[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Einspannen von Werkstücken od. dgl. mit
einer Werkstückhalterung mit zwei an einander gegenüberliegenden Seiten des Werkstücks
angeordneten und gegeneinander verschiebbaren Spannkörpern, wobei der eine Spannkörper
an wenigstens einem, mittels einer Quelle für ein Druckmedium kraftbeaufschlagbaren
Schieber in Einspannrichtung verschiebbar ist und der (die) Schieber über ein Umlenkgetriebe
mit wenigstens einem Gegenschieber in Verbindung steht (stehen), an welchem der andere
Spannkorper in Gegenrichtung des schieberseitigen Spannkorpers verschiebbar ist. Die
Erfindung betrifft insbesondere eine Vorrichtung der genannten Art, an welcher der
Gegenschieber von dem Umlenkgetriebe außerhalb seiner Mittelachse in Verschieberichtung
kraftbeaufschlagt ist.
[0002] Derartige Vorrichtungen werden beispielsweise an Bearbeitungsmaschinen verwendet
und dienen dazu, das zu bearbeitende Werkstück in der Bearbeitungsstellung definiert
zu fixieren. Zum Einspannen des Werkstücks wird der Schieber mit einem daran angebrachten
Spannbacken als Spannkörper kraftbeaufschlagt in Richtung auf das zwischen den Spannkörpern
angeordnete Werkstück verschoben. Über das Umlenkgetriebe mit dem Schieber gekoppelt,
wird dabei der Gegenschieber mit einem Spannbacken ebenfalls in Richtung auf das Werkstück
bewegt. Im Falle einer 1:1 Übersetzung an dem Umlenkgetriebe legen Schieber und Gegenschieber
in Einspannrichtung dieselbe Weglänge zurück, bis sie sich mit ihren vollen und einander
entgegengerichteten Einspannkräften über die Spannbacken an einander gegenüberliegenden
Seiten des Werkstücks abstützen. Dementsprechend wird das Werkstück zwischen den Spannbacken
der Werkstückhalterung selbsttätig zentriert.
[0003] An bekannten Vorrichtungen der oben beschriebenen Gattung wird das Werkstück mittels
einer einzigen Werkstückhalterung mit zwei Spannkörpern in der Einspannlage festgelegt.
Nachteiligerweise ergibt sich dementsprechend an den bekannten Vorrichtungen eine
lediglich einachsige Werkstückzentrierung, nämlich eine Zentrierung in Richtung der
gemeinsamen Bewegungsachse der gegeneinander verschobenen Spannkörper, es sei denn,
eine zusätzliche Zentrierung erfolgt durch die Form der Spannkörper. Des weiteren
ist von Nachteil, daß an den bekannten Vorrichtungen lediglich zwei Einspann- bzw.
Haltekräfte über den Umfang des Werkstücks in dieses eingeleitet werden. Infolge der
genannten Nachteile besteht an den bekannten Vorrichtungen zum Einspannen von Werkstücken
die Gefahr einer ungenauen Werkstückzentrierung insbesondere unter der Einwirkung
der mit der Werkstückbearbeitung verbundenen Werkstückbelastungen.
[0004] An bekannten Vorrichtungen, an welchen der Gegenschieber von dem Umlenkgetriebe außerhalb
seiner Mittelachse in Verschieberichtung kraftbeaufschlagt ist, wird diese Gefahr
durch die exzentrische Einleitung der Einspannkraft in den Gegenschieber noch vergrößert.
Die außerhalb der Mittelachse eingeleitete Kraft bewirkt an dem Gegenschieber nämlich
ein auf diesen wirkendes Moment, das bestrebt ist, den Gegenschieber gegen seine Mittelachse
zu verschwenken. Insbesondere bei ungenauer Führung des Gegenschiebers bzw. aufgrund
von Verschleiß an der Gegenschieberführung nimmt die Wirkungslinie der von dem Gegenschieber
ausgeübten, das Werkstück zentrierenden Einspannkraft einen undefinierten, sich verändernden
Verlauf. Entsprechende Ungenauigkeiten ergeben sich im Hinblick auf die Zentrierung
des in Einspannlage festgelegten Werkstücks.
