Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft wäßrige Bleichmittel mit einem Gehalt an Peroxidverbindungen,
Fettalkoholethersulfaten, Fettalkoholpolyglycolethern mit eingeengter Homologenverteilung
und Elektrolyten.
Stand der Technik
[0002] In der Vergangenheit haben sich in den Bereichen Hygiene und Desinfektion solche
Bleichmittel auf der Grundlage von Wasserstoffperoxid bewährt, die über eine bemerkenswerte
Viskosität verfügen und sich daher sowohl für die Behandlung horizontaler als auch
geneigter und vor allem vertikaler Oberflächen eignen. Die Viskosität dieser Mittel
bewirkt, daß die Kontaktzeit zwischen diesen und den zu behandelnden Oberflächen wesentlich
größer ist als bei handelsüblichen Flüssigprodukten, die rasch von der Oberfläche
abfließen.
[0003] Es hat daher nicht an Versuchen gemangelt, derartig viskose Bleichmittel bereitzustellen.
In der spanischen Patentanmeldung
ES 8811389 (Henkel lberica) werden beispielsweise wäßrige Bleich- und Desinfektionsmittel auf
Basis von Alkalihypochloriten vorgeschlagen, die durch Zusatz von Fettalkoholethersulfaten
verdickt werden. Zur Viskositätseinstellung von Bleichmitteln mit einem Gehalt an
Wasserstoffperoxid erweisen sich Ethersulfate alleine jedoch als ungeeignet. Es werden
vielmehr sehr dünnflüssige Produkte erhalten, die bei niedrigen Temperaturen austrüben
und nicht ausreichend lagerstabil sind. Zubereitungen mit Fettalkoholpolyglycolethern
und Fettalkoholethersulfaten sind des weiteren aus den Druckschriften
JP-A Hei 031091597, EP-A 0431747 und
DE-A 4140181 bekannt.
[0004] Die Aufgabe der Erfindung hat somit darin bestanden, neue Bleichmittel mit einem
Gehalt an Peroxidverbindungen zur Verfügung zu stellen, die eine vorteilhafte Viskosität
von mindestens 100 mPas, einen Trübungspunkt von mindestens 20°C und eine hohe Lagerstabilität
aufweisen.
Beschreibung der Erfindung
[0005] Gegenstand der Erfindung sind wäßrige Bleichmittel, enthaltend
| 1 bis 10 Gew.-% |
Peroxidverbindungen, |
| 1 bis 2,5 Gew.-% |
Fettalkoholethersulfate, |
| 0,7 bis 1,0 Gew.-% |
Fettalkoholpolyglycolether mit eingeengter Homologenverteilung und |
| 1 bis 2,5 Gew.-% |
Elektrolyte. |
[0006] Überraschenderweise wurde gefunden, daß der Zusatz von Fettalkoholethersulfaten,
Fettalkoholpolyglycolethern und Elektrolytsalzen in ausgewählten Mengenverhältnissen
zu einer ausgezeichneten Verdickung wäßriger Wasserstoffperoxidlösungen führt. Es
werden Produkte erhalten, die hinsichtlich Viskosität und Peroxidgehalt außerordentlich
lagerstabil sind und einen Trübungspunkt von mindestens 20°C aufweisen.
Peroxidverbindungen
[0007] Unter dem Begriff Peroxidverbindungen sind Stoffe zu verstehen, die eine O-O-Gruppe
enthalten. Typische Beispiele sind Perborate, Percarbonate, Percarbonsäuren und insbesondere
Wasserstoffperoxid. Vorzugsweise enthalten die erfindungsgemäßen wäßrigen Mittel Wasserstoffperoxid
in Mengen von 1 bis 10, vorzugsweise 5 bis 8 und insbesondere 6 bis 7 Gew.-%. Die
Berechnung bezieht sich auf 100 % Aktivsubstanz, der Einsatz erfolgt beispielsweise
in Form einer 35 Gew.-%igen wäßrigen Lösung.
