[0001] Die Erfindung betrifft ein Druckschutzsystem für Hochgeschwindigkeitszüge. Dabei
handelt es sich um ein kombiniertes Ventilschließ - Bypaßdurchlaß - System, sowie
um ein Verfahren zu dessen Betreibung.
[0002] Ausgangspunkt der Erfindung ist ein Druckschutzsystem, welches durch
- schlitzförmige Durchlässe, die sich einzeln oder zu mehreren Gruppen kombiniert mit
pneumatischen Kurzhubzylindern so schnell schließen lassen, daß die Druckwelle am
Eindringen in den Wagen gehindert wird;
- Zwischenstellungen zwischen ganz offen und geschlossen, um bei geringer Personenbelegung
des Wagens die Frischluftmenge zu reduzieren,
gekennzeichnet ist.
[0003] Dieses System hat den Nachteil, daß sich im Druckschutzfall wegen der fehlenden Frischluftzufuhr
die Luftqualität verschlechtert und der CO
2-Spiegel im Wagen durch den Stoffwechselprozeß der Reisenden geforderte Grenzwerte
überschreiten kann. Vorteilhaft bei diesem Sysem ist die vollständige Verhinderung
des Eindringens von unzulässigen Druckwellen in das Wageninnere.
[0004] Bisherige Lösungen verwenden deshalb, neben den Frisch- und Fortlüftern, zusätzliche
Druckschutzventilatoren, die eine sehr steile Kennlinie haben und deren Förderdruckdifferenz
höher ist, als der zu erwartende Druckstoß. Diese Ventilatoren werden auf Streckenabschnitten
zugeschaltet, auf denen mit Druckstößen zu rechnen ist, unabhängig davon, ob tatsächlich
ein Druckschutzereignis vorliegt oder nicht.
[0005] Der kontinuierliche Betrieb führt zu einem hohen Energieverbrauch. Da ihr Wirkprinzip
einen hohen Schalleistungspegel bedingt, sind zusätzliche Maßnahmen
zur Schalldämpfung erforderlich.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zu entwickeln, welches die Nachteile
der o. g. Lösungen vermeidet.
[0007] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch den Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen
der Erfindung sind in den Unteransprüchen enthalten.
Danach besteht das Druckschutzsystem aus einem schnellschließenden Ventil mit einstellbarem
Öffnungsquerschnitt. Im Druckschutzfall wird einerseits ein Teil der Frischluftein-
und Fortluftaustrittsöffnungen verschlossen und andererseits über einen Bypaß eine
geringere Menge Luft weitergefördert, um die Luftqualität zu gewährleisten.
[0008] Die neue Lösung wird durch das separate Steuern der Querschnitte für Frisch- und
Fortluft sowie der Bypaßlüfter für Frisch- und Fortluft durch eine Steuereinheit,
vorzugsweise in Form eines Microcontrollers, realisiert. Die Bypaßlüfter weisen eine
möglichst steile Förderkennlinie auf, d.h. einen vom Druck nahezu unabhängigen Förderstrom.
Im Druckschutzfall sind folgende Funktionen realisierbar:
1. Überdruckwelle
Der Bypaßventilator der Fortluft arbeitet mit maximalem Fördervolumen. Die Fördermenge
des Bypaßventilators der Frischluft wird durch Drehzahlveränderung so eingestellt,
daß er der Druckerhöhung entgegenwirkt und weder der zulässige Betrag noch der zulässige
Gradient für die Änderungsgeschwindigkeit dp/dt im Innenraum überschritten werden.
2. Unterdruckwelle
Der Bypaßventilator der Frischluft arbeitet mit maximaler Luftleistung. Über den Bypaßventilator
der Fortluft wird der Innendruck reguliert.
3. Grenzbedingung
Bei Überschreiten des zulässigen Innendruckes bzw. der zulässigen Druckänderungsgeschwindigkeit
arbeiten beide Bypaßlüfter mit maximaler Fördermenge bei völlig geschlossenen Druckschutzventilen.
Diese Fahrweise ist auch generell möglich, wenn man auf die Steuerung gemäß der Punkte
1 und 2 verzichten möchte.
[0009] Die Erfindung soll anhand eines Ausführungsbeispieles näher beschrieben werden.
