Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung und das Verfahren zur induktiven Erwärmung
insbesondere zur Aushärtung und Trocknung von imprägnierten Wicklungen elektrischer
Maschinen mit konzentrierter oder verteilter Wicklung in der Elektrotechnik.
Stand der Technik
[0002] In der Elektrotechnik bei der Fertigung von hochausgelegten elektrischen Maschinen
ist ein wesentliches Problem die Auslegung und Herstellung der gesamten Isolationssysteme.
Das Isolationssystem bestimmt die Belastbarkeit und die Lebensdauer der Erzeugnisse.
Gefordert werden hohe mechanische, elektrische und thermische Eigenschaften der Isolation
der Wicklungen. Dies kann nur erreicht werden, durch die Kombination verschiedener
Isolierstoffe und Reaktionsharzen, wie z.B. Epoxidharzen oder Silikonharzen. Diese
Isolierungen bedingen einen Ausschluß von Lufteinschlüssen.
[0003] Damit alle freien Zwischenräume zwischen Blechpaket und Wicklungswerkstoff einerseits
und Wicklungswerkstoff und Nutbefestigung andererseits ausgefüllt und in der Regel
die mehreren Lagen Isolierbänder durchtränkt werden, ist es notwendig die Viskosität
der Reaktionsharze so niedrig wie möglich zu wählen.
[0004] Um die schädlichen Lufteinschlüsse zu vermeiden, werden heute weitestgehend Vakuum-Druck-Imprägnierverfahren
gewählt. In aufwendigen Imprägnieranlagen wird zunächst die vorhandene Luft weitgehend
evakuiert, um dann mit Überdruck das Imprägnierharz in die freien Zwischenräume der
Nuten einzubringen. Nach der Imprägnierung werden die getränkten elektrischen Maschinen
in speziellen Öfen getrocknet und ausgehärtet. Die nötige Reaktionswärme wirkt dabei
von außen auf die Isolation in den Nuten der Blechpakete ein. Das bedeutet, der mit
der Gelierung einsetzende Aushärtungsprozeß beginnt in den Außenzonen und setzt sich
nach innen weiter fort. Bei den hochreaktiven und schnell gelierenden Tränkharzen
führt dies zu beträchtlichen inneren Spannungen und zu Gas- und Schrumpflunkern.
[0005] Außerdem vergeht eine relativ lange Zeit, bis der Wärmeeintrag von außen so weit
erfolgt ist, daß der Gelierungsprozeß beginnt.
[0006] Das dünnflüssige Harz läuft bis zum Gelierungsprozeß teilweise wieder aus. Deshalb
kann die Viskosität bestimmte Grenzwerte nicht unterschreiten, was jedoch das Eindringen
des Reaktionsharzes in alle freien Zwischenräume wieder erschwert.
[0007] Zur Verhinderung des Auslaufens werden zusätzlich Katalisatoren als Beschleuniger
für den Gelierprozeß eingesetzt. Der gesamte Tränk- und Aushärteprozeß ist sehr zeit-
und energieaufwendig.
[0008] Durch die lange Trocknungszeit verdampfen die in den Reaktionsharzen noch vorhandenen
umweltschädlichen Lösungsmittel und bilden im Inneren des gelierenden Reaktionsharzes
nicht gewünschte kleinste Gaslunker.
[0009] Aus der DE 33 23 154 ist ein Verfahren zur Imprägnierung und Einbettung von elektrischen
Wicklungen bekannt, die diese Nachteile teilweise vermeidet. Dabei werden das Reaktionsharz
und die Wicklungen zunächst getrocknet und dann wird mit Hilfe eines Vakuum-Druck-Verfahrens
imprägniert bzw. vergossen. Die Trocknung und Entgasung wird in Öfen durch Stromwärme
im elektrischen Leiter der Wicklung unterstützt. Die damit erzielbaren Temperaturen
betragen bis zu 140 °C. Anschließend erfolgt eine weitere Aushärtung in normalen Trocknungsöfen
bei höheren Temperaturen.
Kritik des Standes der Technik
[0010] Diesem Verfahren haftet der Nachteil an, daß der Zeitraum für die Erwärmung noch
relativ lang ist und eine weitere Aushärtung in normalen Trocknungsöfen erforderlich
ist.
Problem
[0011] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung und ein Verfahren zur
induktiven Erwärmung von getränkten bzw. nicht getränkten elektrischen Baugruppen
elektrischer Maschinen zu schaffen, die in einem kurzem Zeitraum einen hohen Wärmeeintrag
ermöglicht, den Wirkungsgrad der Wärmeerzeugung verbessert und die Wärmequellen im
und unmittelbar und an der optimalen Stelle konzentriert und damit die Erwärmung des
Bauteiles vereinfacht und sowohl eine Harzsicherung als auch vollständige Aushärtung
ermöglicht.