Fettalkoholethersulfate
[0008] Fettalkoholethersulfate ("Ethersulfate") stellen bekannte anionische Tenside dar,
die großtechnisch durch SO
3- oder CSA-Sulfatierung von Fettalkoholpolyglycolethern und nachfolgende Neutralisation
hergestellt werden. Im Sinne der Erfindung kommen Ethersulfate in Betracht, die der
Formel
(I) folgen,
R1O-(CH2CH2O)nSO3X (I)
in der R
1 für einen linearen oder verzweigten Alkyl- und/oder Alkenylrest mit 6 bis 22 Kohlenstoffatomen,
n für Zahlen von 1 bis 10 und X für ein Alkali- und/oder Erdalkalimetall, Ammonium,
Alkylammonium, Alkanolammonium oder Glucammonium steht. Typische Beispiele sind die
Sulfate von Anlagerungsprodukten von durchschnittlich 1 bis 10 und insbesondere 2
bis 5 Mol Ethylenoxid an Capron-alkohol, Caprylalkohol, 2-Ethylhexylalkohol, Caprinalkohol,
Laurylalkohol, Isotridecylalkohol, Myristylalkohol, Cetylalkohol, Palmoleylalkohol,
Stearylalkohol, Isostearylalkohol, Oleylalkohol, Elaidylalkohol, Petroselinylalkohol,
Arachylalkohol, Gadoleylalkohol, Behenylalkohol und Erucylalkohol sowie deren technische
Mischungen, in Form ihrer Natrium- und/oder Magnesiumsalze. Die Ethersulfate können
dabei sowohl eine konventionelle als auch eine eingeengte Homologenverteilung aufweisen.
Besonders bevorzugt ist der Einsatz von Ethersulfaten auf Basis von Addukten von durchschnittlich
2 bis 3 Mol Ethylenoxid an technische C
12/
14-bzw. C
12/18-Kokosfettalkoholfraktionen in Form ihrer Natrium- und/oder Magnesiumsalze.
NRE-Fettalkoholpolyolycolether
[0009] Fettalkoholpolyglycolether mit eingeengter Homologenverteilung, die auch als "Narrow-range
ethoxy-lates (NRE)" bezeichnet werden, stellen bekannte nichtionische Tenside dar,
die großtechnisch z.B. durch Anlagerung von Ethylenoxid an Fettalkohole in Gegenwart
geeigneter Katalysatoren (calcinierte oder mit Fettsäuren hydrophobierte Schichtverbindungen)
hergestellt werden. Übersichten zu diesem Thema finden sich beispielsweise von M.Cox
in
J.Am.Oil.Chem.Soc. 67, 599 (1990) und H.Hensen et al. in
Seifen-Öle-Fette-Wachse, 117, 592 (1991). Im Sinne der Erfindung kommen Ether der Formel
(II) in Betracht,
R2O-(CH2CH2O)mH (II)
in der R
2 für einen linearen oder verzweigten Alkyl- und/oder Alkenylrest mit 6 bis 22 Kohlenstoffatomen
und m für Zahlen von 1 bis 10 steht. Typische Beispiele sind Anlagerungsprodukte von
durchschnittlich 1 bis 10 und insbesondere 2 bis 5 Mol Ethylenoxid an Capronalkohol,
Caprylalkohol, 2-Ethyl-hexylalkohol, Caprinalkohol, Laurylalkohol, lsotridecylalkohol,
Myristylalkohol, Cetylalkohol, Palmoleyl-alkohol, Stearylalkohol, Isostearylalkohol,
Oleylalkohol, Elaidylalkohol, Petroselinylalkohol, Arachyl-alkohol, Gadoleylalkohol,
Behenylalkohol und Erucylalkohol sowie deren technische Mischungen, die z.B. bei der
Hochdruckhydrierung von technischen Methylestem auf Basis von Fetten und Ölen oder
Aldehyden aus der Roelen'schen Oxosynthese anfallen, mit einer eingeengten Homologenverteilung.
Bevorzugt sind narrow-range Addukte von durchschnittlich 2 bis 5 Mol Ethylenoxid an
technische Fettalkohole mit 12 bis 18 Kohlenstoffatomen wie beispielsweise Kokos-,
Palm-, Palmkern- oder Talgfettalkohol. Die Verwendung derartiger Stoffe als Verdickungsmittel
für kosmetische Produkte wie beispielsweise Haarshampoos ist aus der deutschen Offenlegungsschrift
DE-A1 3817415 (Henkel) bekannt.
Elektrolyte
[0010] Als Elektrolytsalze kommen Alkali- oder Erdalkalisalzen von Mineralsäuren sowie deren
Gemische in Betracht, die als Hilfsmittel für die Viskositätseinstellung von wäßrigen
Tensidlösungen grundsätzlich bekannt sind. Typische Beispiele sind Natriumchlorid
und/oder Magnesiumchlorid.