Die Abbildung zeigt in
- Figur 1:
- die Anordnung des Druckschutzsystems in einem Eisenbahnwagen
[0010] Im Wagen 1 ist das Klimagerät 2 angeordnet. Der Zulüfter des Gerätes saugt einerseits
Luft über das Wetterschutzgitter 14, das geöffnete Druckschutzventil 12 und den Frischluftkanal
3, andererseits Umluft über den Umluftkanal 4 an und fördert die Zuluft über den Zuluftkanal
5 in die Abteile des Wagens. Das richtige Verhältnis von Umluft und Frischluft wird
durch den Umlüfter 7 oder durch Umluftklappenstellungen oder durch beide Maßnahmen
gewährleistet. Die Fortluft gelangt über den Fortluftkanal 6, den Fortlüfter 9, das
geöffnete Druckschutzventil 13 und das Wetterschutzgitter 14 in die Umgebung. Parallel
zu Druckschutzventilen für Frischluft 12 und für Fortluft 13 sind Bypaßlüfter 10 und
11 angeordnet.
Die Bypaßlüfter 10 und 11 werden durch die Druckauswerte- und Steuereinheit 15 eingeschaltet,
sobald die Gefahr besteht, daß die Zulässigen Druckänderungsbedingungen im Wageninneren
überschritten und deshalb die Druckschutzventile 12 und 13 geschlossen werden. Bei
Normalbetrieb der Lüftungs- bzw. Klimaanlage wird die Luft über das Wetterschutzgitter
14 und das Frischluft-Druckschutzventil 12 und den Wagens 1 gefördert. Die Luftmenge,
die als Frischluft von außen ergänzt wird, wird vom Fortlüfter 9 über das Fortluft-Druckschutzventil
13 und das Wetterschutzgitter 14 in die Umgebung zurückgeführt. Im Druckschutzfall
mit Überdruckwelle wird das Druckschutzventil für Außenluft 12 so weit geschlossen,
daß die durch den Druckunterschied der Drücke vor und hinter dem Ventil einströmende
Luftmenge nahezu der Fördermenge des zum gleichen Zeitpunkt gestarteten Bypaßlüfters
Fortluft 11 entspricht, so daß keine Druckerhöhung im Inneren des Wagens 1 eintritt.
Im Druckschutzfall mit Unterdruckwelle wird das Druckschufzventil für Fortluft 13
so weit geschlossen, daß die durch den Druckunterschied der Drücke vor und hinter
dem Ventil ausströmende Luftmenge nahezu der Fördermenge des zu gleichen Seitpunkt
gestarteten Bypaßlüfters Frischluft 10 entspricht, so daß keine Druckabsenkung im
Inneren des Wagens 1 eintritt.
[0011] Wenn bei sehr großen Druckamplituden und Druckänderungsgeschwindigkeiten der Druckwelle
die Lösung mit Querschnittsverringerung der Druckschutzventile und Betrieb des jeweiligen
Bypaßlüfters nicht mehr zu erreichen ist bzw. wenn die Steuerung einfacher sein soll,
werden beide Druckschutzventile 12, 13 sofort bei Erkennen der Bedingungen durch die
Druckauswerte- und Steuereinheit 15 geschlossen und beide Bypaßlüfter 10, 11 mit maximaler
Leistung gestartet, so daß infolge der übereinstimmenden Frischluft- und Fortluftfördermengen
trotz äußerer Druckwelle der Wageninnendruck nahezu konstant bleibt.
1. Verfahren zum Betreiben eines Druckschutzsystems in Hochgeschwindigkeitszügen für
Frisch- und Fortluftseite, bestehend aus jeweils einem schnellschließenden Druckschutzventil
mit in Abhängigkeit von der Personenbesetzung einstellbaren Öffnungsquerschnitten
und parallel dazu angeordnetem Bypaßlüfter mit sehr steiler Kennlinie, dadurch gekennzeichnet,
daß der größere und den schnellschließenden Teil des Druckschutzventils betreffende
Öffnungsquerschnitt im Druckschutzfall völlig geschlossen wird und der übrige Teil
des betreffenden Druckschutzventils durch getrennte Ansteuerung über Drucksensoren
und eine Steuereinheit im Bypaß zum Hauptquerschnitt so weit geöffnet bleibt, daß
die Druckdifferenz für die Frischluftversorgung des Wagens genutzt werden kann, ohne
daß die Druckänderungsgeschwindigkeit oder die Amplitude im Wagen den zulässigen Wert
überschreitet und bei Gefahr der Überschreitung des zulässigen Wageninnendruckes bzw.
der zulässigen Druckänderungsageschwindgkeit die beiden Druckschutzventile über den
gesamten Öffnungsquerschnitt geschlossen werden und zwei Bypaßlüfter mit nahezu druckunabhängiger
Fördermenge zugeschaltet werden und auf der Ein- und Auslaßseite das Eindringen von
Über- und Unterdruckwellen auf ein zuverlässiges Maß reduzieren und gleichzeitig die
Außenluftversorgung aurechterhalten.