[0005] Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Einspannen von
Werkstücken od. dgl. zu schaffen, an der eine gegenüber den bekannten Vorrichtungen
verbesserte bzw. vereinfachte Lagefixierung des eingespannten Werkstücks gewährleistet
ist.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß an einer Vorrichtung der eingangs
erstgenannten Art wenigstens eine weitere Werkstückhalterung vorgesehen ist und daß
die Schieber der verschiedenen Werkstückhalterungen in Parallelschaltung mittels der
Quelle für das Druckmedium kraftbeaufschlagbar sind. Mit der Vermehrung der Werkstückhalterungen
erhöht sich auch die Anzahl der Zentrierachsen sowie die Anzahl der in das Werkstück
an seinem Umfang eingeleiteten Einspannkräfte. Das Werkstück ist in Einspannlage sicher
fixiert und ändert auch unter der mit der Bearbeitung verbundenen Krafteinwirkung
seine einmal eingestellte Lage nicht. Dazu, daß das Werkstück in der Einspannlage
von vornherein exakt zentriert angeordnet ist, dient neben der mehrachsigen Zentrierung
die Kraftbeaufschlagung der Schieber der verschiedenen Werkstückhalterungen in Parallelschaltung.
Infolge der Parallelschaltung werden die Schieber sowie die damit über das jeweilige
Umlenkgetriebe gekoppelten Gegenschieber der verschiedenen Werkstückhalterungen unter
der Wirkung eines einheitlichen Druckes in Einspannrichtung verschoben. Laufen die
Spannkörper an Schieber und Gegenschieber einer Werkstückhalterung auf das einzuspannende
Werkstück auf, während die Spannkörper einer anderen Werkstückhalterung das Werkstück
noch nicht erreicht haben, so entwickeln die an dem Werkstück bereits anliegenden
Spannkörper ihre volle Einspannkraft noch nicht. Aufgrund der beschriebenen Parallelschaltung
und der damit verbundenen Vereinheitlichung des wirksamen Schieberdruckes baut sich
der volle Einspanndruck vielmehr an den Schiebern und Gegenschiebern sämtlicher Werkstückhalterungen
gleichzeitig in dem Moment auf, in dem alle Schieber und Gegenschieber mit den zugehörigen
Spannkörpern an dem Werkstück anliegen und dementsprechend keine weitere Bewegung
in Einspannrichtung möglich ist. Bis zu diesem Zeitpunkt können Schieber und Gegenschieber
einer jeden Werkstückhalterung das Werkstück zwischen sich zentrieren. Schieber und
Gegenschieber anderer Werkstückhalterungen, die das Werkstück in ihrer Zentrierrichtung
bereits in die zentrierte Lage verschoben haben, liegen nahezu drucklos an dem Werkstück
an und behindern dementsprechend eine Verschiebung des Werkstücks in Richtung der
Achse der noch nicht abgeschlossenen Zentrierung nicht. Sie wirken sogar als Führung
für das Werkstück in dieser Richtung. In Anbetracht der beschriebenen Kinematik läßt
sich die erfindungsgemäße Vorrichtung insbesondere zum Einspannen von Werkstücken
verwenden, deren von den Spannkörpern an Schieber und Gegenschieber beaufschlagten
Oberflächenbereiche in Einspannlage in Richtung der Zentrierachsen der verschiedenen
Werkstückhalterungen unterschiedliche Abstände voneinander aufweisen und an denen
Schieber und Gegenschieber der verschiedenen Werkstückhalterungen jeweils unterschiedliche
Weglängen zurückzulegen haben, bis die zugeordneten Spannkörper an dem einzuspannenden
Werkstück zur Anlage kommen.