Erzielbare Vorteile
[0012] Mit der Erfindung des thermischen Rohres wirken die primäre und sekundäre Wärmequelle
unmittelbar auf das auszuhärtende Bauteil.
[0013] Die Vorteile ergeben sich somit durch die direkte Wärmestrahlung am richtigen Ort
und der damit gegebenen optimalen Luftführung für den konvektiven Wärmeeintrag in
die jeweilige Baugruppe und in einer optimalen Wärmeleitung innerhalb der zu erwärmenden
Baugruppe. Damit ergeben sich die Vorteile einer Vergleichmäßigung der Temperaturen,
einer Verkürzung der Aushärtezeit und eines verbesserten thermischen Wirkungsgrades.
[0014] Mit der sogenannten Harzsicherung wird eine erste Hautbildung des Harzes erreicht
und damit eine Harzbindung nach dem Tränken optimiert. Weiterhin kann mit dem thermischen
Rohr die vollständige Aushärtung vorgenommen werden. Eine weitere Steigerung der Qualität
ist damit gegeben.
Weitere Ausgestaltung der Erfindung
[0015] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Ansprüchen 2 bis 10 angegeben.
Die Weiterbildungen nach Anspruch 2 stellt einen Sonderfall dar, bei dem der magnetische
Rückschluß wegfällt. Die Weiterbildungen nach Anspruch 3, 4, 7 und 8 dienen zur besseren
Anpassung des thermischen Rohres an die unterschiedlichen Durchmesser der Primärkreise.
Die Weiterbildungen nach Anspruch 5 und 6 dienen zur guten elektrischen Verbindung
der Kreissegmente des thermischen Rohres. Eine Weiterbildung, bei der der Primärkreis
und Sekundärkreis miteinander vertauscht sind, ist in Anspruch 9 beschrieben. Mit
der Weiterbildung des Anspruches 10 wird die thermische Wirkung der Einrichtung verstärkt.
Das Verfahren unter Nutzung der erfindungemäßen Einrichtung ist im Anspruch 11 beschrieben.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele und der Verfahrensschritte
[0016] Ein Ausführungsbeispiel ist in der Zeichnung dargestellt und wird im folgenden näher
beschrieben.
[0017] Es zeigen
Fig. 1 die schematisierte Darstellung des Primärkreises und des Sekundärkreis als
thermisches Rohr und
Fig. 2 die schematisierte Darstellung des thermischen Rohres mit paarweisen Kreissegmenten
innerhalb des Primärkreises.
[0018] Die erfindungsgemäße Einrichtung dient zum Trocknen und Aushärten von mit Tränklack
oder Harzen imprägnierten Baugruppen elektrischer Maschinen insbesondere von Primärkreisen
1. Als Sekundärkreis 2 wird ein Verbundblechrohr 2, weiterhin als thermisches Rohr
2 bezeichnet, verwendet. Das thermische Rohr 2 besteht aus einem inneren Rohr 3 mit
ferromagnetischen Eigenschaften, im Ausführungsbeispiel vorzugsweise aus einem ca.
3 mm dicken Eisenrohr. Das äußere Rohr 4 besteht aus einem nichtferromagnetischen
aber elektrisch gut leitenden Material, im Ausführungsbeispiel vorzugsweise aus einem
1 mm dicken Kupferrohr. Im äußeren Rohr 4, welches zum Primärkreis 1 näher liegt,
wird durch die wechselnde Feldeinwirkung des Primärkreises 1 über damit im Zusammenhang
entstehende Wirbelströme Wärme erzeugt. Am Primärkreis 1 wird dazu eine Wechselspannung
< 0,4 U
N angelegt, die in der Wicklung des Primärkreises 1 ebenfalls Wärme erzeugt. Das thermische
Rohr 2 stellt die sekundäre Wärmequelle und die Wicklung des Primärkreises 1 stellt
die primäre Wärmequelle dar. Die Wechselspannung kann eine Frequenz von 50 Hz besitzen,
andere Frequenzen sind jedoch auch denkbar. Der Spannungsanschluß erfolgt im Ausführungsbeispiel
bei Drehstromständern dreiphasig, kann aber auch andersphasig, z.B. zweiphasig bei
zeitlichem Wechsel der Phasenanschlüsse erfolgen. Die Wechselspannung erzeugt in der
Ständerwicklung ein Drehfeld oder bei Anschluß < 3-Phasen ein Wechselfeld in der Ständerbohrung.
