[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Sohle für Sicherheitsschuhe insbesondere
nach DIN 4843 bzw. EN 344, mit einer durchtrittsicheren Einlage in Form einer insbesondere
in eine Laufsohle eingebetteten Stahl-Zwischensohle.
[0002] Ferner betrifft die Erfindung auch einen mit einer erfindungsgemäßen Sohle ausgestatteten
Sicherheitsschuh.
[0003] Die genannten Normen DIN 4843 bzw. EN 344 fordern für Sicherheitsschuhe eine durchtrittsichere
Einlage (z.B. nach DIN 32768) in Form einer Zwischensohle aus Stahl, um den Fuß insbesondere
im Baubereich vor spitzen Gegenständen, wie Nägel usw., zu schützen. Die Zwischensohle
muß so in den Unterschuh eingearbeitet sein, daß sie nicht ohne Beschädigung bzw.
Zerstörung des Schuhs entfernt werden kann. Bezüglich der Größe der Einlage sind bestimmte
Höchstabstände zwischen der Außenkante der Zwischensohle und einer durch die sog.
Ablaßkante eines bei der Fertigung des Schuhs verwendeten Leistens gebildeten Linie
vorgegeben.
[0004] Es hat sich nun gezeigt, daß es in vielen Fällen trotz der durchtrittsicheren Einlage
zu Fußverletzungen durch eingetretene spitze Gegenstände kommt.
[0005] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ausgehend von dem genannten Stand
der Technik eine Sohle zu schaffen, die eine wesentlich erhöhte Sicherheit gegen Fußverletzungen
bei gleichzeitig gutem Tragekomfort gewährleistet.
[0006] Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, daß die Zwischensohle ausgehend von ihrer
an die Kontur der Laufsohle bzw. an die Kontur einer Brandsohle angepaßten Flächenform
zumindest im Bereich des Innenfußgewölbes einen in einem stumpfen Winkel schräg nach
oben abgewinkelten Erweiterungsansatz aufweist. Hierdurch ist vorteilhafterweise die
Fläche der senkrechten Projektion des Fußes einschließlich des Innenfußgewölbes nahezu
vollständig, jedenfalls aber sehr weitgehend, durch die Zwischensohle von unten abgedeckt
und somit der Fuß gegen spitze Gegenstände, die in die Laufsohle eindringen, optimal
geschützt. Denn die Zwischensohle verhindert eine Durchdringung der gesamten Laufsohle,
führt dabei aber auch zu einer erhöhten Sicherheit gegen ein Perforieren des Schaftes
durch spitze Gegenstände "an der Laufsohle vorbei" im sog. Taillenbereich der Sohle,
da vorteilhafterweise z.B. Nägel oder dergl. von dem erfindungsgemäßen Erweiterungsabschnitt
so schräg abgelenkt werden, daß sie am Fuß vorbeigeführt werden.
[0007] Die Erfindung beruht einerseits auf der Erkenntnis, daß bei den herkömmlichen Sicherheitsschuhen
Fußverletzungen insbesondere im inneren Mittelfußbereich auftreten. Nun war aber davon
auszugehen, daß eine entsprechende Vergrößerung der Stahl-Zwischensohle zu einer nachteiligen
Versteifung der gesamten Sohle im Mittelfußbereich und damit zu sehr ungünstigen Trageeigenschaften
vor allem hinsichtlich des Abrollvorganges des Fußes beim Gehen führen würde. Der
Erfindung liegt nun aber andererseits die weitere Erkenntnis zugrunde, daß zwar durch
den "aufgestellten" Erweiterungsansatz tatsächlich eine wesentliche Versteifung der
Sohle im Mittelfußbereich auftritt, daß diese aber sogar zu einer vorteilhaften Unterstützung
und Führung des Fußes führt. So wurde durch Versuche mit Testpersonen festgestellt,
daß die Versteifung zumindest nicht als nachteilig, in den meisten Fällen sogar als
vorteilhaft oder aber auch gar nicht festgestellt wurde. Ferner führt die Versteifung
der Zwischensohle überraschenderweise auch nicht zu einer erhöhten Bruchgefahr, wie
es durch die verringerte Elastizität hätte erwartet werden können, denn im Gelenkbereich
treten bei der Abrollbewegung keine unzulässig hohen Materialbeanspruchungen auf.
[0008] Für den angestrebten guten Tragekomfort ist es ferner besonders vorteilhaft, wenn
die Zwischensohle einen gegenüber dem Mittelfußbereich insbesondere über eine zweifache
Abwinkelung bzw. über eine entsprechende Verkröpfung in Richtung einer Lauffläche
der Laufsohle nach unten versetzten Fersenabschnitt aufweist. Hierdurch wird zwischen
dem Fersen- und Mittelfußbereich praktisch eine Art "Gelenk" gebildet, was zu einem
äußerst guten Abroll-Komfort bei der Gehbewegung führt und insbesondere in Kombination
mit der Unterstützung des Mittelfußes in orthopädischer Hinsicht sehr vorteilhaft
ist.