[0007] Eine bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung zeichnet sich dadurch
aus, daß zwei Werkstückhalterungen mit einander paarweise gegenüber liegenden Spannkörpern
vorgesehen sind, wobei die Einspannrichtungen der Spannkörperpaare einen Winkel, vorzugsweise
einen in etwa rechten Winkel, einschließen. An einer derartigen Vorrichtung werden
die Kräfte zum Einspannen des Werkstücks über in dessen Umfang verteilt eingeleitet.
Infolgedessen ist eine sichere allseitige Abstützung des Werkstückes in Einspannlage
gewährleisten Die Verwendung einer Ausführungsform mit rechtwinklig zueinander verlaufenden
Einspannrichtungen empfiehlt sich insbesondere bei Werkstücken mit rechteckigem Querschnitt.
[0008] Im Interesse einer großflächigen Abstützung des Werkstücks ist in weiterer vorteilhafter
Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, daß an den dem Werkstück zugewandten Seiten
der Spannkörper in ihrer Form an den Querschnitt des Werkstücks angepaßte Formbacken
gehalten sind.
[0009] Sind die Formbacken an den Spannkörpern lösbar gehalten, so läßt sich ein und dieselbe
Vorrichtung zum Einspannen von Werkstücken unterschiedlicher Querschnitte verwenden.
Zum Umrüsten der Vorrichtung sind lediglich die Formbacken auszutauschen. Die Spannkörper
können einstückig mit den Schiebern bzw. Gegenschiebern der Werkstückhalterung ausgebildet
sein.
[0010] Die vorstehend angegebene Aufgabe wird erfindungsgemäß auch dadurch gelöst, daß an
einer Vorrichtung der eingangs genannten Art, an welcher der Gegenschieber von dem
Umlenkgetriebe außerhalb seiner Mittelachse in Verschieberichtung kraftbeaufschlagt
ist, ein bezüglich der Mittelachse des Gegenschiebers zu dem Umlenkgetriebe symmetrisches
Komplementärgetriebe vorgesehen ist, über welches der (die) Schieber mit dem Gegenschieber
in Verbindung steht (stehen). Ebenso wie über das Umlenkgetriebe wird auch über das
Komplementärgetriebe eine außermittige Kraft in Bewegungsrichtung des Gegenschiebers
in diesen eingeleitet. Dementsprechend resultiert auch aus der über das Komplementärgetriebe
in den Gegenschieber eingeleiteten Kraft ein auf diesen wirkendes Drehmoment, welches
bestrebt ist, den Gegenschieber gegen seine Mittelachse zu verschwenken. Aufgrund
der symmetrischen Ausbildung und Anordnung von Umlenkgetriebe und Komplementärgetriebe
sind aber die sich aufgrund der mittels der beiden Getriebe übertragenen Kräfte ergebenden
Drehmomente bei übereinstimmendem Betrag einander entgegengerichtet. Moment und Gegenmoment
heben sich daher in ihrer Wirkung auf, so daß eine Auslenkung des Gegenschiebers aus
seiner Mittelachse vermieden wird. Demzufolge wird das einzuspannende Werkstück über
den Gegenschieber in stets gleichbleibender definierter Richtung kraftbeaufschlagt.
Bei entsprechender Krafteinleitung an dem dem Gegenschieber zugeordneten Schieber
ist sichergestellt, daß das Werkstück in eine einheitliche definierte Einspannlage
zentriert und im Falle miteinander zusammenfallender Wirkungslinien der über Schieber
und Gegenschieber eingeleiteten Einspannkräfte sicher in der Einspannlage fixiert
wird.
[0011] An einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung erfolgt die
symmetrische Kraftbeaufschlagung des Gegenschiebers in Verschieberichtung dadurch,
daß der (die) Schieber mit zwei das Werkstück an einander gegenüber liegenden Seiten
gabelartig übergreifenden Schenkeln verschiebend verbunden ist (sind) und an dem einen
Schenkel über das Umlenkgetriebe und an dem anderen Schenkel über das Komplementärgetriebe
mit dem Gegenschieber in Verbindung steht (stehen).