Das Dreh- oder Wechselfeld durchsetzt das in der Ständerbohrung feststehende thermische
Rohr 2. Der Eisenanteil des inneren Rohres 3 konzentriert den magnetischen Rückschluß
des Feldes bei gleichzeitiger Verstärkung des Flusses und trägt, wenn auch im geringeren
Umfang als das äußere Rohr 4, ebenfalls über die Wirkung der Wirbelströme zur Wärmegewinnung
bei. Das thermische Rohr stellt somit die Hauptwärmequelle für den Prozeß dar. Die
Endtemperatur sowie die Zeitkonstante des Temperaturverlaufes im thermischen Rohr
2 können sowohl über die Ständerspannung (Primärkreisspannung), deren Frequenz als
auch über den Luftspalt 5 zwischen thermischem Rohr 2 und Primärkreis 1 eingestellt
werden. Die Sicherung einer schnellen und gleichmäßigen Erwärmung der Baugruppe bei
sofortiger Erwärmung des Harzes in der Hauptisolierung bedingt einen Ständerstrom
gleich bzw. größer dem Nennstrom und eine schnelle Erwärmung des thermischen Rohres
2 auf die maximal zulässige Temperatur. Die gleichmäßige Erwärmung im Trocken- und
Aushärteprozeß bedingt einen Luftspalt 5 von ca. 20 mm bis 70 mm.
[0019] Die Anpassung des thermischen Rohres 2 an unterschiedliche Verfahrensparameter und
der universelle Einsatz dieses über mehrere Primärkreisgrößen hinweg, wurde erfindungsgemäß
dadurch gelöst, daß das thermische Rohr 2 aus mindestens zwei oder mehreren Kreissegmenten
6 besteht. Die Konstruktion des thermischen Rohres 2 im Ausführungsbeispiel umfaßt
vier Kreissegmente 6, wobei jeweils zwei Kreissegmente 6 über Scharniere 7 paarweise
verbunden sind. Die Länge des thermischen Rohres 2 entspricht im Minimum der größten
Blechpaketlänge eines Primärkreises 1. Die Arretierung des thermischen Rohres 2 zur
Primärkreisinnenbohrung erfolgt mittels eines Adapters unter Nutzung des Anstelldruckes
durch die Wärmeausdehnung des thermischen Rohres 2 oder durch ein Kreuz 9 mit Langlöchern
vorzugsweise über den Zentrierrand des Primärkreises 1. Die Kreissegmente 6 des thermischen
Rohres 2 sind vorzugsweise durch flexible, elektrische Leiter 8 verbunden und können
sich überlappen. Zur besseren Handhabung und Einstellung der Einrichtung können an
der Innenseite des thermischen Rohres 2 im Bereich der Scharniere 7 Feststeller 10
angeordnet sein.
[0020] Zur Verstärkung der thermischen Wirkung ist im Ausführungsbeispiel ein Lüfter in
einer thermisch isolierten Hüllkonstruktion angeordnet, der die Luft durch die Primärkreisbohrung
beidseitig des thermischen Rohres 2 und über die Primärkreisaußenseite im Kreislauf
führt.
[0021] Die Kombination der Erwärmung der Primärkreiswicklung und des thermischen Rohres
2 wirkt primär auf die für die Spannungsfestigkeit entscheidenden Wicklungs-Nut-Zahn-Bereiche,
wodurch sich die Temperaturen der Wicklung im Nut- und Wickelkopfbereich und über
der Hauptisolierung im Nutbereich gegenüber der konventionellen Erwärmung vergleichmäßigen.
Dies stellt die Grundlage für die Verkürzung der Anwärmzeit und eine schnellere Erreichung
des Aushärtegrades der Hauptisolierung dar, was technisch zu einer Verkürzung der
Aushärtezeit führt.
[0022] Die Einrichtung des Ausführungsbeispieles beinhaltet einen dreiphasigen Anschluß.
Die Spannung wird über einen Regeltrafo in 20%-Schritten geregelt. Zur Minimierung
der Trafoleistung erfolgt auf der Sekundärseite des Trafos die Kompensation der induktiv
belasteten und zu erwärmenden Baugruppe. Die Stellung der Spannung des Trafos erfolgt
geregelt über die Meßwerte der Prozeßbestimmenden Temperaturen an der auszuhärtenden
Baugruppe.
[0023] Die Kompensationsanlage schaltet bei 20 % der Heizspannung zu und kompensiert automatisch
zu Beginn des Prozesses. Die jeweilig eingestellte Kapazität wird während des Trocken-
und Aushärteprozesses beibehalten.
