[0001] Die Erfindung betrifft eine Einpreß-Federleiste zum Einpressen in Bohrungen einer
Leiterplatte, mit jeweils aus einem Blechstreifen hergestellten Kontaktfedern, die
jeweils aus einem Kontaktteil, einem Befestigungsabschnitt und einem Anschlußbereich
mit einem Einpreßteil bestehen, und mit einem zweiteiligen Isolierstoffkörper, in
dem die Kontaktfedern in mindestens einer Reihe jeweils einzeln in Kammern angeordnet
und derart befestigt sind, daß die Einpreßteile aus dem unteren Isolierstoffkörperteil
hervorstehen.
[0002] Das Einpressen derartiger Federleisten in die Bohrungen einer Leiterplatte geschah
bisher in der Weise, daß kontaktteilseitig, ähnlich wie beim Steckverbinden der Federleiste
mit einer Messerleiste, jeweils gleichzeitig ein Druckstift von oben in jeden Federkontakt
und damit in den Isolierstoffkörper eingesteckt und anschließend Druck ausgeübt wurde.
Die bisherige Einpreßtechnik ist problematisch, da die unveredelten Druckstifte beim
Einpreßen in Berührung mit den Kontaktfedern, insbesondere mit deren Federkuppen,
gelangen, wobei eine Beschädigung aufgrund der Einpreßkraft, die für eine zuverlässige
Kontaktierung bis zu 120N betragen kann, nicht auszuschließen ist. Da hochpolige Federleisten
weit überwiegen, sehen die zum Einpressen benötigten Einpreßdruckstücke jeweils etwa
wie ein Nagelbrett aus. Bei diesen Einpreßdruckstücken handelt es sich, unabhängig
davon, ob diese in Handpressen oder in Einpreßautomaten eingesetzt werden, angesichts
der notwendigen Präzision und der Vielzahl an Typen, die ja jeweils pro Polzahl benötigt
werden, um aufwendige und kostenintensive Werkzeuge.
[0003] In der nicht zum Stand der Technik gehörenden älteren deutschen Patentanmeldung mit
dem Aktenzeichen P 43 29 151.1 ist bereits eine mit einem flachen Stempel einpreßbare
Federleiste beschrieben. Die dortige Konstruktion, bei der ein zentrales inneres Isolierstoffkörperteil
zu beiden Seiten hin mit Nasen versehen ist, die jeweils in eine im Befestigungsabschnitt
der Kontaktfedern vorgesehene Ausnehmung eingreifen, ist jedoch hauptsächlich für
Federleisten mit zweireihiger Anordnung der Kontaktfedern geeignet.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Einpreß-Federleiste der eingangs
genannten Art zu schaffen, die mit einem flachen Stempel einpreßbar ist und die insbesondere
auch für dreireihig angeordnete Kontaktfedern geeignet ist.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Kontaktfedern im Anschlußbereich
jeweils zwei Einpreßschultern aufweisen, und daß jeweils der Anschlußbereich mit einem
festen Winkel zum restlichen Teil der Kontaktfeder derart tordiert ist, daß die Einpreßschultern
mit im unteren Isolierstoffkörperteil ausgebildeten Einpreßflächen Zusammenwirken.
[0006] Weiterbildungen der Erfindung sind in Unteransprüchen gekennzeichnet.
[0007] Die Erfindung wird im folgenden anhand der einzigen Figur der Zeichnung, die im linken
Teil eine Ansicht auf die Längsseite der Federleiste und, im rechten Teil, eine Ansicht
auf die gleiche Federleiste von der Stirnseite her, jeweils im Schnitt, zeigt, noch
näher erläutert.
[0008] In der Figur ist ein Isolierstoffkörper, bestehend aus einem unteren 1 und einem
oberen (2) Isolierstoffkörperteil, dargestellt, in dem, dreireihig nebeneinander,
Kontaktkammern 7 für die Aufnahme von Kontaktfedern vorgesehen sind. Die Kontaktfedern
bestehen jeweils aus einem Kontaktteil 3, einem Befestigungsabschnitt 4 und einem
Anschlußbereich mit einem Einpreßteil 6. Erkennbar in der Figur sind auch der Torsionsbereich
5 und die Einpreßschultern 8 und 9 im Anschlußbereich jeder Kontaktfeder, die jeweils
mit im unteren 1 Isolierstoffkörperteil ausgebildeten Einpreßflächen 10 und 11 zusammenwirken.