[0012] In zweckmäßiger Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß das Umlenkgetriebe
sowie das Komplementärgetriebe jeweils einen, um eine quer zu der Verschieberichtung
des (der) Schiebers (Schieber) sowie des Gegenschiebers verlaufende Drehachse drehbaren
zweiarmigen Hebel aufweist, wobei sich die Hebel an dem einen Hebelarm an dem (den)
Schieber(n), gegebenenfalls an den mit dem (den) Schieber(n) verbundenen Schenkeln,
und an dem anderen Hebelarm an dem Gegenschieber abstützen. Die beiden bezüglich der
Mittelachse des Gegenschiebers symmetrisch angeordneten zweiarmigen Hebel ermöglichen
die erforderliche Umlenkung der Bewegung des Schiebers in eine Gegenbewegung des Gegenschiebers
mit konstruktiv einfachen Mitteln.
[0013] Im Interesse einer platzsparenden und robusten Drehlagerung der Hebel von Umlenk-
und Komplementärgetriebe ist an den dem Hebel zugewandten Seiten der mit dem (den)
Schieber(n) verbundenen Schenkel sowie an den diesen gegenüber liegenden Seiten des
Gegenschiebers jeweils eine nutartige Aufnahme vorgesehen, in denen das zugeordnete
Ende des jeweiligen Hebelarms der zweiarmigen Hebel abstützt.
[0014] Zur Verminderung der bei der Drehung der Hebel an den zugeordneten Schenkeln des
Schiebers bzw. an dem Gegenschieber auftretenden Reibung stützen sich in weiterer
vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung die zweiarmigen Hebel über jeweils eine
drehbare Stützrolle an den Enden der Hebelarme in der jeweils zugeordneten Aufnahme
an den mit dem (den) Schieber(n) verbundenen Schenkeln und an dem Gegenschieber ab.
Bei entsprechender konstruktiver Gestaltung der Verbindungen zwischen den Hebeln und
den Stützrollen lassen sich letztere beispielsweise verschleißbedingt problemlos austauschen.
[0015] An einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird die symmetrische
Krafteinleitung in den Gegenschieber dadurch bewerkstelligt, daß der Gegenschieber
sowie die mit dem (den) Schieber(n) verbundenen Schenkel an den einander gegenüber
liegenden Seiten über wenigstens eine Teillänge in Verschieberichtung als Zahnstangen
ausgebildet sind und daß das Umlenkgetriebe sowie das Komplementärgetriebe jeweils
ein, um eine quer zu der Verschieberichtung der Schenkel und des Gegenschiebers verlaufende
Drehachse drehbares Zahnritzel aufweist, welches mit den Zahnstangen an den Schenkeln
sowie an dem Gegenschieber kämmt.
[0016] Eine bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung zeichnet sich dadurch
aus, daß vorstehend beschriebene Maßnahmen sowohl zur symmetrischen Krafteinleitung
in den Gegenschieber als auch zur exakten mehrachsigen Zentrierung und sicheren Abstützung
des Werkstückes in Kombination vorgesehen sind.
[0017] Die Erfindung wird nachfolgend anhand schematischer Darstellungen zu einem Ausführungsbeispiel
näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Schnittdarstellung einer ersten Ausführungsform einer pneumatischen Einspannvorrichtung
mit zwei Spannbackenpaaren,
- Fig. 2
- das Prinzipschaltbild der Einspannvorrichtung nach Fig. 1 und
- Fig. 3
- eine teilgeschnittene Ansicht einer zweiten Ausführungsform einer pneumatischen Einspannvorrichtung
mit zwei Spannbackenpaaren.