Hilfs- und Zusatzstoffe
[0011] Als Hilfs- und Zusatzstoffe kommen beispielsweise weitere peroxidstabile Tenside
bzw. Hydrotrope in Betracht, wie etwa Alkylsulfate, Alkylsulfonate, Alkylbenzolsulfonate,
Xylolsulfonate, Sarkosinate, Tauride, Isethionate, Sulfosuccinate, Ethercarbonsäuren,
Betaine, Zuckerester, Aminoxide und Alkyloligoglykoside. Vorzugsweise macht die Summe
dieser zusätzlichen Tenside höchstens 10 Gew.-% der Gesamtmenge an Tensiden in der
Rezeptur aus. Darüber hinaus können die Mittel niedere Alkohole wie Ethanol oder Isopropylalkohol,
peroxidstabile Duftstoffe, optische Aufheller, Antioxidantien, Sequestriermittel,
Farbstoffe und Pigmente in Mengen von insgesamt 0,01 bis 0,5 Gew.-% - bezogen auf
die Mittel - enthalten. Zu den als peroxidbeständig bekannten Duftstoffen zählen beispielsweise
monocyclische und bicyclische Monoterpenalkohole sowie deren Ester mit Essig- oder
Propionsäure (z.B. Isoborneal, Dihydroterpenöl, lsobomylacetat, Dihydroterpenylacetat).
Bei den optischen Aufhellern kann es sich beispielsweise um das Kalisalz der 4,4'-
bis-(1,2,3-Triazolyl)-(2-)-Stilbin-2,2-sulfonsäure handeln, das unter der Markenbezeichnung
Phorwite® BHC 766 bzw. Tinopal CBS-X (Ciba) vertrieben wird. Beispiele für geeignete
Antioxidantien die Di-tert.-Butylhydroxytoluol (BHT), Di-tert.-Butylhydroxyanisol
(BHA), Tocopherol (Vitamin E), Ascorbinsäure und Ascorbinsäurepalmitat gegebenenfalls
in Kombination mit Citronensäure. Als Sequestriermittel kommen Phosphonsäuren oder
Aminoxidphosphonsäuren in Betracht. Als Farbpigmente können schließlich u.a. grüne
Chlorophthalocyanine (Pigmo-sol®Green, Hostaphine®Green), gelbes Solar Yellow BG 300
(Sandoz) oder rotes Rojo Basazol®eingesetzt werden. Die Herstellung der erfindungsgemäßen
Mittel erfolgt mittels Umrühren. Gegebenenfalls kann das erhaltene Produkt zur Abtrennung
von Fremdkörpern und/oder Agglomeraten dekantiert oder filtriert werden.
Gewerbliche Anwendbarkeit
[0012] Die erfindungsgemäßen Mittel sind bei Umgebungstemperatur klar, weisen eine für die
Anwendung an vertikalen Flächen zufriedenstellende Verdickung auf und sind hinsichtlich
ihrer Viskosität und des Peroxidgehaltes auch bei Lagerung über einen längeren Zeitraum
bei erhöhter Temperatur stabil. Sie eignen sich beispielsweise zur Reinigung und Desinfizierung
von harten Oberflächen, beispielsweise im Sanitärbereich. In einer besonderen Ausführungsform
der Erfindung werden die pastösen Mittel zur Vorbehandlung von verunreinigten Textilien
direkt auf die Fasern aufgebracht. Ein typisches Bleichmittel besitzt nach der Erfindung
folgende Zusammensetzung (Wasser ad 100 Gew.-%):
| 7 Gew.-% |
Wasserstoffperoxid |
| 2 Gew.-% |
C12/14-Fettalkohol-2 EO-sulfat-Natriumsalz |
| 0,7 Gew.-% |
C12/14-Fettalkohol-2 EO (NRE) |
| 2 Gew.-% |
Natriumchlorid |
Beispiele
[0013] Eingesetzte Stoffe. Die Zusammensetzung der erfindungsgemäßen Rezepturen R1 bis R3 und der Vergleichsrezepturen
R4 bis R9 sind in Tabelle 1 zusammengestellt. Eingesetzt wurden:
(A) Wasserstoffperoxid als 21 Gew.-%ige wäßrige Lösung
(B) C12/14-Kokosfettalkohol+2EO-ethersulfat-Natriumsalz
(C) C12/14-Kokosfettalkohol+2EO-Addukt mit eingeengter Homologenverteilung
[0014] Alle Rezepturen verstehen sich mit 0,05 Gew.-% Sequestriermittel (Sequion®), 0.01
Gew.-% BHT, 0,1 Gew.-% Isopropylalkohol, 0,2 Gew.-% Parfümöl, 0,00035 Gew.-% Farbstoff
und ad 100 Gew.-% Wasser.

[0015] Anwendungstechnische Untersuchungen. Zur Beurteilung der anwendungstechnischen Leistung wurde die Viskosität der Rezepturen
nach Brookfield (20°C, 20 Upm, Spindel 1 bis 2), der Trübungspunkt sowie die Abnahme
des Peroxidgehaltes bei Lagerung über 4 bzw. 12 Wochen (40°C) bestimmt. Die Ergebnisse
sind in Tabelle 2 zusammengefaßt.