[0024] Der Prozeß kann bei dieser Einrichtung auch mit 20 % bis 40 % der Heizspannung gefahren
werden. Die Wirkung des thermischen Rohres 2 wird durch die Verkleinerung des Luftspaltes
5 wieder auf die vergleichbare Endtemperatur bei Verkürzung der thermischen Zeitkonstante
gebracht und damit wesentlich erhöht.
[0025] Die wesentliche Wärmequelle in diesem Prozeß ist somit das thermische Rohr 2. Die
Wärmequelle Primärkreiswicklung wirkt bedingt durch den kleineren Strom, der im Quadrat
eingeht, nur noch untergeordnet.
[0026] Zur Vermeidung von größeren Umfangskräften auf das thermische Rohr 2 bei kleinen
Luftspalten 5 kann die Drehstromwicklung auch zweiphasig an Spannung gelegt werden.
[0027] Die völlige Vertauschung der Einrichtung ist durchführbar, d.h. der Primärkreis 1
als Erregerkreis kann innen liegen und außen um den Primärkreis 1 herum liegt das
thermische Rohr 2. Diese Variante wird beim Trocknen und Aushärten von Läufern elektrischer
Maschinen benutzt. Ist der Läufer ein Kurzschlußläufer, so muß im Erregerkreis mit
einer hohen Frequenz gearbeitet werden.
[0028] In einer weiteren Variante kann auch das thermische Rohr 2 nur aus einem nichtferromagnetischen
aber elektrisch gut leitenden Material bestehen. Das im Normalfall innere Rohr 3 des
Verbundbleches fällt dann weg. Damit verringert sich die Wärmemenge, die zum Aufheizen
des thermischen Rohres 2 benötigt wird.
[0029] Der gesamte Aushärteprozeß kann nach diesem Verfahren im Gegensatz zu den konventionellen
Verfahren in drei Verfahrensschritte unterteilen. Im ersten Verfahrensschritt wird
das Harz in kürzester Zeit im Wicklungsbereich angeliert. Damit tritt eine Harzsicherung
ein. Die Harzschicht soll dabei vor dem Aushärten an den Stellen, wo die Geschlossenheit
des Harzsystems eine besondere Bedeutung hinsichtlich der Isolation hat, schnell auf
die Temperatur erwärmt werden, bei der die Polymerisation des Harzes einsetzt (z.B.
bei Epoxid-Anhydrid-Systemen ca. 85° C). Diese Phase ist bei diesem Harzsystem durch
die geringere Beweglichkeit der Molekülgruppen bei ca. 120° C abgeschlossen. Danach
tritt die zweite Phase, das Aufheizen auf die Aushärtetemperatur bei einer Vergleichmäßigung
aller Temperaturen der Baugruppen ein. Die dritte Phase entspricht der konventionellen
Aushärtephase. Bedingt durch die schnelle Erreichung der Aushärtetemperatur auch im
Wicklungsbereich verkürzt sich der Gesamtprozeß.
[0030] Eine weitere Verkürzung des Prozeßes kann durch eine zusätzliche Lufterwärmung erreicht
werden. Diese Kopplung mit einem konventionellen Verfahren würde jedoch eine Verschlechterung
des Wirkungsgrades ergeben.
[0031] In Sonderfällen kann auch der Wegfall der ersten Phase gewünscht sein. Trotzdem ermöglicht
das Verfahren einen durchgehend gleichmäßigen Temperaturanstieg über alle Bereiche
der auszuhärtenden Baugruppe bei nahezu gleicher Energieeinsparung.
[0032] Mit diesem Verfahren kann über eine Reduzierung des Luftspaltes 5 eine wesentliche
Erhöhung der Wärmestrahlung erreicht werden, die die oberflächlichen Harzschichten
auf der Spulenhauptisolierung, auf der Spulenschaltung und auf den Nutkeilen so beeinflußt,
daß es zu einer Art Hautbildung kommt.
[0033] Die Harzsicherung kann noch innerhalb des Tränkbehälters nach Abschluß des Tränkprozesses
durchgeführt werden. Die Isolierteile mit ihrer geringen Wärmeleitfähigkeit unterstützen
im Gegensatz zu den Eisenteilen diesen Prozeß, wodurch das Abtropfen überflüssigen
Harzes von den Eisenteilen nicht beeinflußt wird.
[0034] Die Frequenz der Spannung sollte auf das jeweilige Harz abgestimmt sein.
[0035] Bei einem 2-Phasenanschluß können die Anschlüsse gewechselt werden. Die Wärmeleitfähigkeit
des thermischen Rohres 2 sorgt für einen Temperaturausgleich auf diesem.
