beispielsweise
aus Kupfer oder Aluminium, gebildet sein. Die übliche Wandstärke solcher Quellvliese
stellt sicher, daß über die Kabellänge ein ständiger metallisch leitfähiger Kontakt
zwischen dem metallischen Schirm des Kabels und der zur Querwasserdichtigkeit herangezogenen
metallischen Hülle sichergestellt ist.
[0011] Eine andere vorteilhafte Variante erfindungsgemäßer Ausführungsformen ist die, daß
das Band ein quellfähiges Material enthaltendes und mit metallischen Fäden oder Streifen
durchwirktes Vliesband ist. Der metallische Faden oder der Streifen, z. B. aus Aluminium
oder Kupfer hergestellt, verläuft abwechselnd von einer Oberfläche des Bandes zur
anderen, neben der gleichzeitigen, problemlosen Kontaktierung des metallischen Schirmes
sowie der metallischen Hülle sichert diese Ausführungsform regelmäßige Querverbindungen
längs der gesamten Kabelstrecke. Wie auch bei der ersten Ausführungsform werden mögliche
Potentialdifferenzen noch längs des Kabels ausgeglichen, besondere Maßnahmen zum Ausgleich
von Potentialdifferenzen etwa im Muffenbereich, sind nicht mehr erforderlich.
[0012] Die Anordnung des erfindungsgemäßen Bandes im Schichtenaufbau des Kabels kann so
getroffen sein, daß das quellfähiges Material und leitfähige Einlagen enthaltende
Band in Kabellängsrichtung verläuft. Anstelle eines einzigen Bandes kann es oft zweckmäßig
sein, an im Kabel gegenüberliegenden Seiten zwei oder mehr Bänder in Längsrichtung
verlaufen zu lassen. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn im Fertigungsprozeß
auf zusätzliche Wickeleinrichtungen verzichtet werden soll.
[0013] Man kann aber auch so vorgehen, daß das quellfähige Materialien und leitfähige Einlagen
enthaltende Band wendelförmig den Schirm umgibt. Eine solche Bewicklung kann in Form
einer geschlossenen Lage aufgebracht werden, man kann aber auch zwei Bänder jeweils
gegenläufig und mit Abstand auf die Schirmung des elektrischen Kabels aufbringen,
so daß sich als Bild eine sogenannte Kreuzwendel ergibt. Welche Form des Aufbringens
auch gewählt wird, entscheidend ist, daß neben der Abstopfung durch eingelagertes
quellfähiges Material eine ständige elektrische Verbindung zwischen dem Schirm und
der die Querwasserdichtigkeit bewirkenden metallischen Hülle längs des Kabels sichergestellt
ist.
[0014] Die Erfindung sei anhand des in der Figur als Ausführungsbeispiel dargestellten elektrischen
Mittel- oder Hochspannungskabels näher erläutert.
[0015] Auf den z. B. aus miteinander verseilten oder verwirkten Einzeldrähten bestehenden
Leiter 1 dieses Kabels ist die sogenannte innere Leitschicht 2, beispielsweise aus
einem rußgefüllten Polymermaterial, aufextrudiert. An diese innere Leitschicht 2 schließt
sich die elektrische Isolierung 3 an, beispielsweise aus einem vernetzten Polyethylen,
sie wird abgedeckt von der sogenannten äußeren Leitschicht 4, im dargestellten Ausführungsbeispiel
ebenfalls aus einem rußgefüllten leitfähigen polymeren Material, wie Polyethylen oder
eines seiner Copolymere.
[0016] Über der äußeren Leitschicht 4 ist ein leitfähiges Band 5 angeordnet, beispielsweise
ein durch Graphit oder Ruß leitfähig gemachtes Kreppapierband, gegebenenfalls in Kombination
mit einem Quellvliesband. Dieses leitfähige Band 5 dient praktisch als Polsterschicht
für den darüber befindlichen Schirm 6 aus z. B. Kupferdrähten, die von einer sogenannten
Querleitwendel ebenfalls aus Kupfer umwickelt sind. Zur Abstopfung des Schirmbereiches
und zur Verhinderung einer Fortleitung an einer Stelle in das Kabel eingedrungener
Feuchtigkeit dient das erfindungsgemäß ausgebildete Band 7, auch Quellvlies, das mittels
seiner beispielsweise aus Kupfer oder Aluminium bestehenden Einlagen, wie Flitter
oder Fäden begrenzter Länge oder eingewirkter Fäden oder Streifen, eine ständige Kontaktierung
zwischen dem Schirm 6 und der über dem Band 7 angeordneten metallischen Hülle 8 gewährleistet.