[0009] Beim Einpressen von Steckverbindern mit Einpreßanschlüssen in Leiterplatten stehen
dem wünschenswerten Übergang zu einer Einpreßtechnik "über Kunststoff", also dem Einpressen
mittels eines flachen Stempels, der oben auf den Isolierstoffkörper des Steckverbinders
gedrückt wird, vor allem Schwierigkeiten bei der Übertragung der Einpreßkraft vom
Isolierstoffkörper auf die Kontaktfedern entgegen. Es werden relativ große Einpreßschultern
benötigt, um ausreichend Oberfläche zur Übertragung der Einpreßkraft zur Verfügung
stellen zu können. Die großen Einpreßschultern wiederum bedingen eine Minimalisierung
der Kontaktkammer, damit der Platzbedarf insgesamt konstant bleibt. Die Kontaktfedern
mit derartigen Einpreßschultern können jedoch nicht mehr ohne weiteres in den Isolierstoffkörper
bestückt werden, da die Einpreßschultern unten an die Wände der Kontaktkammer anstoßen.
[0010] Der große Vorteil der vorliegenden Erfindung besteht deshalb darin, daß die noch
nicht tordierten Kontaktfedern in Einpreßrichtung von der dem oberen 2 Isolierstoffkörperteil
zugewandten Seite des unteren 1 Isolierstoffkörperteils her in dieses bestückbar sind.
[0011] Die Anschlußbereiche können dabei vorteilhaft mit einem Winkel von jeweils etwa 75-105°
tordiert sein. Vorteilhaft für die Verformung der Kontaktfedern ist es, wenn diese
im Torsionsbereich 5 eine schmäler ausgeführte Stelle aufweisen.
[0012] Beim Bestückungsvorgang werden zunächst die Kontaktfedern in Einpreßrichtung, also
von oben her, in die obere Seite des unteren 1 Isolierstoffkörperteils bestückt. Anschließend
wird das obere 2 Isolierstoffkörperteil aufgesetzt und verrastet.
1. Einpreß-Federleiste zum Einpressen in Bohrungen einer Leiterplatte,
- mit jeweils aus einem Blechstreifen hergestellten Kontaktfedern, die jeweils aus
einem Kontaktteil (3), einem Befestigungsabschnitt (4) und einem Anschlußbereich mit
einem Einpreßteil (6) bestehen,
- und mit einem zweiteiligen Isolierstoffkörper (1, 2), in dem die Kontaktfedern in
mindestens einer Reihe jeweils einzeln in Kammern (7) angeordnet und derart befestigt
sind, daß die Einpreßteile (6) aus dem unteren (1) Isolierstoffkörperteil hervorstehen,
dadurch gekennzeichnet,
- daß die Kontaktfedern im Anschlußbereich jeweils zwei Einpreßschultern (8, 9) aufweisen,
und daß jeweils der Anschlußbereich mit einem festen Winkel zum restlichen Teil der
Kontaktfeder derart tordiert ist, daß die Einpreßschultern (8, 9) mit im unteren (1)
Isolierstoffkörperteil ausgebildeten Einpreßflächen (10, 11) zusammenwirken.
2. Einpreß-Federleiste nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Anschlußbereiche mit einem Winkel von jeweils etwa 75 bis 105° tordiert sind.
3. Einpreß-Federleiste nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kontaktfedern im Torsionsbereich (5) eine schmäler ausgeführte Stelle aufweisen.
4. Einpreß-Federleiste nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die untordierten Kontaktfedern in Einpreßrichtung von der dem oberen (2) Isolierstoffkörperteil
zugewandten Seite des unteren (1) Isolierstoffkörperteils her in dieses bestückbar
sind.
5. Einpreß-Federleiste nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
gekennzeichnet durch
die Anwendung bei einem Steckverbinder.