[0009] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungsmerkmale der Erfindung sind in den Unteransprüchen
sowie der folgenden Beschreibung enthalten.
[0010] Anhand der Zeichnung soll nun im folgenden die Erfindung beispielhaft näher erläutert
werden. Dabei zeigen:
- Fig. 1
- eine teilgeschnittene, schematische Perspektivansicht eines erfindungsgemäßen Sicherheitsschuhs,
- Fig. 2
- eine Draufsicht einer erfindungsgemäßen Stahl-Zwischensohle in einer ersten Ausführungsform,
- Fig. 3
- einen Querschnitt in der Schnittebene III-III gemäß Fig. 2,
- Fig. 4
- einen Längsschnitt im Bereich der Schnittlinie IV-IV in Fig. 2,
- Fig. 5
- eine Draufsicht einer Zwischensohle in einer ebenen "Abwicklung" und mit einer vorteilhaften
Weiterbildung,
- Fig. 6
- einen Schnitt längs der Schnittlinie VI-VI in Fig. 5,
- Fig. 7
- einen Schnitt durch den Sicherheitsschuh im Vorfußbereich (Linie VII-VII gem. Fig.
1 bzw. Fig. 2) und
- Fig. 8
- einen Schnitt durch den Sicherheitsschuh im Mittelfußbereich (Linie VIII-VIII gem.
Fig. 1 bzw. III-III gem. Fig. 2).
[0011] In den verschiedenen Figuren der Zeichnung sind gleiche Teile stets mit den gleichen
Bezugszeichen versehen und werden daher in der Regel jeweils nur einmal beschrieben.
[0012] Gemäß Fig. 1 besteht ein erfindungsgemäßer Sicherheitsschuh 1 aus einem Oberschuh
2 und einem Unterschuh 4 mit einer Sohlenanordnung aus einer Laufsohle 6, einer Brandsohle
8 und vorzugsweise einer herausnehmbaren Einlegesohle 10. Die Laufsohle 6 weist auf
ihrer Unterseite eine beliebige Profilierung 12 auf.
[0013] Der Oberschuh 2 besteht - in an sich bekannter Weise - aus einem geeigneten Obermaterial
14, üblicherweise Leder, einem Futter 16, einem Mittelfußpolster 18, einer Schnürung
20 mit einer Staublasche 22, einer vorderen Sicherheits-Zehenkappe 24, einer Hinterkappe
26 und vorzugsweise einer Knöchelpolsterung 28.
[0014] Der Unterschuh 4 weist nun eine durchtrittsichere Einlage in Form einer Stahl-Zwischensohle
30 auf, die bevorzugt in das Material der Laufsohle 6 eingebettet ist.
[0015] Wie sich nun aus Fig. 2 bis 8 ergibt, weist die Zwischensohle 30 erfindungsgemäß
- ausgehend von ihrer bisher üblichen, an die Kontur der Laufsohle 6 bzw. der Brandsohle
8 angepaßten und daher im Mittelfußbereich mit einer "Taille" versehenen Flächenform
- zumindest im Bereich des Innenfußgewölbes einen Erweiterungsansatz 32 auf, der sich
in einem stumpfen Winkel α schräg nach oben abgewinkelt erstreckt (s. hierzu Fig.3
und 6). Hierbei beträgt der Winkel α vorzugsweise etwa 90° bis 150°.
[0016] In der in Fig. 5 und 6 veranschaulichten Weiterbildung der Erfindung weist die Zwischensohle
30 auch im Bereich des Außenfußgewölbes einen entsprechenden, zweiten Erweiterungsansatz
34 auf, der in einem stumpfen Winkel β schräg nach oben abgewinkelt ist. Auch der
Winkel β liegt bevorzugt im Bereich zwischen 90° und 150°, muß jedoch nicht mit dem
Winkel α in jedem Fall übereinstimmen.
[0017] Es ist nun zweckmäßig, wenn der innere Erweiterungsansatz 32 bzw. der äußere Erweiterungsansatz
34 in Anpassung an das jeweilige innere bzw. äußere Fußgewöbe ebenfalls gewölbt ausgebildet
ist und dabei vorzugsweise einen konvex bogenförmigen Außenrand 36 aufweist (s. Fig.
2 und 5). Der Krümmungsradius R des Außenrandes 36 beträgt dabei vorzugsweise etwa
50 bis 70 mm, insbesondere etwa 60 bis 62 mm. Die maximale Höhe H des jeweiligen Erweiterungsansatzes
32 bzw. 34 ist an die Höhe bzw. Dicke der jeweiligen Laufsohle 6 angepaßt; bei dickeren
Laufsohlen kann sie höher als bei dünneren Laufsohlen sein. Im dargestellten Beispiel
beträgt H gemäß Fig. 3 insbesondere etwa 7 mm.