Diese metallische Hülle 8 ist beispielsweise ein an der dem Polyethylen- Außenmantel
9 zugekehrten Oberfläche mit einem Copolymer des Ethylens oder einem Schmelzkleber
beschichtetes Aluminiumband, dessen Bandkanten einander überlappen und die im Überlappungsbereich
miteinander verklebt sind. Bei der Extrusion des Polyethylens des Außenmantels erfolgt
nach Aufschmelzen der Beschichtung des Aluminiumbandes und Wiedererhärten nach dem
Erkalten eine dauerhafte Verbindung mit dem Außenmantel.
1. Längs- und querwasserdichtes elektrisches Energiekabel mit einem über einer Leiterisolierung
(3) bzw. einer darüber befindlichen Leitschicht (4) angeordneten Schirm (6) aus metallischen
Drähten oder Bändern und einer als Querwassersperre dienenden geschlossenen metallischen
Hülle (8) im weiteren Schichtenaufbau, wobei zwischen dem Schirm (6) und der metallischen
Hülle (8) mindestens ein bei Feuchtigkeitseinwirkung quellende Materialien enthaltendes
Band (7) vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Band (7) leitfähige Einlagen aus Metall enthält.
2. Energiekabel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Band (7) Metallflitter oder -fäden begrenzter Länge enthält.
3. Energiekabel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Band (7) mit metallischen Fäden oder Streifen durchwirkt ist.
4. Energiekabel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Band (7) in Kabellängsrichtung verläuft.
5. Energiekabel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Band (7) den Schirm (6) wendelförmig umgibt.
6. Energiekabel nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß zwei Bänder (7) den Schirm (6) in Form einer Kreuzwendel umgeben.
1. A longitudinally and laterally water-tight electric power cable comprising a shield
(6) composed of metallic wires or strips and arranged over a conductor insulation
(3) and over a conductive layer (4) arranged thereon, and comprising a closed metallic
sleeve (8) serving as lateral water barrier further in the layer structure, wherein
at least one band (7) containing materials which swell under the effect of moisture
is provided between the shield (6) and the metallic sleeve (8), characterised in that
the band (7) contains conductive inserts consisting of metal.
2. A power cable according to Claim 1, characterised in that the band (7) contains metal
spangles or threads of limited length.
3. A power cable according to Claim 1, characterised in that the band (7) is interwoven
with metallic threads or strips.
4. A power cable according to one of Claims 1 to 3, characterised in that the band (7)
extends in the longitudinal direction of the cable.
5. A power cable according to one of Claims 1 to 3, characterised in that the band (7)
surrounds the shield (6) in the form of a coil.
6. A power cable according to Claim 5, characterised in that two bands (7) surround the
shield (6) in the form of a cross-coil.
1. Un câble électrique de puissance étanche dans les sens transversal et longitudinal,
comportant un blindage (6) composé de fils ou de rubans métalliques, placé sur une
isolation du conducteur (3) ou sur une couche conductrice (4) se trouvant dessus,
et d'une gaine métallique (8) à recouvrement servant de barrage transversal dans la
couche suivante, et pourvu d'une bande (7) placée entre le blindage (6) et la gaine
métallique (8), contenant des matières gonflant sous l'effet de l'humidité, caractérisé par le fait que la bande (7) contient des éléments conducteurs en métal.
2. Un câble de puissance conforme à la revendication 1 caractérisé par le fait que la bande (7) contient des paillettes ou des fibres métalliques de longueur limitée.
3. Un câble de puissance conforme à la revendication 1 caractérisé par le fait que la bande (7) est entrelacée de fibres ou rubans métalliques.
4. Un câble de puissance conforme à l'une des revendications 1 à 3 caractérisé par le fait que la bande (7) est disposée dans le sens longitudinal du câble.
5. Un câble de puissance conforme à l'une des revendications 1 à 3 caractérisé par le fait que la bande (7) enveloppe le blindage (6) suivant,une forme hélicoïdale.
6. Un câble de puissance conforme à la revendication 5 caractérisé par le fait que deux bandes (7) enveloppent le blindage (6) sous la forme d'une hélice croisée.