[0018] Die in Fig. 1 dargestellte Einspannvorrichtung wird an Laserbearbeitungsmaschinen
eingesetzt und dient dabei der Festlegung der zu bearbeitenden Werkstücke. Die Fixierung
der Werkstücke erfolgt mittels zweier Paare von als Spannbacken ausgebildeten Spannkörpern,
von denen in Fig. 1 Spannbacken 1, 2 im einzelnen dargestellt sind. Die Spannbacken
1, 2 sind in Richtung eines Doppelpfeils 3 relativ zueinander verschiebbar an einem
Gehäuse 4 der Einspannvorrichtung geführt. Die Spannbacken des zweiten, in Fig. 1
nicht gezeigten Spannbackenpaares sind gegenüber den Spannbakken 1, 2 senkrecht zu
der Zeichenebene versetzt sowie um 90° verdreht angeordnet und können relativ zueinander
in Richtung eines Doppelpfeils 5 verschoben werden. Ein Spannbacken 28 des zweiten
Spannbackenpaares ist in Fig. 2 gezeigt. Ein Kreisbogen 6 im Innern der Einspannvorrichtung
markiert deren maximale Öffnungsweite.
[0019] Wie Fig. 1 in Verbindung mit Fig. 2 zu entnehmen ist, ist der Spannbacken 1 mit Schiebern
7a, 7b verschraubt, die als Kolbenstangen pneumatischer Kolben-Zylinder-Einheiten
8a, 8b ausgebildet und mittels doppelt wirkender Kolben 9a, 9b in Pneumatikzylindern
10a, 10b in Richtung des Doppelpfeils 3 verschiebbar sind. Eine in einer Gleitführung
an dem Gehäuse 4 gelagerte Führungsstange 13 dient der Führung des Spannbackens 1
in Verschieberichtung.
[0020] Die Schieber 7a, 7b sind über den Spannbacken 1 mit Schenkeln 11, 12 verbunden, die
den Innenraum der Einspannvorrichtung gabelartig übergreifen. Die Schenkel 11, 12
sind über Gleitlager an dem Gehäuse 4 geführt und weisen an ihren dem Spannbacken
1 abgewandten Enden nutartige Aufnahme 14, 15 auf. In den nutartigen Aufnahmen 14,
15 stützen sich zweiarmige Hebel 16, 17 über Stützrollen 18, 19 ab. Die zweiarmigen
Hebel 16, 17 sind um Drehachsen 20, 21 schwenkbar mit dem Gehäuse 4 der Einspannvorrichtung
verbunden. An ihren den Schenkeln 11, 12 abgewandten Enden greifen die zweiarmigen
Hebel 16, 17 über Stützrollen 22, 23 in nutartige Aufnahmen in Form von Gabelstücken
24, 25 ein. Die Gabelstücke 24, 25 sind verschiebesicher an einem Gegenschieber 26
festgelegt, der an dem Gehäuse 4 der Einspannvorrichtung in Richtung des Doppelpfeils
3 verschiebbar geführt ist und an einem dem Spannbacken 1 zugewandten Ende den Spannbacken
2 trägt. Eine Mittelachse 27 des Gegenschiebers 26 ist in Fig. 1 strichpunktiert angedeutet.
Die Mittelachse 27 des Gegenschiebers 26 fällt mit der Symmetrieachse der Schieber
7a, 7b zusammen. Die zweiarmigen Hebel 16, 17 bilden die wesentlichen Bestandteile
eines Umlenkgetriebes sowie eines dazu bezüglich der Mittelachse 27 des Gegenschiebers
26 symmetrischen Komplementärgetriebes.