[0018] Alternativ zu der bogenartig gewölbten Ausführung der Erweiterungsansätze 32,34 ist
auch eine beispielsweise (recht)eckige Ausgestaltung möglich.
[0019] In einer besonders vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung besteht die Stahl-Zwischensohle
30 aus einem Vorder- und Mittelfußbereich 38 und einem dem gegenüber in Richtung der
unterseitigen Profilierung 12 der Laufsohle 6 nach unten versetzten Fersenabschnitt
40. Zwischen diesen beiden Abschnitten 38 und 40 ist vorzugsweise eine zweifache Abwinkelung
bzw. Verkröpfung 42 gebildet, siehe hierzu Fig.1 und 4.
[0020] Die Zwischensohle 30 wird aus einem ebenen Blech-Stanzteil hergestellt, wie es beispielhaft
in Fig. 5 dargestellt ist. Ausgehend von diesem ebenen Zustand wird der Erweiterungsansatz
32 und gebenenfalls auch der zweite Erweiterungsansatz 34 in einem geeigneten Werkzeug
in Richtung der eingezeichneten Pfeile 44 hochgebogen. Ferner wird der Fersenabschnitt
40 über die Abwinkelung 42 nach unten verkröpft.
[0021] Es ist zudem besonders vorteilhaft, wenn die Zwischensohle 30 bezüglich ihrer Flächenform
- abgesehen von dem/den Erweiterungsansatz/-ansätzen - zumindest annähernd mit der
Brandsohle 8 übereinstimmt bzw. kongruent ist. Dies ist in Fig. 7 beispielhaft anhand
der Breite B veranschaulicht. Durch diese Maßnahme ergibt sich eine optimale Schutzfunktion
der Zwischensohle 30 durch Maximierung ihrer wirksamen Schutzfläche.
[0022] In den Fig. 7 und 8 ist jeweils zusätzlich ein Leisten 46 veranschaulicht, der während
der Herstellung des Sicherheitsschuhs 1 Verwendung findet. Ferner sind ein Schaft
48 des Schuhs sowie in Fig. 1 im Absatzbereich ein Dämpfungselement 40 zu erkennen,
was insbesondere in Kombination mit dem abgewinkelten Fersenabschnitt 40 der Zwischensohle
30 zu sehr guten Trageeigenschaften, vor allem zu einem ermüdungsfreien Gehen, führt.
[0023] Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten und beschriebenen Ausführungsbeispiele
beschränkt, sondern umfaßt auch alle im Sinne der Erfindung gleichwirkenden Ausführungen.
Ferner ist die Erfindung bislang auch noch nicht auf die im Anspruch 1 definierte
Merkmalskombination beschränkt, sondern kann auch durch jede beliebige andere Kombination
von bestimmten Merkmalen aller insgesamt offenbarten Einzelmerkmalen definiert sein.
Dies bedeutet, daß grundsätzlich praktisch jedes Einzelmerkmal des Anspruchs 1 weggelassen
bzw. durch mindestens ein an anderer Stelle der Anmeldung offenbartes Einzelmerkmal
ersetzt werden kann. Insofern ist der Anspruch 1 lediglich als ein erster Formulierungsversuch
für eine Erfindung zu verstehen.
1. Sohle für Sicherheitsschuhe, insbesondere nach DIN 4843 bzw. EN 344, mit einer durchtrittssicheren
Einlage in Form einer insbesondere in eine Laufsohle (6) eingebetteten Stahl-Zwischensohle
(30),
dadurch gekennzeichnet, daß die Zwischensohle (30) ausgehend von ihrer an die Kontur der Laufsohle (6) bzw.
an die Kontur einer Brandsohle (8) angepaßten Flächenform zumindest im Bereich des
Innenfußgewölbes einen in einem stumpfen Winkel (α) schräg nach oben abgewinkelten
Erweiterungsansatz (32) aufweist.
2. Sohle nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Zwischensohle (30) auch im Bereich des Außenfußgewölbes einen in einem stumpfen
Winkel (β) schräg nach oben abgewinkelten Erweiterungsansatz (34) aufweist.
3. Sohle nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß der innere Erweiterungsansatz (32) und/oder der äußere Erweiterungsansatz (34)
in Anpassung an das jeweilige innere bzw. äußere Fußgewölbe gewölbt ausgebildet sind/ist
und dabei vorzugsweise einen konvex bogenförmigen Außenrand (36) aufweisen/aufweist.
4. Sohle nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die Zwischensohle (30) einen gegenüber dem Mittelfußbereich (38) in Richtung
einer Profilierung (12) der Laufsohle (6) nach unten versetzten Fersenabschnitt (40)
aufweist.
5. Sohle nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die Zwischensohle (30) bezüglich ihrer Flächenform zumindest annähernd mit einer
Brandsohle (8) übereinstimmt.
6. Sicherheitsschuh insbesondere nach DIN 4843 bzw. EN 344, bestehend aus einem Unterschuh
(4) und einem Oberschuh (2),
gekennzeichnet durch eine Sohle (6, 30) nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5.