1. Wäßrige Bleichmittel, enthaltend
| 1 bis 10 Gew.-% |
Peroxidverbindungen, |
| 1 bis 2,5 Gew.-% |
Fettalkoholethersulfate, |
| 0,7 bis 1,0 Gew.-% |
Fettalkoholpolyglycolether mit eingeengter Homologenverteilung und |
| 1 bis 2,5 Gew.-% |
Elektrolyte. |
2. Mittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie als Peroxidverbindungen Wasserstoffperoxid enthalten.
3. Mittel nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß sie Fettalkoholethersulfate der Formel (I) enthalten,
R1O-(CH2CH2O)nSO3X (I)
in der R1 für einen linearen oder verzweigten Alkyl- und/oder Alkenylrest mit 6 bis 22 Kohlenstoffatomen,
n für Zahlen von 1 bis 10 und X für ein Alkali- und/oder Erdalkalimetall, Ammonium,
Alkylammonium, Alkanolammonium oder Glucammonium steht.
4. Mittel nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß sie Fettalkoholpolyglycolether mit eingeengter Homologenverteilung der Formel
(II) enthalten,
R2O-(CH2CH2O)mH (II)
in der R2 für einen linearen oder verzweigten Alkyl- und/oder Alkenylrest mit 6 bis 22 Kohlenstoffatomen
und m für Zahlen von 1 bis 10 steht.
5. Mittel nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß sie als Salze, Natriumchlorid und/oder Magnesiumchlorid enthalten.
1. Aqueous bleaching formulations containing
| 1 to 10 % |
by weight of peroxide compounds, |
| 1 to 2.5% |
by weight of fatty alcohol ether sulfates |
| 0.7 to 1.0% |
by weight of narrow-range fatty alcohol polyglycol ethers and |
| 1 to 2.5% |
by weight of electrolytes. |
2. Formulations as claimed in claim 1, characterized in that they contain hydrogen peroxide as the peroxide compound.
3. Formulations as claimed in claims 1 and 2, characterized in that they contain fatty alcohol ether sulfates corresponding to formula (I):
R1O-(CH2CH2O)nSO3X (I)
in which R1 is a linear or branched alkyl and/or alkenyl radical containing 6 to 22 carbon atoms,
n is a number of 1 to 10 and X is an alkali metal and/or alkaline earth metal, ammonium,
alkylammonium, alkanolammonium or glucammonium.
4. Formulations as claimed in claims 1 to 3, characterized in that they contain narrow-range fatty alcohol polyglycol ethers corresponding to formula
(II):
R2O-(CH2CH2O)mH (II)
in which R2 is a linear or branched alkyl and/or alkenyl radical containing 6 to 22 carbon atoms
and m is a number of 1 to 10.
5. Formulations as claimed in claims 1 to 4, characterized in that they contain sodium chloride and/or magnesium chloride as salts.
1. Agents de blanchiment aqueux contenant
| de 1 à 10 % |
en poids de composés de peroxyde, |
| de 1 à 2,5 % |
en poids d'éther sulfates d'alcools gras, |
| de 0,7 à 1,0 % |
en poids de polyglycol éther d'alcools gras à répartition concentrée des homologues
et |
| de 1 à 2,5 % |
en poids d'électrolytes. |
2. Agents selon la revendication,
caractérisés en ce qu'
ils contiennent comme composés de peroxyde du peroxyde d'hydrogène.
3. Agents selon les revendications 1 et 2,
caractérisés en ce qu'
ils contiennent des éther sulfates d'alcools gras de formule (I)
R1O-(CH2CH2O)nSO3X (I)
dans laquelle R1 représente un radical alkyle et/ou alcényle linéaire ou ramifié ayant de 6 à 22 atomes
de carbone, n représente des nombres compris entre 1 et 10 et X représente un métal
alcalin et/ou alcalino-terreux, l'ammonium, un alkylammonium, un alcanolammonium ou
un glucammonium.
4. Agents selon les revendications 1 à 3,
caractérisés en ce qu'
ils contiennent des polyglycol éthers d'alcools gras à répartition concentrée d'homologues
de formule (II),
R2O-(CH2CH2O)mH (II)
dans laquelle R2 représente un radical alkyle et/ou alcényle linéaire ou ramifié ayant de 6 à 22 atomes
de carbone et n représente des nombres compris entre 1 et 10.
5. Agents selon les revendications 1 à 4,
caractérisés en ce qu'
ils contiennent comme sels le chlorure de sodium et/ou le chlorure de magnésium.