[0021] Der Gegenschieber 26 bildet gemeinsam mit den Schiebern 7a, 7b, den Spannbacken 1,
2 und den vorstehend genannten Getriebeelementen eine Werkstückhalterung für das zu
bearbeitende Werkstück. Eine zweite Werkstückhalterung der dargestellten Einspannvorrichtung
umfaßt das in Fig. 1 nicht dargestellte Spannbackenpaar mit den gegenüber den gezeigten
Spannbacken 1, 2 versetzten Spannbacken und ist entsprechend der vorstehend beschriebenen
Werkstückhalterung aufgebaut. Als Bestandteile der zweiten Werkstückhalterung sind
Fig. 2 zu entnehmen der Spannbacken 28, als Kolbenstangen ausgebildete Schieber 29a,
29b an doppeltwirkenden Kolben 30a, 30b sowie Pneumatikzylinder 31a, 31b, pneumatischer
Kolben-Zylinder-Einheiten 32a, 32b. In Fig. 1 mit unterbrochenen Linien angedeutet
sind zweiarmige Hebel 33, 34 der zweiten Werkstückhalterung.
[0022] Wie Fig. 2 zeigt, sind die Pneumatikzylinder 10a, 10b, 31a, 31b über ein Schaltventil
35 in Parallelschaltung mit einer nicht dargestellten pneumatischen Druckquelle verbunden.
Das Schaltventil 35 ist in zwei Schaltstellungen I, II schaltbar. In der in Fig. 2
dargestellten Schaltstellung I des Schaltventils 35 ist die Einspannvorrichtung geöffnet.
[0023] Soll nun ein Werkstück mittels der Einspannvorrichtung festgelegt werden, so ist
es zunächst in das Innere der Einspannvorrichtung einzuschieben. Anschließend wird
das Schaltventil 35 aus der in Fig. 2 gezeigten Schaltstellung I in die Schaltstellung
II umgeschaltet. In dieser Schaltstellung werden die doppeltwirkenden Kolben 9a, 9b,
30a, 30b der Kolben-Zylinder-Einheiten 8a, 8b, 32a, 32b an ihren den Spannbacken 1,
28 abgewandten Kolbenflächen druckbeaufschlagt. Unter der Wirkung der Druckbeaufschlagung
verschieben sich die Schieber 7a, 7b bzw. die Schieber 29a, 29b in Richtung auf das
Zentrum der Einspannvorrichtung.
[0024] Die Verschiebebewegung der Schieber 7a, 7b wird über die Schenkel 11, 12 und die
an diesen abgestützten zweiarmigen Hebel 16, 17 in eine der Bewegung der Schieber
7a, 7b entgegengerichtete Bewegung des Gegenschiebers 26 umgesetzt. Eine entsprechende
Kinematik ergibt sich aufgrund der Verschiebung der Schieber 31a, 31b für den diesen
zugeordneten, nicht dargestellten Gegenschieber.
[0025] Aufgrund der symmetrischen Anordnung der Schieber 7a, 7b bezüglich der durch die
Führungsstange 13 verlaufenden Mittelachse sowie aufgrund der bezüglich der Mittelachse
27 symmetrischen Beaufschlagung des Gegenschiebers 26 durch die zweiarmigen Hebel
16, 17 ergibt sich eine exakte Parallelführung der Spannbacken 1, 2 in ihrer Verschieberichtung.
Entsprechendes gilt für den Spannbacken 28 sowie den diesem gegenüberliegenden Spannbacken.
[0026] Soll mittels der Einspannvorrichtung beispielsweise ein im Querschnitt rechteckiges
Profil eingespannt werden, wie es in Fig. 1 gestrichelt angedeutet ist, so laufen
zunächst die Spannbacken 1, 2 an den diesen zugewandten Flächen auf das Werkstück
auf. Aufgrund der Kopplung der Verschiebebewegungen der beiden Spannbakken 1, 2 und
der 1:1 Übersetzung bei der Übertragung der Verschiebebewegung der Schieber 7a, 7b
auf den Gegenschieber 26 wird das Werkstück durch die Spannbacken 1, 2 in Richtung
ihrer gemeinsamen Bewegungsachse zentriert.