2. Verfahren nach den Anspruchen 2
dadurch gekennzeichnet, daß
die Mindestluftmengenzufuhr luftzustandsabhängig gesteuert wird.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 2 und 3
dadurch gekennzeichnet, daß
Frisch- und Fortluftseite aus schnellschließenden Ventilen bestehen, die im Druckschutzfall
über Drucksensoren und eine Steuereinheit völlig geschlossen werden und von Lüftern
mit nahezu druckunabhängiger Fördermenge im Bypaß, auf die von der Steuereinheit vorgegebene
Drehzahlen eingestellt werden.
1. Method of operating a pressure protection system in high-speed trains for the fresh
and exhaust air sides, each having a quick-closing pressure protection valve with
cross-sections of opening, which are adjustable in dependence on the passenger occupation,
and bypass fans, which are disposed parallel thereto and have a very steep characteristic
curve, characterised in that
- the larger cross-section of opening, relating to the quick-closing part of the pressure
protection valve, is fully closed in the case of pressure protection, and the remaining
part of the pertinent pressure protection valve stays wide open as a result of a separate
actuation via pressure sensors and a control unit in the bypass to the main cross-section
in such a manner that the difference in pressure can be used for the fresh air supply
of the carriage, without the permissible value of the pressure change speed or the
amplitude in the carriage being exceeded and, if there is a risk of exceeding the
permissible internal carriage pressure, or respectively the permissible pressure change
speed, both pressure protection valves are closed over the whole cross-section of
opening, and two bypass fans, having a capacity almost independent of pressure, are
switched-on and reduce the penetration of excess and low pressure waves on the inlet
and outlet sides to a reliable extent and at the same time maintain the outside air
supply.
2. Method according to claim 1, characterised in that
- the minimum amount of air supply is controlled in dependence on the condition of
the air.
3. Method according to claims 1 and 2, characterised in that
- fresh and exhaust air sides have quick-closing valves, which, in the case of pressure
protection, are fully closed via pressure sensors and a control unit and are adjusted
by fans, having a capacity almost independent of pressure in the bypass, to the speeds
specified by the control unit.
1. Procédé pour faire fonctionner un système de protection de pression dans des trains
à grande vitesse pour les côtés air frais et air d'échappement, qui est composé, de
chaque côté, d'une soupape de protection de pression à fermeture rapide présentant
des sections transversales d'ouverture réglables en fonction du nombre d'occupants,
et d'un ventilateur de dérivation disposé parallèlement à ladite soupape et présentant
une courbe caractéristique à très forte pente, caractérisé
en ce que la section d'ouverture la plus grande et qui concerne la partie à fermeture
rapide de la soupape de protection de pression se ferme complètement en cas de protection
de pression tandis que le reste de la soupape concernée, grâce à une commande distincte
par l'intermédiaire de capteurs de pression et d'une unité de commande prévue dans
la dérivation menant à la section transversale principale, reste suffisamment ouvert
pour que la différence de pression puisse servir à l'alimentation en air frais de
la voiture sans que la vitesse de variation de pression ou l'amplitude dans la voiture
dépasse la valeur autorisée, et si la pression interne autorisée de la voiture ou
la vitesse de variation de pression autorisée risque d'être dépassée, les deux soupapes
de protection de pression se ferment sur toute la section transversale d'ouverture,
et deux ventilateurs de dérivation à débit presque indépendant de la pression sont
raccordés et réduisent la pénétration d'ondes de surpression et de dépression à une
valeur sûre, côté entrée et côté sortie, et maintiennent en même temps l'alimentation
en air extérieur.
2. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce que l'amenée d'une quantité d'air
minimale est commandée en fonction de l'état de l'air.
3. Procédé selon les revendications 2 et 3, caractérisé en ce que les côtés air frais
et air d'échappement se composent de soupapes à fermeture rapide qui, en cas de protection
de pression, se ferment complètement grâce à des capteurs de pression et à une unité
de commande, et de ventilateurs à débit presque indépendant de la pression, dans la
dérivation, au niveau desquels sont réglées des vitesses de rotation prédéfinies par
l'unité de commande.