1. Einrichtung zur induktiven Erwärmung von Baugruppen elektrischer Maschinen, bestehend
aus einem Primärkreis und Sekundärkreis,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Primärkreis (1) als Erregerkreis durch ein Wechsel- oder Drehstromkreis gespeist
wird und der Sekundärkreis (2) am Primärkreis (1) arretiert ist und aus einem thermischen
Verbundblechrohr (2) besteht, wobei das innere Rohr (3) des Verbundbleches aus einem
ferromagnetischen Material besteht und das äußere Rohr (4), welches zum Primärkreis
(1) näher liegt, aus einem nichtferromagnetischen aber elektrisch gut leitenden Material
besteht und der Luftspalt (5) zwischen dem Primärkreis (1) und dem Sekundärkreis (2)
variabel ist.
2. Einrichtung zur induktiven Erwärmung gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das thermische Rohr (2) nur aus einem nichtferromagnetischen aber elektrisch gut
leitenden Material in Rohrform, durchbrochene Rohrform oder aus Ringen besteht.
3. Einrichtung zur induktiven Erwärmung gemäß Anspruch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß das thermische Rohr (2) aus mindestens zwei oder mehreren Kreissegmenten (6) besteht,
die vorzugsweise paarweise mit Scharnieren (7) miteinander verbunden sind.
4. Einrichtung zur induktiven Erwärmung nach Anspruch 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kreissegmente (6) des thermischen Rohres (2) sich teilweise überlappen.
5. Einrichtung zur induktiven Erwärmung nach Anspruch 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kreissegmente (6) des thermischen Rohres (2) durch flexible elektrische Leiter
(8) verbunden sind.
6. Einrichtung zur induktiven Erwärmung nach Anspruch 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kreissegmente (6) des thermischen Rohres (2) auf ihrer Außenseite in definierten
Bereichen zusätzlich mit einem elektrisch gut leitenden Kontaktstoff versehen sind.
7. Einrichtung zur induktiven Erwärmung nach Anspruch 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kreissegmente (6) des thermischen Rohres (2) außerhalb des Primärkreises (1)
radial verschiebbar, an einem am Primärkreis (1) befestigten Kreuz (9) mit Langlöchern
oder an einer separaten Haltevorrichtung befestigt sind.
8. Einrichtung zur induktiven Erwärmung nach Anspruch 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kreissegmente (6) des thermischen Rohres (2) im Bereich der Scharniere (7)
auf der Innenseite Feststeller (10) besitzen.
9. Einrichtung zur induktiven Erwärmung nach Anspruch 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß das thermische Rohr (2) in ein eigenständiges inneres Rohr (3) aus ferromagnetischem
Material, welches gleichzeitig zur Halterung des thermischen Rohres (2) dienen kann
und in ein eigenständiges äußeres Rohr (4) aus nichtferromagnetischem Material aufgeteilt
ist, wobei der Luftspalt zwischen diesen Rohren variabel sein kann.
10. Einrichtung zur induktiven Erwärmung nach Anspruch 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Primärkreis (1) als Erregerkreis innen liegt und außen um den Primärkreis
(1) herum das thermische Rohr (2) liegt, wobei das innere Rohr (3) und das äußere
Rohr (4) getauscht sind, d.h. das Rohr mit den ferromagnetischen Eigenschaften liegt
in diesem Fall außen.
11. Einrichtung zur induktiven Erwärmung nach Anspruch 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Lüfter zur Luftumwälzung angeordnet ist, der die Luft so umwälzt, daß der
Wärmetransport vom thermischen Rohr (2) in die elektrische Baugruppe unterstützt wird.
12. Verfahren zur induktiven Erwärmung, Trocknung und Aushärtung von getränkten bzw. nicht
getränkten elektrischen Baugruppen unter gleichzeitiger Ausnutzung der erzeugten Wärme
infolge eines Stromflußes durch diese Baugruppe,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Erwärmung durch den Stromfluß durch die elektrische Baugruppe und zusätzlich
durch ein thermisches Rohr (2) infolge Strahlung und Konvektion erfolgt und in einem
ersten Verfahrensschritt durch eine schnelle Erwärmung die sogenannte Harzsicherung
erreicht wird, in einem zweiten Verfahrensschritt die Aufheizung auf die Aushärtetemperatur
und in einem dritten Verfahrensschritt die Aushärtung erfolgt, wobei die Harzsicherung
als Hautbildung aber auch als eine umfassende Angelierung des Harzes im gesamten Wicklungsbereich
durchgeführt werden kann.