[0027] Nachdem die Spannbacken 1, 2 bereits an dem einzuspannenden Werkstück anliegen, laufen
der Spannbacken 28 sowie der damit gekoppelt verschobene Spannbacken auf die diesen
zugeordneten Flächen des Werkstücks auf. Die versetzte Anordnung der Spannbackenpaare
senkrecht zu der Zeichenebene nach Fig. 1 ermöglicht es, daß die Spannbacken ohne
einander bei der Verschiebebewegung gegenseitig zu behindern an dem Werkstück zur
Anlage kommen. Aufgrund der Parallelschaltung der Schieber 7a, 7b; 29a, 29b liegen
die Spannbacken 1, 2 an dem Werkstück zunächst nahezu druckfrei an. Dementsprechend
kann das Werkstück trotz der anliegenden Spannbacken 1, 2 durch den Spannbacken 28
und den mit diesem gekoppelten Spannbacken in Richtung deren Bewegungsachse ebenfalls
zentriert werden. Der volle Einspanndruck baut sich an sämtlichen Spannbakken in demjenigen
Moment auf, in dem die Zentrierung in Richtung beider Bewegungsachsen, nämlich sowohl
in Richtung der Bewegungsachse der Spannbacken 1, 2 als auch in Richtung der gemeinsamen
Bewegungsachse des Spannbackens 28 und des diesem zugeordneten Spannbackens, abgeschlossen
ist. In Einspannlage wird das in Fig. 1 gestrichelt dargestellte Rechteckprofil symmetrisch
zum Zentrum der Einspannvorrichtung gehalten.
[0028] Insbesondere zum Einspannen von Werkstücken, deren Querschnitt von der Rechteckform
abweicht, wird die in Fig. 3 dargestellte Ausführungsform einer Einspannvorrichtung
verwendet. In diesem Fall sind auf die Spannbacken 1, 2 des ersten Spannbackenpaares
ebenso wie auf den nicht dargestellten Spannbacken des gegenüber dem ersten Spannbackenpaar
um 90° gedreht angeordneten zweiten Spannbackenpaares Formbacken in Form von Druckstücken
36, 37, 38, 39 aufgeschraubt. Die Druckstücke 36, 37, 38, 39 sind an den Querschnitt
des einzuspannenden Werkstücks angepaßt. Beispielsweise zum Einspannen von U-Profilen
werden die Druckstücke 36, 37, 38, 39, wie in Fig. 3 gezeigt, derart ausgebildet,
daß eine großflächige Abstützung der jeweils zugeordneten Fläche des Profils gewährleistet
ist. Bei einer Formgebung gemäß Fig. 3 können die Druckstücke 36, 37; 38, 39 sowie
die zugeordneten Spannbakkenpaare in ein und derselben Ebene parallel zu der Zeichenebene
gemäß Fig. 3 angeordnet werden.
1. Vorrichtung zum Einspannen von Werkstücken od. dgl. mit einer Werkstückhalterung mit
zwei an einander gegenüberliegenden Seiten des Werkstücks angeordneten und gegeneinander
verschiebbaren Spannkörpern (1, 2, 28), wobei der eine Spannkörper (1, 28) an wenigstens
einem, mittels einer Quelle für ein Druckmedium kraftbeaufschlagbaren Schieber (7a,
7b, 29a, 29b) in Einspannrichtung verschiebbar ist und der (die) Schieber (7a, 7b,
29a, 29b) über ein Umlenkgetriebe mit wenigstens einem Gegenschieber (26) in Verbindung
steht (stehen), an welchem der andere Spannkörper (2) in Gegenrichtung des schieberseitigen
Spannkörpers (1) verschiebbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens eine weitere
Werkstückhalterung vorgesehen ist und daß die Schieber (7a, 7b, 29a, 29b) der verschiedenen
Werkstückhalterungen in Parallelschaltung mittels der Quelle für das Druckmedium kraftbeaufschlagbar
sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwei Werkstückhalterungen
mit einander paarweise gegenüber liegenden Spannkörpern (1, 2; 28) vorgesehen sind,
wobei die Einspannrichtungen der Spannkörperpaare (1, 2; 28) einen Winkel, vorzugsweise
einen in etwa rechten Winkel, einschließen.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß an den dem Werkstück
zugewandten Seiten der Spannkörper (1, 2, 28) in ihrer Form an den Querschnitt des
Werkstücks angepaßte Formbacken (36, 37, 38, 39) gehalten sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Formbacken (36, 37, 38,
39) an den Spannkörpern (1, 2, 28) lösbar gehalten sind.
5. Vorrichtung nach dem Oberbegriff von Anspruch 1, an welcher der Gegenschieber (26)
von dem Umlenkgetriebe außerhalb seiner Mittelachse (27) in Verschieberichtung kraftbeaufschlagt
ist, dadurch gekennzeichnet, daß ein bezüglich der Mittelachse (27) des Gegenschiebers
(26) zu dem Umlenkgetriebe symmetrisches Komplementärgetriebe vorgesehen ist, über
welches der (die) Schieber (7a, 7b, 29a, 29b) mit dem Gegenschieber (26) in Verbindung
steht (stehen).
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der (die) Schieber (7a, 7b,
29a, 29b) mit zwei das Werkstück an einander gegenüber liegenden Seiten gabelartig
übergreifenden Schenkeln (11, 12) verschiebend verbunden ist (sind) und an dem einen
Schenkel (11, 12) über das Umlenkgetriebe und an dem anderen Schenkel (11, 12) über
das Komplementärgetriebe mit dem Gegenschieber (26) in Verbindung steht (stehen).
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Umlenkgetriebe sowie
das Komplementärgetriebe jeweils einen, um eine quer zu der Verschieberichtung des
(der) Schiebers (Schieber) (7a, 7b, 29a, 29b) sowie des Gegenschiebers (26) verlaufende
Drehachse (20, 21) drehbaren zweiarmigen Hebel (16, 17) aufweist, wobei die Hebel
(16, 17) an dem einen Hebelarm an dem (den) Schieber(n) (7a, 7b, 29a, 29), gegebenenfalls
an den mit dem (den) Schieber(n) (7a, 7b, 29a, 29b) verbundenen Schenkeln (11, 12),
und an dem anderen Hebelarm an dem Gegenschieber (26) abstützen.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß an den dem Hebel (16, 17)
zugewandten Seiten der mit dem (den) Schieber(n) (7a, 7b, 29a, 29b) verbundenen Schenkel
(11, 12) sowie an den diesen gegenüber liegenden Seiten des Gegenschiebers (26) jeweils
eine nutartige Aufnahme (14, 15, 24, 25) vorgesehen ist, in denen sich das zugeordnete
Ende des jeweiligen Hebelarms der zweiarmigen Hebel (16, 17) abstützt.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß sich die zweiarmigen
Hebel (16, 17) über jeweils eine drehbare Stützrolle (18, 19, 22, 23) an den Enden
der Hebelarme in der jeweils zugeordneten Aufnahme (14, 15, 24, 25) an den mit dem
(den) Schieber(n) (7a, 7b, 29a, 29b) verbundenen Schenkeln (11, 12) und an dem Gegenschieber
(26) abstützen.
10. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Gegenschieber (26) sowie
die mit dem (den) Schieber(n) (7a, 7b, 29a, 29b) verbundenen Schenkel (11, 12) an
den einander gegenüber liegenden Seiten über wenigstens eine Teillänge in Verschieberichtung
als Zahnstangen ausgebildet sind und daß das Umlenkgetriebe sowie das Komplementärgetriebe
jeweils ein, um eine quer zu der Verschieberichtung der Schenkel (11, 12) und des
Gegenschiebers (26) verlaufende Drehachse drehbares Zahnritzel aufweist, welches mit
den Zahnstangen an den Schenkeln (11, 12) sowie an dem Gegenschieber (26) kämmt.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 10, gekennzeichnet durch die kennzeichnenden
Merkmale wenigstens eines der Ansprüche 1 bis 4.